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Der 20. Juli 1944

Angesichts der unaufhaltsam näherrückenden Niederlage und des Aufschwungs der antifaschistischen Widerstandsbewegung suchte die Monopolbourgeoisie nach einem Ausweg. Führende Kreise der Monopolisten und reaktionären Militärs wollten auch nach dem verlorenen Krieg die Machtgrundlagen des deutschen Imperialismus und Militarismus erhalten. Eine grundlegende Umgestaltung der Herrschaftsverhältnisse und die Entmachtung und der imperialistischen Kriegsverbrecher lehnte sie ab.

Zu dieser Gruppierung gehörten neben anderen der ehemalige Leipziger Oberbürgermeister Goerdeler und der ehemalige Generalstabschef Beck. Sie planten einen Putsch, bei dem Hitler beseitigt werden sollte. Den Krieg gegen die Sowjetunion wollten sie weiterführen, dagegen planten sie, mit den Westmächten sofort Frieden zu schließen.

Die Verschwörergruppe war jedoch politisch nicht einheitlich. Es gab darin auch einige wirklich patriotisch gesinnte Offiziere und Vertreter des Bürgertums. Zu ihnen gehörte vor allem Oberst Claus Graf Schenk von Stauffenberg. Seine Auffassung war es, die faschistische Diktatur durch eine demokratische Republik zu ersetzten und sofort sowohl im Westen als auch im Osten Frieden zu schließen.

Stauffenberg

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Stauffenberg bewies große Tatkraft und Mut und brachte selbst am 20. Juli 1944 eine Bombe in das Hauptquartier Hitlers. Das Attentat misslang jedoch, und die Verschwörung brach daraufhin schnell zusammen. Stauffenberg und viele andere Teilnehmer der Verschwörung wurden von den Faschisten hingerichtet.

Die Hauptursache des Misserfolgs der Verschwörer vom 20. Juli war, dass sie es ablehnten sich auf das Volk zu stützen. Sie standen vor allem der Arbeiterklasse und der KPD ablehnend gegenüber. Deshalb suchten sie auch nicht die Unterstützung der antifaschistischen Widerstandsbewegung. Vielmehr wollten sie das Volk auch in Zukunft vom Mitregieren ausschließen. Außenpolitisch beabsichtigten die Verschwörer sich auf die Westmächte zu stützen. Sie hofften sogar auf einen Konflikt mit der Sowjetunion.

In der BRD(die alte BRD, sowie die heutige Groß-BRD) wird  häufig erklärt, die Verschwörung des 20. Juli 1944 sei der einzige bedeutende Widerstandskampf gegen den Faschismus gewesen. Reaktionäre Historiker und Politiker berufen sich auf die Ideen der Verschwörer des 20. Juli und behaupten, die BRD habe ihr Vermächtnis verwirklicht.

Der schon in der alten BRD aufkommende Neo-Faschismus und der nun große Zuspruch der rechten Parteien, wurde in der alten BRD und weiterhin bis heute verharmlost. Zugleich wird mit der Überbewertung der Verschwörung von Teilen der herrschenden imperialistischen Klasse der heldenhafte Kampf Zehntausender deutscher Kommunisten und Antifaschisten gegen den Faschismus abgewertet. Mit dem KPD-Verbot sind ihre Leistungen sogar aberkannt worden. Außerdem sind sie in die Nähe von Landesverrätern gerückt worden.

Mit dieser Darstellung ist der historische Führungsanspruch der Arbeiterklasse bestritten und die Wiedererrichtung des imperialistischen Systems in der BRD gerechtfertigt worden. Nun ist der historische Führungsanspruch der Arbeiterklasse für einen langen historischen Zeitraum zerschlagen worden und der Sieg des Imperialismus wird weiterhin mit dieser Darstellung des historischen Ereignisses gerechtfertigt.

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Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982, bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

 

 

Original-Beitrag aus dem Geschichtsbuch der DDR

Der 20. Juli 1944

 


 

Buchtitel Geschichte in Übersichten Kopie 2

 

Beitrag aus „Geschichte in Übersichten“, DDR 1982

 

 

20.07.1944

PDF-Datei:

20.07.1944

 

30jähriger Krieg aus Sicht der offiziellen Geschichtsschreibung

30jähriger Krieg

Bild entnommen aus der „Rhein-Zeitung“ vom 11.05.2018

 

 

30jähriger Krieg heute gesehen(offizielle Geschichtsschreibung)

 

Original-Artikel aus der „Rhein-Zeitung“(Autor Christoph Driessen) als PDF-Datei, Bitte Link klicken

30jähriger Krieg heute gesehen(offizielle Geschichtsschreibung)

 

Text aus der „Rhein-Zeitung“ vom 11.05.2018:

Westfälischer Frieden als Blaupause für Syrien-Konflikt?                                        Jahrestag Dreißigjähriger Krieg weist viele Parallelen mit der Gegenwart auf

RZ Koblenz und Region vom Freitag, 11. Mai 2018, Seite 6 

Zitternd drängen sich Vater und Mutter Friese mit ihren Kindern auf dem Dachboden zusammen. Sie stehen schier unerträgliche Todesangst aus. Gestern noch war ihre Welt in Ordnung. Da lebten sie als wohlhabende Bürger in einer der bedeutendsten deutschen Städte, größer als Berlin, größer als München: Magdeburg. Aber an diesem Morgen des 20. Mai 1631 sind feindliche Soldaten in die Stadt eingedrungen, die jetzt plündern, brandschatzen und morden. Die Frieses horchen panisch hinaus auf die Straßen. Vielleicht werden die Totschläger sie hier oben nicht finden? Doch plötzlich steht einer in der Tür, in der Hand einen Spitzhammer. Sofort geht er auf den Vater los. Mutter und Kinder schreien panisch. Ist das das Ende? Da tritt der jüngste Sohn auf den Soldaten zu, der kleine Christian, der erst vor Kurzem laufen und sprechen gelernt hat. „Ach, lasst doch nur den Vater leben!“, bettelt er. „Ich will euch gern meinen Dreier, den ich am Sonntag bekommen habe, geben“ – sein Taschengeld also. Und da geschieht es: Der Angreifer hört auf zu schlagen. Seine Gesichtszüge entspannen sich, er lächelt. Es ist, als hätten die Worte des Jungen wieder Menschlichkeit in ihm geweckt. „Ey, das sind feine Bübel“, soll er gesagt haben. Die bewegende Schilderung stammt von Christians damals zwölf Jahre altem Bruder Johann Daniel Friese. Ein kleines Wunder im großen Schlachten. Die Familie überlebte mit viel Glück das größte Inferno des Dreißigjährigen Krieges, die Zerstörung Magdeburgs. Damals sollen an einem Tag 20 000 der etwa 30 000 Einwohner gestorben sein. Der Historiker Christian Pantle spricht vom „Hiroshima des Dreißigjährigen Krieges“.

Das große Sterben beginnt 1618 mit dem Prager Fenstersturz

Am 23. Mai ist es genau 400 Jahre her, dass der Krieg mit dem Prager Fenstersturz begann. Dabei wurden katholische Statthalter von wütenden Protestanten aus einem Fenster der Prager Burg geworfen. Aus dieser lokalen Krise im Königreich Böhmen entwickelte sich der verheerendste Konflikt der deutschen Geschichte, bis dieser traurige Rekord 300 Jahre später vom Ersten Weltkrieg abgelöst werden sollte. Genaue Opferzahlen sind zwar nicht bekannt. Die Mehrheit der Historiker nimmt allerdings an, dass die Bevölkerung Deutschlands von 15 bis 16 Millionen auf weniger als zwölf Millionen gesunken ist. Dabei waren die Regionen unterschiedlich stark betroffen: Ein Korridor der Zerstörung zog sich von Mecklenburg-Vorpommern über Mitteldeutschland und Hessen nach Bayern.                                                                                                               Wenn man den prozentualen Anteil der Bevölkerung, der durch den Konflikt umkam, zum Maßstab nimmt, war der Dreißigjährige Krieg sogar der blutigste überhaupt: Selbst nach den vorsichtigsten Schätzungen verringerte sich die Bevölkerung um 15 Prozent – weniger durch Schlachten als durch Seuchen. Der ehemalige US-Außenminister Henry Kissinger gibt den Forschungsstand wieder, wenn er schreibt, dass der Dreißigjährige Krieg „zu den gewalttätigsten, brutalsten und zerstörerischsten Kriegen der Geschichte gezählt werden“ muss.                                                                                                                        Das Geschehen ist von beklemmender Aktualität. Für den Politikwissenschaftler Herfried Münkler ist die Rebellion in Böhmen „strukturanalog zu dem, was inzwischen als Arabischer Frühling bezeichnet wird“. Also zur Serie von Rebellionen in der arabischen Welt seit Ende 2010. Und der ehemalige Bundesaußenminister Joschka Fischer sagt: „Vergleichen Sie Syrien mit einer Geschichte des Dreißigjährigen Krieges: Es trifft fast eins zu eins zu. Es gibt da sehr, sehr viele Gemeinsamkeiten. Das geht so weit, dass Sie Magdeburg mit Aleppo vergleichen können.“                                                              Wie konnte es überhaupt zu der „Urkatastrophe der Deutschen“ kommen? Es gibt mehrere Erklärungen. Die neueste: Das Klima war schuld. Im 17. Jahrhundert erlebte Europa eine Kleine Eiszeit. Es war im Durchschnitt 2 Grad kälter als heute, der erste Schnee fiel schon im Herbst. Die Sommer waren kurz, kühl und nass, was zu Missernten und zu einer Verteuerung von Lebensmitteln führte.                                                      „Während der größere Teil der Gesellschaft tendenziell verarmte, zeitweise sogar hungerte, machten Grundherren, Großbauern, Händler, aber auch Müller, Bäcker und Metzger glänzende Geschäfte“, schreibt der Historiker Georg Schmidt. „Die Schere zwischen Reich und Arm, zwischen Oben und Unten öffnete sich weiter.“                        Einige Historiker glauben deshalb, dass der Dreißigjährige Krieg auch ein Verteilungskampf um verknappte Ressourcen war. Als sicher gilt, dass die Klimaveränderung eine der Hauptursachen der Hexenverfolgung war, die während des Krieges ihren Höhepunkt erreichte. Der „Schadenszauber“ der als Hexen verleumdeten Frauen wurde für Missernten, Hagelstürme und Überschwemmungen verantwortlich gemacht.                                                                                                                                                In mancherlei Hinsicht erscheint die Zeit des Dreißigjährigen Krieges vertraut: Es gab damals schon Aktien, Lochbildkameras und windbetriebene Wagen, die 50 Kilometer in der Stunde erreichten. Aber die Menschen dachten doch ganz anders als heute. „Alle waren tief religiös“, betont der Historiker Peter H. Wilson. „Alle waren davon überzeugt, dass ihre Version des Christentums den einzig wahren Heilsweg versprach.“ Der Glaube, katholisch, evangelisch-lutherisch und reformiert-calvinistisch, durchdrang das ganze Leben. Religion, Staat und Gesellschaft waren so stark miteinander verwoben wie heute in einem fundamentalistisch-islamischen Land. Erneut drängt sich hier der Vergleich mit Syrien auf: „Die Parallele, dass die Religion für machtpolitische Zwecke missbraucht wird, ist auch gegeben“, sagt Joschka Fischer. „Der innerislamische Konflikt zwischen Schiiten und Sunniten wird sowohl vom Iran als auch von sunnitischen Mächten wie Saudi-Arabien und anderen benutzt.“                                                                                          Auch im Dreißigjährigen Krieg ging es nur vordergründig um Religion. Dahinter standen vielmehr ganz konkrete Machtinteressen. So kämpfte das katholisch geführte Frankreich auf der Seite der Protestanten gegen die katholischen Habsburger, die in Wien und Madrid regierten. Dänemark und Schweden mischten sich ebenfalls ein – ähnlich wie heute in Syrien der Iran, Russland und die Türkei.                                                                      Der Krieg setzte große Flüchtlingsströme in Gang. „Ich sah Mütter, die mehrere Kinder, zwei auf dem Rücken und eines auf den Armen, daherschleppten“, schilderte ein Abt. Der Anblick sei „kaum auszuhalten“ gewesen. Wer noch etwas Geld und die nötigen Kraftreserven hatte, versuchte, sich in die Niederlande durchzuschlagen, damals das reichste und freieste Land Europas.                                                                                              Bald war jeder dritte Einwohner von Amsterdam Deutscher. Der lutherische Kirchenrat der Stadt registrierte 1631, dass „täglich Personen, die aus Magdeburg geflüchtet sind, hier ankommen und um Hilfe ersuchen“. Trotz der Massenzuwanderung kam es in den Niederlanden nie zu Anschlägen auf Flüchtlinge. Misstrauen gab es allerdings schon. So klagte ein Ratsherr, früher habe er die Haustür einfach offen gelassen, aber mittlerweile sei das wegen der vielen Fremden nicht mehr möglich.                                        Niederländische Rüstungsfabrikanten verdienten derweil prächtig an dem großen Schlachten: Sie versorgten beide Seiten mit Kanonen, Pulver und Pistolen. Einer der größten Profiteure des Krieges war Albrecht von Wallenstein, der als klassischer Warlord selbst eine Armee aufstellte und unermesslich reich wurde. Allein die „Kuchl-Partei“, eine Küche auf Rädern, die ihn ständig begleitete, umfasste 40 vierspännige Karossen.                                                                                                                                              Aus dem Westfälischen Frieden, der den Krieg 1648 schließlich beendete, versuchen Forscher heute, Lehren für aktuelle Konflikte zu ziehen. So gibt es in Großbritannien an der Universität Cambridge das Projekt „A Westphalia for the Middle East“. Noch als Außenminister regte Frank-Walter Steinmeier vor zwei Jahren an, man solle sich bei der Suche nach einer Lösung für den Nahostkonflikt am Westfälischen Frieden orientieren.

Die Friedensgespräche zogen sich über mehrere Jahre hin

Ausgehandelt wurde der Frieden von 1644 bis 1648 im katholischen Münster und im protestantischen Osnabrück. Es war eine Konferenz, wie sie die Welt noch nicht gesehen hatte: 109 diplomatische Vertretungen aus 16 europäischen Staaten beteiligten sich. Die Verhandlungen bildeten die Grundlagen des modernen diplomatischen Protokolls heraus, etwa Begrüßungs- und Verabschiedungszeremonien und Rangfolgen. Auch der „Ehrenlaufsteg“ oder Rote Teppich, der schon aus den antiken Quellen belegt ist, wurde damals wiederentdeckt.                                                                                                                     Der Verhandlungsmarathon war erfolgreich, weil am Schluss jede der beteiligten Mächte ihr Gesicht wahren konnte. Der Schlüssel dazu war das „Separieren der Konfliktebenen“, wie es Herfried Münkler ausdrückt: Die unterschiedlichen Konflikte zwischen Kaiser und Schweden, Kaiser und Franzosen, Niederländern und Spaniern wurden jeweils einzeln verhandelt. Dabei hätten die Diplomaten gleichzeitig sichergestellt, dass die Kompromisse am Ende nicht miteinander kollidierten, erläutert Münkler.                         Eines der größten Probleme war die Demobilisierung der vielen Tausend Söldner. Man befürchtete, dass die arbeitslosen Berufssoldaten könnten plündernd durchs Land würden. So wie heute Experten davor warnen, dass viele IS-Kämpfer nach ihrer endgültigen Niederlage in Syrien nach Europa kommen könnten.                                  Während andernorts nicht mehr viel an den Dreißigjährigen Krieg erinnert, kann man die Schauplätze der vier Jahre währenden Konferenz in Münster und Osnabrück noch besuchen. Der Stolz beider Städte sind die holzvertäfelten Friedenssäle in ihren Rathäusern. Aus Gemälden blicken dort die Chefdiplomaten auf die Besucher herab. Im Rathaus von Münster wurde der Frieden beschworen. Von den Stufen des Osnabrücker Rathauses wurde er verkündet. Die Deutschen atmeten auf – endlich! Wird dieser Moment auch für Syrien kommen? „Am Ende wird es nach vielen, vielen Toten und furchtbaren Gräueltaten einen Kompromiss aller Beteiligten brauchen“, glaubt Fischer. „Ob der mit Assad erreichbar ist, das wage ich zu bezweifeln. Dazu hat der zu viele auf dem Gewissen. Wir werden es sehen.“ 

Christoph Driessen

RZ Koblenz und Region vom Freitag, 11. Mai 2018, Seite 6 

Karte 30jähriger Krieg

Karte 30jähriger Krieg aus der „Rhein-Zeitung“

 

Der Autor des Textes aus der „Rhein-Zeitung“ vergleicht den 30jährigen Krieg mit dem Syrien-Konflikt heute.

Syrienkonflikt

Syrienkonflikt heuteDer Dreißigjährige Krieg war für die Zeitgenossen eine Katastrophe. Millionen starben an Seuchen, Hunger und direkten Kriegseinwirkungen. Vordergründig ging es in dem Konflikt um Religion. Tatsächlich waren aber auch politische und wirtschaftliche Interessen im Spiel. Ähnlich wie im aktuellen Syrien-Konflikt versuchten damals auch viele ausländische Staaten, von den verheerenden Schlachten zu profitieren. Fotos: dpa

RZ Koblenz und Region vom Freitag, 11. Mai 2018, Seite 6

Die Bildbeschreibung kommt der Wahrheit schon näher. Siehe Beiträge von DIE TROMMLER-ARCHIV, entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR.

Der einzigste wahre Fakt im Artikel ist der Hinweis auf die Kriegsprofiteure.

 

Anmerkungen von Petra Reichel

 

Ach nee, das Klima war schuld. Warum scheut sich die offizielle Geschichtsschreibung  sachlich die Gründe für die 30 jährigen Krieg und die Machtkonstellation in Europa zuvor, darzulegen? 

Ebenso wird heute behauptet, dass das Klima an den Hexenverfolgungen schuld war. Ursache war doch wohl eher, dass diese Frauen aufgemuckt hatten und über Wissen verfügten, dass nicht unter die Leute gelangen durfte. Durch so eine dumme Behauptung wird das Volk heute genauso verdummt, wie damals. 

Es wird über die Niederlande als Ziel für die Flüchtlinge des 30jährigen Krieges gesprochen. Es gab aber auch in Deutschland Gebiete, die vom Krieg relativ schont wurden, wohin die Menschen flüchteten.

Wallenstein ein Warlord? Aus dem Artikel geht nicht hervor, dass Wallenstein im Auftrag des Kaisers handelte, vorübergehend den Auftrag entzogen bekam und später einen neuen Auftrag bekam, um im Krieg zu agieren. Wallenstein suchte nach einem Weg den Krieg zu beenden. Er wurde am Ende erneut abgesetzt und der Kaiser gewann dessen Generale und Obersten. Diese wollten den Krieg weiterführen, um sich weiterhin persönlich zu bereichern. Auf kaiserliche Weisung wurde Wallenstein von ihnen ermordet. Das hat mit den heutigen Warlords wenig zu tun, die meist auf eigene Faust handeln.

Was hat der 30jährige Krieg mit dem „arabischen Frühling“ zu tun? Nichts.

DIE TROMMLER hat sich mit dem Thema beschäftigt und das Geschichtsbuch der DDR 

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zu Rate gezogen. Näheres siehe in den Beiträgen von DIE TROMMLER-ARCHIV.

Ebensowenig kann der „westfälische Frieden“ ein Vorbild dafür sein den Syrienkonflikt zu beenden. 

 

Der Westfälische Frieden (1648)

Die vertraglichen Vereinbarungen

1644 begannen in den westfälischen Städten Münster und Osnabrück Friedensverhandlungen zwischen den Vertretern des Kaisers, der deutschen Fürsten und der europäischen Mächte.

Allen war klar, dass der Krieg nicht mehr fortgesetzt werden konnte. Dennoch wurde noch vier Jahre lang um die Vertragsbestimmungen gefeilscht, ehe im Herbst 1648 Deutschland die Kunde durcheilte, dass endlich wieder Friede sei.

Spanien musste die volle Selbstständigkeit der Republik der Niederlande anerkennen, die damit endgültig aus dem Reichsverband ausschied. Die Kämpfe zwischen Frankreich und Spanien gingen zwar noch weiter, endeten 1659 aber ebenfalls mit einem Erfolg Frankreichs. Spanien büßte endgültig seine Großmachtstellung ein. Der Krieg bewies, dass die Pläne der spanisch-habsburgischen Partei nach Ausbau der Vorherrschaft in Europa auf unüberwindlichen Widerstand getroffen und gescheitert waren.

Die größten Vorteile aus dem „Westfälischen Frieden“ zogen Frankreich und Schweden. Beide Staaten garantierten die Einhaltung des Vertrages und konnten sich daher immer wieder in die deutschen Angelegenheiten einmischen. Darüber hinaus erhielt Frankreich große Teile des Elsaß und sogar die rechtsrheinische Festung Breisach. Schweden bekam die Bistümer Bremen und Verden sowie Vorpommern(mit Rügen) und Wismar, außerdem noch 5 Millionen Taler Entschädigung. Frankreich trat unbestritten die Nachfolge Spaniens als europäische Vormacht auf dem Festland an.

In Deutschland selbst waren wieder die Fürsten die Hauptgewinner. Ihnen wurde die volle Selbständigkeit in ihren Territorien zugesprochen. Sie sollten sogar Bündnisse mit auswärtigen Mächten schließen dürfen, nur nicht gegen Kaiser und Reich. An diese Einschränkung kehrte sich niemand. Die Protestanten behielten ihre Kirchengüter, die sie bis 1624 in ihren Besitz gebracht hatten. Einige Fürsten erzielten beträchtliche Landgewinne. Außer Spanien erlitt also auch die kaiserliche Gewalt weitere Einbußen. Deutschland setzte sich nunmehr hauptsächlich aus fast souveränen Fürstenherrschaften zusammen.

Gebietsveränderungen nach Westfälischem Frieden

Gebietsveränderungen nach dem Westfälischen Frieden

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Deutschland bei Kriegsende

30 Jahre Krieg hatten weite Gebiete Deutschlands buchstäblich zur Wüste gemacht. Äcker waren unbestellt, Bauernhöfe verbrannt oder verfallen, Bergwerke stillgelegt, Handelsstraßen verödet und die Städte eingeäschert. Am schwersten waren die Gebiete betroffen, die immer wieder  von den Kampfhandlungen heimgesucht wurden: Schwaben, Franken, die Rheinlande, Thüringen, Teile Kursachsens und Brandenburg. Hier nahm die Bevölkerung um die Hälfte und mehr ab. Insgesamt sank die Bevölkerungszahl Deutschlands gegenüber dem Vorkriegsstand um ein Drittel, schatzungsweise von 18 auf 12 Millionen.

Der Dreißigjährige Krieg war die größte Katastrophe in der bisherigen Geschichte des deutschen Volkes. Es wurde in seiner Entwicklung gegenüber England und Frankreich weit zurückgeworfen. Nachdem bereits vor dem Krieg die frühkapitalistische Entwicklung ins Stocken geraten war, erlitt sie weitere ernste Rückschläge. Die Feudalordnung dagegen konnte sich im Ergebnis des Krieges weiter festigen. Da die Bestimmungen des Westfälischen Friedens keine dauerhafte Friedensregelung schufen, bleib Deutschland nach 1648 weiterhin Hauptkriegsschauplatz der europäischen Mächte. Die Ansätze zu einem Wiederaufbau wurden immer wieder gestört. Auch die Habgier der Fürsten und die maßlosen Forderungen des Feudaladels behinderten ihn stark. Erst in Jahrzehnten harter Arbeit gelang es dem deutschen Volk, die Auswirkungen des Dreißigjährigen Krieges zu überwinden.

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Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982.

Bearbeitet von Petra Reichel.

 

Original-Beitrag aus dem Geschichtsbuch der DDR

Der Westfälische Frieden


 

Buchtitel Geschichte in Übersichten Kopie 2

 

Bilder aus „Geschichte in Übersichten“,DDR 1982

 

 

 

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Der 30jährige Krieg

Der Prager Fenstersturz steht am Beginn des großen Krieges, der  volle 30 Jahre lang dauerte. Der Prager Fenstersturz war aber nur der Anlass, aber nicht der Grund des Krieges.

Man muss unterscheiden zwischen dem Anlass und dem Grund eines Krieges. Die Propaganda zu allen Zeiten verwischt dies und lässt die Leute was anderes, als die Tatsachen glauben.

Die Ursachen des Krieges waren der Gegensatz zweier europäischer Mächtegruppen. Während die spanisch-habsburgische Gruppierung die Mächte der schlimmsten feudalen Reaktion vereinte, umfassten ihre Gegner Staaten verschiedenartigen Charakters:

Die fortgeschrittenen Feudalstaaten Frankreich und England und die bürgerliche Republik der Niederlande gehörten ebenso dazu wie der Teil der protestantischen deutschen Landesfürstentümer, der sich gegen Liga und Kaiser zusammengeschlossen hatte.

Infolgedessen blieb der Kriegsbrand nicht auf Böhmen beschränkt, sondern griff immer weiter um sich. Das politisch zerrissene, religiös gespaltene Deutschland wurde Kriegsschauplatz jener Mächtegruppen, die um die Vorherrschaft in Europa kämpften.

 

Der 30jährige Krieg(1618 bis 1648)

 

Kampf um Vorherrschaft in Europa

Kampf um die Vorherrschaft in Europa

entnommen aus „Geschichte in Übersichten“, DDR 1982

 

Der böhmische Aufstand

1618 begann der offene Aufstand der böhmischen Stände gegen das Huas Habsburg. Kurfürst Friedrich von der Pfalz, der über Verbindungen zu England und Holland verfügte und das Oberhaupt der Union war, wurde zum neuen König Böhmens gewählt. Aber die Hoffnungen der Aufständischen auf wirksame Hilfe erfüllten sich nicht. Noch nicht einmal die Union war bereit, Geld oder Truppen zu schicken. Dagegen konnte Kaiser Ferdinand II. auf die Unterstützung Spaniens rechnen, und die Liga setzte ein Heer unter dem Grafen Tilly in Marsch. Das protestantische Kursachsen trat auf die Seite des Kaisers, um für sich die Lausitz zu gewinnen. Selbst in dieser ernsten Lage vermied es der böhmische Adel, die Volksmassen zum Kampf aufzurufen. König Friedrich führte lieber ein verschwenderisches Hofleben, als mit den Steuergeldern das Heer zu erweitern. Seine unzuverlässigen Truppen wurden 1620 in der Schlacht am Weißen Berge, vor den Toren Prags, vernichtend geschlagen. Friedrich, wegen seiner nur kurzen böhmischen Regierung spöttisch der „Winterkönig“ genannt, floh eilends nach Holland. Die Habsburger ließen in Böhmen sogleich alle Führer des Aufstandes verfolgen und enteignen, einige von ihnen hinrichten. Im Ergebnis wurde die Herrschaft der Habsburger gefestigt und das ganze Land in den nächsten Jahren der Katholischen Kirche unterworfen.

Für die Bauern begann eine lange Periode verschärfter feudaler Ausbeutung. Somit bedeuteten die Auswirkungen der Schlacht am Weißen Berge für das tschechische Volk eine nationale Katastrophe. Das habsburgische Joch lastete auf ihm bis zum Jahre 1918.

 

Die Ausbreitung des Krieges über Deutschland

Kampf um die Macht in Deutschland

Kampf um die Macht in Deutschland

entnommen aus „Geschichte in Übersichten“, DDR 1982

 

Der Krieg, der in Böhmen begann, wurde nach Deutschland hineingetragen, als Truppen Spaniens und der Liga in den Jahren 1620 bis 1622 die Pfalz eroberten. Aber er fand auch kein Ende, nachdem der geächtete Winterkönig sein Stammland eingebüßt hatte. Es waren Frankreich und England, die jede weitere Ausdehnung der spanisch-habsburgischen Macht nach dem Norden Deutschlands verhindern wollten. Die ermunterten den dänischen König, in den Krieg einzugreifen.

Das Heer der Liga unter Tilly konnte gegen die Truppen des Dänenkönigs allein kaum etwas ausrichten. Daher nahm der Kaiser das Angebot des böhmischen Adligen Wallenstein an, auf eigene Kosten ein Heer von mindestens 30 000 Mann ins Feld zu führen.

 

Wallenstein

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Als kaiserlicher General begann Wallenstein den Vorstoß nach Norden. Während Tilly nunmehr den Dänenkönig besiegte, eroberte Wallenstein schließlich ganz Mecklenburg, zu dessen herzog ihn der Kaiser ernannte. Wallenstein beabsichtigte sogar den Bau einer Flotte. Schon entstanden in Wismar und Warnemünde Befestigungen. Wallenstein wollte auch Stralsund gewinnen, und wäre die Stadt „mit Ketten an den Himmel gebunden“. Doch die Bürger trotzten tapfer, von der See her versorgt, der Belagerung.

Schlachtszene in 30jährigen Krieg

Schlachtszene aus dem 30jährigen Krieg

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Dennoch war nicht zu verkennen: Die kaiserliche Macht hatte in den letzten zehn Jahren beachtlich zugenommen. Dank der Erfolge Wallensteins beherrschter der Kaiser weite Gebiete Deutschlands. Mit einem Edikt wollte er die protestantischen Fürsten zur Herausgabe der säkularisierten Kirchengüter zwingen. Über die offensichtliche Erweiterung der kaiserlichen Gewalt und das selbstständische Vorgehen Kaiser Ferdinands waren die Fürsten, gleich welchen Glaubens, stark beunruhigt.  Richtig sahen sie den Grund dafür in Wallensteins Heer, das von ihnen völlig unabhängig war. Sie forderten bezeichnenderweise von den Gesandten Frankreichs eifrigst unterstützt, auf dem Regensburger Kurfürstentag 1630, der Kaiser solle Wallenstein entlassen und seine Truppen vermindern. Ferdinand beugte sich dem Druck der Fürsten, zumal Wallenstein auch sein Missfallen hervorgerufen hatte, als er die Rückforderung der säkularisierten Kirchengüter kritisierte.

 

Das Eingreifen Schwedens

Noch während der Regensburger Tagung landete ein schwedisches Heer auf der Insel Usedom. König Gustav Adolf von Schweden schickte sich an, in das Ringen der Mächte um die Vorherrschaft in Europa einzugreifen. Er ließ überall verkünden, er wolle die deutschen Protestanten retten.

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entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Schon seit längerer Zeit hatte Schweden erfolgreich begonnen, sich die Herrschaft an der Ostsee anzueignen. Die Pläne Wallensteins störten dieses schwedische Streben empfindlich. D Die öffentlichen Erklärungen des Schwedenkönigs sollten nur die Absicht bemänteln, die politische Lage für die weitere Ausdehnung seines Landes zu nutzen. Dass dabei die religiösen Gründe nicht die entscheidenden waren, zeigte auch der Vertrag, den Gustav Adolf mit dem katholischen Frankreich schloss. Er verpflichtete sich, in Deutschland eine Armee von  36 000 Mann unter Waffen zu halten und die Katholiken in ihren Rechten zu belassen. Dafür erhielt er von Frankreich reiche Hilfsgelder.

Deutsche protestantische Fürsten wie die Kurfürsten von Brandenburg und Sachsen, die für ihre Selbstständigkeit fürchteten, gingen erst unter massiven Druck ein Bündnis mit Schweden ein. In der Zeit dieser Verhandlungen eroberte Tilly im Mai 1631 den wichtigen Elbübergang Magdeburg. Gustav Adolf musste nunmehr mit dem Vormarsch beginnen. Im September fügte er Tilly bei Breitenfeld, in der Nähe Leipzigs, eine schwere Niederlage zu.

Der Weg nach Oderdeutschland stand offen. Über Thüringen und Franken gelangten die Schweden an den Rhein. Als sei er schon unumschränkter Herrscher Deutschlands, vergab Gustav Adolf eroberte Territorien an deutsche Bundesgenossen. Im Frühjahr 1632 wurde auch Bayern besetzt; selbst Wien war bedroht.

Dem Kaiser blieb angesichts dieser Wende im Kriegsverlauf keine andere Wahl, als dem 1630 abgesetzten Wallenstein wiederum den Oberbefehl über ein neu aufzustellendes Heer zu übertragen. Mit 40 000 Mann drang Wallenstein schließlich in Sachsen ein. Um nicht abgeschnitten zu werden, wandten sich die Schweden wieder nach Norden. An einem nebligen Novembertag 1632 griffen sie bei Lützen die kaiserlichen Truppen an und zwangen sie zum Rückzug. Gustav Adolf aber fiel in der Schlacht.

Wallenstein nutzte die Verwirrung bei der schwedisch-französischen Partei nicht aus, sondern knüpfte mit den Gegner Verhandlungen an. Offenbar suchte er den unseligen Krieg zu beenden. Religiöse Streitfragen spielten keine Rolle. Es kam ihm vielmehr auf einen Ausgleich der politischen Gegensätze an. Notfalls beabsichtigte er, die kaiserliche Partei zu verlassen. Der Kaiser, dem das nicht verborgen blieb, setzte Wallenstein erneut ab und gewann dessen Generale und Obersten. Sie wollten den Krieg, in dem sie sich persönlich bereicherten, weiterführen. Auf kaiserliche Weisung wurde Wallenstein von ihnen ermordet.

Nach einem entscheidenden Sieg der Kaiserlichen über Schweden 1634 war der Höhepunkt des Dreißigjährigen Krieges überschritten. Es war ein ungerechter Krieg, den die herrschende Feudalklasse der kriegführenden Staaten Europas zur Erweiterung ihrer Macht auf deutschem Boden durchfocht. Zwar dauerte er noch volle 14 Jahre, aber keine der kriegführenden Parteien konnte den Kampf militärisch eindeutig gewinnen. Selbst Frankreich, das nach der Schwächung des schwedischen Bundesgenossen direkt in die Kriegshandlungen eingriff, vermochte keine schnelle Entscheidung herbeizuführen. Die Feldzüge bestanden bald nur noch aus isolierten Aktionen der einzelnen Generale. Schließlich war in dem ausgeplünderten Land kaum noch ein Feldzug möglich. Der Krieg starb sozusagen an Erschöpfung.

 

Das Leiden des Volkes

Die Art der Kriegsführung

Die Heere des Dreißigjährigen Krieges bestanden aus Söldnern, die in beinahe allen Ländern Europas angeworben wurden. Sie strömten hauptsächlich deswegen den Fahnen der kriegführenden Mächte zu, weil wirtschaftliche Not sie dazu zwang oder leichte Beute winkte. Oft größer als die Heere selbst war ihr Anhang, der Tross aus Bedienten, Knechten, Händlern, Frauen und Kindern. Solange ihnen der Sold regelmäßig bezahlt werden konnte, bewahrten die Truppen einigermaßen Ordnung und Disziplin.

Aber schon bald nach Anbeginn des Krieges verfuhren die Söldnerführer nach der Regel: „Der Krieg muss den Krieg ernähren.“ Die Heere versorgten sich aus dem Land, dass sie gerade durchzogen, gleichgültig, ob es zur eigenen oder gegnerischen Partei gehörte oder neutral war. Städte und Dörfer mussten Quartiere stellen, Spanndienste leisten, Nahrungsmittel und Pferde liefern und vor allem Geldzahlungen leisten. Von diesen schweren Belastungen, die oftmals das ganze Jahr hindurch dauerten, konnten sich nur reiche Städte freikaufen. Aber selbst ausgestellte Schutzbriefe bewahrten sie nicht vor Plünderungen.

Plünderung eines Dorfes im 30jährigen Krieg

Plünderung eines Dorfes im Dreißigjährigen Krieg

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Immer mehr gingen Offiziere oder einzelne Soldatentrupps dazu über, auf eigene Faust Geld und Gut zu erpressen. Das artete in wilde Plünderungen und unbeschreibliche Verheerungen aus, wenn feindliches Gebiet erobert wurde. Es war ein Grundsatz der Kriegführung, große Schlachten zu vermeiden, um die Truppen zu schonen, dafür aber das Gebiet des Gegners zu verwüsten. So glaubte man, ihn desto nachhaltiger zu treffen. Je länger der Krieg dauerte, um so weniger hatten die Heerführer ihre Truppen in der Hand und um so mehr nahmen die sinnlosen Zerstörungen zu. Es wurde sogar das eigene Land verwüstet! Die Truppen glichen mehr Räuberbanden und waren eine richtige Landplage.

 

Die Lasten des Krieges

Der Dreißigjährige Krieg wirkte sich auf die Lage der werktätigen(arbeitenden) Menschen katastrophal aus. Die Wirtschaft brach durch die Zerstörung von Produktionsstätten und die Unsicherheit des Handels beinahe zusammen. Ganze Gewerbe verschwanden, Arbeitserfahrungen gingen verloren. Das Geld büßte immer rascher an Wert ein. Vorzugsweise wurden die ungeschützten Dörfer geplündert und gebrandschatzt. Aber auch Städte gingen oft genug in Flammen auf. Von Magdeburg blieben außer dem Dom bloß wenige Häuser übrig. Gar nicht zu überschauen ist das Ausmaß, in dem Kulturschätze vernichtet und geraubt wurden.

Allein die Menschenverluste, die durch Kampfhandlungen entstanden, waren schon zahlreich. Doch sie wurden weit durch die Folgen von Hunger und Krankheiten übertroffen. Die mangelhaft ernährten, in den ummauerten Städten zusammenströmenden Menschen fielen oftmals zu Tausenden Seuchen wie Pest, Cholera und Typhus zum Opfer. Ganze Landstriche Deutschlands verödeten. Für begrenzte Gebiete sich uns exakte Angaben erhalten. So hatte Württemberg vor dem Kriege 450 000, 1639 aber nur noch 100 000 Einwohner. Es gab freilich Reichsteile, die vom Krieg relativ verschont wurden: der Nordwesten, einige hanseatische Städte, Österreich und andere Alpenländer. Dorthin flohen in großer Zahl die Menschen aus den verwüsteten Landstrichen, und dort ging auch das wirtschaftliche Leben weiter. Diesen Gebieten oblag weitgehend die gewinnbringende Versorgung der Heere, denn nur durch Zufuhren von außen, zum Beispiel an Waffen. Pferden, Getreide, Fleisch und Tuchen war es überhaupt möglich, so lange Krieg zu führen.

Das Wesen des Krieges, seine Gräuel und seine Folgen sind uns aus erschütternden Bildern, ergreifenden Erzählungen und Gedichten bekannt. In ihnen prangerten bekannte und unbekannte Künstler die Grausamkeiten und die Sinnlosigkeit des Krieges an.

Verluste 30jähriger Krieg Thüringer Wald

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR der 7. Klasse, Stand 1982

 

Kräfteverhältnis im 30jährigen Krieg

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Eine lebendige Darstellung fand die Zeit des großen Krieges durch Johann Jakob von Grimmelshausen. Dieser bedeutende deutsche Schriftsteller des 17. Jahrhunderts schilderte aufgrund bitterer Erfahrungen das Wüten der Soldateska und das qualvolle Leben der Volksmassen.

Flugblatt Bauernreiter

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Fragen des Johann Rist

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Widerstand der Volksmassen

Die Volksmassen in Stadt und Land ließen die Untaten der Heere nicht völlig widerstandslos über sich ergehen. Befestigte Städte konnten kleinere Verbände durchaus erfolgreich abwehren. Die Bauern freilich mussten in die benachbarten Städte und Wälder flüchten. Bisweilen aber bewaffneten sie sich und griffen zu Selbsthilfe, so in den Harzlanden.

Die „Harzschützen“ überfielen recht gut organisiert, immer wieder streifende Soldatentrupps und Wagenkolonnen. Bei der Übermacht des Gegners zogen sie sich in ihre Waldverstecke zurück. Lange Zeit war es deshalb nicht möglich, die Bewegung der „Harzschützen“ zu unterdrücken.

Die Ausplünderung durch die eigenen Feudalherren und durch die Lasten des Krieges rief mehrfach Bauernaufstände hervor.

Der wichtigste fand in Oberösterreich während des Jahres 1626 statt. Sein Führer, Stephan Fadinger, trat für ein enges Zusammenwirken mit den Bürgern ein. In ihrem zum Teil antifeudalen Programm forderten die Aufständischen unter anderem auch die Abschaffung verschiedener Abgaben und Steuern, Infolge der Zielbewusstheit und der guten Organisation errangen sie mehrfach Siege über Truppenverbände. Die größte Stadt des Landes, Linz, konnte freilich nicht genommen werden. Fadinger wurde bei ihrer Belagerung tödlich verwundet. Begünstigt durch Uneinigkeit unter den Bauern, durch Verrat und Betrug wurde der Aufstand niedergeworfen. Aber selbst nach 1626 brachen in dem Land an Donau und Enns immer wieder kleinere Erhebungen aus, die Habsburg und Bayern in Atem hielten.

Ausgeplündertes Volk wehrt sich

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Je länger der Krieg dauerte, desto weniger waren die Volksmassen in der Lage, größere Aktionen durchzuführen. Es überwog wieder der Kleinkrieg, die ständige Auseinandersetzung mit dem verrohten Kriegsvolk, um die notwendigste Habe, um Saatgut und Arbeitsgeräte, ja um nur das nackte Leben zu retten.

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Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982,  bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Beitrag aus dem Geschichtsbuch der DDR

30jähriger Krieg


 

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Bilder aus „Geschichte in Übersichten“, DDR 1982

 

Buchtitel Geschichte in Übersichten Kopie 2

 

Original-Beitrag aus „Geschichte in Übersichten“, DDR 1982

Dreißigjähriger Krieg 1618 bis 1648

 

 

 

Der Prager Fenstersturz

In Böhmen war die Lage sehr angespannt. Die Habsburger, die zugleich böhmische Könige waren, wollten mit Hilfe der Gegenreformation ihre landesherrliche Stellung festigen. In Böhmen waren von 2 Millionen Einwohnern nur 30 000 katholisch. Hier galt der „Majestätsbrief“, den  Kaiser Rudolf II. 1609, kurz vor seinem Tode, erlassen musste. Durch ihn schienen die Rechte der Protestanten gesichert.

Majestätsbrief Kaiser Rudolf II Religionsfreiheit

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Der Nachfolger Rudolfs II. hielt sich nicht an diese feierlichen Versprechungen. Er verbot eine Versammlung der böhmischen Stände, die sich über die Zerstörung zweier neuerbauter protestantischer Kirchen durch die Katholiken beschweren wollte. Vertreter dieser Stände zogen daraufhin zur Prager Burg. Nach scharfem Wortwechsel warfen sie zwei kaiserliche Statthalter samt einem Schreiber durch die Fenster in den Burggraben.

Prager Fenstersturz Kopie

Der Prager Fenstersturz am 23. Mai 1618

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Der Prager Fenstersturz steht am Beginn des großen Krieges, der volle 30 Jahre lang dauerte. Der Prager Fenstersturz war aber lediglich Anlass, sozusagen der Funke, der den angehäuften Zündstoff zum Entflammen brachte. Die Ursachen lagen viel tiefer. Sie waren in dem schon bekannten Gegensatz zweier europäischer Mächtegruppen zu suchen.

Während die spanisch-habsburgische Gruppierung die Mächte der schlimmsten feudalen Reaktion vereinte, umfassten ihre Gegner Staaten verschiedenartigen Charakters: Die fortgeschrittenen Feudalstaaten Frankreich und England und die bürgerliche Republik der Niederlande gehörten ebenso dazu wie der Teil der protestantischen deutschen Landesfürstentümer, der sich gegen Liga und Kaiser zusammengeschlossen hatte.

Infolge dessen blieb der Kriegsbrand nicht auf Böhmen beschränkt, sondern griff immer weiter um sich. Das politisch zerrissene gespaltene Deutschland wurde der Kriegsschauplatz jener Mächtegruppen, die um die Vorherrschaft in Europa kämpften.

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Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Beitrag aus dem Geschichtsbuch der DDR

Prager Fenstersturz

Europa vor dem 30jährigen Krieg

Das Ringen um die Vorherrschaft in Europa

 

  1. Der Gegensatz zwischen Spanien und Frankreich

 

 

Der Feudalstaat Spanien

Spanien gehörte zum Reich der Habsburger. In diesem ging nach den Worten Kaiser Karls V. die Sonne nie unter. Unter seinem Sohn, König Philipp II.(1556-1598), stand die spanische Monarchie auf dem Höhepunkt ihrer Macht.

Philipp II.

Philipp II.

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Philipps Weisungen führten die Beamten in allen Teilen des spanischen Reiches aus. Seinen Befehlen gehorchte ein starkes Heer. Die „Silberflotten“, von Kriegsschiffen gesichert, brachten das begehrte Edelmetall aus Amerika. In den spanischen Städten stellten geschickte Handwerker zahlreiche Waren her. Der Ackerbau blühte in den fruchtbaren Landstrichen, während auf den Hochebenen riesige Herden von Schafen weideten, deren feine Wolle zu besonders guten Tuchen verarbeitet werden konnte.

Die vielversprechende wirtschaftliche Entwicklung machte bald  keine Fortschritte mehr. Im Gegenteil zeigten sich deutliche Verfallszeichen. Da die Adeligen und reichen Bürger nicht mit den einheimischen Erzeugnissen zufrieden waren, benutzten sie einen großen Teil der Kolonialgewinne, um Waren aus dem Ausland zu kaufen.  Die spanische Wolle wurde durch die feudalen Eigentümer der Schafherden lieber in rohem Zustande ausgeführt, statt sie im Lande zu verarbeiten. Die dabei erzielten Einnahmen bewogen den Adel dazu, immer mehr Ackerland in Weideflächen zu verwandeln. Massenweise mussten die Bauern ihre Dörfer verlassen.

Die Verwaltung des spanischen Reiches, die Abwehr äußerer Feinde und die spanische Eroberungspolitik in Europa und Übersee verschlangen viel Geld. Aber selbst die aus den Kolonien herausgepressten Gewinne reichten dafür nicht aus. Eine hohe Steuer, die auf alle Handelsgeschäfte gelegt wurde, belastete die städtische Wirtschaft und trug entscheidend zum Ruin von Handel und Gewerbe bei. Bauern und Handwerker seufzten unter der Last weiterer, ständig steigender Abgaben. Rücksichtslos wurde aus dem spanischen Volk die Mittel herausgepresst, die die herrschende Klasse für ihre Eroberungspolitik benötigte.

Im Inneren des Landes strebte die Kirche danach, alle Widerstände möglichst schon im Keim zu ersticken. Sie besaß den größten Anteil an Grund und Boden und gehörte zur herrschenden Klasse. Jeder, der anders dachte und lebte, als es Kirche und Staat vorschreiben, musste damit rechnen, der Inquisition anheimzufallen.

Autodafe

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Wer sich einmal in ihren Folterkammern befand, war vom Tode bedroht. Die Inquisition fand in Spanien ihre schrecklichste Ausprägung. Das Vermögen der Verurteilten wurde zwischen Staat und Kirche aufgeteilt. Darin kam deren enge Verflechtung zum Ausdruck.

Der Feudaladel behauptete sich somit in Spanien nahezu uneingeschränkt. Er drängte die bereits vorhandenen Ansätze des Frühkapitalismus wieder zurück. Es konnte sich kein kräftiges Bürgertum herausbilden.

Die spanische Monarchie war zum Hauptfeind der feudalen Reaktion in Europa geworden.

 

Der Aufstieg Frankreichs

Ebenso wie Spanien war Frankreich ein Feudalstaat mit einer starken Zentralgewalt. Um 1600 wurde die staatliche Macht durch den König weiter gefestigt. Heinrich IV. schlug zwei starke Adelsparteien nieder, die Frankreich nochmals in schwerste innere Kämpfe gestürzt hatten. In mehreren Bauernaufständen, die um 1590 stattfanden und weite Teile des Landes erfassten, setzten sich die Volksmassen gegen den Adelswirrwarr und die Steuereinnehmer aktiv zur Wehr. Obwohl sie niedergeworfen wurden, veranlassten sie die herrschende Klasse, sich wieder enger um ihre Zentralgewalt zu scharen. Die Zahl der Anhänger des Königs wuchs schnell. Nach diesem Anfangserfolg baute Heinrich IV. seine Stellung weiter aus. Religiösen Zwist vermied er fortan dadurch, dass der Katholizismus zur Staatsreligion erklärt, den Protestanten aber weitgehende Glaubensfreiheit gewährt wurde. Der überwiegende Teil Frankreichs unterstand bereits der direkten Verwaltung durch königliche Beamte, die wieder einer strengen Kontrolle unterworfen wurden. Um weiteren Bauernerhebungen vorzubeugen, wurden Steuerrückstände erlassen und sogar einige Steuersätze zeitweise gesenkt.

Wie bereits seine Vorgänger, so sah auch Heinrich IV. in der Förderung der Wirtschaft und des Bürgertums ein wesentliches Mittel zur Festigung des Königtums.

Heinrich IV zu Wirtschaftsförderung

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

In Frankreich entstanden Manufakturen in beachtlicher Zahl. Den kapitalistischen Unternehmern kam zugute, dass die Einfuhr von Textilerzeugnissen und gleichzeitig die Ausfuhr von Wolle und Seide verboten wurde. Der König ließ feste Straßen und Kanäle, die Flüsse verbanden, bauen. Außerdem konnten vorteilhafte Handelsverträge mit fremden Mächten abgeschlossen werden. All das belebte den Binnen- und Außenhandel.

Die Stärkung der Macht der französischen Krone erfolgte mit noch widerstrebenden Adelsgruppen. Die gestärkte Zentralgewalt brachte dem Lande erhebliche Fortschritte. Der enge Bund zwischen König und dem städtischen Bürgertum gegen den Adel begründete den fortschrittlichen Charakter der französischen Monarchie dieser Zeit.

 

Ausweitung der feudalen Reaktion durch Spanien

Der spanische Feudaladel mit dem König an der Spitze strebte danach, seinen Einfluss auf immer größere Teile Europas auszudehnen. Spanische Truppen, spanisches Geld, spanische Diplomaten und Mönche waren überall mit  am Werke, wo reaktionäre Feudalgewalten ihre eigene Stellung festigen wollten. Das geschah mit Hilfe der katholischen Kirche. Sie hatte unter dem Eindruck der Reformation die schlimmsten Missstände beseitigt und ging daran, das an die protestantischen Fürsten verlorene Gebiet zurückzugewinnen. Die treibende Kraft dieser Gegenreformation stellte Spanien dar. Aber der Widerstand gegen die spanisch-katholische Politik schwoll immer mehr an.

Von ihren Besitzungen rings um Frankreich aus mischten sich die Spanier immer wieder in die Kämpfe ein, die die französischen Adelsparteien unter sich und mit dem König ausfochten. Ein spanisches Heer hielt sogar jahrelang die Hauptstadt Paris besetzt, um zu verhindern, dass Heinrich IV. die Krone erwarb. Doch weder das französische Bürgertum noch die Feudalherren wollten sich eine solche Einmischung länger gefallen lassen. Auch aus diesem Grunde unterstützten sie Heinrich IV. So konnte dieser seinerseits zum Angriff übergehen, um die gefährliche Umklammerung Frankreichs aufzubrechen.

Nördlich Frankreichs, in den Niederlanden, hatte sich seit 1566 die Bevölkerung gegen die spanische Fremdherrschaft erhoben, die diese wirtschaftlich hochentwickelten Provinzen auf das schwerste bedrückte. Die Steuerlasten waren immer unerträglicher geworden. Ihre Summe überstieg sogar die Kolonialgewinne um ein Mehrfaches. Hinzu kam der Versuch der spanischen Kirche, mit Hilfe der Inquisition die größtenteils protestantischen Niederlande gewaltsam zum Katholizismus zurückzuführen. Binnen kurzem ergriff der Aufstand das ganze Land. Nur durch den Einsatz aller verfügbaren Heeresmacht behaupteten die Spanier ihre Herrschaft im Süden, dem heutigen Belgien. Die nördlichen Provinzen aber, deren Kerngebiet die Grafschaft Holland war, erkämpften im harten Ringen ihre Unabhängigkeit. Sie bildeten die bürgerliche Republik der Niederlande, in der nicht mehr die Feudalherren bestimmten, sondern die reichen Kaufleute. Befreit von der spanischen Knechtschaft, erblühten hier Gewerbe und Handel. Amsterdam war zeitweise Haupthandelsplatz Europas. Die Holländer brachen schließlich auch in den Überseehandel und in die Kolonien Spaniens ein.

Der jahrzehntelange Freiheitskampf der Niederlande belastete die spanische Politik auf das schwerste. Statt wie bisher Einnahmen aus dem Land zu ziehen, musste Spanien sogar erhebliche Mittel ausgeben, um seine Herrschaft zu behaupten. Diesen Geld und die Truppen fehlten für den Kampf Spaniens gegen Frankreich und England.

In den Jahren um 1600 zeichnete sich ab, dass es in Europa zwei feindliche Mächtegruppen gab. An der Seite Spaniens standen vor allem der Papst, die deutschen Habsburger und die deutschen geistlichen Feudalherren. Ihre Politik wurde durch feudale  Reaktion und Gegenreformation bestimmt. Frankreich, England und Holland, die schärfsten Gegner Spaniens, waren dagegen wirtschaftlich und gesellschaftlich fortgeschrittene Staaten. Sie mussten auf die Dauer der innerlich bereits zerrütteten spanischen Monarchie überlegen sein. Der Frieden in Europa jedoch war ernstlich bedroht, da die entscheidende kriegerische Auseinandersetzung noch bevorstand und jederzeit ausbrechen konnte.

 

  1. Deutschland zwischen den Mächten Europas

 

Niedergangserscheinungen der Wirtschaft

Um 1500 war Deutschland in der wirtschaftlichen Entwicklung Europas führend gewesen. Ein Jahrhundert später aber hatten die Länder Westeuropas Deutschland bereits überholt. Der Schwerpunkt des entsprechenden Welthandels lag nunmehr am Atlantik und an der Nordsee – in Sevilla und Lissabon, in London, Antwerpen und Amsterdam, allenfalls in Emden und Hamburg. Zwar blieb die Bedeutung des Ostseehandels bestehen, die beherrschende Stellung aber, die die Hanse im Nord- und Ostseehandel bisher inne hatte, ging durch das Vordringen der englischen und holländischen Kauflaute verloren.

Die übermächtige Konkurrenz der Silber- und Kupfereinfuhren aus Amerika bewirkte den Rückgang des deutschen Bergbaus. Die Fugger und Welser und mit ihnen Viele andere in den süddeutschen Reichsstädten beheimatete Handelsgesellschaften brachen zusammen.

Die meisten deutschen Kaufleute konnten der Verlagerung der Welthandelswege an den Atlantik nicht schnell genug folgen. Das Zurückbleiben der deutschen Wirtschaft ist in erster Linie auf das Scheitern der frühbürgerlichen Revolution zurückzuführen.

Die Zersplitterung Deutschlands war erhalten geblieben, ja sogar noch vertieft worden. Die weiter erstarkenden Landesfürsten behinderten das Wirtschaftsleben entscheidend.

 

Die Festigung der Fürstenherrschaft

Um solche großen Volksaufstände wir zur Zeit der frühbürgerlichen Revolution von vornherein zu unterbinden, stärkten die Fürsten ihren Staatsapparat. Ähnlich wie in den Monarchien Westeuropas schufen die oberste Regierungsbehörden, so den Rat, das Hofgericht, und die Kammer für die Finanzverwaltung. Sie teilten ihr Land straffer, als bisher in Amtsbezirke ein, denen Beamte des Fürsten vorstanden. Mit Hilfe des Behördenapparates konnte das Leben der Untertanen immer lückenloser beaufsichtigt werden.

Die Fürsten erließen Landes-, Zunft-, Gesinde-, Schul- oder Kirchenordnungen, in denen alle möglichen Fragen des täglichen Lebens geregelt werden sollten. Sie setzten die Preise und Löhne fest und regelten die Arbeit der Handwerker. Selbst die Kleidung, die jeder einzelner „Stand“ tragen durfte, war genau vorgeschrieben, und es wurde manchmal sogar bestimmt, wie lange Familienfeste dauern sollten, wie viele Gäste eingeladen werden und was sie verzehren durften!

Die Territorien, die Herrschaftsgebiete der deutschen Landesfürsten, gewannen schließlich auch durch die Ergebnisse der Reformation an innerer Festigkeit.

Die protestantischen Fürsten wurden die obersten Herren der Kirchen ihres Bereiches, der Landeskirchen. Die ehedem Katholischen Stifte und Klöster wurden aufgehoben. Ihr Grund und Boden fiel den Fürsten anheim. Dieser Vorgang, die Säkularisierung des Kirchengutes, bedeutete, zusammen mit der Schaffung der Landeskirchen, eine beträchtliche Machtsteigerung der Fürsten.

 

Die Bildung politisch-religiöser Parteien

Die protestantischen Fürsten erwarben viele der noch verbliebenen geistlichen Territorien, indem die hier die Einführung der Reformation unterstützten. Schon war der größte Teil Deutschlands protestantische geworden. Aber die Papstkirche begann auch in Deutschland mit der Gegenreformation, um die ihr verlorengegangenen Gebiete zurückzugewinnen. Ihr Augenmerk richtete sich vornehmlich auf die Gebiete an Main und Rhein sowie auf  Westfalen, wo es noch eine Menge geistliche Fürstentümer gab. Mit allen, auch höchst gewaltsamen Mitteln wurde der evangelische Gottesdienst unterdrückt, wurden widerspenstige Pfarrer, Lehrer und Beamte entlassen und Zehntausende zur Auswanderung getrieben. Die Protestanten büßten weite Gebiete im Westen und Süden Deutschlands ein.

Die neuerlich zugespitzten religiösen Gegensätze verschärften die politische Situation. Im Jahre 1608 schlossen sich mehrere protestantische Fürsten und Städte zur Union zusammen. Unter Führung der Kurpfalz vereinbarten sie gegenseitige finanzielle und militärische Hilfe. Daraufhin gründeten die meisten katholischen Reichsfürsten 1609 die Liga. An ihre Spitze trat der Herzog von Bayern.

Im Ergebnis der Gegenreformation bestanden in Deutschland nunmehr militärisch organisierte Parteien. Nach außen hin trennte sich der Unterschied des religiösen Bekenntnisses. Aber die politischen Gegensätze spielten die entscheidende Rolle. Kursachsen, eines der stärksten protestantischen Territorien, trat wegen seiner Feindschaft zur Pfalz nicht der Union bei. Es suchte Rückhalt beim Kaiser, der seinerseits kein Mitglied der Liga war. Insgesamt aber waren Union und Liga Bestandteile der großen europäischen Mächtegruppen. Die Liga lehnte sich Spanien an, das schon lange die deutsche Gegenreformation unterstützte. Die Union nahm Beziehungen zu Frankreich, England und den Niederlanden auf. So ging der Riss, der die Staaten Europas immer deutlicher in zwei feindliche Lager trennte, jetzt mitten durch Deutschland.

 

Kriegsherd Böhmen

Angesichts der gespannten Lage konnte bereits ein örtlicher Zusammenstoß den drohenden europäischen Krieg auslösen. Ein solcher Konflikt reifte in Böhmen heran. Die Habsburger, die zugleich böhmische Könige waren, wollten mit Hilfe der Gegenreformation ihre landesherrliche Stellung festigen. In Böhmen waren von 2 Millionen Einwohnern nur 30 000 katholisch. Hier galt der „Majestätsbrief“, den Kaiser Rudolf II. 1609, kurz vor seinem Tode, erlassen musste. Durch ihn schienen die Rechte der Protestanten gesichert.

Majestätsbrief Kaiser Rudolf II Religionsfreiheit

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Der Nachfolger Rudolf II. hielt sich nicht an diese feierlichen Versprechungen. Er verbot eine Versammlung der böhmischen Stände, die sich über die Zerstörung zweier neuerbauter protestantischer Kirchen durch die Katholiken beschweren wollte. Vertreter der Stände zogen daraufhin zur Prager Burg. Nach scharfem Wortwechsel warfen sie zwei kaiserliche Statthalter samt einem Schreiber durch die Fenster in den Burggraben.

Prager Fenstersturz Kopie

Prager Fenstersturz am 23. Mai 1618

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Siehe auch: Der Prager Fenstersturz

 

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Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Beitrag aus dem Geschichtsbuch der DDR

Ringen um Vorherrschaft in Europa im 17. Jahrhundert

 

 


 

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Bilder aus Geschichte in Übersichten, DDR 1982

Buchtitel Geschichte in Übersichten Kopie 2

 

 

Original-Beitrag aus Geschichte in Übersichten, DDR 1982

West- und Mitteleuropa 1550 bis 1650

 

1. Juli – Tag der Deutschen Volkspolizei

Gastbeitrag von Holger Marks

 

Ich war vom 08. März 1988 bis zum Jahresende 1990 Angehöriger der VP. Interessanterweise über den 3. Oktober 1990 hinaus.  Schaffte es in der kurzen Zeit „nur“ zum Meister der VP. Im Einwohnermeldeamt Karl-Marx-Stadt. Melde- und Ausweiswesen. Das fiel damals noch in  den Bereich der Polizei.

Was war die VP?   Eine Polizei. 

Da wurden Straftaten verfolgt, betrunkene Autofahrer gestoppt, Schlägereien beim Stadtfest beendet, Anzeigen zu Fahrrad-Diebstählen aufgenommen und eben auch Personalausweise ausgestellt.

Schlechte Erinnerungen an die VP werden wohl vornehmlich die Menschen haben, die sich nicht an die Gesetze hielten? Ist das heute anders?

Ich fuhr mit der Straßenbahn in Uniform zum Dienst und auch zurück. War da ganz allein. Keiner kam mir währenddessen dumm. Heute undenkbar?

Was ich bis heute nicht leiden kann, ist, wenn mir jemand einreden will, die Bezeichnung „VoPo“ sei hier gebräuchlich gewesen. Das war sie nicht!

„Vau Pee“ sagte man zu uns, oder meinetwegen „Bullen“. Aber niemand benutzte in der DDR die vom Axel-Springer-Verlag oder dpa erfundene Abkürzung „VoPo“! Die sollte sich diffamierend an die verbrecherische „GeStaPo“ anlehnen. Und wenn ich heute – fast 30 Jahre danach – dieses „VoPo“ lese oder höre, werde ich immer noch wütend.

Jedes Land dieser Erde hat eine Polizei. Unterschiedlicher Güte. Die Volkspolizei der DDR war gewiss nicht schlechter, als die besten davon.

Ich darf zum Tag der VP hier mal alle ehemaligen Kollegen grüßen, die damals neben mir und zum Teil heute noch ihren Dienst tun?

Holger Marks