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Die Kampfziele der Novemberrevolution waren in der DDR Wirklichkeit geworden

Aus einem Referat von Erich Mielke auf der Festveranstaltung im Ministerium für Staatssicherheit anläßlich des 50. Jahrestages der Novemberrevolution und der Gründung der KPD

 

Den vollständigen Power Point-Vortrag findet man unter Erich Mielke Power-Point.de 

Münchner Räterepublik oder Bayrische Räterepublik

Am Ende des Ersten Weltkrieges kam es zu Novemberrevolution im Deutschen Reich. Die Revolution breitete sich innerhalb weniger Tage ausgehend vom Matrosenaufstand in Wilhelmshaven und Kiel im gesamten Reich aus und erfasste auch das Königreich Bayern und dessen Hauptstadt München – noch vor der Reichshauptstadt Berlin.

Bildquelle: Von Walther Firle – http://www.historisches-lexikon-bayerns.de/image/artikel/artikel_44639_bilder_value_1_volksstaat-bayern.jpg Historisches Lexikon Bayerns, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4551174
Bildquelle Von Kurt Eisner, † 1919 – http://www.mlwerke.de/ke/ke_001.jpg, Bild-PD-alt, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=5259881
Jubelnde Soldaten am 8. November 1918 in München nach der Ausrufung der bayerischen Republik
Bildquelle: Von Unbekannt – https://archive.org/details/timeshistoryofwa16londuoft , Possible copyright status: NOT_IN_COPYRIGHT, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=8897547

Als erster deutscher Monarch wurde am 07. November 1918 der bayrische König Ludwig III. abgesetzt. Damit wurde das mindestens  seit 919(es gibt unterschiedliche Anfangsdaten) in Bayern etwa 1000 Jahre existierende und seit 1180 herrschende Adelsgeschlecht der Wittelsbacher gestürzt. 

Kurt Eisner von der Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei(USPD) rief den Freien Volksstaat Bayern aus und wurde vom Arbeiter-, Bauern- und Soldatenrat zum ersten Ministerpräsidenten der bayrischen Republik gewählt.

Am 12. Januar 1919 fand nach einem neuen allgemeinen Wahlrecht die Wahl zum verfassungsgebenden Landtag statt, bei der die USPD eine Niederlage hinnehmen musste.

Nachdem Eisner am 21. Februar 1919, kurz vor seiner geplanten Rücktrittserklärung, von dem Attentäter Anton Graf von Arco auf Valley ermordet worden war, wurde die Landtagssitzung nach Tumulten, die zwei weitere Todesopfer zur Folge hatten, vertagt. Als provisorische Regierung  konstituierte sich ein „Zentralrat der bayrischen Republik“ unter Ernst Niekisch(SPD, später USPD). In der Folgezeit spitzten sich die Machtkämpfe zwischen Anhängern des Rätesystems und des bürgerlichen Parlamentismus zu.

Am 17. März wurde Johannes Hoffman(SPD) als Vertreter einer bürgerlichen Demokratie vom Landtag zum Ministerpräsidenten Bayerns gewählt. Gegen dessen Regierung kam es am 07. April zur Bildung der Räterepublik, die sich in zwei Phasen aufteilen lässt: Die erste war in ihrer  Führung dominiert von pazifistischen und anarchistischen Intellektuellen, die zweite von Anhängern und Mitgliedern der Kommunistischen Partei Deutschlands(KPD).

Ab Mitte April griffen vom inzwischen nach Bamberg ausgewichenen Kabinett Hoffman zu Hilfe gerufene Freikorpseinheiten die Verteidiger der Räterepublik an und eroberten zusammen mit aus Berlin entsandten Reichswehrverbänden München bis zum 02. Mai 1919 zurück. Im Laufe der Kämpfe kam es zu Grausamkeiten, bei denen Hunderte Menschen starben, in der Mehrzahl als Opfer der Freikorps.

Die Errichtung der Räterepublik sowie verschiedene Entwicklungen im Revolutionsverlauf ,zum Beispiel das Vorgehen der SPD-Spitze mit ihrem Rückgriff auf reaktionäre und republikfeindliche militärische und paramilitärische Verbände zur Niederschlagung der Räterepublik, begünstigten  faschistische Kräfte in Bayern. In den 1920er Jahren wurde Bayern zur „Ordnungszelle“ des Deutschen Reiches. Hier begann auch die Karriere von Adolf Hitler, der 1923 in München mit einigen Anhängern den vorerst noch erfolglosen „Hitlerputsch“ durchführte.

Entnommen von Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Weitere ausführliche Daten in Übersicht betreffs der Bayrischen Räterepublik kann man Wikipedia entnehmen.

Kurt Eisner

Kurt Eisner, geboren am 14. Mai 1867 in Berlin, ermordet am 21 Februar 1919 in München, war vom 08. November 1918 bis zu seinem gewaltsamen Tod infolge eines Attentats der erste Ministerpräsident des Freistaats Bayerns. Abgesehen von seinem Wirken als sozialistischer Revolutionär und Politiker, hatte er sich auch als Journalist und Schriftsteller einen Namen gemacht. 

Kurt Eisner, nach der Vorlage eines Fotos von Robert Sennecke bearbeitete Postkarte von 1919

Bildquelle: Von Robert Sennecke – International Institute of Social History, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=12525144

 

Während der wilhelminischen Ära des deutschen Kaiserreichs war er Ende des 19. Jahrhunderts mit monarchiekritischen Artikeln und Publikationen öffentlich hervorgetreten.

Von 1898 bis 1917 war Eisner Mitglied der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands(SPD). In den ersten fünf Jahren des 20. Jahrhunderts prägte er als führender Angehöriger des „Vorwärts“-Redaktionskollektivs maßgeblich die Ausrichtung des Zentralorgans der Partei. Während des Ersten Weltkriegs verstärkte und radikalisierte sich seine pazifistische Überzeugung. 1917 trat er aufgrund einer gewachsenen oppositionellen Haltung gegen die deutsche Kriegspolitik wie auch gegen die sozialdemokratische Burgfriedenspolitik zur Unabhängigen Sozialdemokratischen Partei Deutschlands(USPD)über. Eisner wurde Protagonisten dieser Partei in Bayern, wo er ab 1907 ansässig war. Als einer der dortigen Hauptinitiatoren der für die Demokratisierung des Deutschen Reiches und gegen den krieg gerichteten Januarstreikwelle von 1918 wurde er am 31. Januar wegen „versuchten Landesverrates“ verhaftet und kam in Untersuchungshaft.  Wiederholte Gesuche auf Haftverschonung wurden vom Reichsgericht abgelehnt. Erst am 14. Oktober wurde Eisner aus Anlass einer Nominierung zur Reichsersatzwahl für das vakante Mandat Georg von Vollmars entlassen.

Historische Bedeutung erlangte er vor allem als Anführer der Novemberrevolution von 1918 in München. Eisner rief nach dem Sturz des letzten bayrischen Königs Ludwig III. die bayrische Republik als „Freistaat“ aus und wurde von der Versammlung der Arbeiter- und Soldatenräte zum Ministerpräsidenten gewählt.

Am 21. Februar 1919 – kurz bevor er als Konsequenz aus der für ihn und seiner Partei verlorengegangen Landtagswahl seinen Rücktritt bekannt geben wollte – wurde Kurt Eisner vom aus dem Umfeld der gegen die Revolution agierenden deutsch-völkischen und antisemitischen Thule-Gesellschaft kommenden Studenten Anton Graf von Arco auf Valley ermordet.


Kurt-Eisner-Denkmal in der Kardinal-Faulhaber-Straße in München, eingeweiht 1989: Es zeigt den Umriss des ermordeten Eisner am Tatort.
Bildquelle: Von Richard Huber – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5179590

Das Denkmal zeigt auf einer Stahlplatte die Umrisse Eisners, wie sie von der Polizei beim Auffinden eines Toten mit Kreide markiert werden. Darüber die Inschrift:

KURT EISNER, DER AM 8. NOVEMBER 1918

DIE BAYERISCHE REPUBLIK AUSRIEF,

NACHMALIGER MINISTERPRÄSIDENT

DES VOLKSSTAATES BAYERN, WURDE

AN DIESER STELLE AM 21. FEBRUAR 1919

ERMORDET.

 

Siehe Wikipedia


Kurt Eisner-Denkmal am Oberanger in München

siehe folgende Links:

https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/baureferat/oeffentlicher-raum/denkmaeler/kurt-eisner-denkmal.html

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Kurt-Eisner-Denkmal_am_Oberanger

 

 

Denkmal am Oberanger in München, eingeweiht 2011
Bildquelle: Von Foto: Michael Lucan, Lizenz: CC-BY 3.0, CC BY 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=31486751

Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Weitere Ausführungen zum Leben von Kurt Eisner siehe Wikipedia

Die Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands(KPD)

Die Notwendigkeit der Gründung der KPD

Die Spartakusanhänger leisteten eine unermüdlich Arbeit, um die Massen für die Rätemacht zu gewinnen. Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Wilhelm Pieck und andere sprachen fas täglich in mehreren Versammlungen und auf Kundgebungen in Betrieben und Kasernen. In dieser Zeit wurden sie bereits wieder von der Reaktion verleumdet, gehetzt und verfolgt.

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982
 

Trotz großem Heroismus seiner Mitglieder gelang es jedoch nicht, das Programm des Spartakusbundes zu verwirklichen. Die Monopolbourgeoisie rang im November/Dezember 1918 mit neuen raffinierten Formen und Methoden um die Aufrechterhaltung ihrer macht. Sie stützte sich auf die für sie unentbehrlich gewordenen rechten Führer der Sozialdemokratie, welche die imperialistische Klassenherrschaft gegen das revolutionäre Proletariat verteidigten.

Die Erfahrungen der Novemberrevolution sowie die Lehren der Oktoberrevolution und das Beispiel der Bolschewiki zeigten, dass die Arbeiterklasse nicht siegen kann, ohne eine ideologisch und organisatorisch einheitliche marxistisch-leninistische Partei. Heute muss man dazu ergänzen, dass sie ohne eine funktionierende marxistisch-leninistische Partei den Sieg nicht behaupten kann und wieder verliert.

Der Spartakusbund zog die entscheidende Lehre, dass eine festgefügte revolutionäre Partei, die den Bruch mit dem Opportunismus vollzieht und sich von den Lehren Marx’. Engels’ und Lenins leiten lässt, die Grundbedingungen für die Verwirklichung der historischen Mission der Arbeiterklasse ist.

Der erbitterte Kampf zwischen Revolution und Konterrevolution 1918 machte die objektive Notwendigkeit einer solchen Partei immer sichtbarer.

Die Entwicklung bis zum Reichsrätekongress zeigte, dass die rechten Führer der USPD zwischen den Klassenfronten schwankten, gegenüber der Konterrevolution nachgaben und somit zur Niederlage der Arbeiterklasse beitrugen. Die rechten Führer der USPD gaben den Rat der Volksbeauftragten als „sozialistische“ Regierung aus, deckten das Bündnis Ebert-Groener, nahmen die Entmachtung der Räte und den Beschluss über die Wahlen zur Nationalversammlung tatenlos hin und desorientierten damit breite Massen im Klassenkampf.

Deshalb war es für den Spartakusbund notwendig, völlig mit der USPD zu brechen und sich als selbstständige Partei zu organisieren.

Der Gründungsparteitag der KPD

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Am 29. Dezember 1918 trat in Berlin im Preußischen Abgeordnetenhaus eine Reichskonferenz des Spartakusbundes zusammen.  Sie beriet in nichtöffentlicher Sitzung über die Gründung einer eigenen Partei, die nach kurzer Debatte gegen drei Stimmen geschlossen wurde. Am 30. Dezember 1918 trat der Gründungsparteitag zusammen, der bis zum 1. Januar 1919 tagte. An ihm nahmen insgesamt 127 Delegierte aus 56 Orten teil. Nach dem mit stürmischem Beifall aufgenommenen Referat Karl Liebknechts über die Krise der USPD konstituierte sich durch einstimmigen Beschluss der Delegierten die neue Partei unter dem Namen: Kommunistische Partei Deutschlands(Spartakusbund).

Heimatorte der Delegierten:

Einen weiteren Höhepunkt des Parteitages bildeten die Beratung und der Beschluss über das Programm der KPD, das Rosa Luxemburg begründete. Unter der begeisterten Zustimmung der Delegierten erklärte Rosa Luxemburg: „Nun, Parteigenossen, heute erleben wir den Moment, wo wir sagen können: Wir sind wieder bei Marx, unter seinem Banner.“

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Das Programm stellte der antikommunistischen Theorie eines „demokratischen Sozialismus“(Diese antikommunistische Theorie kennen wir ja auch in der heutigen Zeit zur Genüge. So z.B. von der SPD und der LINKEN)die marxistische Auffassung vom Sozialismus entgegen und orientierte auf den revolutionären Sturz des Imperialismus und die Errichtung der Diktatur des Proletariats. Es wurde von den Delegierten einstimmig angenommen.

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982
entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Die Gründung der KPD war ein Wendepunkt in der Geschichte Deutschlands und der deutschen Arbeiterbewegung. Die deutsche Arbeiterbewegung besaß wieder eine organisierte revolutionäre Vorhut mit einem klaren marxistischen Programm, das der neuen Epoche der Weltgeschichte entsprach und in Grundfragen des Staates und der Revolution mit der Partei Lenis übereinstimmte. Seit der Gründung der KPD wurde in der deutschen Arbeiterbewegung der völlige Bruch mit dem Opportunismus vollzogen und die Voraussetzung für die Überwindung ihrer Spaltung und die Einigung der Arbeiterklasse auf revolutionärer Grundlage geschaffen.

In harten, opferreichen Klassenkämpfen begann vom ersten Tage an der Weg der Entwicklung der jungen KPD zu einer revolutionären Massenpartei nach dem Vorbild der Partei Lenins. Von Anfang an stand die KPD unbeirrbar auf dem Boden des proletarischen Internationalismus und war fest mir dem ersten sozialistischen Staat der Welt verbunden.

Die Entstehung der KPD war ein Beitrag für die Gründung der neuen Kommunistischen Internationale.

Einige Gründer der KPD

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Wilhelm Pieck, Franz Mehring, Fritz Heckert, Hermann Duncker

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Gründung der KPD