Angelika Barbe

Eine Konterrevolutionärin macht wieder von sich reden. Wer ist das?

Was war die DDR ?

Angelika Barbe wurde am 26. November 1951 als Angelika Mangoldt in Brandenburg an der Havel geboren. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder.

Angelika Barbe war eine Konterrevolutionärin in der DDR. Sie hat nun von sich Reden gemacht, als sie bei einer Demonstration im Zusammenhang mit dem Corona-Virus (Jahr 2020) festgenommen wurde.

Angelika Barbe Angelika Barbe(1990)

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1990-0421-332 / Schöps, Elke / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5425508

Angelika Barbe studierte 1970 bis 1974 an der Humboldt-Universität zu Berlin Biologie. Von 1975 bis 1979 war sie als Biologin bei der Hygiene-Inspektion Berlin-Lichtenberg beschäftigt, danach war sie Hausfrau

Seit 1986 war sie im Pankower Friedenskreis um Ruth Misselwitz (evangelische Pfarrerin) aktiv. Eine der konterrevolutionären Gruppen, sich irreführend „Friedensgruppe“ nannten.  1987 war sie Mitbegründerin des Johannisthaler Frauenarbeitskreises und engagierte sich 1988/89 im Friedenskreis um die bekannten Konterrevolutionäre Ulrike Poppe, Jens Reich und Marianne Birthler.

Vom MfS wurde sie bis…

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Die Entfesselung des II. Weltkrieges

Die faschistische Provokation von Gleiwitz

Als Anlass für den Beginn des Krieges diente eine von den Faschisten organisierte Provokation. Hitler hatte bereits am 22. August 1939 erklärt:Ich werde propagandistischen Anlass zur Auslösung des Krieges geben, gleichgültig ob glaubhaft. Der Sieger wird später nicht danach gefragt, ob er die Wahrheit gesagt hat oder nicht.“ 1 Dementsprechend wurde folgende Lüge in die Welt gesetzt:

Zitatquelle:

Zitat im Text

 

Meldung faschistische Zeitung

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

In Wirklichkeit hatte es sich so verhalten:

Meldung faschistische ZeitungQuellenangabe Meldung faschistische ZeitungZitatquellen Wahrheit Beginn II. Weltkrieg

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Der Kriegsverlauf bis zum Sommer 1941

In den Morgenstunden des 1. September 1939 fiel die faschistische Wehrmacht ohne Kriegserklärung mit rund 1,5 Millionen Mann, mit 3000 Panzern und 1500 Flugzeugen von Norden, Westen und Südwesten in Polen ein. Die polnische Armee kämpfte sehr tapfer, jedoch war die kräftemäßig unterlegen. Sie konnte nur 600 Panzer und 350 Flugzeuge aufbieten, die zumeist veraltet waren. Infolge des schnellen faschistischen Angriffs gelang es auch nicht, die gesamte polnische Armee zu mobilisieren.

Angriff auf polnische Westernplatte

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens, die am 3. September Hitlerdeutschland den Krieg erklärten, hatten ihrem polnischen Bundesgenossen vor dem Kriege versprochen, einen Entlastungsangriff gegen die deutsche Westgrenze zu führen. Im September 1939 unternahmen sie jedoch nur völlig unbedeutende Vorstöße. Sie ließen, obwohl sie über ausreichende Kräfte verfügten, ihren polnischen Bundesgenossen im Stich und blieben militärisch untätig.

Aussage Jodl 1Aussage Jodl 2Quellenangabe Aussage Jodl

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse Stand 1982

 

Polen erlitt bis Ende September 1939 eine Niederlage. Das geschah, weil das faschistische Deutschland überlegen war, die Westmächte keine militärische Hilfe leisteten und die herrschenden Kreise Polens eine antisowjetische Politik betrieben hatten, die ein Bündnis mit der UdSSR vereitelte, das eine Chance zur Rettung Polens gewesen wäre. Das Land wurde besetzt und von faschistischen Besatzungsbehörden regiert. Die Westgebiete der Ukraine und Belorusslands, die polnische Interventen 1920 der Sowjetunion geraubt hatten, kehrten in den sowjetischen Staatsverband zurück.

 

Ukrainische Volksversammlung 1939

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die Imperialisten Großbritanniens und Frankreichs erwarteten, dass Hitlerdeutschland nach dem Sieg über Polen sofort den Krieg gegen die Sowjetunion fortsetzen würde. Das entsprach ihren eigenen antikommunistischen Zielen, denen auch herrschende Kreise der USA zustimmten. Deshalb schürten sie im Winter 1939/40 einen militärischen Konflikt zwischen Finnland und der Sowjetunion, den sie in einen Krieg aller imperialistischen Mächte gegen die UdSSR umzuwandeln gedachten. Sie hofften, Deutschland und die Sowjetunion würden sich dabei gegenseitig so schwächen, dass sie selbst die eigentlichen Sieger des Krieges wären.

Der deutsche Imperialismus fühlte sich nach der Eroberung Polens jedoch nicht stark genug, um sofort das größte Ziel des Krieges, den Überfall auf die Sowjetunion anzusteuern. Erst wollte er die Hilfsquellen ganz Europas beherrschen und sich den Rücken frei machen. Wir können Russland nur entgegentreten, wenn wir im Westen frei sind“ 6, erklärte Hitler am 23. November 1939.

Zitatquelle:

Zitat nach Nürnberger Prozess

 

 

Die faschistische Führung plante deshalb durch eine Aggression gegen Dänemark, Norwegen, Frankreich, Belgien, die Niederlande und Luxemburg die Herrschaft in Westeuropa zu erobern, die Länder ökonomisch auszubeuten und in den Dienst ihrer weiteren Eroberungspläne zu stellen. Zugleich schmiedeten die deutschen Imperialisten weitgreifenden Pläne zur „Neuordnung“ Europas, zur Besetzung Englands und vor allem zum Überfall auf die UdSSR. Noch weitergehende Pläne sahen Eroberungen in Afrika, im Nahen Osten und in Indien sowie den Krieg gegen die USA vor. An der Ausarbeitung der Pläne zur „Neuordnung“ Europas waren die großen Monopole, wie die IG Farben und der Flick-Konzern, hervorragend beteiligt. Sie sahen ihr Ziel darin, die absolute Vorherrschaft des deutschenMonopolkapitals in der europäischen sowie in der Weltwirtschaft zu sichern.

 

Bomben auf Flüchtlingskolonnen

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Kriegsverlauf April 1940 bis Juni 1941 1Kriegsverlauf von April 1940 bis Juni 1941 2

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Verlauf des II. Weltkrieges bis Frühjahr 1941

Überblick über den Verlauf des II. Weltkrieges in Europa bis zum Frühjahr 1941

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Luftangriff auf Coventry

Die englische Stadt Coventry am Morgen nach dem deutschen Luftangriff vom 14. November 1940. Damit beginnen die deutschen Imperialisten die völkerrechtswidrigen Terrorangriffe gegen die britische Zivilbevölkerung.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Unterdrückung und Ausplünderung der überfallenen Völke

Die Faschisten unterdrückten die überfallenen Völker und plünderten sie systematisch aus. Millionen Menschen erfuhren damit, was die deutschen Imperialisten unter der „Neuordnung“ Europas verstanden. Die rücksichtslose Ausraubung der besetzten Länder, die Verschickung Hunderttausender Zwangsarbeiter nach Hitlerdeutschland und ein grausamer Terror gegen Antifaschisten, Patrioten und Juden waren die Hauptmethoden der faschistischen Besatzungspolitik.

 

Abtransport Franzosen zur Zwangsarbeit in Hitlerdeutschland

Abtransport französischer Zivilisten zur Zwangsarbeit nach Deutschland im Jahre 1940

Vertreibung jüdischer Bürger Polens

Jüdische Bürger Polens werden von Haus und Hof vertrieben und in Vernichtungslager verschleppt

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die Faschisten zerschlugen den polnischen Staat. Teile des Landes wurden Hitlerdeutschland angeschlossen und die übrigen Gebiete zu einem Generalgouvernement erklärt. Die polnische Landwirtschaft und Industrie musste für den Krieg der Faschisten arbeiten. Die Universitäten und Hochschulen des Landes wurden geschlossen. Kein Pole sollte mehr Zugang zur Bildung haben.

 

Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in Hitlerdeutschland

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Himmler erklärte beispielsweise, in einer „vierklassigen Volksschule“ sollte den Polen nur folgendes beigebracht werden: „Einfaches Rechnen bis höchstens 500, Schreiben des Namens, eine Lehre, dass es ein göttliches Gebot ist, dem Deutschen gehorsam zu sein, und ehrlich, fleißig und brav zu sein.“ 8

Zitatquelle:

Zitat im Text 3

 

Aus den besetzten Ländern Nord- und Westeuropas wurden große Mengen Rohstoffe, Kriegsmaterial und Nahrungsmittel nach Deutschland geschafft

Allein im April 1940 bis März 1941 musste Dänemark 83 668 Tonnen Butter, 159 686 Tonnen Schweinefleisch, 97 384 Tonnen Rindfleisch, 73 000 Tonnen Heringe usw. nach Deutschland liefern. Aus Frankreich wurden in einem Jahr 750 000 Tonnen Weizen und 6,5 Millionen Hektoliter Milch, Butter und Käse zwangsweise herausgeholt. In Frankreich, Belgien, Holland und Norwegen wurden 800 000 Tonnen dringend benötigen Flugbenzins erobert. Die deutschen Monopole eigneten sich Fabriken in den besetzten Ländern an. Die IG Farben erhielt zum Beispiel 51 Prozent der Aktien der französischen Chemieindustrie. Flick bekam Erzbergwerke und Kohlegruben.

In Nord- und Westeuropa versuchten die deutschen Faschisten Teile der einheimischen Bourgeoisie zur Zusammenarbeit mit ihnen zu bewegen. Das gelang auch teilweise. Der Name des Norwegers Quisling wurde sogar zum Begriff für solchen nationalen Verrat. Dies auch als Kollaboration bezeichnete Zusammengehen mit Hitlerdeutschland verhinderte oder verminderte die wirtschaftliche Ausplünderung durch die deutschen Konzerne und die Unterdrückung der Völker dieser Länder keineswegs. Im Gegenteil: Es war Verrat an den nationalen Interessen der unterdrückten Völker.

 

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Die Entfesselung des II. Weltkrieges

 

 

 

Der Weg des deutschen Imperialismus in den II. Weltkrieg

Der deutsche Imperialismus und Militarismus wollte seine Vorherrschaft in Europa und in der Welt errichten.  Deshalb hatte er sich nicht mit den Ergebnissen des I. Weltkrieges abgefunden und forderte eine Revision der Grenzen

Im Kampf gegen die UdSSR beabsichtigte er, sowohl sein vorrangiges Klassenziel, den ersten sozialistischen Staat der Welt zu vernichten, als auch seine Eroberungspläne durchzusetzen. Bekanntlich ist der sozialistische Staat UdSSR 1989/90 vernichtet worden.

Seine Hauptziele gegenüber den imperialistischen Konkurrenten waren: der gewaltsame Raub großer Gebiete Polens und Südosteuropas, die Verdrängung Großbritanniens, Frankreichs und der USA aus der führenden Position im Welthandel, die „Rückgabe“ der ehemaligen Kolonien sowie die absolute Herrschaft über Europa und schließlich über die Welt.

Im Krieg sahen die deutschen Imperialisten das erfolgversprechendste Mittel, diese Ziele zu verwirklichen. Zu ihrer Durchsetzung hatten sie die faschistische Diktatur errichtet, die alle Machtmittel des Staates in den Dienst der Kriegsvorbereitung stellte. Monopol– und Bankherren, Generalität, Staatsbeamte, faschistische Schriftsteller, Lehrer und Propagandisten hatten zwei Jahrzehnte lang alles unternommen, um das deutsche Volk für diesen Krieg vorzubereiten.

Stationen zum II. Weltkrieg 1Stationen zum II. Weltkrieg 2Stationen zum II. Weltkrieg 3

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Entscheidende Mittel zur Vorbereitung des Krieges waren die Zerschlagung der legalen Parteien und Organisationen der Arbeiterklasse und die Einkerkerung Zehntausender Kommunisten, Sozialdemokraten und Demokraten in Konzentrationslagern und Gefängnissen. Damit sollte der Widerstand des Volkes gegen den Krieg gebrochen und die Arbeiterklasse ihrer Führung beraubt werden. Es gelang den Faschisten, große Teile des deutschen Volkes irrezuführen und ihnen vorzugaukeln, sie kämpften für Deutschland. In Wirklichkeit missbrauchten sie den Fleiß der Arbeiter, Bauern und Handwerker, die Leistungen der Intelligenz und die Tapferkeit vieler Soldaten und Offiziere zum Nutzen der deutschen Monopolherren und zum Schaden des Volkes. Millionen Opfer an Menschenleben, unermessliche Verluste an Hab und Gut sowie kulturellen Werten waren die Folgen für das deutsche Volk.

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Der Weg des deutschen Imperialismus in den II. Weltkrieg

 

Das internationale Kräfteverhältnis am Vorabend des zweiten Weltkrieges

Schritt für Schritt hatten die Regierungen Deutschlands, Italiens und Japans ihre Aggressionen vorbereitet. Sowohl in Europa als auch im Fernen Osten waren Kriegsherde entstanden. Deutlich zeichneten sich Ende der dreißiger Jahre zwei imperialistische Mächtegruppierungen ab, deren Widersprüche sich ständig verschärften. So standen dem aggressiven Block mit Deutschland, Italien und Japan die anderen imperialistischen Großmächte England, Frankreich und die USA gegenüber

In den faschistischen Staaten war in den zurückliegenden Jahren das gesamte Leben militarisiert worden. Alle Seiten des gesellschaftlichen Lebens, die Politik, die Wirtschaft, Ideologie, Kunst und Kultur waren völlig auf den Krieg ausgerichtet. Am Vorabend des Krieges verfügte der faschistische Block über eine entwickelte Kriegswirtschaft und starke Streitkräfte. Das Ziel der Regierungen dieses aggressiven Blocks bestand in der Entfesselung von Eroberungskriegen, um andere Völker zu unterjochen und schließlich die Weltherrschaft zu erobern. Damit richtete sich diese Zielsetzung in erster Linie gegen die sozialistische Sowjetunion.

Karikatur -Achse der Imperialisten-

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die herrschenden imperialistischen Kreise Englands, Frankreichs und der USA waren bestrebt, ihre Herrschaft im Inland zu festigen und ihre außenpolitischen Positionen und Einflusssphären zu sichern und auszudehnen. Das brachte sie einerseits in Widerspruch zu den faschistischen Staaten, andererseits waren sie jedoch daran interessiert, den faschistischen Staaten keine Hindernisse in den Weg zu legen. Die imperialistischen Westmächte hofften, dass sich der künftige Krieg gegen die Sowjetunion richten würde. Sie förderten deshalb die faschistischen Aggressionsbestrebungen in vielfältiger Weise und hintertrieben ein System der kollektiven Sicherheit. Die englischen, französischen und amerikanischen Werktätigen(Erwerbstätigen/arbeitende Menschen)zeigten im wachsenden Maße größeren Weitblick als ihre Regierungen und wandten sich gegen diese Politik.

USA-Botschafter über internationale Situation Dezember 1938Quellenangabe USA-Botschafter über internationale Situation Dezember 1938

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Allein die UdSSR führte einen entschiedenen Kampf für den Frieden und die kollektive Sicherheit. Die Kommunistische Partei der Sowjetunion und die Regierung der UdSSR taten alles, was in ihren Kräften stand, um einen Krieg zu verhüten und den Aggressor zu zügeln. Um die Sowjetunion und ihr Programm des für Frieden, Sicherheit, Demokratie und sozialen Fortschritt scharten sich die fortgeschrittensten, friedliebenden Kräfte der ganzen Welt. An ihrer Spitze standen die kommunistischen Parteien, die größte Anstrengungen unternahmen, um die Arbeiterklasse und alle anderen werktätigen und demokratischen Kräfte zum Kampf um die Erhaltung des Friedens zusammenzuschließen.

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Vorabend des II. Weltkrieges

 

 

Die Verschärfung der Kriegsgefahr in Europa. Die Anstrengungen der Sowjetunion um ein System der kollektiven Sicherheit

Hitlers demagogische Friedensbeteuerungen, so zum Beispiel, dass er nach der Lösung des „sudetendeutschen Problems“ keine territorialen Forderungen an Europa mehr habe, hatten das Ziel, seine wahren Kriegspläne zu verschleiern

Am 22. März 1939, nur wenige Tage nach der Zerschlagung der gesamten CSR, erpresste das Naziregime von der litauischen Regierung die Angliederung des Memelgebietes an Deutschland. Rumänien wurde gezwungen, den deutschen Konzernen die Kontrolle über die kriegswichtige Erdölproduktion zu sichern.

Am 28. April 1939 umriss Hitler in einer Reichstagsrede die nächsten Forderungen und Aggressionsziele des Hitlerregimes: Von Frankreich forderte es Elsass-Lothringen, von Großbritannien die Rückgabe der Kolonien und von Polen Danzig.

Seit Ende März 1939 begann sich der Hitlerfaschismus direkt auf den Krieg gegen Polen vorzubereiten.

Dessen ungeachtet unternahmen die bürgerlichen polnischen Politiker fast nichts, um ihr Land ernsthaft vor der faschistischen Aggression zu bewahren.

Hitler geheime Besprechung in Reichskanzlei 23.05.1939Hitler geheime Besprechung Reichskanzlei 22.05.1939 2Quellenangabe Hitler geheime Besprechung Reichskanzlei 1939

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Im Sommer 1939 traten diese Kriegsvorbereitungen in ihr entscheidendes Stadium. Am 22. Juni 1939 war vom faschistischen Oberkommando der Zeitplan für den Überfall fertiggestellt worden. Im Juli begann der Aufmarsch der deutschen Truppen an der polnischen Grenze. Damit erhob sich die drohende Gefahr eines Weltkrieges

Die erhöhte Gefahr eines Krieges in Europa bewog die Sowjetregierung, noch entschiedener als bisher für ein System der kollektiven Sicherheit zu kämpfen. Unabhängig von ihrer Gesellschaftsordnung sollten sich hierin alle europäischen Staaten dem Expansionsstreben Hitlerdeutschlands in einer geschlossenen Abwehrfront entgegenstellen. Dieses kollektive Sicherheitssystem entsprach damit der von der Sowjetunion stets verfochtenen Politik der friedlichen Koexistenz zwischen Staaten mit verschiedener Gesellschaftsordnung.

Die Zerschlagung der Tschechoslowakei und der bevorstehende Überfall auf Polen verletzen auch die Interessen der Westmächte, weil sich der deutsche Faschismus damit zu führenden imperialistischen Macht in Europa entwickelte. Aus diesem Grunde und unter dem Druck der demokratischen Öffentlichkeit sahen sich die Regierungen Großbritanniens und Frankreichs gezwungen, im Frühjahr 1939 Verhandlungen mit der Sowjetunion über eine Zusammenarbeit aufzunehmen. Die Westmächte zogen die Verhandlungen in die Länge und machten unter immer neuen Vorwänden den Abschluss eines Beistandspaktes unmöglich.

Karikatur -Eile-

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Um der Hinhalte-Taktik der britischen und französischen Verhandlungspartner zu begegnen, schlug die Sowjetregierung im August 1939 konkrete militärische Abmachungen vor. Sie war bereit, dem faschistischen Aggressor 136 Divisionen entgegenzustellen, während Großbritannien erklärte, zunächst nur sechs Divisionen auf den europäischen Kontinent schicken zu können. Da die Westmächte an bindenden Abmachungen nach wie vor nicht interessiert waren und einen Krieg zwischen Deutschland und der Sowjetunion herbeisehnten, griffen sie zu neuen Ausflüchten. Sie beriefen sich auf die Weigerung der Regierung Polens, im Falle eines faschistischen Überfalls den Truppen der Sowjetunion das Durchmarschrecht durch Polen zu gewähren. In der gleichen Zeit schlug die britische Regierung im Sommer 1939 Hitlerdeutschland in Geheimverhandlungen eine Neuaufteilung der Welt vor. Dabei sollte auch das Gebiet der Sowjetunion zwischen den britischen und deutschen Imperialisten in Einflusssphären aufgeteilt werden.

Die außenpolitische Lage war für die Sowjetunion in dieser Zeit äußerst kompliziert.

Faschistische Aggression vor II. Weltkrieg

Die faschistischen Aggressionen vor dem II. Weltkrieg

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Nicht nur von Europa, auch vom Fernen Osten zog die Gefahr eines Krieges heraus. Seit 1937 führten die japanischen Imperialisten verstärkt den Krieg gegen China.

Ende 1937 japanische Truppen brechen in Nanking(China)ein

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

1938 führten sie einen Überfall auf sowjetisches Territorium in der Nähe von Wladiwostok durch. Am 11. Mai 1939 drangen japanische Truppen in das Gebiet der Mongolischen Volksrepublik am Chal-chingol-Fluss ein. Verbunden durch einen Vertrag über gegenseitige Hilfe, schlugen die Truppen der UdSSR und der Mongolischen Volksrepublik in umfassenden Operationen vom 20. Bis 31. August 1939 die japanischen Aggressoren zurück.

Unter diesen Bedingungen musste die Regierung der UdSSR unbedingt verhindern, dass der erste sozialistische Staat, auf sich allein gestellt, einem Zweifrontenkrieg ausgesetzt wurde, in dem die faschistischen Aggressoren mit der Unterstützung der anderen imperialistischen Mächte rechnen konnten. Die Lebensinteressen nicht nur des Sowjetvolkes, sondern aller Völker erforderten, die große Gefahr zu bannen. In dieser Lage fasste die Sowjetregierung im August 1939 den Entschluss, das Angebot eines Nichtangriffspaktes, das von Hitlerdeutschland unterbreitet worden war, anzunehmen. Am 23. August 1939 wurde dieser Nichtangriffsvertrag in Moskau unterzeichnet.

Der Abschluss des Vertrages war ein der damaligen Situation entsprechender, kluger und auf weite Sicht berechneter Schritt der Sowjetregierung. Er durchkreuzte die Pläne zur Bildung einer mächtigen antisowjetischen Einheitsfront, sicherte der Sowjetunion für eine bestimmte Zeit den Frieden und schuf Voraussetzungen für den späteren Sieg der UdSSR und der friedliebenden Völker im II.Weltkrieg.

 

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Verschärfung der Kriegsgefahr

 

Die Berner Konferenz und das Programm der neuen Demokratischen Republik

Die Gefahr eines II.Weltkrieges gebot den Antifaschisten, ihre Aktivität trotz aller Schwierigkeiten und Gefahren zu steigern. Mit diesem Ziel fand vom 30. Januar bis 1. Februar 1939 die sogenannte Berner Konferenz der KPD in der Nähe von Paris statt. An ihr nahmen 22 Genossen, unter ihnen Wilhelm Pieck und weitere 11 Mitglieder des Zentralkomitees der KPD teil.

Als wichtigste Aufgabe bezeichnete die Berner Konferenz den Kampf gegen den drohenden Krieg, um das deutsche Volk vor der Katastrophe zu retten. Sollte der Krieg dennoch ausbrechen, müsste er durch den Sturz des Hitlerfaschismus schnellstens beendet werden. Besonders prangerte die KPD die aggressive Haltung der Faschisten zur Sowjetunion an.

Als entscheidende Kraft, den Faschismus zu stürzen, charakterisiert die Berner Konferenz die Herstellung der Einheitsfront und Volksfront.

Referat Wilhelm Pieck auf Berner KonferenzReferat Wilhelm Pieck auf Berner Konferenz 2Quellenangabe Referat Wilhelm Pieck auf Berner Konferenz

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Berner ResolutionQuellenangabe Berner Resolution

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Um den Zusammenschluss aller Hitlergegner zu erleichtern und ihnen ein klares Ziel zu geben, arbeitete sie ein Programm für die Zeit nach dem Sturz des Faschismus aus, das „Programm der demokratischen Republik“.

Berner Resolution Programm demokratische RepublikBerner Resolution Programm demokratische Republik 2Quellenangabe Berner Resolution Programm demokratische Republik

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Diese Programmforderungen entsprachen sowohl den Interessen der Arbeiterklasse als auch der anderen werktätigen(erwerbstätigen)Klassen und Schichten des Volkes. Sie konnten deshalb die Grundlage für den Zusammenschluss aller antifaschistisch-demokratischen Kräfte zum Sturz des Faschismus, zu Verhütung des Krieges, für ein neues Deutschland sein.

Ernst Thälmann in Zuchthaus der Faschisten

Ernst Thälmann in der Zuchthauszelle der Faschisten

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die wiederholten Angebote der KPD zum gemeinsamen Kampf gegen den Krieg lehnte die sozialdemokratische Führung auch jetzt noch immer wieder ab. Heinrich Mann richtete im Frühjahr 1939 einen Aufruf an die Arbeiterklasse, sich zum einheitlichen Kampf zusammenzuschließen. Während die KPD diesen Aufruf begrüßte, reagierte der sozialdemokratische Emigrationsvorstand auf diesen Vorschlag nicht

Im Frühjahr 1939 gelang es der KPD, eine Anzahl von Streik- und Protestaktionen gegen schlechte Arbeitsbedingungen, Arbeitshetze und Verlängerung der Arbeitszeit auszulösen. Im Saargebiet, im Rheinland und in einigen Großstädten kam es zu Protestbewegungen.

Lagebericht der Gestapo erstes Quartal 1939Quellenangabe Lagebericht der Gestapo 1. Quartal 1939

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Trotz des aufopferungsvollen Kampfes der deutschen Antifaschisten gelang es jedoch nicht, aus eigener Kraft die faschistische Diktatur zu stürzen und die Entfesselung des II. Weltkrieges durch den deutschen Faschismus zu verhindern.

 

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Die Berner Konferenz 

 

Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (kurz: RGW)

Der RGW

Kalter Krieg und "Entspannungspolitik"

Der RGW wurde 1949 als sozialistisches Pendant zum Marshallplan und zur Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC) gegründet. Ebenso ist der RGW ein Pedant zur EU, bzw. den seinerzeitigen Vorgängerorganisationen. Er ist auch im Rahmen der Herausbildung des Kalten Krieges und der Zwei-Lager-Theorie zu sehen.

Flagge des RGW Flagge des RGW

Bildquelle: Von Froztbyte – Eigenes Werk, Gemeinfrei,https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3323402

Der RGW wurde – wie das 1955 gegründete Militärbündnis Warschauer Vertrag – im Jahr 1991 infolge der Konterrevolution in den ehemals sozialistischen Ländern in Europa 1989 und des damit verbundenen Abrisses des Eisernen Vorhanges(„Eiserner Vorhang“, siehe Fulton-Rede von Churchill) aufgelöst.

Als Reaktion auf den Marshallplan wurde vom sowjetischen Außenminister Wjatscheslaw Molotow ein Plan entworfen, der die Staaten Osteuropas enger an die Sowjetunion binden sollte. Zunächst geschah dies politisch über die Kominform und dann auch wirtschaftlich über den RGW.[1] Das Gründungskommuniqué wurde am 25. Januar 1949 veröffentlicht,[2] nachdem zuvor am 18…

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