Zentralismus und Föderalismus – DDR entschied sich für Zentralismus

In der Schule habt Ihr sicher was über die unterschiedlichen Staatsformen Zentralismus und Föderalismus, gelernt.

Zentralismus bedeutet, das Streben alle Kompetenzen im Staat bei einer zentralen obersten Instanz zu konzentrieren.

Föderalismus bedeutet, Bund, Bundesstaat. Der Staat ist in einzelne Bundesländer gegliedert, die über eine gewisse Eigenständigkeit verfügen.

Ob ein Staat zentralistisch oder föderalistisch organisiert ist, hat, ist unabhängig von der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Das ist historisch bedingt. Frankreich ist zum Beispiel ein zentralistischer Staat. Deutschland ist ein föderalistischer Staat. Es wird darüber gestritten, welche Staatsorganisation besser ist. Vorteile des Föderalismus sind, dass einige Kompetenzen in der Hand der Bundesländer sind und nicht alles in einer fernen Hauptstadt geregelt wird. Nachteile des Föderalismus sind „Kleinstaaterei“. Als rückschrittlich gilt, dass die Schulen, bzw. das Bildungswesen in der Kompetenz der Bundesländer sind.

Nachteile des Zentralismus sind, dass sich Bürgerinnen und Bürger, die weit entfernt der Hauptstadt wohnen, sich benachteiligt fühlen. So fühlten sich die Bürgerinnen und Bürger des heutigen Bundeslandes Sachsen zu DDR-Zeiten benachteiligt. Sie argumentierten damit, dass mehr in die Hauptstadt Berlin investiert würde und z. B. für Dresden weniger Mittel bereitgestellt würden. Aber der Streit zwischen Berlin und Sachsen ist historisch bedingt und älter als die DDR.

Anfangs war die DDR ein föderalistischer Staat. Das heißt, die DDR war in Bundesländer gegliedert, die wie im heutigen Deutschland und in der alten BRD ,eigene Regierungen, Palarmente und Kompetenzen hatten. Die damaligen Bundesländer waren

  • Mecklenburg
  • Sachsen-Anhalt
  • Brandenburg
  • Thüringen
  • Sachsen

Um die sozialistische Staatsmacht, bzw. den Sozialismus als Wirtschafts- und Gesellschaftssystem zu festigen, entschied sich die DDR den Föderalismus abzuschaffen und den Zentralismus einzuführen. 1952 wurden die Länder abgeschafft und 14 Bezirke gebildet. Die Bezirke waren die mittlere staatliche Verwaltungsebene zwischen Zentralstaat und Kreis. Die Bezirke hatten keine Autonomie, wie ein Bundesland und auch keine Selbstverwaltungsrechte, wie eine kommunale Gebietskörperschaft (Stadt/Kreis).

Regionale Palarmente waren die Bezirkstage. Der Rat des Bezirks als Verwaltungsbehörde wurde vom Bezirkstag bestimmt. Geleitet wurde die Behörde durch einen Vorsitzenden, wobei die zentrale Person in der Behörde der Sekretär des Rates war. Die damaligen Bezirke waren:

  • Rostock
  • Neubrandenburg
  • Schwerin
  • Potsdam
  • Frankfurt(Oder)
  • Magdeburg
  • Cottbus
  • Halle
  • Leipzig
  • Erfurt
  • Dresden
  • Karl-Marx-Stadt
  • Gera
  • Suhl
  • Berlin

Der Bezirk Karl-Marx-Stadt trug zu seinem Beginn und Ende für jeweils kurze Zeit den Namen Bezirk Chemnitz in Anlehnung an den Namen der Stadt Chemnitz, die vom 10 Mai 1953 bis zum 30. Mai 1990 Karl-Marx-Stadt hieß.

Berlin/DDR war offiziell kein Bezirk, aber seit 1961 mit der Funktion eines Bezirkes versehen.

Gegen Ende der DDR wurde der Föderalismus wieder eingeführt und erneut Bundesländer gebildet. Am 22. Juli 1990 beschloss die Volkskammer das Ländereinführungsgesetz. Es wurden die fünf Länder

  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Brandenburg
  • Sachsen-Anhalt
  • Sachsen
  • Thüringen

gebildet. Die Bezirkstage und Räte der Bezirke wurden bereits ab August 1990 fließend aufgelöst, beziehungsweise in die neuen Landesbehörden integriert.

Am 03. Oktober 1990 sind die fünf neuen Bundesländer der BRD beigetreten. In Fragebögen, wie z.B. der Rentenversicherung, ist vom Beitrittsgebiet die Rede, wenn die fünf neuen Bundesländer gemeint sind. Der Geltungsbereich des Grundgesetzes ist auf das Gebiet der neuen Bundesländer ausgeweitet worden. Deutschland hat keine neue Verfassung bekommen. Darum gab es am 03. Oktober 1990 keine Vereinigung der beiden deutschen Staaten. Es fand die Annexion der DDR statt.

Eine Annexion (von lateinisch annectere ‚anknüpfen‘, ‚anbinden‘; auch als Annektierung bezeichnet) ist die erzwungene (und einseitige)[1] endgültige Eingliederung eines bis dahin unter fremder Gebietshoheit stehenden Territoriums in eine andere geopolitische Einheit. Die Annexion geht rechtlich über die Okkupation (Besatzungsverwaltung) hinaus, da auf dem (ehemals) fremden Territorium die eigene Gebietshoheit de facto ausgeübt wird und das Gebiet de jure dem eigenen Staatsgebiet einverleibt wird. Die Okkupation geht der Annexion in der Regel voraus.   

Erklärung des Begriffs „Annexion“ , Quelle Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Annexion

Ausführliche Daten und Fakten zum Thema auf Wikipedia

http://de.wikipedia.org/wiki/Bezirk_(DDR)

http://de.wikipedia.org/wiki/Föderalismus_in_Deutschland

http://de.wikipedia.org/wiki/Zentralismus

Bezirkskarte DDR  Vergleich Länder der frühen DDR-neue Bundesländer

Bezirkskarte der DDR                                   Vergleich neue Bundesländer – Länder der frühen DDR

Bildquellen: Bitte auf die Bilder Klicken

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2 Kommentare zu “Zentralismus und Föderalismus – DDR entschied sich für Zentralismus

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