Thema „Interzonenzug“

Gastbeitrag von Roland Loeckelt

Wenn man eine Reise in der DDR tat, fand diese fast immer mit der Bahn statt.

So tat auch ich eine ganze Reihe von Heimfahrten während meiner Zeit bei der

Nationalen Volksarmee und der Volksmarine der DDR mit der Deutschen Reichsbahn.

Da die Zeit der Beurlaubung immer recht kurz bemessen war, wurden durch mich auf der Strecke

Zwischen Sarmund / Rügen und Schwerin , sowie zwischen Sarmund / Rügen und Dresden gerne die

„Interzonenzüge“ benutzt.

Auf der Strecke nach Schwerin konnte ich diesen Zug bis Bad Kleinen nutzen, dann musste ich Umsteigen. Bis Dresden konnte ich ohne Unterbrechung reisen.

Nett waren die Unterhaltung mit den Fahrgästen in diesen Zügen, wobei man natürlich aufpassen musste, damit keine Informationen über die Einheit / Dienststelle, der Waffengattung, dem Standort und die Truppenstärke preisgegeben wurden.

Da gab es so manchen Reisenden, der hier versuchte mit geschickter Fragestellung, an Informationen zu gelangen. Doch dachte ich da nicht in erster Linie an den Klassenfeind sondern an den Test durch das Ministerium für Staatssicherheit.

Ab dem zweiten Mal, konnte ich diese Reisen in Zivil antreten, so dass hier ein Auffallen unter den Fahrgästen nicht so schnell möglich war.

Welche Züge wurden hier durch mich genutzt. Es waren Züge die über den Fährhafen Saßnitz in Richtung Stralsund, Rostock, Bad Kleinen, Hamburg, Amsterdam fuhren oder Richtung Stralsund, Berlin, Dresden, Prag, Bratislawa, Wien.

Diese Züge waren gegenüber dem normalen Fernverkehr in der DDR zu 100% Pünktlich, da war nicht mal die 15 Minuten Verspätung im Fahrplan eingerechnet.

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7 Kommentare zu “Thema „Interzonenzug“

  1. Pingback: “Interzonenzug” | Die Trommler - Archiv

  2. An dem Satz „…dachte ich da nicht in erster Linie an den Klassenfeind…“ sieht man wieder einmal, wie naiv doch viele DDR-Bürger im Sozialismus in den Tag hinein lebten. Sie hatten ja keine Erfahrungen mehr mit dem „Klassenfeind“. Sie wußten nicht einmal, warum der westliche Imperialismus in der BRD für sie hätte gefährlich werden können (und es auch wurde!). Sie lebten wie auf einer „Insel der Seligen“, stritten nicht selten gegen gewisse Einschränkungen ihrer Freiheit und vergaßen darüber ganz und gar, welche Vorzüge ihnen der Sozialismus bot:

    – keine Arbeitslosigkeit – aber dafür das Recht auf Arbeit,
    – Gleichberechtigung der Frauen,
    – soziale Sicherheit und Geborgenheit,
    – eine gesicherte Zukunft für die Jugend und im Alter,
    – kostenlose Schulbildung und freie Studienwahl,
    – völlig kostenlose medizinische Versorgung,
    – kostenlose Kinderbetreuung und günstige Ferienlager,
    – stabile Preise für den Lebensunterhalt,
    – niedrige und stabile Mieten usw.

    und ansonsten: keine kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung, kein Hartz4, keine sozialen Diskriminierungen, keine Existenzängste, keine materiellen Sorgen, keine Not im Alter, keine Kinderarmut, keine Arbeitshetze, keine Ungleichbehandlung vor Gericht – wie es heute in der BRD üblich ist.

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    • Hallo sascha313,
      danke für Deinen Kommentar.
      Nun bin ich naiv , vielleicht so wie jedes menschliche Wesen.
      Mit 18 wurde ich Kandidat der Avantgarde der DDR und dann auch Mitglied eben dieser.
      Unter Klassenfeind kann und könnte ich mir was vorstellen , doch als gelernter DDR Bürger wusste ich das man in bestimmten Situationen eher auf Genossen vom MfS trifft als auf unseren Feind. Habe ich das auch so dargestellt.
      Und beim richtigen Lesen wäre Dir aufgefallen das ich von der revolutionäre Wachsamkeit berichte.Also Bitte nicht rein interpretieren was nicht da steht.
      Schöne Grüße Roland

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  3. @ Weiß, das Eisenbahnmuseum ist sicher eine gute Adresse, da hier in Schwerin eine Nahtstelle für den Grenzverkehr war. Bad Kleinen / Büchen über Hagenow Land war eine Hauptstrecke zwischen den beiden deutschen Staaten.
    Halt wie Petra schon geschrieben hat. Die sollte helfen können.

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