Organisationen der Konterrevolution in der DDR: Demokratie Jetzt

Demokratie Jetzt(Kurz:DJ) war eine konterrevolutionäre Organisation, die in der DDR während der Konterrevolution entstanden ist. Sie wurde am 12. September 1989 offiziell gegründet und ging 1991 durch Fusion mit Teilen des Neuen Forums und der Initiative Frieden und Menschenrechte im Bündnis 90 auf.

Demokratie jetzt hatte seine Wurzeln in einem Arbeitskreis „Initiative für Absage an Praxis und Prinzip der Abgrenzung“. Dies war eine konterrevolutionäre Organisation unter dem Dach der evangelischen Kirche, die sich u.a. mit der fehlenden Reisefreiheit beschäftigte. Am 28. Jahrestag der Errichtung des Antikfaschistischen Schutzwalls(13. August 1989) fand in der Treptower Bekenntniskirche aus diesem Anlass eine Veranstaltung statt, auf der Hans-Jürgen Fischbeck, Mitglied des Arbeitskreises, eine konterrevolutionäre Sammlungsbewegung forderte. Allerdings war von „demokratischer Erneuerung“ und nicht von der Beseitigung der DDR die Rede.

Am 12. September 1989 wurde in diesem Arbeitskreis ein „Aufruf zur Einmischung in eigener Sache“, der Gründungsaufruf von Demokratie Jetzt, verabschiedet. Er trägt 12 Unterschriften von Mitgliedern dieses Arbeitskreises, die fast alle aus Berlin stammen, unter ihnen der Physiker und Synodale Hans-Jürgen Fischbeck, die Mitbegründerin der Organisation „Frauen für den Frieden( die haben mit Frieden wenig zu tun, hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Konterrevolutionäre Organisation) Ulrike Poppe, der Kirchenhistoriker Dr. Wolfgang Ullmann und der Filmregisseur Konrad Weiß.

Im Gründungsaufruf ist viel wohlklingendes „Bla Bla“ enthalten. Es ist zwar auch von Ökologie die Rede, was erst mal positiv ist, doch ansonsten ist ein bürgerlicher Staat und letztendlich die kapitalistische Wirtschaftsordnung das Ziel. Doch es wurde noch nicht offen benannt.

Die Einmischung der BRD und die Annexion der DDR sind auch, wenn auch unter wohlklingenden Satzgebilden formuliert, als Ziele benannt.

Ende Oktober 1989 startete Demokratie Jetzt eine Unterschriftenaktion zur Änderung des Artikels 1 der Verfassung, der den Führungsanspruch der SED festschrieb. Im November verbreitete Demokratie Jetzt den Vorschlag eines „Vierseitigen Tisches“, an dem Vertreter der SED, der Blockparteien und Mitglieder der Kirche und Vertreter der konterevolutionären Bewegung teilnehmen sollten, ein Vorschlag, der im Dezember in Form des Runden Tisches umgesetzt wurde. Sätestens hier vertrat die SED nicht mehr die Arbeiterklasse. Ebenso trat der Wandel der Blockparteien ein. Ab Dezember tagte der Runde Tisch, an dem Demokratie Jetzt mit zwei Vertretern teilnahm. Seine Sprecher waren Hans-Jürgen Fischbeck, Ulrike Poppe, Konrad Weiß und Wolfgang Ullmann.

Zur Volkskammerwahl 1990 trat Demokratie Jetzt in einem Wahlbündnis mit dem Neuen Forum und der Initiative Frieden und Menschenrechte an, das 2,9 % der Stimmen und 12 der 400 Sitze erreichte. Mit den acht Abgeordneten der Grünen Partei in der DDR bildeten sie zusammen die Fraktion Bündnis 90/Grüne. Demokratie Jetzt trat ein für eine soziale und ökologische Marktwirtschaft, für Rechtsstaatlichkeit und für die Einheit Deutschlands in drei Stufen (Annäherung, Staatenbund, Bund deutscher Länder). Die wohlklingenden Ziele heißen auf gut deutsch: Man trat für die gleichen Ziele, wie die GRÜNEN in der BRD ein. Weitere Ziele waren die Rechtsordnung der BRD und der abgemilderte Kapitalismus, der sich „soziale Marktwirtschaft“ nennt. Dass für den Kapitalismus die „soziale Marktwirtschaft“ nicht mehr von Nöten ist, wissen wir ja. Auch DIE GRÜNEN ist die „soziale Marktwirtschaft“ nicht mehr relevant.

Am 21. September 1991 gründete sich in Potsdam aus Teilen des Neuen Forums, der Initiative Frieden und Menschenrechte und Demokratie Jetzt das Bündnis 90 als Partei, welches sich wiederum im Mai 1993 mit den Grünen vereinigte. In Sachsen gründete Demokratie Jetzt schon im September 1991 gemeinsam mit Grünen, Neuem Forum und der Initiative Frieden und Menschenrechte die Partei Bündnis 90/Die Grünen in Sachsen.

Siehe auch Wikipedia

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4 Kommentare zu “Organisationen der Konterrevolution in der DDR: Demokratie Jetzt

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