Felix Edmundowitsch Dserschinski(Feliks Dzierżyński)

Felix Edmundowitsch Dserschinski (russisch Феликс Эдмундович Дзержинский; polnisch Feliks Dzierżyński; * 30. Augustjul./ 11. September 1877greg. in Oziembłowo; † 20. Juli 1926 in Moskau) war ein russischer Revolutionär. Dserschinski war Organisator und erster Leiter des „Allrussischen Außerordentlichen Komitees zur Bekämpfung von Konterrevolution und Sabotage“ (Tscheka).

Geboren wurde Felix Dserschinski auf dem Landgut seines Vaters in Oziembłowo im damaligen Kreis Oschmjany im Gouvernement Wilna, das ab 1795 zum Russischen Kaiserreich gehörte; heute trägt der Ort den Namen Dsjarschynawa und gehört seit 1991 zum weißrussischen Rajon Stoubzy. Sein Vater, Edmund Dserschinski, entstammte dem verarmten polnisch-litauischen Adel und war von Beruf Lehrer. Nur Felix und sein Bruder Zygmunt konnten dadurch eine höhere Schule besuchen. So wurde Dserschinski im August 1887 in die I. Klasse des Gymnasiums in Wilna aufgenommen. Dieselbe Schule hatte auch der zehn Jahre ältere Józef Piłsudski besucht. Doch bevor er seinen Abschluss machen konnte, wurde Dserschinski wegen „revolutionärer Aktivitäten“ exmatrikuliert.

 

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Feliks Dzierzyniski (1918)

Bildquelle:
„RIAN archive 6464 Dzerzhinsky“ von RIA Novosti archive, image #6464 / RIA Novosti / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 über Wikimedia Commons -Bild ist entsprechend verlinkt.

 

1900 wurde er dann zu einem der Gründer der linkssozialdemokratischen Partei Sozialdemokratie des Königreichs Polen und Litauens (SDKPiL), in der er 1902 die Leitung der Auslandsabteilung übernahm und 1903 zum Vorstandsmitglied gewählt wurde. 1905/06 zählte er zu den führenden Aktivisten in Kongresspolen, besonders in Warschau und Łódź, und vertrat gleichzeitig seine internationalistisch-klassenkämpferisch ausgerichtete Partei im Zentralkomitee der russischen Sozialdemokratie. Bis 1915 wurde Dserschinski sechsmal inhaftiert, zweimal deportierte man ihn nach Sibirien. 1908 schrieb er in der sibirischen Verbannung sein später vielgelesenes „Tagebuch eines Gefangenen“.

Seit April 1917 war Dserschinski Mitglied der Exekutive der Gruppen seiner polnischen Partei, die sich in Russland befanden. Im Sommer 1917 trat er der bolschewistischen Partei bei und wurde Mitglied des Zentralkomitees. Ein paar Monate später, während der Oktoberrevolution, war er einer der Führer des bewaffneten Aufstandes der Bolschewiken gegen die Kerenski-Regierung in Petrograd.
Nach dem Sieg der Bolschewiki Ende 1917 schuf Dserschinski auf Veranlassung Lenins den Geheimdienst Tscheka, deren Leiter er bis zu seinem Tod blieb.

Während des polnisch-sowjetischen Krieges 1919 bis 1921 war Dserschinski Mitglied des Kriegsrates beim sowjetischen Befehlshaber Michail Tuchatschewski. 1920 wurde er an die Spitze des von den Sowjets geschaffenen Polnischen Revolutionskomitees im eroberten Białystok gestellt, das die Aufgabe erhielt, in Polen (das nach den Wünschen der polnischen KP die Provinz Posen und Oberschlesien an das Deutsche Reich zurückgeben und 17. Republik der UdSSR werden sollte) die kommunistische Machtübernahme vorzubereiten. Durch den polnischen Sieg in der Schlacht bei Warschau (1920) wurden alle diese Pläne zunichtegemacht. 1921 schlossen die Sowjetunion und Polen den Frieden von Riga.
Nach diesem Krieg bis zu seinem Tode hatte er verschiedene hohe Funktionen. Er blieb Chef der Tscheka, die nunmehr GPU genannt wurde, war bis 1921 Volkskommissar (Minister) für Innere Angelegenheiten, dann bis 1923 Verkehrsminister. Als Vorsitzender des Obersten Wirtschaftssowjets leitete er seit 1924 den Aufbau vieler Wirtschaftsregionen der UdSSR.

Im April 1923 gründete er in Moskau die Sportgesellschaft „Dynamo“.

Dserschinski starb plötzlich und unter nie näher geklärten Umständen 1926. Sein Nachfolger auf dem Posten des Geheimdienstchefs wurde sein Stellvertreter Menschinski.

Felix Dserschinski war verheiratet mit Zofia Dzierżyńska (1882–1968), einer Jugendfreundin von Rosa Luxemburg.

Nach seinem Tod und besonders nach 1945 wurden Dserschinski viele Denkmäler errichtet. Das Ministerium für Staatssicherheit der DDR benannte sein Wachregiment Feliks Dzierzynski nach ihm; in der Sowjetunion wie in der DDR nannte man die Geheimdienstangehörigen „Tschekisten“. Beinahe sämtliche Denkmäler, allen voran das in Moskau vor dem Gebäude der als Gefängnis und GPU-Zentrale dienenden Lubjanka, wurden entfernt. Die Statue, welche bis 1991 vor der Lubjanka stand, befindet sich heute im Skulpturenpark an der Moskwa. Sein Denkmal in Warschau hatten nicht wenige polnische Landsleute als eine grobe Verletzung ihres Nationalstolzes verurteilt, da Dserschinski den Stellenwert der nationalen Belange für die sozialistische Bewegung stets verleugnet hatte. Das bürgerlich-patriotische Polen erkannte in ihm daher einen Verräter und Agenten. Ein neues Dserschinski-Denkmal wurde in Dsjarschynsk in Weißrussland vom Präsidenten Lukaschenko errichtet. Auch in der nach ihm benannten russischen Stadt Dserschinsk (nahe Nischni Nowgorod) steht noch ein Denkmal. Die Stadt Dserschinski in der Oblast Moskau trägt ebenfalls seinen Namen ebenso wie das inzwischen ukrainische Dniprodserschynsk. Auch in der Stadt Salawat in Baschkortostan gibt es ein Denkmal und eine nach ihm benannte Straße.

Briefmarkenblock der DDR (1977) zum 100. Geburtstag

Briefmarkenblock der DDR(1977) zum 100. Geburtstag

Bildquelle:
„Stamps of Germany (DDR) 1977, MiNr Block 049“ von Hochgeladen von –Nightflyer (talk) 20:13, 9 April 2009 (UTC) – Eigener Scan und Bearbeitung. Lizenziert unter Gemeinfrei über Wikimedia Commons -Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Am 26. Mai 2006 wurde in der Militärakademie in Minsk ein neues Dserschinski-Denkmal eingeweiht, das eine originalgetreue (kleinere) Kopie des ehemaligen Moskauer Denkmals ist.

Eine Division Spezialeinheiten des russischen Innenministeriums ist nach ihm benannt.

 

Zahlen und Fakten Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

Feliks Dzierzynski-Lied

 

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2 Kommentare zu “Felix Edmundowitsch Dserschinski(Feliks Dzierżyński)

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