Otto Grotewohl

Am 11. März 1894 wurde

Otto Grotewohl

in Braunschweig geboren.

Er war von 1949 bis 1964 Ministerpräsident der DDR.

Otto Grotewohl

Otto Grotewohl (1950)

Bildquelle

Von Bundesarchiv, Bild 183-19204-3150 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

1908 bis 1912 erlernte er das Buchdrucker-Handwerk. Nach Abschluss der Lehre trat Grotewohl in den Verband der Deutschen Buchdrucker und die SPD ein. Während seines Kriegsdienstes im Ersten Weltkrieg wurde er mehrfach verwundet.[1] Von 1918 bis 1922 gehörte Grotewohl der USPD an und war von 1920 bis 1930 als SPD-Abgeordneter Mitglied des Braunschweigischen Landtages. 1920 wurde er für die USPD in den 2. Landtag des Freistaates Braunschweig gewählt. Im kurzlebigen Kabinett Antrick (28. März bis 22. Mai 1922, SPD/USPD-Koalition) war er Minister der Ressorts Justiz und Volksbildung; im Kabinett Jasper II (23. Mai 1922 bis 24. Dezember 1924) war er ab Februar 1923 Minister für Justiz. Zum 1. Oktober 1928 wurde er Präsident der Landesversicherungsanstalt.

Am 31. Oktober 1925 gelangte Grotewohl als Nachrücker für eine verstorbene Abgeordnete in den Reichstag. Nach der Reichstagswahl vom 20. Mai 1928 zog er erneut in den Reichstag ein; ebenso nach der Reichstagswahl vom 14. September 1930, der Reichstagswahl vom 31. Juli 1932, der Reichstagswahl vom 6. November 1932 und der Reichstagswahl März 1933 (Wahlkreis 16 (Südhannover–Braunschweig (Land))). Grotewohl war Mitglied der SPD-Fraktion des Reichstages, die 1933 geschlossen gegen Hitlers Ermächtigungsgesetz stimmte.

Otto Grotewohl wurde 1933 von den Faschisten seines Amtes enthoben und musste Braunschweig verlassen. Er zog zunächst nach Hamburg. Ab 1938 lebte er in Berlin als Lebensmittelhändler und Industrievertreter. Er arbeitete in einer Widerstandsgruppe um Erich Gniffke (ebenfalls SPD), den er aus Braunschweig kannte.

Im August 1938 wurde er verhaftet und wegen „Hochverrats“ vor dem Volksgerichtshof(Gericht während der Zeit des Faschismus, wo Gegner des Faschismus abgeurteilt wurden.) angeklagt. Am 4. März 1939 wurde er aus der Untersuchungshaft entlassen. Das Verfahren wurde nach sieben Monaten eingestellt.

Nach dem Elser-Attentat auf Hitler am 8. November im Bürgerbräukeller wurde er wiederum verhaftet und saß etwa acht Wochen in Untersuchungshaft.Nach seiner Entlassung arbeitete er wieder in Berlin als kaufmännischer Angestellter, daneben widmete er sich in seiner Freizeit vermehrt der Malerei (1944/45 entstand u. a. ein Zyklus von acht Ölgemälden „Menschen der Stille“).

Am 17. Juni 1945 unterschrieben Otto Grotewohl, Erich Gniffke, Max Fechner, Gustav Dahrendorf und Hermann Harnisch den Gründungsaufruf für die SPD. Grotewohl wurde Vorsitzender des Zentralausschusses der SPD und, obwohl anfangs gegenteiliger Meinung, führender Befürworter einer schnellen Vereinigung von KPD und SPD. Sie war vor allem von Walter Ulbricht forciert worden.

Am 22. April 1946 fand im Admiralspalast in Berlin die Vereinigung von SPD und KPD statt. Vorsitzende wurden Otto Grotewohl und der damalige KPD-Politiker Wilhelm Pieck.
1948 wurde Otto Grotewohl Vorsitzender des Verfassungsausschusses des Deutschen Volksrats, des Vorläufers der Volkskammer.

1949 wurde Otto Grotewohl Ministerpräsident der DDR.

Im Juli 1950 war Otto Grotewohl Mitglied der Delegation, die das Görlitzer Abkommen über die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze als Grenze zwischen der DDR und Polen. 1957 befürwortete er den Rapacki-Plan für eine atomwaffenfreie Zone in Mitteleuropa.

Wegen schwerer Erkrankung zog er sich 1960 aus dem politischen Leben zurück und lebte fortan zurückgezogen in der Waldsiedlung Wandlitz. Sein politisches Amt wurde faktisch durch seinen Ersten Stellvertreter, Willi Stoph, der ihm auch als Vorsitzender des Ministerrates nachfolgte, ausgeübt.

Seit Willi Stoph dieses Amt innehatte, hieß es Vorsitzender des Ministerrates. Zuletzt war der Titel wieder Ministerpräsident. Letzter Ministerpräsident der DDR war Lothar de Maizière. Zu dieser Thematik mehr in einer späteren Ausgabe DIE TROMMLER.

Otto Grotewohl war Träger des Leninordens, des Karl-Marx-Ordens, des Vaterländischen Verdienstordens der DDR in Gold und Ehrenbürger der Stadt Dresden.

 

Otto Grotewohl auf einer Briefmarke der DDR 1974

Otto Grotewohl auf einer Briefmarke der Deutschen Post der DDR (1974)

Bildquelle:
Von Hochgeladen von –Nightflyer (talk) 19:47, 10 October 2009 (UTC), Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Er war von 1919 bis 1949 verheiratet mit Marie Martha Luise, geborene Ohst, und hatte mit ihr zwei Kinder. 1949 heiratete er seine Sekretärin Johanna Schumann, geborene Danielzig. Otto Grotewohl war begeisterter   Zeichner, Maler und Amateurfilmes.

Er starb am 21. September 1964 in Berlin-Niederschönhausen an den Folgen eines Schlaganfalls und wurde im Zentralen Rondell der Gedenkstätte der Sozialisten bestattet.

In der DDR trugen zahlreiche Straßen und Plätze − darunter die Wilhelmstraße in Berlin-Mitte − seinen Namen, ebenso wurden öffentliche Einrichtungen wie Schulen und Kasernen nach ihm benannt. Brigaden in volkseigenen Betrieben bewarben sich darum, Grotewohls Namen zu tragen. Nach der Annexion der DDR wurden die meisten dieser Namensgebungen getilgt.

Inoffiziell trugen die Gefangenentransportzüge der Deutschen Reichsbahn den Namen „Grotewohl-Express“.

entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

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8 Kommentare zu “Otto Grotewohl

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