Gerarer Forderungen

Die Geraer Forderungen waren vier politische Forderungen Erich Honeckers im Namen der DDR-Regierung an die BRD. Sie wurden in einer Rede Honeckers vom 13. Oktober 1980 aufgestellt, die der DDR-Staatsratsvorsitzende anlässlich der Eröffnung des Parteilehrjahres 1980/81 auf der Parteiaktivtagung des Bezirks Gera der SED in der Erwin-Panndorf-Halle in Gera hielt.

Berlin, Militärakademie- Absolventen, Empfang

Erich Honecker (Mitte) im Jahre 1980

Bildquelle:
Von Bundesarchiv, Bild 183-W1027-0022 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

Die Forderungen an die BRD waren:

  • die Elbgrenze an der Strommitte „festzustellen“
  • die Erfassungsstelle in Salzgitter aufzulösen
  • die Respektierung der DDR-Staatsbürgerschaft
  • die Umwandlung der Ständigen Vertretungen in Botschaften

 

Nach den Jahren der „Entspannungspolitk“, also der indirekten Strategie zur inneren Aufweichung der sozialistischen Länder, ging man wieder zur direkten Strategie über, während die indirekte Strategie weitergeführt wurde. Beide Strategien in Kombination führten letztendlich zur Beseitigung der DDR und des Endes des Sozialismus in Osteuropa. Die erneute direkte Strategie begann mit dem Einmarsch der sowjetischen Truppen in Afghanistan im Jahre 1979. Dies wurde von westlicher Seite, auch seitens großer Teile der Friedensbewegung, angeprangert. Es geht dabei unter, dass die sowjetischen Truppen auf Hilfeersuchen der damaligen Regierung in Afghanistan einmarschiert sind. (Afghanistan ist ein Thema für sich, darf kann bei anderer Gelegenheit eingegangen werden). Ein weiterer Punkt zur Verhärtung der Fronten und zur Schwächung der sozialistischen Staaten war
der NATO-Doppelbeschluss.

Für 1981 war ein Treffen Honeckers mit dem deutschen Bundeskanzler Helmut Schmidt geplant; mit Hinblick darauf verzichtete die DDR, die vier Forderungen mit Nachdruck zu verfolgen. Einer der Punkte, wo die DDR vor der BRD eingeknickt ist.

Die BRD lehnte die Geraer Forderungen ab und hielt so die Tür zur Annexion der DDR für die Zukunft offen. Die Anerkennung der Staatsbürgerschaft der DDR hätte auch im Widerspruch zum Grundgesetz gestanden. Die Bürgerinnen und Bürger der DDR waren laut Grundgesetz Bürgerinnen und Bürger der BRD. Während CDU und FDP diese Position konsequent verfolgten, kamen aus den Reihen der Friedensbewegung sowie der SPD und den GRÜNEN Stimmen, die sich für die Erfüllung dieser Forderungen einsetzten.

1984 forderte Egon Bahr(Akteur der „Entspannungspolitik“, zuvor Hetzer beim RIAS) die ersten drei der Geraer Forderungen zu erfüllen. Diese Position sei keine Abkehr der in den 1970er Jahren erfolgreichen „Politik der kleinen Schritte“. Vor dem Hintergrund der sozialdemokratischen Entspannungspolitik wäre demnach auch eine Anerkennung der DDR-Staatsbürgerschaft folgerichtig gewesen („Anerkennung des Status quo, um ihn zu überwinden“) (Nun ja, es hat ja auch so geklappt.)

Die BRD ging auf keine der Forderungen ein. Der Regierungswechsel im Jahre 1982 änderte nichts an der Politik der BRD gegenüber der DDR.

Zahlen und Fakten Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

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Ein Kommentar zu “Gerarer Forderungen

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