Beginn des Imperialismus

Die rasche Entwicklung der kapitalistischen Wirtschaft im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts hatte alle wirtschaftlich fortgeschrittenen Länder erfasst. Neue Industriestaaten rückten in die Reihe der führenden kapitalistischen Länder auf: USA, Deutschland und Japan. Um die vorletzte Jahrhundertwende (1899/1900) hatten in allen bedeutenden kapitalistischen Staaten, so auch in Deutschland, die Industrie- und Bankmonopole beherrschenden Einfluss erlangt. Die Periode des Kapitalismus der freien Konkurrenz war zu Ende. Die neue Stufe der kapitalistischen Entwicklung wird als Monopolkapitalismus oder Imperialismus bezeichnet.

Begriffserklärung Imperialismus

Die Monopole untereinander führten heftige Kämpfe um die Beherrschung der Märkte und Rohstoffquellen. Dem Konkurrenzkampf und den Wirtschaftskrisen waren nicht alle Monopole gleichermaßen gewachsen. Die schwächeren Monopole wurden von den stärkeren geschluckt.

Nicht immer konnten die Monopole ihre Konkurrenten vernichten. In solchen Fällen zogen sie es vor, mit konkurrierenden Monopolen Abkommen zu treffen, die allen Beteiligen weiterhin höchste Preise für ihre Waren sicherten. So entstanden mächtige Monopolverbände.

 

Methoden des Konkurrenzkampfes eines Erdölmonopols der USA

Das kennen wir auch aus der Gegenwart.

Methoden Konkurrenzkampf Erölmonopol USA

 

Die Entwicklung des Finanzkapitals

Die Monopolbildung erstreckte sich auch auf die Banken. Es entwickelten sich Großbanken, die über beträchtliche Teile des Vermögens der Wirtschaft und des Staates verfügten. Kredite gewährten sie nur solchen Betrieben, die hohe Profite erzielten. Die Großbanken förderten die Bildung und Festigung der Industriemonopole. Um zu sichern, dass die Kredite möglichst gewinnbringend verwendet wurden, forderten sie die direkte Teilnahme an der Leitung der Monopole. Dazu ernannte sie ständige Vertreter der Banken.

Die Industriemonopole waren an einer festen Verbindung zu bestimmten Großbanken interessiert, von denen sie ihr Kapital verwalten lassen und größere Kredite bekommen konnten. Auch die Industriemonopole sandten ihre Vertreter in die Leitungen der Großbanken. Außerdem kauften die Banken Aktien der Industrieunternehmen und diese wiederum Aktien der Banken auf.

Diese personelle und ökonomische Verflechtung gipfelte in der Verschmelzung von Industrie- und Bankkapital zum Finanzkapital.

Die Finanzkapitalisten nutzten ihre ökonomische Machtstellung, um politischen Einfluss auf den bürgerlichen Staat und die ganze Gesellschaft zu erlangen. Der bürgerliche Staat wurde mehr und mehr zu einer Interessenvertretung der mächtigen Monopole.

Das Geschichtsbuch der DDR schreibt in der Vergangenheitsform.   In einem Teil der Welt war Schluss mit diesem System. Da nun der Kapitalismus gesiegt und die Weltherrschaft wieder an sich gerissen hat, geht es so unvermindert und in immer schärferer Form weiter.

Untersuchungsbericht von 1904 über die Rolle der Monopole

Auch heutzutage gibt es solche Untersuchungen zuhauf. Es wird Empörung geschürt, doch wirklich ändern tut sich nichts.

 

Der Kampf um die Aufteilung der Welt

Um möglichst hohe Profite zu erzielen, strebten die Monopolverbände ständig nach weiteren Rohstoffquellen und Absatzmärkten. Ökonomisch schwächere Länder wurden zum Tummelplatz einander bekämpfender Monopolverbände und imperialistischer Regierungen. Um ungestört die Rohstoffe und Bodenschätze in solchen Ländern zu nutzen, die billigen Arbeitskräfte ausbeuten und diese Gebiete als Absatzmärkte sichern zu können, wurde ein erbarmungsloser Konkurrenzkampf geführt. Bei der Wahl der Mittel zum Kampf gegen die Konkurrenten gab es für die Leitungen der Monopole keinerlei Hemmungen. Zeitweilige Preisunterbietungen, Dumping genannt, Bestechungen, Drohungen und Gewalttaten gegen Konkurrenzvertreter sollten die Ziele erreichen helfen.

Die imperialistischen Regierungen griffen oftmals in solche Auseinandersetzungen ein und unterstützten die Monopole ihrer Länder mit staatlichen Mitteln: Kredite wurden gewährt oder plötzlich gekündigt, Erpressungen mit diplomatischen Mitteln organisiert, militärische Gewalt angedroht oder eingesetzt, um die betroffenen Länder in ökonomische und politische Abhängigkeit zu bringen.

Konnten Konkurrenten nicht aus dem Felde geschlagen werden, so kamen oft Vereinbarungen mit ihnen zustande, welche die gemeinsame Unterdrückung und Ausbeutung abhängiger Länder regelten. Es entstanden internationale Monopolverbände. Solche Vereinbarungen beendeten den Konkurrenzkampf jedoch nicht. Sobald sich das Kräfteverhältnis zwischen den konkurrierenden Monopolverbänden veränderte, wurden solche Vereinbarungen gebrochen.

Auch hier hat das Geschichtsbuch der DDR in der Vergangenheitsform geschrieben. War doch ein Teil der Welt vom Kapitalismus befreit. Man hatte die Hoffnung auf die weltweite Befreiung vom Kapitalismus. Doch es ist anders gekommen. Der Kapitalismus hat die Weltherrschaft zurückerobert. Alles, was das Geschichtsbuch der DDR beschrieben hat, ist brandaktuell. Allerdings lehrt das kein heutiges Geschichtsbuch.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982

gekürzt, bzw. bearbeitet Petra Reichel

Geschichtsbuch DDR 8

 

Quellbeitrag aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse:

Beginn Imperialismus

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