Zentralfriedhof Friedrichsfelde- Berlin

Der Zentralfriedhof Friedrichsfelde im Berliner Ortsteil Lichtenberg des gleichnamigen Bezirks zählt zu den bekanntesten Friedhöfen Berlins. Als Begräbnisstätte zahlreicher sozialdemokratischer, sozialistischer und kommunistischer Politiker und Aktivisten erhielt er bereits vor dem Ersten Weltkrieg den Beinamen Sozialistenfriedhof. Später entstand auf seinem Areal die Gedenkstätte der Sozialisten. Der gesamte Friedhof steht unter Denkmalschutz.

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Bildquelle:
Von Karl Walcher, Berlin – Übersichtsskizze nach Plan-Vorlagen erstellt von Karl Walcher, Berlin, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

Am 28. April 1180 erwarb die Stadt Berlin ein1000 x 250 Meter großes Areal vor den östlichen Grenzen Berlins in der Gemeinde Friedrichsfelde. Sie richtete dort den Gemeindefriedhof Friedrichsfelde ein.

Die offizielle Eröffnung der nunmehr als „Central-Friedhof Friedrichsfelde“ bezeichneten Anlage erfolgte 1881.

Erstmals für Berlin waren hier auch Armenbegräbnisse möglich, weil die Stadt die Kosten übernahm. (Ähnlich wie die heute durch das Sozialamt finanzierte Bestattung bei Bedürftigen)

1911 wurden die Armenbegräbnisse auf dem „Central-Friedhof Friedrichsfelde“ wieder gestrichen, da dieser Friedhof mittlerweile für viele Wohlhabende die letzte Ruhestätte wurde.

In den ersten Jahren seines Bestehens stieg die Zahl der Beisetzungen auf diesem Friedhof sehr deutlich an. Die Stadtverwaltung ließ deshalb um 1895 eine Eisenbahnverbindung hierher einrichten, weil für die Bestattungsunternehmen als auch für die Trauergäste der Weg sehr beschwerlich war.

Im August 1900 wurde der „Central-Friedhof Friedrichsfelde“ deutschlandweit bekannt, weil dort Wilhelm Liebknecht beigesetzt wurde.

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Bei seiner Beisetzung zogen rund 150.000 Personen von Charlottenburg nach Friedrichsfelde. Weil später dort auch weitere bekannte Sozialdemokraten bestattet wurden, erhielt der Friedhof bald den Beinamen „Sozialistenfriedhof“. Die unmittelbar am Haupteingang eingerichtete Grabstätte der meisten dieser Personen befand sich auf einem leichten Hügel, welcher umgangssprachlich bei den politischen Anhängern auch „Feldherrnhügel“ genannt wurde.

Während und vor allem am Ende des Ersten Weltkriegs starben in Berlin zahlreiche Einwohner an Hunger und Entkräftung, auch verwundete Soldaten erlagen ihren Verletzungen. Etwa 150 tote Soldaten und unzählige Zivilisten fanden zwischen 1916 und 1919 auf dem „Central-Friedhof Friedrichsfelde“ ihre letzte Ruhestätte. Ein Kriegerdenkmal wurde nicht gestiftet.

Am 25. Januar 1919 wurden die 33 Opfer des Spartakusaufstandes (5.–12. Januar 1919), darunter auch der ermordete Karl Liebknecht, auf diesem Friedhof in einem Massengrab beigesetzt.

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Karl Liebknecht war ein Sohn Wilhelm Liebknechts. Später in diesem Jahr folgten weitere inzwischen identifizierte tote Revolutionäre, darunter Rosa Luxemburg. Zur Erinnerung an die auf dem Friedhof bestatteten Toten aus der Arbeiterbewegung sollte ein angemessenes Mahnmal errichtet werden, das schließlich im Frühjahr 1926 nach einem Entwurf von Ludwig Mies van der Rohe realisiert und unter dem Namen „Revolutionsdenkmal“ am 13. Juni 1926 enthüllt wurde.

Berlin-Friedrichsfelde, Beerdigung der Revolutionsopfer

Beerdigung der Revolutionsopfer 1919

Bildquelle:
Von Bundesarchiv, Bild 183-08931-0002 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Berlin-Friedrichsfelde, Revolutionsdenkmal

Das Revolutionsdenkmal von 1926

Bildquelle:
Von Bundesarchiv, Bild 183-H29710 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

Bis 1933 fanden auf dem Friedhof beim Revolutionsdenkmal jährlich Aufmärsche und Gedenkfeiern zu Ehren von Lenin, Liebknecht und Luxemburg (sogenannte ‚LLL-Wochen‘) statt.

Im Februar 1933 wurde das Denkmal durch Faschisten schwer beschädigt, Anfang des Jahres 1935 schließlich bis auf das Fundament abtragen und die umliegenden Gräber eingeebnet. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde die zerstörte Anlage nicht wiederhergestellt.

1947 kaufte die Stadt Berlin für den Friedhof sieben Hektar Land hinzu und konnte damit eine wesentliche Erweiterung der Bestattungsmöglichkeiten unter Beibehaltung des Parkcharakters gewährleisten.

Im September 1949 gab der Berliner Magistrat statt einer Wiederherstellung des 1935 abgetragenen Revolutionsdenkmals den Auftrag zum Bau einer neuen gemeinsamen Gedenkstätte für Sozialdemokraten und Kommunisten, die im vorderen Teil des Friedhofs angelegt werden sollte. Die Bauarbeiten einschließlich der Umbettung der Särge erfolgten ab 1950, am 14. Januar 1951 wurde die neue Anlage unter dem Namen Gedenkstätte der Sozialisten“ unter Anwesenheit von führenden Politikern der DDR eingeweiht. Bis zum Ende der DDR diente diese Anlage zusammen mit der angrenzenden Gräberanlage Pergolenweg als Ehrenfriedhof für Personen, die sich um die sozialistische Idee verdient gemacht hatten. Und die jährlichen Demonstrationen zum Gedenken an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht finden seitdem jährlich hierher statt. Neue Grabanlagen werden seit der Konterrevolution Herbst 1989 nicht mehr vergeben.

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Gedenkstätte der Sozialisten von 1951

Bildquelle:
Von Droben – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

Auf einen Beschluss des Magistrats von Berlin im Jahr 1975 wurden auf fünf Friedhöfen von Berlin/DDR Ehrenhaine für Verfolgte des Faschismus, Revolutionäre und verdiente Persönlichkeiten eingerichtet. Damit sollte den Überlebenden des Widerstands gegen den Faschismus eine würdige Begräbnisstätte geschaffen werden. Die Gräberanlage auf dem Zentralfriedhof (VdN-Ehrenhain) wurde auf dem 1947 hinzugekauften Areal eingerichtet und am 29. Januar 1978 eingeweiht. Die Form der Grabsteine – Stelen oder Platten –, ihr Granit-Material und die Beschränkung auf das Geburts- und Sterbejahr der Toten waren festgelegt. Mit dieser Urnenanlage ist der Zentralfriedhof Friedrichsfelde zur größten Berliner Begräbnisstätte von Verfolgten und Widerstandskämpfern geworden. Den Beginn der Gräberanlage markiert eine aus Ziegeln gemauerte Stele, die den roten Winkel der politischen KZ-Häftlinge trägt.

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Gemauerter Gedenkstein mit rotem Winkel

Bildquelle:
Von A.Savin (Wikimedia Commons · WikiPhotoSpace) – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Bils ist entsprechend verlinkt

Seit einer Gebietsreform im Jahr 2001 gehört der Zentralfriedhof nicht mehr zum Ortsteil Friedrichsfelde, sondern zum Ortsteil Lichtenberg. Der Name der Anlage wurde jedoch nicht offiziell geändert.

 

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

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3 Kommentare zu “Zentralfriedhof Friedrichsfelde- Berlin

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