Ergebnisse und Lehren der Revolution von 1848/49 in Deutschland

Die Ergebnisse der Revolution

 

Im Unterschied zur siegreichen bürgerlichen Revolution in Frankreich am Ende des 18. Jahrhunderts löste die Revolution von 1848/49 in Deutschland keine ihrer historischen Aufgaben. Die Hauptaufgabe der Revolution, durch die völlige politische und ökonomische Entmachtung des Feudaladels einen einheitlichen Nationalstaat zu schaffen, wurde nicht erfüllt. Die französische bürgerliche Revolution von 1789 bis 1795 hatte die Monarchie gestürzt, die Republik geschaffen und den Feudalismus restlos besiegt. In Deutschland endete die Revolution damit, dass Fürsten und Adel ihre politische Macht wiederherstellen konnten. Damit blieb die nationale Zersplitterung als Hemmnis der kapitalistischen Entwicklung bestehen. Die Reaktion beseitigte nach ihrem Sieg die Rechte und Freiheiten, die sich die Volksmassen im März 1848 erobert hatten. Der Weg für eine ungehinderte Fortentwicklung der bürgerlichen deutschen Nation konnte nicht geebnet werden.

Obwohl die Revolution ihre Hauptaufgabe nicht gelöst hatte, war sie nicht ergebnislos. Aus Furcht vor neuen revolutionären Erhebungen mussten die feudalen Kräfte einige Zugeständnisse machen.

Mit einem Gesetz beseitigte die preußische Regierung 1850 noch bestehende feudale Fesseln der Landbevölkerung. Für die Abschaffung der Dienste und Abgaben mussten die Bauern jedoch hohe Geldsummen an die Junker zahlen.

Ein weiteres Zugeständnis war auch die Beibehaltung der 1848 eingeführten Verfassung in Preußen. Sie konnte zwar zu keinem wirksamen Mittel der Bourgeoisie werden, die junkerliche Regierungspolitik zu beeinflussen. Aber eine Rückkehr zum offenen Feudalabsolutismus, wie er vor der Revolution bestanden hatte, war nicht mehr möglich.

Die feudale Reaktion bereitete der vollen Durchsetzung der kapitalistischen Produktionsweise noch große Schwierigkeiten. Aber den Sieg des Kapitalismus und der bürgerlichen Gesellschaftsordnung konnte sie nicht verhindern.

 

Die wesentlichen Ursachen für die Niederlage der Revolution

 

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Es war für die bürgerlich-demokratische Revolution in Deutschland schwieriger als für die französische bürgerliche Revolution von 1789 bis 1795, den Sieg über Fürsten und Adel zu erringen. Frankreich bildete damals bereits einen einheitlichen Staat. In Deutschland dagegen fand die Revolution unter den Bedingungen der Kleinstaaterei statt. Die revolutionären Volksmassen brachten sich in Frankreich nur mit einem König und einer Regierung auseinanderzusetzen. Die deutsche Revolution hatte es mit den Regierungen von 38 Staaten zu tun.

Schuld an der Niederlage der Revolution trug die Bourgeoisie. Statt in ihrer eigenen Revolution die Massen zu führen, wie es ihre Aufgabe war, verriet sie den revolutionären Kampf. Die Angst vor der Arbeiterklasse und den demokratischen Kräften trieb sie zum Bündnis mit den Junkern und Fürsten gegen das Volk. Diese verräterische Politik kostete sie die Errungenschaften, die ihr die Volksmassen am Beginn der Revolution erkämpft hatten. Als die Bourgeoisie im Kampf gegen die Weiterführung der Revolution ihre Schuldigkeit getan hatte, gab ihr die feudale Reaktion den verdienten Fußtritt. So verlor die Bourgeoisie ihre politischen Rechte.

Aus dem demokratischen Kleinbürgertum waren viele verdiente Revolutionäre gekommen. Aber als politisch wenig einheitliche und ökonomisch schwache Klasse war das deutsche Kleinbürgertum nicht in der Lage, selbstständig die Revolution zu Ende zu führen. In entscheidenden Augenblicken schwankten die kleinbürgerlichen Führer und zögerten, zusammen mit den Arbeitern die Feinde der Revolution gemeinsam zu bekämpfen.

Die junge deutsche Arbeiterklasse war 1848 noch zu gering an Zahl und zu wenig organisiert. Deshalb konnte sich noch nicht die Führung in der Revolution übernehmen. Aber die Arbeiterklasse brachte in allen Kämpfen die meisten Opfer. Von allen Klassen hatte sich das Proletariat am mutigsten und revolutionärsten gezeigt. Es war am konsequentesten für die Weiterführung der Revolution eingetreten. Das entschiedenste Programm der Revolution wurde von der Vorhut der deutschen Arbeiterklasse, vom Bund der Kommunisten, unter Leitung von Karl Marx und Friedrich Engels, ausgearbeitet. Die Masse der Arbeiterorganisationen stand jedoch noch unter kleinbürgerlichem Einfluss und beschränkte sich auf ökonomische Ziele.

 

 

Die historische Bedeutung der Revolution und ihre Lehren

 

Im 19. Jahrhundert war die Revolution von 1848/49 das größte politische Ereignis in der deutschen Geschichte. Die Volksmassen ganz Deutschlands erhoben sich, um eine bessere Zukunft zu erkämpfen. Sie wollten durch ihre Kraft einen einheitlichen demokratischen Staat schaffen, der ihre Interessen erfüllt.

In der Revolution erwies sich die Unfähigkeit der Bourgeoisie, die Belange der deutschen Nation zu vertreten. Kurzsichtig verfocht sie nur ihre egoistischen Klassenziele. Das veranlasste sie zum Zusammengehen mit den feudalreaktionären Kräften. Die Bourgeoisie zog keine Lehren aus dem Verlauf der Revolution. Es war fernerhin ihre Politik, eher das Bündnis mit den herrschenden feudalen Kräften als mit dem Volk anzustreben.

Karl Marx und Friedrich Engels zogen aus den vielfältigen Erfahrungen der europäischen Revolution von 1848/49 wichtige Lehren für die Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Kommunismus. In verschiedenen Werken stellten sie besonders die neuen Erkenntnisse über den bürgerlichen Staat und seine Rolle als Instrument der herrschenden Klasse in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung dar. Mit der Feststellung, das die politische Machtergreifung des Proletariats die Zerstörung des alten Staatsapparates der Ausbeuterklassen erfordert, entwickelte Karl Marx die Ideen des Kommunistischen Manifests weiter. Marx und Engels formulierten in ihren Werken auch bereits Grundgedanken über das notwendige Bündnis der Arbeiterklasse mit der Bauernschaft. Sie legten dar, dass die Bauern nur in der Arbeiterklasse ihren natürlichen Verbündeten und Führer finden.

Während der Revolution sammelten die Arbeiter wertvolle Kampferfahrungen.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

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Ein Kommentar zu “Ergebnisse und Lehren der Revolution von 1848/49 in Deutschland

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