Aus dem Leben von Marx und Engels und ihrem Lebenswerk

Karl Marx wurde am 05.Mai 1818 als Sohn eines fortschrittlichen Rechtsanwalts in Trier geboren. Trier gehörte damals zu Preußen. Marx beuchte das Gymnasium seiner Heimatstadt und legte mit 17 Jahren das Abitur ab.

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Marx kannte die wichtigsten Werke der Literatur, auch in Originalsprache. Auf Wunsch seines Vaters studierte er in Bonn Rechtswissenschaften und wechselte nach einem Jahr nach Berlin, um an der dortigen Universität seine Studien fortzusetzen. Hier beschäftigte er sich vor allem mit Philosophie und Geschichte. An der Universität Jena erwarb er 1841 den Titel des Doktors der Philosophie.

Marx wollte Hochschullehrer werden. Er musste jedoch diesen Plan, von einer Universität aus sich am Kampf zwischen Fortschritt und Reaktion zu beteiligen bald aufgeben. Wegen seiner fortschrittlichen philosophischen und politischen Ansichten musste er seine Hoffnung begraben an einer deutschen Universität lehren zu können.

Er ging ins Rheinland zurück und schrieb hier vor allem Aufsätze für die damals bedeutendste bürgerlich-demokratische Zeitung Deutschlands, die „Rheinische Zeitung“. In seinen Artikeln griff Marx den Adel und den preußischen Staat an. Er hatte inzwischen erkannt, dass die bestehenden reaktionären Verhältnisse durch politischen Kampf verändert werden mussten. Unablässig und mit großem Nachdruck trat er für die Freiheit der Presse und die Verbesserung der Lage der Armen ein. Seine Aufsätze erwiesen sich als die scharfsinnigsten und besten des Blattes. Wegen seiner meisterhaften Sprache, seiner umfassenden Kenntnisse und seines großen Mutes war er allen anderen Mitarbeitern der Zeitung überlegen. Deshalb ernannten ihn die Herausgeber des Blattes im Oktober 1842 zum Chefredakteur.

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Marx in der Redaktion der „Rheinischen Zeitung“

 

Nachdem Marx die Leitung der „Rheinischen Zeitung“ übernommen hatte, stieg die Zahl ihrer Abonnenten von 885 auf 3400 im Januar 1843. Die Haltung des Blattes wurde immer entschiedener. Sie griff den preußischen Junkerstaat heftig an und forderte energisch eine Verfassung und demokratische Rechte für die Volksmassen. Mehr als einmal überlistete Marx die mit der Überwachung der Zeitung beauftragten Beamten. Schließlich entschloss sich die preußische Regierung, die „Rheinische Zeitung“ zu verbieten. Karl Marx legte schon Tage vor dem Verbot die Chefredaktion nieder, da ihn die eingeschüchterten kapitalistischen Eigentümer der Zeitung politisch ungenügend unterstützt hatten.

Die reaktionären Verhältnisse in Deutschland machten es Karl Marx unmöglich, sich öffentlich politisch zu betätigen. Deshalb siedelte er noch im gleichen Jahre nach Paris über.

Kurz zuvor hatte er seine Jugendfreundin Jenny von Westfalen geheiratet.

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Jenny Marx

 

Die Hochzeit fand in Bad Kreuznach in der Pauluskirche statt. Wo Karl Marx mit seiner Frau in Bad Kreuznach wohnte, war lange Zeit unbekannt. Als es bekannt wurde, war die entsprechende Häuserzeile längst abgerissen.

Der Aufenthalt in Frankreich war für Marx’ politische Entwicklung sehr wichtig. Er studierte hier die Arbeiten der utopischen Sozialisten und die Geschichte der französischen bürgerlichen Revolution. Er lernte die französische Arbeiterbewegung kennen und nahm Verbindung zum Bund der Gerechten auf. Wissenschaftliche Studien und der Kampf der Arbeiter ließen ihn erkennen, dass das Proletariat(Arbeiter) berufen und in der Lage war, die Menschheit für immer von Not und Ausbeutung zu befreien. Deshalb widmete er von da an all seine schöpferische Kraft und sein tiefes Wissen, seine hohe Begabung und unermüdlichen Fleiß dem Kampf um die Befreiung der Arbeiterklasse vom kapitalistischen Joch.

Friedrich Engels wurde als Sohn eines Textilfabrikanten am 28. November 1820 in der preußischen Industriestadt Barmen(heute ein Stadtteil von Wuppertal)im Ruhrgebiet geboren. Sein Elternhaus war wenig religiös.

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Friedrich Engels

 

Am Gymnasium waren seine Lieblingsfächer Geschichte, Literatur, Fremdsprachen und Mathematik. Er hätte gern die Universität besucht. Sein Vater bestand jedoch darauf, dass er Kaufmann wurde. So trat er die Lehre bei einem Großkaufmann in Bremen an.

In seiner Freizeit las er viel. Daneben treib er Sport, wie Schießen, Wandern, Reiten und Fechten.

Friedrich Engels war sehr sprachbegabt. Bereits mit 19 Jahren sprach er Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Italienisch und Holländisch. Er begann auch in Zeitungen und Zeitschriften Artikel über Literatur, über politische Fragen und über das soziale Elend der Fabrikarbeiter seiner Heimat zu veröffentlichen. Als er 1841 seinen Militärdienst in Berlin ableistete, hörte er als Gast Vorlesungen an der Universität.

Engels’ Vater war in der englischen Stadt Manchester Mitinhaber einer Baumwollspinnerei. 1842 reiste der junge Engels dorthin, um seine kaufmännischen Kenntnisse zu vervollständigen. Der mehrjährige Aufenthalt in dem damals entwickelsten kapitalistischen Land der Welt vermittelte ihm wichtige Kenntnisse und Erfahrungen. Noch deutlicher, als in seiner Heimat sah er, welch unermessliches Elend der Kapitalismus für die Arbeiter brachte. So machte er sich mit der Lebenslage der englischen Arbeiter und deren politischen Problemen vertraut. Engels besuchte Arbeiterviertel, durchwanderte Gassen mit ihren baufälligen Häusern und stieg in die kalten und modrigen Kellerlöcher hinunter, in denen die Arbeiter wohnten.

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Friedrich Engels in den Elendsvierteln von Manchester

 

In Manchester besuchte Friedrich Engels auch Versammlungen der Arbeiter. Er nahm Verbindungen zur englischen Arbeiterbewegung auf und schrieb für ihre Zeitungen. 1845 veröffentlichte er sein erstes großes Buch unter dem Titel „Die Lage der arbeitenden Klasse in England“. Dieses Werk ist eine leidenschaftliche Anklage gegen den Kapitalismus. Im Unterschied zu anderen sozialistischen Schriftstellern sah Engels im ausgebeuteten Proletariat nicht nur eine leidende, sondern auch eine kämpfende Klasse. Er zeigt, dass durch revolutionären Klassenkampf der Arbeiter Ausbeutung und Unterdrückung für immer beseitigt werden können.

Auf der Rückreise von England nach Deutschland besuchte Engels für zehn Tage Marx in Paris. Die beiden Schriftsteller lernten sich näher kennen. Ihre Auffassungen über die Entwicklung der Gesellschaft stimmten überein. Sie stellten sich auf den Standpunkt der Arbeiterklasse. Das bestimmte ihr weiteres Leben. Sie schlossen Freundschaft und arbeiteten von nun an zusammen. Erst der Tod hat die Freundschaftsbande zwischen Marx und Engels lösen können.

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Karl Marx und Friedrich Engels

 

Marx und Engels hatten unabhängig voneinander erkannt, dass das Proletariat erst wirklich menschlich leben kann, wenn der Kapitalismus gestürzt und an seine Stelle der Sozialismus/Kommunismus getreten ist. Diese von Ausbeutung freie Gesellschaftsordnung muss sich die Arbeiterklasse selbst erkämpfen. Dazu benötigt sie nicht nur Mut und Opferbereitschaft, sondern auch eine wissenschaftliche Lehre, die Weg und Ziel festlegt. Diese wissenschaftliche Grundlage für den Klassenkampf des Proletariats(Arbeiter) erarbeiteten Marx und Engels. Mit dem wissenschaftlichen Kommunismus schufen Karl Marx und Friedrich Engels eine auf der Erkenntnis der Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung beruhende wissenschaftliche Lehre vom Befreiungskampf der Arbeiterklasse und von der Errichtung der sozialistischen Gesellschaftsordnung. In gemeinsamer Arbeit verfassten Marx und Engels viele wissenschaftliche Bücher und Aufsätze. Dabei stützten sie sich auf die wissenschaftlichen Erkenntnisse ihrer Zeit. Die bisherigen Theorien von der Gesellschaft wurden von ihnen untersucht und ausgewertet.

1845 wurde Marx auf Drängen der preußischen Regierung aus Frankreich ausgewiesen. Er ging mit seiner Familie nach Brüssel. Dort geriet er in große finanzielle Not, die er aber mit Hilfe von Friedrich Engels überwinden konnte. So standen sich die Freunde mit Rat und Tat bei.

Marx und Engels begnügten sich nicht damit, die wissenschaftliche Lehre vom Befreiungskampf der Arbeiterklasse auszuarbeiten. Ihre Erkenntnisse verbreiteten sie unter den Arbeitern. So begannen sie den wissenschaftlichen Kommunismus mit der Arbeiterbewegung zu verbinden. Marx und Engels stützten sich auf den Bund der Gerechten und englische Arbeiterorganisationen. Die gründeten 1846 in Brüssel ein Kommunistisches Korrespondenzkomitee. Mit Hilfe des Bundes der Gerechten entstanden auch in anderen Städte Korrespondenzkomitees. Das Brüsseler Korrespondenzkomitee versandte Rundschreiben und Briefe, in denen Marx und Engels den wissenschaftlichen Kommunismus darlegten uns sich mit falschen Auffassungen in der Arbeiterbewegung auseinandersetzten. Ihr Ansehen wuchs. Als die Führer des Bundes der Gerechten ein neues Programm vorbereiteten, war es deshalb selbstverständlich, dass sie diese Aufgabe nur unter Mitwirkung von Marx und Engels lösen konnten. So forderten sie Marx und Engels zunächst auf, Mitglieder des Bundes der Gerechten zu werden. Marx und Engels folgten der Aufforderung mit der Absicht, den Bund der Gerechten zu einer revolutionären Arbeiterpartei mit einem wissenschaftlichen Programm umzuwandeln.

Im Juni 1847 hielt der Bund der Gerechten in London einen geheimen Kongress ab. Bereits bei seiner Vorbereitung hatten Marx und Engels tatkräftig mitgewirkt. Am Kongress konnte nur Engels teilnehmen. Marx fehlte das Reisegeld. Engels gelang es, ihre gemeinsamen Auffassungen auf der Tagung erfolgreich zu vertreten. So wurde der Geheimbund in eine revolutionäre Kampfpartei umgestaltet. Anstelle der bisherigen Losung des Bundes: „Alle Menschen sind Brüder“ trat der Schlachtruf: „Proletarier aller Länder, vereinigt Euch!“

Die Teilnehmer des Kongresses stimmten dem Vorschlag von Marx und Engels zu, den Bund umzubenennen. Er hieß von nun an Bund der Kommunisten. Mit der Umwandlung des Bundes der Gerechten in den Bund der Kommunisten im Jahre 1847 begann ein neuer Abschnitt in der Geschichte der Arbeiterbewegung. Die Bildung einer revolutionären Kampfpartei wurde auf dem zweiten Kongress des Bundes der Kommunisten Ende 1847 in London vollendet. Deshalb nahm neben Friedrich Engels auch Karl Marx an den Beratungen teil. Im Mittelpunkt des Kongresses standen die Diskussionen um ein wissenschaftliches Programm. Marx und Engels hatten dafür einen Entwurf vorgelegt. Die Konferenz stimmte ihren wissenschaftlichen Grundsätzen zu.

Vom zweiten Kongress des Bundes der Kommunisten in London erhielten Marx und Engels den Auftrag, ein Parteiprogramm auszuarbeiten. Es sollte Auffassungen und Ziele der Kommunisten vor der Öffentlichkeit darlegen. Unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus England gingen die beiden Freunde daran, diese Aufgabe zu erfüllen.

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Manifest der Kommunistischen Partei, Titel der Erstausgabe

 

Bereits Anfang 1848 konnte in einer kleinen Druckerei in London ihre Broschüre gedruckt werden. Sie erschien im Februar 1848 in deutscher Sprache mit dem Titel „Manifest der Kommunistischen Partei“. Die Erstausgabe umfasste 23 Seiten und wurde in wenigen hundert Exemplaren gedruckt. Sie wurden an die Gemeinden des Bundes der Kommunisten verschickt und hier von Hand zu Hand weitergegeben. Das Kommunistische Manifest war die Geburtsurkunde des wissenschaftlichen Kommunismus. Mit dem Kommunistischen Manifest besaß die Arbeiterklasse zu erstenmal ein wissenschaftliches Programm. Seitdem wird der Kampf um den Sozialismus/Kommunismus auf wissenschaftlicher Grundlage geführt.

Marx und Engels fassten im Kommunistischen Manifest alle ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse und Erfahrungen aus bisherigen Kämpfen des Proletariats(Arbeiter) zusammen. Sie legten in meisterhafter Sprache die Grundlagen ihrer Lehre von der Befreiung der Arbeiterklasse und der ganzen Menschheit von Ausbeutung und Unterdrückung dar. Als die weltgeschichtliche Aufgabe der Arbeiterklasse bezeichneten sie den Sturz des Kapitalismus und die Errichtung des Sozialismus/Kommunismus. Dabei betonnten sie, dass dieses Ziel nur unter der Führung einer revolutionären Kampfpartei zu erreichen ist. Das Kommunistische Manifest war das Werk, in dem zum erstenmal die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft wissenschaftlich erklärt wurde. Marx und Engels bewiesen, dass es der Klassenkampf ist, der die geschichtliche Entwicklung vorwärts treibt. Der Klassenkampf führt mit Notwendigkeit zur Ablösung einer überlebten Gesellschaftsordnung durch eine neue und fortschrittlichere. Wie der Feudalismus durch den Kapitalismus ersetzt wurde, so erklärten sie, wir der Kapitalismus durch den Sozialismus/Kommunismus ersetzt werden.

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Die letzten Sätze des Kommunistischen Manifests

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Lenin über das Kommunistische Manifest

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, bearbeitet von Petra Reichel

Geschichtsbuch DDR 8

siehe PDF-Datei

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