Der Bauernkrieg in Thüringen und Thomas Müntzer

Bauern verteidigen ihre Wagenburg

Bauern bei Verteidigung der Wagenburg

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Der Höhepunkt des Bauernkrieges in Thüringen

Thomas Müntzer kehrte im Februar 1525 aus Süddeutschland nach Thüringen zurück. Wichtige Aufstandszentren waren Mühlhausen und Frankenhausen. In Mühlhausen vereinigten sich Teile des Bürgertums mit der Stadtarmut und den Bauern zu gemeinsamen Kampf. Am 16. Und 17. März 1525 stürzten die Aufständischen in Mühlhausen den Rat der Stadt. Sie setzten einen „Ewigen Rat“ ein, wie Thomas Müntzer es empfohlen hatte. Thomas Müntzer warb neue Kampfgefährten für seinen „Ewigen Bund Gottes“. Er ließ eine Fahne anfertigen, die als Zeichen die Regenbogenfarben trug. Er sandte seine getreuen Boten nach Hessen, Würzburg und Leipzig. Die Führer des Bergknappenaufstandes in Joachimstal in Böhmen orientierten ihr Programm an dem Müntzers. Überall versuchten die Anhänger Thomas Müntzers, den gemeinsamen Kampf zu organisieren und das Volk zu den Waffen zu rufen.

Waffen der Bauern in Bauernkriegen

Waffen der Bauern

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Müntzers Kampfgefährten machten sich mit ihm gemeinsam Gedanken darüber, wie es nach dem Sieg der Volksreformation und des Bauernkrieges in Deutschland weitergehen sollte. Wer sollte denn die politische Macht übernehmen, wenn die weltlichen und geistlichen Feudalherren vertrieben sein würden, wie Thomas Müntzer und seine Anhänger es erstrebten? Thomas Müntzer antwortete darauf: „Die Macht soll gegeben werden dem gemeinen Manne.“ Er meinte damit das Bürgertum, die Stadtarmut und die Bauern. So träumten die revolutionären Müntzer-Anhänger von einem Land ohne Ausbeutung, ohne die Missstände in der Kirche, ohne den Feudalismus, von einem „Reich Gottes auf Erden“, wie sie es nannten.

Siegel von Thomas Müntzer

Siegel von Thomas Müntzer

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Im April 1525 erhoben sich die Bauern in Thüringen. Es begann der Kampf auf Leben und Tod. Der Aufstand verbreitete sich in wenigen Tagen über das ganze Land. Bis Anfang Mai errangen die Aufständischen den vollen Sieg über die weltlichen und geistlichen Herren. Die meisten Schlösser, Adelssitze und Klöster wurden eingenommen. Das war zugleich das Signal für die Kämpfe in den meisten thüringischen Städten. Sogar Adlige schlossen sich der Übermacht des Volkes an. Und das geschah ohne Blutvergießen. Bald zeigte sich aber, dass viele Aufständische, besonders in den Städten, nicht mit den Bauernhaufen weiterziehen wollten. Auch die Fürsten waren nicht untätig geblieben. Sie rüsteten überall zur Vernichtung der Bauern. Die Fugger(eine der ersten Kapitalisten) gaben das Geld!

 

Die Schlacht bei Frankenhausen

Thomas Müntzer wollte die Burg Heldrungen stürmen. Dort hatten sich die Truppen des Adels verschanzt. Müntzer beabsichtigte, sich mit den Mansfelder Bergleuten zu vereinen. Doch ein einflussreicher Führer der Aufständischen von Mühlhausen hörte nicht auf ihn. Statt dessen zogen die Mühlhäuser ins Eichsfeld und zerstörten Klöster. Bei Frankenhausen hatten sich mehrere tausend Bauern in einem Lager zusammengefunden. Müntzer zog mit 300 Bewaffneten dorthin, um den Bauern Mut zu machen. Einige begannen zu verzagen, als die Fürsten mit ihren Heeren heranrückten. Am 14. Mai 1525 traf Phillip von Hessen mit Truppen ein und griff die Bauern zunächst ergebnislos an. Er verlangte die Auslieferung Müntzers. Die Bauern lehnten ab. Sie hatten auf dem Schlachtberg bei Frankenhausen hinter einer Wagenburg Stellung bezogen. Am 15. Mai 1525 traf auch Herzog Georg von Sachsen mit Truppen ein. Erst jetzt fühlten sich die Fürsten stark genug zum Angriff. Noch während der Verhandlungen über die Auslieferung Müntzers hatten sie die Bauern heimlich umzingelt. Müntzer hielt den Bauern eine Rede. Da griffen die Fürsten das Lager der Bauern an. Darauf waren die Bauern noch nicht vorbereitet. Ehe sie die Gegenwehr organisieren konnten, durchbrachen die Truppen den Fürsten die Wagenburg. Es begann ein fürchterliches Gemetzel. Die Bauern flohen in die Stadt. Etwa 6000 Aufständische wurden getötet, nur wenige entkamen.

Bauern verteidigen ihre Wagenburg

Bauern bei Verteidigung der Wagenburg

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Müntzer geriet mit zahlreichen Aufständischen in Gefangenschaft. Die Sieger brachten ihn nach Heldrungen. Dort ließen sie ihn foltern. Am 27. Mai 1525 wurde Thomas Müntzer in der Nähe von Mühlhausen enthauptet. (siehe Beitrag zu Thomas Müntzer)

Die Fürsten nahmen grausame Rache an den Bauern. Ganze Dörfer wurden geplündert, niedergebrannt und die Einwohner gemartert. Wer sich führend am Aufstand beteiligt hatte, den ließen die Fürsten hinrichten.

In den Monaten Mai und Juni 1525 fiel die Entscheidung im Bauernkrieg. In den wichtigsten Zentren des Aufstandsgebietes waren die Bauern geschlagen.

Thomas Müntzer und seinen Anhängern gelang es durch unermüdliche Arbeit, in vielen Gegenden und Städten den Kampf vorzubereiten. Thüringen konnte kurze Zeit frei werden. Unterschiedliche Interessen der Aufständischen und die militärische Stärke, Kampferfahrung und List der Feudalherren führten zur Niederlage der Bauern bei Frankenhausen.

Schlachtberg vor Panoramamuseum

Der Schlachtberg vor Panoramamuseum

Bildquelle: Von H.Stolze – H.Stolze, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Der deutsche Bauernkrieg war der Höhepunkt des Klassenkampfes der Bauern und Plebejer gegen den Feudaladel in Deutschland. Er richtete sich gegen feudale Ausbeutung und Unterdrückung.

Friedrich Engels über die Ursachen des Scheiterns von Thomas Müntzer:

„Es ist das Schlimmste, was dem Führer einer extremen Partei widerfahren kann, wenn er gezwungen wird, in einer Epoche die Regierung zu übernehmen, wo die Bewegung noch nicht reif ist für die Herrschaft der Klasse, die er vertritt, und für die Durchführung der Maßregeln, die die Herrschaft dieser Klasse erfordert…..Er ist…gezwungen, nicht seine Partei, seine Klasse, sondern die Klasse zu vertreten, für deren Herrschaft die Bewegung gerade reif ist…“

 

 

 

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Ein Kommentar zu “Der Bauernkrieg in Thüringen und Thomas Müntzer

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