Deutschland unter Napoleon

Napoleon als Interessenvertreter des französischen Großbürgertums

Die französischen Volksmassen hatten im Kampf gegen die inneren und äußeren Feinde der Revolution schwere Opfer gebracht und zahlreiche Siege errungen. Aber die reichen Kaufleute, Manufakturbesitzer und Bankherren suchen sich den größten Anteil an der Früchte der Revolution zu sichern. Nach dem Sturz der Jakobiner waren sie bestrebt, ihren wirtschaftlichen und politischen Einfluss nicht nur in Frankreich, sondern auch in anderen Gebieten zu verstärken. Eine starke Regierung und eine schlagkräftige Armee sollten ihren Interessen dienen. Sie wollten größere Reichtümer anhäufen und sich deshalb Rohstoffquellen und Absatzmärkte sichern. Dabei stand ihnen aber vor allem das mächtige englische Bürgertum im Wege. Langwierige kriegerische Auseinandersetzungen zwischen Frankreich und England um die Vorherrschaft in Europa und in der Welt waren die Folge. In Napoleon Bonaparte fand die französische Bourgeoisie schließlich einen Mann, der bereit war, ihre weitgespannten Pläne mit allen Mitteln zu verwirklichen.

Napoleon Kopie

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Aufruf Napoleons zu Eroberungen

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Plan Landung Britische Inseln

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Napoleon eilte mit seinen Soldaten von Sieg zu Sieg, weil sie die Errungenschaften der Revolution ausnutzen konnten.

 

Das Ende des deutschen Reiches

Deutschland bekam die Eroberungspolitik der französischen Großbourgeoisie besonders stark zu spüren. Sie verfolgte zunächst das Ziel, die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland an den Rhein zu verlegen. Die kleinstaatliche Zersplitterung Deutschlands und die ganze feudale Rückständigkeit begünstigten diese Bestrebungen.

Nach der militärischen Eroberung der Gebiete links des Rheins im Jahre 1795 kamen etwa 1,5 Millionen deutsche Menschen unter französische Herrschaft. Die Vorrechte des Adels und der Geistlichkeit wurden beseitigt und bürgerliche Rechte und Freiheiten eingeführt.

Die Bauern erhielten Grund und Boden als Eigentum. Damit glich man die Verhältnisse im linksrheinischen Gebiet denen Frankreichs an. Das stellte einen bedeutenden Fortschritt für die Bevölkerung dar. Aber sehr bald bekamen die Bürger und Bauern auch schwere Lasten aufgebürdet. Sie mussten für die Napoleonischen Kriege hohe Steuern aufbringen und viele Soldaten stellen.

Napoleon trat für eine Entschädigung der deutschen Fürsten ein, die linksrheinische Gebiete verloren hatten. Deshalb wurden im Jahre 1803 112 kleinere Feudalherrschaften im Reichsgebiet aufgelöst und ihr Land unter die betreffenden Fürsten aufgeteilt. Dabei kam es zu einem üblen Länder- Und Menschenschacher. Obwohl es nicht in der Absicht Napoleons lag, konnte sich der Kapitalismus in Deutschland durch die Beseitigung von Zwergstaaten besser entfalten. Einige Auswüchse des Feudalismus waren damit verschwunden.

Die deutschen Fürsten bewiesen auch zu dieser Zeit, dass sie sich um die Zukunft Deutschlands keine Sorgen machten. Im Gegenteil, sie übten Verrat. Viele von ihnen bettelten um die Gunst Napoleons, um sich mehr Macht und Geltung zu verschaffen. Besonders unrühmlich taten sich jene 16 Fürsten hervor, die mit ihm am 12. Juli 1806 den Rheinbund schlossen.

Auszüge aus Rheinbundvertrag

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Dieser Schandvertrag brachte das Ende des alten deutschen Reiches. Franz II. legte im August 1806 die deutsche Kaiserkrone nieder. Im gleichen Monat wurde der Buchhändler Johann Philipp Palm aus Nürnberg erschossen. „Deutschland in seiner tiefen Erniedrigung“ hieß  die Flugschrift, die er verbreitet hatte. Darin wurden Napoleon und die deutschen Fürsten angeprangert.

geschichte-07-ddr-seite-1

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Deutschland unter Napoleon

 

 

 

Advertisements

2 Kommentare zu “Deutschland unter Napoleon

  1. Pingback: Ernst Moritz Arndt | Die Trommler - Archiv

  2. Pingback: Der Wiener Kongress | Die Trommler - Archiv

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s