Napoleons Macht und ihre Grenzen

Die Kontinentalsperre

Napoleon hatte schon viele Siege errungen und weite Landstriche besetzt. Aber noch immer er England, den Hauptfeind, nicht in die Knie zwingen. Es besaß zahlreiche Handels- und Kriegsschiffe, denen die französische Flotte nicht gewachsen war. Als es im Jahre 1805 bei Trafalgar zu einer großen Seeschlacht kam, erlitt sie eine schwere Niederlage. Napoleon musste die Absicht aufgeben, mit seine Truppen in England zu landen. Dafür wollte er Englands Handel und Verkehr mit den europäischen Ländern sperren. Die englische Wirtschaft sollte damit einen tödlichen Schlag erhalten.

Nach seinem Sieg bei Jena und Auerstedt verkündete Napoleon im November 1806 von Berlin aus die Kontinentalsperre.

Bestimmungen Kontinentalsperre

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Viele Beamte und Spione waren Tag und Nacht unterwegs, um die Durchführung dieser Anordnungen zu überwachen. Aber dennoch konnte nicht verhindert werden, dass der Handel mit englischen Waren hier und da heimlich weiterging. Schlaue Kaufleute fanden immer wieder ein Loch im dichten Netz, das Napoleon über ganz Europa zu spannen suchte. Sie wollten auf ihre Einnahmen nicht verzichten, während sich die französische Bourgeoise bereicherte. Einige Gewerbetreibende konnten aus dem Wegfall der englischen Konkurrenz allerdings einen Vorteil ziehen.

Bericht über Schmuggel mit englischen Waren

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Suche Nach englischen Waren

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Durch die Kontinentalsperre wurde England zwar geschädigt, aber nicht ruiniert. Es beherrschte weiterhin die Meere und kaperte französische Schiffe. Deshalb verschärfte Napoleon seine Anordnungen. Im Jahre 1810 verfügte er, dass alle englischen Waren vernichtet werden sollten. Aber einem Siege über England kam er damit nicht näher.

 

Die Lasten der Napoleonischen Fremdherrschaft

Viele deutsche Bauern und Bürger zeigten sich den französischen Soldaten gegenüber zunächst freundlich gesinnt. Sie sahen in ihnen Befreier vom  feudalen Joch. Die in verschiedenen Staaten auf Befehl Napoleons durchgeführten bürgerlichen Reformen wirkten auf das Volk ermutigend. Aber je länger die Franzosen im Lande weilten, desto klarer zeigten sich ihre egoistischen Ziele. Die werktätigen Menschen bekamen zu spüren, dass sie nun zwei Arten von Herren dienen mussten. Zu den einheimischen Feudalherren waren die fremdländischen Unterdrücker hinzugekommen. Napoleon suchte so viel wie möglich aus den eroberten Gebieten herauszupressen. Er ließ nicht nur wertvolle Kunstschätze beschlagnahmen und nach Paris transportieren, sondern verlangte ständig steigende Geldsummen. Für seine große Armee forderte er außerdem eine ungeheurere Menge von Kleidungsstücken und Lebensmitteln.  Auch die dauernden Einquartierungen französischer Soldaten brachten für die Betroffenen viele Härten und Entbehrungen mit sich.

Französische Einquartierung unter französischer Besatzung

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

Allein in Preußen sollten 150 000 Mann stationiert werden. Die deutschen Fürsten und der Adel wälzten die drückenden Lasten auf die Bauern und Bürger ab. Wer es wagte, den französischen Anordnungen zu widersprechen oder sie zu umgehen, wurde misshandelt, bestraft oder getötet.

Befreiungskämpfe 1812

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

geschichte-07-ddr-seite-1

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Napoleons Macht und ihre Grenzen

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3 Kommentare zu “Napoleons Macht und ihre Grenzen

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