Der Hauptstoß richtete sich gegen das MfS, seine Angehörigen und Inoffiziellen Mitarbeiter(Oktober bis 17. November 1989)

Die DDR befand sich zu Beginn des IV. Quartals 1989 in einer Existenzkrise, die alle Bereiche erfasst hatte. Hilfe von der UdSSR war nicht mehr zu erwarten.

In dieser Situation wirkten etliche Ereignisse und deren öffentliche Behandlung verheerend. Da waren die Maßnahmen zur Gewährleistung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung zum 40. Jahrestag der DDR, vor allem das Vorgehen von Polizei und Staatssicherheit gegen, Aktionen von Störern, welche die Autoren beschönigend als Protestdemonstrationen bezeichnen, am 07. Und 0 8. Oktober. Die Tätigkeit des dann eingesetzten Untersuchungsausschusses richtete sich vor allem gegen das MfS und dessen Mitarbeiter. Die zu diesem Zweck produzierten Horrormeldungen fanden – trotz jahrelanger umfangreicher und intensiver Ermittlungstätigkeit durch Staatsanwaltschaft und Polizei, nach der Konterrevolution, in keinem einzigen Fall ihre Bestätigung in Form von gerichtlichen Verurteilungen von Mitarbeitern des MfS/AfNS.

Da war die Lesung Walter Jankas  aus seinem Buch „Schwierigkeiten mit der Wahrheit“ im Deutschen Theater zu Berlin. Die damit verbunden tendenziösen öffentlichen Angriffe gegen das MfS bedeuteten einen Dammbruch, um ungezügelt das MfS/AfNS und seine offiziellen Mitarbeiter zu verteufeln. Nun ja, da war die Konterevolution bereits soweit vorangeschritten, dass ein Walter Janka legal öffentlich auftreten konnte, um seinen Schrott zu verbreiten und das MfS musste hilflos zusehen. Dass diese Situation genutzt wurde um das MfS, das schon so stets verteufelt wurde und noch im Nachhinein wird, nochmals in der Endphase der DDR legal zu verteufeln.

Die Autoren stufen den Abschiedsauftritt von Erich Mielke in der Volkskammer als peinlich ein. Genauso, wie es die heutige offizielle Geschichtsschreibung tut. Natürlich war in diesem Augenblick Erich Mielke verzweifelt und hilflos. Schließlich ist sein Lebenswerk zerstört worden. Mit dieser Abschiedsrede wird Erich Mielke bis zum heutigen Tage immer wieder vorgeführt.

 

Die sich steigernde Kampagne über Amtsmissbrauch, Korruption und Privilegien gehörte natürlich auch zu den Angriffen gegen das MfS.

Auch die konterrevolutionären Massendemonstrationen in Leipzig und anderen Orten der DDR richteten sich gegen das MfS. Eine der Losungen auch bei der Kundgebung am 04. November 1989 auf dem Alexanderplatz in Berlin lautete „Stasi in die Produktion!“. Sehr sinnig, wo bald die Produktionsstätten auf dem Gebiet der DDR abgebaut worden sind. Auf dieser Kundgebung sprach auch Markus  Wolf. Welsch ein Widersinn.

gerupfter Ährenkranz Kopie

 

Charakteristisch für die Lenkung der politischen Zielsetzung der konterrevolutionären Massendemonstrationen war der Wandel der Hauptlosung  von „Wir sind das Volk!“ in „Wir sind Ein Volk!“.

Obwohl diese Demonstrationen eine beträchtliche politische und psychologische Wirkung besaßen, reichten sie nicht, um allein den Zusammenbruch des Staates herbeizuführen. Sie beherrschten jedoch die Medien und beschleunigten das Tempo des Zerfalls der SED, der DDR und damit des MfS.

Die „Erklärung“ des Politbüros der SED vom 11. Oktober 1989, mit der alle Bürger der DDR aufgefordert wurden, die anstehenden Probleme mit vereinten Kräften zu lösen, der Rücktritt von Erich Honecker am 18. Oktober 1989, die Wahl von Egon Krenz zum Generalsekretär des ZK der SED und andere politische Entscheidungen konnten diese Entwicklung nicht mehr aufhalten. Abgesehen, dass es für diese Maßnahmen ohnehin zu spät war, hatte die Mehrheit der Bevölkerung kein Interesse daran sich an der Lösung der Probleme zu beteiligen. In den Staatsbürgerkundebüchern wurde auch stets gewarnt und zur Beteiligung der Bevölkerung bei der Problemlösung aufgerufen.  – Vergeblich.

gerupfter Ährenkranz Kopie

 

 

Die politische Führung unter Egon Krenz erwies sich in der äußerst zugespitzten Lage außerstande, dieser Entwicklung Einhalt zu gebieten. Egon Krenz hatte in dieser prekären Situation kein überzeugendes politisches Konzept zu bieten.

Die kopflose Öffnung der Grenzen zu Westberlin und zur BRD am 09. November 1989 läutete das Ende der DDR ein. Als Arbeiter- und Bauernstaat hörte sie bereits an diesem Tage auf zu bestehen. Die restliche Zeit der DDR war geprägt vom Übergang und der Vorbereitung auf die Übergabe an die BRD. Doch wie konnte ein Schabowski Karriere machen? Bereits da lag doch schon einiges im Argen.

Die Erklärung des Politbüromitglieds Günter Schabowskis auf der internationalen Pressekonferenz am 09. November 1989 und der dadurch an den Grenzübergangsstellen entstandene Druck, kam für die Verantwortlichen der Grenztruppen, des MdI(Ministerium des Inneren), des Zolls und des MfS völlig überraschend. Dass die Grenzübergänge schließlich unter dem Druck der Massen und ohne Blutvergießen geöffnet wurden, ist ein Verdienst aller beteiligten bewaffneten Organe des Zolls. Auch im MfS zeigte sich, dass die Führung nicht auf eine solche Situation in der DDR nicht vorbereitet war. Was war das nur für ein Geheimdienst, dass  es soweit kommen konnte? Hier, wie in anderen Passagen wirken die Autoren auch ratlos, auch wenn sie die Ratlosigkeit der Führung des MfS, der Regierung der DDR und der Parteiführung der SED anprangern.

Buchtitel Die Sicherheit Kopie 3

 

Original-Text entnommen aus dem Buch

„Die Sicherheit“

Bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text

Das Ende des MfS

 

 

2 Kommentare zu “Der Hauptstoß richtete sich gegen das MfS, seine Angehörigen und Inoffiziellen Mitarbeiter(Oktober bis 17. November 1989)

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