Die militärischen Rüstungsmaßnahmen, die ideologische Kriegsvorbereitung der deutschen Imperialisten und die Haltung der rechten Führer der Sozialdemokratie

Aufrüstung und Militarisierung

Das Streben der deutschen Monopolbourgeoisie und der Reichsregierung nach Wiedererlangung der Gebiete, die im imperialistischen Weltkrieg verloren gegangen waren, veranlasste die Herrschenden zu einem systematischen Ausbau des Militarismus. Um den Status quo auf imperialistische Weise zu verändern, das heißt, die Revision der Grenzen letztlich durch Androhung oder Anwendung militärischer Gewalt zu erreichen, wurden viele geheime Aufrüstungsmaßnahmen durchgeführt.

Die Reichwehrführung konzentrierte sich darauf, soviel Kader(Personal) wie möglich für die zukünftige Aggressionsarmee heranzubilden. Die Rüstungsindustriellen arbeiteten systematisch an der Entwicklung neuer Waffentypen.

Krupp 1943 1Krupp 1943 2Quellenangabe Krupp 1943

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Um die geheimen Aufrüstungsmaßnahmen aus dem Staatshaushalt finanzieren zu können, fälschte die Reichsregierung die Haushaltspläne. Aus ihnen wurden von 1926 bis 1928 159 Millionen Mark für illegale Rüstung abgezweigt. 1928 billigte die Reichsregierung neben dem offiziellen Wehrhaushalt für das Jahr 1929/30 direkt einen illegalen Rüstungsetat von 78 Millionen Mark. Außerdem nutzte die Regierung alle noch vorhandenen Möglichkeiten für legale Aufrüstungsmaßnahmen. So stimmten im Sommer 1928 bürgerliche und sozialdemokratische Minister für die Finanzierung des Baues eines Panzerkreuzers.

Reichswehrminister 1928 1Reichswehrminister 1928 2Quellenangabe Reichswehrminister 1928

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Panzerkreuzer A 1928-1931

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Parallel zu diesen materiellen Rüstungen wurde versucht, das Bewusstsein der Werktätigen(arbeitenden Menschen)mit militaristischen Denk- und Verhaltensweisen zu zersetzen und das Volk geistig auf den Revanchekurs einzustellen. Die Monopolbourgeoisie setzte für diesen Klassenkampf im ideologischen Bereich einen riesigen Beeinflussungsapparat ein. Sein Zentrum war der Konzern des ehemaligen Kruppdirektors und Militaristen Hugenberg. Der damalige Hugenberg-Konzern ist  mit dem Springer-Verlag der alten und der heutigen (Groß-)BRD sowie der anderen großen Medien-Konzerne vergleichbar. Damals gab es kein Fernsehen und das Radio war erst in den Anfängen und noch nicht so weit verbreitet. Das Radio machten sich später die Faschisten zunutze. Darum ist die Beeinflussung durch die großen Medien noch gravierender, als damals.

Struktur Hugenbergkonzern

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Mit Hilfe ihres großen Beeinflussungsapparates verbreiteten die Rüstungs- und Kriegsinteressenten vor allem das Gift des Chauvinismus. Das heißt jene reaktionäre bürgerliche Ideologie und Politik, die darauf berechnet ist, andere Völker zu unterjochen, Völkerfeindschaft und nationalen Hass zu entfachen sowie die antimilitaristischen und fortschrittlichen Kräfte des eigenen  Volkes zu unterdrücken. Er wurde besonders mit der Lüge vom „Volk ohne Raum“ verbunden. Obwohl es längst unbestreitbar feststand, dass der Lebensstandard der Völker keineswegs vorrangig von der Bevölkerungsdichte des zur Verfügung stehenden Territoriums abhängig ist, behauptete die chauvinistische Propaganda unentwegt: Die Deutschen könnten in den Grenzen von 1918 nicht zu Wohlstand gelangen, sie brauchten mehr Lebensraum, der im Osten erobert werden müsse. Gleichzeitig wurde die Auffassung verbreitet, Deutschland werde diesen Eroberungszug unbedingt gewinnen; denn seine Soldaten und Heerführer seien die besten der Welt. Überhaupt hätte Deutschland schon im Weltkrieg(I. Weltkrieg)gesiegt, wenn nicht in der „Heimat“ die „Spartakisten“ der „unbesiegbaren Armee in den Rücken gefallen“ wären. So und in mannigfaltiger Weise wurden Chauvinismus und Revanchismus auch mit der Grundtendenz der gesamten imperialistischen Ideologie und Politik, mit dem Antikommunismus, verbunden. Er diente der Monopolbourgeoisie und den Militaristen als ideologische Hauptwaffe für die psychologische Verbreitung der Unterdrückung und Verfolgung der Kommunisten sowie aller anderen aktiven Friedenskämpfer und zu Rechtfertigung der aggressiven Pläne gegenüber der Sowjetunion. Militaristische Schriftsteller glorifizierten und rechtfertigten zudem in millionenfach verbreiteten Büchern den imperialistischen Krieg.

Kriegsverherrlichung Ernst Jünger 1Kriegsverherrlichung Ernst Jünger 2Quellenangabe Kriegsverherrlichung Ernst Jünger

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die Hilfestellung der rechten sozialdemokratischen Führer beim Wiedererstarken des deutschen Imperialismus und Militarismus

 

Während die Weimarer Republik sich immer augenscheinlicher als politisches Machtinstrument der Monopolherren und Militaristen enthüllte, nährten rechte sozialdemokratische Führer in der Arbeiterklasse die Illusion, dass der Staat über den Klassen stehe und dass die Arbeiterklasse durch Wahlen und Koalitionen mit bürgerlichen Parteien maßgeblichen Einfluss auf den Staat ausüben könnte. Diese Behauptung ist uns auch heutzutage wohlbekannt. In der alten BRD wurde das in der Schule eingetrichtert. Das hat sich wohl heute nicht geändert, bzw. auf dem Gebiet der heutigen neuen Bundesländer wird dies wieder seit 1990 den Schülerinnen und Schülern eingetrichtert und der Bevölkerung allgemein wird diese Illusion als wahr „verkauft“.

Die Besetzung staatlicher Ämter mit sozialdemokratischen Funktionären wurde als Beteiligung der Arbeiterklasse an der Macht ausgegeben. Fortschreitende Monopolisierung und verschiedene staatsmonopolistische Maßnahmen wurden in der Propaganda der Sozialdemokratie als Übergang zu einem „organisierten Kapitalismus“ dargestellt, in dem die kapitalistische Anarchie eingeschränkt sei. Solcherlei wurde weiterhin in der alten BRD, wie auch heute in der (Groß-)BRD der Bevölkerung erzählt. Auch ehrliche Sozialdemokraten, die sich wirklich für die Belange der „kleinen Leute“ einsetzen, glauben fest an diese Illusion und werden von ihren Führern „verheizt“. Die rechten Führer der SPD erzogen die sozialdemokratischen Arbeiter nach wie vor in dem Glauben, dass es ihnen möglich sein werde, im Rahmen des bestehenden Staates sozialistische Ziele zu erreichen. Diese Illusionen hielten große Teile der Arbeiterklasse vom Kampf gegen Imperialismus und Militarismus ab. Auch das wurde nahtlos in der alten BRD fortgeführt. Auch in der heutigen (Groß-)BRD geht es unverändert so weiter.

Doch die SPD-Führung förderte das Wiedererstarken des ärgsten Feindes des deutschen Volkes nicht nur indirekt, sondern auch direkt. Rechte sozialdemokratische Politiker arbeiteten mit jenen staatlichen Stellen Hand in Hand, die die geheime Aufrüstung organisierten und finanzierten. Es war ein sozialdemokratischer Berichterstatter der Staatshaushaltskommission im Reichsparlament, der gemeinsam mit einem Vertreter der Zentrumspartei(Vorgängerpartei der CDU)der Volksvertretung jene wissentlich gefälschten Haushaltspläne vorlegte, aus denen die Millionen Mark für die illegale Aufrüstung abgezweigt wurden. Es war ein Sozialdemokrat, Reichskanzler Hermann Müller, der unter Ausschaltung des Reichstages neben dem offiziellen Wehretat einen illegalen Rüstungshaushalt schuf. Und es waren SPD-Führer, die durch antikommunistische und chauvinistische Erklärungen halfen den Nährboden für das Anwachsen militärischer Ideologie zu bereiten.

 

geschichtsbuch-ddr-9-klasse-kopie-2

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

Original-Text

Rüstungsmaßnahmen und ideologische Kriegsvorbereitung

 

 

Ein Kommentar zu “Die militärischen Rüstungsmaßnahmen, die ideologische Kriegsvorbereitung der deutschen Imperialisten und die Haltung der rechten Führer der Sozialdemokratie

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