Die Vollendung der Revolution durch die Jakobiner

Die Republik im Sommer 1793

Durch den Sieg von Valmy waren die äußeren Feinde der Revolution noch nicht endgültig geschlafen. Im Gegenteil: Im Januar 1793 trat auch England in den Krieg ein, um sich die französischen Kolonien anzueignen. Während die Engländer Truppen an der Küste Frankreichs landeten, drang die preußisch-österreichische Armee wiederum bis an die französischen Grenzen vor. Auch im Inneren des Landes hatte die Revolution noch nicht endgültig gesiegt.

Nach dem Aufstand vom 02. Juni 1793 reifen die Girondisten zur Erhebung gegen die Jakobiner in Paris auf. Das ermutigte die Anhänger des Königs, wieder aus ihren Schlupfwinkeln hervorzukommen. Sie überfielen die Jakobiner und ermordeten sie. Überall verbreiteten sie Schrecken. So kam auch eine adlige Konterrevolutionärin nach Paris und ermordete dort heimtückisch den vom Volk geliebten Marat. Die Jakobiner hatten also im Sommer 1793 eine sehr schwere Aufgabe zu lösen, um die der Revolution drohenden Gefahren abzuwenden.

 

Die Jakobiner im Bunde mit Bauern und Sansculotten

Sansculotte

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Die Jakobiner im Wohlfahrtsausschuss handelten kühn und entschlossen, so wie es die gefährliche Lage erforderte. Zuerst erfüllten sie die Forderungen der Bauern:

  1. Alle noch bestehenden Feudallasten wurden ohne Entschädigung aufgehoben.
  2. Das den Bauern vor der Revolution von den Feudalherren geraubte Gemeindeland wurde ihnen zurückgegeben.

 

Die Jakobinerherrschaft befreite die Bauern von allen feudalen Fesseln und machte sie zu freien Eigentümern ihres Landes. Damit vollendete sie die bürgerliche Revolution in Frankreich. Wegen dieser Maßnahmen hörten die Bauern nicht auf die Aufrufe der Girondisten. Sie vertrauten Robespierre und dem Wohlfahrtsausschuss.

Der Wohlfahrtsausschuss befreite auch die arbeitenden Menschen in der Stadt von der schlimmsten Not. Er erhöhte die Löhne und setzte Höchstpreise für Brot und andere Lebensmittel fest. Eine besondere Armee wurde aufgestellt, die das Getreide in die Städte holte und alle Wucherer hart bestrafte.

 

Der Kampf gegen die inneren Feinde

Der Wohlfahrtsausschuss musste die Feinde der Revolution erbarmungslos bekämpfen. Er war das dem französischen Volk schuldig, das sich nicht noch einmal unter das Joch der Feudalherren und des absoluten Königs beugen wollte. Das Volk forderte die strenge Bestrafung der inneren Feinde. Nur dadurch, dass man die Konterrevolutionäre in Schrecken versetzte, konnte man sie besiegen. Auch Robespierre vertrat diese Ansicht.

Robespierre über revolutionären Terror

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Der Wohlfahrtsausschuss entsandte Kommissare mit bewaffneten Abteilungen in die aufrührerischen Provinzen. Viele Konterrevolutionäre wurden hingerichtet. Mit Hilfe des Volkes stellten die Kommissare in kurzer Zeit die Herrschaft der Jakobiner über ganz Frankreich wieder her. So sicherte der Wohlfahrtsausschuss die Errungenschaften der Revolution gegen den Ansturm der inneren Feinde.

 

Das Volk unter der Jakobinerherrschaft

Die Jakobinerherrschaft brachte den Konterrevolutionären Verfolgung und Tod, dem Volk aber Ordnung, Sicherheit und Brot.

Polizeibericht über Stimmung des Volkes während der Jakobinerherrschaft

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Es gab keine Standesschranken mehr. Einer redete den anderen mit „Bürger“ und „du“ an. Die Kleidung der Sansculotten wurde zur allgemeinen Mode.

Das tägliche Leben richtete sich jetzt nicht mehr nach dem kirchlichen, sondern nach dem Revolutionskalender. Mit dem September 1792 begann das Jahr I der Republik. Dieser Kalender galt bis 1804. Die Monate erhielten neue Namen, die den Vorgängen in der Natur entsprachen. So gab es den „Brumaire“, den „Floreal“, den Blütenmonat und den „Thermidor“, dne Hitzemonat. Statt der Sonntage feierte man „Dekadenfeste“. An den Revolutionsfesten, so zum Beispiel am 14. Juli und 10. August, veranstaltete  das Volk glanzvolle Umzüge. Dabei wurde gesungen und getanzt. Die Künstler malten Bilder und komponierten Lieder für die Feste.

Geschichtsbuch DDR 7. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Vollendung der Revolution durch Jakobiner

 

 

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Ein Kommentar zu “Die Vollendung der Revolution durch die Jakobiner

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