Der Beginn tiefgreifender sozialökonomischer und politischer Umgestaltungen in der Sowjetischen Besatzungszone

Die Schaffung neuer demokratischer Staatsorgane (Behörden/Institutionen) war die entscheidende Voraussetzung, um die antifaschistisch-demokratische Umwälzung erfolgreich durchführen zu können. Anfang Juni 1945 konnte der Aufbau solcher Verwaltungsorgane (Verwaltungsbehörden) in den Gemeinden und Kreisen der sowjetischen Besatzungszone abgeschlossen werden.

Im Juli 1945 wurden deutsche Landes- bzw. Provinzialverwaltungen geschaffen. Die Zusammensetzung ihrer Präsidien hatten die vier Parteien vorgeschlagen; sie wurde von der SMAD (sowjetische Besatzungsmacht) bestätigt. Am 22. Oktober 1945 übertrug die SMAD mit dem Befehl 110 den Landes- und Provinzialverwaltungen das Recht, Gesetze und Verordnungen mit Gesetzeskraft zu erlassen. Damit wurden sie zu den damals höchsten deutschen Machtorganen, die sich in gesetzgebende und vollziehende Gewalt vereinten. Da der bürgerliche Staat vom Grundsatz der Gewaltenteilung ausgeht, wird folglich von bürgerlicher Seite behauptet, dass sich um eine Diktatur handelt, bzw. nach dem Krieg in der sowjetischen Besatzungszone die Grundlagen dafür gelegt wurden.

Dank der Unterstützung durch die sowjetischen Besatzungsorgane (Besatzungsbehörden) , dank der zielklaren Politik der KPD und ihrem Zusammengehen mit der SPD konnten in kurzer Zeit Machtorgane des Volkes entstehen, in denen die Arbeiterklasse die führende Rolle spielte.

Während sich die Werktätigen (Erwerbstätigen/arbeitende Menschen) in Stadt und Land darum bemühten, die Friedenswirtschaft in Gang zu bringen, häuften sich Beispiele wirtschaftlicher Sabotage. Beauftragte der Konzernleitungen verzögerten die Produktion. Großgrundbesitzer verheimlichten den demokratischen Selbstverwaltungen vorhandene Lebens- und Futtermittelvorräte, und kapitalistische Großhändler nutzten die Not des Volkes zu großangelegten Schiebergeschäften. Diese Kreise waren bestrebt, bei den Werktätigen Misstrauen und Hass gegen die SMAD, gegen die demokratischen Machtorgane und vor allem gegen die Kommunisten zu säen. Die Reaktion versuchte, die errungen Machtpositionen des Volkes zu erschüttern, bevor es sie wirtschaftlich untermauern und politisch festigen konnte. Die Reaktion drückte weiterhin und spielte auf Zeit, bis sie 1989 Erfolg hatte.

Solange die sozialökonomischen Wurzeln des Faschismus – Das Eigentum der Monopolisten und Großgrundbesitzer an Fabriken, Rohstoffen und Ländereien- nicht beseitigt waren, bestand die Gefahr einer Restauration der imperialistischen Herrschaft.

Was direkt nach dem Krieg nicht gelungen war, ist dann 1989 gelungen.

Der Kampf um weitere demokratische Umgestaltungen erforderte, nicht nur die politischen, sondern auch die ökonomischen Machtverhältnisse zu verändern. Ein bedeutsamer Schritt auf diesem Wege war die demokratische Bodenreform in der sowjetischen Besatzungszone Deutschlands.

 

Siehe auch:

Die demokratische Bodenreform

und 

Die Gründung der FDJ

und 

Die Gründung der SED

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, Stand 1981, bearbeitet von Petra Reichel

Original-Text auch dem Geschichtsbuch der DDR

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