Arvid Harnack

Arvid Harnack, geboren am 24. Mai 1901 in Darmstadt, hingerichtet am 22. Dezember 1942 in Berlin-Plötzensee, war ein deutscher Jurist, Nationalökonom und Widerstandskämpfer gegen den Faschismus.

Arvid Harnack

Arvid Harnack(1901 bis 1942)

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Harnack war ein Sohn des Literaturwissenschaftlers Otto Harnack und der Malerin Clara Harnack, geb. Reichau und ein Neffe des Theologen Adolf von Harnack. Er war der ältere Bruder des Regisseurs und Drehbuchautors Falk Harnack, der ebenfalls im Widerstand arbeitete.

Sein Vater, Otto Harnack, war seit 1896 Professor für Geschichte und Literatur. Er lehrte an der TH Darmstadt. Am 01. April 1905 wechselte er zur Universität Stuttgart, was zum Ortswechsel der ganzen Familie führte. 1914 nahm sich der Vater das Leben.

Bedingt durch den I. Weltkrieg machte Arvid 1918 das Notabitur.

Von 1919 bis 1923 studierte er Rechtswissenschaften an den Universitäten Jena, Graz und Hamburg und wurde 1924 zum Dr. jur. promoviert. Von 1926 bis 1928 studierte er mit Hilfe eines Rockefeller-Stipendiums Nationalökonomie an der University of Wisconsin–Madison (USA), wo er 1926 die Literaturwissenschaftlerin Mildred Fish heiratete. 1929/30 wurde er in Gießen bei dem Nationalökonomen Friedrich Lenz (1885–1968), mit dem er 1931 die Arplan (Arbeitsgemeinschaft zum Studium der Planwirtschaft) gründete, zum Dr. phil. Promoviert. Auf dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise hatte das kapitalistische System offensichtlich versagt und das sowjetische Modell schien eine interessante Alternative. 1932 organisierte er eine Studienreise in die Sowjetunion.

1933 wurde er zunächst als wissenschaftliche Hilfskraft im Reichswirtschaftsministerium angestellt, wo er später Regierungs und Oberregierungsrat wurde. Zusammen mit seiner Frau Mildred, dem Schriftsteller Adam Kuckhoff und dessen Frau Greta baute er einen Diskussionszirkel auf, der politische Perspektiven nach dem erwarteten Sturz der Faschisten erörterte. Harnack war ein geheimes Mitglied der KPD.

Ab 1935 unterhielt er Kontakte zu Mitarbeitern des sowjetischen Nachrichtendienstes NKGB, der ihn ohne sein Wissen unter dem Decknamen „Korsikanez“ (Korse) führte. 1936 nahm er über seine Frau Mildred Kontakt zur US-amerikanischen Botschaft auf, um vor der von Deutschland ausgehenden Kriegsgefahr zu warnen. Der Kontakt mit Donald Heath, dem ersten Sekretär der amerikanischen Botschaft, war freundschaftlich und hielt bis 1941 an. Heaths Auftrag war, Kontakte mit dem deutschen Untergrund zu pflegen, um Henry Morgenthau und Franklin D. Roosevelt über Gefahren, die von Hitler ausgehen könnten, zu informieren. Zur Tarnung seiner illegalen Aktivitäten wurde Harnack 1937 Mitglied der NSDAP. 1939 nahm er Kontakt zu der Gruppe um Harro Schulze-Boysen auf, einen Luftwaffenleutnant, der Kontakte in alle Bevölkerungsschichten unterhielt. Dadurch entstand das von der Gestapo später als „Rote Kapelle“ verleumdete Widerstandsnetz. (In der Sprache der Gestapo war ein Spion, der Morsetasten drückte, ein Pianist. Eine Gruppe von Pianisten war eine Kapelle, und rot stand für Kommunismus. In Wahrheit folgte die Gruppe, in der politische Konservative, Juden und Katholiken ebenso wie Sozialdemokraten und Kommunisten Widerstand leisteten, in der sich 40 % Frauen ebenso wie Menschen aus allen Altersgruppen und Bevölkerungsschichten befanden, keinen ideologischen Dogmen.) Über Schulze-Boysen lernte Harnack 1940 die Kommunisten Hilde Rake und Hans Coppi kennen; ebenso arbeitete er mit dem Sozialdemokraten Adolf Grimme und anderen zusammen. 1941, in dem Jahr, in dem die Amerikaner Berlin verlassen mussten, wurde Harnack von Alexander Michailowitsch Korotkow, dem Repräsentanten des NKGB, kontaktiert. Widerstrebend, da er Stalin nicht traute, erklärte er sich bereit, auch die Sowjets über den bevorstehenden deutschen Krieg gegen die Sowjetunion und mit Hitlers Kriegsvorbereitungen verbundene wirtschaftliche und militärische Sachverhalte zu informieren

Anfang 1942 verfasste er eine Studie „Das nationalsozialistische Stadium des Monopolkapitals“, die unter Regimegegnern in Berlin und Hamburg verbreitet wurde. Im Sommersemester 1942 hatte er einen Lehrauftrag an der Auslandswissenschaftlichen Fakultät der Universität Berlin.

Am 7. September 1942 wurden Arvid und Mildred Harnack verhaftet. Am 19. Dezember fällte das Reichskriegsgericht das Todesurteil über Arvid Harnack. Am 22. Dezember 1942 wurde er um 19:10 Uhr im Strafgefängnis Berlin-Plötzensee auf Befehl Adolf Hitlers erhängt.

„Feldurteil“ des Reichskriegsgerichts vom 19. Dezember 1942

„Feldurteil“ des Reichskriegsgerichts vom 19. Dezember 1942

 

Bildquelle: Von reichskriegsgericht – Reichskriegsgericht, PD-Schöpfungshöhe, https://de.wikipedia.org/w/index.php?curid=3682822

 


 

40+10 Pfennig-Sondermarke der DDR-Post 1964 mit Arvid Harnack und seiner Frau Mildred

40+10 Pfennig-Sondermarke der DDR-Post 1964 mit Arvid Harnack und seiner Frau Mildred

Bildquelle: Von Hochgeladen von –Nightflyer (talk) 12:52, 19 July 2009 (UTC) – Eigener Scan, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7337392

 

Vom Präsidium des Obersten Sowjets der UdSSR erhielt Arvid Harnack am 06. Oktober 1969 postum den Rotbannerorden. Heute geht man davon aus, dass die Gruppe fälschlicherweise als kommunistisches Kundschafternetz, das für die Sowjetunion tätig war, interpretiert wurde. Dieser Irrtum basierte auf den Verleumdungen seitens der Faschisten. In der BRD war dies Grundlage zur umgekehrten Interpretation. Dort wurden die Widerstandskämpfer nicht geehrt, sondern wurden bis in die 1970er Jahre hinein als Landesverräter verfolgt.

Gedenkstein für Arvid und Mildred Harnack auf dem Friedhof Zehlendorf in Berlin

Gedenkstein für Arvid und Mildred Harnack auf dem Friedhof Zehlendorf in Berlin

Bildquelle: Von Mutter Erde – Eigenes Werk, Attribution, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1792179

 

Stolperstein, Genthiner Straße 14, in Berlin-Tiergarten

Stolperstein, Genthiner Straße 14, in Berlin-Tiergarten

Bildquelle: Von OTFW, Berlin – Selbst fotografiert, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=28579576

 

Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

Haus der Stadtgeschichte Bad Kreuznach

 

 

 

 

 

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Viel mehr als nur Akten: Franziska Blum-Gabelmann zeigt, dass im Haus der Stadtgeschichte auch Architekten- und Fotografennachlässe, Plakate, Postkarten, Zeitungen und Vereinsutensilien lagern.

 

Bildquelle: „Wochenspiegel“

 

 

Was ist Faschismus?

Sascha's Welt

antifa_her_zu_unsEine Antwort auf diese Frage gibt die Schrift des Theoretikers der Kommunistischen Internationale (KI), Rajani Palme Dutt, „Faschismus und soziale Revolution“ aus dem Jahr 1934 (in deutscher Sprache erschienen in Materialismus-Verlag, Frankfurt/Main, 1972). Gestützt auf die Analyse des 13. Plenums des Exekutivkomitees der KI (EKKI) „Der Faschismus ist die offene terroristische Diktatur der am meisten reaktionären, chauvinistischen und imperialistischen Elemente des Finanzkapitals; er ist das Regierungssystem des politischen Banditentums.“ (Thesen des 13. EKKI-Plenums), erklärt er ein Jahr vor dem berühmten VII. Weltkongress der KI (1935) das Phänomen Faschismus:

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Der Antikominternpakt

Gastbeitrag von Gerd Pehl

Der Antikominternpakt (AKP) ist in dem Beitrag zu wenig in seiner Bedeutung dargestellt. Seine briete und tiefe Bedeutung ergibt sich bereits aus dem Begriff: Antikominternpakt. Ihn nun nur als Angriffspunkt gegen die UdSSR zu reduzieren, gehört zur Geschichtsklitterung. Um die Bedeutung des AKP von 1936 zu begreifen, ist es notwendig, die historischen Entstehungsbedingungen gedanklich zu erfassen.

Um den Begriff zu verstehen, muss verstanden werden, dass es sich um einen Vertrag (Pakt) handelt, der sich gegen (Anti) die Kommunistische Internationale (Komintern oder KI)handelt – also Antikominternpakt.

Was war die Kommunistische Internationale? Die Komintern war eine im März 1919 von W. I. Lenin, dem Führer der Kommunistischen Partei der RSFSR (KPR (B)) ins Leben gerufene Konferenz in Moskau, an der 50 Delegierte der kommunistischen und linkssozialistischen Parteien und Organisationen aus fasst 30 Ländern Europas, Asiens und Afrikas teilnahmen und sich als Kommunistische Internationale bezeichneten. Mit ihrem Erstarken wurde sie für den internationalen Imperialismus und besonders für den aufkommenden Faschismus in Europa zum international erklärten Feind. Auf dem VII. Kongress der KI, August 1935, an dem 513 Delegierte aus 65 Kommunistischen Parteien und einer Reihe der KI angeschlossener internationaler Organisationen teilnahmen referierte unter anderem der bulgarische Kommunist Georgi Dimitroff über die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der KI im Kampf um die Einheit der Arbeiterklasse gegen den Faschismus, indem er den Faschismus als offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals brandmarkte.

Diese breite internationale Entwicklung der KI war nun besonders für die Ziele des Hitlerfaschismus zur Gefahr geworden, die mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft werden musste. So kam es dann im November 1936 zu dem AKP zwischen Hitlerdeutschland und Japan, auch Japan war im Exekutivkomitee der KI (EKKI) durch Shoichi Ichikawa vertreten.

Der AKP bestand aus drei Teilen, einem Zusatzprotokoll und einem Geheimen Zusatzprotokoll. Der AKP verpflichtete die vertragschließenden Seiten, sich gegenseitig über die Tätigkeit der KI zu unterrichten, über notwendige Abwehrmaßnahmen zu beraten und in enger Zusammenarbeit durchzuführen sowie dass beide Vertragsparteien dritte Staaten gemeinsam einladen, Abwehrmaßnahmen im Geiste des AKP zu ergreifen oder an diesem Abkommen teilzunehmen. 

Das Zusatzprotokoll verpflichtete zum Nachrichtenaustausch über die Tätigkeit der KI und strenge Maßnahmen gegen diejenigen zu ergreifen, die sich im In- oder Ausland direkt oder indirekt im Dienst der KI betätigen. Damit hatten Hitlerdeutschland und Japan sich Vorwände zu Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten geschaffen. 

Das Geheime Zusatzprotokoll enthielt die Verpflichtung, dass im Falle eines Krieges des einen Staates gegen die UdSSR der andere Staat keine Maßnahmen trifft, die die Lage der UdSSR entlasten könnten. Die Gültigkeit des Vertrags war für fünf Jahre vereinbart, in der keine politischen Verträge abgeschlossen werden, die nicht mit dem AKP übereinstimmen.

1937 trat Italien, 1939 traten Ungarn und der japanische Marionettenstaat Mandschukuo und Franco-Spanien dem AKP bei. 1941 wurde der AKP um weitere fünf Jahre verlängert und es schlossen sich die faschistischen Regierungen Bulgariens, Finnlands, Rumäniens, der von Hitlerdeutschland besetzten Länder Dänemark, Slowakei und Kroatien sowie die chinesischen Nanking-Regierung an. Die herrschenden Kreise Großbritanniens, Frankreichs und der USA begünstigten durch ihre Befriedigungs-Politik und die Ermunterung der Aggressoren zum Krieg gegen die UdSSR in bedeutendem Maße die Bildung und Festigung dieses Blocks, obwohl er darauf abzielte unter den Vorwand des Kampfes gegen die KI nicht nur eine intensive Kriegsvorbereitung gegen die UdSSR, sondern auch gegen Großbritannien, Frankreich, die USA und andere Staaten durchzuführen. 

In den Jahren 1939/40 wurde der AKP zu einem offenen Militärbündnis zwischen Deutschland, Italien und Japan verwandelt. Der Sieg der Antihitlerkoalition, in der die UdSSR die entscheidende Rolle spielte, führte zur Liquidierung des Blocks der faschistischen Aggression.

 

 

Die militärischen und wirtschaftlichen Kriegsvorbereitungen des faschistischen deutschen Imperialismus

Auch in den Jahren 1936 bis 1939 wurde die Innen- und Außenpolitik des faschistischen Regimes durch ein Ziel bestimmt, durch die Vorbereitung eines Raubkrieges. Entsprechend dieser verbrecherischen Politik wurde die Armee im beschleunigten Tempo ausgebaut. Voraussetzung für den raschen Aufbau der faschistischen Wehrmacht war die schnelle Entwicklung der Rüstungsindustrie, die Milliarden Mark erforderlich machte. Diese einseitige Ausrichtung der Wirtschaft auf Rüstung stellte hohe Anforderungen an die deutschen Rohstoff- und Devisenvorräte. Dadurch eintretende ökonomische Schwierigkeiten des Hitlerregimes sollten nach dem Willen der Nazi-Führer durch den lautstark verkündeten „Vierjahresplan“ unter der Losung „Kanonen statt Butter“ überwunden werden.

Rüstungsindustrie bei Nazis Kopie

Die Kriegsausrüstung des deutschen Faschismus läuft Ende der 1930er Jahre auf Hochtouren. Die Abbildung zeigt die Geschützproduktion in einem Werk der Rheinmetall-Borsig AG in Düsseldorf

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Mit dem Aufbau eines riesigen Verwaltungsapparates in Gestalt der Vierjahresplanbehörden schufen sich die aggressiven Monopole ein neues Instrument zur Verwirklichung ihrer unmenschlichen Pläne zur Unterdrückung des eigenen Volkes und fremder Völker.

Geheime Denkschrift Hitlers KopieQuellenangabe Geheime Denkschrift Kopie

Quellenangabe Geheime Denkschrift 2 Kopie

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

geschichtsbuch-ddr-9-klasse-kopie-2

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Die militärischen und wirtschaftlichen Kriegsvorbereitungen

 

 

Der VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale

Der VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale tagte vom 25. Juli bis zum 20. August 1935 im Säulensaal des Moskauer Gewerkschaftshauses. Zu dieser Zeit waren 76 Parteien der Kommunistischen Internationale (siehe Gründung Kommunistische Internationale) angeschlossen.

Haus der Gewerkschaften in Moskau

Haus der Gewerkschaften in Moskau

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

50 dieser Parteien mussten zur Zeit des Kongresses ihren Kampf illegal führen. Das bewies deutlich die schweren Kampfbedingungen für die internationale Arbeiterbewegung. Auf dem Kongress berieten 371 Delegierte mit beschließender und 139 Delegierte mit beratender Stimme als Vertreter von 65 Parteien mit etwa 4 Millionen Mitgliedern die neuen Aufgaben der internationalen kommunistischen Bewegung im weltumspannenden Kampf um Frieden, Demokratie und Sozialismus, gegen Faschismus und Krieg.

 

Das neue Kräfteverhältnis im Kampf zwischen Sozialismus und Imperialismus

Bei der Erarbeitung der neuen Aufgaben der kommunistischen Parteien ging der Weltkongress von einer gründlichen Analyse des Kräfteverhältnisses der Klassen aus, das sich bis 1935 herausgebildet hatte.

Die wichtigste Veränderung in der Welt bestand in der Durchsetzung der sozialistischen Produktionsverhältnisse in der UdSSR. Mit dem Kampf um die Erfüllung des zweiten Fünfjahrplans (1933 bis 1937), dem Abschluss der Kollektivierung der Landwirtschaft und den damit verbundenen wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Umgestaltungen entwickelten die sowjetischen Werktätigen(arbeitenden Menschen/Erwerbstätige) stabile Grundlagen ihrer neuen sozialistischen Gesellschaft

Die Sowjetunion verwandelte sich in eine sozialistische Großmacht. Der seinerzeitige Sieg der sozialistischen Produktionsverhältnisse in der UdSSR bedeutete darüber hinaus eine gewaltige Stärkung der internationalen Autorität der UdSSR sowie der Kräfte des Friedens, der Demokratie und des Sozialismus in der Welt. Mit diesem seinerzeitigen Sieg war in der Praxis die Leninsche Lehre von der Möglichkeit des Sieges des Sozialismus in einem Lande bestätigt worden. Jedes Land, das in der Folgezeit nach der Eroberung der Macht durch dieArbeiterklasse und ihre Verbündeten den Sozialismus errichten wollte, konnte und musste sich auf die historischen Erfahrungen des sozialistischen Aufbaus in der Sowjetunion stützen. Heute müssen wir feststellen, dass es ebenso nötig ist aus den Erfahrungen des Zusammenbruchs des Sozialismus in Europa 1989/90 zu lernen.

Eine weitere Veränderung des internationalen Kräfteverhältnisses ergab sich aus dem Aufschwung des antifaschistischen Massenkampfes in einer Reihe kapitalistischer Länder Europas. In Frankreich unternahmen, ermuntert durch den Machtantritt der Faschisten in Deutschland, am 06. Februar 1934 französische Faschisten einen Putsch mit dem Ziel, die faschistische Diktatur im Interesse französischer Industrie- und Bankmonopolisten zu errichten. In gewaltigen Aktionen unter Führung der kommunistischen Partei Frankreichs und des Unabhängigen Allgemeinen Gewerkschaftsbundes wurden die Faschisten zurückgeschlagen.

In Österreich nahm im Februar 1934 ein Teil der Arbeiterklasse den bewaffneten Kampf gegen bewaffnete Banden der sogenannten Heimwehr und Nazipartei auf, um die Demokratie zu verteidigen.

Aber hier, wie auch in Spanien im Oktober 1934, endeten die Kämpfe mit einer Niederlage der Arbeiter. In der Folgezeit wuchs jedoch in Spanien die Einheitsfront und der Einfluss der Arbeiterorganisationen an. So kam es 1936 zur Bildung der Volksfrontregierung.

Siehe: Die Zuspitzung der Klassenkämpfe in den imperialistischen Ländern

Schließlich nahm auch der antiimperialistische Befreiungskampf in den unterdrückten Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas einen bedeutenden Aufschwung. Ausdruck dessen war vor allem der machtvolle Volkskampf in China gegen die japanischen Aggressoren, die 1931 das Land überfallen hatten und im Sommer 1934 zu einer neuen Offensive gegen die Nordprovinzen Chinas antraten. Dieser Volkskampf führte zur Bildung bedeutender sogenannter befreiter Territorien, in denen die Macht in die Hände des Volkes übergegangen war.

Diesen Fortschritten der Kräfte der Demokratie und des Sozialismus suchte die internationale imperialistische Reaktion Einhalt zu gebieten. Der Ausbreitung der sozialistischen und antiimperialistischen beziehungsweise antikolonialen Bewegung stellte der Weltimperialismus den Abbau der bürgerlichen Demokratie und den Übergang zur offenen faschistischen Diktatur entgegen. Diese Politik führte in Deutschland zur Hitlerherrschaft. Diese reaktionären Bestrebungen richteten sich in erster Linie gegen die UdSSR. Sie bedrohte aber auch die Arbeiter und die demokratischen Bewegungen aller Länder. Riesengroß wuchs die Gefahr eines Krieges.

 

Die Beratungsergebnisse des VII. Weltkongresses und ihre Bedeutun

Grundlage der vom VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale erarbeiten neuen Strategie und Taktik war die gründliche Analyse des internationalen Kräfteverhältnisses und dabei insbesondere des Klassencharakters des Faschismus.

Daraus wurde der Schluss abgeleitet, dass der Sieg des Faschismus nicht unvermeidlich ist, sondern verhindert werden kann. Aus dem Nachweis, dass der Faschismus der Hauptfeind war, leitete Georgi Dimitroff in seinem Referat die Aufgabe ab, die Bedingungen für den Zusammenschluss aller antifaschistischen Kräfte, für die Herstellung der Einheitsfront der Arbeiterklasse und der antifaschistischen Volksfront zu schaffen.

Georgi Dimitroff

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Georgi Dimitroff über Einheits- und VolksfrontGeorgi Dimitroff über Einheits- und Volksfront 2Quellenangabe Dimitroff über Einheits- und Volksfront

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Das Referat von Palmiro Togliatti legte Zeugnis davon ab, welche grundlegende Bedeutung die Kommunistische Internationale dem Kampf gegen die wachsende Kriegsgefahr beimaß. Hierin wurde der Kampf für den Frieden und damit zugleich die Verteidigung der UdSSR als der Hauptstütze aller Friedenskräfte zur zentralen Aufgabe der kommunistischen Parteien erklärt.

 

Palmiro Togliatti

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Palmiro Togliatti über die KriegsgefahrQuellenangabe Palmiro Togliatti über die Kriegsgefahr

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Der VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale wurde durch den Inhalt und die Wirksamkeit seiner Beschlüsse zur bedeutendsten Beratung der kommunistischen Weltorganisation seit dem Tode Lenins.

 

geschichtsbuch-ddr-9-klasse-kopie-2

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale

 

Ergänzung

1943 wurde die Kommunistische Internationale aufgelöst. Leider hat sich das Geschichtsbuch der DDR nicht damit beschäftigt und es muss auf Wikipedia zurückgegriffen werden.

Im Herbst 1941 war die Moskauer Zentrale der Kommunistischen Internationale als Reaktion auf den deutschen Vormarsch in die weiter östlich gelegene Stadt Ufa in Baschkirien evakuiert worden. Am 15. Mai 1943 fasste das Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale den Beschluss über die Auflösung der Komintern zum 10. Juni.  Nach dem Eingang zustimmender Reaktionen von 31 angeschlossenen KP stellten die Komintern-Organe ihre Tätigkeit ein.

Stalin erklärte in einem Interview mit der Agentur Reuters am 28. Mai 1943, dass mit der Auflösung vor aller Welt zwei Momente unterstrichen werden sollten: dass Moskau sich nicht „in das Leben anderer Staaten“ einmische und dass die kommunistischen Parteien „im Interesse ihres eigenen Volkes“ und nicht „auf Befehl von außen“ handelten.

Allgemein gilt die Auflösung der Komintern als ein Zugeständnis Stalins an die westlichen Alliierten, die USA und Großbritannien.

Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

Neujahrswünsche

Ich wünsche allen einen guten Rutsch und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr.

Was war die DDR ?

Sylvesterkatze

Ich wünsche allen einen guten Rutsch und ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr.

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Junker

Die ostelbischen Adligen, die auf ihren ausgedehnten Gütern mit leibeignen Bauern, Gesinde und auch schon Tagelöhnern Getreide für die Ausfuhr produzierten, wurden bald Junker( Das Wort Junker entstand aus „Jungherr“, das heißt junger Adliger.)genannt. Sie vertrieben vor allem im 18. Jahrhundert immer mehr Bauern, deren Boden sie dem Gutsland einverleibten, um die Getreideproduktion noch mehr zu erweitern. Dieser rücksichtslose Raub des Bauernlandes durch die Junker wird als Bauernlegen bezeichnet.  Zehntausende verloren in Ostelbien durch diesen Vorgang ihre Höfe. Auf dem Boden Mecklenburgs, der dem Adel gehörte, ging die Zahl der Bauernstellen zwischen 1660 und 1755 von 12 000 auf 4900 zurück; 1794 waren es gar nur noch 2490.

Zweifel an Echtheit der vorgestellten Dokumente

Dass die BStU Akten fälscht, war bereits in der Vergangenheit Thema. DIE TROMMLER, bzw. DIE TROMMLER-ARCHIV hat den Hinweis bekommen, dass auch die hier vorgestellten Dokumente nicht echt sind.

Doch trotzdem ist doch die Auseinandersetzung mit den Inhalten interessant. Da die Dokumente als Quelle in Zweifel gezogen werden müssen, verlieren diese Beiträge an Glaubwürdigkeit. DIE TROMMLER, bzw. DIE TROMMLER-ARCHIV wird die Vorstellung der Dokumente abbrechen und sich anderen Quellen zuwenden, um die Geschichte, bzw. die Geschichte der DDR jenseits der offiziellen Geschichtsschreibung darzustellen.