Frankreichs Wirtschaft unter Ludwig XIV.

Die Errichtung von Manufakturen

Der Geldbedarf des Staates stieg ständig an. Es war aber einerseits nicht möglich, dauernd neue Steuern vom Bürgertum zu verlangen, wenn sich sein Reichtum nicht vermehrte. Auf der anderen Seite brauchten der Adel und die Geistlichkeit keine Steuern zu bezahlen. Daran ließ auch Ludwig XIV. nicht rütteln. Sein Finanzminister Colbert, Sohn eines Kaufmanns, hatte daher eine schwierige Aufgabe zu lösen. Er fand – nach englischem Vorbild – den Ausweg in einer verstärkten Produktion und Ausfuhr französischer Waren. Colbert ließ staatliche Manufakturen bauen und lieh bürgerlichen Geschäftsleuten Geld, damit sie ebenfalls solche Betriebe errichteten. Sie standen aber unter strenger Aufsicht des Staates, der genau vorschrieb, was produziert wurde. Manche Waren durften nur die königlichen Manufakturen herstellen.

Die französischen Manufakturwaren wurden vom Ausland gern gekauft. Auf diese Weise kam viel Geld nach Frankreich herein. Die Manufakturbesitzer konnten ihre Betriebe vergrößern. Zur gleichen Zeit führte Colbert hohe Zölle für ausländische Waren ein.

Da die ausländischen Waren dadurch sehr teuer wurden, kauften die Franzosen lieber französische Erzeugnisse. So blühten die französischen Manufakturen auf, und ihr Geld blieb im Land. Colberts Maßnahmen förderten den Außenhandel und ließen viel Edelmetall ins Land strömen. Die Staatskasse füllte sich, aber auch die Manufakturbesitzer wurden reich.

Beschreibung der Maßnahmen Colberts

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Einfuhrzölle

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

Das Wort Livre bezeichnet eine französische Währung vor der Revolution 1789.

 

Die Entwicklung des Verkehrs

Den Handel im Inneren Frankreichs behinderten aber noch die Zollschranken zwischen den einzelnen Provinzen und die schlechten Straßen. Deshalb wurden die meisten dieser Zölle jetzt aufgehoben. Wenigstens das Innere Frankreichs bildete nun ein geschlossenes Wirtschaftsgebiet, und die Waren brauchten nicht mehr verzollt zu werden. Colbert ließ auch viele festen Straßen („Chausseen“) und Kanäle bauen. Die einzelnen Teile Frankreichs kamen sich immer näher. Unter Colbert entstand außerdem eine große Flotte von Handelsschiffen, die französische Waren in alle Welt transportierte. Die französischen Schiffe und ihre Güter wurden die schärfsten Konkurrenten der englischen. Um billige Rohstoffe zu erhalten, erwarb Frankreich Kolonien in Nord- und Mittelamerika, in Afrika und Indien und plünderte die einheimische Bevölkerung aus.

 

Das französische Bürgertum und der Absolutismus

Diese Maßnahmen Colberts erleichterten es dem Bürgertum, Manufakturen zu gründen und reich zu werden. Die Manufakturbesitzer, Kauflaute und Reeder hatten deshalb lange Zeit nicht gegen den Absolutismus Ludwigs XIV. einzuwenden. Auch unter den höchsten Beamten Ludwigs XIV. befanden sich viele, die bürgerlicher Herkunft waren. Der französische Absolutismus förderte also eine Zeitlang das Streben des Bürgertums nach Ausdehnung seiner Betriebe und nach höheren Gewinnen. Aber bereits in den letzten Jahrzehnten der Regierung Ludwigs XIV. empfanden die Manufakturbesitzer die staatliche Aufsicht als lästig und gerieten in Gegensatz zum absoluten Königtum. Außerdem konnten sie immer weniger verkaufen, da durch die lang andauernden Kriege die Bauern verarmten und ganze Landstriche entvölkert wurden.

Colbert besichtigt Gobelinmaufaktur

Colbert besichtigt eine Gobelin-Manufaktur

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Verarmung Frankreichs durch Kriege

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Bericht über Folgen der Kriege

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Geschichtsbuch DDR 7. Klasse Kopie

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Frankreichs Wirtschaft unter Ludwig XIV.

 

Der französische Absolutismus

Die Herrschaft Ludwigs XIV.

Frankreich war in der zweiten Hälfe des 17. Jahrhunderts der stärkste und reichste Staat Europas geworden. Von 1643 bis 1715 war  Ludwig XIV. König.

Was seine Vorgänger begonnen hatten, vollendete er, indem er alle Macht in seiner Hand vereinigte. Er schaffte das Amt eines ersten Ministers ab und ließ die Generalstände nicht mehr zusammentreten. Diese Versammlung von Vertretern des Adels, der Geistlichkeit und des Bürgertums besaß früher das Recht, die Steuern zu bewilligen. Ludwig XIV, erließ selbst die Gesetze und wachte über deren Durchführung. Gleichzeitig war er auch der oberste Richter des Königreiches.

Zu Beamten, die sich in den ersten Jahren seiner Regierung nicht seinem Willen fügen wollten, sagte er: „Sie haben gedacht, meine Herren, dass Sie der Staat sind? Der Staat bin ich!“ Die Herrschaft Ludwigs XIV. war unumschränkt(absolut). Eine solche Staatsform nennt man Absolutismus.

Ludwig XIV. in Notre Dame ParisBildunterschrift Ludwig XIV Notre Dame

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Die Machtstützen des Absolutismus

Viele Adlige empörten sich zuerst über die unumschränkte Herrschaft des Königs. Doch bald sahen sie ein, wie unrecht sie hatten. Wenn sich, wie es oft geschah, die Bauern bewaffneten und gegen die Schlösser der Adligen zogen, waren bald die Soldaten des Königs zur Stelle. Sie schützten das Eigentum der Grafen und Barone besser, als diese es selbst konnten, und gingen mit grausamer Vergeltung gegen die aufständischen Bauern vor.

So sorgte Ludwig XIV. dafür, dass die Feudalherren nach wie vor die Bauern ausbeuten konnten. Der König wachte auch darüber, dass die Adligen ihre Vorrechte behielten: Sie blieben die Gerichtsherren der Bauern, brauchten keine Steuern zu zahlen, und ihnen allein waren die hohen Ämter bei Hofe, in der Verwaltung und im Heer sowie die einträglichen Bischofs- und Erzbischofsstellen zugedacht.

Der Absolutismus diente also dazu, die alte, feudale Gesellschaftsordnung zu erhalten. Das geschah zu einer Zeit, wo bereits neue Kräfte zu wirken begannen, die wir schon als Beispiel Englands(wird in einer der nächsten Ausgaben von DIE TROMMLER behandelt)sehen.

Dieses Ziel zu erreichen, halfen dem König Tausende von willfährigen Beamten, die bis in das entlegenste Dorf seinen Willen durchsetzten. Die wichtigsten waren die von Ludwig XIV. mit der Verwaltung der Provinzen betrauten Intendanten. Die Beamten trieben die Steuern von den Bürgern und Bauern ein und sorgten dafür, dass alle Befehle des Königs ausgeführt wurden.

Einen bedeutenden Teil der Steuereinnahmen verwandte Ludwig XIV. dazu, ein großes Heer aufstellen zu lassen. Dieses Heer fiel in die Nachbarländer Frankreichs ein und eroberte neue Gebiete. Es blieb auch im Frieden unter Waffen. Man nannte es „stehendes Heer“, weil es nicht mehr wie die Landsknechttruppen nach jedem Krieg wieder entlassen wurde. Die „Soldaten“ wurden „Söldner“, da sie für „Sold“ kämpften. Ein solches Heer sollte verhindern, dass sich die Bauern gegen den Adel erhoben.

Neben den Beamten und dem Heer dienste dem absoluten König auch die katholische Kirche. Die Geistlichen predigten, dass der König seine Gewalt von Gott habe und ihm deshalb alle Untertanen gehorchen müssten. Die Beamten, das stehenden Heer und die katholische Kirche bildeten die wichtigsten Machtstützen für die absolute Königsherrschaft.

Entwicklung Frankreichs unter Ludwig XIV. und Nachfolgern

Die Entwicklung Frankreichs unter Ludwig XIV, und seinen Nachfolgern(1643-1789)

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Schloss Versailles

Bilder entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Das Leben am königlichen Hofe

Um die eigenen Untertanen und die Fürsten Europas durch seine Macht zu blenden, ließ Ludwig XIV. in der Nähe von Paris mit den Steuergeldern von Bürgern und Bauern das Schloss Versailles bauen. Hunderte von Arbeitern starben beim Bau des Schlosses an Sumpffieber, da Ludwig XIV. darauf bestand, das Schloss in einem sumpfigen Waldgelände bei Paris zu errichten.

Lieselotte von der Pfalz zu Abend im Schloss

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Das Schloss zu Versailles bevölkerten die königlichen Prinzen und Prinzessinnen, viele Adlige, der „Hofadel“ und zahlreiche Erzbischöfe und Bischöfe, die aus dem Adel stammten. Sie beschäftigten sich damit, Feste zu feiern und auf Jagd zu gehen. Einer versuchte den anderen in der Gunst des Königs auszustehen.

Das Schloss enthielt prachtvoll ausgestattete Wohnräume, Gänge und Säle. Am eindrucksvollsten erschien dem Besucher der 80 Meter lange und 10 Meter breite Spiegelsaal. Die hohen Fenster reichten von der Decke bis zum Boden. Seine Wände waren mit großen Spiegeln verkleidet. Das Schloss wurde von einem riesigen Park umgeben. Breite, gerade Wege durchschnitten ihn, und zwischen den geometrisch geschnittenen Bäumen erblickte man immer wieder Rasenflächen und Springbrunnen. Wegen des schimmernden Glanzes, der ihn umgab, ließ sich Ludwig XIV. gern „der Sonnenkönig“ nennen.

 

Das Los der Untertanen

Das glanzvolle Leben am Hofe, das die Adligen auf ihren Schlössern nachzuahmen suchten, und die vielen Kriege erforderten Geld und nochmals Geld. Daher ersannen die königlichen Beamten immer neue Steuern, die die Kaufleute, Handwerker und Bauern zu zahlen hatten. Der König verlangte jetzt auch noch eine Kopf- und Salzsteuer und zwang die Bauern, kostenlos Wege instandzuhalten. Besonders schwer war das Los der Bauern, da auch die Feudalherren ständig höhere Abgaben verlangten. Den Bauern blieb so wenig für ihre eigene Nahrung, dass sie manchen Winter nur von Eicheln und Wurzeln lebten. Tausende starben vor Hunger und Kälte. So lebten der Hof Ludwigs XIV. und der Adel auf Kosten des französischen Volkes.

Bericht über Not des französischen Volkes

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Geschichtsbuch DDR 7. Klasse Kopie

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Der französische Absolutismus

 

 

Der Sieg des Partikularismus in Deutschland

Part ist das Fremdwort, bzw. das englische Wort für Teil. Hier geht es um einen in viele mächtige Teilstaaten zersplitterten Staat mit einer schwachen Zentralgewalt. Siehe Wikipedia.

Die Merkmale des Absolutismus in Frankreich und Deutschland

Einst war Deutschland der mächtigste Staat Europas, der ein starkes Königtum und damit eine starke Zentralgewalt besaß.

Diese Zeit lag nun schon Jahrhunderte zurück. Die Zentralgewalt zeigte sich nach dem Dreißigjährigen Krieg machtloser denn Je: Das Reich bestand aus über 300 selbstständigen Staaten, in denen die Fürsten selbstherrlich und voller Willkür regierten. Von der früheren starken Stellung Deutschlands in Europa konnte man im 17. Und 18. Jahrhundert nichts mehr feststellen.

Das 17. Und 18. Jahrhundert war in der Geschichte die Zeit des Absolutismus. Die absolutistische Staatsform gab es damals in vielen Ländern Europas.

Während in Deutschland der Absolutismus die Zersplitterung des Landes nur noch vertiefte, verlief in den übrigen großen Ländern Europas die geschichtliche Entwicklung ganz anders. England, Frankreich und Russland wurden mächtig. Besonders Frankreich stieg am Ende des Dreißigjährigen Krieges zur Großmacht auf. Schon seit langem machte dieses Land eine andere Entwicklung durch als Deutschland, wo das ehemals mächtige Königtum zerfiel und sich das Reich in Landesfürstentümer auflöste. In Frankreich aber bildete sich aus den zersplitterten Gebieten der Fürsten ein kraftvoller Einheitsstaat mit einer starken Zentralgewalt. Das ging nicht ohne Kampf.

Entwicklung Zentralgewalt in Frankreich

Als im 17. Jahrhundert auch in Deutschland der Absolutismus entstand kam es zu einem anderen Ergebnis.

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Absolutismus in Interesse des Adels

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Was den Absolutismus in Deutschland und in Frankreich unterschied, waren die besonderen Merkmale, die den landesfürstlichen Absolutismus in Deutschland kennzeichneten. Die in Deutschland entstandene Art des Absolutismus wird im Vergleich zu Frankreich nur als eine „verkrüppelte“ Form des Absolutismus bezeichnet.

Weil der Absolutismus in den deutschen Landesfürstentümern  eine „verkrüppelte“ Gestalt annahm, hatte das deutsche Volk unter dieser Staatsform besonders schwer zu leiden. Vor allem aber behinderte der landesfürstliche Absolutismus die Entwicklung des Bürgertums und der neuen kapitalistischen Produktionsweise, soweit sie nicht zur Erhöhung der landesfürstlichen Einnahmen diente.

Deutschland blieb hinter den wirtschaftlich fortgeschrittenen Ländern wie England, den Niederlanden und Frankreich weit zurück.

Die Unterschiede zwischen dem Absolutismus in Frankreich und Deutschland waren nicht zufällig entstanden. Sie hatten Ursachen, die weit in die Geschichte der beiden Länder zurückreichen.

Wie der französische Absolutismus ein Ergebnis der geschichtlichen Entwicklung Frankreichs seit dem 10. Jahrhundert war, so stand auch der landesfürstliche Absolutismus in Deutschland am Ende der geschichtlichen Entwicklung, die Deutschland seit dieser Zeit genommen hatte. Allerdings war diese Entwicklung anders verlaufen.

 

Deutschlands Weg zum zersplitterten und ohnmächtigen Staat

 

10. Jahrhundert

König Otto I. (936-973)

König Otto I.

 

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

König Otto I. (936-973)schuf im Kampf gegen die Herzöge einen mächtigen deutschen Staat mit einer starken Zentralgewalt. Mit seiner Krönung zum Kaiser 962 in Rom und der Unterordnung des Papstes leitete er jedoch zugleich die Italienpolitik ein. Sie wirkte sich verhängnisvoll auf die deutsche Geschichte aus, weil sie später die deutschen Könige von ihren Aufgaben in Deutschland ablenkte.

 

11. Jahrhundert

 

Papst Gregor VII.

Papst Gregor VII.

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

Weil Papst Gregor VII. die Unterordnung des Papstes und der Kirche unter den deutschen König aufheben wollte, kam es zwischen ihm und König Heinrich IV.(1056-1106)zu Auseinandersetzungen. Die Fürsten(Partikulargewalten) nutzten die Schwierigkeiten des Königs(Zentralgewalt) aus und verbündeten sich gegen ihn mit dem Papst.

 

Heinrich IV.

König Heinrich IV.

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Heinrich IV. fand in den Städten wichtige Verbündete. Er begünstigte die Städte aber nur solange, wie er sie im Kampf gegen die Fürsten brauchte.

 

12. Jahrhundert                           13. Jahrhundert

Die Auseinandersetzungen mit dem Papst sowie das Streben nach Macht und erhöhtem Ansehen führten die deutschen Könige immer wieder nach Italien. In dem Kaiserreich Friedrichs II. (1212-1250) war Deutschland nur noch ein Nebenland, um das sich der König wenig kümmerte.

Friedrich II.

Friedrich II.

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Das nutzten die Partikulargewalten aus, um ihre Macht gegenüber der Zentralmacht weiter zu vergrößern. Um die Fürsten für seine Italienpolitik zu gewinnen, machte ihnen Friedrich II. in den Gesetzen von 1220 und 1232 große Zugeständnisse. Damals wurden die Fürsten zu Landesherren in selbstständigen Staaten. Weil der König die Partikulargewalten und somit die Zersplitterung des Landes förderte, litten auch die wirtschaftlichen Beziehungen. Das war von Schaden für die Städte, die eine starke Zentralgewalt und ein einheitliches Wirtschaftsgebiet brauchten und deren Interessen der König nicht wahrnahm.

 

14. Jahrhundert

Einer kleinen Gruppe mächtiger Fürsten fiel das Recht zu, den König zu „küren“(wählen). Diese „Kurfürsten“ waren bestrebt, stets einen schwachen König auszusuchen, der den Partikulargewalten nicht gefährlich werden konnte. In einem Gesetz, der Goldenen Bulle(1536), billigte der König den Kurfürsten wichtige Rechte zu.

Goldene Bulle

Goldene Bulle

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

So wurden die Kurfürsten zu mächtigen und unabhängigen Herren in ihren Ländern. Weil nun in einem Reichsgesetz die Zersplitterung Deutschlands bestätigt war, rückte die Herstellung eines einheitlichen deutschen Staates und die Bändigung der Partikulargewalten durch eine starke Zentralgewalt in weite Ferne.

 

15. Jahrhundert                   16. Jahrhundert

Innerhalb der feudalen Ordnung entstanden die ersten Anfänge der neuen, kapitalistischen Produktionsweise. Dieser Frühkapitalismus, der eine Weiterentwicklung der Gesellschaft bedeutete, stieß überall auf die Hindernisse, die ihm der Feudalismus setzte(Leibeigenschaft, Zunftverfassung, feudale Zersplitterung des Landes). Sollten sich die frühkapitalistischen Verhältnisse frei entfalten, so mussten diese feudalen Verhältnisse beseitigt werden.

Das war die Aufgabe der frühbürgerlichen Revolution, die sich mit der Reformation(1517) und dem deutschen Bauernkrieg(1524/26) gegen den Einfluss der Papstkirche in Deutschland und den Feudalismus richtete.

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Weil es den Fürsten gelang, diese Revolution niederzuschlagen, erstarkten die Partikulargewalten weiter.

Deutschland blieb ein zersplitterter Staat mit einer ohnmächtigen Zentralgewalt.

 

17. Jahrhundert

Weil in Deutschland eine starke Zentralgewalt fehlte, wurde das Land zum Schauplatz eines europäischen Krieges.

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Er endete mit einer nie dagewesenen wirtschaftlichen und politischen Schwächung des einst starken deutschen Staates. Die Partikulargewalten siegten endgültig über die Zentralgewalt. Das kam mit dem Friedensschluss zum Ausdruck, der die volle Selbstständigkeit der deutschen Fürsten gegenüber der Zentralgewalt vertraglich festlegte.

 

Deutschland und die Großmächte Europas an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert

Deutschland und die Großmächte Europas Wende 17. zum 18. Jahrhundert

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

In England hatte ich die kapitalistische Produktionsweise am frühesten durchgesetzt. Das Land nahm einen gewaltigen wirtschaftlichen Aufschwung. Auch andere Staaten Europas standen bald vor den gleichen geschichtlichen Fragen, die in England schon längst gelöst waren. In Deutschland vollzog sich diese Lösung in einem recht langwierigen Prozess. Wie in Frankreich dieser Vorgang im 18. Jahrhundert verlief, siehe das Thema Französische Revolution.

 

Geschichtsbuch DDR 7. Klasse Kopie

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Der Sieg des Partikularismus