Gedanken zu Aufgaben für Schulkinder der DDR

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982Geschichtsbuch DDR 5. Klasse Titel

 

Aufgaben für Schulkinder der DDR

 

Die erste Frage nach den Ratschlägen die Quintus seinem Bruder gab und die zweite Frage, warum im Römischen Reich auf diese Weise regiert wurde beziehen sich nur auf das Römische Reich. Der Bezug zu den seinerzeitigen kapitalistischen Staaten fehlt, wo bereits damals auf die gleiche Weise, wie im römischen Reich regiert wurde.  Es kann spekuliert werden, ob man im Zuge der sozialdemokratischen „Entspannungspolitik“ falsche Rücksichten nahm und darum den Vergleich der Regierung des römischen Reiches mit den damaligen kapitalistischen Ländern scheute.

Die dritte Frage ist ja sehr interessant. Welche Mitarbeit der Eltern in der DDR? Das Buch kam 1982 raus. Zu dieser Zeit hatte bereits die Mehrheit leider kein Interesse an einer Mitarbeit, denn der Westen hatte die Leute derart beeinflusst, dass sie kein Interesse an einer Mitarbeit zum Wohlergehen ihres Staates hatten. Als die Regierung der DDR nicht mehr in der Lage war die Arbeiterklasse zu vertreten, konnte der Westen noch mehr Einfluss nehmen und der Untergang nahm seinen Lauf.

Eine sozialistische Demokratie lebt von Mitarbeit. Erich Mielke, der von den heutigen Geschichtsschreibern verteufelt wird, erklärte in seinen Vorträgen, wie wichtig das Mitmachen aller ist.

 

Arbeite, plane und regiere mit DDR

Bild von Facebook entnommen

 

Hätten die Leute mehrheitlich mitgewirkt, dann hätten die Menschen gegen eine unfähige Regierung demonstriert.  Da die Mehrheit passiv war, hatte der Westen mit seiner Einflussnahme leichtes Spiel. Von einem unverbindlichen  „Wir sind das Volk“ ist „Wir sind ein Volk“ geworden.  Der weg zu Annexion der DDR durch die BRD war  somit vorgezeichnet.

 

Zusammengestellt und bearbeitet von Petra Reichel

 

Advertisements

Das Staatswesen des alten Rom

Zeitleiste altes Rom

Zeitleiste Altes Rom

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982

 

 

Das römische Recht ist das Vorbild für die heutige Rechtsordnung.  Spätere Staaten knüpften an das alte Rom an.

Das  alte Rom war der Staat der römischen Sklavenhalter. Er hatte die gleiche Hauptaufgabe wie die athenische Sklavenhalterdemokratie: Die Sicherung der Sklavenhalter über die Sklaven. Ohne einen straff organisierten Staat konnte die Herrschaft der Römer über ein Weltreich nicht aufrechterhalten werden. Das galt auch für die Ausplünderung der Provinzen. Der Staat machte es möglich, dass die Sklavenarbeit zur Grundlage der gesamten römischen Wirtschaft wurde. Die vom Staat organisierten Eroberungszüge beschafften die dazu notwendigen Sklavenmassen. Nur ein starkes Heer konnte die Aufstände der Sklaven, die über die Hälfte der Bevölkerung in Italien ausmachten, unterdrücken. Das zeigte der Aufstand der Sklaven unter Spartacus deutlich.

Die einflussreichste Einrichtung im römischen Staat war der Senat, der aus 300 Mitgliedern, den Senatoren, bestand. Die römischen Beamten durften wichtige Dinge nicht ohne Befragung des Senats entscheiden.

Die obersten Beamten des römischen Staates waren zwei Konsuln. Ihre Amtsdauer betrug ein Jahr. Sie hatten für die Sicherheit des Landes zu sorgen, sprachen die Kriegserklärungen aus und beriefen Volksversammlungen ein. In Notzeiten ernannten die Konsuln in Übereinstimmung mit dem Senat einen Diktator. Er übernahm alle Rechte, musste jedoch sein Amt spätestens nach sechs Monaten niederlegen. Weitere Beamte überwachten die Ordnung der Stadt Rom, verwalteten die Staatskasse und führten Steuerlisten.

Nach abgelaufener Amtszeit wurden die Konsuln und andere hohe Beamte für ein Jahr mit der Statthalterschaft einer Provinz betraut. Der Statthalter herrschte hier unumschränkt mit Hilfe der Beamten und Truppen.

Den höheren Beamten schritten Liktoren(Begleitpersonen) voran. Sie trugen Rutenbündel mit Beilen darin. Ruten und Beile sollten die Gewalt des Beamten über Leben und Tod der römischen Bürger zeigen.

Während in Athen die Volksversammlung die größte Bedeutung bei wichtigen Entscheidungen besaß, hatte die römische Volksversammlung nicht so große Rechte. In Athen war jeder Teilnehmer berechtigt, seine Meinung über vorgeschlagene Gesetze zu sagen und selbst Vorschläge vorzutragen. In Rom dagegen konnte die Volksversammlung nur die von den Senatoren vorgetragenen Gesetze annehmen oder ablehnen. Außerdem wählte sie die höchsten Beamten. Eine allgemeine Beratung in der Volksversammlung gab es nicht. Die Wirksamkeit der Volksversammlung wurde noch mehr eingeschränkt, als Konsuln und Senatoren begannen, die Teilnehmer zu bestechen.

Aufbau römischer Staat

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982

 

 

Vorschläge für die Regierung im römischen Staat

Den berühmten Redner Marcus Cicero beschäftigte sein ein paar Tagen immer wieder ein Gedanke: Was muss man tun, damit man Konsul des Römischen Reiches wird? Cicero war zu dieser Zeit 42 Jahre alt und seit fas zehn Jahren einer der berühmtesten römischen Männer. Er bat auch seinen Bruder Quintus um Rat. Nach langem Nachdenken schrieb Quintus Cicero seinem Bruder einen Brief. In ihm gab er dem Kandidaten für das Konsulamt Ratschläge. „Gehe jeden Tag auf dem Forum herum, unterhalte Dich viel. Ermahne alle, die in Deiner Schuld stehen, dass sie jetzt Gelegenheit hätten, Dir einen Gefallen zu tun“, so schrieb er.

Ein anderer wichtiger Ratschlag lautete: „Sage ihnen, dass Du niemals mit der Volkspartei einverstanden gewesen bist. Schließlich muss man sich Freunde aus allen Schichten der Bevölkerung anschaffen, berühmte Politiker, aber auch Vertreter des Volkes, die in der Volksversammlung für Dich arbeiten.“

Quintus ermahnte: „Überprüfe Deine Haltung zum Volk. Diese Sache verlangt, dass Du die Leute bei ihrem Namen ansprichst, ihnen schmeichelst, dass Du Ausdauer hast, freigiebig bist.“

Quintus wusste genau, auf die Freigiebigkeit kam es an. Besonders die Masse der verarmten Bauern, die nach Rom gezogen waren, schaute darauf. Ihre Stimme in der Volksversammlung konnte man sich damit sichern. Geld und besonders Getreide wurden an die Armen verteilt. Laut genug und oft genug musste gesagt werden, wer der Spender war. Zu kostenlosem Essen lud man ein. Wurde dann noch verkündet, dass der Bewerber für das Konsulnamt Gladiatorenspiele veranstaltete, waren viele Arme für die Wahl gewonnen. Arbeit hatten sei nicht, Sklaven waren billigere Arbeitskräfte. Sie besaßen nichts. Viele dachten: „Ein Konsul, der für uns ein Herz hat, könnte unsere Lage vielleicht verbessern!“

Quintus lächelte in sich hinein: Brot und Spiele! Das ist die einfache Formel unserer Macht im Staat und besonders in der Volksversammlung. Erst mit Geld Stimmen kaufen, als Konsul sparsamer sein, dann als Statthalter in einer Provinz reicher werden, als man jemals war!

Noch einen Ratschlag gab Quintus seinem Bruder: „Dann entschließe Dich, Dich so zu verstelle, dass es aussieht, als ob Deine Haltung gegenüber dem Volk echt wäre!“

Quintus überlas noch einmal das Geschriebene, er war zufrieden.

Nur ein Jahr darauf wurde Marcus Cicero Konsul des Römischen Reiches.

 

Diese Ratschläge kommen klingen irgendwie bekannt. Denn so geht es auch in der heutigen Politik zu. Die Politik von „Brot und Spielen“ wird auch heute, nur in moderner Form, betrieben. Heute dienen die modernen Medien mit seichter Unterhaltung und gefilterten Informationen, die als Propaganda dienen, der Ablenkung der „kleinen“ Leute, damit sie sich keine weiteren Gedanken um ihr Leben, Politik und Geschichte machen. Was im alten Rom z.B. das kostenlose Getreide und Geld für die verarmten Bauern war, sind heute die Sozialleistungen. Doch das „Brot“, also die Sozialleistungen werden heute geschmälert, da ja der Kapitalismus, die heutige Ausbeuterordnung, gesiegt  hat.

Durch die Politik von „Brot und Spielen“ erlangten die reichsten Römer eine Beliebtheit, die sie bei der Abstimmung in der Volksversammlung ausnutzten. Auf diese Weise wurden dann nur den reichen Sklavenhaltern dienenden Eroberungspläne römische Gesetze. Auch hier kann man Parallelen zur heutigen Zeit ziehen.  Was damals die Sklavenhalter waren, sind heute die Kapitalisten.

Die sich hieraus ergebenden Kriegszüge brachten vor allem den reichsten Sklavenhaltern Gewinn. Deshalb feierten sie jeden siegreichen Feldzug. Der Senat bewilligte dem siegreichen Feldherrn einen Triumphzug. Dieses Fest war immer ein Fest für die einflussreichsten Bürger, denn sie waren die späteren Statthalter und Steuerpächter der neuen Provinzen. Für die armen Römer blieb als Beute nur etwas Geld, das der Triumphator in die Volksmenge werden ließ.

Kriege und Rüstung sind auch heute ein Bombengeschäft(im wahrsten Sinne des Wortes)für die Rüstungskonzerne.

 

Geschichtsbuch DDR 5. Klasse Titel

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Siehe Originaltext:

Die Sklaven in Rom

 

Das Staatswesen war im Geschichtsbuch unter dem Abschnitt Sklaven behandelt worden.

Der Aufstand des Spartacus

Einer der bedeutendsten Sklavenaufstände war der Spartacus -Aufstand.  Im Sommer des 74 v.u.Z. durchbrachen 78 Gladiatoren unter der Führung von Spartacus alle Bewachsungsketten der Gladiatorenschule in Capua.

Ausbruch aus Gladiatorenschule in Capua

Ausbruch aus der Gladiatorenschule in Capua

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982

 

Spartacus, der Führer des Aufstandes, stammte aus dem Volk der Thraker, das im heutigen Bulgarien und in Nordgriechenland beheimatet war. Er nahm an den Befreiungskämpfen seines Volkes gegen die Römer teil und geriet in Gefangenschaft. Durch seine ungewöhnliche Kühnheit und seine körperliche Stärke wurden die Römer auf ihn aufmerksam. Sie verkauften ihn direkt nach Rom in die Sklaverei. Von hier aus brachte man ihn in die Gladiatorenschule nach Capua.

Schon die Organisierung des Ausbruchs der Gladiatoren unter der gestrengen Bewachung bewies die Fähigkeiten und die Entschlusskraft des Spartacus.

Die Gladiatoren flüchteten nach dem Sieg über die Soldaten in Capua auf den Vesuv. Hier wollten sie Kräfte für den weiteren Kampf sammeln. Hierher folgten ihnen auch Sklaven aus der Umgebung. Gegen sie wurde der römische Feldherr Claudius mit 3 000 starken, gut ausgerüsteten Soldaten schickt. Bis auf eine steile Felswand, über die jeder Abstieg unmöglich erschien, belagerte Claudius mit seinen Soldaten den Fuß des Berges. Den einzigen gangbaren Weg hatte er mit besonders starken Kräften besetzt. Sein Plan sah vor, die Sklaven auf dem Berg auszuhungern. Sollten die Gladiatoren den Abstieg versuchen, so würde er sie in einem fürchterlichen Gegenschlag besiegen, sie vernichten.                                                                                                                                Spartacus ließ die Ranken wilder Weinstöcke sammeln. Daraus flochten die Sklaven kunstgerecht Strickleitern. In der Nacht wagten sie damit den Abstieg vom hohen, steilen Felsen. Er gelang. Im Rücken des ahnungslosen Feindes sammelte Spartacus seine Mannschaft. Die wenigen, nicht einmal gut bewaffneten Sklaven schlugen die schwerbewaffneten, überraschten Soldaten in die Flucht!

Einer so mutigen und gut organisierten Sklavenstreitmacht hatte das römische Heer noch nicht gegenübergestanden. Aus allen Teilen Italiens, aus Städten und von Gütern, strömten Sklaven und sogar arme freie Bauern zum Heer des Spartacus. Es umfasste bald über zehntausend Menschen. Die Angst der römischen Sklavenhalter vor  Spartacus wurde immer größer und ihr Hass stieg.

Spartacus hatte das Ziel, die Sklaven aus Italien hinauszuführen und ihnen den Weg in die Heimat zu bahnen. Auf seinen Zügen durch Italien besiegte er mehrmals starke römische Truppen. Die Stadt Rom wollte Spartacus nicht angreifen. Er glaubte, er könnte sie auch mit einem großen, gut organisierten Heer nicht unterwerfen. Ein Teil seiner Anhänger beschloss jedoch, gegen die Hauptstadt Rom zu ziehen. Die Abteilung trennte sich von Spartacus. Sie konnte von römischen Truppen auf ihrem Zug nach Rom vernichtet werden. Die Armee des Spartacus wurde durch die Abspaltung geschwächt. Spartacus versuchte deshalb, den Hafen Brundisium zu erreichen. Er wollte mit seinem Heer nach Griechenland übersetzen. Die Römer boten ihre stärksten Heere auf, um die Sklavenabteilungen des Spartacus zu vernichten. Die Erhebung der Sklaven in Italien dauerte nun schon drei Jahre.

Karte Sklavenaufstände

Karte Sklavenaufstände

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982

 

Bevor Spartacus den Hafen Brundisium erreichen konnte, landete dort ein aus Griechenland kommendes Heer. So befanden sich die Sklaven nun zwischen zwei römischen Heeren, und ein drittes war von Norden her im Anmarsch. Spartacus musste befürchten, dass sich die drei Heere zum Kampf gegen ihn vereinten. So versuchte er, zunächst das Heer unter der Führung des reichen Römers Crassus zu schlagen. Es kam zu einer gewaltigen Schlacht, in der die durch viele Märsche und Kämpfe erschöpften Sklaven den römischen Truppen nicht standhalten konnten.

Spartacus

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982

 

Spartacus selbst kämpfte in den vordersten Reihen. Er wolle zu dem römischen Feldherrn Crassus vordringen, tötete auf dem Weg dorthin hohe römische Offiziere, blieb aber schließlich in den dichten Reihen der Römer stecken. Er hatte sich so weit vorgewagt, dass er mit einigen seiner Getreuen vom übrigen Heer abgeschnitten blieb. Durch einen schweren Wurfspieß am Oberschenkel verwundet, gab er sein Pferd auf und focht kniend weiter, den Schild vor sich gestellt. Als er und die bei ihm verbliebenen Sklaven gefallen waren, konnte man seinen Leichnam nicht auffinden. Alle Geschichtsschreiber jener Zeit betonen den Heldenmut der Sklaven, die sich nicht ergaben und nicht die Flucht ergriffen. Über Spartacus heißt es: „Spartacus selbst, der mit erstaunlichem Mut in der vordersten Reihe kämpfte, fiel, wie es sich für einen großen Feldherren geziemte.“

Nach den Berichten der Geschichtsschreiber fielen in dieser Schlacht 60 000 Sklaven. Über die Anzahl der gefallenen Römer gibt es keine genauen Angaben, es ist nur von großen Verlusten die Rede.

Die römischen Sklavenhalter übten grausame Rache. Entlang der Straße von Rom nach Capua, der Via Appia, Ließen sie 6 000 Sklaven ans Kreuz schlagen und langsam umkommen. Damit endete der Sklavenaufstand unter Spartacus, der von 74 bis 71 v. u. Z. dauerte.

Aber noch viele Jahre danach versetzten versprengte Sklavenabteilungen die Römer in Schrecken. Noch über hundert Jahre später haftete der große Aufstand im Gedächtnis der Römer.

 

Geschichtsbuch DDR 5. Klasse Titel

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

siehe Originaltext

Die Sklaven in Rom

 

Vom Kampf der Sklaven um ein besseres Leben

Ursachen und Formen des Widerstandes der Sklaven

In der Arena kämpften immer Gladiatoren mit verschiedener Bewaffnung gegeneinander.  Ein Teil kämpfte in Rüstungen. Andere hatten nur einen Dreizack und ein Fangnetz. Kämpfer mit großen Schilden und kleinen Dolchen hatten Gegner mit langen Schwertern und kleinen Schilden. Blieb der im Kampf Unterlegene noch am Leben, dann entschieden die Zuschauer über sein Schicksal. Schwenkten sie die Tücher, so wurde ihm das Leben geschenkt, richteten sie die Daumen nach unten, so bedeutete das für ihn den Tod. Die Hinrichtung unterlegener, nicht begnadigter oder schwerverwundeter Gladiatoren besorgten die Aufseher.

Behandelten die Sklavenhalter die Sklaven menschenunwürdig, bereitete es ihnen sogar ein Vergnügen, Sklaven in den Gladiatorenkämpfen qualvoll sterben zu sehen. Trotzdem lebten die Sklavenhalter in ständiger Angst, denn die römischen Sklaven ertrugen die maßlose Ausbeutung nicht ohne Widerstand.  Die Bergwerks- und Latifundienbesitzer kauften deshalb gerne Sklaven aus verschiedenen Provinzen. Dadurch wollten sie verhindern, dass sich die Sklaven verständigten. Aber auch diese Maßnahme brachte kaum Erfolg.

Über den reichen Cato, der ein ausführliches Buch über die Landwirtschaft schrieb, wird berichtet: „Er war ständig darum bemüht, dass unter seinen Sklaven Streit und Feindschaft herrschten, da er vor Einmütigkeit in ihrer Mitte Angst hatte und sie fürchtete.“

Auf den Latifundien hatten die Sklaven kein Interesse an der Arbeit. Für einen Sklaven war auch die reichste Ernte kein Gewinn. Sie machte höchstens den Besitzer des Landes und der Leute noch habgieriger. Deshalb gingen die Sklaven sorglos mit Vieh und Werkzeugen um und pflegten die Felder schlecht. Weil sich diese Art der Auflehnung der Sklaven, die „Sabotage“, immer weiter verbreitete, entstand ein großer Schaden für die Latifundienbesitzer.

Zahlreiche Sklaven versuchten auch, in ihre Heimat zu fliehen. Zur Strafe hielt man sie bei Tag und Nacht in Ketten oder brannte ihnen ein Zeichen auf die Stirn.

Es wird berichtet, dass auf Sizilien allein in einem Jahr 917 entflohene Sklaven eingefangen wurden. Diese Zahl macht zwei Dinge deutlich. Die Flucht erschien für sehr viele Sklaven der einzige Weg, den Quälereien der Sklaverei zu entkommen. Zum anderen wird durch die Zahl belegt, dass sehr viele Flüchtlinge wieder eingefangen wurden.

Seit die Sklaverei in Rom bestand, lehnten sich Sklaven gegen ihre Herren auf. Zu größeren Aufständen kam es aber erst seit dem 2. Jahrhundert v.u.Z.. Die Gründe dafür bestehen darin, dass die Zahl der Sklaven anstieg und ihre Behandlung immer grausamer wurde. Der Sklavenaufstand war die schärfste Form des Klassenkampfes zwischen Sklaven und Sklavenhaltern. Die Sklaven versuchten mit Waffengewalt die Macht der Sklavenhalter zu brechen.

Ausbruch aus Gladiatorenschule in Capua

Ausbruch aus der Gladiatorenschule in Capua

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982

 

 

Geschichtsbuch DDR 5. Klasse Titel

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

siehe Originaltext:

Die Sklaven in Rom

 

Die Gladiatoren

Eine besondere Gruppe von Sklaven bildeten die Gladiatoren. Dazu machte man die stärksten und mutigsten kriegsgefangenen. Sie mussten zur Unterhaltung der freien Römer gegeneinander kämpfen. Die Gladiatorenkämpfe nahmen in Rom im 1. Jahrhundert v.u.Z. zu. Sie hatten den gleichen Zweck wie die kostenlose Ausgabe von Getreide, Öl, Wein und Geld. Sie sollten die Armen vom Kampf um ein menschenwürdiges Dasein abhalten. Wer daran gewöhnt wurde, mit Freude Menschen sterben zu sehen, konnte schließlich auch als Soldat die größten Gräueltaten verrichten.

Die Gladiatoren wurden in besonderen Schulen auf den Kampf vorbereitet. Sie erhielten nahrhafte Kost. Ihre Ausbildung war hart und grausam. Fesseln in Eisenketten, Brennen mit glühendem Eisen und Schläge waren Strafen für geringste Vergehen. Jeder Gladiator wurde in einer bestimmten Kampfart ausgebildet. Im 1. Jahrhundert v.u.Z. war ein römisches Fest ohne die blutigen Kampfspiele und den Tod der unterlegenen Kämpfer denkbar.

Gladiatorenkampf

Gladiatorenkampf

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982

 

In der Arena kämpften immer Gladiatoren mit verschiedener Bewaffnung gegeneinander.  Ein Teil kämpfte in Rüstungen. Andere hatten nur einen Dreizack und ein Fangnetz. Kämpfer mit großen Schilden und kleinen Dolchen hatten Gegner mit langen Schwertern und kleinen Schilden. Blieb der im Kampf Unterlegene noch am Leben, dann entschieden die Zuschauer über sein Schicksal. Schwenkten sie die Tücher, so wurde ihm das Leben geschenkt, richteten sie die Daumen nach unten, so bedeutete das für ihn den Tod. Die Hinrichtung unterlegener, nicht begnadigter oder schwerverwundeter Gladiatoren besorgten die Aufseher.

 

Geschichtsbuch DDR 5. Klasse Titel

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

siehe Originaltext:

Die Sklaven in Rom

 

Auf einem römischen Latifundium

Die Sklaven arbeiteten in einer Reihe. Sie schwiegen und bückten sich. Alle Kraft, die in ihren schmerzenden Körpern war, brauchten sie, um im geforderten Tempo mit der Hacke den Boden aufzulockern.

Sklavenarbeit auf Latifundium

Sklavenarbeit auf einem römischen Latifundium

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982

 

Sieben Stunden arbeiteten sie heute schon. Soeben begannen sie auf einem neuen Feld. Ihre Gesichter waren stumpf und müde. Noch weitere sieben Stunden Arbeit! Beim Aufbrüllen des Sklavenaufsehers zuckten alle zusammen. Wen wird der Peitschenschlag treffen? Wer war in der Reihe ein wenig zurückgeblieben? Wem war die Harke aus den schwieligen Händen gerutscht? Die Peitsche klatschte auf dem Rücken des Galliers. Kaum wagte einer, den Kopf zu ihm zu drehen. Im Sklavenkeller hatten all in der Nacht sein leises Stöhnen gehört. Unruhig hatte er sich auf dem schmutzigen Stroh gewälzt. Sein einziger Gedanke war: „Nur nicht krank werden! Von den Schmerzen im Rücken darf der Aufseher nichts erfahren.“ Die jetzt die Reihe neben ihm arbeiteten, hatten ihn am Morgen angesehen.  „Wirst du es schaffen?“ schienen ihre Augen zu fragen. Alle Sklaven auf dem Latifundium wussten, was geschah, wenn einer krank wurde. Reichte die Brotzuteilung schon so nicht, um satt zu werden, konnte der bittere, mit Wasser verdünnte Wein den Durst nicht stillen, ein kranker Sklave bekam nur die Hälfte des Brotes und des Weins. Bei einer solchen Verpflegung ließen die Kräfte ganz nach. Und ein grauhaariger, abgemagerter Sklave wurde behandelt, wie abgenutztes, unbrauchbares Werkzeug. Ein solches Werkzeug wurde weggeworfen, ein solcher Sklave davongejagt. Er starb an Krankheit oder vor Hunger. Sollte dies das Schicksal des Galliers sein? Er hatte gegen die Römer gekämpft, als sie seine Heimat besetzten. Seine Familie hatte er schützen wollen. Dabei fingen ihn die Römer, auf dem Sklavenmarkt kaufte ihn der Latifundienbesitzer. Mit über hundert Sklaven trat er den langen Marsch zum Latifundium an. Aneinandergekettet, von Bluthunden umkreist und von Wächtern verprügelt, kamen sie an. In drei Jahren wurde der Gallier unter der heißen Sonne, der nicht endenden Arbeit und den Schlägen der Aufseher ein alter Mann. Er konnte nicht stolz sein auf den herrlichen römischen Wein, der aus den Reben entstand, die er gepflückt hatte. Er bewunderte nicht das Öl der Oliven, die er gepflegt hatte. Der Gallier hasste die Arbeit auf den Olivenfeldern und in den Weinbergen. Am meisten hasste er den, der das Latifundium besaß und dem er gehörte, den reichen Sklavenhalter.

 

Geschichtsbuch DDR 5. Klasse Titel

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die fünfte Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

siehe Originaltext:

Die Sklaven in Rom

 

Vom Leben der Sklavenhalter

Die Sklaven lebten in Kellerräumen oder Hütten. Die Häuser reicher Sklavenhalter waren Paläste mit großen, hohen Räumen. Oft schmückten sie Mosaikfußböden und kostbare Wandgemälde. Zu ihnen gehörten prunkvolle Baderäume, oft sogar mit Zentralheizung. Dabei erwärmte die hieße Luft von unten den Fußboden. So spürten die Sklavenhalterfamilien weder etwas von der Asche noch vom Rauch. Zum Palast gehörte meistens ein großer Garten mit Springbrunnen und zahlreichen Statuen.

Im Haus eines Sklavenhalters

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982

 

Wenig Brot, Wein aus Traubenabfällen, unverkäufliches Obst billigen Fisch sollten die Sklaven bekommen. Diesen Rat gab ein Großgrundbesitzer den Sklavenhaltern. Was aber aß er selbst? In das große Haus kamen oft Gäste. Über ihr Essen gibt es Berichte. Es dauerte oft mehrere Stunden. Zu den Speisen, die auf den Tisch kamen, gehörten gebratene Hühner, Taubenbrüste, auch gebratene Nachtigallen. Bei einem großen Essen sollen einmal 7 000 Singvögel zubereitet worden sein. Auch seltene Fische und Leckerbissen aus fernen Ländern gehörten oft zu einem Festmahl. Jeder Esser hatte einen Sklaven zur Seite, der ihm die Speisen auflegte, selbst aber keinen Bissen zu sich nehmen durfte.

 

siehe auch:

Die Sklaven in Rom

 

Geschichtsbuch DDR 5. Klasse Titel

 

Entnommen aus den Geschichtsbuch der DDR für die 5. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel