Der Bauernkrieg in Süddeutschland

Bauernheer auf dem Marsch, Holzschnitt

Bauernheer auf dem Marsch

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Die Programme der Aufständischen

Die Feudalherren waren zunächst machtlos. In den ersten Monaten des Aufstandes, Ende 1524/Anfang 1525, konnten sie keine Truppen gegen die Bauern entsenden, da der Kaiser gerade in Frankreich Krieg führte. So zeigten sie sich freundlich gegenüber den Bauern und versprachen, alle Beschwerden zu berücksichtigen. In Wirklichkeit wollten sie nur Zeit gewinnen, um genügend Truppen zur Vernichtung der Bauern aufzubieten.

Die Bauern blieben aber nicht untätig. Sie eroberten Burgen und stürmten Klöster. Vor allem aber berieten sie, was zu tun sei und welche Forderungen sie an die Feudalherren richten wollten.

Das radikalste Programm war das der Schwarzwälder Bauern. Dieser „Artikelbrief“ wurde aber nicht gedruckt. Auf Grund der mehr als 300 Beschwerden fasste der Feldschreiber des Baltringer Haufens „Zwölf Artikel“ zusammen. Diese „Zwölf Artikel“ waren das verbreitetste und wirksamste Kampfprogramm der Bauern. Darin wurde unter anderem gefordert:

  • Abschaffung der Leibeigenschaft
  • Abschaffung des Zehnten
  • Jagd, Fischfang und Holzung sollten frei sein
  • Rückgabe der Allmende und des Gemeindewaldes an die Bauern
  • Freie Pfarrerwahl durch die Gemeinde

Im März 1525 erschienen erstmals die „Zwölf Artikel“ gedruckt. Mehr als 25mal wurden sie nachgedruckt. Fahrende Buchhändler brachten sie von Ort zu Ort. Überall stimmten die Bauern den „Zwölf Artikeln“ zu und entwickelten sie zu eigenen Programmen weiter.

In Franken bildeten sich nach dem Vorbild derer vom Bodensee drei weitere große Bauernhaufen: der Taubertaler, der Neckartal-Odenwälder(der „helle, lichte Haufen“) und der Bildhäuser Haufen. Der Taubertaler Haufen kämpfte besonders konsequent gegen den Feudalismus. Er forderte ähnlich wie im „Artikelbrief“ der Schwarzwalbauern, dass Edelmann und Geistlichkeit ohne Vorrechte dem Bauern völlig gleich sein sollten. Alle Schlösser und Burgen sollten zerstört werden. Der „helle, lichte Haufen“ lud für Mitte Mai Vertreter aller Bauernhaufen aus Franken und Süddeutschland nach Heilbronn ein. Man wollte darüber beraten, was in Süddeutschland nach dem Siege der Bauern geschehen sollte.

Ein für die damalige Zeit wichtiges Programm war der Reichsreformentwurf, der nun als „Heilbronner Programm“ bekannt wurde. Es sah vor:

  • Neuordnung und Reformation im Reich
  • Neuordnung der Gerichte
  • Vereinheitlichung der Münzen, Maße und Gewichte
  • Abschaffung der Zölle

Diese Pläne einer bürgerlichen Reform hätten in dieser Zeit gelöst werden müssen, da sie für Handel und Wirtschaft günstig waren. Aber dieses Programm drängte die Forderungen der Bauern zurück, und somit konnte es nicht Grundlage für das notwendige Bündnis zwischen Bürgern und Bauern werden.

Geheimes Siegel der Bauern aus Würzburg

Geheimes Sieges der aufständischen Bauern in Würzburg

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Der Gegenangriff der Feudalherren

Aber auch die Feudalherren bleiben nicht untätig. Die Bauern konnten kaum ihre Programme beraten, als sie schon zum Kampf gezwungen wurden. Inzwischen hatten die Fugger(eine der ersten Kapitalisten) das nötige Geld für Söldner beschafft, der „Schwäbische Bund“ seine Truppen aufgestellt und die Kampfhandlungen eröffnet.

Waffen der Bauern in Bauernkriegen

Waffen der Bauern

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Die Truppen waren vom „Schwäbischen Bund“, einer Vereinigung süddeutscher Feudalherren und Städte, angeworben worden. An der Spitze dieser Truppen stand der kaiserliche Truchseß von Waldburg, ein verschlagener, bei Niederwerfung von Aufständen bewährter und grausamer Feind der Bauern. Am 04. April 1525 schlug er bei Leipheim den Baltringer Haufen. Die war ihm gelungen, da die Allgäuer und sie Seebauern ihren Brüdern nicht geholfen hatten. Das zeigte sich als schwerwiegender Fehler. Vereint waren die Bauernhaufen mächtig, aber getrennt konnte die leicht geschlagen werden. Nach dem Sieg über die Baltringer griff der gerissene Truchseß nicht sofort die Allgäuer und die Seebauern an, sondern er verwickelte sie in Verhandlungen. Er versprach ihnen, ihre Forderungen zu erfüllen, wenn sie ihre Waffen niederlegen und nach Hause gehen würden. Die Bauern fielen darauf herein uns schlossen mit ihm den sogenannten „Weingartener Vertrag“ab. Sie glaubten den Herren aufs Wort und wurden betrogen. Nachdem die Mehrzahl der Bauern die Forderungen erfüllt hatte, ließ sie der Truchseß in ihren Dörfern überfallen und bestrafen. So rächten sich die Feudalherren an den Bauern. Die Bauern in Franken konnten in einzelnen Haufen geschlagen werden. Zwar zogen sich die Kämpfe noch vereinzelt hin, im Wesentlichen war aber der Bauernkrieg in Süddeutschland beendet.

In ihren Programmen drückten die Aufständischen sowohl Forderungen aus, die ihr Leben betrafen, als auch solche, die ein einheitliches deutsches Reich im Sinne des aufstrebenden Bürgertums verlangten. Die Bauern konnten in Süddeutschland geschlagen werden, weil sie nicht einheitlich handelten und dem Truchseß von Waldburg Glauben schenkten.

Zum Gedenken wurde oberhalb des Biberhackens westlich von Leipheim am Rand der Flur zu Echlishausen an der B10 ein Bauernkriegsdenkmal errichtet.

Leider gibt es davon kein Bild. Zumindest gibt es doch in einem Alt-Bundesland ein Bauernkriegsdenkmal.


Nachtrag in eigener Sache:

 Die Schreibweise des Namens Truchseß von Waldburg habe ich dem Geschichtsbuch der DDR entnommen. Möglicherweise ist das der gebräuchliche Rufname, da ja Namen von Adligen oft ellenlang sind. Auf Wikipedia ist die Schreibweise des Namens, bzw. der volle Name Georg Truchsess von Waldburg-Zeil.

 Auf Wikipedia sind die Schlachtenverläufe ausführlicher dokumentiert. Für DIE TROMMLER ist der Umfang der Darstellung des Geschichtsbuches der DDR schon von großem Umfang. Wer sich ausführlicher informieren will, kann ja gerne auf Wikipedia nachsehen.

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Der Beginn des Bauernkrieges

Die Bauern in Süd- und Mitteldeutschland lebten in der Zeit um 1500 unter schweren Lasten: Die Willkür der Feudalherren steigerte sich, die Abgaben wurden erhöht, die Ausbeutung nahm zu. Folglich gerieten die Bauern ins Elend. Sie wollten verwirklichen, was Martin Luther gelehrt hatte: „Ein Christenmensch ist ein freier Herr über alle Ding und niemand untertan“. Frei wollten sie sein von den Mönchen und Klöstern. Sie wollten die Predigt in Deutsch hören. Aber vor allem wollten sie den Feudalismus abschaffen und die Allmende zurückerhalten. Sie schöpften in der Reformation neuen Mut.

Bauern bei der Fronarbeit, Briefmarke DDR 1975

Bauern bei der Fronarbeit(DDR 1975)

Die deutsche frühbürgerliche Revolution begann mit der Reformation, die Martin Luther auslöste. Thomas Müntzer führte sie weiter zur Volksreformation, indem er der revolutionären Volksbewegung ein Ziel gab und ihr Recht begründete, sich von den gottlosen Herren zu befreien. Die Bauernbewegung wurde durch die Reformation in Deutschland zum Bauernkrieg. Damit wurde nicht nur die römische Papstkirche, sondern der Feudalismus angegriffen.

Bildquelle: Wikipedia,Bild ist entsprechend verlinkt

 

Im Sommer 1524 brach der Sturm im Schwarzwald los. Bauern verweigerten die Abgaben. Immer mehr Aufständische griffen zu den Waffen. Viele Dörfer schlossen sich an.

Die Aufständischen vereinigten sich in Haufen, einer militärischen Organisation, die sie von den ehemaligen Landsknechten übernahmen. Die Haufen umfassten oft mehrere tausend Mann. Sie waren oft so organisiert: Jeder Haufen hatte ständig einen Feldhauptmann, einen Prediger, einen Schreiber, einen Geschützmeister, einen Trossmeister, einen Wagenmeister, einen Proviantmeister und andere. Die Bauern besaßen zunächst nur Spieße, Hellebarden, Dreschflegel, Sensen, Messer, Äxte, Morgensterne, Keulen und Schwerter. Sie benötigten aber auch Geschütze, Gewehre, Munition, Geld und vor allem Verpflegung für so viele Menschen. Sie stürmten die Klöster und Burgen, denn dort war das alles zu haben. Außerdem vernichteten sie damit die Wohnsitze ihrer verhassten Peiniger.

Der deutsche Bauernkrieg

Der deutsche Bauernkrieg

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse

 

Im Bodenseegebiet bildeten sich zunächst drei große Haufen: der Seehaufen, der Allgäuer und Baltringer Haufen. Zusammensollen es über 300 000 Mann gewesen sein. Das war eine Macht, die den Feudalherren Furcht und Schrecken einflößte.

 

 

 

 

 

 

Thomas Müntzer

Älteste, allerdings nachträgliche und nicht verbürgte Darstellung Thomas Müntzers aus dem Jahr 1608;[1] Kupferstich von Christoph van Sichem

Thomas Müntzer

Älteste, allerdings nachträgliche und nicht verbürgte Darstellung Thomas Müntzers aus dem Jahr 1608, Kupferstich von Christoph van Sichem

Bildquelle: Von Christoph van Sichem – Das Wissen des 20. Jahrhunderts, Verlag für Wissenschaft und Bildung, 1961, Rheda, Bd.1 S.395, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Trotz des Verhaltens von Martin Luther gegen die „Bilderstürmer“ entwickelte sich die Reformation zur Volksformation weiter. Wer zeigte den Bauern, den Gesellen, Tagelöhnern und Bergleuten, wie sie weiterkämpfen sollten?

Diese geschichtliche Tat kommt den revolutionären Prediger Thomas Müntzer zu. Er lehrte, dass das Volk selbst sein Leben im Kampf umgestalten muss.

Thomas Müntzer wurde zwischen 1485 und 1490 in Stollberg(Harz) geboren. Sein Geburtsjahr ist unbekannt. Am 27. Mai 1525 ist er bei Mühlhausen gestorben.

Der Vater von Thomas Müntzer war ein armer Handwerker. Über seine Kindheit ist nichts bekannt.

1506 studierte er an der Leipziger Universität und 1512 in Frankfurt/Oder. 1513 war er Lehrer in Halle/Saale und wirkte an verschiedenen Orten als Prediger. Er lernte ständig und las viele Bücher, auch die Bibel. Außerdem befasste er sich mit den humanistischen Schriften und der neuen Kunst und gehörte zu den gelehrten Männern seiner Zeit.

Begeistert schloss sich Thomas Müntzer auch Martin Luther an und lernte ihn selbst kennen. 1520 kam er durch Luthers Fürsprache nach Zwickau. Er predigte in der Marienkirche vor Wollwebern und Bergknappen für den Kampf um ein besseres Leben. Aus Furcht vor Unruhen entließ ihn der Zwickauer Stadtrat.

Thomas Müntzer ging nach Böhmen, in das Land von Jan Hus. Nach längerer Wanderschaft, arm und immer wieder vertrieben, erhielt er schließlich 1523 in Allstedt, unweit des Mansfelder Bergbaugebietes, eine Anstellung als Prediger. Er kannte das Leben und die Not des Volkes gut. Sein Nachdenken über Missstände führte dazu, dass er sich von Luthers Lehren abwandte. Müntzer arbeitete für die Ziele des Kampfes gegen die Papstkirche und den Feudalismus aus und predigte darüber. So ging er über das Denken Martin Luthers weit hinaus.

Gedenktafel am Haus Schloßstraße 26, in der Lutherstadt Wittenberg

Gedenktafel am Haus Schloßstraße 26, in der Lutherstadt Wittenberg

Bildquelle: Von OTFW, Berlin – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

DDR-Medaille Thomas Müntzer 1989, kurz vor Ende der DDR

DDR-Medaillie 1989 Thomas Müntzer, kurz vor Ende der DDR

Bildquelle: Von Berlin-George – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Die Zeit sei gekommen, so sagte Thomas Müntzer, wo die Bösen untergehen und die Christen siegen werden. Die Christen brauchten sich nicht zu fürchten, denn Gott wird ihnen siegen helfen. Als Christen betrachtete er die Stadtarmut, die Bergleute, Gesellen, Tagelöhner und Bauern, als das Böse die gottlosen Fürsten und adeligen Herren, die ihre Pflichten vernachlässigten. Müntzer gründete den „Ewigen Bund Gottes“, eine Organisation, um seine Anhänger zusammenzufassen. Er bewies, dass die Volksmassen das Recht zum Kampf gegen die gottlosen Herren hatten.

Wichtige Wirkungsstätten Thomas Müntzers; Briefmarkenblock der DDR zum 500. Geburtstag (1989)

Wichtige Wirkungsstätten Thomas Müntzers, Briefmarkenblock der DDR zum 500. Geburtstag(1989)

Bildquelle: Von Hochgeladen von –Nightflyer (talk) 21:33, 9 April 2009 (UTC) – Eigener Scan und Bearbeitung, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Martin Luther trat gegen Müntzer auf und warnte in einer Flugschrift die Fürsten vor dem „aufrührerischen Geist zu Allstedt“: Müntzer sei ein „Satan“, den man mit Gewalt vernichten müsse.

Die Fürsten verboten Münters Predigten zu besuchen, und ließen ihn verhören. Heimlich verließ Müntzer 1524 Allstedt. In Nürnberg veröffentlichte er seine beiden Hauptschriften. Die gegen Luther gerichtete nannte er „Hochverursachte Schutzrede“.

Thomas-Müntzer-Denkmal in Stolberg (Harz)

Thomas-Müntzer-Denkmal in Stolberg(Harz)

Bildquelle: Von Ralf Lotys (Sicherlich) – Eigenes Werk, CC BY 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Ende 1524, Anfang 1525 predigte Thomas Müntzer in mehreren Orten Süddeutschlands für Gerechtigkeit in Stadt und Land. Er erlebte dort den Ausbruch des deutschen Bauernkrieges, der von 1524 bis 1526 dauerte.

Am 15. Mai 1525 wurde er nach der Schlacht bei Frankenhausen, die in einer völligen Niederlage der von Müntzer zusammengerufenen Bauernhaufen endete, gefangen genommen und in der Festung Heldrungen auf Befehl Graf Ernsts II. von Mansfeld im Beisein des Herzogs Georg des Bärtigen gefoltert. Im Turm von Heldrungen eingekerkert, schrieb er seinen Abschiedsbrief an die Aufständischen, die er dabei zur Einstellung des weiteren Blutvergießens aufrief.

Thomas-Müntzer-Denkmal in Zwickau vor der Katharinenkirche.

Thomas-Müntzer-Denkmal in Zwickaus vor der Katharinenkirche

Bildquelle: Von Tilo Hauke – Selbst fotografiert, CC BY-SA 2.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Thomas-Müntzer-Denkmal vor dem Frauentor in Mühlhausen:Thüringen

Thomas-Müntzer-Denkmal vor dem Frauentor in Mühlhausen/Thüringen

Bildquelle: Von Michael Sander – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Am 27. Mai wurde Thomas Müntzer vor den Toren der Stadt Mühlhausen enthauptet, sein Leib aufgespießt und sein Kopf auf einen Pfahl gesteckt.

Schlachtberg vor Panoramamuseum

Schlachtberg vor dem Panoramamuseum

Bildquelle: Von H.Stolze – H.Stolze, CC BY-SA 3.0,  Bild ist entsprechend verlinkt

 

Der bestialische Umgang mit der Leiche Thomas Müntzers, nach dem er bestialisch getötet wurde, steht nicht im Geschichtsbuch der DDR. Denn für Schulkinder ist das nicht zumutbar. Das steht auf Wikipedia. Ich habe es aber hier hereingenommen, weil ich zeigen will, dass die Herrscher stets mit Führern von Aufständischen, die für gesellschaftlichen Fortschritt kämpfen, Rache nimmt. Wir erinnern an Ernst Thälmann, der von den Nazis ermordet wurde. Jetzt nach der Niederlage des Sozialismus in Europa haben sie es nicht mehr gewagt. Dafür wird die Konterrevolution als „friedliche Revolution“ verkauft. Eine Ausnahme bildet Rumänien, wo das Ehepaar Ceaușescu ermordet wurde. Wenn der Pfarrer Uwe Holmer nicht so mutig gewesen wäre, um dem Ehepaar Honecker Schutz und Obdach zu gewähren, wissen wir auch nicht, ob das Ehepaar Honecker die Konterrevolution überlebt hätte. Lynchjustiz durch den hasserfüllten Mob wäre durchaus möglich gewesen. Die nun vergrößerte BRD hat sich doch an Erich Honecker und anderen hohen Politikern der DDR gerächt. Insbesondere an denen, die ihrer Sache treu geblieben sind und nicht zu „Wendehälsen“ geworden sind. Derselbe Kohl, der Erich Honecker einstmals als Staatsgast empfangen hatte, war immer noch Bundeskanzler, als Erich Honecker aus Rache in den Knast gesteckt wurde. Was die „Entspannungspolitik“ seitens der BRD und anderer westlicher Länder angeht, kann man durchaus mit den historischen Ereignissen der Bauernkriege vergleichen, als die Fürsten die Bauern einlullten und Verhandlungen führten und andererseits gegen die Bauern agierten und nach dem verlorenen Krieg dann Rache nahmen.

 

In der DDR wurde Thomas Müntzer geehrt.

DDR-Banknote 5 Mark mit Müntzer in der Ausgabe von 1975 bis 1990

DDR-Banknote mit Müntzer in der Ausgabe von 1975 bis 1990

Bildquelle: Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Der Geburtsort Stolberg sowie der Sterbeort Mühlhausen erhielten in der DDR den offiziellen Namenszusatz „Thomas-Müntzer-Stadt“. (Mühlhausen 1975 anlässlich des 450. Todestages) Nach der Annexion der DDR wurden die Beinamen aberkannt und getilgt. Im Gegensatz dazu sind die Beinamen der „Lutherstädte“ Eisleben und Wittenberg bestehen geblieben. Dieses Geschichtsverständnis der vergrößerten heutigen BRD sagt doch einiges aus.

Die erneuerte Thomas-Müntzer-Plastik in Kapellendorf

Die erneuerte Thomas-Müntzer-Plastik in Kapellendorf

Bildquelle: Von BrThomas – Eigenes Werk, CC0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

Buchtitel Geschichte DDR 6. Klasse

 

siehe Bauernkriege

 

und Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel