Terroristische Gewaltakte gegen die DDR

Ende Oktober 1948 wurde der Volkspolizist Fritz Maque an der Oberbaumbrücke
in Berlin, wo er seinen Dienst an der Sektorengrenze versah,
vorsätzlich mit einem Fahrzeug überrollt und getötet.

Am 21. Februar 1951 wurde der Angehörige der Deutschen Volkspolizei
Herbert Liebs bei Pferdsdorf, Kreis Bad Salzungen, an der Demarkationslinie
auf dem Boden der DDR von US-amerikanischen Soldaten aus dem Hinterhalt erschossen.

Am 2. März 1951 starben die Volkspolizisten Werner
Schmidt und Heinz Janello bei Gerstungen, Kreis Eisenach. Sie wurden auf
dem Territorium der DDR von US-Soldaten überwältigt, nach Obersuhl in
 die Bundesrepublik verschleppt und dort ermordet.

Korrektur von Bernd Dehn: “Am 2. März 1951 starben die Volkspolizisten Werner
 Schmidt und Heinz Janello in Obersuhl. Sie wurden von US-Soldaten überwältigt und ermordet.”

Am 23. Mai 1952 wurden die Volkspolizisten Koch und Elchlepp bei Gardelegen gekidnappt. In einem Protest-Schreiben Generalmajor Trusows von
den in der DDR stationierten sowjetischen Streitkräften an den Stellvertretenden
Chef des Stabes der britischen Besatzungstruppen hieß es: »Die Untersuchung
hat ergeben, daß die erwähnten Angehörigen der Volkspolizei
während der Erfüllung ihrer Dienstaufgaben beschossen und von westdeutschen Polizisten, die in das Gebiet der DDR eingedrungen waren, überwältigt
wurden. Die am Tatort des Verbrechens aufgefundenen Patronenhülsen
und blutbeflecktes Verbandsmaterial beweisen, daß einer der Angehörigen
der Volkspolizei verletzt worden ist.«

Am 30. Dezember 1952 starb gegen 20.50 Uhr der Angehörige der Deutschen Volkspolizei Helmut Just in der Behmstraße in Berlin unmittelbar an
 der Sektorengrenze. Auf dem Wege zur Ablösung eines Postens erschossen
ihn hinterrücks und aus kurzer Distanz zwei Täter aus Westberlin.

Im Westteil der Stadt existierten in den 50er Jahren etwa 40 Diversions- und Agentenzentralen. Ihre Zahl wuchs später auf über 80 an. Neben den Geheimdiensten
der westlichen Besatzungsmächte und der BRD gab es auch zahlreiche
nichtstaatliche antisozialistische Organisationen wie das »Ostbüro der
SPD«, den »Untersuchungsausschuss freiheitlicher Juristen« (UfJ)(Mit dem UfJ hat sich DIE TROMMLER bereits beschäftigt.), das »Informationsbüro West« (IWE), die »Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit«
(KgU)(Mit der KgU hat sich DIE TROMMLER bereits beschäftigt). Sie führten einen intensiven Kampf gegen die sozialistischen Staaten und
besonders gegen die DDR.
Sie betrieben Wirtschafts-, Werk- und Militärspionage und Spionage in
den Grenzgebieten. Sie fälschten Lebensmittelkarten, Briefbögen und Dienstsiegel
von staatlichen Behörden, gesellschaftlichen Organisationen und volkseigenen
Betrieben. Sie fingierten Dienstanweisungen, Rundschreiben und
Geschäftsbriefe und versuchten so die Wirtschaft, die Arbeit der Staatsorgane,
den Verkehrsablauf zu stören und Unruhe unter der Bevölkerung hervorzurufen.
Ihre Methoden reichten vom Auslegen von Reifentötern, Abreißen
und In Brandsetzen von Fahnen oder politischen Plakaten, Auslegen bzw.
Verbreiten von Hetzflugblättern, Plünderungen und Brandlegungen von HO-Kiosken, über Sabotageakte zur Stilllegung von Turbinen und Maschinen in
Betrieben, Zerstörungen an Güterwagen, Zugentgleisungen und Zusammenstößen
auf Verschiebebahnhöfen bis zu Sprengstoffanschlägen und Mord.

Der Agent der KgU Joachim Müller setzte 1951 die mit Holz provisorisch
reparierte Autobahnbrücke Finowfurt bei Berlin mit Phosphor in
Brand. 1952 erhielt er von der KgU den Auftrag, die Paretzer Schleuse des Oder–Havel–Kanals bei Hohenneuendorf zu sprengen. Bevor er die Tat ausführen konnte, wurde er im April 1952 verhaftet und im August zu lebenslänglichem Zuchthaus verurteilt.

Der Bauingenieur Arno Bade steckte am 16. Februar 1955 die neuen Sendesäle des DDR-Rundfunks in Berlin-Oberschöneweide in Brand. Der Sachschaden betrug zwei Millionen Mark.

Derartige Angriffe gegen die DDR waren in den 1950er Jahren an der Tagesordnung. Sie bestimmten damit auch Aufgabenstellung und Tätigkeit des
MfS wie der Deutschen Volkspolizei. Dabei bedienten sich die Diversions- und Agentenzentralen in Westberlin häufig krimineller Elemente, die zugleich aus ihrer faschistischen Einstellung und früheren Zugehörigkeit zu Nazi- Organisationen oder zur Wehrmacht keinen Hehl machten.

So hatte der 1950 gegründete »Bund Deutscher Jugend« (BDJ), ein Sammelbecken ehemaliger Angehöriger der Wehrmacht, der Waffen-SS und anderer militärischer Gruppierungen, unter kriminellen Jugendlichen eine
Bande in Westberlin rekrutiert, die sich »Bluthunde« nannte. Diese Jugendlichen
waren wegen Diebstahls von Buntmetall, Raubüberfall und anderer 
Eigentumsdelikte, Landstreicherei oder Prostitution zumeist einschlägig vorbestraft.
Im Auftrage des BDJ, einige waren Mitglieder dieser Organisation,
verbreiteten sie Flugblätter und Hetzschriften im Ostteil Berlins, im demokratischen Sektor, provozierten Zwischenfälle an den Sektorengrenzen, stahlen
Fahnen und beseitigten Transparente.

Geplant war auch, im Sommer 1951 Wilhelm Pieck, den DDR-Präsidenten,
nach Westberlin zu verschleppen. Des Weiteren beabsichtigten sie, die
Walzenstraße des Stahlwerkes Burg zu demolieren und den Hochofen in
Fürstenberg sowie die sowjetischen Ehrenmale in Treptow und im Tiergarten
zu sprengen. Zur Konkretisierung dieser Pläne und zu weiteren Vorbereitungshandlungen kam es nur deshalb nicht, weil die Hintermänner und
Auftraggeber die »Bluthunde« zunehmend zur Spionage gegen militärische Einrichtungen in der DDR einsetzten. Dabei wurden die meisten Mitglieder
der Bande festgenommen und im Februar 1952 durch das Oberste Gericht
der DDR zu langjährigen Zuchthausstrafen verurteilt
.

http://www.mfs-insider.de/SachbuchPDF/Terror4.pdf

Buchtitel %22Die Sicherheit%22

Diese Fallsammlung hat DIE TROMMLER anhand den Buches „Die Sicherheit“ zusammengestellt, das man auch im Internet herunterladen kann. Man findet diesen es zum Download auf der Website

Insider Logo

www.mfs-insider.de.

 

Unterstehender Link führt zu einem entsprechendem Auszug aus dem Buch „Die Sicherheit“.

Buchtitel %22Die Sicherheit%22

Terror4

 

In  die Beiträge von DIE TROMMLER und folglich DIE TROMMLER-ARCHIV  können sich Fehler einschleichen, welche in den Quellen, bzw. Quelltexten enthalten sind.  DIE TROMMLER-ARCHIV hat nun folgende Zuschrift mit der Bitte um Korrektur erhalten. 

 

Korrektur von Bernd Dehn:

Auf der Archiv-Seite “Terroristische Gewaltakte gegen die DDR”

schreiben Sie:

“Am 21. Februar 1951 wurde der Angehörige der Deutschen Volkspolizei
Herbert Liebs bei Pferdsdorf, Kreis Bad Salzungen, an der Demarkationslinie
auf dem Boden der DDR von US-amerikanischen Soldaten aus dem Hinterhalt erschossen.”

Richtig ist,

die Tat erfolgte bei Pferdsdorf Krs. Eisenach. Es gibt den Ort Pferdsdorf zwei Mal in Thüringen.

Weiterhin schreiben Sie:

“Am 2. März 1951 starben die Volkspolizisten Werner
Schmidt und Heinz Janello bei Gerstungen, Kreis Eisenach. Sie wurden auf
dem Territorium der DDR von US-Soldaten überwältigt, nach Obersuhl in
 die Bundesrepublik verschleppt und dort ermordet.”

Ergebnis einer umfangreichen Recherche in der polizeilichen Ermittlungsakte:

Im Ermittlungsbericht der Abteilung K vom 8.3.1951 sind keine Spuren erwähnt, die auf eine gewaltsame Überwältigung der beiden Grenzpolizisten hindeuten. Der Kdtr.-Leiter sagte lt. diesem Bericht am 5.3.51 aus, dass er bei seiner Kontrolle an der DL “zwei frische Spuren ohne Unterbrechung von der Strasse Berka bis zu durch den Feldweg “Am Sand” über den Schlagbaum Obersuhl hinaus in den Ort hinein führten” feststellte. Weiterhin gab er an, “dass am fraglichen Wegrand eine dritte Spur ca. 8 Meter der D.-Linie entfernt und an dieser ca.120 Meter entlang führte. Diese Spur wurde von einer Person verursacht, die einen Hund bei sich führte.” (Quelle: BA MA DVH 27/128916 S.88f)

Ein Kampf auf DDR-Gebiet mit anschließender Entführung hat mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht statt gefunden. Beide Polizisten sind entsprechend der Spurenlage freiwillig nach Obersuhl gegangen. Über die Gründe kann nur spekuliert werden. Eine feste Verabredung durch die Polizisten für diesen Tag und diese Zeit kann ausgeschlossen werden, da beide kurzfristig für diese Streife eingeteilt wurden. Wahrscheinlich wurden sie durch eine ihnen bekannte Person über die DL in einen mit den Amerikanern geplanten “Hinterhalt” im Haus Auenweg Nr.43 gelockt. Diese Vermutung wird auch nach Auswertung der Aussagen Obersuhler Bürger im Schlussbericht der Kriminalpolizei vom 12.3.51 genannt. Die brutale Tötung des Wmstr. Schmidt erfolgte vor diesem Haus. (Quelle: BA MA DVH 27/128916 S.78f).

Ich würde vorschlagen, den Satz wie folgt zu ändern:

“Am 2. März 1951 starben die Volkspolizisten Werner
 Schmidt und Heinz Janello in Obersuhl. Sie wurden von US-Soldaten überwältigt und ermordet.”

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Filmbeitrag zum Thema UfJ

siehe auch den Textbeitrag   und „Hauptagent Siegfried Mampel, Spezialist für die Liquidierung der Sozialversicherung der DDR“

„Untersuchungsausschuss freiheitlicher Juristen“(Kurz UfJ)

Vorbemerkung: Grundlage für diesen Text ist das Buch „Im Dienste der Unterwelt“ von 1960 aus dem Kongress-Verlag Berlin/DDR. Bei Wikipedia wird dieses Thema nur aus antikommunistischer Sicht behandelt. Obwohl ich nur auf einige Auszüge aus dem Buch eingegangen bin, ist dieser Text recht lang geworden. So ist hier nur kurz die Karriere des Gründers des UfJ, Horst Erdmann dargestellt. Auf die Darstellung der Karrieren der anderen Hauptagenten habe ich verzichtet. Ebenso habe ich auf die detaillierten Beispiele der Hetz- und Spionagetätigkeit des UfJ verzichtet. Außerdem habe ich die Hilfsorgane und den IKULTA-Verlag nicht näher beschrieben. Aufgrund des langen Textes und der Einfachheit halber habe ich auf das Gendern der Sprache verzichtet. Es sind stets Männer und Frauen gemeint.

Petra Reichel

UfJ (Untersuchungsausschuss freiheitlicher Juristen)UfJ 2UfJ 3UfJ4

Wer da glaubt, dass der UfJ eine Rechtsberatungsstelle für DDR-Bürger war, der irrt gewaltig. Es war auch keine Menschenrechtsorganisation, wie vielfach behauptet wird. Es handelte sich um eine private Agentenorganisation, die gegen die DDR agierte und von der CIA und aus Steuergeldern der BRD-Bürger finanziert wurde.

Besucher waren nur interessant, um sie als Agenten zu werben. Ansonsten wurden die Ratsuchenden vertröstet. Geholfen wurde niemanden.

Der UfJ existierte von 1949 – 1959. Danach hat sich die politische Lage so verändert, dass auch die USA und die BRD es sich nicht mehr leisten konnten eine solch zwielichtige Institution zu unterstützen.

Der Gründer

Der Gründer war Horst Erdmann. 1945 tauchte er in Belzig in der Mark Brandenburg auf. Er mogelte einen Doktortitel zu seinem Namen und gab sich als rassisch und politisch verfolgter Jurist aus. Er wurde als Rechtsanwalt und Notar zugelassen. Damit gab Horst Erdmann sich nicht zufrieden. Er bewarb sich beim Präsidenten des damaligen Landgerichts Berlin und erhielt auch von dort die Zulassung als Rechtsanwalt. Erdmann residierte in Potsdam, Belzig und sogar im britischen Sektor von Berlin. Außerdem bat Horst Erdmann auch der neu entstehenden demokratischen Verwaltung seine Dienste als „Jurist und bewährter Antifaschist“ an. Es gelang ihm im August 1945 zum Syndikus des Landkreises Zauch-Belzig, d.h. zum Rechtsvertreter des Landratsamtes, bestellt zu werden.

Diese Vertrauensstellungen nutzte „Dr.“ Erdmann zielstrebig dazu aus, sich hohe Nebeneinnahmen zu verschaffen: Er gründete eine Versicherungsgesellschaft. Kurze Zeit später findet sich in den Akten eine Eintragung, nach welcher der „Doktor“ Horst Erdmann gemeinsam mit einem Malermeister Urban eine Märkische Handelsgenossenschaft gegründet hat.

Unter Ausnutzung der Not der ersten Nachkriegsjahre ließ sich Erdmann seine Honorare durch Naturalien bezahlen, mit denen er korrupte Elemente in der Nachkriegsjustiz für seine Geschäfte gefügig machte.

Das war eine eigenartige Aktivität eines Menschen, der sich als „politisch und rassisch Verfolgter“ des Faschismus ausgab. Zur damaligen Zeit verwandten die ehrlichen Antifaschisten alle Kraft darauf ein neues demokratisches Deutschland aufbauen zu helfen ohne persönliche Vorteile daraus zu ziehen.

Im Verlaufe des Jahres 1948 kam Horst Erdmann zu dem Schluss, dass die Entwicklung Deutschlands in eine neue Etappe eingetreten war. Als eifriger Rundfunkhörer und Zeitungsleser bemerkte er, dass die westlichen Besatzungsmächte, vor allem die USA, die Maske des Verbündeten der Sowjetunion fallen ließen und die demokratische Neugestaltung Deutschlands hintertrieben. Ihre Zeitungen und Rundfunkstationen verstärkten die Hetze gegen die Sowjetunion und die demokratischen Kräfte im Osten Deutschlands, die entsprechend den Beschlüssen des Potsdamer Abkommens(dazu in einer späteren Ausgabe DIE TROMMLER mehr) konsequent die Entmilitarisierung, Entnazifizierung und Demokratisierung durchführten. Die im Potsdamer Abkommen auch von den Westmächten gegebene Zusicherung die Einheit Deutschlands zu gewährleisten, war von ihnen längst gebrochen worden. Vom Zweizonenwirtschaftsrat führte der Weg über die Bildung der sogenannten Bi- und Trizone bis zur separaten Währungsreform(mehr dazu in einer späteren Ausgabe DIE TROMMLER). Die fortschrittlichen Kräfte waren in den westlichen Besatzungszonen mit Hilfe antikommunistischer Hetze und provokatorischer Fälschungen bereits systematisch aus den Länderregierungen entfernt worden. Der Befehl zur Ausarbeitung einer separaten „Verfassung“ für einen westdeutschen Separatstaat war von den Vertretern der westlichen Besatzungsmächte gegeben worden und wurde von reaktionären westdeutschen Politkern ausgeführt. Alle diese Ereignisse entgingen Horst Erdmann nicht. Er bemerkte auch, dass die Bevölkerung(zur damaligen Zeit)den Spaltungsbestrebungen der Westmächte und der antikommunistischen Hetze ablehnend gegenüberstand. Die Zeitungen berichteten über die breite Resonanz, die in Ost und West die Volksbewegung für Einheit und gerechte Frieden in allen Kreisen in der Bevölkerung fand.

Erdmann bemerkte schließlich, dass besonders die Besatzungsbehörden der USA nicht auf den Pfennig schauten, wenn sich ihnen Menschen anboten, die bereit waren, diese Volksbewegung mit antikommunistischen Parolen zu diffamieren, eine systematische Hetze gegen alle fortschrittlichen Bestrebungen zu treiben und auf diese Weise die Politik der USA des Kalten Krieges zu unterstützen. Hier witterte Horst Erdmann das Geschäft seines Lebens.

Ein Antifaschist war Horst Erdmann nie gewesen. Er wurde auch nicht rassisch verfolgt. Im Gegenteil. Er machte bei den Nazis Karriere. Nach dem Krieg hat er seine Biografie gefälscht, um sich in den antifaschistisch-demokratischen Institutionen, insbesondere der Justiz, einzuschleichen.

Im Jahre 1950, als sich der US-Geheimdienst von den „Fähigkeiten“ Erdmanns als Boss der neuen „Juristen“-Organisation überzeugt hatte und sein Doppelspiel als „seriöser“ Rechtsanwalt und US-Lizenzträger, bzw. Spion nicht länger vor den Staatsorganen der DDR verbergen konnte, begab er sich endgültig in den Herrschaftsbereich seiner amerikanischen Gönner. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte Erdmann in Potsdam und Umgebung bereits eine Anzahl alter Nazis und Militaristen um sich geschart, die er nun in seinen „Untersuchungsausschuss“ einbaute.

Beim UfJ legte sich Horst Erdmann den Namen „Dr. Theo Friedenau“ zu.

Aufstieg und „Blüte“

Erdmanns „Rechtsauskunftsbüro“ begann sehr bescheiden, mit einer kleinen Zwei-Zimmer-Wohnung. Dort begann der „Untersuchungsausschuss“ mit einem einzigen „ehrenamtlichen“ Angestellten zu arbeiten. Dieser „ehrenamtliche“ Angestellte war Horst Erdmann selbst. Erdmann benötigte zunächst einmal Schreibkräfte, die seine Ergüsse zu Papier brachten. Mit diesen ersten Angestellten gab es Differenzen. Diese führten bereits zu Beginn des Jahres 1950 zu einem Arbeitsgerichtsprozess in Westberlin, dessen Begleitumstände den obskuren Charakter des UfJ gleichsam gerichtsnotorisch machten. Als Prozesspartei musste der UfJ nämlich dem Gericht nachweisen, dass seine Existenz den gesetzlichen Bestimmungen entsprach. Dieser Nachweis war dem „Untersuchungsausschuss“ nicht möglich, weil jegliche Eintragung in das Westberliner Vereinsregister fehlte. Das störte Erdmann, alias Friedenau wenig. Er hatte ja engsten Kontakt zu Geheimdienstoffizieren der USA. Außerdem hatte er in der Westberliner Justiz Freunde. Dr. Messow, damals Senatspräsident beim Westberliner Kammergericht, erstattete ein „zweckentsprechendes“ Rechtsgutachten. Der Westberliner Justizsenator genehmigte daraufhin dem „Untersuchungsausschuss“ den Status „Verein kraft Verleihung“. Die Etablierung des UfJ als „Verein kraft Verleihung“ war seinen Drahtziehern sehr von Vorteil Niemand hatte die Möglichkeit im Vereinsregister nachzusehen, wer die leitenden Personen und was die Hintergründe dieses „Untersuchungsausschusses“ sind. Später wurde allerdings eine „Vereinigung freiheitlicher Juristen“ gegründet und in das Vereinsregister eingetragen und Statuten ausgearbeitet. Doch das diente alles der Irreführung.

Bald fanden sich alte Freunde Erdmanns ein, die alte Nazis und Militaristen waren und nun seine Mitarbeiter wurden. Die zwei Zimmer reichten nun nicht mehr aus und man brauchte neue Büroräume. Ein Gebäude, bislang vom USA-Geheimdienst selbst genutzt, von den US-Besatzungsbehörden geräumt und teilweise mit neuen Möbeln ausgestattet wurde dem UfJ zur Verfügung gestellt. Später reichten auch diese Räume nicht mehr aus. Erdmann holte immer mehr seiner alten Bekannten nach Westberlin.

Aus dem Ein-Mann-„Untersuchungsausschuss“ des Jahres 1949 war inzwischen ein hierarchisch aufgebauter Apparat mit etwa 50 hauptamtlichen Angestellten geworden. Der „Untersuchungsausschuss“ ist nun zu einer größeren Institution geworden.

Im Jahr 1955 wurde in Bad Godesberg, bei Bonn eine „Nebenstelle“ eingerichtet. Tatsächlich ging es hier um die „Aufrechterhaltung einer ständigen Verbindung zur Bundesregierung“, speziell zum „Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen“.

Im Frühjahr 1957 wurde eine weitere „Nebenstelle“ in Frankfurt/Main eingerichtet. Diese wurde als „Beratungsstelle“ für BRD- und DDR-Bürger angepriesen, die in die BRD, bzw. in die DDR reisten. In Wirklichkeit wurden dort die Reisenden als Agenten für den UfJ angeworben.

Größere Veranstaltungen in Westberlin, wie die „Grüne Woche“ und andere Ausstellungen, benutze der UfJ dazu „Sonderberatungsstellen“ einzurichten, um Agenten zu werben.

Auch im „Flüchtlingslager“ Berlin-Marienfelde unterhielt der UfJ eine „Nebenstelle“. Seit jeher waren westliche Geheimdienste in „Flüchtlingslagern“ vertreten, die Menschen aushorchten, welche die DDR illegal verließen.

Der UfJ hatte seine „Blütezeit“ überschritten

So wie sich der organisatorische Aufbau des „Untersuchungsausschusses“ im Laufe der Jahre änderte, unterlag der Personalbestand dieser Agentenzentrale verschiedenen Veränderungen. Es gab Zeiten, in denen die Zahl der hauptamtlichen „Mitarbeiter“ ständig stieg. Der „Untersuchungsausschuss“ war gezwungen auf eine Reihe in seinem Sinne „bewährter“ Hauptagenten zu verzichten. Die Vergangenheit dieser Leute wurde bekannt und so waren sie nicht mehr zu halten.

Als auf einer stark beachteten internationalen Pressekonferenz in Berlin/DDR und durch eine Sendung des demokratischen Fernsehfunks(der Vorläufer des DDR-Fernsehens), belegt durch eine umfangreiche Zusammenstellung von Originaldokumenten, der Öffentlichkeit die Schwindeleien und die braune Vergangenheit von Horst Erdmann und anderer Hauptagenten des UfJ der Öffentlichkeit bekannt gemacht wurden, war Erdmann als Leiter nicht mehr zu halten. Sogar das Fortbestehen des UfJ war fraglich. Auch die westliche Presse musste kritisch darüber berichten. Die Nachfolge trat nun der bisherige Stellvertreter Walther Rosenthal an.

Verbindungen

Weiterhin hatte der UfJ Verbindungen zu westlichen Geheimdiensten und Institutionen, solange er noch in der Lage war Informationen zu liefern. Von den Amis bekam der UfJ weiterhin Dollars zusammen mit den Aufträgen zur Spionage und Verübung anderer Verbrechen gegen die DDR.

Zur Verbreitung von Hetze gegen die DDR bediente sich der UfJ nicht nur seiner eigenen Druckerzeugnisse, sondern arbeitete auch mit dem „RIAS“, „Radio Freies Europa“, das waren Hetzsender gegen die DDR und andere sozialistische Länder, zusammen. Auch mit der Westberliner Asphalt-Presse(Boulevard-Presse) pflegte der UfJ Verbindungen. Außerdem hatte er auch Beziehungen zu anderen zentralen und Vereinigungen, wie den „Ostbüros“ der Parteien aus der BRD, bzw. Westberlin, und anderen antikommunistischen Institutionen.

Um sich „beruflichen“ Umgang zu verschaffen, wurden Beziehungen zu Westberliner Gerichten aufgenommen. Dem gleichen Ziel diente die Mitarbeit in internationalen Gremien westlicher Juristen, die lautstark war, im Gegensatz zu dem Schweigen, mit dem die wirkliche Tätigkeit verschleiert wurde. Die vielfältigen Verbindungen des UfJ sind im folgenden Schema als Übersicht dargestellt.

UfJ Schaubild Verbindungen

Hilfsorgane des UfJ

Der UfJ gründete eine Reihe von Neben- und Unterorganisationen um breite Bevölkerungskreise zu täuschen und zu übertölpeln und sich den Schein internationaler Resonanz zu geben.

Der IKULTA-Verlag

Der UfJ hatte einen eigenen Verlag gegründet. Hier taucht der Gründer des UfJ, Horst Erdmann wieder auf. Er musste als Chef des UfJ, weil er auf Grund von Enthüllungen nicht mehr haltbar war(s.o.), zurücktreten. Nun war er der Geschäftsführer dieses Verlages. Nun Man legte Wert auf ein nach außen hin seriöses Auftreten. Finanziert wurde der Verlag von den Geldgebern des UfJ.

Neben Hetzmaterialien wurden auch zwei Zeitschriften herausgegeben. Natürlich war der Inhalt antikommunistisch.

Die Verbrechen des UfJ

Der UfJ betrieb

  • Wirtschaftsspionage
  • Politische Spionage
  • Militärspionage

Das Spionagematerial wurde zur Vorbereitung eines Krieges verwendet.

Terrorakte und Hetzpropaganda

Dem Ziel der Schwächung der sozialistischen Staaten dienten auch Terrorakte und Hetzpropaganda. Damit sollte die politische Haltung einzelner Personen und ganzer Bevölkerungsgruppen beeinflusst werden. Terror und Hetze sollten die Kluft des Misstrauens zwischen der Bevölkerung und den Organen(heute sagt man Institutionen) der Arbeiter- und Bauern-Macht aufreißen und ein Gefühl der Unsicherheit erzeugen. Damals diente das den Kriegsvorbereitungen. Damals hatten diese Aktionen keinen Erfolg. 1989 führten diese Methoden auf andere Art und Weise zum Erfolg. Zum Glück(im Unglück) war kein Krieg dazu nötig.

Verleumdung und Drohung

DDR-Bürger die aus offiziellen Anlässen, aber auch privat in die BRD reisten wurden ausspioniert. Die so gewonnenen Informationen über diese Leute wurden an entsprechende Stellen in der BRD weitergegeben. So wurden fortschrittlich gesinnte DDR-Bürger bei Reisen in die BRD willkürlich verhaftet. Außerdem wurden diese Reisenden bedroht und zur Agententätigkeit angeworben. Soviel zur Reisefreiheit.

Es gab auch eine Belasteten- und Beurteilungskartei. Vertreter aus Wirtschaft und Politik, sowie Parteien und gesellschaftlicher Organisationen wurden in diese Kartei aufgenommen. Diese Informationen, die beliebige Besucher mitteilten, wurden ohne Überprüfung ihrer Richtigkeit in diese Kartei aufgenommen. Besucher, die diese Informationen weitergaben, behaupteten, dass die angegebenen Personen in der DDR eine „Unrechtshandlung“ begangen hätten. Das Verständnis der UfJ von Unrecht, war die Einhaltung der Gesetze der DDR, die Unterstützung der staatlichen Organe(Institutionen, Ermittlungsbehörden) der DDR bei der Bekämpfung von Verbrechen. Dieses Verständnis von „Unrecht“ kennen wir ja in der heutigen Zeit, wenn es um die Beurteilung der Geschichte der DDR geht.

Außerdem wurden Persönlichkeiten der verschiedensten Berufe, die sich aktiv für die Arbeiter- und Bauernmacht einsetzten, bzw. dafür geehrt wurden, Drohbriefe versandt. Man wollte diese Leute veranlassen ihre Ämter niederzulegen oder sich beim UfJ zu melden, um sie als Agenten anzuwerben.

Unter Anderem transportierte man auch die Hetzschriften per Ballon in die DDR. Diese Ballons waren hochexplosiv und gefährdeten Menschen in der gesamten Umgebung, wo die Ballons landeten. Um dieses Treiben vor der Westberliner Bevölkerung geheim zuhalten benutzte der Ufj, wie einstmals die KgU hierfür hauptsächlich die Nachtstunden. Durch derartige Aktionen wurden Häuser beschädigt und Menschenleben gefährdet. Zum Beispiel wurde ein tschechoslowakisches Passagierflugzeug zum Absturz gebracht. Es waren 22 Tote und 4 Schwerverletzte zu beklagen.

Das Ende

Der UfJ entstand wie die KgU und einer anderen Vielzahl von antikommunistischen Hetz- und Spionageagenturen, im Dienste der NATO-Politik des Kalten Krieges und der beabsichtigten Aggression gegen die sozialistischen Staaten. Da zur damaligen Zeit die DDR und die anderen sozialistischen Staaten immer stärker wurden und auch im Westen die Menschen sich für Frieden einsetzten, musste die Politik seitens der westlichen Länder geändert werden.

So mussten sich die NATO-Politiker am 11. März 1959 von der radikalen KgU verabschieden. Dem musste bald der UfJ nachfolgen. Die Hauptagenten verließen nach und nach den UfJ. Sie kamen auf anderen Posten unter.

Hauptagent Siegfried Mampel: Spezialist für die Liquidierung der Sozialversicherung der DDR

Der Zeit voraus:

Siegfried Mampel hatte sich darauf spezialisiert, gegen die sozialen Errungenschaften in der DDR, insbesondere der Sozialversicherungen, zu hetzen. Er machte Pläne diese nach dem „Tage X“(„Tag X“ eine alte Bezeichnung in der BRD zur schon seit langem geplanten Annexion der DDR zu liquidieren)aufzulösen.

Siegfried Mampel bewarb sich im Jahre 1955 um den Sitz eines Sachverständigen für Sozialversicherung im „Forschungsbeirat für Fragen der Wiedervereinigung Deutschlands“(Die damaligen Planer für die Annexion der DDR durch die BRD.) beim Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen. Dieses Ministerium bestand während der Existenz der DDR. Dazu in einer späteren Ausgabe DIE TROMMLER mehr. Der damalige Minister für „gesamtdeutsche Fragen“ war mit der Berufung Mampels für diesen Posten einverstanden.

Schon damals plante man die „Befreiung“ der Werktätigen(arbeitenden Menschen) der DDR von:

  • ihrem gesicherten Arbeitsplatz
  • gesicherter Versorgung bei Krankheit und Alter
  • vom Arbeitsschutz
  • von der Gleichberechtigung von Mann und Frau bei der Entlohnung und beruflichen Entwicklung
  • von der Gleichberechtigung und großzügigen Förderung der Jugend
  • vom Feriendienst der Gewerkschaften
  • von der sozialen Betreuung der Kinder
  • und anderen sozialen Errungenschaften

Der UfJ-Hauptagent verfasste eine Hetzschrift über „die sozialen Leistungen in der sowjetischen Besatzungszone und in Ostberlin“. In ihrer hetzerischen Publikation „Recht in Ost und West“ vom Mai 1958 macht der UfJ für Werbung für Mampels Machwerk. Ein gewisser Casemir, das war der „Sicherheitsreferent“ des UfJ, der sich sonst hinter dem Namen „Dohrmann“ versteckte, bezeichnet es als „unerlässlich“ für die Rentenbearbeiter in der BRD und Westberlin.

In seiner Schrift propagiert Mampel die Abschaffung einer Reihe von Leistungen der SVK(Sozialversicherung der DDR) und stellt demgegenüber das Sozialversicherungssystem der BRD als vorbildlich hin.

Die „Empfehlung“ Casemirs bedeutet somit nichts anderes, als dass nach der vom UfJ erhofften „Befreiung“(sprich Eroberung/Annexion der DDR) die Werktätigen(arbeitenden Menschen) ihrer sozialen Errungenschaften beraubt und das im Vergleich zum Versicherungssystem der DDR, rückständige Versicherungssystem der BRD auch in der DDR verwirklicht werden soll.

Was damals nicht gelungen ist, ist 1989/90 gelungen. Nicht nur die Ausdehnung des Sozialversicherungssystems der BRD auf die nun neuen Bundesländer, sondern auch Sozialabbau, die Ermöglichung des Niedriglohnsektors und prekäre Arbeitsverhältnisse, sowie Hartz IV sind möglich geworden.

UfJ (Untersuchungsausschuss freiheitlicher Juristen)UfJ 2UfJ 3UfJ4

Die Fakten sind aus diesem alten Buch entnommen worden.