Soziale und kulturelle Errungenschaften in der DDR, Seite 3

In den letzten Jahren der DDR wurde der Grundurlaub der Werktätigen(arbeitende Menschen) schrittweise verlängert und die Anzahl der FDGB-Ferienplätze erhöht.

Dadurch vergrößerten sich die Möglichkeiten für die Mehrzahl der Bürgerinnen und Bürger, sich zu erholen und ihren wachsenden geistig-kulturellen Interessen nachzugehen.

Auch die Anzahl der Ferienplätze für Kinder wurde erhöht. So zum Beispiel in den Kinderferienlagern der Betriebe.

Ferienlager

Bildquelle: „Westfälische Nachrichten“ 
http://www.wn.de/Fotos/Lokales/Kreis-Coesfeld/Havixbeck/1.-KJG-Ferienlager-in-Emsbueren

 

All das waren Errungenschaften. Das Lehrbuch für Staatsbürgerkunde der DDR stellte die Frage: „Aber sind sie, wenn man die einmal errungen hat, für immer gegeben?“  Heute muss man die Frage mit NEIN beantworten.

Auch ob diese Errungenschaften selbstverständlich waren, wurde gefragt. Aus heutiger Sicht muss man sagen, dass die Bürgerinnen und Bürger der DDR diese Errungenschaften als selbstverständlich ansahen. Sie glaubten nicht, diese einmal zu verlieren.

Dann tauchte noch die Frage auf, ob man sich „auf den Lorbeeren ausruhen“ konnte. Dass es nicht so ging, erklärte das Lehrbuch. Doch in der Praxis sah es anders aus.

Lorbeeren ausruhen gefährlich

Bildquelle: Gute Zitate https://gutezitate.com/zitat/124727

 

In der Industrie und in der Landwirtschaft, in allen Bereichen der Volkswirtschaft musste fleißig, ideenreich und schöpferisch gearbeitet werden. Das heißt, es musste mitgedacht werden. Damit haperte es oft. Sei es, dass Vorgesetzte das Mitdenken nicht wünschen, weil sie geschönte Arbeitsergebnisse noch „oben“ melden wollten, sei es aus Desinteresse der arbeitenden Menschen selbst, die ja ihren Arbeitsplatz sicher hatten. Oft aber auch aus Frust über Schildbürgerstreiche.

So musste z.B. Benzin eingespart werden. Um den Betriebsablauf weiterhin gewährleisten zu können, wurden die Firmenfahrzeuge mit Waschbenzin betankt.

Waschbenzin

Bildquelle: Bindulin-Shop.de
https://www.bindulin-shop.de/de/produkt/reinigungsmittel/erdoeldestillate/bindulin_waschbenzin_2,5l_kanne__WB25.html

 

Hört sich aus heutiger Sicht lustig an, aber es war bitterer Ernst. So nahmen die Menschen den Frust mit nach Hause. In den einheimischen Medien wurde stets über irgendwelche Arbeitsergebnisse gesprochen. Die Leute wollten sich nach Feierabend erholen und sich nicht damit beschäftigen. Die Westmedien hingegen hatten ein attraktives Angebot. Die Mehrheit merkte nicht, dass das, was dort erzählt wurde mehrheitlich Propaganda war. So glaubten sie, dass es in der BRD, Westeuropa und den USA bessere Lösungen für alle Lebenslagen gäbe. Hinzu kam die Präsentation eines überquellenden Warenangebots, auch mittels Werbung. Zuhause hatte man täglich mit der Mangelwirtschaft zu kämpfen, auch wenn man keine nackte Not litt, so war es doch frustrierend. So wurden die Leute immer unzufriedener und desinteressierter. Bis es dann 1989 explodierte. Glauben wir mal, dass die Mehrheit eine bessere DDR wollte und nicht den Anschluss an die BRD, so war es doch so, dass die Menschen den falschen Führern nachliefen und  unverbindliche Parolen für „bare Münze“ hielten. So konnte die Konterrevolution marschieren und es ist zum Verlust der Errungenschaften gekommen.

Verlust

Bildquelle: Sprüchewelt.com
http://spruechewelt.com/picture/Meist-belehrt-erst-der-Verlust-uns-über-den-Wert-der-Dinge

 

Die Errungenschaften zeigten das Wesen des Sozialismus. Ihre ständige Sicherung und Erweiterung waren das Ziel der Arbeit der Werktätigen(arbeitenden Menschen). Wie die erarbeiteten Mittel für den weiteren Ausbau der Errungenschaften eingesetzt werden sollten, war also eine wichtige Frage. In den ersten schweren Jahren des sozialistischen Aufbaus wurde die Lebenslage der Werktätigen(arbeitenden Menschen) schrittweise und stetig verbessert. Wiederholt wurden Löhne, Gehälter und Renten erhöht und Preise gesenkt. Preise für wichtige Lebensmittel und Industriewaren sowie Wohnungsmieten waren stabil und niedrig geblieben. Niemand musste sich Sorgen um die nackte Existenz machen. So waren nun mal andere Dinge, z.B. technische Geräte, sehr teuer, die im Westen billig waren und sind, aber nicht lebensnotwendig sind. Doch es war möglich etwas zu sparen, um sich auch diese Dinge leisten zu können.

Schon in Anfang der 1950er Jahre wurden moderne Wohnungen für die Werktätigen(arbeitende Menschen), ganze Neubauviertel und neue Städte wie Eisenhüttenstadt und Hoyerswerda gebaut. Für neue Schulen und Unterrichtsmittel, Turnhallen und Sportplätze hatte die DDR einen großen Etat, woraus immer größere Mittel bereitgestellt wurden. Viele Pionierlager und Pionierhäuser wurden errichtet.

 

Das damalige sozialpolitische Programm

Der VIII. Parteitag der SED(1971) konnte die weitere Erhöhung des materiellen und kulturellen Lebensniveaus zur Hauptaufgabe erklären. Er beschloss ein umfangreiches sozialpolitisches Programm, dass mit großem Erfolg verwirklicht  und ständig weiterentwickelt wurde.

Dresden Straße der Befreiung

Bild entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1987

 

Im damaligen sozialpolitischen Programm hatten die Aufgaben Vorrang, die für die Menschen am wichtigsten waren. Auch wenn die Wirtschaft von Jahr zu Jahr immer umfangreichere Mittel erarbeitete, so waren diese nicht unbegrenzt. Es musste stets gewissenhaft überlegt werden, wo und wie diese Mittel am wirkungsvollsten einzusetzen waren, um das Lebensniveau zu erhöhen.

Sozialpolitik DDR

Bild entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1987

 

Brautpaar DDR

Bild entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1987

 

Fortsetzung auf Seite 4 (Wohnungsbauprogramm als Kernstück)

 

 

 

Advertisements

Freier Deutscher Gewerkschaftsbund(FDGB)

Der Freie Deutsche Gewerkschaftsbund(FDGB) war der Dachverband für die etwa 15 Einzelgewerkschaften in der DDR. Der FDGB war Mitglied des Weltgewerkschaftsbundes.

FDGB-Logo

FDGB-Logo

 

Bildquelle:Von Fornax – Die Korrektheit dieser Datei ist nicht bestätigt, denn es fehlen wichtige Quellenangaben:Bitte ändere die Beschreibung dieser Datei und verwende eine geeignete Quelle.HILFE: (1) Das Bild behauptet, eine originale Insignie darzustellen. „Eigenes Werk“ ist dafür keine angemessene Quelle. Die zur Verfügung gestellte Quelle zeigt weder eine ursprüngliche Darstellung noch eine ursprüngliche Beschreibung und ist wahrscheinlich POV (Einseitige Sicht). (2) Für Wappen ist bitte eine Blasonierung und/oder das Bild von einer ursprünglichen Interpretation der Blasonierung bereitzustellen und zumindest ein oder mehrere Literaturnachweise. (3) Ist diese Darstellung ein Derivat, nutze bitte Template: Derived from um Folgefehler zu vermeiden und die Arbeit für andere Benutzer transparenter zu machen und um eine Verletzung der Copyright-Lizenz zu vermeiden. In einigen Fällen kann es angebracht sein, den Autor dieses Bildes zu benennen. Vielen Dank für Ihre großartige Arbeit., Gemeinfrei, Bild ist entsprechen verlinkt

 

Der FDGB wurde bereits am 18. März 1945 in Aachen gegründet, also mehrere Wochen vor Ende des Zweiten Weltkriegs. Den Vorsitz übernahm Mathias Wilms. Drei Monate später hatte die neue Gewerkschaft rund 1300 Mitglieder und fünf Ortsverbände in der Region.
Da die westlichen Alliierten allerdings nur Industrieverbände und nicht die Organisation einer Einheitsgewerkschaft zuließen, konnte sich der FDGB in den westlichen Besatzungszonen nicht etablieren. Die Bildung von „freien Gewerkschaften“ auf dem Gebiet der sowjetischen Besatzungszone (SBZ) wurde am 10. Juni 1945 durch Befehl Nr. 2 der sowjetischen Militäradministration in Deutschland (SMAD) zugelassen. Schon am 2. Juni waren Vertreter der Gewerkschaftsbewegung mit der Bildung einer Einheitsgewerkschaft beauftragt worden. Am 13. Juni konstituierte sich auf Initiative der Gruppe Ulbricht der Vorbereitende Gewerkschaftsausschuss für Groß-Berlin (V.G.f.G.-B), der eine maßgebliche Rolle zunächst beim Aufbau des FDGB Groß-Berlin (der wegen des Viermächtestatus Berlins eine eigenständige Organisation bildete) und dann des FDGB und seiner Bezirksverbände spielte.

Im August 1945 hielt Ulbricht eine richtungweisende Rede, in der er die Forderung nach parteipolitischer Neutralität einer Einheitsgewerkschaft ausdrücklich ablehnte, in dem er diese als „Ausdruck der Furcht gewisser Kreise vor der einigenden Kraft der Arbeiterklasse“ charakterisierte. Bei den Groß-Berliner Delegiertenwahlen Ende 1945 errang die KPD 312 Mandate, die SPD 226 und die CDU 3 – 17 waren parteilos. Die Gewerkschaftsvertreter rückten schnell in wichtige Positionen in lokalen, regionalen und zentralen Verwaltungen ein und nahmen in der umgeformten Industrie- und Handelskammer ein Drittel der Sitze ein. Die Vereinigung der landesweit nach dem Krieg entstandenen Gewerkschaften erreichte ihren Abschluss auf dem ersten FDGB-Kongress, der vom 9. bis 11. Februar 1946 stattfand.

FDGB-Mitgliedskarte_von_1948_Aussenseiten

Außenseiten einer FDGB-Mitgliedskarte von 1948

Bildquelle:
Von user:exxu – selbst gescannt, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt
FDGB-Mitgliedskarte_von_1948_Innenseiten

Innenseiten einer FDGB-Mitgliedskarte von 1948

Bildquelle:
Von user:exxu – selbst gescannt, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Der FDGB war eine Einheitsgewerkschaft mit 9,1 Millionen Mitgliedern. Der FDGB verkörperte die revolutionären Traditionen der deutschen Gewerkschaftsbewegung.

Der FDGB wirkte unter der Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands(SED) auf Grundlage des Marxismus-Leninismus für die weitere Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft. Nun ja, der FDGB war nicht neutral. (siehe oben die entsprechende Passage der Ulbricht-Rede im August 1945) Aber der Deutsche Gewerkschaftsbund(DGB), als Dachverband von verschiedenen Einzelgewerkschaften in der alten BRD und im heutigen Deutschland, ist auch nicht neutral. Er ist oft mit der SPD verwoben und will das kapitalistische System nicht beseitigen, sondern nur abmildern. Aufgrund der Politik der SPD der letzten Jahre und des Siegeszuges des Kapitalismus in seiner neoliberalen Form, ist der DGB als Organisation der Arbeiterklasse schwach geworden.

Der FDGB setzte sich auch für die Erhaltung und Sicherung des Friedens ein und vertrat die Interessen der Arbeiter, Angestellten und Angehörigen der Intelligenz(Akademiker). Dies war aber eine andere Interessenvertretung, wie im Kapitalismus. Denn es ging nicht darum die Interessen der Arbeiterklasse gegenüber der Seite des Kapitals zu vertreten, sondern die arbeitenden Menschen dazu anzuregen ihre schöpferischen Kräfte(„Gehirnschmalz“) im Sinne der Stärkung der Arbeiter- und Bauernmacht einzusetzen.

DDR_FDGB_Mitgliedsbuch

Mitgliedsbuch des FDGB

Bildquelle:
Von Appaloosa – scanned by Appaloosa, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Daten zur Asstellung des Mitgliedsbuches FDGB

Daten zur Ausstellung des Mitgliedsbuches

Bildquelle:
Von Appaloosa – scanned by Appaloosa, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt
Beitragsmarken des FDGB

Beitragsmarken des FDGB

Bildquelle:Von Appaloosa – scanned by Appaloosa, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Sonder- und Solidaritätsmarken des FDGB

Sonder- und Solidaritätsmarken des FDGB

Bildquelle:
Von Appaloosa – scanned by Appaloosa, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

Zu den Aufgaben des FDGB gehörte auch die Kantinenversorgung, die Vergabe von Ferienplätzen, Krankenbesuche und die Verleihung von Auszeichnungen und Prämien. Auch die Vergabe von Kuren gehörten zu den Aufgaben des FDGB.

Der FDGB war darüberhinaus für die Sozialversicherung der DDR zuständig. Des Weiteren betrieb er mit der „Fakulta“ eine fakultative Rechtsschutz- und Haftpflichtunterstützungseinrichtung für im öffentlichen Verkehr beschäftigte Mitglieder.

Der FDGB-eigene Feriendienst war der größte Anbieter von Urlaubsreisen in der DDR. Er unterhielt zahlreiche eigene FDGB Ferienheime und Feriensiedlungen. Der FDGB unterhielt auch Kreuzfahrtschiffe. FDGB-Urlauber konnten auch zeitweise in Interhotels(Hotels mit gehobenen Standard) wohnen. DIE TROMMLER hat sich bereits mit dem Thema Tourismus beschäftigt.

Die Wahl aller Gewerkschaftsfunktionäre im Betrieb fand in direkter und geheimer Urwahl statt. Das Fundament der Gewerkschaften bildeten die Grundorganisationen. Sie umfassten alle Mitglieder, die in einem Betrieb oder Einrichtung(Betriebsgewerkschaftsorganisation), einer Schule(Schulgewerkschaftsorganisation) oder der Ortsgewerkschaftsorganisation(Handwerksbetriebe) tätig waren. Die kleinste Zelle innerhalb einer gewerkschaftlichen Grundorganisation war die Gewerkschaftsgruppe, an deren Spitze als ehrenamtlicher Funktionär der Vertrauensmann stand. Insgesamt waren in der DDR über zwei Millionen gewählte ehrenamtliche Gewerkschaftsfunktionäre tätig. Eine bedeutende Rolle spielten die regelmäßigen Mitgliederversammlungen und Vertrauensleuteversammlungen. Höchstes Organ der Gewerkschaften war der FDGB-Kongress, der alle fünf Jahre stattfand. Dort wurde der Bundesvorstand gewählt. Vorsitzender des FDGB war Harry Tisch(seit 1975).

Der FDGB war mit einer Fraktion(die zweitstärkste Fraktion) in der
Volkskammer vertreten.

Der FDGB gab die Tageszeitung „Tribüne“ und die Monatsschriften „Gewerkschaftsleben“ und „FDGB-Rundschau“ heraus.

Sitz des FDG-Bundesvorstandes

Sitz des FDGB-Bundesvorstandes, Fritz-Heckert-Straße 70

Bildquelle:Von Beek100 – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

Die höchste Bildungsstätte der Gewerkschaften war die Gewerkschaftsschule „Fritz-Heckert“ beim Bundesvorstand des FDGB in Bernau.

Harry Tisch, der auch letze Vorsitzende des FDGB war, wurde im November 1989 seines Amtes enthoben und aus dem FDGB ausgeschlossen.
Harry Tisch bereicherte sich persönlich aus FDGB-Mitteln und leitete Spenden um. Dies schmälerte aber nicht die Leistungen des FDGB für die Bevölkerung. So ist, obwohl Harry Tisch auf Kosten des FDGB auf „großem Fuß“ lebte, kein Schaden entstanden. Darum wurde er auch erst während und nach der Konterrevolution strafrechtlich verfolgt. Unabhängig von der Rechtslage ist ein solches Verhalten von Politikern, bzw. Gewerkschaftsvorsitzenden kein Vorbild und moralisch verwerflich. Dies gilt insbesondere im Sozialismus. DER SPIEGEL 5/1991 berichtet ausführlich darüber ohne die Gelegenheit auszulassen „Seitenhiebe“ auf die untergegangene DDR und den Sozialismus auszuteilen.

Im März 1990 wurde der FDGB für die letzte Volkskammerwahl zwar registriert, aber von der Wahlkommission nicht zugelassen.

Zum 30. September 1990, kurz vor der Annexion der DDR, löste sich der FDGB auf. Die Einzelgewerkschaften schlossen sich bis 1991 ihren Pendants in der BRD an.

Das Vermögen des FDGB unterlag nach der Konterrevolution der Treuhand. Das ist mit dem Verlust des Vermögens gleichzusetzen.

siehe Wikipedia

Wörterbuch der Geschichte
DDR 1984

Folie09

FDGB(Beitrag in „Wörterbuch der Geschichte“)