IMS(IM zur politisch-operativen Durchdringung und Sicherung des Verantwortungsbereiches)

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Symbolbild IMS

 

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Das waren Inoffizielle Mitarbeiter, die entsprechende Beiträge zur allseitigen Gewährleistung der inneren Sicherheit im Verantwortungsbereich leisteten. Sie wirkten in hohem Maße vorbeugend und schadensabwendend und halfen mit, neue Sicherheitsanfordernisse zu erkennen und durchzusetzen. Ihre Tätigkeit trug zur realen Einschätzung der sicherheitspolitischen Lage im jeweiligen Verantwortungsbereich und zur Durchsetzung daraus abgeleiteter Maßnahmen bei. Entsprechend der Ziel- und Aufgabenstellung des MfS, möglichst vorbeugend zu wirken, bildeten die IMS den weitaus größten Teil der IM.

Die IMS erfüllten Sicherheitsaufgaben im Staatsapparat und der Volkswirtschaft, insbesondere in Kombinaten und Schwerpunktbetrieben. In der DDR war Wirtschaftsspionage und Betriebsspionage mit der Spionage gegen den Staat gelichgesetzt. So hatte auch innerhalb der Wirtschaft der Geheimdienst der DDR, das MfS, die Aufgabe sich um den Schutz der Wirtschaft und Betreibe zu kümmern. Heute im Kapitalismus ist das anders.

Außerdem wirkten die IMS im militärischen Bereich, in Forschung und Entwicklung, auf speziellem Gebiet des Geheimnisschutzes und auch in gesellschaftlichen Organisationen.

Die IMS hatten insbesondere durch Feststellung und Aufklärung von wesentlichen Verletzungen der Gesetzlichkeit, der Vorschriften auf dem Gebiet der Sicherheit und Ordnung und durch Erkennen und Beseitigen begünstigender Bedingungen präventive Aufgaben zu realisieren.

 

Buchtitel %22Die Sicherheit%22entnommen aus dem Buch „Die Sicherheit“, bearbeitet von Petra Reichel

Aufgabenbezogene Suche, Auswahl und Gewinnung vom IM(Werbung von IM)

Es wird immer so getan, als wären die IM des MfS was Besonderes gewesen, die DDR ihre Bürgerinnen und Bürger zu Spitzeldiensten angehalten hätte usw.. Jeder Geheimdienst dieser Welt sucht sich seine nebenamtlichen, inoffiziellen Mitarbeiter oder wie immer diese Leute genannt werden. In der DDR waren es die Inoffiziellen Mitarbeiter, kurz IM. Die nachfolgende Beschreibung der Gewinnung von IM ist kein Alleinstellungsmerkmal des MfS der untergangen DDR, sondern ist weltweit und auch heute noch ähnlich.

Trotzdem machte es das MfS…

Nicht so!

Das macht der Verfassungsschutz der BRD so.

 

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Bildquelle:
„Express“- Köln vom 08.12.2014

 

Sondern so.

 

 

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In den operativen Diensteinheiten der Abwehr erfolgten im Rahmen der Arbeitsplanung Vorgaben, wo zur Sicherung von Schwerpunktbereichen, bzw. zur Bearbeitung von Schwerpunkten IM zu suchen und zu gewinnen waren. Die Suche, Auswahl, Gewinnung und Werbung von IM war stets aufgabenbezogen durchzuführen. Es waren vor allem Personen zu werben, die ausgehend von vorgegebenen Qualitätskriterien- objektiv und subjektiv- in der Lage waren, vorgesehene Aufgaben zu erfüllen. Das widerspiegelte sich auch in den Zahlen über Neuwerbungen von IM. Diesem Ziel diente auch die Arbeit mit „IM-Vorläufen“. Damit sollten längerfristig notwendige Grundlagen und Erkenntnisse über eventuell für eine IM-Tätigkeit geeignete Personen erarbeitet werden.

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Symbolbild IM-Vorlauf

 

Bildquelle:
Clipart Kid

 

 

Zu den möglichen Kandidaten wurde ein IM-Vorlauf angelegt. Es wurde geprüft, ob die Person über die erforderlichen Voraussetzungen verfügt, das MfS bei der Lösung konkret bestimmter Aufgaben zu unterstützen. Das setzte klare Vorstellungen über die IM-Kandidaten zu stellenden Anforderungen voraus. Die Bewertung bezog sich auch auf die unbedingte Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und andere charakterlich-moralische Eigenschaften. Die verantwortungsbewusste Klärung dieser Fragen und eine gewissenhafte Kontrolle durch den jeweiligen Vorgesetzten sollten dazu beitragen, subjektiv gefärbte Einflüsse und Einschätzungen möglichst auszuschließen. Großer Wert wurde auch darauf gelegt, mit der ausgewählten Person in persönlichen Kontakt zu kommen, sogenannte Kontaktgespräche zu führen, ohne bereits das damit verfolgte Ziel zu offenbaren. Dabei wurde zu klären versucht, welche Kenntnisse, Erfahrungen und Wirkungsmöglichkeiten der Kandidat-bezogen auf das vorgesehene Aufgabengebiet- besitzt, welche Voraussetzungen bestehen, die notwendigen Motive für eine konspirative Zusammenarbeit zu erschließen, inwieweit eine Bereitschaft erkennbar ist, über Personen und Sachzusammenhänge aufgeschlossen und ehrlich Auskunft zu geben. Es ging darum bereits vorliegende Erkenntnisse über den Kandidaten zu überprüfen und das Bild des Kandidaten zu vervollständigen. Trotz Legendierung der Gespräche kam es vor, dass IM-Kandidaten die damit verbundenen Absichten erkannten und sofort Zustimmung oder Ablehnung signalisierten.

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Bildquelle:
Netzpolitik.org

 

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Ergab die Bearbeitung des IM-Vorlaufs, dass die vorgesehene Person nicht als IM geeignet war und auch die Bereitschaft und andere Voraussetzungen für eine Werbung nicht gegeben waren, wurde er Vorlauf eingestellt und zur Ablage gebracht. Das Vorhandensein, die Registrierung und Archivierung von IM-Vorläufen besagt keinesfalls, dass es auch tatsächlich zur Werbung und konspirativen Zusammenarbeit mit dieser Person gekommen ist.

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Symbolbild Archivierung von IM-Vorläufen

Im Ergebnis der systematischen Bearbeitung eines IM-Vorlaufs war, wenn die Voraussetzungen vorlagen, ein Vorschlag zur Werbung zu erarbeiten. In diesem Vorschlag wurde die Notwendigkeit und die vorgesehene Einsatzrichtung begründet und eine Einschätzung der Zuverlässigkeit des IM-Kandidaten vorgenommen. Der Vorschlag war vom jeweiligen Leiter der Arbeitsgruppe oder des Referats gewissenhaft zu prüfen.

Bildquelle:
Made for minds. (Deutsche Welle)

Vorschläge zur Werbung von IM bedurften-je nach der für den Kandidaten vorgesehenen Einsatzrichtung- der Bestätigung. Die Werbung hauptamtlicher IM und von IMB musste bestätigt werden und zwar durch die Leiter der Hauptabteilungen/selbstständigen Abteilungen bzw. der Leiter der Bezirksverwaltungen oder deren Stellvertreter. Die Werbung von IM anderer Kategorien durch die Leiter der Abteilungen in den Hauptabteilungen/selbständigen Abteilungen und Bezirksverwaltungen bzw. die Leiter der Kreis- und Objektdienststellen. Vorschläge zur Werbung von Personen die nicht Bürger der DDR waren, bedurften in jedem Fall der Bestätigung durch den Leiter der Hauptabteilung/selbstständigen Abteilung, bzw. durch den Leiter der Bezirksverwaltung oder deren Stellvertreter.

Im Ergebnis der systematischen Bearbeitung eines IM-Vorlaufs war, wenn die Voraussetzungen vorlagen, ein Vorschlag zur Werbung zu erarbeiten. In diesem Vorschlag wurde die Notwendigkeit und die vorgesehene Einsatzrichtung begründet und eine Einschätzung der Zuverlässigkeit des IM-Kandidaten vorgenommen. Der Vorschlag war vom jeweiligen Leiter der Arbeitsgruppe oder des Referats gewissenhaft zu prüfen. Vorschläge zur Werbung von IM bedurften-je nach der für den Kandidaten vorgesehenen Einsatzrichtung- der Bestätigung. Die Werbung hauptamtlicher IM und von IMB musste bestätigt werden und zwar durch die Leiter der Hauptabteilungen/selbstständigen Abteilungen bzw. der Leiter der Bezirksverwaltungen oder deren Stellvertreter. Die Werbung von IM anderer Kategorien durch die Leiter der Abteilungen in den Hauptabteilungen/selbständigen Abteilungen und Bezirksverwaltungen bzw. die Leiter der Kreis- und Objektdienststellen. Vorschläge zur Werbung von Personen die nicht Bürger der DDR waren, bedurften in jedem Fall der Bestätigung durch den Leiter der Hauptabteilung/selbstständigen Abteilung, bzw. durch den Leiter der Bezirksverwaltung oder deren Stellvertreter.

Es ist Unsinn zu behaupten, die Auswahl des IM-Kandidaten habe allein im Ermessen des einzelnen Führungsoffiziers gelegen und trage damit das Merkmal subjektiver Willkür. Zweifellos trugen die mit der Werbung beauftragten Offiziere des MfS eine große Verantwortung. Sie hatten für konkrete Aufgaben geeignete IM-Kandidaten zu suchen, aufzuklären und zu überprüfen. Nach sorgfältiger Prüfung der Ergebnisse der Aufklärung und Zustimmung durch den Dienstvorgesetzten hatten dann-in der Regel bei Teilnahme des zuständigen Leiters-die eigentliche Werbung vorzunehmen. Einen IM-Kandidaten tatsächlich für eine Zusammenarbeit mit dem MfS zu gewinnen, war also alles andere, als eine subjektive Ermessensentscheidung.

In Einzelfällen erfolgten Werbungen auch auf der Grundlage kompromittierender Materialien. Das Anliegen bestand nicht zuletzt darin, bei dem betreffenden Kandidaten Bestrebungen zur Wiedergutmachung bzw. zu Zusammenarbeit auf Rückversicherungsbasis auszulösen bzw. zu fördern. Grundlage dieser Werbungart war, dass einerseits Verletzungen gesellschaftlicher Normen durch den jeweiligen IM-Kandidaten vorlagen und andererseits jedoch bei ihm Einsichten und Bestrebungen bestanden bzw. ausgelöst werden konnten, um negative Folgen dieser Normverletzungen von sich abzuwenden bzw. bereits eingetretene Schäden durch eigenes Verhalten wiedergutzumachen oder zu ersetzen. Das Ziel dieser Werbungsart bestand also darin, durch die Verwendung kompromittierender Materialien bei den betreffenden Kandidaten vor allem Wiedergutmachungsbestrebungen auszulösen. An Werbungsvorhaben auf dieser Grundlage wurden besondere Anforderungen gestellt. Dieses Verfahren gehörte zu den Ausnahmen bei der Werbung von IM. Die Auslösung solcher Rückversicherungs- und Wiedergutmachungsbestrebungen-soweit Rechtsverletzungen zu Grunde lagen-erfolgte nicht im rechtsfreien Raum, sondern entsprechend den im Strafgesetzbuch, in der Strafprozessordnung und in anderen Rechtsvorschriften der DDR geregelten Möglichkeiten und Voraussetzungen des Absehens von strafrechtlichen Maßnahmen und Ableistung der Wiedergutmachung. Da sieht man, dass das in der DDR nicht so einfach war mit dem „Deal“.

Die erfolgreiche Werbung eines IM wurde im allgemeinen in würdiger Form durch die Verpflichtung abgeschlossen, mit der der IM-Kandidat die persönliche Entscheidung traf, konspirativ mit dem MfS zusammenzuarbeiten. Bestandteil der Verpflichtung waren die Belehrung über die Geheimhaltung und – zur persönlichen Sicherheit der IM- die Festlegung eines Pseudonyms, also eines Decknamens, sowie der Verbindungsarten und –methoden. Die Art und Weise der Verpflichtung erfolgte in Abhängigkeit vom Werbungsverlauf und der Persönlichkeit des Kandidaten. Sie erfolgte in aller Regel in schriftlicher-in Ausnahmefällen auch in mündlicher Form.

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Symbolbild MfS-Mitarbeiter

Bildquelle:
„Frankfurter Allgemeine“ vom 27.01.2017

 

 

 

§Die Richtlinie 1/79 konkretisierte gegenüber vorangegangenen Richtlinien die Festlegungen zur zeitweiligen Unterbrechung bzw. Beendigung der Zusammenarbeit mit dem IM.

Unterbrechung bedeutete zeitweiliges Ruhen der Zusammenarbeit. Dafür konnte es verschiedene Gründe geben, etwa der Gefährdung der Konspiration oder aus persönlichen und beruflichen Gründen kein aktiver Einsatz mehr möglich war. Dazu wurden mit dem IM die notwendigen Vereinbarungen über sein Verhalten und über eine eventuelle Wiederaufnahme der Zusammenarbeit getroffen.

Eine Beendigung der Zusammenarbeit erfolgte bei erschöpften Einsatzmöglichkeiten bzw. bei Perspektivlosigkeit oder langandauernder Erkrankung, bei Invalidität, Heirat oder Versorgung von Kindern oder aus anderen Gründen, die keinen erfolgreichen Einsatz mehr zuließen. Eine Beendigung erfolgte auch bei verfestigter Ablehnung der weiteren Zusammenarbeit durch den IM oder wenn nachweislich solche Gründe vorlagen wie Unehrlichkeit, Dekonspiration oder gar Entlarvung des IM als Doppelagent oder Provokateur.

Die Zusammenarbeit endete auch dann, wenn ein IM in eine Partei- oder Staatsfunktion gewählt oder berufen wurde. Dem MfS war es strikt untersagt „die SED und ihren Apparat“ zu bearbeiten bzw. dort inoffiziell tätig zu werden.

Nach Beendigung der Zusammenarbeit erfolgte unverzüglich die Archivierung der IM-Vorgänge in der Abt. XII. Der Abt. XII im MfS oblag die Aufgabe, Vorgänge und Akten zu Personen und Objekten sowie weiteres operatives Schriftgut zu registrieren und zu archivieren sowie die dazu erforderliche Auskunftserteilung zu gewährleisten.

 

Buchtitel %22Die Sicherheit%22

 

Entnommen aus „Die Sicherheit“, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

IMB „Peter Lux“

Zum Dokument vom  27.01.1987:

 

Dieses Dokument ist der Abschlussbericht betreffs eines IM.

Dieser IM wurde als IMS geworben und in die Kategorie IMB umregistriert.

Hier geht es um Wirtschaftsspionage. (siehe Wikipedia zur Wirtschaftsspionage heute)

 

 

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Symbolbild IMB                                                                                Symbolbild IMS

 

„Peter Lux“ konnte zunächst aus Kostengründen seine Dienstreisen nur ins sozialistische Ausland unternehmen. Erst später waren Reisen ins kapitalistische Ausland möglich.

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Bei den Dienstreisen in kapitalistische Ausland ist es „Peter Lux“ gelungen entsprechende Kontakte zu knüpfen und in diesem Zusammenhang erlangte Informationen, die sehr wertvoll waren, in die DDR bringen.

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Bildquelle:  Clipart.me, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Ausführliches, siehe Dokument:

 

 

Dokument ausgewertet von Petra Reichel