Phillip Müller(Kommunist in der BRD)

Kalter Krieg und "Entspannungspolitik"

Phillip Müller, geboren am 05. April 1931 in Neuaubing, gestorben am 11. Mai 1952 in Essen, war Arbeiter und Kommunist in der BRD. Er starb, als die Polizei in Essen auf Teilnehmer einer Demonstration gegen die Wiederbewaffnung der BRD schoss. Es war das erste Mal in der Geschichte der BRD, dass ein Demonstrant durch die Polizei getötet wurde.

1954 wurde im Rahmen der Volkskammerwahlen in der DDR die nach ihm benannte Phillip-Müller-Medaille von der FDJ gestiftet.

Philipp Müller stammte aus einer katholischen Familie, er lernte Schlosser und arbeitete im Eisenbahnausbesserungswerk Neu-Aubing. 1948 wurde er in München Mitglied der damals noch nicht verbotenen FDJ und 1950 der KPD. Er engagierte sich im Sozialistischen Jungarbeiter Aktiv, einem Münchener Bündnis aus FalkenJusos, FDJund antifaschistischen Gruppen.

1950 fuhr er als Delegierter der Münchner FDJ zum Deutschlandtreffen der Jugend in die DDR und nahm auch 1951 an den III. Weltfestspielen der Jugend und Studenten

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Philipp-Müller-Medaille

Die Philipp-Müller-Medaille war eine Auszeichnung der Freien Deutschen Jugend(FDJ) der Deutschen Demokratischen Republik(DDR), welche anlässlich der Volkswahlen(Volkskammerwahlen)am 17. Oktober 1954 gestiftet wurde. Die Verleihung erfolgte an FDJ-Mitglieder, welche bei der Vorbereitung und Durchführung der Volkswahl(Volkskammerwahl) hervorragende Leistungen vollbracht hatten.

Philipp-Müller-Medaille

Philipp-Müller-Medaille

Bildquelle: Von Zentralrat der FDJ – Institut für Marxismus-Leninismus beim ZK der SED, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=16705344

 

Die Medaille hat die Form einer wehenden blauen Flagge mit dem Bildnis von Philipp Müller. Darunter ist die zweizeilige Inschrift: „Alles für d. Sieg d. National. Front/bei den Volkswahlen 1954“ zu lesen. Umschlossen wird die Flagge am linken und unteren Rand von einem Eichenlaubkranz. Getragen wurde sie an der Linken oberen Brustseite des Beliehenen.

Entnommen Wikipedia

siehe auch

Volkskammer

Philipp Müller

DDR-Kabinett Bochum

 

 

 

Irreführung der Jugend

Auszug aus

Zu einigen Schwerpunkten der Arbeit der Untersuchungsorgane(Ermittlungsbehörden)

 

Jugend, Zukunft, Macht

 

Bildquelle: Du bist Politik http://www.du-bist-politik.de/projekt/jugend-macht-zukunft/

 

Zeitweilig bildete die Massenwerbung von Jugendlichen der DDR als Spione
 einen Schwerpunkt in der Untersuchungsarbeit. Der Leiter der Westberliner
 Dienststelle des MID rechnete mit einer „Laufzeit“ der Spione von vier Wochen.
 Dazu fand im Ergebnis von vielen Befragungen eine Pressekonferenz am
12. Juli 1956 im Haus des Nationalrates der Nationalen Front statt. Dort
wurde nachgewiesen, dass der USA-Geheimdienst auf diese Weise von „Spitzenquellen“ ablenken, die Abwehrorgane des MfS desorientieren und regelrecht
zu Festnahmen provozieren und zugleich Unruhe unter Jugendlichen
der DDR erzeugen wollte.
 Das kommt auch für spätere Zeiten bis zum bitteren Ende bekannt vor. Außerdem wurde in den Medien der BRD entsprechende Propaganda betrieben, die in der DDR aufgeschnappt wurde und die Menschen dort, insbesondere die Jugendlichen desorientierte.

Warum nutzte das MfS diese Erfahrung später nicht? Möglicherweise war es Betriebsblindheit, dass die Staatsmacht der DDR, einschließlich des MfS, mit Hilflosigkeit und Fehleinschätzungen reagierte.

Schwerter zu Pflugscharen

Bildquelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Schwerter_zu_Pflugscharen

 

Als sich viele Jugendliche durch „Schwerter zu Pflugscharen“ in die falsche Richtung treiben ließen, reagierte die Staatsmacht der DDR mit Hilflosigkeit.

Was die Ostbüros anderer Parteien und des DGB nicht schafften, schaffte die Partei DIE GRÜNEN aus der BRD. Der Hoffnungsträgerin Petra Kelly gelang es Erich Honecker hereinzulegen. Die Staatsgäste von der BRD-Partei DIE GÜNEN konnte ungehindert ein Transparent „Schwerter zu Pflugscharen“ ausrollen. Die BRD-Partei DIE GRÜNEN leistete einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen der Konterrevolution. Im Diplomatengepäck konnten Politikerinnen und Politiker der GRÜNEN logistische und finanzielle Hilfe für die Konterrevolutionäre ungehindert herbeischaffen. Die Staatsmacht der DDR konnte nur noch hilflos zugucken.

 

People's_Police

Die Volkspolizei jagte Leuten hinterher, die den Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“ auf ihrer Jacke hatten. Das brachte für die Volkspolizei einen gewaltigen Imageschaden mit sich. Außerdem war das „Wasser auf die Mühlen“ der westlichen Propaganda. Die „unabhängige Friedensbewegung“ in der DDR richtete sich nicht gegen die Amis und ihre Verbündeten, sondern gegen die Armeen der DDR und ihrer Verbündeten. Die Amis lachten „sich ins Fäustchen“ und konnten munter ihre Atomraketen aufstellen.

In der DDR und den anderen sozialistischen Ländern war unmerklich die Endzeit angebrochen.

aufblasbare Kirche

Bildquelle: Queer.de http://www.queer.de/detail.php?article_id=26873

Als 1989 die Jugend zur Kirche strömte und sich von reaktionären Kräften in die Irre führen ließ, reagierte die Staatsmacht ebenso mit Hilflosigkeit und Fehleinschätzung der Lage. Der Weg ins Aus folgte.

 

Auszug aus:

Zu einigen Schwerpunkten der Arbeit der Untersuchungsorgane(Ermittlungsbehörden)

 

 

 

Buchtitel Die Sicherheit Kopie 3

 

Text Karli Coburger und Dieter Skiba, bearbeitet, bzw. ergänzt von Petra Reichel

Entnommen aus dem Buch „Die Sicherheit“

 

 

Website MfS-Insider

 

Das gesamte Buch oder einzelne Kapitel können von der Website www.mfs-insider.de heruntergeladen werden.

 

 

Original-Text:

Schwerpunkte Arbeit Untersuchungsorgane

 

 

Zu einigen Schwerpunkten der Arbeit der Untersuchungsorgane(Ermittlungsbehörden)

Jährlich wurden zwischen etwa 1500 und 3700 Ermittlungsverfahren bearbeitet. Die BStU beziffert die Gesamtzahl der von 1952 bis 1988
bearbeiteten Ermittlungsverfahren mit etwa 89.000, was einem Jahresdurchschnitt von etwa 2400 entsprechen würde.

Die materiell-rechtlichen Gegenstände der Untersuchungsarbeit wurden
durch Folgendes mit bestimmt:

  1. In der Tätigkeit und in den Ergebnissen der Untersuchungsorgane widerspiegelten 
sich die Hauptrichtungen der gegen die DDR vorgetragenen
 Angriffe. Anfänglich stand die Verfolgung der zeitweise Massencharakter
 annehmenden Spionage gegnerischer Geheimdienste sowie der von anderen
 Zentren wie KgU, UfJ, diversen Ostbüros und ähnlichen Einrichtungen
organisierten subversiven Angriffe im Mittelpunkt. Nach dem 13. August
 1961 verlagerte sich der Schwerpunkt u. a. auch auf Schleuser- und Menschenhändlerorganisationen, auf Terrorakte an der Staatsgrenze und andere
 Straftaten gegen die politische und staatliche Ordnung in der DDR.
  2. Entwicklungstendenzen und -richtungen ergaben sich aus den Orientierungen
 der Führungsorgane der SED und des Staates. Seit Ende der
 1970er Jahre erfolgten zunehmend Ermittlungsverfahren gegen Personen,
 die die DDR verlassen wollten und deshalb mit Vorsatz Gesetze brachen.
 Seit den 1960er Jahren wurden die Möglichkeiten der Untersuchungsorgane 
zunehmend damit aktiviert, um Havarien(Unfälle/Unglücke – dazu sagte man in der DDR „Havarie/Havarien) und Brände, Störungen volkswirtschaftlicher
Abläufe, aber auch Verluste geheimzuhaltender Dokumente,
Waffenverluste und ähnliches aufzuklären.
  3. Umfang und Richtung der Tätigkeit der Untersuchungsorgane wurden
 nicht unwesentlich bestimmt durch zwischenstaatliche Vereinbarungen
mit anderen sozialistischen Staaten. Die Hauptabteilung IX arbeitete
 mit Untersuchungsabteilungen der Sicherheitsorgane sozialistischer Länder
zusammen. Das betraf z. B. Bürger der DDR, die in einem anderen
 sozialistischen Staat bei ungesetzlichem Grenzübertritt und auswärtige Bürger,
 die bei einem Grenzdelikt in der DDR festgenommen wurden. In den
 19
80er Jahren betrug der Anteil solcher Ermittlungsverfahren an der Gesamtzahl
 der Bearbeitungsaufnahmen jährlich zwischen 25 und 30 Prozent.
Die beteiligten Sicherheitsorgane unterrichteten sich gegenseitig bei
 Festnahmen von Bürgern des jeweils anderen Staates und über eingeleitete
 Ermittlungen sowie deren Ergebnisse. Sie überstellten die betreffenden
Personen und übergaben Unterlagen und Beweismittel.

 

Zu allen Zeiten bestand ein entscheidender Beitrag der Untersuchungsorgane
 zur Erfüllung der dem MfS übertragenen Gesamtaufgaben darin,
Voraussetzungen für den gerichtlichen Nachweis (für die Entlarvung mittels
 Gerichtsverfahren) zu schaffen, welche Angriffe gegen die DDR und
 ihre Verbündeten vorgetragen wurden, wer die Organisatoren, Hintermänner 
und tragenden Kräfte dieser Angriffe waren, welche Ziele damit
 verfolgt und welche Schäden und Gefahren damit hervorgerufen wurden.
Wenn in der Zeit des Kalten Krieges bundesrepublikanische und Westberliner 
Medien auf Ergebnisse der in der DDR gegen Spione, Saboteure
und andere Agenten durchgeführten Strafverfahren und ergangene Urteile
 der Gerichte der DDR reagierten, dann zumeist mit der verlogenen Behauptung,
dies sei alles nur Propaganda, die Prozesse seien Ausdruck einer Schein- und
 Terrorjustiz, die gegen Unschuldige geführt wurden.

Seit dem Sieg der Konterrevolution und der Annexion der DDR durch die BRD nimmt allerdings die Zahl jener in der DDR rechtmäßig
 Verurteilter zu, die sich ihrer Mittäterschaft am Untergang der DDR
 rühmen und in die Reihen der Sieger drängen. Sie rühmen sich in den
Medien ihrer Verbrechen gegen die DDR. Einige wurden als Zeugen in
 Verfahren gegen DDR-Richter, Staatsanwälte und Untersuchungsführer 
aufgeboten. Sie bestätigten ihre gegen die DDR gerichtete Spionage- und
 Agententätigkeit, bagatellisierten mitunter ihre Gesetzesbrüche oder/und
 “entschuldigten“ ihre damaligen Einlassungen und Erklärungen vor DDR-Justizorganen,
 dass sie angeblich keine andere Chance gehabt hätten, weil
“die ja sowieso schon alles wussten“.

Logo MfS KopieIm Mittelpunkt der Tätigkeit des MfS insgesamt und im besonderen seiner
Untersuchungsorgane stand immer die Abwehr gegnerischer Geheimdienste.
 Das ist nichts Besonderes und wird in jedem Land und in jedem System genauso gehandhabt.

Auf der Grundlage operativer Erkenntnisse der Spionageabwehr wurden
 1954 über 350, im Jahr darauf 521 und 1956 noch einmal 130 Agenten verschiedener Geheimdienste festgenommen. Im Sommer 1954 wurde
bei Bandelow, einem Spion der „Organisation Gehlen“, eine Anweisung
 an alle Agenten für die Periode der Vorbereitung eines Krieges beschlagnahmt,
 der „Generelle Auftrag für Alle“. Bei dieser Verhaftungsaktion wurden 
26 Agentenfunkgeräte sichergestellt. 36 weitere Funker hatten bereits
 eine Agentenfunkausbildung erhalten. Die Auslieferung zugesicherter Funkausrüstungen konnte nicht mehr erfolgen.

In jener Zeit wie auch später richtete sich das Interesse der Geheimdienste
 nicht nur auf militärische Informationen. Schwerpunkte der Erkundungstätigkeit bildeten ebenso wirtschaftliche wie außenwirtschaftliche Vorhaben
 und Vorgänge. Sie interessierten sich für auftretende Schwierigkeiten
 im Ablauf wirtschaftlicher Prozesse, für „Stimmungen“ in der Bevölkerung,
 für oppositionelle Gruppierungen und „Dissidenten“.
 Nach dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“, führte dies 1989 zum Erfolg. Das Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“ hatte das MfS nicht, bzw. nicht genügend beherzigt.

Unter den in den 1950er Jahren verhafteten und entlarvten Spionen befand
 sich auch Elli Barczatis, die Sekretärin des Ministerpräsidenten der DDR.

Die Festnahme von 521 Agenten verschiedener Geheimdienste im Jahre
 1955 schloss auch erstmals eine Agentengruppe ein, die eine Funkverbindung
 nach Kopenhagen aufgebaut hatte. Sie sollte für den erwarteten Kriegsfall
auf dem Territorium der DDR Funkmeldeköpfe einrichten (dafür waren
vorzugsweise kriegsunfähige Personen geworben, um die Weiterarbeit unter Kriegsbedingungen zu sichern). Sie erkundete auch militärische Objekte in
 Polen und in der Tschechoslowakei. Ein Mitangeklagter – der US-Geheimdienstagent Szuminski – war an der Grenze zu Polen gestellt worden. Er führte
 eine Pistole bei sich, Terpentin (zur Ablenkung von Hunden), Kartenmaterial,
 Kompass und Fotoapparat. Er hatte im Gepäck Herren-Armbanduhren, Damenstrümpfe, Seidentücher und Geld. Er sollte eine Agentengruppe in der Volksrepublik
 Polen aufbauen und einen Bekannten dazu bewegen, ein Militärflugzeug
 IL-28 nach Westberlin zu entführen.

In Ermittlungsverfahren gegen Agenten des USA-Geheimdienstes Ende
der 1950er/Anfang der 1960er Jahre wurde deutlich, dass der Westen an Plänen
 zur Kriegsvorbereitung festhielt. Es wurden Luftlandeplätze und Abwurfstellen 
für den Einsatz und die Versorgung von Agenten im Hinterland der 
Streitkräfte des Warschauer Vertrages erkundet.

Im Mai 1956 wurden, wie an anderer Stelle erwähnt, alle Unterlagen der USA-Geheimdienststelle des MID in Würzburg in die DDR verbracht und in
 Folge über 130 Agenten inhaftiert. In zahlreichen vor Bezirksgerichten geführten Hauptverhandlungen wurden intensive Spionageaktivitäten dieser Dienststelle nachgewiesen. Zum anderen wurde festgestellt, dass dieser MID-Dienststelle
 von westdeutschen Postämtern stapelweise Fotokopien von Briefen
 sowie Streifen von Telegrammen aus der DDR an westdeutsche Bürger übergeben wurden, die sie als Informationen für Anwerbungsmaßnahmen nutzte.
 (In der frühen Zeit der DDR sagte man noch „Westdeutschland“ und nicht „BRD“.)

Zeitweilig bildete die Massenwerbung von Jugendlichen der DDR als Spione 
einen Schwerpunkt in der Untersuchungsarbeit.

Jugend, Zukunft, Macht

 

 

 

Bildquelle: Du bist Politik http://www.du-bist-politik.de/projekt/jugend-macht-zukunft/

 

 

 

Der Leiter der Westberliner
 Dienststelle des MID rechnete mit einer „Laufzeit“ der Spione von vier Wochen.
 Dazu fand im Ergebnis von vielen Befragungen eine Pressekonferenz am
 12. Juli 1956 im Haus des Nationalrates der Nationalen Front statt. Dort
 wurde nachgewiesen, dass der USA-Geheimdienst auf diese Weise von „Spitzenquellen“ ablenken, die Abwehrorgane des MfS desorientieren und regelrecht
 zu Festnahmen provozieren und zugleich Unruhe unter Jugendlichen 
der DDR erzeugen wollte.
 Das kommt auch für spätere Zeiten bis zum bitteren Ende bekannt vor. Außerdem wurde in den Medien der BRD entsprechende Propaganda betrieben, die in der DDR aufgeschnappt wurde und die Menschen dort, insbesondere die Jugendlichen desorientierte. Warum nutzte das MfS diese Erfahrung später nicht? Möglicherweise war es Betriebsblindheit, dass die Staatsmacht der DDR, einschließlich des MfS, mit Hilflosigkeit und Fehleinschätzungen reagierte.

Schwerter zu Pflugscharen

Bildquelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Schwerter_zu_Pflugscharen

 

Als viele Jugendliche durch „Schwerter zu Pflugscharen“ in die falsche Richtung treiben ließen, reagierte die Staatsmacht der DDR mit Hilflosigkeit.

Was die Ostbüros anderer Parteien und des DGB nicht schafften, schaffte die Partei DIE GRÜNEN aus der BRD. Der Hoffnungsträgerin Petra Kelly gelang es Erich Honecker hereinzulegen. Die Staatsgäste von der BRD-Partei DIE GÜNEN konnte ungehindert ein Transparent „Schwerter zu Pflugscharen“ ausrollen. Die BRD-Partei DIE GRÜNEN leistete einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen der Konterrevolution. Im Diplomatengepäck konnten Politikerinnen und Politiker der GRÜNEN logistische und finanzielle Hilfe für die Konterrevolutionäre ungehindert herbeischaffen. Die Staatsmacht der DDR konnte nur noch hilflos zugucken.

Die Volkspolizei jagte Leuten hinterher, die den Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“ auf ihrer Jacke hatten. Das brachte für die Volkspolizei einen gewaltigen Imageschaden mit sich. Außerdem war das „Wasser auf die Mühlen“ der westlichen Propaganda. Die „unabhängige Friedensbewegung“ in der DDR richtete sich nicht gegen die Amis und ihre Verbündeten, sondern gegen die Armeen der DDR und der anderen Warschauer Vertragsstaaten. Die Amis lachten „sich ins Fäustchen“ und konnten munter ihre Atomraketen aufstellen.

In der DDR und den anderen sozialistischen Ländern war unmerklich die Endzeit angebrochen.

aufblasbare Kirche

Bildquelle: Queer.de http://www.queer.de/detail.php?article_id=26873

 

Als 1989 die Jugend zur Kirche strömte und sich von reaktionären Kräften in die Irre führen ließ, reagierte die Staatsmacht ebenso mit Hilflosigkeit und Fehleinschätzung der Lage. Der Weg ins Aus folgte.

Gerichtsgebäude

Bildquelle: Clipart Panda http://www.clipartpanda.com/categories/courthouse-20clipart

 

 

Im Januar 1956 fand gegen „Held und andere“ vor dem Obersten Gericht
 der DDR ein Prozess statt, der das nachhaltige Interesse des US-amerikanischen Geheimdienstes an der Anwerbung von Spezialisten und Wissenschaftlern 
bewies. Das Hauptaugenmerk richtete sich auf Wissenschaftler, die
 aus der UdSSR zurückkehrten, von denen man sich Erkenntnisse über die
 dortige Atomforschung versprach.
Mehrere Agenten US-amerikanischer und englischer Geheimdienste in
 medizinischen Bereichen mussten inhaftiert werden, die interne Informationen über hochrangige Patienten aus dem Staatsapparat der DDR an westliche Auftraggeber übermittelt hatten.

Agent

Bildquelle: Klick Agenten https://klick-agenten.de

 

Im Jahr 1960 wurden gleichzeitig 147 Spione inhaftiert, darunter waren viele USA-Geheimdienstagenten. Unter den Festgenommenen befand sich ein BND-Spion, der als Technischer Direktor des VEB Entwicklungsbau Pirna an der Entwicklung eines Verkehrsflugzeuges beteiligt gewesen war. Er hatte dessen Fertigstellung zu sabotieren versucht. Kurz nach seiner Rückkehr als Spezialist aus der Sowjetunion war er vom BND als Spion angeworben worden.

Mit Beginn der 1970er Jahre bis 1989 war die Verhaftung von Spionen und Agenten leicht rückläufig.

Die Störtätigkeit gegen die DDR nahm in der Zeit der offenen Grenzen Massencharakter an. Besonders die USA- und BRD-Geheimdienste nutzten nahezu alle Organisationen, Verbände, Vereine und Personengruppen,
die in unterschiedlicher Form gegen die DDR wirkten, für ihre Spionagetätigkeit aus. Hierbei spielten auch Glücksritter und Geldhaie eine Rolle. Verwandte und Bekannte aus der DDR lieferten solchen Elementen Informationen militärischen Inhalts, die verkauften sie dann „marktgerecht“
 aufbereitet und „frisiert“ – zumeist an mehrere Geheimdienste. Zeitweilig
 wurden sogar Kinder und Halbwüchsige zu begrenzten Spionagehandlungen missbraucht. Sie wurden von den Untersuchungsorganen nach Klärung
 des Sachverhalts an ihre Eltern übergeben.
Darüber sollte man nachdenken, wenn in der heutigen Propaganda davon die Rede ist, dass das MfS angeblich Kinder und Jugendliche angeworben hätte.

Den Diensteinheiten der IX(Die Abteilungen des MfS waren mit römischen Zahlen gekennzeichnet. Dazu in einem späteren Beitrag mehr.) wurden mitunter auch Personen zugeführt, die durch Fotografieren von Militärobjekten, Bahnhöfen oder Brücken aufgefallen waren.

Fotografierverbot

Bildquelle. My Factory http://www.my-factory.eu/product_info.php?info=p164_fotografierverbot.html

 

 

Zumeist konnte innerhalb kürzester Zeit festgestellt werden, ob es sich um Fotoamateure oder Spione handelte. Wie der „Modelleisenbahner“ in
 der Ausgabe 4/1999 berichtete, gerieten damals solche „Eisenbahnfreaks“
auch in der BRD ins Fadenkreuz des BND. Er verdächtigte z. B. jene BRD-Bürger, die so oft auf Fotosafari in die DDR reisten, dass sie sich in Wirklichkeit
mit MfS Mitarbeitern treffen, also für das MfS arbeiten würden.

 

 

 

Buchtitel Die Sicherheit Kopie 3

 

Text Karli Coburger und Dieter Skiba, bearbeitet, bzw. ergänzt von Petra Reichel

Entnommen aus dem Buch „Die Sicherheit“

 

 

 

Website MfS-Insider

 

 

Das gesamte Buch oder einzelne Kapitel können von der Website www.mfs-insider.de heruntergeladen werden.

 

 

 

Original-Text:

Schwerpunkte Arbeit Untersuchungsorgane

Alltag im DDR-Jugendknast

Gastbeitrag von Siegfried Fischer

 

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Symbolbild

Bildquelle: „Ärzte-Zeitung“, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Ich schreibe nur über eigene Erlebnisse und Erfahrungen, welche ich auf meiner Vollzugsabteilung hatte.
Arbeitszeiten JH .
Operativer Aufsichtsdienst
8 Stundendienst, Dienstbeginn jeweils um 06:00 Uhr, 14:00 Uhr und 22:00 Uhr.
Erzieher
8 Stundendienst, Dienstbeginn jeweils um 04:00, 06:00 Uhr, 08:00 Uhr, 10:00 Uhr, 12:00 Uhr, 14:00 Uhr und 15:00 Uhr
Jugendliche (Strafgefangene)
8 Stunden Arbeitszeit jeweils von 06:00 Uhr, 14:00 Uhr und 22:00 Uhr
6 Stunden Schulzeit (Allgemeinbildung und/oder Lehrausbildung)
Die Unterschiede aus dem Beginn der Arbeitszeiten begründeten sich zum einem aus dem Bildungsniveau der Jugendlichen und der Haftzeit. Zum anderen aus dem Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten des jeweiligen Jugendhauses.

Der Vollzug der Strafe mit Freiheitsentzug wurde bei jugendlichen Strafgefangenen in Erziehungsgruppen vollzogen. Einzelunterbringung erfolgte nur im Ausnahmefall – Freizeitarrest, Arrest oder aus medizinischen Gründen.

Die Verwahrräume waren getrennt in Tages- und Schlafräume.
Belegung und Ausstattung richtete sich nach der Bausubstanz.
Ausstattung Tagesraum: 4 Schränke á 20 Einlagefächer, 1 Besenschrank, 4 Tische und 24 Stühle.
Ausstattung Schlafraum: 24 Betten.
Tages- und Schlafräume befanden sich auf verschiedenen Etagen.

Gruppenstärke variierte zwischen 12 und 24 Jugendliche.

Je ein Erzieher, ein Lehrer und ein Lehrmeister waren für eine Erziehungsgruppe zuständig. Wachtmeister des operativen Aufsichtsdienstes konnten hinzugezogen werden. Den „Hut“ hatte der Erzieher auf.
Erfahrungswert: Besser war es die Jugendlichen sinnvoll zu beschäftigen, als durch Jugendliche (durch Verstöße gegen die Hausordnung) beschäftigt zu werden.

 

 

Tagesablaufplan (Mo.-Fr.)

03:45 Uhr Wecken Frühschichtgruppen

04:00 Uhr Aufschluss der Frühschichtgruppen

05:00 Uhr Frühstück der Frühschichtgruppen

05:30 Uhr Übergabe Frühschichtgruppen an Arbeitskommandos

05:45 Uhr Wecken der Schulgruppen

06:00 Uhr Aufschluss der Schulgruppen

06:15 Uhr Übernahme Nachtschichtgruppen von Arbeitskommandos

06:25 Uhr Frühstück der Nachtschichtgruppen

07:00 Uhr Frühstück der Schulgruppen

07:25 Uhr Übergabe der Schulgruppen

07:30 Uhr Wecken der Spätschichtgruppen

07:35 Uhr Einschluss der Nachtschichtgruppen

07:45 Uhr Aufschluss der Spätschichtgruppen

08:45 Uhr Frühstück der Spätschichtgruppen

09:10 Uhr Aufenthalt im Freien (Spätschichtgruppen)

10:15 Uhr Gruppenstunde

11:30 Uhr Arztvorführung

12:00 Uhr Absicherung Mittagessen der Schulgruppen

13:00 Uhr Mittagessen der Spätschichtgruppen

13:30 Uhr Übergabe Spätschichtgruppen

13:35 Uhr Übernahme Schulgruppen

14:20 Uhr Übernahme Frühschichtgruppen

14:30 Uhr Mittagessen der Frühschichtgruppen

15:00 Uhr Gruppenstunde

16:00 Uhr Aufschluss Nachtschichtgruppen

17:00 Uhr Aufenthalt im Freien (Frühschicht-, Nachtschicht- und Schulgruppen)

18:00 Uhr Abendessen (Nachtschichtgruppen zusätzlich warm)

19:00 Uhr Arztvorführung

20:00 Uhr Einschluss Frühschicht- und Schulgruppen; Gruppenstunde Nachtschichtgruppen

21:30 Uhr Übergabe Nachtschichtgruppen

22:20 Uhr Übernahme Spätschichtgruppen

23:00 Uhr Einschluss Spätschichtgruppen

 

Erinnerungen an Schichtarbeit im operativen Aufsichtsdienst als Owm.d.SV, Hwm.d.SV und Mstr.d.SV

Es war üblich 15 min. vor Dienstbeginn auf der Vollzugsabteilung zwecks Übergabe zu sein.

Frühdienst (06.00 bis 14.00 Uhr)

05.30 Uhr passieren der Wache und Schlüsselempfang gegen Schlüsselkarte. Ca. 5 min. später Betreten des Verwahrhauses. Der Geruch, der einen empfing war „wie ein Schlag in die Magengrube“. Hoch in die 4. Etage. Vervollständigung der Ausrüstung, Führungskette und Schlagstock – lang. Informationsaustauch mit Nachtdienst und Abstimmung des Zusammenwirkens sowie der zusätzlich anliegenden Aufgaben mit dem diensthabenden Erzieher. Aufschluss der Schlafräume der Schulgruppen mit zweiten Genossen. Einer schließt, einer sichert. Zählung. Jugendliche rücken auf Tagesraumstation hoch.

Übernahme der Nachtschichtgruppen, Zählung und quittieren, danach Frühstück Beaufsichtigung.

Nachtschichtgruppen zur Vollzugsabteilung bringen und Schulgruppen zum Frühstück und Übergabe an Schule übernehmen. Übergabe, Zählung und Quittierung. Zum Verwahrhaus Spätschichtgruppen wecken, Nachtschichtgruppen, Vollzähligkeit überprüfen und Kontrollieren, Einschluss. Spätschichtgruppen aufschließen, zur Tagesraumstation schicken. Reinigung der Schlafräume beaufsichtigen und Abnahme.

Frühstück der Spätschichtgruppen absichern, danach Aufenthalt im Freien mit Realisierung Einkaufsmöglichkeiten. Zählappell, Vorbereitung zur Gruppenarbeit. Während Gruppenarbeit läuft Verwahrraumkontrollen lt. Vorgaben, zur Poststelle Briefe und Pakete holen. Bei Bedarf Zuführung zur medizinischen Behandlung. Absicherung Mittagessen der Schulgruppen. Vorbereitung der Spätschichtgruppen, Mittagessen absichern, danach Übergabe an Außenarbeitskommando, Zählung und Quittierung. Übernahme der Schulgruppen, zur Vollzugsabteilung. Dienstübergabe an Spätschicht. „Abrüstung“ und Feierabend.

 

Spätdienst (14.00 Uhr bis 22.00 Uhr)

Dienstbeginn wie bereits oben geschildert. Übernahme der Frühschichtgruppen, Zählung und Quittierung. Absicherung Mittagessen. Vorbereitung zur Gruppenarbeit. Stationsdienst, eventuell Tagesraumkontrollen. Aufschluss Nachtschichtgruppen. Beaufsichtigung Schlafraumreinigung. Stationsdienst, Aufenthalt im Freien mit Einkauf. Danach Abendessen der Jugendlichen. Nachtschichtgruppen erhalten zusätzlich warm (Mittag). Stationsdienst mit Vorbereitung der Nachtruhe, bei Bedarf Zuführung zur medizinischen Behandlung. Zählappell und Einschluss der Frühschicht- und Schulgruppen. Stationsdienst, Vorbereitung der Nachtschichtgruppen zur Arbeit. Übergabe an Außenarbeitskommando, Zählung und Quittierung. Dienstübergabe, „Abrüstung“ und Feierabend.

 

Nachtdienst (22.00 Uhr bis 06.00 Uhr)

Zwischen ersten Aufschluss und letzten Einschluss waren immer mindestens vier SV-Angehörige (zwei Vollzugsabteilungen) im Verwahrhaus. In der Nacht war man „fast“ allein.

Erste Maßnahme zum Dienstbeginn war der Empfang eines UFT (Funkgerät) beim ODH (operativer Diensthabender) und das Holen eines Diensthundes. Zum Verwahrhaus, Hund sichern. Übernahme der Spätschichtgruppen, Vorbereitung Einschluss, Einschluss mit Zählung. Erzieher verlassen Verwahrhaus, dieses wird elektromagnetisch verriegelt. Stündliche Sicht- und Horchkontrollen sämtlicher belegter Schlafräume. Dienstanweisung; der Hund ist im Verwahrhaus ständig an der Leine zu führen. Episode am Rande. Die Ver- und Entriegelung war nicht zu überhören. Das Verwahrhaus hatte aber auch einen Zugang über die Hauswerkstätten. Bei mir lief der Hund immer frei – ich definierte das mit der Gewährleistung meiner eigenen Sicherheit. Es kam wie es kommen musste, saß im Dienstzimmer III. Etage, davor lag der Hund. Absolute Stille im Haus. Der Hund knurrte leise und lief los. Ich langsam hinterher. Im EG hatte mein Hund eine Person gestellt. Es war der Gehilfe des ODHs, welcher mich kontrollieren wollte. Es gab ein bisschen Zoff – weil Hund nicht angeleint, hatte gute Ausrede. Es kam nie wieder ein Genosse auf diesem Weg um mich zu kontrollieren.

Wecken der Frühschicht, Haus wurde entriegelt, Hund zum Zwinger, Abgabe Funkgerät. Aufschluss Frühschicht im Zusammenwirken mit Erzieher. Stationsdienst, Vorbereitung der Frühschichtgruppen zur Arbeit. Absicherung Frühstück und Übergabe an Arbeitskommando. Immer üblich Zählung und Quittierung. Wecken der Schulgruppen. Dienstübergabe und …. .

 

Wochenenden

Samstag war vormittags Duschen, Wäschetausch und Putz- und Flickstunde vorgesehen. Nachmittags großes Stuben- und Revierreinigen, einmal im Monat Besuchsvorbereitung.

Sonntag, einmal im Monat Besuchstag, zuvor als Auszeichnung für einige Jugendliche Besuch einer Schwimmhalle.

Sonst Sportveranstaltungen, Kino, Besuch Freizeitzentrum, Fernsehen und individuelle Freizeitgestaltung.

Einmal im Jahr, sonntags, im Sommer ein Großes Sportfest außerhalb des Jugendhauses in einem Station, alle Vollzugsabteilungen waren daran beteiligt.

Renitente Jugendliche und Jugendliche mit akuter Fluchtgefahr verblieben im Jugendhaus.

 

Dienst der SV-Angehörigen (Wm. op. AD und Erzieher) erfolgte immer in Uniform. Ausnahme bei Ausgangsbegleitung eines SG.

Erzieher hospitierte im Schul- und Arbeitsbereich. LM und Lehrer analog in den ihnen artfremden Bereichen.

Lehrmeister und Lehrobermeister waren ausgewählte Betriebsangehörige der Arbeitseinsatzbetriebe.

Lehrer Zivilangestellte.

Lehrpläne in den Schulen (allg. Bildung und Berufsschule) entsprachen den gesetzlichen Vorgaben. Da gab es zu „draußen“ keinen Unterschied. Oder doch? Motto: „Was Du nicht weißt, lernst Du. Wir helfen Dir. Wenn Du nicht Lernen willst, zwingen wir Dich“. Der Lehrer war mit seiner Klasse „alleine“. Wurde aber bei Notwendigkeit jedoch nicht allein gelassen. Große Pause erfolgte durch alle Klassen auf den Schulhof, unter Aufsicht des Lehrpersonals. Der Schulhof befand sich im Außenring, und wurde durch einen ständig besetzten Wachturm gesichert. Störversuche wurden strikt unterbunden und geahndet. Eine Geiselnahme erlebte ich während meiner gesamten Dienstzeit nicht. Diesbezügliche Gegenmaßnahmen wurden aber bei der Aus- und Weiterbildung theoretisch und „praktisch“ durchgespielt.

Donar, der Hund, welcher mich während meines Nachtdienstes begleitete, hatte im Verwahrhaus noch 3 Kontaktpersonen (vom Schichtrhythmus her notwendig). Da es in der Anstalt mehrere Hunde gab, waren zwei SV-Angehörige für deren Betreuung und Ausbildung abgeordnet.

Die Verkaufseinrichtung unterstand der Küche, Verkäufer war ein Strafgefangener.

Und ja, es gab auch im Jugendstrafvollzug Erwachsene Strafgefangene – Einsatzgebiete z.B. Gefangenenküche, Wäscherei und Hauswerkstätten.

Offizielle Ansprache der Gefangenen war im Gesetzeswerk geregelt. Erwachsene SG mit Strafgefangener oder / …… und Name. Jugendliche SG mit Jugendlicher oder / …. und Name.

 

Freizeitarrest (mehrfach belegbar) wurde nicht auf der Arreststation vollzogen. Der Arrestant wurde in der „Freizeit“ von der Gruppe im Bereich der Vollzugsabteilung abgesondert. Soll heißen, dass er am Schulbetrieb teilnahm, mit zur Arbeit ging und mit Abstand an der Essenseinnahme und Aufenthalt im Freien (ohne Einkauf) teilnahm. Rauchen war im Freizeitarrest untersagt. Er wurde während den Gruppenveranstaltungen und der Freizeit zu Reinigungsarbeiten eingesetzt. Ausstattung der Freizeitarrestzelle: zwei Betten, 1 Schrank, 1 Tisch, zwei Stühle und Kübel (Toilettenbehelf). Freizeitarrestzelle war ständig verschlossen. Kontakt mit Mitgefangenen war während der Freizeitarrestzeit untersagt. Dauer war gestaffelt, in der Regel zwischen 5 und 21 (oder 14?) Tagen möglich.

Meine persönliche Erkenntnis war, dass der Freizeitarrest bedeutend „unbeliebter“ bei den Jugendlichen war als der Arrest.

Arrest (immer Einzelbelegung) wurde auf einer Arreststation vollzogen. Arrestanten wurden in diesen Bereich zu Reinigungsarbeiten herangezogen. Ansonsten ständiger Verschluss. Kein Arbeitseinsatz und kein Schulbesuch. Essen wurde auf der Arreststation ausgeteilt. Aufenthalt im Freien wurde gesondert durchgeführt. Ausstattung der Arrestzelle war minimal. Bett – war tagsüber angeschlossen (nicht nutzbar), ein festverankerter Hocker, Kübel (Toilettenbehelf) für Nachtzeit. Sanitärbereich war abtrennbar in der Zelle und tagsüber zugänglich.

 

 

Tigerkäfig

„Tigerkäfig“

„Tigerkäfig“, so werden die in heutigen Reportagen und „Gedenkstätten“ gezeigten Arrestzellen in DDR-Knästen genannt. Hat wenig mit der Realität zu tun.

Bildquelle: „Stern“ View Fotocommunity, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Die in heutigen Reportagen gezeigten Zellen sind definitiv keine Arrestzellen. Eine Arrestverfügung war in der Regel der „letzte Schuss“ vor dem Bug. Arrest war kein Urlaub vom Strafvollzug. Meist hätten die Ursachen für den Arrest genügt um ein erneutes Strafverfahren einzuleiten. In wieweit das für den Jugendlichen günstiger gewesen wäre für seine Zukunft ist fraglich.

Zur Rückfallquote kann ich keine generellen Aussagen machen. Soll heißen, dass mir keine Rückfälle bekannt sind, kann diese aber nicht ausschließen.

Man muss aber auch beachten, dass Strafaussetzung auf Bewährung durch eine Arrestmaßnahme in weite Ferne rückte. In den meisten Fällen waren aber auch die Angehörigen der Jugendlichen aktive Unterstützer des Erziehungsprozesses.


 

Was bedeuten die Abkürzungen? Was ist der Unterschied eins Erziehers in der DDR zu einem Wärter?

Gefängniswärter ist eine übernommene Bezeichnung aus der Zeit des Frühkapitalismus. Schließer, Schlüsselknecht u.ä. sind Gefangenenjargon (heute auch/noch für Justizbeamte des Vollzugsdienstes) für Strafvollzugsangehörige im allgemeinen, besonders jedoch für die Mitarbeiter des operativen Aufsichtsdienstes. Die dienstliche Aufgabenstellung waren auf der einen Seite unterschiedlicher Art, wurden aber fast immer im gegenseitigen Zusammenwirken gelöst. Operativer Aufsichtsdienst (op.AD) wurde hauptsächlich durch Mannschaftsdienstgrade, Erziehertätigkeit meist durch Offiziersdienstgrade durchgeführt. Zu den Abkürzungen: Owm.d.SV = Oberwachtmeister des Strafvollzuges, Hwm.d.SV = Hauptwachmeister des Strafvollzuges, Mstr.d.SV = Meister des Strafvollzuges. SG = Strafgefangener.

 

Siegfried Fischer

 

Woche der Waffenbrüderschaft

Als Woche der Waffenbrüderschaft wurde in der DDR die Woche bezeichnet in welcher der Tag der Sowjetarmee und Seekriegsflotte, der 23. Februar, und der Tag der Nationalen Volksarmee, der 01. März gefeiert wurden.

An diesen Tagen fanden zahlreiche Freundschaftstreffen, Sportwettkämpfe und militärpolitische Veranstaltungen statt. Die Angehörigen beider Armeen, Werktätige(arbeitende Menschen) der DDR sowie in FDJ und GST organisierten Mädchen und Jungen aus ihren Patenbetrieben und –schulen wurden einbezogen.

Die Veranstaltungen dieser Woche legten Zeugnis ab von dem engen Bündnis zwischen Nationaler Volksarmee und Sowjetarmee und den anderen im Warschauer Vertrag vereinten Armeen im Kampf um die militärische Sicherung des Friedens und des Sozialismus.

 

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Entnommen aus „Jugendlexikon – Militärwesen“ DDR 1984

Woche der Waffenbrüderschaft

Die Nachwuchsgewinnung

Oftmals wird behauptet, dass das MfS Jugendliche als IM angeworben hatte. Die BStU und einige Medien behaupten, dass das MfS sogar 12jährige als IM angeworben hätte. Stimmt das?

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Nachwuchswerbung des BND, zu näheren Infos Bild oder Link zur Bildquelle klicken

Bildquelle:
„Augsburger Allgemeine“ vom 31.01.2010

 

Das MfS hatte niemals Kinder als IM angeworben.

Die Nachwuchsgewinnung des MfS war nicht anders, wie zu allen Zeiten bei allen Geheimdiensten dieser Welt. Das ist heute auch nicht anders. Da die Geheimdienststrukturen des Geheimdienstes der DDR, des MfS nun offen liegen, kann man als Bespiel erklären, wie es dort gemacht wurde.

Jugendliche waren nach DDR-Recht Personen zwischen dem 14. Und 18. Lebensjahr.

Mit 18 waren die Bürgerinnen und Bürger der DDR volljährig. Junge Menschen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren wurden als Jungerwachsene bezeichnet. Inoffizielle Mitarbeiter der Altersgruppe zwischen 18 und 25 Jahren galten als jugendliche IM.

In der offiziellen Zusammenarbeit des MfS mit den für Erziehung und Bildung der heranwachsenden Generation Verantwortlichen in Staat und Gesellschaft sowie in der konspirativ abgedeckten Zusammenarbeit mit einzelnen Jugendlichen lagen die Schwerpunkte eindeutig in der vorbeugenden Arbeit, in der Verhinderung des Abgleitens von Jugendlichen in die Kriminalität bis hin zur Verhinderung ihres Missbrauchs für staatsfeindliche und andere antisozialistische Ziele.

Unter Beachtung der demografischen Entwicklung erfolgte unter Verantwortung der NVA eine Aufschlüsselung der Anzahl für den militärischen Berufsnachwuchs zur Verfügung stehenden Jugendlichen auf die einzelnen Organe(Institutionen). Bezogen auf das MfS waren das jährlich ca. 10 000, vorwiegend Soldaten und Unteroffiziere auf Zeit für das Wachregiment und die Wach- und Sicherungseinheiten der BV und anderer Diensteinheiten. Das MfS hat auf dieser Grundlage mit diesen Jugendlichen – immer in Verbindung mit dem Elternhaus- erste Gespräche geführt, um sie motivieren, ihre schulischen Leistungen zu halten oder zu verbessern und erste Vorstellungen zu einer möglichen Arbeit im MfS bei ihnen zu wecken und zu vermitteln- ohne jedoch mit ihnen inoffiziell zusammenzuarbeiten. Lag eine erste Bereitschaftserklärung zur späteren Aufnahme einer hauptamtlichen Tätigkeit im MfS vor, wurden diese Jugendlichen bis zum in der DDR obligatorischen Abschluss der 10. Klasse betreut und ihnen anschließend ein Beruf nach ihren Vorstellungen und Voraussetzungen vermittelt(dazu bestanden Verträge des MfS mit Betrieben, Einrichtungen und Institutionen zur Ausbildung von Jugendlichen) Andere wurden bis zum Abschluss der Hochschulreife(Abitur)betreut und danach entweder zum Studium an Hoch- und Fachschulen der DDR vermittelt oder gleich als hauptamtliche Mitarbeiter im MfS eingestellt und als Offiziersschüler an die Juristische Hochschule Potsdam delegiert.

Dieser vom MfS ausersehene Nachwuchs hatte vermutlich Eltern und Geschwister, die staatsnah und in entsprechenden beruflichen Positionen waren. Das ist aber kein Alleinstellungsmerkmal für die DDR, bzw. das MfS. Überall auf der Welt wird das ähnlich gehandhabt und es gibt überall die Geheimdienst-, bzw. Beamtenfamilien

Wer während der Konterrevolution zum Nachwuchs des MfS gehörte ist heute Verlierer der Geschichte. Am Beispiel von Andrej Holm sehen wir, dass die nicht begonnene Karriere beim MfS ihm zum Verhängnis geworden ist.

 

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Nachwuchs des heutigen russischen Geheimdienstes, Feier in der Kritik, nähere Infos bitte Bild oder Link zur Bildquelle klicken

Bildquelle:
Tagesschau.de

 

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Entnommen aus dem Buch „Die Sicherheit“, bearbeitet von Petra Reichel