Zum Kindertag 2017

1. Juni ist Kindertag
Gastbeitrag von Holger Marks
Ich wurde 1966 als zweites, wieder uneheliches Kind meiner Mutti geboren. Wir wohnten im vogtländischen „Herlasgrün“ -ein „Tausend-Seelen-Dorf“ mit lauter Christen. Mutti lief dort „Spießruten“!
Ich hatte mit der Kirche oder jedweden Religionen selbst nie etwas am Hut. Unsere Mutter auch nicht und sie verschonte uns damit.
Von der immer wieder angeprangerten „Verstaatlichung und Enteignung in der DDR“ war nichts zu sehen. Im Dorf gab es keine LPG, sondern weiterhin 10 privat geführte Bauernhöfe, eine private Bäckerei, eine Fleischerei und drei Kneipen. Alles privat.
Staatlich war wohl einzig das Gemeindeamt, wo der Bürgermeister, die Gemeindeschwester und der ABV ansässig waren.
Ich habe an meine Kindheit fast ausnahmslos nur GUTE Erinnerungen.
Bildquelle: Pinterest, Bild ist entsprechend verlinkt
Bananen gab es im Dorfkonsum durchaus ab und zu. Dieser war auch nicht „staatlich“, sondern eine Genossenschaft. Aber das interessierte uns Kinder nicht sonderlich. Wir stromerten nach der Schule – (wo wir ALLEINE, zu Fuß bzw. mit dem Zug hin gelangten) durch die Wälder und nahmen die Schule wirklich ernst. Schule SCHWÄNZEN gab es da nicht, nach meiner Erinnerung. Wir interessierten uns wirklich nicht für Bananen oder machten uns Gedanken, wieso wir nicht nach New York, Paris oder den Schwarzwald in Urlaub reisen konnten. Urlaub machten wir im Thüringer Wald oder an der Ostsee. Oder zu Hause. Oder im Ferienlager.
Irgendwann später in meiner Kindheit /Jugend stellte sich schon heraus, dass andere PELIKAN-Füller hatten, und meiner hieß HEIKO. Andere hatten abgetragene LEVIS-Jeans aus den Westpaketen an, ich „RGW-Jeans“. Na und? Ich wurde dennoch fast 2 Meter groß!
Ich hatte alle paar Jahre ein neues Fahrrad, niemals Hunger erlitten, sondern wurde immer vorzüglich von Mutti und Oma bekocht (mögen sie beide in Frieden ruhen!) Ich hatte Spielzeug und Freiheit ohne Ende!
Niemand auf diesem Erdball wird vorher gefragt, wann und wo er gerne geboren werden möchte. Niemand ist wegen dem Fleck auf dem Globus, an dem er aufgewachsen ist, besser oder schlechter als ein anderer!
Ich möchte mit keiner anderen Kindheit tauschen und wünsche jedem Menschen, dass er das von sich auch sagen kann!