Zwischenbemerkung

Am 09.11.1989 hörte die DDR auf als Arbeiter und Bauernstaat zu existieren. Die beiden letzten Regierungen der DDR sind Übergangsregierungen bis zur Annexion der DDR am 03.10.1990. Darum sind die beiden letzten Verteidigungsminister nicht in die Bildergalerie aufgenommen worden.

Filmbeitrag: NVA-Museum in Prora

Achtung, bitte nicht auf die hämischen Kommentare von „Spiegel-TV“ achten. Interessant ist, was der Museumsmitarbeiter und Zeitzeuge sagt.

Update: Dem NVA-Museum in Prora sind die Mietverträge für die Räume gekündigt worden. Auch eine Methode ein unbequemes Museum loszuwerden.

Rainer Eppelmann

Rainer Eppelmann wurde am 12. Februar 1943 in Berlin geboren. Er besuchte ein Gymnasium in Westberlin und musste wegen der Grenzschließung mit der 11. Klasse den Schulbesuch abbrechen. Angeblich war es ihm in der DDR nicht möglich Abitur zu machen, weil er nicht Mitglied der FDJ war. Es ist eine der vielen Behauptungen, dass aus angeblich politischen Gründen das Abitur oder Studium in der DDR nicht möglich gewesen wäre. Das stimmt aber nicht. Das beweist die heutige Bundeskanzlerin der BRD, Angela Merkel, die in der DDR Physikerin war.

Rainer Eppelmann arbeitete zunächst als Dachdeckergehilfe. 1962-1965 absolvierte er eine Facharbeiterausbildung als Maurer.

Eppelmann verweigerte 1966 den Dienst an der Waffe in der NVA, sowie die Ablegung des Fahneneides. Daraufhin wurde er wegen Befehlsverweigerung zu acht Monaten Gefängnis verurteilt.

Nun konnte Rainer Eppelmann doch in der DDR studieren. Er studierte Theologie am Berliner Theologischen Seminar Paulinum und beendete 1974 das Studium. Die Ordination folgte 1975. Von 1974-1989 war er Hilfsprediger, dann Pfarrer in der Berliner Samariterkirchengemeinde im Berliner(Hauptstadt der DDR) Bezirk Friedrichshain und gleichzeitig Kreis-Jugendpfarrer in Friedrichshain.

Rainer Eppelmann engagierte sich in der sogenannten DDR-Opposition. Das waren Staatsgegner der DDR, die den Sozialismus ablehnen. Aus dieser „Opposition“ sind die konterrevolutionären Gruppierungen hervorgegangen. Die Gegnerschaft der DDR konnte meist unter dem Dach der Kirche agieren. Kirche und Staat waren in der DDR getrennt. Kirchliche Räume galten als Privaträume. So war es der DDR-Gegnerschaft möglich Zeitschriften und Texte herauszugeben, die für den innerkirchlichen Bereich genehmigt waren. Aber auch ohne diesen Umweg wurde solches Lesematerial direkt im Geheimen verbreitet.

Rainer Eppelmann war Gründungsmitglied des „Demokratischen Aufbruch“. Das war eine konterrevolutionäre Gruppierung, die aber bedeutungslos blieb, weil herausgekommen ist, dass deren Vorsitzender Wolfgang Schnur für das MfS arbeitete.

1990 war Rainer Eppelmann auch Mitglied des zentralen „Runden Tisches“. Der „Runde Tisch“ war eine konterrevolutionäre Institution, die immer mehr Macht gewann.

Vom 18.März 1990 bis zum 02.Oktober 1990 war er Mitglied der Volkskammer der DDR, also bis zu deren Auflösung, als die DDR von der BRD annektiert worden ist.

Außerdem war Rainer Eppelmann Minister ohne Geschäftsbereich im Kabinett von Hans Modrow und dann Minister für Abrüstung und Verteidigung, wie dieses Ministerium nun hieß, im Kabinett von Lothar de Maiziére.

Nach Annexion der DDR war er in der BRD als Politiker tätig.

Seit ihrer Gründung im Jahre 1998 ist Rainer Eppelmann ehrenamtlicher Vorsitzender des Vorstandes der „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“. Das ist eine antikommunistische Institution, welche die Geschichte der DDR verfälscht.

Von Mai 2003-Oktober 2013 war er Mitglied des Beirates der BStU(das ist die amtliche Bezeichnung für die „Stasiunterlagenbehörde“, die nicht nur auf Antrag Aktenkopien für Betroffene herausgibt. Das Hauptbestätigungsfeld der BStU ist ebenfalls als antikommunistische Institution zu agieren.)

Es wird behauptet, dass das MfS in den 1980er Jahren plante Rainer Eppelmann zu ermorden. Das ist Humbug. Kein MfS-Angehöriger hatte die Lizenz zum Töten. Diese „Idee“ ist der Phantasie eines einzelnen MfS-Angehörigen entsprungen. (Der hat wohl zu viele „James Bond“-Filme gesehen.) Dieser absurde Einfall wurde vom zuständigen Stellvertreter des Leiters der BV(Bezirksverwaltung) Berlin entschieden zurückgewiesen. Im Ergebnis eines unmittelbar danach durchgeführten Kontrolleinsatzes wurde dieser Mitarbeiter aus dem MfS entlassen. Andere wurden wegen Vernachlässigung ihrer Kontroll- und Aufsichtspflichten von Funktionen abgelöst und versetzt. (siehe „Die Sicherheit“ Band 1 Seite 660-661, auch online abrufbar auf der Website www.mfs-insider.de)

Auf DDR-Luftwaffe-Blogspot.de

www.ddr-luftwaffe.blogspot.de

gibt es eine interessante Notiz zu Rainer Eppelmann. Sie wird hier im Folgenden zitiert.

Notiz: Umfeld Eppelmann

Herr Eppelmann gibt „… 1993 in seiner naiven Biographie »Fremd im eigenen Haus. Mein Leben im anderen Deutschland« ehrlicherweise preis: Sein Handwerkervater war SS-Unterscharführer und Wächter in den Konzentrationslagern Buchenwald und Sachsenhausen. Die Handwerkerfamilienmama wiederum »war zuerst im Bund Deutscher Mädel (BDM) und trat dann als Postbeamtin in die NSDAP ein«. Es klingt fast wie von Martin Walser. Doch in der DDR schadete ihnen das nicht, denn »ein alter Kommunist« schützte die Mutter, und der Vater hatte sich seine »SS-Blutgruppentätowierung« längst wegoperieren lassen. Freilich blieb der Papa »ein entschiedener Antikommunist«. Wen wundert das. Obwohl es ja auch bekehrte Ex-SSler gegeben hat ….

Als Minister für Abrüstung und Verteidigung in der Regierung unter Ministerpräsident de Maiziére ordnete er stolz die Umbenennung von Volksarmee-Kasernen an, die bis dahin Namen ermordeter Antifaschisten trugen. Das war nun wiederum echte Familientradition: Der antikommunistische SS-Vater hatte die Antifaschisten tapfer im KZ bewacht, der Sohn verfügte die Löschung ihrer Namen.“

Zitate aus: Ossietzky 11/2003, „Frieden schaffen mit/ohne Waffen“ von Gerhard Zwerenz.

Zu Eppelmanns Kontakten mit der CIA:

„Die wohl engsten Kontaktpartner in Ostberlin waren Pfarrer Rainer Eppelmann und sein Adlatus Ralf Hirsch. Die Verbindung wurde über Jahre von Mitarbeitern der CIA Residentur und amerikanischen Dilpomaten und Gesprächsaufklärern nahtlos aufrechterhalten … Eppelmann wurde in der letzten Zeit fast ausschließlich durch Imre Elmarowitsch Lipping betreut, der in enger Abstimmung mit dem SIS – Mitarbeiter an der britischen Botschaft in der DDR, Ralph Morton, und der Vertreterin des französischen Geheimdienstes DGSE an der Botschaft der Republik Frankreich, Frau Rousseau, agierte. Zur Intensivierung der Kontakte bekam Eppelmann Einladungen zu Veranstaltungen in verschiedenen westlichen Botschaften …. Da Lipping vor seinem Einsatz in der DDR beim militärischen Nachrichtendienst DIA gearbeitet hatte, wurde er durch die Spionageabwehr des MfS der CIA Residentur zugeschlagen, obwohl kein Hinweis auf eine Versetzung in die CIA vorlag … Mit Pfarrer Eppelmann wurden nach Erkenntnissen der Spionageabwehr des MfS ausführliche Gespräche geführt, die vorwiegend die oppositionelle Bürgerbewegung und die innere Lage der evangelischen Kirche betrafen ….“

Zitate aus: „Headquarters Germany“. Die US-Geheimdienste in Deutschland (Edition Ost) von Eichner / Dobbert.

EINGESTELLT VON PETER VEITH

Text entnommen aus:

http://ddr-luftwaffe.blogspot.de/2009/08/notiz-umfeld-eppelmann.html

www.ddr-luftwaffe.blogspot.de

Zentralismus und Föderalismus – DDR entschied sich für Zentralismus

In der Schule habt Ihr sicher was über die unterschiedlichen Staatsformen Zentralismus und Föderalismus, gelernt.

Zentralismus bedeutet, das Streben alle Kompetenzen im Staat bei einer zentralen obersten Instanz zu konzentrieren.

Föderalismus bedeutet, Bund, Bundesstaat. Der Staat ist in einzelne Bundesländer gegliedert, die über eine gewisse Eigenständigkeit verfügen.

Ob ein Staat zentralistisch oder föderalistisch organisiert ist, hat, ist unabhängig von der Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung. Das ist historisch bedingt. Frankreich ist zum Beispiel ein zentralistischer Staat. Deutschland ist ein föderalistischer Staat. Es wird darüber gestritten, welche Staatsorganisation besser ist. Vorteile des Föderalismus sind, dass einige Kompetenzen in der Hand der Bundesländer sind und nicht alles in einer fernen Hauptstadt geregelt wird. Nachteile des Föderalismus sind „Kleinstaaterei“. Als rückschrittlich gilt, dass die Schulen, bzw. das Bildungswesen in der Kompetenz der Bundesländer sind.

Nachteile des Zentralismus sind, dass sich Bürgerinnen und Bürger, die weit entfernt der Hauptstadt wohnen, sich benachteiligt fühlen. So fühlten sich die Bürgerinnen und Bürger des heutigen Bundeslandes Sachsen zu DDR-Zeiten benachteiligt. Sie argumentierten damit, dass mehr in die Hauptstadt Berlin investiert würde und z. B. für Dresden weniger Mittel bereitgestellt würden. Aber der Streit zwischen Berlin und Sachsen ist historisch bedingt und älter als die DDR.

Anfangs war die DDR ein föderalistischer Staat. Das heißt, die DDR war in Bundesländer gegliedert, die wie im heutigen Deutschland und in der alten BRD ,eigene Regierungen, Palarmente und Kompetenzen hatten. Die damaligen Bundesländer waren

  • Mecklenburg
  • Sachsen-Anhalt
  • Brandenburg
  • Thüringen
  • Sachsen

Um die sozialistische Staatsmacht, bzw. den Sozialismus als Wirtschafts- und Gesellschaftssystem zu festigen, entschied sich die DDR den Föderalismus abzuschaffen und den Zentralismus einzuführen. 1952 wurden die Länder abgeschafft und 14 Bezirke gebildet. Die Bezirke waren die mittlere staatliche Verwaltungsebene zwischen Zentralstaat und Kreis. Die Bezirke hatten keine Autonomie, wie ein Bundesland und auch keine Selbstverwaltungsrechte, wie eine kommunale Gebietskörperschaft (Stadt/Kreis).

Regionale Palarmente waren die Bezirkstage. Der Rat des Bezirks als Verwaltungsbehörde wurde vom Bezirkstag bestimmt. Geleitet wurde die Behörde durch einen Vorsitzenden, wobei die zentrale Person in der Behörde der Sekretär des Rates war. Die damaligen Bezirke waren:

  • Rostock
  • Neubrandenburg
  • Schwerin
  • Potsdam
  • Frankfurt(Oder)
  • Magdeburg
  • Cottbus
  • Halle
  • Leipzig
  • Erfurt
  • Dresden
  • Karl-Marx-Stadt
  • Gera
  • Suhl
  • Berlin

Der Bezirk Karl-Marx-Stadt trug zu seinem Beginn und Ende für jeweils kurze Zeit den Namen Bezirk Chemnitz in Anlehnung an den Namen der Stadt Chemnitz, die vom 10 Mai 1953 bis zum 30. Mai 1990 Karl-Marx-Stadt hieß.

Berlin/DDR war offiziell kein Bezirk, aber seit 1961 mit der Funktion eines Bezirkes versehen.

Gegen Ende der DDR wurde der Föderalismus wieder eingeführt und erneut Bundesländer gebildet. Am 22. Juli 1990 beschloss die Volkskammer das Ländereinführungsgesetz. Es wurden die fünf Länder

  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Brandenburg
  • Sachsen-Anhalt
  • Sachsen
  • Thüringen

gebildet. Die Bezirkstage und Räte der Bezirke wurden bereits ab August 1990 fließend aufgelöst, beziehungsweise in die neuen Landesbehörden integriert.

Am 03. Oktober 1990 sind die fünf neuen Bundesländer der BRD beigetreten. In Fragebögen, wie z.B. der Rentenversicherung, ist vom Beitrittsgebiet die Rede, wenn die fünf neuen Bundesländer gemeint sind. Der Geltungsbereich des Grundgesetzes ist auf das Gebiet der neuen Bundesländer ausgeweitet worden. Deutschland hat keine neue Verfassung bekommen. Darum gab es am 03. Oktober 1990 keine Vereinigung der beiden deutschen Staaten. Es fand die Annexion der DDR statt.

Eine Annexion (von lateinisch annectere ‚anknüpfen‘, ‚anbinden‘; auch als Annektierung bezeichnet) ist die erzwungene (und einseitige)[1] endgültige Eingliederung eines bis dahin unter fremder Gebietshoheit stehenden Territoriums in eine andere geopolitische Einheit. Die Annexion geht rechtlich über die Okkupation (Besatzungsverwaltung) hinaus, da auf dem (ehemals) fremden Territorium die eigene Gebietshoheit de facto ausgeübt wird und das Gebiet de jure dem eigenen Staatsgebiet einverleibt wird. Die Okkupation geht der Annexion in der Regel voraus.   

Erklärung des Begriffs „Annexion“ , Quelle Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Annexion

Ausführliche Daten und Fakten zum Thema auf Wikipedia

http://de.wikipedia.org/wiki/Bezirk_(DDR)

http://de.wikipedia.org/wiki/Föderalismus_in_Deutschland

http://de.wikipedia.org/wiki/Zentralismus

Bezirkskarte DDR  Vergleich Länder der frühen DDR-neue Bundesländer

Bezirkskarte der DDR                                   Vergleich neue Bundesländer – Länder der frühen DDR

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