Irreführung der Jugend

Auszug aus

Zu einigen Schwerpunkten der Arbeit der Untersuchungsorgane(Ermittlungsbehörden)

 

Jugend, Zukunft, Macht

 

Bildquelle: Du bist Politik http://www.du-bist-politik.de/projekt/jugend-macht-zukunft/

 

Zeitweilig bildete die Massenwerbung von Jugendlichen der DDR als Spione
 einen Schwerpunkt in der Untersuchungsarbeit. Der Leiter der Westberliner
 Dienststelle des MID rechnete mit einer „Laufzeit“ der Spione von vier Wochen.
 Dazu fand im Ergebnis von vielen Befragungen eine Pressekonferenz am
12. Juli 1956 im Haus des Nationalrates der Nationalen Front statt. Dort
wurde nachgewiesen, dass der USA-Geheimdienst auf diese Weise von „Spitzenquellen“ ablenken, die Abwehrorgane des MfS desorientieren und regelrecht
zu Festnahmen provozieren und zugleich Unruhe unter Jugendlichen
der DDR erzeugen wollte.
 Das kommt auch für spätere Zeiten bis zum bitteren Ende bekannt vor. Außerdem wurde in den Medien der BRD entsprechende Propaganda betrieben, die in der DDR aufgeschnappt wurde und die Menschen dort, insbesondere die Jugendlichen desorientierte.

Warum nutzte das MfS diese Erfahrung später nicht? Möglicherweise war es Betriebsblindheit, dass die Staatsmacht der DDR, einschließlich des MfS, mit Hilflosigkeit und Fehleinschätzungen reagierte.

Schwerter zu Pflugscharen

Bildquelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Schwerter_zu_Pflugscharen

 

Als sich viele Jugendliche durch „Schwerter zu Pflugscharen“ in die falsche Richtung treiben ließen, reagierte die Staatsmacht der DDR mit Hilflosigkeit.

Was die Ostbüros anderer Parteien und des DGB nicht schafften, schaffte die Partei DIE GRÜNEN aus der BRD. Der Hoffnungsträgerin Petra Kelly gelang es Erich Honecker hereinzulegen. Die Staatsgäste von der BRD-Partei DIE GÜNEN konnte ungehindert ein Transparent „Schwerter zu Pflugscharen“ ausrollen. Die BRD-Partei DIE GRÜNEN leistete einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen der Konterrevolution. Im Diplomatengepäck konnten Politikerinnen und Politiker der GRÜNEN logistische und finanzielle Hilfe für die Konterrevolutionäre ungehindert herbeischaffen. Die Staatsmacht der DDR konnte nur noch hilflos zugucken.

 

People's_Police

Die Volkspolizei jagte Leuten hinterher, die den Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“ auf ihrer Jacke hatten. Das brachte für die Volkspolizei einen gewaltigen Imageschaden mit sich. Außerdem war das „Wasser auf die Mühlen“ der westlichen Propaganda. Die „unabhängige Friedensbewegung“ in der DDR richtete sich nicht gegen die Amis und ihre Verbündeten, sondern gegen die Armeen der DDR und ihrer Verbündeten. Die Amis lachten „sich ins Fäustchen“ und konnten munter ihre Atomraketen aufstellen.

In der DDR und den anderen sozialistischen Ländern war unmerklich die Endzeit angebrochen.

aufblasbare Kirche

Bildquelle: Queer.de http://www.queer.de/detail.php?article_id=26873

Als 1989 die Jugend zur Kirche strömte und sich von reaktionären Kräften in die Irre führen ließ, reagierte die Staatsmacht ebenso mit Hilflosigkeit und Fehleinschätzung der Lage. Der Weg ins Aus folgte.

 

Auszug aus:

Zu einigen Schwerpunkten der Arbeit der Untersuchungsorgane(Ermittlungsbehörden)

 

 

 

Buchtitel Die Sicherheit Kopie 3

 

Text Karli Coburger und Dieter Skiba, bearbeitet, bzw. ergänzt von Petra Reichel

Entnommen aus dem Buch „Die Sicherheit“

 

 

Website MfS-Insider

 

Das gesamte Buch oder einzelne Kapitel können von der Website www.mfs-insider.de heruntergeladen werden.

 

 

Original-Text:

Schwerpunkte Arbeit Untersuchungsorgane

 

 

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Zu einigen Schwerpunkten der Arbeit der Untersuchungsorgane(Ermittlungsbehörden)

Jährlich wurden zwischen etwa 1500 und 3700 Ermittlungsverfahren bearbeitet. Die BStU beziffert die Gesamtzahl der von 1952 bis 1988
bearbeiteten Ermittlungsverfahren mit etwa 89.000, was einem Jahresdurchschnitt von etwa 2400 entsprechen würde.

Die materiell-rechtlichen Gegenstände der Untersuchungsarbeit wurden
durch Folgendes mit bestimmt:

  1. In der Tätigkeit und in den Ergebnissen der Untersuchungsorgane widerspiegelten 
sich die Hauptrichtungen der gegen die DDR vorgetragenen
 Angriffe. Anfänglich stand die Verfolgung der zeitweise Massencharakter
 annehmenden Spionage gegnerischer Geheimdienste sowie der von anderen
 Zentren wie KgU, UfJ, diversen Ostbüros und ähnlichen Einrichtungen
organisierten subversiven Angriffe im Mittelpunkt. Nach dem 13. August
 1961 verlagerte sich der Schwerpunkt u. a. auch auf Schleuser- und Menschenhändlerorganisationen, auf Terrorakte an der Staatsgrenze und andere
 Straftaten gegen die politische und staatliche Ordnung in der DDR.
  2. Entwicklungstendenzen und -richtungen ergaben sich aus den Orientierungen
 der Führungsorgane der SED und des Staates. Seit Ende der
 1970er Jahre erfolgten zunehmend Ermittlungsverfahren gegen Personen,
 die die DDR verlassen wollten und deshalb mit Vorsatz Gesetze brachen.
 Seit den 1960er Jahren wurden die Möglichkeiten der Untersuchungsorgane 
zunehmend damit aktiviert, um Havarien(Unfälle/Unglücke – dazu sagte man in der DDR „Havarie/Havarien) und Brände, Störungen volkswirtschaftlicher
Abläufe, aber auch Verluste geheimzuhaltender Dokumente,
Waffenverluste und ähnliches aufzuklären.
  3. Umfang und Richtung der Tätigkeit der Untersuchungsorgane wurden
 nicht unwesentlich bestimmt durch zwischenstaatliche Vereinbarungen
mit anderen sozialistischen Staaten. Die Hauptabteilung IX arbeitete
 mit Untersuchungsabteilungen der Sicherheitsorgane sozialistischer Länder
zusammen. Das betraf z. B. Bürger der DDR, die in einem anderen
 sozialistischen Staat bei ungesetzlichem Grenzübertritt und auswärtige Bürger,
 die bei einem Grenzdelikt in der DDR festgenommen wurden. In den
 19
80er Jahren betrug der Anteil solcher Ermittlungsverfahren an der Gesamtzahl
 der Bearbeitungsaufnahmen jährlich zwischen 25 und 30 Prozent.
Die beteiligten Sicherheitsorgane unterrichteten sich gegenseitig bei
 Festnahmen von Bürgern des jeweils anderen Staates und über eingeleitete
 Ermittlungen sowie deren Ergebnisse. Sie überstellten die betreffenden
Personen und übergaben Unterlagen und Beweismittel.

 

Zu allen Zeiten bestand ein entscheidender Beitrag der Untersuchungsorgane
 zur Erfüllung der dem MfS übertragenen Gesamtaufgaben darin,
Voraussetzungen für den gerichtlichen Nachweis (für die Entlarvung mittels
 Gerichtsverfahren) zu schaffen, welche Angriffe gegen die DDR und
 ihre Verbündeten vorgetragen wurden, wer die Organisatoren, Hintermänner 
und tragenden Kräfte dieser Angriffe waren, welche Ziele damit
 verfolgt und welche Schäden und Gefahren damit hervorgerufen wurden.
Wenn in der Zeit des Kalten Krieges bundesrepublikanische und Westberliner 
Medien auf Ergebnisse der in der DDR gegen Spione, Saboteure
und andere Agenten durchgeführten Strafverfahren und ergangene Urteile
 der Gerichte der DDR reagierten, dann zumeist mit der verlogenen Behauptung,
dies sei alles nur Propaganda, die Prozesse seien Ausdruck einer Schein- und
 Terrorjustiz, die gegen Unschuldige geführt wurden.

Seit dem Sieg der Konterrevolution und der Annexion der DDR durch die BRD nimmt allerdings die Zahl jener in der DDR rechtmäßig
 Verurteilter zu, die sich ihrer Mittäterschaft am Untergang der DDR
 rühmen und in die Reihen der Sieger drängen. Sie rühmen sich in den
Medien ihrer Verbrechen gegen die DDR. Einige wurden als Zeugen in
 Verfahren gegen DDR-Richter, Staatsanwälte und Untersuchungsführer 
aufgeboten. Sie bestätigten ihre gegen die DDR gerichtete Spionage- und
 Agententätigkeit, bagatellisierten mitunter ihre Gesetzesbrüche oder/und
 “entschuldigten“ ihre damaligen Einlassungen und Erklärungen vor DDR-Justizorganen,
 dass sie angeblich keine andere Chance gehabt hätten, weil
“die ja sowieso schon alles wussten“.

Logo MfS KopieIm Mittelpunkt der Tätigkeit des MfS insgesamt und im besonderen seiner
Untersuchungsorgane stand immer die Abwehr gegnerischer Geheimdienste.
 Das ist nichts Besonderes und wird in jedem Land und in jedem System genauso gehandhabt.

Auf der Grundlage operativer Erkenntnisse der Spionageabwehr wurden
 1954 über 350, im Jahr darauf 521 und 1956 noch einmal 130 Agenten verschiedener Geheimdienste festgenommen. Im Sommer 1954 wurde
bei Bandelow, einem Spion der „Organisation Gehlen“, eine Anweisung
 an alle Agenten für die Periode der Vorbereitung eines Krieges beschlagnahmt,
 der „Generelle Auftrag für Alle“. Bei dieser Verhaftungsaktion wurden 
26 Agentenfunkgeräte sichergestellt. 36 weitere Funker hatten bereits
 eine Agentenfunkausbildung erhalten. Die Auslieferung zugesicherter Funkausrüstungen konnte nicht mehr erfolgen.

In jener Zeit wie auch später richtete sich das Interesse der Geheimdienste
 nicht nur auf militärische Informationen. Schwerpunkte der Erkundungstätigkeit bildeten ebenso wirtschaftliche wie außenwirtschaftliche Vorhaben
 und Vorgänge. Sie interessierten sich für auftretende Schwierigkeiten
 im Ablauf wirtschaftlicher Prozesse, für „Stimmungen“ in der Bevölkerung,
 für oppositionelle Gruppierungen und „Dissidenten“.
 Nach dem Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“, führte dies 1989 zum Erfolg. Das Motto „Steter Tropfen höhlt den Stein“ hatte das MfS nicht, bzw. nicht genügend beherzigt.

Unter den in den 1950er Jahren verhafteten und entlarvten Spionen befand
 sich auch Elli Barczatis, die Sekretärin des Ministerpräsidenten der DDR.

Die Festnahme von 521 Agenten verschiedener Geheimdienste im Jahre
 1955 schloss auch erstmals eine Agentengruppe ein, die eine Funkverbindung
 nach Kopenhagen aufgebaut hatte. Sie sollte für den erwarteten Kriegsfall
auf dem Territorium der DDR Funkmeldeköpfe einrichten (dafür waren
vorzugsweise kriegsunfähige Personen geworben, um die Weiterarbeit unter Kriegsbedingungen zu sichern). Sie erkundete auch militärische Objekte in
 Polen und in der Tschechoslowakei. Ein Mitangeklagter – der US-Geheimdienstagent Szuminski – war an der Grenze zu Polen gestellt worden. Er führte
 eine Pistole bei sich, Terpentin (zur Ablenkung von Hunden), Kartenmaterial,
 Kompass und Fotoapparat. Er hatte im Gepäck Herren-Armbanduhren, Damenstrümpfe, Seidentücher und Geld. Er sollte eine Agentengruppe in der Volksrepublik
 Polen aufbauen und einen Bekannten dazu bewegen, ein Militärflugzeug
 IL-28 nach Westberlin zu entführen.

In Ermittlungsverfahren gegen Agenten des USA-Geheimdienstes Ende
der 1950er/Anfang der 1960er Jahre wurde deutlich, dass der Westen an Plänen
 zur Kriegsvorbereitung festhielt. Es wurden Luftlandeplätze und Abwurfstellen 
für den Einsatz und die Versorgung von Agenten im Hinterland der 
Streitkräfte des Warschauer Vertrages erkundet.

Im Mai 1956 wurden, wie an anderer Stelle erwähnt, alle Unterlagen der USA-Geheimdienststelle des MID in Würzburg in die DDR verbracht und in
 Folge über 130 Agenten inhaftiert. In zahlreichen vor Bezirksgerichten geführten Hauptverhandlungen wurden intensive Spionageaktivitäten dieser Dienststelle nachgewiesen. Zum anderen wurde festgestellt, dass dieser MID-Dienststelle
 von westdeutschen Postämtern stapelweise Fotokopien von Briefen
 sowie Streifen von Telegrammen aus der DDR an westdeutsche Bürger übergeben wurden, die sie als Informationen für Anwerbungsmaßnahmen nutzte.
 (In der frühen Zeit der DDR sagte man noch „Westdeutschland“ und nicht „BRD“.)

Zeitweilig bildete die Massenwerbung von Jugendlichen der DDR als Spione 
einen Schwerpunkt in der Untersuchungsarbeit.

Jugend, Zukunft, Macht

 

 

 

Bildquelle: Du bist Politik http://www.du-bist-politik.de/projekt/jugend-macht-zukunft/

 

 

 

Der Leiter der Westberliner
 Dienststelle des MID rechnete mit einer „Laufzeit“ der Spione von vier Wochen.
 Dazu fand im Ergebnis von vielen Befragungen eine Pressekonferenz am
 12. Juli 1956 im Haus des Nationalrates der Nationalen Front statt. Dort
 wurde nachgewiesen, dass der USA-Geheimdienst auf diese Weise von „Spitzenquellen“ ablenken, die Abwehrorgane des MfS desorientieren und regelrecht
 zu Festnahmen provozieren und zugleich Unruhe unter Jugendlichen 
der DDR erzeugen wollte.
 Das kommt auch für spätere Zeiten bis zum bitteren Ende bekannt vor. Außerdem wurde in den Medien der BRD entsprechende Propaganda betrieben, die in der DDR aufgeschnappt wurde und die Menschen dort, insbesondere die Jugendlichen desorientierte. Warum nutzte das MfS diese Erfahrung später nicht? Möglicherweise war es Betriebsblindheit, dass die Staatsmacht der DDR, einschließlich des MfS, mit Hilflosigkeit und Fehleinschätzungen reagierte.

Schwerter zu Pflugscharen

Bildquelle: Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Schwerter_zu_Pflugscharen

 

Als viele Jugendliche durch „Schwerter zu Pflugscharen“ in die falsche Richtung treiben ließen, reagierte die Staatsmacht der DDR mit Hilflosigkeit.

Was die Ostbüros anderer Parteien und des DGB nicht schafften, schaffte die Partei DIE GRÜNEN aus der BRD. Der Hoffnungsträgerin Petra Kelly gelang es Erich Honecker hereinzulegen. Die Staatsgäste von der BRD-Partei DIE GÜNEN konnte ungehindert ein Transparent „Schwerter zu Pflugscharen“ ausrollen. Die BRD-Partei DIE GRÜNEN leistete einen entscheidenden Beitrag zum Gelingen der Konterrevolution. Im Diplomatengepäck konnten Politikerinnen und Politiker der GRÜNEN logistische und finanzielle Hilfe für die Konterrevolutionäre ungehindert herbeischaffen. Die Staatsmacht der DDR konnte nur noch hilflos zugucken.

Die Volkspolizei jagte Leuten hinterher, die den Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“ auf ihrer Jacke hatten. Das brachte für die Volkspolizei einen gewaltigen Imageschaden mit sich. Außerdem war das „Wasser auf die Mühlen“ der westlichen Propaganda. Die „unabhängige Friedensbewegung“ in der DDR richtete sich nicht gegen die Amis und ihre Verbündeten, sondern gegen die Armeen der DDR und der anderen Warschauer Vertragsstaaten. Die Amis lachten „sich ins Fäustchen“ und konnten munter ihre Atomraketen aufstellen.

In der DDR und den anderen sozialistischen Ländern war unmerklich die Endzeit angebrochen.

aufblasbare Kirche

Bildquelle: Queer.de http://www.queer.de/detail.php?article_id=26873

 

Als 1989 die Jugend zur Kirche strömte und sich von reaktionären Kräften in die Irre führen ließ, reagierte die Staatsmacht ebenso mit Hilflosigkeit und Fehleinschätzung der Lage. Der Weg ins Aus folgte.

Gerichtsgebäude

Bildquelle: Clipart Panda http://www.clipartpanda.com/categories/courthouse-20clipart

 

 

Im Januar 1956 fand gegen „Held und andere“ vor dem Obersten Gericht
 der DDR ein Prozess statt, der das nachhaltige Interesse des US-amerikanischen Geheimdienstes an der Anwerbung von Spezialisten und Wissenschaftlern 
bewies. Das Hauptaugenmerk richtete sich auf Wissenschaftler, die
 aus der UdSSR zurückkehrten, von denen man sich Erkenntnisse über die
 dortige Atomforschung versprach.
Mehrere Agenten US-amerikanischer und englischer Geheimdienste in
 medizinischen Bereichen mussten inhaftiert werden, die interne Informationen über hochrangige Patienten aus dem Staatsapparat der DDR an westliche Auftraggeber übermittelt hatten.

Agent

Bildquelle: Klick Agenten https://klick-agenten.de

 

Im Jahr 1960 wurden gleichzeitig 147 Spione inhaftiert, darunter waren viele USA-Geheimdienstagenten. Unter den Festgenommenen befand sich ein BND-Spion, der als Technischer Direktor des VEB Entwicklungsbau Pirna an der Entwicklung eines Verkehrsflugzeuges beteiligt gewesen war. Er hatte dessen Fertigstellung zu sabotieren versucht. Kurz nach seiner Rückkehr als Spezialist aus der Sowjetunion war er vom BND als Spion angeworben worden.

Mit Beginn der 1970er Jahre bis 1989 war die Verhaftung von Spionen und Agenten leicht rückläufig.

Die Störtätigkeit gegen die DDR nahm in der Zeit der offenen Grenzen Massencharakter an. Besonders die USA- und BRD-Geheimdienste nutzten nahezu alle Organisationen, Verbände, Vereine und Personengruppen,
die in unterschiedlicher Form gegen die DDR wirkten, für ihre Spionagetätigkeit aus. Hierbei spielten auch Glücksritter und Geldhaie eine Rolle. Verwandte und Bekannte aus der DDR lieferten solchen Elementen Informationen militärischen Inhalts, die verkauften sie dann „marktgerecht“
 aufbereitet und „frisiert“ – zumeist an mehrere Geheimdienste. Zeitweilig
 wurden sogar Kinder und Halbwüchsige zu begrenzten Spionagehandlungen missbraucht. Sie wurden von den Untersuchungsorganen nach Klärung
 des Sachverhalts an ihre Eltern übergeben.
Darüber sollte man nachdenken, wenn in der heutigen Propaganda davon die Rede ist, dass das MfS angeblich Kinder und Jugendliche angeworben hätte.

Den Diensteinheiten der IX(Die Abteilungen des MfS waren mit römischen Zahlen gekennzeichnet. Dazu in einem späteren Beitrag mehr.) wurden mitunter auch Personen zugeführt, die durch Fotografieren von Militärobjekten, Bahnhöfen oder Brücken aufgefallen waren.

Fotografierverbot

Bildquelle. My Factory http://www.my-factory.eu/product_info.php?info=p164_fotografierverbot.html

 

 

Zumeist konnte innerhalb kürzester Zeit festgestellt werden, ob es sich um Fotoamateure oder Spione handelte. Wie der „Modelleisenbahner“ in
 der Ausgabe 4/1999 berichtete, gerieten damals solche „Eisenbahnfreaks“
auch in der BRD ins Fadenkreuz des BND. Er verdächtigte z. B. jene BRD-Bürger, die so oft auf Fotosafari in die DDR reisten, dass sie sich in Wirklichkeit
mit MfS Mitarbeitern treffen, also für das MfS arbeiten würden.

 

 

 

Buchtitel Die Sicherheit Kopie 3

 

Text Karli Coburger und Dieter Skiba, bearbeitet, bzw. ergänzt von Petra Reichel

Entnommen aus dem Buch „Die Sicherheit“

 

 

 

Website MfS-Insider

 

 

Das gesamte Buch oder einzelne Kapitel können von der Website www.mfs-insider.de heruntergeladen werden.

 

 

 

Original-Text:

Schwerpunkte Arbeit Untersuchungsorgane

Schwerter zu Pflugscharen

„Schwerter zu Pflugscharen“ ist ein Teilzitat aus der Bibel. Über Herkunft und Auslegung mögen die Leute debattieren, welche sich mit der Bibel beschäftigen. Hier geht es darum, wie die Konterrevolutionäre der DDR zu diesem Spruch und Symbol gekommen sind.

Am 04. Dezember 1959 schenkte die Sowjetunion der UNO eine Bronzeskulptur, die das biblische Motiv bildlich-plastisch darstellt. Die Skulptur wurde im Garten des UNO-Hauptgebäudes in New York City aufgestellt. Ihr Modell befindet sich vor der Zweigstelle der Tretjakow-Galerie für moderne Kunst in Moskau.

Damit bekräftigte die Sowjetunion ihre Bereitschaft zur friedlichen Koexistenz. Seit 1960 bot die Sowjetunion dem Westen eigene Abrüstungsinitiativen an und versuchte vor allem, die NATO zur Abkehr von ihrer Strategie des Ersteinsatzes von Atomwaffen zu bewegen. Trotzdem ließ sich die Sowjetunion und ihre Verbündeten auf die Spirale des Wettrüstens ein.

Weitere Einzelheiten Skulptur von Jewgeni Wutschetitsch

Skulptur von Jewgeni Wutschetitsch

Bildquelle:
Von Neptuul – Eigenes Werk, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Im uckermärkischen Gramzow ließ der dortige Pfarrer und Superintendent Curt-Jürgen Heinemann-Grüder 1971 an den Gefallenengräbern einen Gedenkstein mit den Worten „Schwerter zu Pflugscharen“ aufstellen. Die Jahreszahlen 1933 und 1938 erinnern an die Verschleppung von Kommunisten und Sozialdemokraten in Zuchthäuser und Konzentrationslager und an den Beginn der Judenvernichtung. Dies war die erste öffentliche Darstellung dieses Textes in der DDR. In diesem Fall sinnvoll und legitim.

 

Gedenkstein in Gramzow

Gedenkstein in Gramzow

Bildquelle:
Von Haobe – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

„Schwerter zu Pflugscharen“ als Symbol der Konterrevolution

Später wurde der Spruch,nebst Symbol, welches 1971 in Gramzow nicht dargestellt wurde, von den Konterrevolutionären der DDR missbraucht.

Als 1978 in der DDR das Schulfach „Wehrerziehung“ eingeführt wurde, gab es große Aufregung. Der Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR legte dagegen erfolglos Widerspruch ein und stellte ein Alternativprogramm „Erziehung zum Frieden“ vor.

Das war ein Anlass, welcher den Konterrevolutionären Aufschwung gab. Da auch sich auch in der BRD über das Schulfach „Wehrerziehung“ aufgeregt wurde, war dies Rückendeckung für die Konterrevolutionäre. Regelmäßige Seminare, etwa in Königswalde (Ortsteil von Werdau in Sachsen), zogen Jugendliche aus der ganzen DDR an. Gegen das Ködern der Jugendlichen reagierte die Staatsmacht der DDR hilflos mit Repression, was die Jugendlichen erst recht irreleitete und in die Arme der Konterrevolutionäre trieb.

Das Abbild der sowjetischen Skulptur zusammen mit dem Schriftzug „Schwerter zu Pflugscharen“ wurde erstmals als Lesezeichen für eine Einladung zum Gottesdienst am Buß- und Bettag des Jahres 1980 von evangelischen Jugendgruppen in der DDR verwendet. Dieser Feiertag war als Abschluss einer ersten zehntägigen „Friedensdekade“ mit dem DDR-Kirchenbund verabredet worden. Die Anregung dazu kam vom überkonfessionellen Interkirchlichen Friedensrat in den Niederlanden, der als erste kirchliche Vereinigung einen Totalabbau aller Atomwaffen in Europa forderte und dies mit dem Votum der Reformde Kerk begründete, wonach Friedenssicherung durch atomare Abschreckung mit dem Christsein völlig unvereinbar sei.

Die erste Friedensdekade ging aus der intensiven Vorbereitungsarbeit des Evangelischen Jungmännerwerks (Ostwerk) und einer Arbeitsgruppe des CVJM (Westwerk) im Oktober 1979 hervor. Ein weiteres Arbeitstreffen fand nachts in Berliner Privatwohnungen statt. (Wohnungen standen auch in der DDR unter besonderem Schutz und durften nicht so einfach überwacht und durchsucht werden.Für nachts gab es nochmals Hürden bevor eine Durchsuchung genehmigt wurde. Ähnlich, wie in anderen Ländern auch. Es gab nur einen Unterschied. Während in anderen Ländern der Richter eine Durchsuchung genehmigen muss, war es in der DDR und anderen Ländern der Staatsanwalt.) Die Initiatoren waren besorgt über die Hochrüstung beiderseits der Staatsgrenze der DDR, die gleichzeitig die Grenze zwischen Warschauer Vertrag und NATO war. Dabei wurde nicht die unterschiedliche Herangehensweise der Systeme zum Thema Rüstung berücksichtigt. Sie forderten die vollständige Entmilitarisierung beider deutscher Staaten ohne die damals aktuellen und historischen Zusammenhänge zu beachten. Das erarbeitete Material wurde als Auftrag an die Konferenz der evangelischen Landesjugendpfarrer in der DDR weitergeleitet, eine gemeinsame Friedensaktion zu realisieren: die erste Friedensdekade. Diese sollte gleichzeitig in allen Gliedkirchen beider deutscher Kirchenbünde stattfinden und wurde diesen daher vorgeschlagen.

Die Einladung gestaltete der damalige sächsische Landesjugendpfarrer Harald Bretschneider; die Grafikerin Ingeborg Geißler schuf eine druckfähige Zeichnung dafür. Das Lesezeichen wurde in einer Auflage von 120.000 Stück in der Druckerei Abraham Dürninger der Herrnhuter Brüdergemeine auf Vliesstoff gedruckt, da dies als „Textiloberflächenveredlung“ galt und keine staatliche Druckgenehmigung erforderte. Der Einladungstext wies auf Gottesdienste, Jugend- und Gemeindeabende und eine „Friedensminute“ hin:

Am Bußtag um 13:00 Uhr sollten landesweit die Kirchenglocken gleichzeitig mit der staatlichen Sirenenübung zum Gebet mahnen.(In der DDR fand jeden Mittwoch Probealarm statt.) Nachdem die DDR-Regierung dies als Gefährdung des Zivilschutzes und Aufruf zur Arbeitsniederlegung untersagte, wurde das Läuten auf 13:15 Uhr verlegt. Auch dies eine hilflose Reaktion der Staatsmacht. Hätten da nicht besser die echten Friedenskräfte der DDR dies aufgreifen und selbst zur Aktion aufrufen und diese unterstützen sollen?

Das Motto der Dekade lautete „Frieden schaffen ohne Waffen“. Dasselbe Motto verwendete unabhängig davon auch die Aktion Sühnezeichen aus der BRD. Es ging auf ein weltweites Treffen des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) zurück: Er hatte 1975 in Nairobi allen Mitgliedskirchen empfohlen, gegenüber den je eigenen Regierungen ihre Bereitschaft zu erklären, „ohne den Schutz von Waffen zu leben“. Dies blieb den meisten Kirchengemeinden zunächst unbekannt und wurde von kaum einer Kirchenleitung publik gemacht. Die EKD sprach in ihren offiziellen Erklärungen stets vom „Friedensdienst mit und ohne Waffen“ und rechtfertigte die Abschreckung sogar mit Atomwaffen 1982 wie schon 1959 weiterhin als „christlich mögliche Handlungsweise“.

Die sozialistischen Länder konnten sich den Verzicht auf Waffen nicht leisten. Wie oben beschrieben, gab es auch innerhalb der christlichen Kirchen verschiedene Sichtweisen.

Im Juni 1980 griff die Evangelische Studentengemeinde Dresden als erste Gruppe in der DDR die Empfehlung des ÖRK auf, um einen Diskussionsprozess in den Gemeinden auszulösen. Unter dem wachsenden Druck der kirchlichen Jugend beschloss die Konferenz der Kirchenleitungen daraufhin die erste Friedensdekade. Nach Gesprächen mit dem Sekretariat des DDR-Kirchenbundes, Manfred Stolpe, wurde die Einladung dazu mitsamt der Grafik des Lesezeichens genehmigt. Nun trugen viele Jugendliche spontan diesen Aufnäher auf ihrer Straßenkleidung.

 

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Bildquelle:
Von unbekannt – http://www.kirche-sebnitz.de/Logos/Schwerter_zu_Pflugscharen3.jpg; vektorisiert von Benutzer:Gnubold, Logo, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Im Frühjahr 1981 schlugen einige Kirchengemeinden ihren Synoden vor, einen zweijährigen Sozialen Friedensdienst (In der BRD gab es den Ersatzdienst für Wehrdienstverweigerer. Dieser war oft mit unangenehmen Arbeiten verbunden. Ob die Initiatoren in der DDR darüber nachdachten, als sie einen solchen Dienst forderten, ist zu bezweifeln.) als gleichberechtigte Alternative zum staatlichen Wehrdienst in der NVA und zu den Bausoldaten einzuführen. Einige Landessynoden stellten sich bis zum Jahresende öffentlich hinter diese Forderung, andere lehnten ab. Ein Treffen der Kirchenleitungen mit dem Staatssekretär für Kirchenfragen Klaus Gysi im September endete mit der strikten staatlichen Ablehnung der Idee.

Am 10. Oktober 1981 fand auf der Hofgartenwiese in Bonn mit etwa 300.000 Teilnehmern die bislang größte Demonstration gegen den NATO-„Doppelbeschluss“ in der alten BRD statt. Während die traditionellen, häufig der DKP nahestehenden Gruppen meist das bekannte Symbol der blauen Friedenstaube von Pablo Picasso verwendeten, zeigten vor allem christliche Friedensgruppen aus Solidarität mit den konterrevolutionären Organisationen der DDR, die sich als Friedensgruppen darstellten, das Motiv „Schwerter zu Pflugscharen“. Den christlichen Gruppen in der alten BRD ist das nicht unbedingt zum Vorwurf zu machen. Ihnen war meist nicht bewusst, dass es sich in der Regel nicht um ihre Glaubensschwestern und -brüder, sondern um Konterrevolutionäre handelte, die unter dem Dach der Kirche agierten. Vielfach wurden diese Plakate auch mit Hinweisen auf die Solidarność in Polen verbunden. In den Medien der BRD wurde die Solidarność als Gewerkschaft dargestellt. In Wirklichkeit handelte es sich um eine konterrevolutionäre Organisation. Das war der Mehrheit der BRD-Bürgerinnen und -bürger nicht bewusst. Erst heute ist die Solidarność tatsächlich eine Gewerkschaft, aber sie ist nun bedeutungslos geworden.

Diese Forderungen sind irreführend:

• eine von sowjetischen oder großdeutschen Interessen unabhängige, blockübergreifende Friedensbewegung anzumahnen,
• auf das gemeinsame Abrüstungsinteresse von Arbeiterbewegung und Friedensbewegung hinzuweisen,
• das Friedensthema mit dem Thema der Demokratisierung und sozialen Gerechtigkeit zu verbinden.

 

Damals gab es keine „großdeutschen Interessen“. Im luftleeren Raum kann niemand agieren. Was soll das Gerede von „unabhängig“ und „blockübergreifend“ in Rüstungsfragen zur damaligen Zeit? Der Begriff „Arbeiterbewegung“ hat nicht das Geringste mit der tatsächlichen Arbeiterbewegung zu tun. Ebenso gehört die soziale Gerechtigkeit zum Sozialismus. Dieses Gerede ist ähnlich, wie das später von Gorbatschow, wo die Menschheitsinteressen vor Klasseninteressen gesetzt wurden. Da sind zu Viele darauf hereingefallen. Das Ergebnis ist die Beseitigung des Sozialismus in Europa und die Annexion der DDR durch die BRD.

Die folgende Friedensdekade vom 8. bis 18. November 1981 wurde erstmals gleichzeitig auch innerhalb des EKD der BRD durchgeführt und stand unter dem Thema „Gerechtigkeit – Abrüstung – Frieden“. Da nicht mit einer Druckgenehmigung der DDR-Behörden für Aufkleber oder Anstecker zu rechnen war, wurde das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ mit nochmals 100.000 Stück auf Vliesstoff gedruckt und als Aufnäher weiterverwendet. In der Nikolaikirche (Leipzig) wurde wenig später eine große Schautafel mit dem Symbol aufgestellt.

Während der Staat hilflos mit Repressionen auf das Tragen der Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“ reagierte,nahmen Kirchenvertreter die Träger in Schutz. Denn die Herkunft des abgebildeten Symbols stammte ja von offizieller Seite. Das sowjetische Denkmal war auch im Geschichtsbuch für die 6. Klasse abgebildet. Das Lehrbuch für die Jugendweihe von 1975 erläuterte:

„Wir schmieden Schwerter zu Pflugscharen um.“ Die „Deutsche Zeitschrift für Philosophie“ der DDR zitierte zum Jahresbeginn 1982 die Jesajastelle und schrieb dazu:

„Welcher Marxist würde behaupten wollen, dass religiöser Glaube in dieser Form reaktionär sei und, obwohl er selbst noch kein wissenschaftlich fundiertes Bewusstsein darstellen konnte, unvereinbar mit Wissenschaftlichkeit sei? Dieser […] Glaube ahnt gewissermaßen die wissenschaftliche Erkenntnis von einer klassenlosen Gesellschaft, in der es keine Kriege mehr gibt, voraus.“

Unter Berufung darauf gelang es den Kirchenbehörden zunächst, ein Verbot des Aufnähers abzuwenden. Hier wäre der Zeitpunkt günstig gewesen in der DDR eine offizielle Friedensbewegung zu organisieren. Gleichzeitig hatte die Notwendigkeit des damals neuen Wehrdienstgesetzes erklärt werden müssen. Doch es wurde nichts dergleichen getan. So war der Raum gegeben, dass die Konterrevolutionäre die Friedensbewegung in der Hand hatten und das Friedenssymbol „Schwerter zu Pflugscharen“ für ihre Zwecke missbrauchten.

Nun reagierte der Staat hilflos mit Repression.

Ab November 1981 erhielt der sächsische Landesbischof Johannes Hempel die amtliche Mitteilung: „Wegen Missbrauchs dürfen diese Aufnäher in Schule und Öffentlichkeit nicht mehr getragen werden.“ Dahinter stand das Bemühen der SED, Akzeptanz für das neue Wehrdienstgesetz zu organisieren. Die falsche und hilflose Reaktion der Staatsmacht stärkte die Konterrevolutionäre, anstatt sie zu schwächen.

Die Mehrheit der Jugendlichen in der DDR war nicht politisch engagiert und ließ sich durch Westmedien beeinflussen. Ohne nachzudenken lehnten sich viele junge Leute gegen Staat und Gesellschaft der DDR auf, weil damals diese Art des Aufbegehrens Mode war. Ein „gefundenen Fressen“ für die Konterrevolutionäre, die die irregeleiteten Jugendlichen für ihre Zwecke benutzten.

Am 25. Januar 1982 veröffentlichte Rainer Eppelmann, damals Pastor in Berlin/DDR seinen „Berliner Appell“. Darin forderte er den Abzug aller Atomwaffen aus der DDR, der Bundesrepublik und Mitteleuropa. Stefan Heym und Robert Havemann unterstützten den Aufruf und forderten öffentlich eine autonome Friedensbewegung in der DDR. DIE TROMMLER weist hier darauf hin, dass Rainer Eppelmann später als Verteidigungsminister während der Konterrevolution dafür verantwortlich war, dass Rüstungsgüter der DDR in Krisen- und Kriegsgebiete verkauft wurden. Also wird im Nachgang die Unglaubwürdigkeit dieser Forderung bewiesen.

Zum 13. Februar 1982 riefen Jugendliche, die glaubten, dass das zivile Leben in der DDR immer mehr militarisiert würde, aus Anlass des 37. Jahrestags der Luftangriffe auf Dresden zu einer Gedenkfeier an der Frauenkirche auf. Über die politischen Hintergründe wussten die Jugendlichen nichts, da sie lediglich rebellierten. Außerdem waren die Jugendlichen durch die Westmedien beeinflusst worden. Hinzu kam die falsche Reaktion der Staatsmacht der DDR, d.h. Repression statt Aufklärung.
Um befürchtete Zusammenstöße der Demonstranten mit dem MfS und der Volkspolizei zu vermeiden, bot die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens in der Dresdner Kreuzkirche ein „Forum Frieden“ als Alternative zu der illegalen Versammlung an. Etwa 5.000 Besucher nahmen an dem Diskussionsforum teil. Die Ablehnung der NATO-Aufrüstung wurde mit der Rüstung in der DDR gleichgesetzt. Bischof Hempel erfuhr viel Kritik, weil er vom Tragen des Aufnähers abriet, da dies den Staat provoziere, die Handlungsspielräume der Kirche verenge und diese die Jugend nicht vor Strafverfolgung schützen könne. Der Rat des Bischof Hempel war vernünftig. Die Veranstaltung der Kirche wirkte als Puffer und war in diesem Fall eine vernünftige Lösung. Von der Veranstaltung aus zogen einige hundert Menschen zur Ruine der Frauenkirche, standen dort schweigend mit Kerzenlichtern oder sangen Lieder. Das offene Forum und das folgende schweigende Gedenken werden seither jährlich am 13. Februar in Dresden begangen. Eine gute Sache. Auch hier hat der Staat, bzw. offizielle Organisationen der DDR es versäumt die Veranstaltung in die Hand zu bekommen oder sie zumindest gemeinsam mit der Kirche auszurichten. Schon wieder wurde den Konterrevolutionären Gelegenheit gegeben sich diese Gedenkveranstaltung anzueignen.

Zwischen dem Aufruf Eppelmanns und dem Dresdner Forum bestand kein direkter Zusammenhang. „Unabhängige Friedensinitiativen“ in der DDR waren nicht landesweit organisiert. Das war ihre Stärke, anstatt ihre Schwäche. Die meisten kirchlichen Jugendgruppen der DDR lehnten damals weitreichende Forderungen nach Abzug der Besatzungstruppen und Austritt der deutschen Staaten aus den Militärbündnissen ab. Sie wollten zunächst die Spielräume für Eigeninitiative und soziales Engagement(Welches soziale Engament? Ob diese Jugendlichen bereit gewesen wären ehrenamtlich zu arbeiten, ist zu bezweifeln) erweitern. Das heißt so viel wie, sie wollten rebellieren.

Am 12. Mai 1983 entrollten Petra Kelly, Gert Bastian und drei weitere Bundestagsabgeordnete der GRÜNEN auf dem Alexanderplatz in Berlin/DDR ein Transparent mit der Aufschrift „Die Grünen – Schwerter zu Pflugscharen“ und trafen sich anschließend mit Konterrevolutionären der DDR. Dies duldeten die DDR-Behörden nach ihrer vorübergehenden Festnahme, weil die GRÜNEN der BRD den NATO-„Doppelbeschluss“ ablehnten.

Am 24. September 1983 fand während eines evangelischen Kirchentages in Wittenberg auf dem Lutherhof eine symbolische Aktion statt: Der örtliche Schmied Stefan Nau schmiedete vor etwa 4000 Teilnehmern ein Schwert zu einer Pflugschar um. Wegen der Präsenz von westlichen Medienvertretern und Richard von Weizsäcker als Gast griffen die Staatsorgane nicht ein. Manche Quellen sprechen die Idee zu dieser Aktion Stefan Nau selbst zu; Friedrich Schorlemmer, damals Prediger an der Schlosskirche Wittenberg, trug die Initiative dazu mit. Er hatte bereits 1980 einen Friedenskreis gegründet, der sich auch nach dem Verbot des Aufnähers und dem Abklingen der Friedensbewegung der BRD hielt.

Oktober 1983 wurden Petra Kelly, Gerd Bastian und weitere Mitglieder der GRÜNEN aus der BRD von Erich Honecker empfangen. Petra Kelly gelang es Erich Honecker hereinzulegen. Darüber spricht die bekannte Konterrevolutionärin Vera Lengsfeld offen und ehrlich (siehe DIE TROMMLER-ARCHIV) In Folge dessen besuchten sie Konterrevolutionäre der DDR, wie z.B.Bärbel Bohley.

Im Juli 1989 ging aus dem Wittenberger Friedenskreis eine konterrevolutionäre Organisation hervor, die sich mit anderen Vorläufern zur Initiative Demokratischer Aufbruch   verband.  Auch in der Nikolaikirche Leipzig entwickelte sich unter dem Motto „Schwerter zu Pflugscharen“ ein regelmäßiges offenes Montagsgebet, das zur Keimzelle der späteren Montagsdemonstrationen vom Herbst 1989 wurde.

Die Arbeitsgruppe „Neue Verfassung der DDR“ des Runden Tisches übernahm das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ in ihren Verfassungsentwurf. Laut Artikel 43 des Entwurfs sollte es das Staatswappen der DDR werden. Dazu kam es bekanntlich nicht, weil die DDR von der BRD annektiert worden ist.

Die Konterevolutionäre eigneten sich ein sowjetisches Bildmotiv an und kehrten es gegen Staat und Gesellschaftsordnung der DDR.

Das Ziel, die Einheit von Volk, Staat und Partei zu realisieren ist misslungen. Anstatt die Kirchen als Kirche im Sozialismus mit „ins Boot zu holen“, ließ man die Kirche Schaukelpolitik betreiben und ließ es soweit kommen, dass die Konterrevolutionäre unter dem Dach der Kirche agieren konnten. Anstatt Aktionen der „unabhängigen Friedensbewegung“, die in Wahrheit eine konterrevolutionäre Bewegung war, zu vereinnahmen und irregeleitete Jugendliche in die echte Friedensbewegung zu integrieren, reagierte die Staatsmacht hilflos mit Repression. Dabei ging sie oft dilettantisch vor. Das stärkte die konterrevolutionäre Bewegung, anstatt sie zu schwächen.

Zahlen und Fakten Wikipedia Bearbeitung Petra Reichel

„Unabhängige Friedensbewegung“ in der DDR?

Oft ist von einer „unabhängigen“ Friedensbewegung in der DDR die Rede. Von Repression seitens des Staates ist die Rede. Doch was hat es damit auf sich?

Die sozialistischen Länder, so auch die DDR, waren nicht an einem Krieg interessiert. Hochrüstung ging immer von NATO-Seite aus. Für die sozialistischen Länder war es eine hohe Belastung Abwehrmaßnahmen zu treffen. So fehlte das entsprechende Potenzial z.B. in der Wirtschaft. Das wiederum führte zur Unzufriedenheit in der Bevölkerung. So hatte auf lange Zeit die NATO Erfolg, indem sie die sozialistischen Länder totgerüstet hat.

Die „unabhängige Friedensbewegung“ in der DDR war nichts anderes, als eine konterrevolutionäre Bewegung. 1989 hatte sie ja schließlich Erfolg.

In der DDR kursierten seit Mitte der 1960er Jahre Diskussionspapiere zur Kriegsdienstverweigerung und über Methoden der gewaltfreien Verteidigung, die schließlich Anfang der 1980er Jahre eine sich Friedensbewegung nennende („Schwerter zu Pflugscharen“) konterrevolutionäre Bewegung schufen.

So sehr es wünschenswert ist ohne Gewalt auszukommen, musste die DDR, wie die anderen Warschauer Vertragsstaaten, verteidigungsbereit sein. Pazifismus konnte sie sich in der damaligen Situation nicht leisten. Da wäre es schon viel früher zu Ende gewesen. In den Beiträgen über die NVA ist ja ausgeführt worden, dass Kriegsvermeidung ihr Ziel war. Es war aber möglich aus Gewissensgründen den Dienst an der Waffe zu verweigern und Bausoldat zu werden.

Die Konterrevolutionäre wollten die Beseitigung der NVA. Das ist ja dann 1989/90 gelungen. Junge Leute wurden mit schönen Sprüchen über Frieden und Gewaltlosigkeit geködert. Die Mehrheit der Jugendlichen in der DDR war nicht politisch engagiert und ließ sich durch Westmedien beeinflussen. Ohne nachzudenken lehnten sich viele junge Leute gegen Staat und Gesellschaft der DDR auf, weil damals diese Art des Aufbegehrens Mode war. Ein „gefundenen Fressen“ für die Konterrevolutionäre, die die irregeleiteten Jugendlichen für ihre Zwecke benutzten.

Die Niederschlagung der versuchten Konterrevolution in der CSSR 1968 gab der konterevolutionären Bewegung, die unter dem Deckmantel „Frieden“ agierte, Auftrieb.

Rebellierende Jugendliche trugen den Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“. Dieser war in der DDR verboten. Der Staat reagierte mit Repression, anstatt die Jugendlichen über die Ziele der Konterrevolutionäre aufzuklären. Schulverweise und berufliche Nachteile waren ebenso ein großer Fehler. So trieb man die Jugendlichen erst recht in die Arme der Konterrevolutionäre.

Die sich Friedensbewegung nennenden Konterrevolutionäre schreiben sich auf ihre Fahnen, dass die Konterrevolution unblutig verlief. Mag die Kirche ihren Anteil gehabt haben, so waren es doch die damals politisch Verantwortlichen, die besonnen gehandelt haben.

Weit her war es während und nach der Konterrevolution nicht mehr mit dem Frieden. Der Pfarrer Rainer Eppelmann, während der Konterrevolution Verteidigungsminister, war dafür verantwortlich, dass die Rüstungsgüter der DDR in Kriegs- und Krisengebiete verkauft wurden. Von der „unabhängigen Friedensbewegung“ der DDR gab´s keine Spur mehr. Sie hat ihre Aufgabe erfüllt.

siehe DIE TROMMLER- ARCHIV

entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel