Die Nationale Volksarmee, Abkürzung NVA

Die Nationale Volksarmee(NVA) war die Bezeichnung der Streitkräfte der DDR. Gemeinsam mit den damaligen Verbündeten, also ihrer Waffenbrüder, schützte sie den Frieden in Europa. Die Verbündeten und Waffenbrüder waren die Sowjetunion und die damaligen anderen sozialistischen Länder in Osteuropa, auch Bruderländer genannt.Die DDR war Mitbegründer des am 14. Mai 1955 abgeschlossenen Warschauer Vertrages. Der Politische Beratende Ausschuss der Teilnehmerstaaten der Warschauer Vertrages bestätigte am 24.05.1958 die Einbeziehung von Truppen der NVA in die Vereinten Streitkräfte.

NVA Mot. Schützen JEPG

Ihrem sozialpolitischem Charakter nach war die NVA eine sozialistische Armee. Sie war Machtinstrument der Arbeiterklasse, die im Bündnis mit der Klasse der Genossenschaftsbauern, der Intelligenz und anderen Werktätigen(arbeitenden Menschen) in der DDR die politische Macht zum Wohle des Volkes ausübte. Dieser Charakter zeigte sich gegen Ende der DDR dadurch, dass die NVA 1989 nicht gegen das Volk eingesetzt wurde.
NVA Kokarde JPEG

Die Aufstellung der NVA erfolgte auf Grundlage des von der Volkskammer der DDR am 18 Januar 1956 beschlossenen „Gesetzes über die Schaffung der Nationalen Volksarmee und des Ministeriums für Nationale Verteidigung“. Am 01. März 1956 begann das Ministerium für Nationale Vereidigung seine Tätigkeit. Am 18. Oktober 1956 beschloss das Präsidium des Ministerrates, den 01. März als Tag der Nationalen Volksarmee zu begehen. Für Freundinnen und Freunde der DDR ist auch in der heutigen Zeit der 01. März Ehrentag der NVA.

NVA auf KTS-Boot JPEG

Die Führung der NVA erfolgte durch die Partei der Arbeiterklasse. In den Beschlüssen der Parteitage und des Zentralkomitees der SED waren die grundsätzlichen Aufgaben der NVA festgelegt (Militärpolitik der SED).

Die Führungskader(Führungsebene) der NVA verwirklichten die Beschlüsse der Partei der Arbeiterklasse zum bewaffneten Schutz des Sozialismus. Das Offizierskorps war der Arbeiterklasse treu ergeben.Allerdings schlichen sich Karrieristen ein, die nach Annexion der DDR bedenkenlos zur Bundeswehr oder ins kapitalistische Management wechselten.

Die Politorgane, die Parteiorganisationen und alle Kommunisten in der NVA ließen sich in ihrer Tätigkeit von den Beschlüssen der SED leiten. Die Führung der NVA durch die SED war die wichtigste Quelle ihrer Kraft und Stärke. Gegen Ende der DDR änderte sich das. Die SED ließ die Verantwortlichen der NVA alleine. Somit versiegte die Quelle der Kraft und aus der Stärke wurde Schwäche. Das Ende rückte immer näher.

Die NVA war tief verwurzelt in der revolutionären Geschichte des deutschen Volkes, besonders der deutschen Arbeiterklasse. Sie war die erste reguläre Armee der die Macht ausübenden Arbeiter und Bauern in der Geschichte des deutschen Volkes. siehe auch:

https://dietrommlerarchiv.wordpress.com/category/nva/page/2/

entnommen aus Jugendlexikon Militärwesen, DDR 1984

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bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

Richard Staimer

Richard Staimer (* 25. Januar 1907 in München; † 24. Oktober 1982 in Berlin/DDR) war ein deutscher Kommunist, Spanienkämpfer und Generalmajor der NVA. Er war von 1955 bis 1963 Vorsitzender des Zentralvorstandes der Gesellschaft für Sport und Technik (GST).

Nach dem Besuch der Volksschule erlernte der Sohn des ehemaligen Münchner Polizeipräsidenten und Gewerkschaftssekretärs Josef Staimer von 1922 bis 1925 das Handwerk des Fliesenlegers. Diesen Beruf übte er bis 1931 aus, wobei er zwischen 1927 und 1929 auf Wanderschaft war und 1929/1930 in der Schweiz und Österreich arbeitete. Durch die Mitgliedschaft in einer Freien proletarischen Kindergruppe ab 1920 geprägt, trat Staimer mit Lehrbeginn in den KJVD ein. 1923 gehörte er dem M-Apparat sowie der Bezirksleitung Nord-Bayern des KJVD an. 1925 wurde er Mitglied der KPD. Gleichzeitig trat er weiteren kommunistischen Organisationen bei, wie etwa der Roten Hilfe, der RGO und dem RFB. 1930 wurde Staimer wegen politischer Tätigkeit aus Österreich ausgewiesen. Er fand in Nürnberg Arbeit als Bauarbeiter und wurde Leiter der Zersetzungsarbeit in der Polizei und der Reichswehr im M-Apparat für Nürnberg und Vorsitzender des Deutschen Bauarbeiterverbandes. 1931 wurde er als Kursant von der Kommunistischen Internationale an eine militärpolitische Schule nach Moskau delegiert. Von November 1931 bis Oktober 1932 war er Gauleiter des mittlerweile verbotenen RFB Nordbayern, zugleich Referent und Instrukteur der KPD-Bezirksleitung. Danach war er bis Februar 1933 illegal in Berlin tätig. Als Staimer im Juni 1933 eine Anklage wegen Hochverrats drohte, emigrierte er in die Sowjetunion.

Nach Ankunft in Moskau wurde er Schüler der Kommunistischen Universität der nationalen Minderheiten des Westens „Julian Marchlewski“. Nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs(nationalrevolutionärer Krieg in Spanien) und der Aufstellung der Interbrigaden ging Staimer nach Spanien. Er war zeitweise Kommandeur des Thälmann-Bataillons sowie später Kommandeur der XI. Internationalen Brigade unter dem Decknamen „General Hoffmann“. Im Zusammenhang mit Hans Beimlers Tod taucht Staimer immer wieder in der Funktion eines GRU-Agenten als Todesschütze auf. Dies ist die antikommunistische Theorie und Spekulation, die auch von bürgerlichen Historikern nach 1989 widerlegt worden ist(siehe Beitrag über Hans Beimler). Im Range eines Majors kehrte er im Januar 1938 nach Moskau zurück. Ab Februar 1939 wurde Staimer in Westeuropa eingesetzt. Zunächst hielt er sich im März/April 1939 in Paris auf und ging dann für die KPD illegal in die Schweiz. Am 7. Dezember 1939 wurde Staimer verhaftet und saß bis zum 21. Dezember in U-Haft. Gegen eine Kaution wurde er freigelassen. Bis zum Sommer 1941 war sein Aufenthalt von mehreren Verhaftungen und Krankenhausaufenthalten geprägt. Von Februar bis Mai 1941 saß er dabei im Arbeitslager Baumgarten ein. Zudem stand er seit Anfang 1941 auf der Sonderfahndungsliste „UdSSR“ der Gestapo. Staimer gelang es jedoch durch Erlangung der sowjetischen Staatsbürgerschaft nach Italien auszureisen, von wo er am 4. Juli 1941 mit dem Personal der sowjetischen Botschaft in Rom in die Sowjetunion zurückkehrte. Ab August 1941 erhielt Staimer eine militärische Spezialausbildung in der Nähe von Moskau, um danach an die KI-Schule in Kuschnarenkowo gesandt zu werden. Dort wurde er Ende 1941 wegen „Verletzung der konspirativen Regeln und persönlicher Schwächen“ abberufen. Die anschließende Parteiuntersuchung überstand er ohne Maßregelung. Zur Bewährung musste Staimer eine Tätigkeit in einem Baubetrieb in Ufa übernehmen, bis er auf Beschluss der KPD-Führung im Mai 1943 erneut in die Parteiarbeit einbezogen wurde. Kurzzeitig war er daraufhin Instrukteur im Kriegsgefangenenlager für Offiziere Nr. 97 in Jelabuga. Er wurde jedoch noch 1943 durch das NKWD abberufen und nach Ufa rückversetzt. Nach einem vorbereitenden politischen Lehrgang in der Nähe von Moskau kehrte Staimer im Juli 1945 nach Deutschland zurück.

 

Karriere in der DDR

Staimer wurde zunächst Leiter der Polizeiinspektion Berlin-Prenzlauer Berg. Seit 1946 SED-Mitglied, wurde er im April 1946 Chef der Landespolizeibehörde Brandenburg in Potsdam, ab dem 1. November 1950 im Range eines Chefinspekteurs. Am 7. November 1947 heiratete er Eleonore Pieck, die Tochter von Wilhelm Pieck. Vermutlich lernten sich beide bei Aufenthalten in Ufa oder Kuschnarenkowo kennen, die Überschneidung in den Biographien beider lassen diese Vermutung zu. Die Ehe bestand bis 1954. 1950 und 1951 wurde Staimer zu einem militärischen Sonderlehrgang nach Priwolsk (UdSSR) delegiert. Danach war bis 1952 Kommandeur der VP-Bereitschaft Leipzig im Range eines General-Inspekteurs. Staimer nahm vorerst seinen Abschied aus den bewaffneten Organen und bekleidete von 1952 bis 1954 das Amt des stellvertretenden Generaldirektors der Deutschen Reichsbahn, verantwortlich dabei für die Kaderarbeit(heute würde man sagen Personalchef). Zusätzlich wurde er ab Mai 1954 zum stellvertretenden Minister für Verkehrswesen ernannt. Von 1955 bis zum Februar 1963 war Staimer Vorsitzender des Zentralvorstands der GST. Zugleich wurde er 1955 Mitglied des Zentralrats der FDJ und war bis 1965 Mitglied des Nationalrats der Nationalen Front. Am 15. Februar 1960 wurde Staimer zum Generalmajor der Reserve ernannt. Seine Reaktivierung erfolgte am 1. April 1963. Er wurde zum Leiter der Abteilung für militärische Ausbildung beim Staatssekretariat beziehungsweise Ministerium für Hoch- und Fachschulwesen ernannt. 1967 erhielt er den Vaterländischen Verdienstorden (VVO) in Gold.
Zum 1. Oktober 1969 wurde Staimer in die Reserve versetzt und ging in Rente. 1977 erhielt er den Karl-Marx-Orden und 1982 die Ehrenspange zum VVO in Gold.

Sein Grab findet sich in der Grabanlage „Pergolenweg“ der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde.

 

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Der größte Waffenschmuggel aller Zeiten

Von Rene Heilig *

Während Anfang 1990 Panzer durch Jerewan rollten, in Nagorny Karabach Menschen starben, klangen die Nachrichten aus den beiden Deutschlands scheinbar entspannt: Für Mitte Februar war ein Treffen zwischen Kanzler Kohl (BRD) und Ministerpräsident Modrow (DDR) geplant. Bereits am 17. Januar hatten sich »in entspannter Atmosphäre« einige von denen getroffen, die – wäre es zum Schlimmsten gekommen – den Klassenkampf aus militärischen Bunkern heraus geleitet hätten.

Eine Stunde redeten Generalleutnant Manfred Grätz, Chef des Hauptstabes der Nationalen Volksarmee, und Admiral Dieter Wellershoff, Generalinspekteur der Bundeswehr, miteinander. Der Inhalt? Viel verlautete nicht, an die Medien verteilte man ein Kommuniqué, sprach ein paar freundliche Worte. Die, die hüben und drüben das Treffen der beiden Chefgladiatoren vorbereitet hatten, waren froh, dass alle protokollarischen Hürden genommen worden waren.

Grätz tat so, als würde noch eine intakte NVA bestehen, die ihren verfassungsgemäßen Auftrag auch künftig erfüllen werde und Wellershoff war so nett, das Thema nicht zu vertiefen, sondern zu versichern, dass man zwar für weitere Abrüstungsschritte zu haben sei, doch dass die nicht bilateral zu erreichen sind. Der richtige Ort dafür seien die laufenden Abrüstungsgespräche in Wien. Man versicherte einander, im jeweils anderen Deutschland keinen Feind mehr zu sehen, betonte jedoch, erst am Anfang der Beziehungen zu stehen. Dem Anfang folgte rasch das Ende. Das der DDR.

An jenem 17. Januar konnte noch niemand ahnen, dass schon bald 100 000 Iraker (oder mehr?) im »Wüstensturm« auch durch ostdeutsche Waffen umkommen würden. Die Volksmarine-Korvette »Wolgast« hieß noch nicht »Pulau Rote« und hatte noch keine indonesische Flagge am Mast. Und der Kurde Mesut Dündar hatte noch etwas über eineinhalb Jahre Zeit, um den Traum eines freien Kurdistans zu träumen. Die Tatsache, dass Deutsche und Deutsche nach 1989 keinen Feindbildern mehr trauten und dass sie als ehemalige unversöhnliche Feinde schon bald in Sekt und Gemeinsamkeit badeten, hat Zehntausende in fremden Ländern das Leben gekostet. Wenn einer also den Untergang der DDR beklagt, so möge er auch diese Toten in seine Klage einbeziehen.

NATO-Verbündete zeigten Neugier

Es war erneut Winter und bitterkalt, als mein Kollege Rainer Funke und ich in einem halbwegs unauffälligen Redaktions-Lada vor dem Kasernentor in Ladeburg nördlich von Berlin warteten. Journalisten sind neugierig, zumal, wenn sie einen Tipp bekommen haben. Die Flugabwehr-Raketenstellungen, die einst die DDR-Hauptstadt beschützen sollten, waren – weil Grätz und Wellershoff und Modrow und Kohl sich so entspannt unterhielten – entschärft, doch nicht verlassen.

Das Tor öffnete sich, beladene Tatra-Laster fuhren heraus, begleitet von Bundeswehr-Bewaffneten. Sie orientierten sich gen Norden, kurz vor dem Abzweig Wittstock teilte sich der Konvoi. Wir blieben an den Fahrzeugen »kleben«, die zunächst nach Rövershagen fuhren. Dort, unweit des Ostseeufers, waren die Küstenraketen der NVA stationiert. Von dort ging es dann weiter Richtung Nordwesten, in Hamburg und Bremerhaven warteten Schiffe auf die Ladung.

Der Grund: Israel hatte im Bonner Verteidigungsministerium 35 verschiedene NVA-Hightech-Waffen oder deren Komponenten zur »technischen Auswertung« angefordert. Das Interesse der US-Streitkräfte war nur um zwei Positionen geringer. Großbritannien, Frankreich und die Niederlande verbargen ihre Neugier auf das, was die Ost-Waffen konnten, ebenfalls nicht.

Das Interesse galt allen in der NVA genutzten Raketenkomplexen, man wollte Radar-, Laser- und Feuerleittechnik testen, Freund-Feind-Kennungsgeräte untersuchen – kurzum: Mögen die Deutschen sich nicht mehr Feind sein – die Welt macht das deshalb noch lange nicht friedlich! Die Tatras aus Ladeburg transportierten – geheimdienstlich beschützt – Überlegenheit.

Und die wurde schon bald gnadenlos genutzt. Allein die USA bekamen fast 90 T-72-Panzer. Dazu Flugzeuge: 14 MiG 23 und fünf Su-22. Man schmuggelte ganze Batterien Fla-Raketen in die Staaten. Die Übergabeliste hat rund 30 Positionen. Die Waffen wurden getestet, man konnte mit ihnen ganze irakische Regimenter simulieren und die besten Methoden zu ihrer Vernichtung trainieren.

Wer in der NVA gedient hat, kann – neben all den Widrigkeiten des sogenannten Ehrendienstes – stolz, zumindest aber beruhigt sein, in einer Armee des Friedens gedient zu haben. Doch ab 1990 ist das Bild der Friedensarmee in Frage zu stellen. Für die Zeit danach, als es Waffen und Technik, doch kaum noch NVA-Soldaten gab, muss man sich den Ruf gefallen lassen: (Ost-)Deutsche Waffen und (west-)deutsches Geld mordeten fortan mit in aller Welt. Einige Abwickler der NVA passten sich den neuen Bedingungen rasch an.

Es gab beispielsweise einen »Generalvertrag« über den käuflichen Tod: Eine Pistole Makarow kostete danach zehn D-Mark, eine Kalaschnikow-MPi war je nach Modell für 45 oder 48 D-Mark angepriesen. Die Liste ist seitenlang: Panzer, Raketen, Hubschrauber, Kampfflugzeuge … Alles, was sich zu Geld machen ließ, wurde penibel erfasst. Unterschrieben hat die Angebotsliste NVA-Generalleutnant Ullmann, der sich im Sommer 1990 nicht mehr daran gebunden fühlen musste, was der einstige DDR-Premier Hans Modrow zu Jahresbeginn angeordnet hatte: Kein Export von Waffen und militärischem Gerät!

Das hat den unter Premier de Maizière eingesetzten Minister für Verteidigung und Abrüstung, Rainer Eppelmann – Pfarrer und Gründer des »Demokratischen Aufbruchs« –, nicht daran gehindert, einen Befehl 31/90 über »Maßnahmen zum Verkauf von Material und Ausrüstungen aus den Beständen der NVA« zu erlassen. In seinem Hauptquartier scherzte man über den schwungvollen »Ablass-Handel«. Werner Ablaß war unter Eppelmann Staatssekretär und wurde später fürstlich abgefunden.

Doch der eigentliche Chefverkäufer hieß schon zu diesem Zeitpunkt Ludwig-Holger Pfahls. Den Namen hört man derzeit wieder, wenn es um Korruptionsvorgänge im Fall Karlheinz Schreiber geht, der gerade in Augsburg verhandelt wird. Pfahls, damals Rüstungsstaatssekretär auf der Bonner Hardthöhe, hat damals angeordnet: »Es soll vermieden werden, dass Ressourcen der DDR, die für die militärische und zivile Landesverteidigung möglicherweise weiter nötig sind, zwischenzeitlich abgegeben bzw. veräußert werden.« Seltsam, nicht einmal die Treuhand protestierte gegen den Gesetzesverstoß.

Wenn es um die Auflösung der NVA geht, dann wird immer die gigantische Arbeit beim Zerstören der Waffen und der Munition bemüht. In dem Festband zu 50 Jahren Bundeswehr rühmt sich die Truppe dieser Aufgabe. »Die NVA hinterließ eine Fülle von Material: über 2300 Kampfpanzer, knapp 9000 gepanzerte Kampf- und Spezialfahrzeuge, mehr als 5000 Artillerie-, Raketen- und Flugabwehrsysteme, etwa 700 Kampf- und Transportflugzeuge sowie Hubschrauber, 192 Kriegsschiffe …«

Diese Zahlen sind imponierend. Doch stimmen sie? Warum ließ das Bundesverteidigungsministerium nie die Materialübergabe dokumentieren? In jedem ordentlichen Laden gibt es Inventuren. Das Bundeswehrkommando-Ost unter General Jörg Schönbohm hat sie nicht gemacht. Dabei hatten die NVA-»Buchhalter« alles vorbereitet.

Vielleicht ist die Erklärung simpel. Bereits vor dem endgültigen Ende der NVA lagen Bestellungen aus 44 Staaten, darunter elf NATO-Ländern vor. Die Anzahl der »Bedürftigen« wuchs bis zum Jahresende 1990 auf 70 Staaten an.

Die Masse des Materials ging als »Schenkung« an jene, die vor den Grenzen Iraks aufmarschiert waren und dann unter US-Führung über das Land herfielen. Offiziell beteiligte sich Deutschland nicht mit Soldaten, wohl aber mit Technik im Wert von rund 740 Millionen D-Mark. Viel ehemaliges NVA-Material ging als Verteidigungshilfe an die Südgrenze der NATO. Griechenland und die Türkei erhielten Waffen und Gerät. Ehemalige DDR-Schützenpanzerwagen waren für den Einsatz gegen PKK-Kurden geeignet. Man erinnert sich an das Bild eines 60PB, der einen menschlichen Körper hinter sich zog. Es war besagter Mesut Dündar.

Die Menschenrechte galten wenig

Und dann waren da noch die Schiffe der ehemaligen Volksmarine. 39 davon gingen nach Indonesien. Zur Piratenbekämpfung, beschwichtigte man die Öffentlichkeit, um davon abzulenken, dass die Kampfschiffe zur Aufstandsbekämpfung in Ost-Timor eingesetzt wurden. Allein der Vorgang wäre einen Kriminalroman wert. Die Schiffe wurden von Bonn an den Staatsminister für Forschung und Technologie der Republik Indonesien namens Habibie übergeben. Der hatte in Westdeutschland studiert und schon so manchen Waffendeal eingefädelt. Wegen der Menschenrechtsverletzungen in Indonesien hätte die Genehmigung des Exports – mit Blick auf bestehende deutsche Gesetze und Verordnungen – nicht erteilt werden dürfen. Aber: Der damals in Indonesien regierende Diktator Suharto war dem heutigen Altbundeskanzler Helmut Kohl stets ein »guter Freund«.

Nicht vergessen werden sollen die Exporte ins ehemalige Jugoslawien. Auch wenn die Bundesregierung vorgab, nicht zu wissen, wie ehemalige NVA-Waffen nach Kroatien gelangt sind – unter dessen MiG 21-Flugzeugen konnten eindeutig welche ausgemacht werden, die in der DDR mit NVA-Kennung geflogen waren.

Was am 17. Januar 1990 als Beitrag zur Entspannung zwischen den beiden deutschen Staaten begonnen hat, kann man im Ergebnis auch ganz anders bewerten.

Militärs aus zwei Staaten

Dieter Wellershoff studierte nach dem Abitur in Krefeld Maschinenbau in Aachen, war Mitglied bei der Studentenverbindung Corps Marko-Guestphalia, gab das Studium auf und ging 1957 zur Bundesmarine. Dort hatte er Kommandofunktionen.

Von 1967 bis 1968 absolvierte er den Admiralstabslehrgang an der Führungsakademie und erhielt den General-Heusinger-Preis des Lehrgangsbesten. Vom 1. April 1986 bis 1991 war der Admiral neunter Generalinspekteur der Bundeswehr – und der erste, der nicht mehr in der Wehrmacht gedient hatte.

Er führte Bundeswehr und Nationale Volksarmee unter dem Motto »Armee der Einheit« zusammen. Das gilt als seine wichtigste Leistung.

Manfred Grätz ist Sohn eines Arbeiters. Nach dem Abitur war er ab 1952 bis 1954 Offiziersschüler. Grätz besuchte eine sowjetische Militärakademie, später die Generalstabsakademie der UdSSR. Es folgten weitere Kommandeursfunktionen. Zum Generalmajor hat man ihn 1979 ernannt. Nach der Entlassung von Generaloberst Fritz Streletz am 31. Dezember 1989 wurde Vizeverteidigungsminister Grätz Chef des NVA-Hauptstabes. Am 30. September 1990 hat man ihn in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.

Als Angeklagter in einem sogenannten Mauerschützenprozess wurde Grätz 1998 vom Berliner Landgericht zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt.

* Aus: Neues Deutschland, 23. Januar 2010

Entnommen aus:

AG Friedensforschung

Horst Stechbarth

Stellvertreter des Verteidigungsministers der DDR und Chef der Landstreitkräfte der NVA.

In der alten Fernsehübertragung zum 40. Jahrestag der DDR ist von Horst Stechbarth die Rede. Als Chef der Landstreitkräfte kommandierte Stechbarth die alljährliche Ehrenparade in Berlin, anlässlich des Republikgeburtstages am 7. Oktober. Auch die letzte Ehrenparade zu 40. Jahrestag der DDR wurde von Horst Stechbarth kommandiert. Im Nachhinein muss man feststellen, dass die Abschiedsfeier und Parade zum Abschied der DDR daraus geworden ist.

Horst Stechbarth war der Sohn eines Landwirts. Er wurde in Tzschecheln, Kreis Sorau geboren.

Er erlernte den Beruf eines Landwirtschaftsgehilfen. In diesem Beruf arbeitete Stechbarth von 1939 bis 1943. 1943 wurde er zum Reichsarbeitsdienst einberufen und NSDAP-Anwärter. 1943 wurde er Mitglied der NSDAP und diente 1943 bis 1945 als Panzergrenadier. 1945 bis 1948 ging Stechbarth in sowjetische Kriegsgefangenschaft. Nach der Entlassung arbeitete Stechbarth als Landarbeiter.

In der Biografie von Wikipedia  steht nichts von Antifa-Schulen für deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion. Auf jeden Fall hat Horst Stechbarth dazugelernt. Oft ist die Rede von alten Nazis in der DDR. Damit sind solche Karrieren, wie die von Horst Stechbarth, gemeint. Doch aus dem Zusammenhang gerissen werden falsche Behauptungen aufgestellt. Mit diesem Thema wird sich DIE TROMMLER auch noch beschäftigen.

Am 01. März 1949 trat Horst Stechbarth in die Kasernierte Volkspolizei(KVP) ein. Im gleichen Jahr wurde er Mitglied der FDJ und 1951 Mitglied der SED.

Stechbarth diente sich vom Gruppenführer bis zum Kommandeur der KVP-Bereitschaft Eggesin hoch. In den Jahren 1954 bis 1955 war er Offiziershörer an der Hochschule für Offiziere und anschließend Stellvertreter und dann Kommandeur der 1. Mot.Schützen-Division in Potsdam. Von 1959 bis 1961 absolvierte Stechbarth ein Studium an der Generalstabsakademie der UdSSR. Als Generalmajor war er von 1964 bis 1967 Chef des Militärbezirkes V (Neubrandenburg) der Landstreitkräfte. Nach seiner Beförderung zum Generalleutnant am 2. November 1970 war Stechbarth von 1972 bis 1989 Stellvertreter des Ministers und Chef Kommando Landstreitkräfte der NVA. Anlässlich des 20. Jahrestages der NVA am 1. März 1976 wurde er zum Generaloberst befördert. Von 1976 bis 1989 gehörte Stechbarth dem ZK der SED an, zunächst als Kandidat und ab 1978 als Mitglied.

Am 31. Dezember 1989 ging Horst Stechbarth in den Ruhestand.

In den Morgenstunden des 08. Juni 2016 verstarb völlig unerwartet der ehemalige stellvertretende Minister für Nationale Verteidigung und langjährige Chef der Landstreitkräfte der NVA der DDR Generaloberst a.D. Horst Stechbarth.

Bildquelle: „Bundesarchiv Bild 183-1984-0621-025, DDR, NVA-Truppenbesuch, Honecker“ von Bundesarchiv, Bild 183-1984-0621-025 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons -

Bildquelle:
„Bundesarchiv Bild 183-1984-0621-025, DDR, NVA-Truppenbesuch, Honecker“ von Bundesarchiv, Bild 183-1984-0621-025 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons -Bild ist entsprechend verlinkt

Horst Stechbarth und Erich Honecker bei einem Truppenbesuch bei den Landstreitkräften der NVA.

Filmbeitrag: NVA-Museum in Prora

Achtung, bitte nicht auf die hämischen Kommentare von „Spiegel-TV“ achten. Interessant ist, was der Museumsmitarbeiter und Zeitzeuge sagt.

Update: Dem NVA-Museum in Prora sind die Mietverträge für die Räume gekündigt worden. Auch eine Methode ein unbequemes Museum loszuwerden.

Rainer Eppelmann

Rainer Eppelmann wurde am 12. Februar 1943 in Berlin geboren. Er besuchte ein Gymnasium in Westberlin und musste wegen der Grenzschließung mit der 11. Klasse den Schulbesuch abbrechen. Angeblich war es ihm in der DDR nicht möglich Abitur zu machen, weil er nicht Mitglied der FDJ war. Es ist eine der vielen Behauptungen, dass aus angeblich politischen Gründen das Abitur oder Studium in der DDR nicht möglich gewesen wäre. Das stimmt aber nicht. Das beweist die heutige Bundeskanzlerin der BRD, Angela Merkel, die in der DDR Physikerin war.

Rainer Eppelmann arbeitete zunächst als Dachdeckergehilfe. 1962-1965 absolvierte er eine Facharbeiterausbildung als Maurer.

Eppelmann verweigerte 1966 den Dienst an der Waffe in der NVA, sowie die Ablegung des Fahneneides. Daraufhin wurde er wegen Befehlsverweigerung zu acht Monaten Gefängnis verurteilt.

Nun konnte Rainer Eppelmann doch in der DDR studieren. Er studierte Theologie am Berliner Theologischen Seminar Paulinum und beendete 1974 das Studium. Die Ordination folgte 1975. Von 1974-1989 war er Hilfsprediger, dann Pfarrer in der Berliner Samariterkirchengemeinde im Berliner(Hauptstadt der DDR) Bezirk Friedrichshain und gleichzeitig Kreis-Jugendpfarrer in Friedrichshain.

Rainer Eppelmann engagierte sich in der sogenannten DDR-Opposition. Das waren Staatsgegner der DDR, die den Sozialismus ablehnen. Aus dieser „Opposition“ sind die konterrevolutionären Gruppierungen hervorgegangen. Die Gegnerschaft der DDR konnte meist unter dem Dach der Kirche agieren. Kirche und Staat waren in der DDR getrennt. Kirchliche Räume galten als Privaträume. So war es der DDR-Gegnerschaft möglich Zeitschriften und Texte herauszugeben, die für den innerkirchlichen Bereich genehmigt waren. Aber auch ohne diesen Umweg wurde solches Lesematerial direkt im Geheimen verbreitet.

Rainer Eppelmann war Gründungsmitglied des „Demokratischen Aufbruch“. Das war eine konterrevolutionäre Gruppierung, die aber bedeutungslos blieb, weil herausgekommen ist, dass deren Vorsitzender Wolfgang Schnur für das MfS arbeitete.

1990 war Rainer Eppelmann auch Mitglied des zentralen „Runden Tisches“. Der „Runde Tisch“ war eine konterrevolutionäre Institution, die immer mehr Macht gewann.

Vom 18.März 1990 bis zum 02.Oktober 1990 war er Mitglied der Volkskammer der DDR, also bis zu deren Auflösung, als die DDR von der BRD annektiert worden ist.

Außerdem war Rainer Eppelmann Minister ohne Geschäftsbereich im Kabinett von Hans Modrow und dann Minister für Abrüstung und Verteidigung, wie dieses Ministerium nun hieß, im Kabinett von Lothar de Maiziére.

Nach Annexion der DDR war er in der BRD als Politiker tätig.

Seit ihrer Gründung im Jahre 1998 ist Rainer Eppelmann ehrenamtlicher Vorsitzender des Vorstandes der „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“. Das ist eine antikommunistische Institution, welche die Geschichte der DDR verfälscht.

Von Mai 2003-Oktober 2013 war er Mitglied des Beirates der BStU(das ist die amtliche Bezeichnung für die „Stasiunterlagenbehörde“, die nicht nur auf Antrag Aktenkopien für Betroffene herausgibt. Das Hauptbestätigungsfeld der BStU ist ebenfalls als antikommunistische Institution zu agieren.)

Es wird behauptet, dass das MfS in den 1980er Jahren plante Rainer Eppelmann zu ermorden. Das ist Humbug. Kein MfS-Angehöriger hatte die Lizenz zum Töten. Diese „Idee“ ist der Phantasie eines einzelnen MfS-Angehörigen entsprungen. (Der hat wohl zu viele „James Bond“-Filme gesehen.) Dieser absurde Einfall wurde vom zuständigen Stellvertreter des Leiters der BV(Bezirksverwaltung) Berlin entschieden zurückgewiesen. Im Ergebnis eines unmittelbar danach durchgeführten Kontrolleinsatzes wurde dieser Mitarbeiter aus dem MfS entlassen. Andere wurden wegen Vernachlässigung ihrer Kontroll- und Aufsichtspflichten von Funktionen abgelöst und versetzt. (siehe „Die Sicherheit“ Band 1 Seite 660-661, auch online abrufbar auf der Website www.mfs-insider.de)

Auf DDR-Luftwaffe-Blogspot.de

www.ddr-luftwaffe.blogspot.de

gibt es eine interessante Notiz zu Rainer Eppelmann. Sie wird hier im Folgenden zitiert.

Notiz: Umfeld Eppelmann

Herr Eppelmann gibt „… 1993 in seiner naiven Biographie »Fremd im eigenen Haus. Mein Leben im anderen Deutschland« ehrlicherweise preis: Sein Handwerkervater war SS-Unterscharführer und Wächter in den Konzentrationslagern Buchenwald und Sachsenhausen. Die Handwerkerfamilienmama wiederum »war zuerst im Bund Deutscher Mädel (BDM) und trat dann als Postbeamtin in die NSDAP ein«. Es klingt fast wie von Martin Walser. Doch in der DDR schadete ihnen das nicht, denn »ein alter Kommunist« schützte die Mutter, und der Vater hatte sich seine »SS-Blutgruppentätowierung« längst wegoperieren lassen. Freilich blieb der Papa »ein entschiedener Antikommunist«. Wen wundert das. Obwohl es ja auch bekehrte Ex-SSler gegeben hat ….

Als Minister für Abrüstung und Verteidigung in der Regierung unter Ministerpräsident de Maiziére ordnete er stolz die Umbenennung von Volksarmee-Kasernen an, die bis dahin Namen ermordeter Antifaschisten trugen. Das war nun wiederum echte Familientradition: Der antikommunistische SS-Vater hatte die Antifaschisten tapfer im KZ bewacht, der Sohn verfügte die Löschung ihrer Namen.“

Zitate aus: Ossietzky 11/2003, „Frieden schaffen mit/ohne Waffen“ von Gerhard Zwerenz.

Zu Eppelmanns Kontakten mit der CIA:

„Die wohl engsten Kontaktpartner in Ostberlin waren Pfarrer Rainer Eppelmann und sein Adlatus Ralf Hirsch. Die Verbindung wurde über Jahre von Mitarbeitern der CIA Residentur und amerikanischen Dilpomaten und Gesprächsaufklärern nahtlos aufrechterhalten … Eppelmann wurde in der letzten Zeit fast ausschließlich durch Imre Elmarowitsch Lipping betreut, der in enger Abstimmung mit dem SIS – Mitarbeiter an der britischen Botschaft in der DDR, Ralph Morton, und der Vertreterin des französischen Geheimdienstes DGSE an der Botschaft der Republik Frankreich, Frau Rousseau, agierte. Zur Intensivierung der Kontakte bekam Eppelmann Einladungen zu Veranstaltungen in verschiedenen westlichen Botschaften …. Da Lipping vor seinem Einsatz in der DDR beim militärischen Nachrichtendienst DIA gearbeitet hatte, wurde er durch die Spionageabwehr des MfS der CIA Residentur zugeschlagen, obwohl kein Hinweis auf eine Versetzung in die CIA vorlag … Mit Pfarrer Eppelmann wurden nach Erkenntnissen der Spionageabwehr des MfS ausführliche Gespräche geführt, die vorwiegend die oppositionelle Bürgerbewegung und die innere Lage der evangelischen Kirche betrafen ….“

Zitate aus: „Headquarters Germany“. Die US-Geheimdienste in Deutschland (Edition Ost) von Eichner / Dobbert.

EINGESTELLT VON PETER VEITH

Text entnommen aus:

http://ddr-luftwaffe.blogspot.de/2009/08/notiz-umfeld-eppelmann.html

www.ddr-luftwaffe.blogspot.de

Theodor Hoffmann

Theodor Hoffmann, geboren am 27. Februar 1935 in Gustävel, Kreis Wismar, gestorben am 01. November 2018 in Berlin, war ehemaliger Offizier der Volksmarine, zuletzt im Dienstgrad Admiral.

Er arbeitete von 1949- 1951 in der Landwirtschaft und war von 1951 bis 1952 hauptamtlicher Pionierleiter. 1952 wurde er Matrose der Seepolizei. Er besuchte die Offiziersschule der Volkspolizei See in Strahlsund und trat 1956 der SED bei. Bis 1959 war er Kommandant eines Torpedoschnellbootes. Von 1960 bis 1963 besuchte er die Seekriegsakademie der Sowjetunion und schloss dort sein Studium als Diplom-Militärwissenschaftler ab. Anschließend bekleidete er verschiedene Führungspositionen in der 6. Flottille der Volksmarine. 1971 -1974 war er Chef der 6. Flottille im Range eines Fregattenkapitäns. Danach wurde er stellvertretender Stabschef für operative Arbeit im Kommando der Volksmarine und 1977 zum Konteradmiral befördert. 1985 wurde Theodor Hoffmann Stellvertretender Chef der Volksmarine und Chef des Stabes, 1987 erfolgte die Ernennung zum Chef der Volksmarine(zugleich Stellvertreter des Ministers für nationale Verteidigung) im Rang eines Vizeadmirals.

Vom 18. November 1989 bis zum 23. April 1990 war Theodor Hoffmann, im Rang eines Admirals, Minister für Nationale Verteidigung.

Bis zu seinem Vorruhestand am 24. September 1990, bekleidete er das für ihn und die Übergangszeit während der Konterrevolution neu eingerichtete Amt des Chefs der NVA unter dem letzten Verteidigungsminister der DDR, der sich nun Minister für Abrüstung und Verteidigung nannte, Rainer Eppelmann.

Seit 2012 engagierte Theodor Hoffmann als Vorsitzender eines Traditionsverbandes der NVA und Grenztruppen der DDR.

Auszeichnungen:

  • 1984 Vaterländischer Verdienstorden in Bronze
  • Scharnhorst-Orden

Heinz Keßler

Heinz Keßler wurde am 26.01.1920 als Sohn einer Arbeiterfamilie in   Lauban geboren und wuchs in Chemnitz auf. Seine Eltern waren aktive Mitglieder der Kommunistischen Partei. Heinz Keßler besuchte die Volksschule, lernte Maschinenschlosser und arbeitete in diesem Beruf bis zum Jahre 1940. Im Jahre 1940 wurde er zur Wehrmacht einberufen und kam nach abgeschlossener Infanterieausbildung an die Ostfront wo er drei Wochen nach Kriegsbeginn, am 15. Juli 1941 zur Roten Armee überlief.

Weiterer Lebensweg:

Ausbildung in der Antifaschule in Oranki

Mitbegründer des Nationalkomitees Freies Deutschland und Unterzeichner des Manifestes vom 12. Juli 1943

Frontbeauftragter an der Brjansker Front

Frühjahr 1945 Rückkehr nach Deutschland

Gründungsmitglied der FDJ

1948 bis 1950 Sekretär des Zentralrates der FDJ

  1. 11. 1950 Eintritt in die Bewaffneten Organe der DDR
  2. 11. 1950 Generalinspekteur, Leiter der VP-Luft

1952 bis 1955 Chef VP-Luft/Verwaltung der Aeroklubs

  1. 10.1952 Generalmajor

1955 bis 1956 Studium in der UdSSR

1956 bis 1967 Stellvertreter des Ministers und Chef der LSK/LV

  1. 10. 1959 Generalleutnant
  2. 03. 1966 Generaloberst

1967 bis 1978 Stellvertreter des Ministers und Chef des Hauptstabes zugleich Stellvertreter des Oberkommandierenden der Vereinten Streitkräfte des Warschauer Vertrages für die NVA der DDR

1979 bis 1985 Stellvertreter des Ministers und Chef der Politischen Hauptverwaltung der NVA

  1. 12. 1985 Minister für Nationale Verteidigung
  2. 12. 1985 Armeegeneral

Am 17. November 1989 tritt Armeegeneral Keßler als Minister für Nationale Verteidigung zurück. Im sogenannten „Honecker-Prozeß“ wurde Armeegeneral Heinz Keßler zu einer siebeneinhalbjährigen Gefängnisstrafe verurteilt.

Auszeichnungen:

Armeegeneral Heinz Keßler wurde für seine Verdienste mit höchsten staatlichen Auszeichnungen der DDR, der UdSSR und anderer sozialistischen Staaten geehrt. Darunter Karl-Marx-Orden, Ehrenspange zur Vaterländischen Verdienstorden, Scharnhorst-Orden, Orden der Oktoberrevolution u.a. Heute im greisen Alter hat er nichts von seiner Leidenschaft als glühender Antifaschist und Streiter für den sozialen Fortschritt eingebüßt. Der Verband zur Pflege der Traditionen der Nationalen Volksarmee und der Grenztruppen der DDR dankt Armeegeneral Heinz Keßler für seine überragende Lebensleistung.

Text und Bild

Facebook-Beitrag von Jochen Gültner 

An 2. Mai 2017 ist Heinz Keßler gestorben. Zuletzt lebte er in einer Berliner Pflegeeinrichtung.

Nachsatz zum Tod von Heinz Keßler von Petra Reichel

Heinz Hoffmann

Heinz Hoffmann wurde am 28.11.1910 geboren und ist am 02.12.1985 gestorben.

Heinz Hoffmann entstammte einer Arbeiterfamilie aus Mannheim. Nach dem Besuch der Schule in Mannheim erlernte er den Beruf eines Motorenschlossers.

Von 1926 bis 1930 war er Mitglied im Kommunistischen Jugendverband Deutschlands, danach der KPD.

Als 1933 die Faschisten an die Macht kamen, tauchte er unter. 1935 emigrierte er zunächst in die Schweiz, dann in die Sowjetunion.

1936–1937 wurde er an der Offiziersschule in Rjasan zum Offizier ausgebildet und zum Leutnant ernannt.

Heinz Hoffmann gehörte zu den deutschen Antifaschisten, die dem spanischen Volk im Krieg gegen Faschismus und ausländische Interventen (in heutigen Geschichtsbüchern als Spanischer Bürgerkrieg bezeichnet) zu Hilfe eilten und sich in den Internationalen Brigaden(kurz Interbrigaden, waren aus Freiwilligen von 53 Nationen bestehende Truppenteile der spanischen Volksarmee, die während des national-revolutionären Krieges an der Seite des spanische Volkes kämpften.) im Kampf einreihten. Er war Offizier und Kriegskommissar der XI. Interbrigade.

Nach einer Verwundung kam Hoffmann zunächst in ein Madrider Lazarett, bevor er einige Monate in den Jahren 1938 und 1939 im Internierungslager Eaubonne in Frankreich verbrachte.

Ab April 1939 bis November 1940 befand er sich in einem Erholungsheim in der Sowjetunion. Hoffmann besuchte ab März 1941 einen Sonderlehrgang der Komintern in Puschkino bei Moskau. Bis heute ist umstritten, welchem Zweck dieser Lehrgang diente. Vermutet wird ein beabsichtigter Einsatz der Absolventen in den damals bereits von Deutschland besetzten Gebieten Europas. Gleichzeitig war er bis 1944 Mitarbeiter des NKWD(damaliges Innenministerium der Sowjetunion). 1942-1944 war Heinz Hoffmann Lehrer einer Antifa-Schule( antifaschistische Schulen für deutsche Kriegsgefangene in der Sowjetunion). Er trat dort auch dem Nationalkomitee Freies Deutschland(kurz NKFD) bei. 1945 leitete Hoffmann die Parteischule Nr. 12 bei Moskau.

Januar 1946 kehrte Heinz Hoffmann nach Berlin zurück und war zunächst persönlicher Mitarbeiter von Wilhelm Pieck und später Walter Ulbricht. Von 1947- 1949 war er Sekretär der Landesleitung Groß-Berlin der SED.

1949 bis 1955 übte Heinz Hoffmann leitende Funktionen in der Deutschen Volkspolizei und der Kasernierten Volkspolizei aus.

Seit 1950 war er Abgeordneter der Volkskammer der DDR, seit 1952 Mitglied des ZK der SED und seit 1973 Mitglied des Politbüros des ZKs der SED.

Ein Studium an der sowjetischen Generalstabsakademie schloss er als Diplommilitärwissenschaftler ab.

Seit Gründung der NVA war er Erster Stellvertreter, seit 1960 Minister für Nationale Verteidigung der DDR. Zusätzlich war er 1958-1960 Chef des Hauptstabes, wurde 1959 zum Generaloberst und 1961 zum Armeegeneral befördert. Als er das Ministeramt übernahm, wurde Heinz Hoffmann auch Mitglied im nationalen Verteidigungsrat.

Heinz Hoffmann wird der „Schießbefehl“ an der Grenze zugeschrieben. Dazu wird ein Zitat aus dem Zusammenhang gerissen, das man auch als Filmausschnitt auf „You Tube“ sehen kann.

Es geht um diesen Satz: „Wer unsere Grenze nicht respektiert, der bekommt die Kugel zu spüren.“ – Heinz Hoffmann

Es geht dabei um die Unantastbarkeit der Grenzen der DDR und dass die Grenze gegen Eindringlinge jeglicher Art zu schützen war. Dabei geht es nicht nur um Leute, die versuchten die DDR illegal zu verlassen. Es geht um Bedrohungen und Provokationen von außen. Einen „Schießbefehl“ gab es nicht. Es gab eine Schusswaffengebrauchsordnung. Die Dokumente kann man sich auf der Website der „Stasiunterlagenbehörde“ runterladen.

Es gibt viel Spekulation über das Privatleben von Heinz Hoffmann. So über Feiern mit Frauen und übermäßigem Alkoholgenuss. Diese Spekulationen stammen aus einem Aufsatz eines ehemaligen Mitarbeiters der „Stasiunterlagenbehörde“. Dies wird   in den bürgerlichen Medien(„Mainstream-Medien“) und etlichen Internetseiten ausgeschlachtet. Mehr dazu in einem Beitrag des NVA-Forums.

Es ist auch von Differenzen zwischen Willi Stoph und Erich Mielke( Minister für Staatssicherheit) die Rede, so dass es Dokumente des MfS über Heinz Hoffmann gibt.

Auch über die Ursache seines Todes am 02. Dezember 1985 wird spekuliert. Da es in der DDR keine Boulevardpresse und „gelbe Presse“ gab, gab es in der DDR-Bevölkerung manchmal Gerüchte über das Leben von Prominenten. Aber da muss nichts Wahres dran sein. So kursierte damals das Gerücht und es wird bis heute noch spekuliert, ob Heinz Hoffmann an einer Alkoholvergiftung starb. Er feierte einige Tage zuvor seinen 75. Geburtstag. Offizielle Todesursache ist, dass Heinz Hoffmann an einem Aortenaneurysma verblutete.

Ehrungen:

  • 1954 Vaterländischer Verdienstorden
  • 1965 Rotbannerorden (UdSSR)
  • 1965 Banner der Arbeit
  • 1969 Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold
  • 1970 Karl-Marx-Orden
  • 1974 Lenin-Orden
  • 1975 Dr. h.c. der SED-Parteihochschule
  • 1975 Held der DDR
  • 1980 Held der DDR
  • 1980 Karl-Marx-Orden
  • 1980 Leninorden
  • 1985 Beisetzung in der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde
  • 1986 Heinz-Hoffmann-Straße im Bezirk Hellersdorf, heute Neue Grottkauer Straße
  • 1989 U-Bahnhof Heinz-Hoffmann-Straße, heute Neue Grottkauer Straße