Erich Mielke: Wählerforum 1986

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Erich Mielke Wählerforum LPG 1986.pptx

 

Original-Text aus dem Sammelband:

Mielke Rede auf Wählerforum 1986

 

Erich Mielke Besuch bei LPG Teuchern 1986

 


 

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Bildnachweise:

 

Erich Mielke (1976) Kopie

 

Erich Mielke: https://dietrommlerarchiv.wordpress.com/2017/09/01/erich-mielke-wahlkundgebung-1976/, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Mähdrescher

 

Bildquelle: Maehdrescher.com, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Bauernarbeit

 

Bildquelle: Mein bezirk.at, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

bürgerschaftliches Engagement

 

Bildquelle: Planinvent, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

soziale Geborgenheit

 

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Friedenstaube

 

Bildquelle: Katholisch-informiert.ch, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Gespräche-©-ioannis-kounadeas-Fotolia.com_

 

Bildquelle: Kommunikations ABC.de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Ordnung und Sicherheit am Arbeitsplatz

 

Bildquelle: Tool-Factory, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

 

gegen Lebensmittelverschwendung

 

Bildquelle: Dorothee Bär, MdB, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Gespräch am Arbeitsplatz

 

Bildquelle: Oliver Schumacher, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

 

Logo MfS Kopie

 

Logo MfS, Bildquelle: Wikipedia, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

 

Kartenumriss DDR

 

Bildquelle: Vectorportal.com, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

 

Agent

 

Bildquelle: Freepik, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

 

Erich Mielke Besuch bei LPG Teuchern 1986

 

entnommen aus dem Sammelband Buchtitel Erich Mielke - Sozialismus Sinn und Kampf Kopie 3
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Erich Mielke: Wahlkundgebung 1976

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Erich Mielke Wahlkundgebung 1976.pptx

Original-Text aus dem Sammelband:

Mielke – Rede Wahlkundgebung 1976

 

Erich Mielke Besuch Hydrierwerk Volkskammerwahl 1976


Power Point-Vortrag zusammengestellt von Petra Reichel

 

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Bildnachweise:

Erich Mielke (1976) Kopie

 

Erich Mielke, Bildquelle:„Bundesarchiv Bild 183-R0522-177, Erich Mielke“ von Bundesarchiv, Bild 183-R0522-177 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

 

Logo MfS Kopie  Logo MfS , Bildquelle Wikipedia, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Agent Kopie

Bildquelle: Freepik, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

 

 

Fabrik

Bildquelle: Future Camp, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

 

Akademiker in Fabrik

 

Bildquelle: Süddeutsche Zeitung, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Sozialpolitik  Bildquelle: Niederrhein Nachrichten, Bild ist entsprechend verlinkt

Bevölkerung

 

Bildquelle: Europäisches Parlament, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Bauarbeiter DDR

 

Bildquelle: Fotos der BAK-Macher, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Bauarbeiter

 

Bildquelle: Fotos der BAK-Macher, Bild ist entsprechend verlinkt

 

zerstörte DDR-Wohnungen

 

Bildquelle: Berliner Zeitung, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Arbeiter in Gespräch mit Chef

 

Bildquelle: Framepool, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

bei der Arbeit

 

Bildquelle: Framepool, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Wahlkandidatenprüfung

 

Bildquelle: Piratenpartei Berlin, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Zusammenarbeit Behörden

 

Bildquelle: Thomas Hospitalty, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Nationale Front

 

Bildquelle: LEMO, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

böser Mensch

 

Bildquelle: Gesund im Job – Der Gesundheitsblog, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Buchtitel Erich Mielke - Sozialismus Sinn und Kampf Kopie 3

 

Die restlichen Bilder stammen aus dem Sammelband und dem Clip Art-Browser

 

 

 

 

 

 

 

 

Mit 22 ins Parlament

Titel RF Mai 2017 Kopie

 

 

entnommen aus der „RotFuchs“-Ausgabe Mai 2017

Autor Rainer Fehlberg

Ich hatte mir vorgenommen, Ingrid Wünsche, eine 22jährige Kandidatin für die Volkskammer, die oberste Volksvertretung der DDR, kennenzulernen. Mein erster Annäherungsversuch schlug fehl: „Montag habe ich den zweiten Hochzeitstag und möchte keinen Journalistenbesuch, auch nicht von einem ,Jugend‘-Redakteur.“

Foto Günter Jazbec

Foto: Günter Jazbec

Beim zweiten Anlauf ein paar Tage später hatte ich mehr Glück: Während einer ihrer Wahlkampfveranstaltungen stand die junge Frau Oberschülern Rede und Antwort. Sie hatte Lampenfieber. Man spürte ein wenig Unsicherheit: „Und wenn ich keine Antwort auf eine Frage weiß?“ Einer der Anwesenden, der sie offenbar schon länger kannte, darauf: „Das wäre ja das erste Mal, Ingemaus, daß Du um eine Antwort verlegen wärst!“ Und während die Fragen der 18jährigen Schüler kamen, zögernd anfangs, später immer lebhafter, verriet Ingrid eine – wie ich meine – Abgeordnetentugend: Sie kann zuhören. Ihre großen, klugen Augen lassen den Fragesteller nicht los, sehr gewissenhaft schreibt sie alles mit. Und antwortet klar und präzis. Zum Beispiel auf diese Frage: „Ist es denn vertretbar, daß man schon mit 18 Abgeordnete werden kann?“ Ingrid: „Du meinst: Man kann als 18jähriger nicht alles. Das stimmt. In diesem Alter hat man aber oft schon eine große Verantwortung, muß seinen Mann stehen, auf der Arbeit oder sonst irgendwo. Sollten die jungen Menschen von der Machtausübung ausgeschlossen bleiben? Ich finde, die Jugend muß deshalb auf allen Ebenen in unseren gewählten Organen vertreten sein. Und noch etwas: Wo sollten wir das Regieren lernen, wenn nicht auch in unseren Machtorganen?“ Ingrid befriedigte auch die Neugier ihrer Zuhörer, warum und wie gerade sie als Abgeordnete der FDJ fürs Parlament vorgeschlagen worden sei. Weil ich es noch genauer wissen wollte, überprüfte ich ihre Worte ein paar Tage später in ihrem Betrieb.                                                                                                                                                 „Ich habe mir gedacht, daß mal so was mit der Ingrid kommen muß, aber daß es gleich die Volkskammer wird, natürlich nicht“, meinte Karin, Freundin, Kollegin der Ingrid Wünsche. Und ähnlich dachten und äußerten sich die fünf anderen Mitglieder der Jugendbrigade „Artur Becker“ des Bereichs Farbfilmentwicklung 35 mm im DEFA-Kopierwerk Berlin. So auch, als sie ihre Meinung zum Kandidatenvorschlag der FDJ-Leitung sagen sollten. Sylvia Rieck, die FDJ-Sekretärin im Werk, erläuterte, warum die Wahl auf Ingrid gefallen war: „Wir kamen zu dem Schluß, daß wir einen Arbeiter unseres Betriebes vorschlagen sollten. Der Farbbereich 35 mm – das ist der größte Bereich, überlegten wir weiter. Vorbildlich in der Arbeit, als FDJler, in seinem ganzen Auftreten sollte der Kandidat sein – das war eine weitere Bedingung. Da sind wir auf die Ingrid gekommen – was denkt ihr darüber?“ „Sie hat’s verdient; zu ihr kann man kommen, wenn man was nicht richtig verstanden hat; ein dufter Kumpel, die Ingrid; es gibt keine Bessere!“ meinten sie, und es schwang immer ein bißchen Stolz mit, weil es jemand aus ihrer Truppe war. Sie hielten aber auch nicht mit kritischen Worten hinter dem Berg, fanden, daß Ingrid sich bemühen müßte, bei aller Unduldsamkeit gegen Mängel und Schwächen immer den richtigen Ton zu finden und nicht unsachlich zu reagieren, als Meistervertreterin lernen sollte, nicht alles alleine zu machen, sondern die Kollegen richtig einzusetzen. Als Einrichterin an den Entwicklermaschinen, das bescheinigten ihr alle, leistet sie Ausgezeichnetes, „Wenn es darum ging, sich eine Meinung zur Schichtarbeit, zum volkswirtschaftlich notwendigen 3-Schicht-Rhythmus, zu bilden oder wenn die Kollegen weiter lernen, sich qualifizieren sollten, da war sie nicht nur selbst sofort bereit, sondern suchte das Gespräch mit den anderen, um auch sie mitzuziehen“, erinnert sich Willi Heermann, der Parteisekretär des Betriebes, Ingrids Genosse, bei dem sie sich gerade in nächster Zeit manchmal Rat wird holen können. Das Verhältnis zwischen beiden – so schien es mir jedenfalls – ist ein sehr herzliches, kameradschaftliches, produk­tives, obwohl vom Alter und den Erfahrungen her viele Jahre zwischen ihnen liegen. Oder gerade deshalb?                                                          Vorbild für die anderen zu sein, das war bei Ingrid nicht von Anfang an so. Sie, die bald – wenn alles gutgeht – ihren Meisterbrief in der Tasche haben wird, schloß die Lehre nur mit der Note 3 ab. „Es ging ihr nicht um eine Karriere“, erwähnt der Parteisekretär, „ich habe mit ihr oft gesprochen, ihr zugeredet, gesagt, daß sie mehr könne. Nach ungefähr drei Jahren hat es dann gefunkt.“ Daß der Knoten bei ihr platzte, dafür sieht sie vor allem zwei Gründe: einmal ihre Heirat vor zwei Jahren. Mit allen Fragen, die sie hatte, konnte sie ihm kommen, dem Feldwebel der Grenztruppen der DDR Jürgen Wünsche. „Warum ist es bei uns so und dort im Kapitalismus anders?“ prüfte sie sich selbst, als sie über die Arbeitslosigkeit, den Lehrstellen­mangel, die Preistreiberei nachdachte – und fand nun schon alleine Antworten. Mit solchen und anderen Einsichten wuchs auch eine neue Einstellung zu ihrer eigenen Arbeit. Sie begann zu begreifen, daß es einen engen Zusammenhang gibt zwischen ihrer Arbeit und dem Wohl der ganzen Gesellschaft. Während sie dies alles beschäftigte, wurde ihr von einem Tag auf den anderen die Funktion des Einrichters anvertraut, für einen Kollegen, der zu den Soldaten gegangen war. „Mit der mir übertragenen Verantwortung“, so denkt sie heute darüber, „habe ich mich verändert, gesteigert, bin ich bewußter geworden, gewachsen.“                               Etwas über sich zu erzählen, wie sie sich selber sieht, warum man auf sie gekommen sei, wo es doch im Betrieb noch eine Anzahl von möglichen jungen Volksvertretern gegeben hätte, fällt ihr sichtlich schwer. „Das mache ich nicht gern“, wehrt sie mehrmals ab, als wir uns zum Kaffeeplausch in ihrer Wohnung in einem Berliner Hinterhaus treffen. Komplimente verteilend und Kaffee schlürfend taste ich mich so langsam an den Grund meines Besuches heran: Wie sieht sie sich als Volkskammer­abgeordnete, was hat sie sich vorgenommen? „Am Anfang“, so schätzt sie ein, „wird’s wohl darum gehen, sich an die Tätigkeit im Parlament zu gewöhnen, Augen und Ohren aufzusperren, noch viel, viel zu lernen. Noch bin ich gar nicht richtig über die Frage hinweg, die mir vor allem andere erklärt haben: ,Warum gerade ich?‘ Aber weil ich bei allem nicht allein stehe, eine starke FDJ-Fraktion neben mir weiß, eine Brigade, die schon laut und deutlich gesagt hat, daß sie mir helfen wird, ist mir nicht bange.“ Die Frage, ob sie Angst davor habe, vor der Volkskammer zu sprechen, erübrigt sich angesichts des Berliner Mundwerks und des Temperaments eigentlich und wird auch mit einem eindeutigen „Nö“ beantwortet und mit dem Nachsatz ergänzt: „Ich red’ halt so, wie mir der Schnabel gewachsen ist.“ Ingrid hat sich unter anderem vorgenom­men, sich besonders um die Interessen der Jugend zu kümmern, der im Betrieb und im Wohngebiet, ihre Fragen und Vorschläge will sie unterbreiten, dafür sorgen, daß sich das Freizeitangebot weiter verbessert, weil auch sie gerne einmal tanzen geht. Womit sogar am Beispiel dieses Freizeitvergnügens gezeigt wird, daß die Interessen des Volkes dort am besten vertreten werden, wo Leute aus dem Volke als Volksvertreter ins Parlament einziehen, auch und gerade Arbeiter, 22jährige wie Ingrid Wünsche.

Aus „Jugend“, 1/1977

RF Mai 2017

Mit 22 ins Parlament RF Mai 2017

Originalseite des „RotFuchs“, Mai 2017

 

 

Mit 22 in Parlament  

PDF-Datei des „RotFuchs“-Artikels

 

 

 

Die letzte Volkskammer

Nach der im Verlaufe der Konterrevolution ausgelösten politischen Wende(Die Konterrevolution wird in der offiziellen Geschichtsschreibung als „Wende“ bezeichnet.)wurde in der DDR am 18. März 1990 die letzte Volkskammer gewählt. Die wird von der offiziellen Geschichtsschreibung als einzige „freie Wahl“ verkauft, weil hier der Wahlmodus bürgerlicher Wahlen angewandt wurde. Die letzte Volkskammer war ein bürgerliches Parlament.

Wahlergebnis letzte Volkskammer 2

Tabelle: Wikipedia

Die letzte Volkskammer bildete die neuen Bundesländer. So traten diese am 03. Oktober 1990 der BRD bei. So war es keine (Wieder-)Vereinigung, wie es uns immer wieder weiß gemacht wird, sondern die juristische Legitimation der Annexion.

Zwar gab es den „Einigungsvertrag“, der u.a. regelte, welche BRD-Gesetze nun im „Beitrittsgebiet“(offizielle Bezeichnung für die nun annektierte DDR) nicht oder nur bedingt gelten sollten, doch hatten die Regierungsfraktionen im Vorfeld eine Fülle von Bedingungen ausgehandelt, die in den Vertrag einflossen(z.B. Bodenreform, dazu in einer späteren Ausgabe DIE TROMMLER mehr)

Zuletzt wurde nochmal die Verfassung der DDR in die Hand genommen um nach entsprechenden §§ das Präsidium der Volkskammer mit den Aufgaben des nicht mehr besetzten Staatsrates zu betrauen. Die am selben Tage gewählte Präsidentin der Volkskammer Sabine Bergmann Pohl(CDU) war somit formell letztes Staatsoberhaupt der DDR.

Am 12. April 1990 wurde Lothar de Maizière (CDU) zum Ministerpräsidenten der DDR gewählt. Die Abgeordneten bestätigten das Kabinett de Maizières. Das war die erste und letzte bürgerliche Regierung der DDR, welche die offizielle Geschichtsschreibung als „frei gewählt“ verkauft.

Am 23. August 1990 beschloss die letzte Volkskammer die Annexion der DDR durch die BRD. Die offizielle Geschichtsschreibung sagt, dass an diesem Tage der „Beitritt“ zu BRD beschlossen worden wäre. Dieser Beschluss beinhaltete auch das Ende der DDR als Völkerrechtssubjekt.

Abstimmung Annexion der DDR durch BRD

Die Volkskammer der DDR beschließt 23. August 1990 den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland gemäß Artikel 23 des Grundgesetzes. (Quelle: picture-alliance/dpa)

Bildquelle:

Geschichte der CDU

Es gab nun neue Parteien. Deren Gründung wurde meist von der BRD aus beeinflusst und gesteuert. Die früheren Blockparteien der DDR, einstmals in der Nationalen Front organisiert und für den Sozialismus eintretend, haben nun ihre Richtung geändert und sind nun in der CDU und FDP aufgegangen.

Die SED hat sich zur PDS umformiert aus der später, nach dem Zusammenschluss mit der WASG, DIE LINKE hervorgegangen ist. DIE LINKE hat mit der Quellpartei SED nichts mehr zu tun, auch wenn böse Zungen dies behaupten.

ADN-ZB Mittelstädt 11.1.90 Berlin: Demonstration- Tausende Anhänger und Sympathisanten oppositioneller Parteien und Gruppierungen bildeten eine Menschenkette um den Palast der Republik. Vor dem Haus der Volkskammer forderten sie mit Transparenten, Losungen und Sprechchören weitere demokratische Veränderungen und protestierten gegen die Politik der SED-PDS.

Konterrevolutionärer Demonstrant vor der Volkskammer

In anderen Ländern ist demonstrieren direkt vor dem Parlament nicht möglich. Da gibt es eine Bannmeile.

Bildquelle:
Bundesarchiv, Bild 183-1990-0111-046 / CC-BY-SA 3.0 Erstellt: 11. Januar 1990

Fakten aus Wikipedia entnommen

Die Volkskammerpräsidenten/Sabine Bergmann-Pohl

Präsidenten der Volkskammer 2

Tabelle: Wikipedia

Sabine Bergmann-Pohl, geborene Schulz, wurde am 20.April 1946 in Eisenach geboren.

ADN/Elke Schöps/13.8.90/Berlin: Dr. Sabine Bergmann-Pohl, Präsidentin der Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik und amtierendes Staatsoberhaupt.

ADN/Elke Schöps/13.8.90/Berlin: Dr. Sabine Bergmann-Pohl, Präsidentin der Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik und amtierendes Staatsoberhaupt.

Sabine Bergmann-Pohl 1990

Bildquelle:
„Bundesarchiv Bild 183-1990-0813-302, Sabine Bergmann-Pohl“ von Bundesarchiv, Bild 183-1990-0813-302 / Schöps, Elke / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons – Bild ist entsprechend verlinkt.

Berufliche Karriere

Um nach ihrem Abitur 1964 ein Medizinstudium in der DDR aufnehmen zu können, musste sich Sabine Bergmann-Pohl als Tochter eines Arztes zunächst in einem zweijährigen Praktikum bewähren. So sollte Standesdünkel vorgebeugt werden. 1966-1972 studierte sie Medizin, wurde 1972 Diplom-Medizinerin, worauf 1972-1979 die Facharztausbildung für Innere Medizin folgte. 1979 ist sie Fachärztin für Lungenkrankheiten geworden. 1980 promovierte sie zum Dr. med.. Von 1980 bis 1985 war sie ärztliche Leiterin der Poliklinischen Abteilung für Lungenkrankheiten und Tuberkulose in Berlin-Friedrichshain. Von 1985-1990 war sie ärztliche Direktorin in der Bezirksstelle für Lungenkrankheiten und Tuberkulose in Berlin/DDR.

Seit 1990 ist Sabine Bergmann-Pohl Schirmherrin des Allgemeinen Behindertenverband in Deutschland e. V. (ABiD e. V.) und von 2003 bis 2012 war sie Präsidentin des Berliner Roten Kreuzes. Bei der Neuwahl des Berliner DRK-Präsidiums im Herbst 2012 hat sie auf eigenen Wunsch nicht wieder kandidiert. In Anerkennung ihrer besonderen Dienste für das Berliner Rote Kreuz wurde Bergmann-Pohl zur Ehrenpräsidentin des DRK Landesverbandes Berliner Rotes Kreuz ernannt. Seit 2003 ist sie auch Mitglied im Präsidium des Internationalen Bundes und seit 2007 ist sie dort Vizepräsidentin. Seit 2012 ist sie eine der Stadtältesten von Berlin.

Politische Karriere

1981 trat sie in die CDU in der DDR ein. Das war eine der Blockparteien.(

1987 wurde sie Mitglied des Bezirksvorstandes Berlin/DDR.

Bei der Wahl zur letzten Volkskammer der DDR, am 18. März 1990 wurde sie Volkskammerabgeordnete der CDU und wurde am 05. April 1990 zur Volkskammerpräsidentin gewählt.

Aufgrund des am gleichen Tag verabschiedeten neuen Artikels 75a der Verfassung der DDR übte sie auch die Befugnisse des bisherigen Staatsratsvorsitzenden aus und war daher bis zum 2. Oktober 1990 das letzte Staatsoberhaupt der DDR.

In einer Nachtsitzung der Volkskammer vom 22. auf den 23. August 1990 wurde der Annexion der DDR durch die BRD zugestimmt. Die letzte Volkskammer erfüllt ohnehin nur noch übergangsweise Verwaltungs- und Angleichungsfunktionen im Sinne der BRD. Sabine Bergmann-Pohl verkündete in den frühen Morgenstunden das Abstimmungsergebnis zum „Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland gemäß Artikel 23 des Grundgesetzes mit der Wirkung vom 3. Oktober 1990“ , wie die Annexion der DDR durch die BRD amtlich benannt wird.

Abstimmung Annexion der DDR durch BRD

Die Volkskammer der DDR beschließt 23. August 1990 den Beitritt der DDR zum Geltungsbereich des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland gemäß Artikel 23 des Grundgesetzes. (Quelle: picture-alliance/dpa)

Bildquelle:

Geschichte der CDU

Mit der Annexion der DDR am 03. Oktober 1990, wurde sie Mitglied des Bundestages der nun vergrößerten BRD, dem sie bis 2002 angehörte. Sie wurde zuletzt in der 14 Wahlperiode(1998-2002) des Bundestages der BRD über die Landesliste Berlin Abgeordnete des Bundestages.

Am 03. Oktober 1990 wurde Sabine Bergmann-Pohl als Bundesministerin für besondere Aufgaben in die von Bundeskanzler Helmut Kohl geführte Bundesregierung berufen.

Nach der ersten Bundestagswahl nach Annexion der DDR, also nun der Groß-BRD, verlor sie ihr Ministeramt und wurde am 19. Januar 1991 zur parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit ernannt.

Nach der Bundestagswahl 1998 schied sie am 26. Oktober 1998 aus der Bundesregierung aus.

Siehe Wikipedia und Geschichte der CDU

Die Volkskammerpräsidenten/Günther Maleuda

Präsidenten der Volkskammer 2

Tabelle: Wikipedia

Günther Maleuda wurde am 20. Januar 1931 in Alt Beelitz, Landkreis Friedeberg Nm, Provinz Brandenburg geboren.

ADN-ZB Mittelstädt 13.11.1989 Berlin: Volkskammer-Tagung Die 11. Tagung der Volkskammer der DDR begann im Plenarsaal des Palastes der Republik. Gespannt verfolgen die Kandidaten für das Amt des Parlamentspräsidenten Dr. Günther Maleuda (1., DBD) und Prof. Dr. Manfred Gerlach (M., LDPD) die Auszählung der Stichwahl.

ADN-ZB Mittelstädt 13.11.1989 Berlin: Volkskammer-Tagung
Die 11. Tagung der Volkskammer der DDR begann im Plenarsaal des Palastes der Republik. Gespannt verfolgen die Kandidaten für das Amt des Parlamentspräsidenten Dr. Günther Maleuda (1., DBD) und Prof. Dr. Manfred Gerlach (M., LDPD) die Auszählung der Stichwahl.

Günther Maleuda (links) 1989 mit Manfred Gerlach

Bildquelle:
„Bundesarchiv Bild 183-1989-1113-031, Berlin, 11. Volkskammertagung“ von Bundesarchiv, Bild 183-1989-1113-031 / Mittelstädt, Rainer / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons – Bild ist entsprechend verlinkt

Günter Maleuda war der Sohn einer Arbeiterfamilie. Sein Heimatort gehört seit Ende des II. Weltkrieges zu Polen. Dort war er von 1945 bis 1947 als Landarbeiter auf einem polnischen Gutsbetrieb tätig, bevor er mit seiner Familie nach Thüringen umsiedelte. Dort absolvierte er ab 1948 bis 1950 eine landwirtschaftliche Lehre im bäuerlichen Betrieb in Henfstädt und im VEG Meiningen und besuchte anschließend von 1950 bis 1952 die Fachschule für Landwirtschaft in Weimar, die er als staatlich geprüfter Landwirt abschloss. Von 1952 bis 1955 besuchte er die Deutsche Akademie für Staats- und Rechtswissenschaft in Potsdam, die er als Diplom-Wirtschaftler verließ.

Danach war er Abteilungsleiter beim DBD-Bezirksvorstand Potsdam und anschließend von 1957 bis 1967 stellvertretender Vorsitzender des Rates des Kreises Königs Wusterhausen für Landwirtschaft bzw. stellvertretender Vorsitzender des Kreis-Landwirtschaftsrats. Daneben absolvierte er von 1965 bis 1967 eine Aspirantur an der Humboldt-Universität zu Berlin, während der er eine Dissertation zur stufenweisen Vergesellschaftung der Produktion in Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften (LPG) schrieb und die mit einer Promotion zum Dr. agr. abschloss. Von 1967 bis 1976 war er dann stellvertretender Vorsitzender des Rates für landwirtschaftliche Produktion und Nahrungsgüterwirtschaft des Bezirkes Potsdam, ab 1975 Sektorenleiter des Rates des Bezirkes Potsdam. Mit der Landwirtschaft in der DDR wird DIE TROMMLER sich zu einem späteren Zeitpunkt beschäftigen.

Von 1950 bis Juni 1990 war er Mitglied der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands (DBD). Von 1976 bis 1982 war er Vorsitzender des Bezirksvorstandes Halle (Saale) der DBD sowie Mitglied des Bezirks-Ausschusses Halle der Nationalen Front der DDR. Er wurde 1972 Kandidat des Parteivorstandes, 1977 dessen Mitglied und Mitglied des Präsidiums, 1982 Sekretär des Parteivorstandes, 1984 stellvertretender Vorsitzender und ab 27. März 1987 als Nachfolger von Ernst Mecklenburg Vorsitzender der DBD.

Als die DBD mit der CDU der DDR fusionieren wollte, kritisierte er diesen Schritt, trat am 25. Juni 1990 vom Parteivorsitz der DBD zurück und wurde nicht Mitglied der CDU.

Günter Maleuda war von 1958 bis 1967 Abgeordneter der DBD des Kreistages Königs Wusterhausen und von 1967 bis 1976 Abgeordneter des Bezirkstags Potsdam.

Von 1981 bis Oktober 1990 war er Abgeordneter der Volkskammer der DDR. Hier war er bis 1986 Mitglied des Ausschusses für Volksbildung und danach stellvertretender Vorsitzender der Interparlamentarischen Gruppe, Mitglied des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten und Mitglied des Präsidiums der Volkskammer.

Vom Juni 1987 bis April 1990 war er Stellvertreter des Vorsitzenden des Staatsrates und Mitglied des Nationalrates der Nationalen Front der DDR.

ADN-ZB Weigelt-A-26.8.87 Bez. Erfurt: Günther Maleuda bei Bauern-In der Kooperation Rannstedt, Kreis Apolda, informierte sich der Vorsitzende der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands und Stellvertreter des Vorsitzenden des Staatsrates der DDR, Dr. Günther Maleuda (3.v.l.), über den Fortgang der Ernte. 4.v.l.: Martin Worms, Vorsitzender der Kooperative.

ADN-ZB Weigelt-A-26.8.87 Bez. Erfurt: Günther Maleuda bei Bauern-In der Kooperation Rannstedt, Kreis Apolda, informierte sich der Vorsitzende der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands und Stellvertreter des Vorsitzenden des Staatsrates der DDR, Dr. Günther Maleuda (3.v.l.), über den Fortgang der Ernte. 4.v.l.: Martin Worms, Vorsitzender der Kooperative.

Günther Maleuda (mit Krawatte) bei der LPG Rannstedt, Kreis Apolda am 26. August 1987

Bildquelle:
„Bundesarchiv Bild 183-1987-0826-038, LPG Rannstedt, Besuch von Günther Maleuda“ von Bundesarchiv, Bild 183-1987-0826-038 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons – Bild ist entsprechend verlinkt

Vom 13. November 1989 bis März 1990 wurde er nach dem Rücktritt von Horst Sindermann  zum Präsidenten der Volkskammer gewählt.

Günther Maleuda war Mitinitiator der konterrevolutionären Institution „Runder Tisch“ und setzte sich für den gewaltfreien Übergang zur bürgerlichen Demokratie in der DDR ein.

Von 1994 bis 1998 war Maleuda Mitglied des Deutschen Bundestages. Er war als parteiloser Spitzenkandidat über die Landesliste Mecklenburg-Vorpommern der PDS in den Bundestag eingezogen und war als landwirtschaftlicher Berater der PDS tätig. 2000/02 war Maleuda Berater der von Bundespräsident Johannes Rau eingesetzten Kommission zur Parteienfinanzierung. Er war Mitarbeiter des Alternativen Geschichtsforums Berlin, eines Arbeitskreises der Gesellschaft für Bürgerrechte und Menschenwürde.

Am 18. Juli 2012 ist Günther Maleuda nach schwerer Krankheit gestorben.

Einzelne Textpassagen Wikipedia

„Spiegel“-Interview mit Horst Sindermann

Auswertung einzelner Themen:

Der Spiegel 19:1990

Horst Sindermann ist während, bzw. nach der Konterrevolution eingeknickt.

Die Konterrevolution wird nicht beim Namen genannt, Sympathie mit Konterrevolutionären

Er nennt die Konterrevolution nicht Konterrevolution, sondern „gewaltfreien Aufstand“. Die Konterrevolutionäre nennt er nicht so, sondert er achtet sie.

Kritik an Parteidisziplin

Er kritisiert die Parteidisziplin. Keine Partei kommt ohne Parteidisziplin aus. Auch keine bürgerliche Partei. Die Punkte der berechtigten Kritik an den damaligen Parteistrukturen muss benannt werden.

Kritik an sozialistischer Demokratie: Bürgerliche Demokratie wird als einzige Lösung gesehen

Die sozialistische Demokratie wird kritisiert und die bürgerliche Demokratie für besser gehalten. Die sozialistische Demokratie hätte besser sein müssen. Diese aber durch bürgerliche Demokratie zu ersetzen ist nicht die Lösung.

Sindermann sympathisiert mit Gorbatschow.

Welche demokratischen Traditionen in Deutschland, die nicht von der DDR aufgenommen wurden?

Deutschland war doch meist reaktionär und die demokratischen Entwicklungen hinkten hinterher. Deutschland hat mit der Zeit des Faschismus ein düsteres Kapitel in seiner Geschichte. Demokratische Traditionen hat da eher Frankreich, soweit man an fortschrittliches Bürgertum anknüpfen will.

Welche demokratischen Freiheiten sind in der DDR verhöhnt worden?

Die Freiheit unter der Brücke zu schlafen? Die Freiheit von existenzsichernder Arbeit? Ein Mangel war fehlende Reisefreiheit. Aber Reisen ist doch nicht alles im Leben. Der Alltag muss stimmen.

Sindermann kritisiert , dass die DDR auf die Mikroelektronik gesetzt hatte.

Natürlich konnte sie nicht mit den Großen aus den USA und Japan mithalten. Da die DDR von Embargos betroffen war, wurde doch ein Stück Unabhängigkeit geschaffen. Außerdem waren viele Menschen, die bei „Robotron“ arbeiteten in Lohn und Brot. Heute werden elektronische Geräte in Billiglohnländern produziert.

Dann kritisiert Sindermann die Autoproduktion in der DDR, weil keine Kooperation mit einem westlichen Autokonzern eingegangen wurde. Das machten andere sozialistische Länder damals. Ob das wichtig ist, bleibt dahingestellt.

Schlimm ist die Kritik Horst Sindermanns am Arbeitsgesetzbuch der DDR

..und dass es keine Arbeitslosen gab. Seiner Meinung nach war es nicht richtig faule und unfähige Menschen einen Arbeitsplatz zu geben oder zu lassen. Gerade das Arbeitsgesetzbuch der DDR war eine der wichtigsten Errungenschaften des Sozialismus. Schwache und Problembeladene Menschen darf man nicht mit Faulenzern gleichsetzen. Diese armen Seelen, die in der DDR endlich echte Hilfe und eine Heimstatt hatten, waren nicht verantwortlich für den Untergang der DDR.

Sindermann, der mit 74 Jahren starb, war 60 Jahre lang Kommunist, saß fast zwölf Jahre in NS-Zuchthäusern und -Konzentrationslagern, gehörte 26 Jahre dem Politbüro der SED an. Er war von 1973 bis 1976 als Ministerpräsident die Nummer zwei, danach bis zur Konterrevolution 1989 als Präsident der Volkskammer die Nummer drei der DDR. Und nach diesem Leben glaubte er blindlings an die leeren Sprüche von Gorbatschow, während dagegen Honecker Gorbatschow durchschaute.

 

 

In diesem Rahmen ist es nicht möglich auf die gesamte Themenpalette des „Spiegel“-Interviews einzugehen.

Doch ist es enttäuschend feststellen zu müssen, dass altgediente Kommunisten, die in der DDR hohe Ämter inne hatten, am Ende ihre Ideale, wofür sie ihr Leben lang kämpften, nach der Niederlage einfach verraten haben, anstatt weiterzukämpfen und die nächste Generation zum Kampf aufzurufen.

Hier das „Spiegel“-Interview im Original als PDF-Datei.

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