Otto Nuschke

Otto Nuschke, am 23. Februar 1883 in Frohburg geboren und am 27. Dezember 1957 in Hennigsdorf verstorben, war ein deutscher Politiker, CDU-Vorsitzender in der Sowjetischen Besatzungszone und stellvertretender Ministerpräsident der DDR.

DDR 1983 Briefmarke 100. Geburtstag Otto Nuschke

Briefmarke zum 100. Geburtstag von Otto Nuschke (DDR 1983)

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Von Deutsche Post der DDR – inconnue, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Nuschke trat schon früh der linksliberalen Freisinnigen Vereinigung bei, deren Parteisekretär er 1906 im Regierungsbezirk Kassel wurde. Als sich die Vereinigung 1910 mit anderen linksliberalen Parteien zur Fortschrittlichen Volkspartei zusammenschloss, übernahm er diese Funktion auch in der neuen Partei. Bei der Reichstagswahl 1912 kandidierte er, auf Betreiben des bisherigen Abgeordneten Heinz Potthoff, im Wahlkreis Waldeck-Pyrmont, unterlag jedoch knapp dem antisemitischen Kandidaten Georg Vietmeyer. Nachdem die Wahl für ungültig erklärt wurde, verzichtete er zugunsten Friedrich Naumanns auf eine erneute Kandidatur.
1918 beteiligte er sich an der Gründung der DDP.
Nuschke gehörte 1919 der Weimarer Nationalversammlung an. Im Jahre 1921 wurde er zum Mitglied des Preußischen Landtages, dem er bis 1933 angehörte, gewählt.
In den 1920er Jahren war er zeitweise auch stellvertretender Reichsvorsitzender der Partei. Nuschke gehörte zu den Mitbegründern des republiktreuen Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold und wurde 1931 zum Generalsekretär der Deutschen Staatspartei, wie die DDP nun hieß, ernannt.

Otto Nuschke engagierte sich im Verband für internationale Verständigung, im Bund Deutscher Bodenreformer und der Deutschen Friedensgesellschaft. Nach der Machtübernahme der Faschisten bewirtschaftete er zunächst einen kleinen Hof in der Nähe von Berlin, den er aber auf politischen Druck hin aufgeben musste. Von den Attentätern des 20. Juli 1944 war er als Leiter des Rundfunks vorgesehen. Nach dem Scheitern des Umsturzversuchs musste er untertauchen und überlebte bis Kriegsende in der Illegalität.

Nach dem Zweiten Weltkrieg beteiligte sich Otto Nuschke im Gegensatz zum Großteil der früheren DDP-Mitglieder nicht an der Gründung von LDPD bzw. FDP, sondern wurde 1945 Mitbegründer der CDU in der Sowjetischen Besatzungszone. Nach der Entlassung von Jakob Kaiser durch die SMAD wurde Otto Nuschke auf dem III. Parteitag der CDU im September 1948 zum Parteivorsitzenden bestimmt.

Bei den Landtagswahlen in der SBZ 1946 wurde Otto Nuschke Landtagsabgeordneter im Brandenburger Landtag und in Sachsen-Anhalt, was damals möglich war. Außerdem gehörte er dem Kreistag des Osthavellandes an. Im März 1948 wurde er gemeinsam mit Wilhelm Pieck (SED) und Wilhelm Külz (LDPD) Vorsitzender des Deutschen Volksrates, der die Verfassung der DDR ausarbeitete. Im Jahre 1949 wurde er zunächst Mitglied der Provisorischen Volkskammer der DDR und gehörte anschließend bis zu seinem Tode der Volkskammer an.

Im April 1949 war Otto Nuschke Sprecher der deutschen Delegation, die am Gründungskongress der Weltfriedensbewegung in Paris teilnahm.

Otto Nuschke setzte sich in den 1950er Jahren für die Normalisierung der kirchlich-staatlichen Beziehungen in der DDR ein und führte dazu intensive Verhandlungen. Er besuchte auf Einladung des Kirchentagspräsidenten D. Dr. Reinold von Thadden-Trieglaff den gesamtdeutschen Kirchentag in Frankfurt am Main 1956. Aufgrund der veränderten politische Situation gab es nun seitens der DDR-Regierung den Kurswechsel von „Deutsche an einen Tisch“ zur Forderung nach Anerkennung der DDR als souveräner Staat. Dies führte zu Differenzen und zur Polemik , wobei Nuschkes Auftreten in der Arbeitsgruppe 3 von der CDU der DDR als „kämpferisch“ bezeichnet wurde. Bereits 1951 war Otto Nuschke Besucher des Berliner Kirchentages, der unter der Losung stand: „Wir sind doch Brüder“, zusammen mit Wilhelm Pieck und äußerte sich dort zu kirchenpolitischen Fragen. Am 6. August 1956 empfing Otto Nuschke als Parteivorsitzender der CDU der DDR eine Delegation der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland, der Synodale aus den Landeskirchen in der DDR angehörten, und erörterte mit ihr vor allem die „Auswirkungen der allgemeinen Wehrpflicht in der BRD und die Prinzipien der Werbung von Freiwilligen für die NVA.

Frankfurt/Main, Evang. Kirchentag, Otto Nuschke

Otto Nuschke auf dem Evangelischen Kirchentag 1956

 

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Von Bundesarchiv, B 145 Bild-F003810-0001 / Steiner, Egon / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Am 17 Juni 1953, der damals versuchten Konterrevolution in der DDR, welche die offizielle Geschichtsschreibung als „Volksaufstand“ verkauft, wurde Otto Nuschke von einigen Akteuren erkannt und nach Westberlin gebracht. Dort hatte man ihn der Polizei übergeben. Nach 36 Stunden wurde er freigelassen. In einem Interview mit dem Hetzsender RIAS bekannte Otto Nuschke sich zu seinem Staat DDR. (siehe historisches Titelblatt der „Rhein-Zeitung“)

Nuschke entführt (17.06.1953)

„Rhein-Zeitung“ 17.06.1953

 

Otto Nuschke war von 1949 bis zu seinem Tode stellvertretender Ministerpräsident der DDR.

Grab Otto Nuschke

Grab von Otto Nuschke auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin 

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Otto-Nuschke-Denkmal

Otto-Nuschke-Denkmal in dessen Geburtsstadt Frohburg

Bildquelle:Von Leppus – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Im Jahre 1958 wurde die Jägerstraße in Berlin-Mitte in Otto-Nuschke-Straße umbenannt; deren Rückbenennung erfolgte 1991. Weiterhin waren das dort, an der Ecke Charlottenstraße, befindliche vormalige Haus der CDU-Zentrale der DDR(Otto-Nuschke-Haus) sowie die Zentrale Schulungsstätte der CDU in Burgscheidungen nach Otto Nuschke benannt.
Die CDU der DDR stiftete nach seinem Tod das „Otto-Nuschke-Ehrenzeichen“ in den Rängen Gold, Silber und Bronze, das als höchste Auszeichnung der Partei an verdienstvolle Mitglieder vergeben wurde.

Otto-Nuschke-Ehrenzeichen in Bronze

Otto-Nuschke-Ehrenzeichen in Bronze

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Von BrThomas in der Wikipedia auf Deutsch, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

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Christlich Demokratische Union Deutschlands(DDR) (kurz CDU)

Die überkonfessionelle Partei Christlich-Demokratische Union Deutschlands(CDU), wurde auch in der alten BRD, sowie auch heute, kurz Ost-CDU genannt, um sie von der gleichnamigen Partei in der alten BRD, bzw. der heutigen CDU zu unterscheiden.

CDU-Logo DDR

CDU(DDR)-Logo

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DDR-Geschichte.de, Bild ist entsprechend verlinkt

Die CDU wurde am 26. Juni 1945 in Berlin gegründet. In dieser Partei waren Christen vertreten, die sich mit der Arbeiterklasse verbündeten Christen zusammenschlossen, um aus christlicher Verantwortung für das Wohl der Menschen und Gemeinschaft zu wirken. Darum beteilige sie sich an der Gestaltung der sozialistischen Gesellschaft in der DDR, der Festigung der Freundschaft mit der Sowjetunion und der anderen damaligen sozialistischen Länder.

Parteibanner der CDU der DDR

Parteibanner der CDU der DDR

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Von Fornax – Günther: Politische Symbolik…, DER FLAGGENKURIER Nr. 11/2000, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

Reaktionäre haben versucht sich in die CDU einzuschleichen. Die SED fasste bereits 1949/50 entsprechende Beschlüsse, um die CDU von Reaktionären zu reinigen. 1950 musste der sächsische CDU-Vorsitzende Hugo Hickmann zurücktreten. Auch andere damalige Landesminister wurden ausgeschaltet. Einige CDU-Mitglieder wurden verhaftet, weil sie gegen die DDR agierten. Andere flüchteten aus der DDR und agierten dann im Ostbüro der CDU. Dieses wurde von Westberlin, bzw. der BRD aus, unterhalten. Nach der Errichtung des Antifaschistischen Schutzwalls verlor das Ostbüro der CDU seine Bedeutung.

Auf ihrem 6. Parteitag im Oktober 1952 erkannte die CDU die führende Rolle der SED an.

Die Mitglieder der CDU legten ihrem Handeln gesellschaftliche Konsequenzen christlicher Ethik, vor allem die Friedens- und Nächstenliebe, zugrunde. Die Bündnispolitik der Partei der Arbeiterklasse, der SED, ermöglichte es den christlichen Demokraten, gemeinsam für die Grundinteressen der verbündeten Klassen und Schichten(heute würde man sagen ihrer Klientel) zu wirken und ihre Aktivitäten auf das Wohl des Volkes zu orientieren.

Die CDU war eine Partei des Friedens, der Demokratie und des Sozialismus, die in Gemeinschaft mit allen demokratischen Kräften im Demokratischen Block der Parteien und Massenorganisationen und in der Nationalen Front der DDR die Politik des sozialistischen Staates mit verantwortete und verwirklichte.

Berlin, 2. CDU-Parteitag, Staatsoper

2. Parteitag in der sowjetisch besetzten Zone in der Berliner Staatsoper, 8. September 1947

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Von Bundesarchiv, Bild 183-S76995 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt
Erfurt, 11. CDU-Parteitag, Eröffnung

Zentralbild – Nl-At. 30.9.1964 11. Parteitag der CDU in Erfurt eröffnet. In der festlich geschmückten Erfurter Thüringenhalle wurde am Vormittag des 30.9.1964 der 11. Parteitag der Christlich-demokratischen Union eröffnet. UBz. Übersicht mit Blick auf das Präsidium des Parteitages.

11. Parteitag der CDU in Erfurt, 1964

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Von Bundesarchiv, Bild 183-C0930-0026-001 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Dresden, 15. CDU-Parteitag, Eröffnung

ADN-ZB/Reiche 13.10.82 Dresden: 15. Parteitag der CDU eröffnet Herzliche Begrüßung von Paul Verner – 1300 Delegierte des 15. Parteitages der CDU erörtern auf dem dreitägigen Beratungen im Kulturpalast der Elbestadt den Bündnisbeitrag der Partei für die weitere Stärkung des Sozialismus und die Sicherung des Friedens. Rechts Gerold Götting, Vorsitzender der CDU. 2.v.r. Paul Verner, Mitglied des Politbüros und Sekretär des ZK der SED. 2.v.l. Wolfgang Heyl, stellvertretender Vorsitzender der CDU. Links der Vertreter der Russisch Orthoden Kirche, Exarch Erzbischof Melchisedek

Dresdner Parteitag 1982

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Von Bundesarchiv, Bild 183-1982-1013-101 / Reiche, Hartmut / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Dresden, 15. CDU-Parteitag

ADN-ZB Reiche-15.10.82-ri-Dresden: 15. CDU-Parteitag – Eine Delegation der Pionierorganisation „Ernst Thälmann“ entbot den Delegierten am letzten Beratungstag einen herzlichen Gruß. Der Parteivorsitzende Gerald Götting (r) und sein Stellvertreter Wolfgang Heyl (l) sowie die Mitglieder der CDU dankten mit herzlichem Beifall.“

15. Parteitag in Dresden, 1982

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Von Bundesarchiv, Bild 183-1982-1015-102 / Reiche, Hartmut / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Die CDU war in den Parlamenten, im Präsidium der Volkskammer, dem Staatsrat und Ministerrat vertreten. Auch in den Räten der Bezirke, Kreise und Gemeinden trugen CDU-Mitglieder politische Verantwortung. Auch in den Ausschüssen der Nationalen Front nahmen etwa 17000 Mitglieder Funktionen wahr.

Satzungsheft_der_DDR-CDU

Satzungsheft der CDU der DDR

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Von BrThomas – Privatarchiv BrThomas, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Otto-Nuschke-Haus (Charlottenstraße 53:54), Zentrale der Ost-CDU, gebaut 1981-85

Otto-Nuschke-Haus

Otto-Nuschke-Haus (Charlottenstraße 53/54), Zentrale der CDU der DDR, gebaut 1981-85

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Von Gryffindor – Eigenes Werk. I release it into the public domain. Gryffindor 16:19, 6 February 2006 (UTC), Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

Auf ihrem Sonderparteitag am 15./16. Dezember 1989 bekannte die DDR-CDU sich – entgegen ihren bisherigen langjährigen Bekenntnissen als „Partei des Sozialismus“ und Blockpartei nun in Übereinstimmung mit der CDU der BRD – zur Marktwirtschaft, also dem Kapitalismus und zur „Einheit der Nation“, was nichts anderes heißt, als zur Annexion der DDR durch die BRD.

Berlin, CDU-Sonderparteitag

CDU-Sonderparteitag  in Berlin/DDR im Dezember 1989

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Von Bundesarchiv, Bild 183-1989-1215-030 / Reiche, Hartmut / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Unter ihrem am 10. November 1989 neu gewählten Vorsitzenden Lothar de Maizière ging sie bei der Wahl zur letzten Volkskammer 1990 in der „Allianz für Deutschland“ zusammen mit dem Demokratischen Aufbruch (DA) und der Deutschen Sozialen Union (DSU) als Wahlsieger (zusammen 48 %) hervor. Die CDU erreichte 40,8 % der Stimmen und damit 163 der 400 Sitze in der Volkskammer. In den Bezirken Erfurt (56,3 %) und Suhl (50,6 %) erreichte sie die absolute Stimmenmehrheit. Am schwächsten schnitt sie in Berlin mit 18,3 % ab.

De Maizière wurde zum Ministerpräsidenten der DDR gewählt und bildete mit der SPD, dem Bund Freier Demokraten und den Allianz-Partnern DSU und DA eine große Koalition. Mit Sabine Bergmann-Pohl stellte die CDU die letzte Präsidentin der Volkskammer und damit das letzte Staatsoberhaupt der Deutschen Demokratischen Republik. Am 01. und 02. Oktober 1990 vereinigte sich die Partei mit ihrer Schwesterpartei, der CDU der BRD. Lothar de Maizière wurde erster stellvertretender CDU-Vorsitzender.

Nach der Konterrevolution wurden, entsprechend dem Vorbild der CDU der BRD, Vereinigungen, wie die Junge Union und Seniorenunion gegründet. Das war eine der Vorbereitungen und Anpassungen für das spätere Aufgehen in der CDU der BRD nach der Annexion der DDR.

Bei der Regelung des Vermögens wurde nach Annexion der DDR zwischen „rechtsstaatlich erworbenen“ und „nicht rechtsstaatlich erworbenen“ Vermögen unterschieden. Das ist total irreführend, hanebüchen und unlogisch, dass es den Rahmen dieses Beitrages sprengen würde näher darauf einzugehen. Die CDU verzichtete so auf einen Teil des Vermögens aus der mit ihr aufgegangenen CDU der DDR und der DBD.

siehe Wikipedia und Wörterbuch der Geschichte, DDR 1984

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Wörterbuch der Geschichte zur CDU (DDR)

 

 

Die Volkskammerpräsidenten/Gerald Götting

Präsidenten der Volkskammer 2

Tabelle: Wikipedia

Gerald Götting wurde am 09.Juni 1923 in Nietleben, Saalkreis, Provinz Sachsen, Preußen geboren.

ADN-ZB Settnik 8.6.1989 Berlin: Volkskammer  Gerald Götting, Stellvertreter des Präsidenten der Volkskammer, ergriff das Wort zur 9. Tagung der Volkskammer der DDR.

ADN-ZB Settnik 8.6.1989 Berlin: Volkskammer
Gerald Götting, Stellvertreter des Präsidenten der Volkskammer, ergriff das Wort zur 9. Tagung der Volkskammer der DDR.

Gerald Götting 1989

Bildquelle: „Bundesarchiv Bild 183-1989-0608-024, Gerald Götting“ von Bundesarchiv, Bild 183-1989-0608-024 / Settnik, Bernd / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons –  Bild ist entsprechend verlinkt

Gerald Götting beendete seinen Schulbesuch mit dem Abitur. Von Ende 1941 bis Anfang 1942 war er beim Reichsarbeitsdienst, dann bei der Nachrichtentruppe der Luftwaffe (letzter Dienstgrad: Obergefreiter) Anfang Mai 1945 konnte er sich aus dem damaligen Protektorat Böhmen und Mähren zunächst der Gefangennahme durch die Rote Armee entziehen und ging nach Hause. Im Juni kam er dort doch noch kurz in amerikanische Kriegsgefangenschaft.

Im Januar 1946 trat Götting der CDU bei. Er studierte von 1947 bis 1949 ohne akademischen Abschluss an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg Philologie, Germanistik und Geschichte. Götting war von 1949 bis 1966 als Nachfolger von Georg Dertinger Generalsekretär und bis 1989 als Nachfolger von August Bach Vorsitzender der CDU.

Von 1949 bis März 1990 war Götting Abgeordneter der Volkskammer: bis 1958 als Vizepräsident und stellvertretender Präsident, bis 1963 als Vorsitzender der CDU-Fraktion, bis 1969 als Vorsitzender des Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten, bis 1976 in Nachfolge von Johannes Dieckmann  als Präsident und bis 1989 als stellvertretender Präsident. Ab 1975 war er außerdem Präsident der Liga für Völkerfreundschaft, dem Verband der Freundschaftsgesellschaften der DDR. Götting bekleidete ab Dezember 1971 bis 1989 die Funktion eines Vizepräsidenten des 1970 in Berlin gegründeten DDR-Komitee für europäische Sicherheit, das im Januar 1974 in DDR-Komitee für Europäische Sicherheit und Zusammenarbeit umbenannt wurde.

Außerdem war Götting von 1960 bis 1989 stellvertretender Vorsitzender des Ausschusses für Nationale Verteidigung und von 1960 bis 1989 stellvertretender Vorsitzender des Staatsrates der DDR. 1961 erhielt er den Vaterländischen Verdienstorden (Ehrenspange).

Während der Konterrevolution trat Götting am 02. November 1989 als CDU-Vorsitzender zurück. Am 07. November 1989 wurde er aus dem Staatsrat abberufen. Im Februar 1991 wurde Gerald Götting aus der CDU ausgeschlossen. Im Juli 1991 wurde er wegen der Veruntreuung von Parteigeldern zu 18 Monaten auf Bewährung verurteilt.

Gerald Götting war Mitarbeiter des Berliner Alternativen Geschichtsforums.

Götting soll seit 1953 inoffizieller Mitarbeiter des MfS(Ministerium für Staatssicherheit) gewesen sein und seit 1951 für den KGB(sowjetischer Geheimdienst) gearbeitet haben. Er wurde allerdings auch selbst vom MfS überwacht.

Gerald Götting ist am 19. Mai 2015 nach schwerer Krankheit gestorben.

Einzelne Textpassagen: Wikipedia