Ehrung der Zwangsarbeiterinnen

Am 8. März ehren wir auch die Zwangsarbeiterinnen. Diese Frauen führten ein elendes Sklavendasein.

Für die Kinder der Zwangsarbeiterinnen folgte weiteres Elend.

Zwangsarbeiterin Kopie

Ukrainische Zwangsarbeiterin während der Zeit des Faschismus

 

Es gibt viele Webseiten, die sich mit diesem Thema befassen. DIE TROMMLER hat als Beispiel die Website aus Göttingen herausgesucht.

Es geht hier um ein Forschungsprojekt der Historikerin Dr. Cordula Tollmien aus Göttingen.

Hier ist leichtverständlich die Situation der Zwangsarbeiterinnen beschrieben und es gibt auch eine Zusammenfassung, die nachfolgend in DIE TROMMLER wiedergegeben wird.

siehe folgende Links:

http://www.tollmien.com/zwangsarbeiterinnen.html

http://zwangsarbeit-in-goettingen.de

Auszug aus der Web-Site:

Im August 1944 waren von den 5,7 Millionen registrierten ausländischen Zivilarbeitern 1.924.912 Frauen, genau ein Drittel. Die Ausländerinnen kamen zu 87 % aus Osteuropa (bei den Männern waren es 62 %). Je niedriger in der politischen und rassistischen Hierarchie der Nationalsozialisten die einzelnen Ausländergruppen angesiedelt waren, desto höher war der Frauenanteil: Von 3 % bei den mit den Deutschen verbündeten Ungarn bis 51,1% bei den zivilen Arbeitskräften aus der Sowjetunion, den sog. Ostarbeitern. 1944 arbeiteten mehr „Ostarbeiterinnen“ in Deutschland als zivile männliche und weibliche Arbeitskräfte aus Belgien, Frankreich und Holland zusammen.
Zahlen aus: Ulrich Herbert, Fremdarbeiter. Politik und Praxis des „Ausländer-Einsatzes“ in der Kriegswirtschaft des Dritten Reiches, Dietz-Verlag Berlin-Bonn 1985, S. 271

Die Zwangsarbeiterfrage ist also zu großen Teilen eine Frauenfrage!

Fast immer waren die Zwangsarbeiterinnen noch einmal schlechter gestellt als die männlichen Zwangsarbeiter. Obwohl sie die gleiche Arbeit wie die Männer verrichteten, erhielten sie eine noch schlechtere Bezahlung und waren zudem weitgehend schutzlos Übergriffen durch deutsche Arbeiter und Lagerführer ausgesetzt. So kam es immer wieder zu Vergewaltigungen durch das überwiegend männliche Wachpersonal in den Zwangsarbeiterlagern. Wenn die Frauen schwanger wurden (ob durch Vergewaltigung oder durch eine Beziehung zu einem anderen Zwangsarbeiter), mußten sie entweder abtreiben oder man zwang sie umgekehrt dazu, das Kind auszutragen. Denn im Juni 1943 hatte das nationalsozialistische Rassedenken einen weiteren perversen Höhepunkt mit der Unterscheidung von „gutrassigen“ und „schlechtrassigen“ Zwangsarbeiterkindern erreicht: „Gutrassige“ Zwangsarbeiterkinder sollten als Deutsche (entweder in Heimen oder bei Familien) erzogen werden, während „schlechtrassige“ in extra eingerichteten sog. Ausländerkinderpflegestätten gebracht wurden, wo sie zumeist an Unterernährung oder Krankheiten infolge gezielter Vernachlässigung innerhalb weniger Wochen oder Monate starben. Lediglich den Zwangsarbeiterinnen, die in deutschen Familien als Haus- und Kindermädchen arbeiteten, ging es zumeist besser als ihren Leidensgenossinnen, die in den Rüstungsfabriken schufteten. Vor allem die Ernährung war in den Familien in der Regel besser. Aber auch hier waren sie vor persönlicher Misshandlung oder sexuellen Übergriffen nicht sicher.

Zwangsarbeiterkinder in Göttingen

In Göttingen wurden während des Krieges fast 300 Kinder von Polinnnen und „Ostarbeiterinnen“ geboren. Die meisten dieser Kinder kamen in einer speziell für „Ostarbeiter“ und Polen eingerichteten Krankenbaracke zur Welt, einige aber auch im für Geburten, Wöchnerinnen und Säuglinge in keiner Weise eingerichteten größten „Ostarbeiterlager“ Göttingens auf dem Schützenplatz. Die meisten Zwangsarbeitermütter, die in Göttingen niederkamen, arbeiteten bei Bauern im Landkreis und kehrten nach der Geburt dorthin zurück. In der Regel konnten sie wohl auch ihren Säugling mit an ihre Arbeitsstelle nehmen. Seit Frühjahr 1944 existierte in Göttingen aber auch ein Kleinkindlager bei der Großwäscherei Schneeweiß (heute Steritex). Dort waren bis Kriegsende mindestens 28 Säuglinge mit ihren Müttern untergebracht. Die Mütter arbeiteten bei Schneeweiß, eine war jeweils abgestellt, um die Säuglinge zu versorgen. Die Sterblichkeit in diesem Kleinkindlager lag bei etwa 40 % und damit anderthalb mal so hoch wie die Säuglingssterblichkeit in dem bei den Gebärenden vor allem wegen der dort herrschenden schrecklichen hygenischen Bedingungen gefürchteten Lager Schützenplatz. Nach dem Tod ihrer Kinder mussten die Mütter das Lager Schneeweiß verlassen. Siehe dazu Cordula Tollmien, Slawko, Stanislaw und France Marie. Das Mütter- und Kinderlager bei der Großwäscherei Schneeweiß in Göttingen 1944/45, in: Andreas Frewer, Günther Siedbürger (Hg.), Medzin und Zwangsarbeit im Nationalsozialismus. Einsatz und Behandlung von „Ausländern“ im Gesundheitswesen, Campus Verlag Frankfurt/Main 2004, S. 363-388

 

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Die Situation der Frauen während der Zeit des Faschismus

Die Faschisten wollten zu Anfang der Zeit des Faschismus, dass die Frau nur Mutter und Ehefrau war. Sie sollte viele Kinder bekommen und auf diese Weise den Fortbestand des Dritten Reiches sichern. Der Mann dagegen wurde als Ernährer und Beschützer dargestellt. Um den Frauen die Mutterschaft schmackhaft zu machen, betrieben sie einen großen Mutterkult und priesen sie als besonders wertvoll, da es ihre Aufgabe sei, dem Führer und dem Volk neue Kinder zu schenken. Vermutlich war es für die Frau sehr schmeichelhaft, als „Quelle der Nation“ betrachtet oder besonders ehrenvoll behandelt zu werden, wenn sie viele Kinder hatte.
Doch mit dem Krieg musste sich ihre Rolle verändern. Nun musste sie auch die Rolle des abwesenden Mannes einnehmen und mit ihrer Rolle als Mutter kombinieren. Während des schwierigen Kriegszustandes, der ohnehin viele Opfer von ihnen verlangte, war dies kaum zu bewältigen, da sie sich darum kümmern musste, dass ihre Kinder sicher waren und genug zu essen bekamen.
Während des zweiten Weltkrieges war es für die Faschisten nicht mehr nützlich, als sie in den Jahren vor dem Krieg ständig betont hatten, dass die Frau nur eine gute deutsche Mutter und Ehefrau sein sollte, die keinen Platz im Berufsleben hatte. Sicherlich war die Frau durch die Mutterschaft schon eine „Stütze“ des Dritten Reiches, aber nachdem die Männer als Soldaten in den Krieg gegangen waren, musste sie auch die Aufgaben bewältigen, die ihr vorher verboten worden waren. Trotz dieser vielen Aufgaben wurde die Frau bis zum Ende des Kriegs stets nur als Mutter geehrt, während die harten Kriegsarbeiten, die sie machte, kaum erwähnt wurden. Die Frau sollte weiterhin in der faschistischen Öffentlichkeit nur als Mutter dastehen.

Auszug aus einem Text von Carolin Bendel, bearbeitet von Petra Reichel

entnommen aus der Website:

Logo Zukunft braucht Erinnerung

 

Warum sagte man in der DDR zur Nazi-Zeit Faschismus und nicht Nationalsozialismus?

Wenn von Nazis, bzw. der Nazi-Zeit oder NS-Zeit(1933-1945) die Rede ist, spricht man oft von „Nationalsozialisten“, bzw. dem „Nationalsozialismus“. Dieser Begriff ist irreführend und verharmlosend. Darum wurde in der DDR die Bezeichnung Faschismus, bzw. Faschisten verwendet.

Die reaktionärsten Gruppen des Großkapitals finanzierten die Nazi-Partei und errichteten den Faschismus. Allein der Name der Partei NSDAP(Nationalsozialistische Arbeiterpartei) ist irreführend und Demagogie. Demagogie spielte eine große Rolle, um durch Täuschung von revolutionären Ideen abzulenken.

Die Bezeichnung Faschismus wurde von den italienischen Faschisten nach dem ersten Weltkrieg geprägt. Sie hatten als Symbol für die von Benito Mussolini 1921 gegründete Partei, die im alten Rom den Konsuln und Magistraten vorangetragenen höchsten Amtszeichen, mit Lederriemen umschnürte Rutenbündel(fasces), aus denen ein Beil hervor sah, das sie übernahmen. Der Faschismus wurde zuerst in Italien errichtet.