Befreiung der KZs Auschwitz und Dachau

Was war die DDR ?

Zeitzeugen erinnern sich

Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

Don Greenbaum gehörte zu jenen Soldaten, die das KZ Dachau befreiten. Iwan Stepanowitsch Martynuschkin gehörte damals zu den sowjetischen Soldaten die das KZ Auschwitz befreiten

Die Berichte der Zeitzeugen befinden sich im SPIEGEL-Artikel (DER SPIEGEL Nr. 5/15.01.2020) Siehe angehängte PDF-Datei.

Der Zeitzeuge der der US-Armee:

GI Greenbaum

Bildquelle: Foto Sara Lewokowicz/DER SPIEGEL
Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

ehemaliger US-Soldat Greenbaum Zeitzeuge Don Greenbaum heute

Bildquelle: Foto Sara Lewokowicz/DER SPIEGE
Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

Der Zeitzeuge der Sowjetarmee:

Offizier Martynuschkin

Bildquelle: Foto Sara Lewokowicz/DER SPIEGEL
Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

Ehemaliger Sowjetkämpfer Martynuschkin Zeitzeuge Stepanowitsch Martynuschkin heute

Bildquelle: Foto Sara Lewokowicz/DER SPIEGEL
Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

Der SPIEGEL-Artikel hängt als PDF-Datei an. Bitte auf den Link klicken. Leider ist eine bessere Qualität nicht möglich, da der Artikel aus der gedruckten Ausgabe abfotografiert ist und DER SPIEGEL glänzendes Papier hat. Wenn das Dokument nicht lesbar ist, bitte melden. Dan versuche ich…

Ursprünglichen Post anzeigen 93 weitere Wörter

Der antifaschistische Widerstandskampf bis zur Brüsseler Parteikonferenz der KPD

Die neuen Aufgaben und Methoden im illegalen Kampf der KPD. Der Reichtagsbrandprozess

Mit der Errichtung der faschistischen Diktatur, die die Vernichtung der organisierten Arbeiterbewegung und die Verfolgung aller friedliebenden und demokratischen Kräfte zu ihrem Programm gemacht hatte, entstand eine neue Lage. Die Aufgabe, diese neue Situation einzuschätzen und die sich daraus ergebenden Aufgaben festzulegen, verwirklichte das Zentralkomitee der KPD am 07. Februar 1933 auf einer Tagung im Sporthaus Ziegenhals in Zeuthen bei Berlin.

Die etwas 40 Teilnehmer der illegalen Beratung wurden unter Beachtung umfangreicher Sicherungsmaßnahmen zum Tagungsort geleitet. Von verschiedenen Treffpunkten in Berlin wurden sie zur Treptower Sternwarte geführt. Von dort aus wurden sie als Angehörige eines Sportvereins zum Tagungsort gefahren. Die Tagung wurde von drei Gruppen zuverlässiger Genossen abgesichert. Boote standen bereit, um bei Gefahr die Tagungsmitglieder über den See in Sicherheit bringen zu können.

Das Referat auf dieser Tagung hielt Ernst Thälmann. Er charakterisierte die Hitlerregierung als die offene faschistische Diktatur, als die Regierung der Monopole und Junker, als Regierung des Terrors und des imperialistischen Krieges.

Gegen diese Regierung musste, wie er sagte, der Massenkampf der Arbeiter organisiert werden. Dazu war die Ausarbeitung konkreter Forderungen, wie die Sicherung des Lohnes, der Arbeitszeit und des Arbeitsplatzes, Verteidigung der demokratischen Rechte im Betrieb, notwendig, um die Arbeiterklasse einheitlich in den Kampf führen zu können.

aus Rede Ernst Thälmanns 07.02.1933Quellenangabe- Aus Rede Thälmanns

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Diese Tagung des Zentralkomitees der KPD in Ziegenhals war die letzte, auf der Ernst Thälmann vor den Mitgliedern des Zentralkomitees und anderen leitenden Funktionären sprach.

Die so in den Betrieben und Wohngebieten entstehenden KPD-Organisationen suchten alle Mittel auszunutzen, um die Rechte und Interessen der Werktätigen (Erwerbstätigen) zu verteidigen. Erste kurze Streiks flammten auf.

Im Zeiss-Metallwerk in Bad Kreuznach (Leider ist mir nichts darüber bekannt. Wenn das Haus der Stadtgeschichte endlich fertig ist, werde ich dort nachfragen. P.R.) wurde damit die Freilassung eines von den Nazis verhafteten Betriebsrates erzwungen. Im Autoreparaturwerk Pike (Stuttgart), im Betrieb Phönix (Düsseldorf), in der Firma Plumacher (Solingen) und anderen wurde durch Aktionen der Arbeiter ein Lohnabbau verhindert.

In den Wohngebieten entwickelte sich die solidarische Hilfe für die Familien der Opfer der faschistischen Terrorherrschaft.

Aus Bericht von Eva Lippold

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Zum Reichstagsbrandprozess, siehe Beitrag Das heldenmütige Auftreten Georgi Dimitroffs im Reichstagsbrandprozess

siehe entsprechenden Beitrag und die Personenbeschreibung Georgi Dimitroffs

Fotomontage von John Hartfield

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Demonstration in London für die Befreiung Dimitroffs und Thälmanns

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Mit dem Freispruch Dimitroffs und der mitangeklagten Kommunisten mussten die Faschisten eine empfindliche Niederlage einstecken. Um Dimitroff und seine Genossen vor der Rache der Faschisten zu retten, verlieh ihnen die Sowjetregierung die sowjetische Staatsbürgerschaft und forderte ihre unverzügliche Freilassung. Am Abend des 27. Februar 1934 trafen Dimitroff, Popoff und Taneff in Moskau ein.

 

Im Kampf um die antifaschistische Einheits- und Volksfron

Im zweiten Halbjahr 1934 und im ersten Halbjahr 1935 konnten die antifaschistischen Kräfte, an deren Spitze die KPD stand, in ihrem Kampf um den Zusammenschluss aller Arbeiter in einer antifaschistischen Einheitsfront und die Gewinnung antifaschistischer Kräfte der verschiedensten Klassen und Schichten, für eine antifaschistische Volksfront erste Erfolge erzielen

Ein Beispiel hierfür waren die Aktionen während der Wahlen zu den Vertrauensräten in den Betrieben am 11./12. April 1935. Entsprechend dem Vorschlag des Zentralkomitees der KPD traten Vertreter der KPD an den Vorstand der Sozialdemokratie in Prag heran und schlugen diesem das gemeinsame Vorgehen von Kommunisten und Sozialdemokraten bei den Wahlen vor. Gemeinsam sollte versucht werden, ehemalige Gewerkschafter, Antifaschisten, in die Vertrauensräte hineinzubringen, um dann diese Positionen im Kampf gegen den Faschismus auszunutzen. Obwohl der sozialdemokratische Parteivorstand diese Vorschläge ablehnte, hatte der Kampf der KPD und anderer Antifaschisten zur Folge, dass über 25 Prozent der Wahlberechtigten sich gegen die Nazikandidaten aussprachen. Im Sommer 1935 kam es in einer ganzen Anzahl von Betrieben, insbesondere im Ruhrgebiet, auf Autobahn- und Rüstungsbaustellen, zu verschiedenartigen Protestaktionen, die mitunter den Charakter von kleinen Streiks annahmen. Derartige Aktionen fanden auf mehreren Zechen des Ruhrgebietes, auf den Werften in Bremen und Hamburg, im Gaswerk Berlin-Köpenick, in der Rüttgerswerke AG in Berlin-Tempelhof und in einigen Werken der Röchlingschen Eisen- und Stahlwerke GmbH und anderen Betrieben statt

Im Verlauf dieser und anderer antifaschistischer Kampfaktionen kam es in verschiedenen Orten und Betreiben, trotz des Widerstandes einiger sozialdemokratischer Führer, zu gemeinsamem Vorgehen von Kommunisten und Sozialdemokraten und zum Abschluss von Einheitsfrontabkommen. So kam es in Dortmund, Mittel- und Oberbaden, im Bezirk Berlin-Brandenburg und in Schlesien zu gemeinsamen Aktionen von kommunistischen und sozialdemokratischen Arbeitern.

Antifaschisten, die von Nazis ermordet wurden

Antifaschisten, die von den Nazis ermordet wurden: Hans Litten, Erich Mühsam, Walter Stoecker, Fiete Schulze

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Aus EinheitsfrontabkommenQuellenangabe- aus Einheitsfrontabkommen

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, Stand 1982

 

Ein bedeutsamer Faktor in diesem Kampf war die Herausgabe und Verbreitung antifaschistischer Literatur. So erschien in diesen ersten Jahren des antifaschistischen Kampfes die „Rote Fahne“ dreimal monatlich mit je 60 000 Exemplaren. Diese Zahl steht stellvertretend für das große Heer der Helfer, deren aufopferungsvolle Arbeit, Findigkeit, Mut und revolutionäre Hingabe notwendig waren, um das Erscheinen des Zentralorgans der KPD zu sichern. Unter großen Schwierigkeiten erschienen auch Bezirkszeitungen der KPD, wie das „Ruhr-Echo“, „Thüringer Volksblatt“ sowie das illegale Organ des Kommunistischen Jugendverbandes „Die Junge Garde“. Chefredakteur dieser Zeitung war Paul Verner. Die Zeitung des KJVD widerspiegelte den Anteil der Jugend im antifaschistischen Widerstandskampf. Als Funktionär im Saargebiet, an der Ruhr und in Berlin organisierte Erich Honecker in verschiedenen Gebieten Deutschlands den Kampf der Jugend gegen den Faschismus. Die Faschisten verurteilten ihn dafür 1937 zu einer zehnjährigen Zuchthausstrafe.

 


 

Nach dem Sieg der Konterrevolution und der Annexion der DDR durch die BRD, saß Honecker erneut im Gefängnis. Helmut Kohl war immer noch Bundeskanzler. Einstmals war Erich Honecker dessen Staatsgast.

Erich Honecker besucht die BRD Kopie

Entnommen aus dem Staatsbürgerkundebuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1988

 

Siehe auch Beitrag: Der Staatsrat der DDR

 


 

In diesem Kampf brachte die KPD die größten Blutopfer. So waren von Januar 1933 bis Mitte 1935 von 422 führenden Funktionären der KPD 219 verhaftet und verurteilt, 24 bereits ermordet worden.

Trotz des Terrors, unter unsäglichen Schwierigkeiten, vermochte es die KPD bis Mitte 1935 ihre Reihen zu festigen und als politisch führende Kraft den Widerstand zu organisieren.

 

geschichtsbuch-ddr-9-klasse-kopie-2

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Antifaschistischer Widerstandskämpfer bis Brüsseler Konferenz der KPD

 

 

Antifaschistische Widerstandgruppe „Rote Kapelle“

Gastbeitrag von Wolfgang Mueller

 

Briefmarke DDR Gedenken Rote Kapelle

 

Am 22. Dezember 1942 wurden elf Mitglieder der antifaschistischen Widerstandsgruppe um Harro Schulze-Boysen und Arvid Harnack, die unter dem Namen „Rote Kapelle“ bekannt ist, in Berlin-Plötzensee im Minutentakt erhängt beziehungsweise enthauptet. Sie waren am 19. Dezember von einem faschistischen „Reichskriegsgericht“ wegen Hoch- und Landesverrats zum Tode verurteilt worden.

Hitler persönlich hatte auf eine rasche Aburteilung und Hinrichtung gedrängt und zum Prozessbeginn angeordnet, dass eine Eisenschiene mit Fleischerhaken im Hinrichtungsraum der Haftanstalt Berlin-Plötzensee angebracht wird. Bis dahin wurden Todesurteile von Militärgerichten durch Erschießung und die von Zivilgerichten durch Enthauptung mit dem Fallbeil vollstreckt. 1933 war durch das Gesetz über Verhängung und Vollzug der Todesstrafe das nichtöffentliche Hängen als besonders entehrende Hinrichtungsart zugelassen worden.

In der Berliner Harnack/Schulze-Boysen-Gruppe kamen rund 150 Männer und Frauen aus verschiedenen Generationen und mit unterschiedlichen sozialen, politischen und weltanschaulichen Hintergründen zusammen. Die ersten Gesprächszirkel, aus denen sich später die Widerstandsgruppe bildete, entstanden bereits in der Endphase der Weimarer Republik und dienten künstlerischen, politischen und weltanschaulichen Diskussionen. In Zusammenhang mit dem um 1940 einsetzenden Meinungsaustausch zwischen dem Oberregierungsrat im Reichswirtschaftsministerium, Dr. Arvid Harnack, und dem Oberleutnant der Luftwaffe, Harro Schulze-Boysen, wuchsen die unterschiedlichen Freundeskreise zusammen.

Mit dem Ziel der Beendigung des Krieges analysierten die Regimegegner die soziale, politische und wirtschaftliche Lage des NS-Staates, dokumentierten die Verbrechen gegen die Menschlichkeit durch die Nationalsozialisten und wandten sich mit Flugblättern und illegalen Schriften an die Öffentlichkeit. Außerdem leistete die Gruppe humanitäre Hilfe für vom Regime Verfolgte und Unterdrückte, indem sie Lebensmittelkarten sammelte, Unterkunft gewährte oder Fluchthilfe organisierte. Ein Teil der Gruppe war zudem um einen Informationsaustausch per Funkgerät mit der sowjetischen Seite bemüht.

Die Geschichte der Roten Kapelle ist weitaus weniger bekannt als die der Widerstandsgruppe um Stauffenberg oder um die Geschwister Scholl. Zu ihr bekannten sich Publizisten und Künstler, Beamte und Militärs, Ärzte und Arbeiter, Studenten, Lehrlinge, Schüler unterschiedlicher Weltanschauungen. Etwa 40 Prozent von ihnen waren Frauen. Alle hatten nur eine politische Leitlinie: Weg mit Hitler!

Die deutsche Spionageabwehr und die Gestapo gaben der Gruppe ihren Namen, nachdem sie Funksprüche aus Moskau abgefangen hatten: Für Geheimdienstler ist ein Morsecodezeichen klopfender Funker ein Pianist; eine Gruppe von Pianisten ist eine Kapelle; weil die Zeichen aus Moskau kommen, Heimat des Kommunismus, ist die Kapelle rot. Die Namensgebung machte aus der weltanschaulich offenen Widerstandsgruppe eine den Sowjets dienende Spionageorganisation. Dieses Geschichtsbild änderte sich erst zu Beginn der 1990er-Jahre

Zwei Männer standen im Zentrum der Gruppe, die sich ab Mitte der 30er-Jahre bildete: der Publizist und Luftwaffenoffizier Harro Schulze-Boysen, der in der Nachrichtenabteilung des Reichsluftfahrtministeriums tätig war und der Jurist und Nationalökonom Arvid Harnack, der als Geheimmitglied der KPD zum Schein in die NSDAP eintrat und als Oberregierungsrat im Reichswirtschaftsministerium arbeitete.

Freunde und Bekannte der beiden und ihrer Ehefrauen knüpften in Berlin ein loses Netzwerk aus schließlich sieben Widerstandskreisen. Unabhängig davon gab es Gruppen in Paris und Brüssel.

Der Sozialdemokrat Adolf Grimme (später Kultusminister in Niedersachsen) und die Kommunisten Hans und Hilde Coppi gehörten zum Netzwerk, der Journalist Adam Kuckhoff und seine Frau Greta (später Präsidentin der Deutschen Notenbank der DDR), die Ärztin Elfriede Paul, der Romancier Günther Weisenborn und seine Frau Joy. Harro Schulze-Boysen ahnte schon 1937, worauf der NS-Wahn hinauslaufen wird: „Es wird der größte Krieg der Weltgeschichte, aber Hitler wird ihn nicht überleben.

Im Spätsommer 1942 wurde die Harnack/Schulze-Boysen-Gruppe von der militärischen Abwehr des Oberkommandos der Wehrmacht aufgedeckt. Von den 91 vor dem Reichskriegsgericht und dem Volksgerichtshof angeklagten NS-Gegnern wurden 48 Männer und Frauen hingerichtet

Gefesselt fristeten die zum Tode Verurteilten die letzten Stunden ihres Lebens im Erdgeschoss des großen Zellenbaus in Plötzensee (Haus III), von den Gefangenen „Totenhaus“ genannt. Zwei Tage vor Heiligabend wurden im Vierminutentakt gehängt: Rudolf von Scheliha, Harro Schulze-Boysen, Arvid Harnack, Kurt Schumacher, John Graudenz; und anschließend im Dreiminutentakt enthauptet: Horst Heilmann, Hans Coppi, Kurt Schulze, Ilse Stöbe, Libertas Schulze-Boysen, Elisabeth Schumacher

In den Folgemonaten werden 59 Mitglieder der Roten Kapelle hingerichtet: der Bildhauer Kurt Schumacher und die Tänzerin Oda Schottmüller, der Fräser Stanislaus Wesolek und der Elektriker Eugen Neutert, der Banklehrling Otto Gollnow und die Schülerin Liane Berkowitz, die in der Haft eine Tochter zur Welt brachte …

Versuche ehemaliger Widerstandskämpfer nach dem Krieg, Richter Manfred Roeder vor Gericht zu bringen, scheiterten. Roeder gelang es, die Rote Kapelle als „moralisch entartete“ kommunistische Verschwörung und ihre Mitglieder als „Landesverräter“ und „Spione“ darzustellen. So beeinflusste er für lange Zeit die historische Einordnung der Gruppe in der Bundesrepublik.

Er gehe dem Tod ruhig entgegen, schrieb Harro Schulze-Boysen am Tag seiner Hinrichtung seinen Eltern. „Alles was ich tat, tat ich aus meinem Kopf, meinem Herzen und meiner Überzeugung heraus.“

Während die Angehörigen der Widerstandsgruppe in der DDR als deutsche Patrioten und Widerstandskämpfer würdig geehrt wurden, konnte sich der Deutsche Bundestag erst vor zehn Jahren, am 8. September 2009, dazu durchringen, die Urteile gegen die Mitglieder der „Roten Kapelle“ aufzuheben und so die Toten zu rehabilitieren. Bis dahin galt hier offiziell die Rechtsauffassung der Nazi-Sondergerichte als verbindliches Geschichtsbild. Mehr muss man eigentlich über die BRD nicht wissen.

 

 

Fiete Schulze

Fritz Karl Franz (Fiete) Schulze wurde am 21 Oktober in Schiffbek geboren und wurde am 06. Juni 1935 von den Faschisten ermordet.

Antifaschisten, die von Nazis ermordet wurden Kopie

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Fiete Schulze arbeitete auf verschiedenen Hamburger Werften und trat 1913 der SPD bei. 1914, nach Beginn des Ersten Weltkrieges, heiratete er Johanna Schröder. Von seinen drei Kindern überlebte nur seine 1915 geborene Tochter Wilma, die beiden vier und zwei Jahre jüngeren Söhne erlagen Ende 1919 und Anfang 1920 einer Diphtherie. 1915 wurde Schulze zum Dienst in der Infanterie eingezogen. Er verbrachte einen Großteil seiner Armeezeit nicht an der Front, sondern auf einer Kieler Werft, als Verwundeter im Lazarett oder in einer Fliegerausbildung. Nach demErsten Weltkrieg und der Novemberrevolution schloss er sich der USPD an, deren Mehrheit sich 1920 mit der KPD vereinigte. Als Kampfgefährte Ernst Thälmanns leitete Schulze im Oktober 1923 die Schiffbeker Aktivitäten im Hamburger Aufstand, der über 100 Tote kostete. Nach dem Scheitern des Aufstandes flüchtete er aus Deutschland. 1926 ging er in die Sowjetunion

Nach dem Altonaer Blutsonntag (17. Juli 1932) kehrte Schulze nach Hamburg zurück, um Widerstand zu leisten. Am 16. April 1933 wurde er festgenommen und nach langer Einzelhaft und Folter im März 1935 dreimal zum Tode und zu 280 Jahren Zuchthaus verurteilt. Das Todesurteil rief internationalen Protest hervor. Es kam zu Demonstrationen in Paris, Amsterdam, Moskau und anderen europäischen Städten. Es protestierten Albert Einstein, Maxim GorkiHeinrich Mann und andere internationale Persönlichkeiten. Trotzdem wurde er am 6. Juni 1935 im Hof des Hamburger Untersuchungsgefängnisses mit dem Handbeil enthauptet.


 

Am 20. Juli 1969 würdigte der damalige Bundespräsident Gustav Heinemann (SPD) den Hamburger Arbeiterführer als einen der Widerstandskämpfer, die von 1933 bis 1945 „das Opfer des Lebens für Recht und Menschenwürde brachten“

Erst 46 Jahre später, im Jahre 1981, wurde das Todesurteil gegen Fiete Schulze auf Initiative der Vereinigung der Verfolgten des Nazi-Regimes (VVN) durch die Staatsanwaltschaft beim Hanseatischen Oberlandesgericht aufgehoben. Nun ist der VVN die Gemeinnützigkeit entzogen worden.

Bereits 1970 hatte Schulze auf dem Hamburger Friedhof Ohlsdorf im Ehrenhain Hamburgischer Widerstandskämpfer seine letzte Ruhestätte gefunden (dritte Reihe von links, elfter Stein).

Ehrenhain Ohlsdorf

Ehrenhain Ohlsdorf

Bildquelle: Von Foto: NordNordWest, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=59390355

 

Seit August 2006 erinnert ein Stolperstein in Hamburg an Fiete Schulze vor dessen letzter Wohnadresse Schiffbeker Weg 9 in Hamburg-Billstedt.
Das Haus, welches bis 1993 den Sitz des Bezirksvorstandes der Hamburger DKP am Zeughausmarkt im Stadtteil Neustadt beherbergte, trug den Namen „Fiete-Schulze-Zentrum“.

 

Stolperstein Billstedt

Stolperstein in Billstedt

Bildquelle: Von Fuisligo – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=54044111

 

In der Hansestadt Rostock steht ein Gedenkstein für Fiete Schulze auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne des Stabes der Grenzbrigade Küste, heute Campus der Universität Rostock.

Gedenkstein in Rostock

Gedenkstein in Rostock

Bildquelle: Von Schiwago – Eigenes Werk, CC BY 2.5, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6231322

 

In der DDR waren viele Straßen (heute noch: Halle/Saale und Fürstenwalde), mehrere Schulen (POS in Berlin/Prenzlauer Berg, Fürstenwalde und Leipzig), ein Motorschiff, die 6. Grenzbrigade Küste der Grenztruppen sowie das Schifferkinderheim in Eisenhüttenstadt nach Fiete Schulze benannt.

 

Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

Die ideologischen Kriegsvorbereitungen und der Klassencharakter des Faschismus

Die faschistischen Irrlehren zur Vorbereitung des Volkes auf den Krieg

Dem aggressiven und verbrecherischen Charakter des deutschen Faschismus, den räuberischen Zielen und seiner Politik entsprach die faschistische Ideologie und Propaganda. Sie war in allen ihren Bestandteilen darauf ausgerichtet, das Volk auf einen Krieg vorzubereiten.

Aus Hitlerrede 1936Quellenangabe Hitlerrede 1936

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Hauptbestandteil der faschistischen Ideologie war ein bis auf das Äußerste gesteigerter Antikommunismus. Der Antikommunismus durchdrang das gesamte gesellschaftliche Leben. Er äußerte sich in der hetze und im Terror gegen die Kommunisten. Aber auch Sozialdemokraten und andere Antifaschisten fielen der antikommunistischen Hetze zum Opfer. Der Antikommunismus widerspiegelte sich in den hasserfüllten Ausfällen gegen die internationale Arbeiterbewegung und vor allem gegen die Sowjetunion. Die antikommunistische Hetze sollte die Arbeiterklasse über das wahre Wesen des Sozialismus hinwegtäuschen und auf den Krieg gegen die Sowjetunion vorbereiten.

Der gleichen verbrecherischen Zielsetzung, der Vorbereitung des deutschen Volkes auf einen Raubkrieg, diente die berüchtigte Lüge vom „Volk ohne Raum“. Diese Lüge wurde bereits vor der Zeit des Faschismus verbreitet.

Das „Recht“, diesen angeblich fehlenden Lebensraum durch den Krieg gegen die Sowjetunion und andere Völker zu erobern, wurde aus der sogenannten Rassentheorie abgeleitet. Es wurde darin erklärt, dass der Deutsche ein „Herrenmensch“ sei und deshalb über die „Untermenschen“, also die Angehörigen anderer Völker, zu bestimmen habe. Dieser verderbenbringenden Erziehung und Beeinflussung war besonders die Jugend ausgesetzt. Die Barbarei der faschistischen Rassentheorie wurde besonders im Antisemitismus deutlich.

Der Name Antisemitismus stammt von Sem, einem Sohn der biblischen Gestalt Noah. Die Semiten stellen eine sprachlich und anthropologisch verwandte Gruppe von Völkern, besonders Vorderasiens und Nordafrikas, dar. Der Name Semiten galt allgemein als Bezeichnung für die Juden.

1935 wurden die sogenannten „Nürnberger Rassegesetze“ erlassen, nach denen Juden keine Ehepartner „deutschen Blutes“ mehr heiraten und keine Berufe wie Arzt, Rechtsanwalt usw. ausüben durften.

Plakat gegen Juden

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Im November 1938 wurde von der Naziführung eine große Verfolgung der Juden organisiert. Als Anlass diente den Faschisten die Tat eines siebzehnjährigen Juden, der Anfang November 1938 in Paris einen Nazidiplomaten erschoss, um sich wegen der Behandlung seiner Angehörigen in Deutschland zu rächen. In der Nacht vom 09. Zum 10. November 1938, der Progromnacht(früher als „Kristallnacht“ bezeichnet, „Kristallnacht“ klingt verharmlosend und daher wird diese Bezeichnung für diese schrecklichen Ereignisse nicht mehr verwendet.), misshandelten SS und SA die Juden, schleppten sie in Konzentrationslager, steckten Synagogen in Brand und zertrümmerten Tausende jüdischer Geschäfte.

Aus Schreiben Heydrichs 1938Schreiben Heydrichs 2Quellenangabe Schreiben Heydrichs

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Zerstörung Synagoge in Eberswalde 1938

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die Juden mussten die von den Nazibanden angerichteten Schäden selbst bezahlen und dem Staat eine „Buße“ von 1,25 Milliarden Mark entrichten. Von dieser Zeit an durften Juden keine Betriebe mehr führen. Die deutschen Monopole und Banken bereicherten sich skrupellos am Eigentum der Juden.

Massenderportaion jüdischer Mitbürger 1938

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Der Klassencharakter des Faschismus

Der Hitlerfaschismus verkörperte alle reaktionären, volksfeindlichen und antidemokratischen Entwicklungstendenzen des deutschen Imperialismus und Militarismus.

Er war zugleich die Fortführung und schrecklicher Höhepunkt aller volksfeindlichen und antihumanistischen Tendenzen in der deutschen Geschichte.

Der Faschismus in Deutschland war die Antwort der reaktionärsten Kräfte des Finanzkapitals auf das veränderte Kräfteverhältnis sei dem Beginn der allgemeinen Krise des kapitalistischen Systems. Oft wird von der allgemeinen Krise des Kapitalismus gesprochen und geschrieben. Doch er ist stark und steigt aus jeder Krise, wie Phönix aus der Asche, immer wieder gestärkt empor. Er wurde im Interesse der reaktionärsten Kreise des Finanzkapitals an die Macht gebracht, um die Arbeiterklasse und alle anderen Schichten des deutschen Volkes zu unterdrücken.

Hitler mit Vertretern des Monopolkapitals 1935

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

1935 verallgemeinerte Georgi Dimitroff die Erfahrungen und Erkenntnisse des Klassenkampfes gegen den Faschismus in der Definition: „Der Faschismus an der Macht…ist…die offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals.“   

Quelle: W.Pieck/G. Dimitroff/p.Togliatti: Die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der Kommunisten im Kampf für die Volksfront gegen Krieg und Faschismus. Berlin 1960, S. 87.

 

Resolution VII Weltkongress KOM. Internationale 1935Resolution VII. Kom. Weltkongress 1935 2Quellenangabe Resolution VII KOM. Weltkongress 1935

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Einer der Beweise für den Klassencharakter des Faschismus war das „Gesetz über die Vorbereitung des organischen Aufbaus der deutschen Wirtschaft“ von 1934. Dieses Gesetz, durch Vorschläge der Monopolisten, insbesondere von Krupp, vorbereitet, hatte zum Ziel, die Macht der Monopole noch stärker mit der des faschistischen Staatsapparates zu verbinden. Das wurde beispielsweise durch die Aufgliederung der gesamten Wirtschaft in sechs Reichsgruppen, denen alle Unternehmen angehören mussten, gefördert. An der Spitze der Reichsgruppen standen Vertreter der mächtigsten Konzerne. So war Krupp der erste Vorsitzende der Reichsgruppe Industrie. Auf diese Weise beherrschten die Monopolvertreter, mit staatlichen Vollmachten ausgestattet, sehr bald den gesamten Wirtschafts- und Finanzapparat.

Entsprechend wirkte in der Landwirtschaft der Reichsnährstand. Mit seiner Hilfe brachten die Monopole und Junker die gesamte Landwirtschaft unter ihre Kontrolle.

Abgerundet wurde dieses staatsmonopolistische System mit der Regulierung aller Seiten des kulturellen Lebens durch das Goebbels-Ministerium für „Volksaufklärung und Propaganda“ und die Reichskulturkammer.

Faschistische Institutionen

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

So vollzog sich unter den Bedingungen der faschistischen Diktatur die Entwicklung des staatsmonopolistischen Kapitalismus in bedeutendem Maße.

In diesen Jahren erreichte die Verschmelzung der Macht der reaktionären Monopolgruppen mit der des Staates, die völlige Unterordnung des Staatsapparates unter die Herrschaft derMonopole, ihren bisherigen Höhepunkt in Deutschland.

 

geschichtsbuch-ddr-9-klasse-kopie-2

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Ideologische Kriegsvorbereitungen und der Klassencharakter des Faschismus

 

Aufgaben Thema Faschistische Ideologie und Klassencharakter

Aufgaben aus dem Geschichtsbuch der DDR (Stand 1982)

 

Die innen- und außenpolitischen Kriegsvorbereitungen des faschistischen deutschen Imperialismus

Die beschleunigte Aufrüstung – Grundlage einer zielgerichteten Aggressionspolitik des Hitlerregime

Nachdem sich das faschistische Regime vor allem durch Terror und Demagogie schrittweise gefestigt hatte, leitete es entscheidende Maßnahmen zur Aufrüstung und damit zur Vorbereitung der Aggression gegen andere Völker ein. Von großer Bedeutung waren in diesem Zusammenhang die Anstrengungen des faschistischen deutschen Imperialismus zur Rückgliederung des Saargebietes an Deutschland. (Durch den Versailler Vertrag war das Saargebiet für 15 Jahre der Verwaltung des Völkerbundes unterstellt. Eine für den 13. Januar 1935 festgelegte Volksabstimmung sollte über den Status des Gebietes entscheiden.)                                                                                                   Das Ziel bestand darin, die Wirtschaftskraft des Saargebietes in das Rüstungspotential des faschistischen Deutschlands einzugliedern und die Grenzen gegenüber Frankreich vorzuverlegen. Ein Entscheid der Saarbevölkerung für den Anschluss an Deutschland musste darüber hinaus das außenpolitische Ansehen des Naziregimes heben

Die KPD trat gegen diese faschistischen Pläne auf. Sie forderte die Aufrechterhaltung der Verwaltung durch den Völkerbund auch nach dem Januar 1935. Das hätte die Stärkung der faschistischen Kriegstreiber verhindert, aber auch die Möglichkeit geboten, das Saargebiet nach dem Sturz Hitlers einem friedlichen und demokratischen Deutschland anzugliedern.

Hitlers Leibstandarte in Saarbrücken (1935)

Hitlers Leibstandarte zieht in Saarbrücken ein(1935)

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Nach der Saarabstimmung konzentrierten sich die Faschisten in verstärktem Maße auf die Verwirklichung der Rüstungspläne. Das bedeutete beispielsweise die Errichtung von 300 Rüstungsbetrieben, unter anderem von 50 bis 60 Flugzeugwerken, 45 Werken für Kraftfahrzeuge und Panzerwagen, 70 chemischen Werken und 15 Werften. An dieser Aufrüstung war der USA-Imperialismus durch Investitionen von Milliarden Dollars in fast allen entscheidenden deutschen Konzernen beteiligt. Es ist heutzutage unangenehm dies zuzugeben und wird „unter den Teppich gekehrt.

Zu diesen wirtschaftlichen Maßnahmen der Kriegsvorbereitung gehörte auch der Bau von Autobahnen. Von den geplanten 6600 Kilometern waren bis zum Ausbruch des Krieges 1939 etwa 3300 Kilometer fertiggestellt. Viele sehen bis heute den Autobahnbau als positive Seite des Hitlerfaschismus.

In Übereinstimmung mit diesen Rüstungsmaßnahmen setzte die faschistische Regierung ihre Politik, schrittweise entscheidende Bestimmungen des Versailler Vertrages zu zerreißen, fort. Am 13. März 1935 erklärte die Hitlerregierung, dass sie sich an die Bestimmung des Versailler Vertrages, keine Luftwaffe aufzubauen, nicht mehr gebunden fühle.

Flugzeugproduktion in DeutschlandQuellenangabe Flugzeugproduktion in Deutschland

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

RüstungsausgabenQuellenangabe Rüstungsausgaben

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

-Hurrah, Butter ist alle-

„Hurrah, die Butter ist alle“, Fotomontage von John Hartfield

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Einfuhr Deutschlands 1929 bis 1938Quellenangabe Einfuhr Deutschlands

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Am 16. März 1935 wurde die durch den Versailler Vertrag verbotene allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt. Das bedeutete, dass die in Versailles festgelegte Truppenstärke von     100 000 Mann Reichswehr durch die Wehrmacht in Stärke von insgesamt etwa 550 000 Mann bei einjähriger Dienstzeit ersetzt wurde. Schließlich wurden durch ein Gesetz vom 26. Juni 1935 alle männlichen Personen von 18 bis 25 Jahren zu einjähriger Dienstzeit im Reichsarbeitsdienst (RAD)verpflichtet. Der RAD, der bis Ende 1936 schon 300 000 Mann zählte, war eine halbmilitärische Organisation, durch die billige Arbeitskräfte in der Landwirtschaft sowie für den strategischen Straßenbau und andere wichtige militärische Objekte zur Verfügung standen.

 

Die faschistische Außenpolitik im Dienste der Kriegsvorbereitung. Die sowjetische Diplomatie im Kampf für Frieden und Sicherheit

Die faschistische Außenpolitik sah in den Jahren von 1933 bis 1936 ihre Hauptaufgabe darin, die Herrschaft nach außen hin abzusichern und günstige Bedingungen für die Aufrüstung und eine erfolgreiche Aggressionspolitik zu schaffen. Ihr Hauptstoß richtete sich deshalb ebenfalls, wie alle Maßnahmen zur Aufrüstung, gegen die Bestimmungen des Versailler Vertrages.

Alle innen- und außenpolitischen Kriegsvorbereitungen durch die Hitlerregierung lösten in aller Welt große Besorgnis aus. Trotzdem versuchten die imperialistischen Regierungen Englands und Frankreichs der Bedrohung in erster Linie dadurch zu entgehen, dass sie sich mit Hitlerdeutschland verständigten, um es als imperialen Stoßtrupp gegen die Sowjetunion zu benutzen. Von solchen Überlegungen ausgehend, schloss die Regierung Großbritanniens am 18. Juni 1935 ein Flottenabkommen mit Deutschland.

Fotomontage Flottenabkommen Großbritannien -Hitlerdeutschland

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Dieses Abkommen ermöglichte die Erhöhung der Tonnage der faschistischen Kriegsflotte von 78 000 auf 200 000 Bruttoregistertonnen. Dabei wurde vereinbart, dass die Größe der faschistischen U-Bootflotte der britischen gleich sein könne. Auf diese Weise half die englische Regierung den Faschisten den Versailler Vertrag zu brechen und legalisierte die deutsche Aufrüstung.

Chronik faschistische Außenpolitik 1933-1935

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Allein die Sowjetunion nahm den konsequenten Kampf gegen die aggressive Politik der faschistischen deutschen Regierung auf. Sie stellte der Politik der Aufrüstung und Kriegsvorbereitung der herrschenden Kreise Deutschlands, die von den imperialistischen Regierungen der USA, Englands und Frankreichs geduldet und gefördert wurde, ihre Aktivität zur Zügelung des Aggressors entgegen.

Chronik der sowjetischen Außenpolitik 1933-1935

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Die Auswirkungen der faschistischen Diktatur auf die Lage der verschiedenen Klassen und Schichten des deutschen Volke

Der Hitlerfaschismus und seine reaktionäre Politik nach innen und außen brachte für die Arbeiterklasse und die anderen Werktätigen(arbeitende Menschen/Erwerbstätige) neben politischer Unterdrückung und Terror auch verstärkte soziale Unterdrückung und Ausbeutung.

Von 1932 bis 1937 stieg die Produktion von Produktionsmitteln um 174 Prozent, die der Konsumtionsgüter stieg um 32 Prozent.

Durch verlängerte Arbeitszeit und erhöhte Arbeitsintensität stieg die Leistung je Arbeiter in der Eisen- und Stahlindustrie um 44 Prozent, in der Fahrzeugindustrie um 87 Prozent.

Die Bruttowochenlöhne stiegen dagegen nur um 15,8 Prozent, von 22.88 Mark auf 26,50 Mark im Durchschnitt. Im gleichen Zeitraum stiegen die Lebenshaltungskosten um 6 Prozent.

Ständig wuchs die Anzahl der gemeldeten Unfälle. Sie betrug 1932 noch 826 980, im Jahre 1937 wies sie 1 799 512 Unfälle aus

Der verstärkten Ausbeutung unterlagen auch die werktätigen Bauern und die städtischen kleinbürgerlichen Schichten. So stieg die Zahl der versteigerten Bauernhöfe – trotz der Versprechen der Nazis, das für immer zu unterbinden – von 1518 im Jahre 1934 auf 2270 im Jahre 1935. Allein von 1933 bis 1939 verloren die Wirtschaften der werktätigen Bauern etwa 25 Prozent ihres Pferde- und 15 Prozent ihres Rinderbestandes.

Diese ständig wachsende Ausbeutung wurde durch die faschistische Propaganda und einem sozialen Massenbetrug größten Ausmaßes verschleiert. So wurden von den Goebbels-Propagandisten die allmähliche Belebung der Wirtschaft und der Rückgang der Arbeitslosigkeit, als „Erfolge“ des Hitlerregimes gepriesen. Bis heute wird vielfach dieser Propaganda noch immer geglaubt und sieht dies als eine gute Seite des Hitlerregimes an. Die wirklichen Ursachen lagen jedoch darin, dass Hitler die Regierungsgewalt übernommen hatte, als der Tiefpunkt der Wirtschaftskrise bereits überwunden war und die Nazis sofort mit der Aufrüstung begannen

Im Rahmen des organisierten Massenbetruges spielte die faschistische Organisation „Kraft durch Freude“(KdF) eine große Rolle. Die von dieser Organisation durchgeführten Urlaubsreisen, Theaterbesuchte, Konzerte usw. wurden in den höchsten Tönen gepriesen. Sogar bis heute sehen viele Leute die KdF gute Seite der Zeit des Faschismus. Bevor der Hitlerfaschismus an die Macht kam, konnte sich niemand einen Urlaub leisten, was durch KdF möglich wurde. Nur der KdF-Wagen, der spätere VW-Käfer wird als Betrug angesehen, da viele darauf sparten, aber die Ersparnisse dann für die Kriegsfinanzierung verwendet wurden.

Jeder Arbeiter musste zwangsweise einen Beitrag für die KdF leisten, jährlich etwa insgesamt 140 Millionen Mark. So war das, bis heute von vielen Leuten gepriesene „soziale Wunderwerk“ ein Raubzug auf die Taschen der arbeitenden Menschen.

Die Nutznießer dieser faschistischen Politik waren die Herren von Kohle und Stahl, aber auch in wachsendem Maße der Chemie- und Elektroindustrie, wie Krupp, Thyssen, Röchling, Siemens, Krauch und andere. Das bewies letztendlich das Ansteigen der Profite dieser Monopolkapitalisten.

Rüstungsprofite der IG FarbenQuellenangabe Rüstungsprofite der IG Farben

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

geschichtsbuch-ddr-9-klasse-kopie-2

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Innen und außenpolitische Kriegsvorbereitungen deutscher Faschisten

 

 

 

 

 

Die Errichtung und Festigung der faschistischen Diktatur in Deutschland

Die Stellung der Arbeiterparteien und der freien Gewerkschaften zum Machtantritt der Faschiste

Mit der Machtübernahme durch die Hitlerregierung am 30. Januar 1933 begann in Deutschland die faschistische Diktatur.

Die Übertragung der Macht an die Faschisten war keine zufällige, persönliche Entscheidung des Reichspräsidenten von Hindenburg. Dieser Schritt erfolgte auf Drängen der reaktionärsten Kräfte des deutschenMonopolkapitals.

Siehe: Das Ende der Weimarer Republik

Den Monopolvertretern waren die wirklichen Ziele der Nazipartei bekannt. Sie begrüßten und förderten jene Absichten, die die rücksichtslose Unterdrückung der Arbeiterklasse und der anderen demokratischen Kräfte zum Ziele hatten.

Fackelzug anlässlich Machtübernahme Hitlers 30.01.1933

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Aus Protokoll Hitlerregierung 30.Januar 1933Quellenangabe Protokoll Hitlerregierung 30.01.1933

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Aber auch die Pläne der Faschisten, andere Völker, insbesondere die Sowjetunion, auszurauben und zu versklaven, entsprangen den Interessen und Forderungen des Deutschen Imperialismus und Militarismus.

 

Geheime Ansprache Hitlers 03.02.1933Geheime Ansprache Hitlers 03.02.1933 2Quellenangabe Geheime Ansprache Hitlers 03.02.1933

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Den konterrevolutionären Plänen der Nazis sagte die KPD einen kompromisslosen Kampf an. Sie rief noch am 30. Januar 1933 zum Kampf für den Sturz der Hitlerdiktatur auf. Ein entsprechendes Angebot zur Organisierung des gemeinsamen Kampfes aller Arbeiter, mit dem Ziel, die Aktionseinheit der Arbeiterklasse herzustellen, wurde noch am selben Tage dem Parteivorstand der SPD überbracht.

Aus Aufruf der KPD zum Generalstreik 30.01.1933Quellenangabe Aus Aufruf der KPD zum Generalstreik 30.01.1933

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Der sozialdemokratische Parteivorstand und die sozialdemokratischen Führer des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes (ADGB) lehnten das Angebot der KPD ab. Die feste Bindung an den imperialistischen Weimarer Staat und der tief verwurzelte Antikommunismus hinderten sozialdemokratische Führer wie Otto Wels(Vorsitzender der SPD) und Theodor Leipart(Vorsitzender des ADGB), gemeinsam, mit der KPD den antifaschistischen Abwehrkampf aufzunehmen. Diese Führer waren voller Illusionen über den Faschismus und glaubten, dass die SPD und die Gewerkschaften weiter existieren könnten, während der Faschismus bald „abwirtschaften“ würde.

Aus Aufruf SPD 31.01.1933

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Aus Aufruf ADGB 30.01.1933Quellenangabe Aufruf SPD 31.01.1933 und ADGB 30.01.1933

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Viele Mitglieder der SPD und der Gewerkschaften sahen jedoch weiter als ihre Führer. Sie erkannten, dass nur der gemeinsame Kampf dem Hitlerfaschismus eine Niederlage bereiten konnte, Sie schlossen sich deshalb in vielen Teilen Deutschlands zum Kampf zusammen

In Berlin-Charlottenburg zum Beispiel kam es zwischen Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschaftsmitgliedern und unorganisierten Arbeitern einerseits und faschistischen Terrorgruppen andererseits zu Straßenschlachten. Zahlreiche Städte, so Braunschweig, Breslau, Chemnitz, Düsseldorf, Frankfurt am Main, Halle, Hamburg, Leipzig und andere, erlebten machtvolle Streiks, am 3. Februar in Lübeck, am 6. Februar in Staßfurt und am 24. Februar in Hannover. Diese und andere Aktionen rissen auch in der Folgezeit nicht ab. Sie bewiesen die Bereitschaft bedeutender Teile der Arbeiterklasse zum Kampf gegen die Hitlerdiktatur.

 

Die Entfesselung des faschistischen Terrors. Die Reichsbrandprovokation. Das Ermächtigungsgesetz

Durch die Verstärkung ihres Terrors suchten die Faschisten die antifaschistischen Kampfaktionen zu unterbinden und ihre Position weiter zu festigen. Ihr wütender Hass richtete sich vor allem gegen die Kommunisten, die die Interessen des arbeitenden Volkes am konsequentesten vertraten. Die KPD stellte deshalb auch das ernsthafteste Hindernis für die Pläne der Hitlerregierung dar, bei den für den 5. März 1933 festgesetzten Neuwahlen die absolute Mehrheit oder sogar eine Zweidrittelmehrheit im Reichstag zu erringen.

Polizei durchsucht Karl-Liebknecht-Haus 23.02.1933

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Um dieses Ziel zu erreichen, bildeten die Monopole einen Wahlfonds zur Unterstützung der Nazipartei in Höhe von drei Millionen Mark. Gegen die KPD und andere Antifaschisten wurden in Preußen bewaffnete SA- und SS-Formationen als Hilfspolizei aufgeboten. Am 23. Februar 1933 wurde das Karl-Liebknecht-Haus, der Sitz des Zentralkomitees der KPD und der Redaktion der „Roten Fahne“, durch die Polizei besetzt und durchsucht. Diese Kette von Terrormaßnahmen erreichte am Abend des 27. Februar 1933 mit der Reichstagsbrandprovokation einen Höhepunkt.

 

Reichstagsbrand 27.02.1933

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Gegen 21:00 Uhr stand das Reichstagsgebäude in hellen Flammen. Die unmittelbar danach eintreffenden faschistischen Führer Goebbels, Göring und Hitler behaupteten sofort, der Brand sei von den Kommunisten als Signal für einen kommunistischen Aufstand gelegt worden. Die Brandstifter waren jedoch die Faschisten selbst. Dafür zeugt vor allem, dass diese Provokation nur in ihre Pläne passte und sie sie sofort ausnutzten, um eine Hetze gegen die Kommunisten zu entfachen und andere Antifaschisten einzuschüchtern. Der Terror raste. Allein in Berlin wurden in der gleichen Nacht nach vorbereiteten Listen 1500 Antifaschisten, Kommunisten, Sozialdemokraten und aufrechte Demokraten, in ganz Deutschland mehr als 10 000, verhaftet. Die Verhafteten waren grausamen Foltern ausgesetzt, bei denen zahlreiche Antifaschisten den Tod fanden. Am 03. März wurde Ernst Thälmann verhaftet und verschleppt.

 

Dimitroff zu Hintergründen des ReichstagsbrandesQuellenangabe zu Dimitroff Hintergründe Reichstagsbrand

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Am 09. März 1933 wurden Georgi Dimitroff, der in Berlin das Westeuropäische Büro der Kommunistischen Internationale geleitet hatte, und zwei weitere bulgarische Kommunisten, Popoff und Taneff, verhaftet. Sie sollten vor Gericht unter die unsinnige Anklage gestellt werden, an der Reichstagsbrandstiftung beteiligt gewesen zu sein.

 

Nach dem Reichstagsbrand

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Dieser Terror, verbunden mit einer ständig anwachsenden antikommunistischen Hetze, war durch die Notverordnung des Reichspräsidenten von Hindenburg vom 28. Februar 1933 legalisiert worden. Mit dieser Verordnung wurde der politische Ausnahmezustand bestimmt, der bis zum Sturz des Hitlerregimes, oftmals verschärft, fortdauerte. Unter diesen Ausnahmebedingungen fanden am 05. März 1933 die Reichstagswahlen statt. Trotz der schweren Bedingungen errang die KPD 4,85 Millionen Stimmen. Das war ein großer Erfolg. Obwohl die Faschisten 17. Millionen Stimmen erhielten, konnten sie mit diesen 43,9 Prozent der Stimmen keine absolute Mehrheit im Reichstag erringen.

Um sich dennoch die Zweidrittelmehrheit für die Annahme eines verfassungsändernden Gesetzes zu sichern, erklärte die Hitlerregierung am 09. März gegen jedes Reicht und Gesetzt die 81 Reichstagsmandate der Kommunistischen Partei Deutschlands für ungültig. Außerdem ließ sie mehrere Abgeordnete der Sozialdemokratischen Partei verhaften.

Ergebnisse Reichstagswahl 05.03.1933

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die auf diese Weise zusammengeschobene Mehrheit beschloss am 23. März 1933 im Reichstag das Ermächtigungsgesetz. Damit wurde der Naziregierung das Recht übertragen, unter Ausschaltung des Reichstages Reichsgesetze zu erlassen und Verträge mit anderen Staaten abzuschließen. Schon in den ersten Stunden wurden über 460 Sondergesetze und Verordnungen verkündet und somit die bürgerlich-parlamentarische Republik auch formal beseitigt.

Verbot der SPD, Beseitigung und Selbstauflösung aller bürgerlichen Parteien

Am 22. Juni 1933 wurde die Sozialdemokratische Partei Deutschlands verboten. Dieses Verbot war zugleich der Ausgangspunkt für die Beseitigung oder die Selbstauflösung aller bürgerlicher Parteien. Durch ein Gesetz vom 14. Juli 1933 wurde die Nazipartei die einzige in Deutschland zugelassene Partei.

 

Umwidmung des 1. Mai und Verbot der Gewerkschaften

Die zutiefst antidemokratische, gegen die Arbeiterklasse und die Nation gerichtete faschistische Politik widerspiegelte sich auch in den nächsten Gewalttaten der Hitlerregierung. Nachdem die Faschisten den 1. Mai, den internationalen Kampf- und Feiertag der Arbeiter der Welt, als „Tag der nationalen Arbeit“ gefeiert hatten, um den arbeiterfeindlichen Charakter der Naziherrschaft zu verschleiern, zerschlugen sie am 2. Mai 1933 die freien Gewerkschaften. Den Arbeitern wurde das Recht, sich in den Gewerkschaften als Klassenorganisationen der Arbeiterklasse zur Verteidigung ihrer Interessen zusammenzuschließen, geraubt. Das Millionenvermögen der Gewerkschaften, das die Arbeiter durch ihre Beiträge Groschen für Groschen in Jahrzehnten zusammengetragen hatten, rissen die Faschisten an sich.

 

Bücherverbrennung

Am 10. Mai 1933 verbrannten die Faschisten in den deutschen Hochschulstädten auf riesigen Scheiterhaufen Bücher. Mit diesem Akt der Barbarei wurden die Werke der Klassiker des Marxismus-Leninismus und der Führer der deutschen Arbeiterbewegung sowie Werke der deutschen national- und Weltliteratur, unter anderem Werke von Henry Barbusse, Johannes R. Becher, Bertolt Brecht, Heinrich Heine, Heinrich Mann, Thomas Mann und Arnold Zweig, aus den Bibliotheken verbannt. Gleichzeitig wurden zahlreiche humanistische Geistesschaffende verfolgt, eingekerkert oder außer Landes getrieben. Diese Maßnahmen der Faschisten hatten das Ziel, alles fortschrittliche, humanistische Gedankengut auszumerzen und der Durchsetzung der faschistischen Ideologie den Weg zu bereiten.

Bücherverbrennung 10.05.1933

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Die KZs

Seit Ende 1933 übernahm der faschistische Staat den Ausbau der Folterkeller der SA zu einem Netz von Konzentrationslagern. Die berüchtigten ersten Lager waren das Columbia Haus in Berlin, Börgermoor, Dachau, Burg Hohnstein(Sachsen) und Oranienburg. In diesen Konzentrationslagern wurden Zehntausende Kommunisten von den Nazis ohne Gerichtsurteil gefangengehalten. Sie mussten dort unter unmenschlichen Bedingungen, unzureichend ernährt und bekleidet, bei körperlich härtester Arbeit vegetieren. Brutale Misshandlungen gehörten zum Alltag dieser Stätten des Grauens.

KZ Sachsenhausen

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Legalisierung der Verbrechen der Nazis durch die faschistische Justiz

Diese Verbrechen der Nazis wurden durch die faschistische Justiz legalisiert. 1934 wurde hierfür durch die Hitlerregierung der Volksgerichtshof als oberstes politisches Sondergericht geschaffen. Dieses Sondergericht wütete mit Todes- und Zuchthausurteilen gegen deutsche und ausländische Antifaschisten. Dennoch vermochte es dieser Terror niemals, den antifaschistischen Widerstandskampf völlig zu unterdrücken.


F.C. „Der rote Fetzen“ (1933)Quellenangabe Weiskopf -Der rote Fetzen-(1933)

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Alle diese verbrecherischen Maßnahmen und Gesetze wurden Schritt für Schritt zu einem umfassenden System der Terrorisierung und Bespitzelung der Bevölkerung ausgebaut. Dieses faschistische Terrorsystem stützte sich vor allem auf die Gestapo(Abkürzung für „Geheime Staatspolizei“), den Sicherheitsdienst, die SS und SA, den Leitungsapparat der NSDAP, von den Reichsleitern bis hinab zu den Blockleitern in den Wohngebieten sowie auf die verschiedensten Naziorganisationen. Diese Kräfte überwachten ständig die gesamte Bevölkerung. Ihr Einfluss reichte in jedes Haus, in fast jede Familie. Mit Hilfe dieses Systems wurde die faschistische Ideologie verbreitet und gegen Andersdenkende der Terror organisiert.

 

 

 

geschichtsbuch-ddr-9-klasse-kopie-2Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Entstehung und Festigung des Faschismus in Deutschland