Frauen für den Frieden

Frauen für den Frieden – unter diesem Namen agieren Frauen aus aller Welt als Teil der Internationalen Friedensbewegung. Frauen für den Frieden ist in den 1970er Jahren aus dem Einsatz von Frauen gegen den Nordirlandkonflikt entstanden.

In Westberlin und der BRD entstanden fast hundert neue Frauenfriedensgruppen zwischen dem Kongress der Courage 1979 gegen Atom und Militarismus, dem Appell der Anstiftung der Frauen für Frieden vom 27. Februar 1980 und der Umweltfrauenkonfernz in Kopenhagen im Juni 1980 ermuntert durch den in der „taz“ abgedruckten Appell skandinavischer Frauen zur Abrüstung zwischen NATO und Warschauer Vertrag. Diese Gruppen gingen von der Supermachttheorie aus, die als autonome Frauen-Friedensgruppen eine Vielzahl von Aktionen und Kampagnen insbesondere gegen den atomaren Rüstungswettlauf zwischen NATO und Warschauer Vertrag initiierten.

Insgesamt ca. 40.000 Unterschriften wurden für die UNO-Frauenkonferenz im Juni 1980 in Kopenhagen gesammelt und übergeben.

Vom 1. bis 8. März 1981 organisierten Frauengruppen aus der BRD eine bundesweite Aktionswoche in hunderten von Städten der BRD zum Thema Atomenergie und Atomwaffen, Friedenserziehung und Umwelterziehung, Gewaltbilder in den Medien, Gewalt gegen Frauen, Abrüstung etc. Zusammen mit den skandinavischen Frauen für Frieden. 1981 gab es einen großen Friedensmarsch von Kopenhagen nach Paris, wo der 24. Mai als Aktionstag der Frauen für Frieden und Abrüstung ausgerufen wurde.

Als Nachbereitung für den Friedensmarsch Kopenhagen-Paris 1981 fand in Westberlin ein Frauen-Plenum statt. Es sollten dann mehrere Friedensmärsche quer durch Europa stattfinden. Eine Wegstrecke von Westberlin nach Bremen sollte auch durch die DDR führen, was von den DDR-Behörden nicht erlaubt wurde. Durch bürokratisches Ablehnen des Marsches bot man den Konterrevolutionären Anlass die Friedensbewegung in der DDR für sich zu vereinnahmen.

Der Friedensmarsch 1982 (1200 km gewaltfreie Aktion) für eine atomwaffenfreie Welt, gegen Krieg und Gewalt und gegen Umweltzerstörung, schließt ab mit dem „Wiener Appell“ der Frauen für den Frieden und der Donaufrauen, einem Empfang im Bundeskanzleramt in Wien, einem Friedens-Camp und einer großen Abschlusskundgebung, an der mehrere zehntausend Menschen teilnehmen. Es noch einmal eine internationale Frauen-Friedenskonferenz in Wien und den internationalen Widerstandstag der Frauen für Frieden am 17. Oktober 1983 in der Aktionswoche der Friedensbewegung.

Sommer 1983 fanden weitere Friedensmärsche statt. Die Frauen für den Frieden organisierten erneut einen Frauenfriedensmarsch.

Zum internationalen Frauentag organisierten sie mit Hildegard von Meier und vielen andern eine Frauenkette zwischen der US-Botschaft und dem UdSSR-Konsulat in Westberlin-Dahlem.

Organisatorinnen von Frauen für den Frieden waren auch in der Geschäftsführung des Koordinierungsausschuss der Friedensbewegung führend bei der Organisation der großen Bonner Friedensdemonstrationen 1981–1983 der Unterstützung der Blockade in Mutlangen, später in Hasselbach, der Demos in Stuttgart und vor allem durch ihre Initiative zur Menschenkette 1983, die die DFG/VK dann mit den Kirchen und Gewerkschaften organisierte vertreten, eine besondere Frauenfriedensaktion war die Umzingelung der Hardthöhe (Standort des Verteidigungsministeriums der BRD). Frauen für Frieden vernetzten sich europaweit und teilweise weltweit und waren waren an der Organisation großer Friedensdemos in Europa und den USA beteiligt.

Wie die übrige Friedensbewegung, war auch Frauen für den Frieden in den Händen von Konterrevolutionären. Der äußere Anlass für die Gründung Frauen für den Frieden durch Frauen der Konterrevolution war das damals neue Wehrdienstgesetz vom März 1982. Die konterrevolutionären Frauen behaupteten, dass dieses Gesetz die Wehrpflicht für Frauen beinhalten würde und richteten einen Protestbrief an Erich Honecker. Der Protestbrief war sinnlos, denn ihre Behauptung entsprach nicht der Wahrheit. Die Wehrpflicht für Frauen hätte es nur im Falle eines Krieges, bzw. Mobilmachung gegeben. Ansonsten konnten Frauen freiwillig in der NVA und den Grenztruppen Dienst tun. Z.B. im Nachrichtenwesen und dem medizinischen Dienst.

Bild Funkerin DDR

Wehrdienst Frauen in der DDR JEPG

entnommen aus Jugendlexikon-Militärwesen, DDR 1984

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Mit vielfältigen spektakulären Aktionen waren die Frauen in den 1980er Jahren in konterrevolutionären Gruppen aktiv, insbesondere gegen die Sicherheitspolitik der DDR.
1989 waren die sogenannten Friedensfrauen bei der Konterrevolution aktiv und gründeten konterrevolutionäre Gruppen.

Obwohl die Politik der DDR Friedenspolitik war, ist es der SED, der FDJ, dem Friedensrat und sonstiger Organisationen nicht gelungen, offiziell und einheitlich, unter Einbeziehung der Bevölkerung, die Friedensbewegung zu bilden und gemeinsam mit der Friedensbewegung aus westlichen Ländern zu agieren. Tragisch, da es doch gerade die DDR und die anderen sozialistischen Länder waren, die als Erste von den Atomwaffen bedroht waren.

Die Frauen für Frieden und vielerlei Friedensfrauen sind weiter aktiv. Einige haben das Thema in die Europapolitik gebracht, andere arbeiten weiter in globalen Frauen-Friedensnetzwerken und konkreten Hilfsaktionen für Frauen und Kinder in Kriegs- und Krisenregionen: Tschernobyl, Bosnien, Mittelamerika oder Tschetschenien. Einige der Frauen für Frieden sind inzwischen grandmothers for peace.

entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

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Schwerter zu Pflugscharen

„Schwerter zu Pflugscharen“ ist ein Teilzitat aus der Bibel. Über Herkunft und Auslegung mögen die Leute debattieren, welche sich mit der Bibel beschäftigen. Hier geht es darum, wie die Konterrevolutionäre der DDR zu diesem Spruch und Symbol gekommen sind.

Am 04. Dezember 1959 schenkte die Sowjetunion der UNO eine Bronzeskulptur, die das biblische Motiv bildlich-plastisch darstellt. Die Skulptur wurde im Garten des UNO-Hauptgebäudes in New York City aufgestellt. Ihr Modell befindet sich vor der Zweigstelle der Tretjakow-Galerie für moderne Kunst in Moskau.

Damit bekräftigte die Sowjetunion ihre Bereitschaft zur friedlichen Koexistenz. Seit 1960 bot die Sowjetunion dem Westen eigene Abrüstungsinitiativen an und versuchte vor allem, die NATO zur Abkehr von ihrer Strategie des Ersteinsatzes von Atomwaffen zu bewegen. Trotzdem ließ sich die Sowjetunion und ihre Verbündeten auf die Spirale des Wettrüstens ein.

Weitere Einzelheiten Skulptur von Jewgeni Wutschetitsch

Skulptur von Jewgeni Wutschetitsch

Bildquelle:
Von Neptuul – Eigenes Werk, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Im uckermärkischen Gramzow ließ der dortige Pfarrer und Superintendent Curt-Jürgen Heinemann-Grüder 1971 an den Gefallenengräbern einen Gedenkstein mit den Worten „Schwerter zu Pflugscharen“ aufstellen. Die Jahreszahlen 1933 und 1938 erinnern an die Verschleppung von Kommunisten und Sozialdemokraten in Zuchthäuser und Konzentrationslager und an den Beginn der Judenvernichtung. Dies war die erste öffentliche Darstellung dieses Textes in der DDR. In diesem Fall sinnvoll und legitim.

 

Gedenkstein in Gramzow

Gedenkstein in Gramzow

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Von Haobe – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

„Schwerter zu Pflugscharen“ als Symbol der Konterrevolution

Später wurde der Spruch,nebst Symbol, welches 1971 in Gramzow nicht dargestellt wurde, von den Konterrevolutionären der DDR missbraucht.

Als 1978 in der DDR das Schulfach „Wehrerziehung“ eingeführt wurde, gab es große Aufregung. Der Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR legte dagegen erfolglos Widerspruch ein und stellte ein Alternativprogramm „Erziehung zum Frieden“ vor.

Das war ein Anlass, welcher den Konterrevolutionären Aufschwung gab. Da auch sich auch in der BRD über das Schulfach „Wehrerziehung“ aufgeregt wurde, war dies Rückendeckung für die Konterrevolutionäre. Regelmäßige Seminare, etwa in Königswalde (Ortsteil von Werdau in Sachsen), zogen Jugendliche aus der ganzen DDR an. Gegen das Ködern der Jugendlichen reagierte die Staatsmacht der DDR hilflos mit Repression, was die Jugendlichen erst recht irreleitete und in die Arme der Konterrevolutionäre trieb.

Das Abbild der sowjetischen Skulptur zusammen mit dem Schriftzug „Schwerter zu Pflugscharen“ wurde erstmals als Lesezeichen für eine Einladung zum Gottesdienst am Buß- und Bettag des Jahres 1980 von evangelischen Jugendgruppen in der DDR verwendet. Dieser Feiertag war als Abschluss einer ersten zehntägigen „Friedensdekade“ mit dem DDR-Kirchenbund verabredet worden. Die Anregung dazu kam vom überkonfessionellen Interkirchlichen Friedensrat in den Niederlanden, der als erste kirchliche Vereinigung einen Totalabbau aller Atomwaffen in Europa forderte und dies mit dem Votum der Reformde Kerk begründete, wonach Friedenssicherung durch atomare Abschreckung mit dem Christsein völlig unvereinbar sei.

Die erste Friedensdekade ging aus der intensiven Vorbereitungsarbeit des Evangelischen Jungmännerwerks (Ostwerk) und einer Arbeitsgruppe des CVJM (Westwerk) im Oktober 1979 hervor. Ein weiteres Arbeitstreffen fand nachts in Berliner Privatwohnungen statt. (Wohnungen standen auch in der DDR unter besonderem Schutz und durften nicht so einfach überwacht und durchsucht werden.Für nachts gab es nochmals Hürden bevor eine Durchsuchung genehmigt wurde. Ähnlich, wie in anderen Ländern auch. Es gab nur einen Unterschied. Während in anderen Ländern der Richter eine Durchsuchung genehmigen muss, war es in der DDR und anderen Ländern der Staatsanwalt.) Die Initiatoren waren besorgt über die Hochrüstung beiderseits der Staatsgrenze der DDR, die gleichzeitig die Grenze zwischen Warschauer Vertrag und NATO war. Dabei wurde nicht die unterschiedliche Herangehensweise der Systeme zum Thema Rüstung berücksichtigt. Sie forderten die vollständige Entmilitarisierung beider deutscher Staaten ohne die damals aktuellen und historischen Zusammenhänge zu beachten. Das erarbeitete Material wurde als Auftrag an die Konferenz der evangelischen Landesjugendpfarrer in der DDR weitergeleitet, eine gemeinsame Friedensaktion zu realisieren: die erste Friedensdekade. Diese sollte gleichzeitig in allen Gliedkirchen beider deutscher Kirchenbünde stattfinden und wurde diesen daher vorgeschlagen.

Die Einladung gestaltete der damalige sächsische Landesjugendpfarrer Harald Bretschneider; die Grafikerin Ingeborg Geißler schuf eine druckfähige Zeichnung dafür. Das Lesezeichen wurde in einer Auflage von 120.000 Stück in der Druckerei Abraham Dürninger der Herrnhuter Brüdergemeine auf Vliesstoff gedruckt, da dies als „Textiloberflächenveredlung“ galt und keine staatliche Druckgenehmigung erforderte. Der Einladungstext wies auf Gottesdienste, Jugend- und Gemeindeabende und eine „Friedensminute“ hin:

Am Bußtag um 13:00 Uhr sollten landesweit die Kirchenglocken gleichzeitig mit der staatlichen Sirenenübung zum Gebet mahnen.(In der DDR fand jeden Mittwoch Probealarm statt.) Nachdem die DDR-Regierung dies als Gefährdung des Zivilschutzes und Aufruf zur Arbeitsniederlegung untersagte, wurde das Läuten auf 13:15 Uhr verlegt. Auch dies eine hilflose Reaktion der Staatsmacht. Hätten da nicht besser die echten Friedenskräfte der DDR dies aufgreifen und selbst zur Aktion aufrufen und diese unterstützen sollen?

Das Motto der Dekade lautete „Frieden schaffen ohne Waffen“. Dasselbe Motto verwendete unabhängig davon auch die Aktion Sühnezeichen aus der BRD. Es ging auf ein weltweites Treffen des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) zurück: Er hatte 1975 in Nairobi allen Mitgliedskirchen empfohlen, gegenüber den je eigenen Regierungen ihre Bereitschaft zu erklären, „ohne den Schutz von Waffen zu leben“. Dies blieb den meisten Kirchengemeinden zunächst unbekannt und wurde von kaum einer Kirchenleitung publik gemacht. Die EKD sprach in ihren offiziellen Erklärungen stets vom „Friedensdienst mit und ohne Waffen“ und rechtfertigte die Abschreckung sogar mit Atomwaffen 1982 wie schon 1959 weiterhin als „christlich mögliche Handlungsweise“.

Die sozialistischen Länder konnten sich den Verzicht auf Waffen nicht leisten. Wie oben beschrieben, gab es auch innerhalb der christlichen Kirchen verschiedene Sichtweisen.

Im Juni 1980 griff die Evangelische Studentengemeinde Dresden als erste Gruppe in der DDR die Empfehlung des ÖRK auf, um einen Diskussionsprozess in den Gemeinden auszulösen. Unter dem wachsenden Druck der kirchlichen Jugend beschloss die Konferenz der Kirchenleitungen daraufhin die erste Friedensdekade. Nach Gesprächen mit dem Sekretariat des DDR-Kirchenbundes, Manfred Stolpe, wurde die Einladung dazu mitsamt der Grafik des Lesezeichens genehmigt. Nun trugen viele Jugendliche spontan diesen Aufnäher auf ihrer Straßenkleidung.

 

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Bildquelle:
Von unbekannt – http://www.kirche-sebnitz.de/Logos/Schwerter_zu_Pflugscharen3.jpg; vektorisiert von Benutzer:Gnubold, Logo, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Im Frühjahr 1981 schlugen einige Kirchengemeinden ihren Synoden vor, einen zweijährigen Sozialen Friedensdienst (In der BRD gab es den Ersatzdienst für Wehrdienstverweigerer. Dieser war oft mit unangenehmen Arbeiten verbunden. Ob die Initiatoren in der DDR darüber nachdachten, als sie einen solchen Dienst forderten, ist zu bezweifeln.) als gleichberechtigte Alternative zum staatlichen Wehrdienst in der NVA und zu den Bausoldaten einzuführen. Einige Landessynoden stellten sich bis zum Jahresende öffentlich hinter diese Forderung, andere lehnten ab. Ein Treffen der Kirchenleitungen mit dem Staatssekretär für Kirchenfragen Klaus Gysi im September endete mit der strikten staatlichen Ablehnung der Idee.

Am 10. Oktober 1981 fand auf der Hofgartenwiese in Bonn mit etwa 300.000 Teilnehmern die bislang größte Demonstration gegen den NATO-„Doppelbeschluss“ in der alten BRD statt. Während die traditionellen, häufig der DKP nahestehenden Gruppen meist das bekannte Symbol der blauen Friedenstaube von Pablo Picasso verwendeten, zeigten vor allem christliche Friedensgruppen aus Solidarität mit den konterrevolutionären Organisationen der DDR, die sich als Friedensgruppen darstellten, das Motiv „Schwerter zu Pflugscharen“. Den christlichen Gruppen in der alten BRD ist das nicht unbedingt zum Vorwurf zu machen. Ihnen war meist nicht bewusst, dass es sich in der Regel nicht um ihre Glaubensschwestern und -brüder, sondern um Konterrevolutionäre handelte, die unter dem Dach der Kirche agierten. Vielfach wurden diese Plakate auch mit Hinweisen auf die Solidarność in Polen verbunden. In den Medien der BRD wurde die Solidarność als Gewerkschaft dargestellt. In Wirklichkeit handelte es sich um eine konterrevolutionäre Organisation. Das war der Mehrheit der BRD-Bürgerinnen und -bürger nicht bewusst. Erst heute ist die Solidarność tatsächlich eine Gewerkschaft, aber sie ist nun bedeutungslos geworden.

Diese Forderungen sind irreführend:

• eine von sowjetischen oder großdeutschen Interessen unabhängige, blockübergreifende Friedensbewegung anzumahnen,
• auf das gemeinsame Abrüstungsinteresse von Arbeiterbewegung und Friedensbewegung hinzuweisen,
• das Friedensthema mit dem Thema der Demokratisierung und sozialen Gerechtigkeit zu verbinden.

 

Damals gab es keine „großdeutschen Interessen“. Im luftleeren Raum kann niemand agieren. Was soll das Gerede von „unabhängig“ und „blockübergreifend“ in Rüstungsfragen zur damaligen Zeit? Der Begriff „Arbeiterbewegung“ hat nicht das Geringste mit der tatsächlichen Arbeiterbewegung zu tun. Ebenso gehört die soziale Gerechtigkeit zum Sozialismus. Dieses Gerede ist ähnlich, wie das später von Gorbatschow, wo die Menschheitsinteressen vor Klasseninteressen gesetzt wurden. Da sind zu Viele darauf hereingefallen. Das Ergebnis ist die Beseitigung des Sozialismus in Europa und die Annexion der DDR durch die BRD.

Die folgende Friedensdekade vom 8. bis 18. November 1981 wurde erstmals gleichzeitig auch innerhalb des EKD der BRD durchgeführt und stand unter dem Thema „Gerechtigkeit – Abrüstung – Frieden“. Da nicht mit einer Druckgenehmigung der DDR-Behörden für Aufkleber oder Anstecker zu rechnen war, wurde das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ mit nochmals 100.000 Stück auf Vliesstoff gedruckt und als Aufnäher weiterverwendet. In der Nikolaikirche (Leipzig) wurde wenig später eine große Schautafel mit dem Symbol aufgestellt.

Während der Staat hilflos mit Repressionen auf das Tragen der Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“ reagierte,nahmen Kirchenvertreter die Träger in Schutz. Denn die Herkunft des abgebildeten Symbols stammte ja von offizieller Seite. Das sowjetische Denkmal war auch im Geschichtsbuch für die 6. Klasse abgebildet. Das Lehrbuch für die Jugendweihe von 1975 erläuterte:

„Wir schmieden Schwerter zu Pflugscharen um.“ Die „Deutsche Zeitschrift für Philosophie“ der DDR zitierte zum Jahresbeginn 1982 die Jesajastelle und schrieb dazu:

„Welcher Marxist würde behaupten wollen, dass religiöser Glaube in dieser Form reaktionär sei und, obwohl er selbst noch kein wissenschaftlich fundiertes Bewusstsein darstellen konnte, unvereinbar mit Wissenschaftlichkeit sei? Dieser […] Glaube ahnt gewissermaßen die wissenschaftliche Erkenntnis von einer klassenlosen Gesellschaft, in der es keine Kriege mehr gibt, voraus.“

Unter Berufung darauf gelang es den Kirchenbehörden zunächst, ein Verbot des Aufnähers abzuwenden. Hier wäre der Zeitpunkt günstig gewesen in der DDR eine offizielle Friedensbewegung zu organisieren. Gleichzeitig hatte die Notwendigkeit des damals neuen Wehrdienstgesetzes erklärt werden müssen. Doch es wurde nichts dergleichen getan. So war der Raum gegeben, dass die Konterrevolutionäre die Friedensbewegung in der Hand hatten und das Friedenssymbol „Schwerter zu Pflugscharen“ für ihre Zwecke missbrauchten.

Nun reagierte der Staat hilflos mit Repression.

Ab November 1981 erhielt der sächsische Landesbischof Johannes Hempel die amtliche Mitteilung: „Wegen Missbrauchs dürfen diese Aufnäher in Schule und Öffentlichkeit nicht mehr getragen werden.“ Dahinter stand das Bemühen der SED, Akzeptanz für das neue Wehrdienstgesetz zu organisieren. Die falsche und hilflose Reaktion der Staatsmacht stärkte die Konterrevolutionäre, anstatt sie zu schwächen.

Die Mehrheit der Jugendlichen in der DDR war nicht politisch engagiert und ließ sich durch Westmedien beeinflussen. Ohne nachzudenken lehnten sich viele junge Leute gegen Staat und Gesellschaft der DDR auf, weil damals diese Art des Aufbegehrens Mode war. Ein „gefundenen Fressen“ für die Konterrevolutionäre, die die irregeleiteten Jugendlichen für ihre Zwecke benutzten.

Am 25. Januar 1982 veröffentlichte Rainer Eppelmann, damals Pastor in Berlin/DDR seinen „Berliner Appell“. Darin forderte er den Abzug aller Atomwaffen aus der DDR, der Bundesrepublik und Mitteleuropa. Stefan Heym und Robert Havemann unterstützten den Aufruf und forderten öffentlich eine autonome Friedensbewegung in der DDR. DIE TROMMLER weist hier darauf hin, dass Rainer Eppelmann später als Verteidigungsminister während der Konterrevolution dafür verantwortlich war, dass Rüstungsgüter der DDR in Krisen- und Kriegsgebiete verkauft wurden. Also wird im Nachgang die Unglaubwürdigkeit dieser Forderung bewiesen.

Zum 13. Februar 1982 riefen Jugendliche, die glaubten, dass das zivile Leben in der DDR immer mehr militarisiert würde, aus Anlass des 37. Jahrestags der Luftangriffe auf Dresden zu einer Gedenkfeier an der Frauenkirche auf. Über die politischen Hintergründe wussten die Jugendlichen nichts, da sie lediglich rebellierten. Außerdem waren die Jugendlichen durch die Westmedien beeinflusst worden. Hinzu kam die falsche Reaktion der Staatsmacht der DDR, d.h. Repression statt Aufklärung.
Um befürchtete Zusammenstöße der Demonstranten mit dem MfS und der Volkspolizei zu vermeiden, bot die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens in der Dresdner Kreuzkirche ein „Forum Frieden“ als Alternative zu der illegalen Versammlung an. Etwa 5.000 Besucher nahmen an dem Diskussionsforum teil. Die Ablehnung der NATO-Aufrüstung wurde mit der Rüstung in der DDR gleichgesetzt. Bischof Hempel erfuhr viel Kritik, weil er vom Tragen des Aufnähers abriet, da dies den Staat provoziere, die Handlungsspielräume der Kirche verenge und diese die Jugend nicht vor Strafverfolgung schützen könne. Der Rat des Bischof Hempel war vernünftig. Die Veranstaltung der Kirche wirkte als Puffer und war in diesem Fall eine vernünftige Lösung. Von der Veranstaltung aus zogen einige hundert Menschen zur Ruine der Frauenkirche, standen dort schweigend mit Kerzenlichtern oder sangen Lieder. Das offene Forum und das folgende schweigende Gedenken werden seither jährlich am 13. Februar in Dresden begangen. Eine gute Sache. Auch hier hat der Staat, bzw. offizielle Organisationen der DDR es versäumt die Veranstaltung in die Hand zu bekommen oder sie zumindest gemeinsam mit der Kirche auszurichten. Schon wieder wurde den Konterrevolutionären Gelegenheit gegeben sich diese Gedenkveranstaltung anzueignen.

Zwischen dem Aufruf Eppelmanns und dem Dresdner Forum bestand kein direkter Zusammenhang. „Unabhängige Friedensinitiativen“ in der DDR waren nicht landesweit organisiert. Das war ihre Stärke, anstatt ihre Schwäche. Die meisten kirchlichen Jugendgruppen der DDR lehnten damals weitreichende Forderungen nach Abzug der Besatzungstruppen und Austritt der deutschen Staaten aus den Militärbündnissen ab. Sie wollten zunächst die Spielräume für Eigeninitiative und soziales Engagement(Welches soziale Engament? Ob diese Jugendlichen bereit gewesen wären ehrenamtlich zu arbeiten, ist zu bezweifeln) erweitern. Das heißt so viel wie, sie wollten rebellieren.

Am 12. Mai 1983 entrollten Petra Kelly, Gert Bastian und drei weitere Bundestagsabgeordnete der GRÜNEN auf dem Alexanderplatz in Berlin/DDR ein Transparent mit der Aufschrift „Die Grünen – Schwerter zu Pflugscharen“ und trafen sich anschließend mit Konterrevolutionären der DDR. Dies duldeten die DDR-Behörden nach ihrer vorübergehenden Festnahme, weil die GRÜNEN der BRD den NATO-„Doppelbeschluss“ ablehnten.

Am 24. September 1983 fand während eines evangelischen Kirchentages in Wittenberg auf dem Lutherhof eine symbolische Aktion statt: Der örtliche Schmied Stefan Nau schmiedete vor etwa 4000 Teilnehmern ein Schwert zu einer Pflugschar um. Wegen der Präsenz von westlichen Medienvertretern und Richard von Weizsäcker als Gast griffen die Staatsorgane nicht ein. Manche Quellen sprechen die Idee zu dieser Aktion Stefan Nau selbst zu; Friedrich Schorlemmer, damals Prediger an der Schlosskirche Wittenberg, trug die Initiative dazu mit. Er hatte bereits 1980 einen Friedenskreis gegründet, der sich auch nach dem Verbot des Aufnähers und dem Abklingen der Friedensbewegung der BRD hielt.

Oktober 1983 wurden Petra Kelly, Gerd Bastian und weitere Mitglieder der GRÜNEN aus der BRD von Erich Honecker empfangen. Petra Kelly gelang es Erich Honecker hereinzulegen. Darüber spricht die bekannte Konterrevolutionärin Vera Lengsfeld offen und ehrlich (siehe DIE TROMMLER-ARCHIV) In Folge dessen besuchten sie Konterrevolutionäre der DDR, wie z.B.Bärbel Bohley.

Im Juli 1989 ging aus dem Wittenberger Friedenskreis eine konterrevolutionäre Organisation hervor, die sich mit anderen Vorläufern zur Initiative Demokratischer Aufbruch   verband.  Auch in der Nikolaikirche Leipzig entwickelte sich unter dem Motto „Schwerter zu Pflugscharen“ ein regelmäßiges offenes Montagsgebet, das zur Keimzelle der späteren Montagsdemonstrationen vom Herbst 1989 wurde.

Die Arbeitsgruppe „Neue Verfassung der DDR“ des Runden Tisches übernahm das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ in ihren Verfassungsentwurf. Laut Artikel 43 des Entwurfs sollte es das Staatswappen der DDR werden. Dazu kam es bekanntlich nicht, weil die DDR von der BRD annektiert worden ist.

Die Konterevolutionäre eigneten sich ein sowjetisches Bildmotiv an und kehrten es gegen Staat und Gesellschaftsordnung der DDR.

Das Ziel, die Einheit von Volk, Staat und Partei zu realisieren ist misslungen. Anstatt die Kirchen als Kirche im Sozialismus mit „ins Boot zu holen“, ließ man die Kirche Schaukelpolitik betreiben und ließ es soweit kommen, dass die Konterrevolutionäre unter dem Dach der Kirche agieren konnten. Anstatt Aktionen der „unabhängigen Friedensbewegung“, die in Wahrheit eine konterrevolutionäre Bewegung war, zu vereinnahmen und irregeleitete Jugendliche in die echte Friedensbewegung zu integrieren, reagierte die Staatsmacht hilflos mit Repression. Dabei ging sie oft dilettantisch vor. Das stärkte die konterrevolutionäre Bewegung, anstatt sie zu schwächen.

Zahlen und Fakten Wikipedia Bearbeitung Petra Reichel

„Unabhängige Friedensbewegung“ in der DDR?

Oft ist von einer „unabhängigen“ Friedensbewegung in der DDR die Rede. Von Repression seitens des Staates ist die Rede. Doch was hat es damit auf sich?

Die sozialistischen Länder, so auch die DDR, waren nicht an einem Krieg interessiert. Hochrüstung ging immer von NATO-Seite aus. Für die sozialistischen Länder war es eine hohe Belastung Abwehrmaßnahmen zu treffen. So fehlte das entsprechende Potenzial z.B. in der Wirtschaft. Das wiederum führte zur Unzufriedenheit in der Bevölkerung. So hatte auf lange Zeit die NATO Erfolg, indem sie die sozialistischen Länder totgerüstet hat.

Die „unabhängige Friedensbewegung“ in der DDR war nichts anderes, als eine konterrevolutionäre Bewegung. 1989 hatte sie ja schließlich Erfolg.

In der DDR kursierten seit Mitte der 1960er Jahre Diskussionspapiere zur Kriegsdienstverweigerung und über Methoden der gewaltfreien Verteidigung, die schließlich Anfang der 1980er Jahre eine sich Friedensbewegung nennende („Schwerter zu Pflugscharen“) konterrevolutionäre Bewegung schufen.

So sehr es wünschenswert ist ohne Gewalt auszukommen, musste die DDR, wie die anderen Warschauer Vertragsstaaten, verteidigungsbereit sein. Pazifismus konnte sie sich in der damaligen Situation nicht leisten. Da wäre es schon viel früher zu Ende gewesen. In den Beiträgen über die NVA ist ja ausgeführt worden, dass Kriegsvermeidung ihr Ziel war. Es war aber möglich aus Gewissensgründen den Dienst an der Waffe zu verweigern und Bausoldat zu werden.

Die Konterrevolutionäre wollten die Beseitigung der NVA. Das ist ja dann 1989/90 gelungen. Junge Leute wurden mit schönen Sprüchen über Frieden und Gewaltlosigkeit geködert. Die Mehrheit der Jugendlichen in der DDR war nicht politisch engagiert und ließ sich durch Westmedien beeinflussen. Ohne nachzudenken lehnten sich viele junge Leute gegen Staat und Gesellschaft der DDR auf, weil damals diese Art des Aufbegehrens Mode war. Ein „gefundenen Fressen“ für die Konterrevolutionäre, die die irregeleiteten Jugendlichen für ihre Zwecke benutzten.

Die Niederschlagung der versuchten Konterrevolution in der CSSR 1968 gab der konterevolutionären Bewegung, die unter dem Deckmantel „Frieden“ agierte, Auftrieb.

Rebellierende Jugendliche trugen den Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“. Dieser war in der DDR verboten. Der Staat reagierte mit Repression, anstatt die Jugendlichen über die Ziele der Konterrevolutionäre aufzuklären. Schulverweise und berufliche Nachteile waren ebenso ein großer Fehler. So trieb man die Jugendlichen erst recht in die Arme der Konterrevolutionäre.

Die sich Friedensbewegung nennenden Konterrevolutionäre schreiben sich auf ihre Fahnen, dass die Konterrevolution unblutig verlief. Mag die Kirche ihren Anteil gehabt haben, so waren es doch die damals politisch Verantwortlichen, die besonnen gehandelt haben.

Weit her war es während und nach der Konterrevolution nicht mehr mit dem Frieden. Der Pfarrer Rainer Eppelmann, während der Konterrevolution Verteidigungsminister, war dafür verantwortlich, dass die Rüstungsgüter der DDR in Kriegs- und Krisengebiete verkauft wurden. Von der „unabhängigen Friedensbewegung“ der DDR gab´s keine Spur mehr. Sie hat ihre Aufgabe erfüllt.

siehe DIE TROMMLER- ARCHIV

entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Der NATO-„Doppelbeschluss“

Im Jahre 1979 fasste die NATO den „Doppelbeschluss“. Das ist ein zynischer Begriff für die Stationierung von Atomraketen in Westeuropa, hauptsächlich in der BRD, insbesondere im Bundesland Rheinland-Pfalz.

Der Begriff „Doppelbeschluss“ soll dafür stehen, das gleichzeitig Verhandlungen stattfinden sollten. Doch war die Gefahr eines Atomkrieges durch die Hochrüstung in gefährliche Nähe gerückt.

Nach dem Scheitern der Genfer Verhandlungen im November 1982 lehnten Bevölkerungsmehrheiten mehrerer NATO-Staaten die geplante Aufstellung ab. Eine Abgeordnetenmehrheit des Bundestages der BRD stimmte ihr am 22. November 1983 jedoch zu. Ab Dezember 1983 wurden die neuen Atomraketen aufgestellt.

Pershing II, eines der nach dem Doppelbeschluss aufgestellten Waffensysteme

 

Bildquelle:
Von United States Army – Scan of photo, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

In der BRD gab es eine große Friedensbewegung, die gegen die Aufstellung der Atomraketen protestierte. Darunter die Groß-Demo im Bonner Hofgarten 1981((10. Oktober; 350.000 Teilnehmer/innen), die Friedensdemo in Bonn 1982 (10. Juni, 500.000 Teilnehme/innen) und die Aktionstage „Heißer Herbst“ 1983 (22. Oktober: bundesweit 1,3 Millionen Teilnehmer/innen). Hinzu kamen Sitzblockaden an Raketenstandorten, etwa in der Mutlanger Heide (1. bis 3. September 1983; um 1000 Teilnehmer/innen, darunter viele Prominente), Menschenketten wie die Menschenkette von Stuttgart nach Neu-Ulm, Fastenwochen und vieles mehr.

Auch in den USA und anderen westeuropäischen Ländern gab es Friedensdemos.

Die Friedensbewegung lehnte den Doppelbeschluss insgesamt ab, weil sie die angekündigten Raketen als qualitativ neuen Aufrüstungsschritt für eine offensive Atomkriegsstrategie ansah und das Wettrüsten beenden wollte. Es die die Angst im Raum, dass dies der politischen Kontrolle entgleitet und ein Atomkrieg droht. Deshalb forderte der Krefelder Appell vom November 1980 den Verzicht auf die Aufstellung neuer Atomraketen, die Abkehr von der militärischen Gleichgewichtsdoktrin und ein atomwaffenfreies Europa.

Da Krieg im Sozialismus wesensfremd ist, aber die Verteidigung sichergestellt werden musste, bedeutete jede Reaktion auf Rüstungsmaßnahmen der NATO Schwächung des sozialistischen Systems. Denn die Mittel für Verteidigungsmaßnahmen mussten von anderer Stelle, wie der Wirtschaft, entzogen werden. Neben anderen Gründen, war die Stationierung der Atomraketen in Westeuropa(hauptsächlich in der BRD) der Weg ins Aus. Es war ein Fehler der Sowjetunion, bzw. der Warschauer Vertrags-Staaten, sich auf die Rüstungsspirale einzulassen. Was soll der Overkill? Es kann die Menschheit nur mit einem „Kill“ vernichtet werden. Da ist viel Kraft und Potenzial verloren gegangen.

Auch wenn die Friedensbewegung von der DKP mitgetragen wurde, so waren auch DIE GRÜNEN wichtige Kraft. Später wandelten sich DIE GRÜNEN zur Kriegspartei. Damals gab es Debatten um eine „unabhängige Friedensbewegung in der DDR“. Das entbehrt jeder Logik, da die Politik der sozialistischen Länder, so auch der DDR ohnehin Friedenspolitik war. Durch Fehler und Versäumnisse seitens der Staatsmacht der DDR, hatten konterrevolutionäre Gruppen sich das Friedensthema angeeignet und gegen Staat und Gesellschaft der DDR ausgerichtet. Diese wurden von den GRÜNEN finanziell und logistisch unterstützt. So wurde auch hier eine Tür zur Konterrevolution aufgestoßen.

Petra Reichel

Zahlen und Fakten Wikipedia

 

Krefelder Appell

Der Krefelder Appell war ein Aufruf der Friedensbewegung der BRD an die damalige BRD-Bundesregierung, die Zustimmung zur Stationierung neuer atomarer Mittelstreckenraketen in Europa (NATO-„Doppelbeschluss“) zurückzuziehen und innerhalb der NATO auf eine Beendigung des atomaren Wettrüstens zu drängen. Er wurde am 16. November 1980 in Krefeld öffentlich vorgestellt und bis 1983 von über vier Millionen Bürgerinnen und Bürgern der BRD unterzeichnet. Er wurde von Mitgliedern der kleinen Partei Deutsche Friedensunion (DFU) und der GRÜNEN gemeinsam initiiert und repräsentierte einen „Minimalkonsens“ in der Friedensbewegung, als Nahziel die „Nachrüstung“ zu verhindern, um so den Abbau aller Atomraketen in Europa zu ermöglichen.

Der Appell war das Ergebnis des zweitägigen „Krefelder Forums“, das vom 15. und 16. November 1980 stattfand. Eingeladen dazu hatten einige Vertreter der Kampf dem Atomtod-Bewegung von 1957/58 – Martin Niemöller, Helmut Ridder, Karl Bechert und Gösta von Uexküll – zusammen mit Vertretern der „neuen“ Friedensbewegung – u.a. Petra Kelly, Gert Bastian, Christoph Strässer. An dem Treffen nahmen zur Überraschung der Initiatoren etwa 1500 Vertreter außerparlamentarischer Initiativen sowie der Jungsozialisten und Jungdemokraten teil, die dann den Text des Appells gemeinsam beschlossen. Der Entwurf stammte von Josef Weber, einem Direktoriumsmitglied der DFU, und dem ehemaligen Bundeswehrgeneral Gert Bastian. Unter den Erstunterzeichnern des Appells war neben den Initiatoren auch die Schriftstellerin Luise Rinser.

Der öffentlich vorgestellte und dann bundesweit verbreitete Text stand unter der Überschrift: Der Atomtod bedroht uns alle – keine neuen Atomraketen in Europa! In vielen Druckversionen war nicht nur von neuen, sondern allgemein von „Atomraketen“ die Rede. Der Appell forderte daher nicht nur die Ablehnung neuer westlicher, sondern aller europäischen Atomraketen. Er griff die Parole der 1950er Jahre „Kampf dem Atomtod!“ bewusst auf, die sich ebenfalls gegen die Atombewaffnung beider Blöcke gewandt hatte und dazu zunächst die Atombewaffnung der Bundeswehr und der NATO aufhalten wollte.

Die sowjetischen SS-20-Raketen wurden nicht ausdrücklich erwähnt, da der Appell sich nicht an ausländische Staatsführungen, sondern an die Bundesregierung richtete und primär den bevorstehenden, von ihr zu entscheidenden Stationierungsbeschluss verhindern wollte.

Schon nach sechs Monaten hatten rund 800.000 Menschen den Appell unterschrieben, bis 1983 sogar über vier Millionen. Auch nach dem Stationierungsbeschluss der Bundestagsmehrheit von 1983 unterschrieben nochmals Zehntausende den Aufruf.

Bald wurde eine antikommunistische Kampagne gestartet. Die im Bundestag vertretenen Parteien und der DGB lehnten den Krefelder Appell ab. Trotzdem unterschrieben viele Gewerkschafterinnen und Gewerkschafter den Krefelder Appell. Die Leute, die diesen unterzeichneten wurden als „nützliche Idioten“ der SED und der DKP diffamiert.
Da die DDR-Regierung die DKP und ihr nahestehende Organisationen auch finanziell unterstützte, behaupteten Manche aus der Gegnerschaft der Friedensbewegung auch einen direkten SED-Einfluss auf den Krefelder Appell. Das Bundesverteidigungsministerium unter Hans Apel ließ Broschüren verteilen, wonach sogar alle Initiatoren des Appells finanziell von der Sowjetunion (nicht von der SED) abhängig seien.
Auch Erhard Eppler, der die inhaltlichen Forderungen des Appells teilte, unterzeichnete ihn nicht, weil der Mitautor Josef Weber „noch nie gegenüber der anderen Seite Nein gesagt“ habe. An dieser antikommunistischen Kampagne beteiligten sich auch Teile der SPD und der Gewerkschaften. Sie traten darum am 9. Dezember 1980 mit dem fast wortgleichen Bielefelder Appell an die Öffentlichkeit, der jedoch außerhalb der SPD kaum Unterstützung fand. Leute, die den Bielefelder Appell unterzeichneten, unterstützten auch den Krefelder Appell.
Diese antikommunistische Kampagne, die öfter gegen die Friedensbewegung in der BRD initiiert wurde, löste Debatten innerhalb der Friedensbewegung aus und sorgte so für Uneinigkeit und Schwächung. Außerdem konnte der Krefelder Appell nun zur Stärkung konterrevolutionärer Gruppen in der DDR instrumentalisiert werden.

Der Krefelder Appell war nicht von der DKP und auch nicht nur von DFU-Mitgliedern initiiert worden. Anders als seine Autoren erwartet hatten und trotz antikommunistischer Kampagnen, fand er weit über die traditionellen Ostermarsch-Gruppen und außerparlamentarischen Bürgerinitiativen hinaus Zustimmung, da er zum Ausdruck brachte, was damals viele Menschen unabhängig von weltanschaulichen und politischen Differenzen befürchteten. Er bildete zeitweise eine Plattform für ein breites Bündnis in der vielfältigen Friedensbewegung, indem er ein gemeinsames Nahziel formulierte, aber auch als Diskussionsbasis für eine alternative Friedenspolitik unter der Vorgabe „Abrüstung ist wichtiger als Abschreckung“ diente.

Nachdem die NATO die Raketenaufstellung begonnen hatte, war dem Krefelder Appell jedoch die Basis entzogen, so dass er fortan nicht mehr bündelnd wirken konnte. Dies hatten viele Gruppen der Friedensbewegung vorausgesehen und den Appell ihrerseits aus unterschiedlichen Motiven heraus kritisiert. Weitergehende Forderungen, z.B. nach einer Entmilitarisierung ganz Europas, einem Austritt aus der NATO oder vollständigem Verzicht auf militärische Verteidigung, waren jedoch nicht konsensfähig.

Die Zustimmung zu den Forderungen des Krefelder Appells wird auch als ein Faktor angesehen, der konterrevolutionäre Gruppen in der DDR, die sich Friedensgruppen nannten, ermutigt habe, mit dem Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“ ihre Kampagne zu starten. Weil die Krefelder Initiative nicht gegen die Verhaftung von Konterrevolutionären in der DDR protestieren und die Forderung nach atomarer Abrüstung nicht mit weiteren konterrevolutionären Forderungen auch in anderen sozialistischen Ländern verbinden wollte, traten Gert Bastian und Petra Kelly als Wortführer der GRÜNEN aus ihr aus. Sie traten für eine „blockfreie Friedensbewegung“ in ganz Europa ein und unterstützten bei einem Treffen mit Erich Honecker offen für die, sich Friedensinitiativen nennende, konterrevolutionäre Gruppen ein. (siehe Beitrag, wie Petra Kelly Erich Honecker hereingelegt hat)

siehe Wikipedia bearbeitet von Petra Reichel

 

Die „Ohne mich“-Bewegung in der frühen BRD

In den ersten Nachkriegsjahren war auch in Westdeutschland und in der frühen BRD die Haltung der Mehrheit der Bevölkerung und der meisten Parteien von der Parole „Nie wieder Krieg“ bestimmt.

Doch das änderte sich bald.

Die NATO wurde 1949 gegründet. Bundeskanzler Konrad Adenauer und seine Partei, die CDU, trieb die wirtschaftliche, politische und militärische Integration der BRD in das Westbündnis voran. 1950 wurden seine Pläne zu einem „Wehrbeitrag“ der BRD bekannt. Daraufhin kam es zu einer heftigen Debatte um die Wiederbewaffnung.

In diesem Kontext regten sich auch außerparlamentarische Proteste (Ohne mich-Bewegung), getragen von Gewerkschaften, Intellektuellen, christlichen Gruppen und Frauengruppen (insbesondere der Frauenfriedensbewegung der BRD). Beteiligt war auch die KPD der BRD, die 1956 verboten wurde. Der Rat der EKD(Evangelische Kirche in Deutschland), der die Wiederbewaffnung 1950 abgelehnt hatte, erklärte 1951 seine Ratlosigkeit gegenüber der politischen Entwicklung (Ohnmachtsformel).
Wegen Adenauers heimlichen Angebotes eines Wehrbeitrags an die USA ohne Absprache im Kabinett trat der damalige Innenminister Gustav Heinemann zurück, verließ 1952 die CDU und gründete die Gesamtdeutsche Volkspartei, um die Opposition gegen die Wiederbewaffnung parlamentarisch wirksam werden zu lassen. Die GVP erreichte jedoch nur geringe Wähleranteile.

siehe auch Wikipedia

Unter diesem Link kann man sich auch über andere Zweige der Friedensbewegung informieren.