Der Frühkapitalismus in Deutschland:

Um 1500 zeigten sich in Deutschland Frühformen des Kapitalismus. Typisch waren technische Erfindungen und neue Formen in Handle und Gewerbe, besonders das Verlagssystem. Riesige Kapitalien in Gestalt von Handels- und Wucherkapital entstanden. Diese Veränderungen bildeten die Grundlage für die allmähliche Entstehung der Klasse der Kapitalisten und die Klasse der Lohnarbeiter.

Die frühkapitalistische Entwicklung stand im Widerspruch zum Feudalismus mit seiner Zersplitterung, seiner feudalen Ausbeutung und seinen Zunftschranken. Die Papstkirche verfeindete sich als größter Feudalherr immer mehr mit allen Klassen und Schichten. Gegen sie musste der erste Schlag geführt werden, wenn in Deutschland die gesellschaftlichen Verhältnisse verändert werden sollten.

Übersicht der Unterthemen:

 

 

 

 

 

 

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Der Frühkapitalismus in Deutschland: Der Vorabend der Revolution

Ende des 15. Und zu Beginn des 16. Jahrhunderts vollzogen sich Veränderungen, welche die Macht der Kirche und der Feudalherren erschütterten.

Die Ursachen dafür sind im schweren Leben der Bauern im Spätmittelalter(15. Jahrhundert) und in der Lage der Bevölkerung in den Städten zu finden

 

Das Entstehen einer revolutionären Bewegung

Die Handwerker und Kaufleute kämpften um Mitbestimmung in der Stadt, unterstützt durch die Stadtarmut. Die Lohnarbeiter in den Bergwerken streikten, um höhere Löhne zu erhalten. Am Anfang der revolutionären Bewegung stand die Bauernerhebung von 1476. Wie es nach mittelalterlichem Brauch üblich war, wurde auch 1476 am Sonntag nach dem 24. März auf Volksfesten der Winter ausgetrieben. An diesem Sonntag predigte der Hirte und Musikant Hans Böheim neben der Kirche von Niklashausen. Prediger wir Hans Böheim, auch Pfeiferhänslein genannt, traten vor dem Volk auf. Da war nicht ungewöhnlich. Doch neu waren die Ideen, die Hans Böheim verbreitete: Er predigte vom Horn Gottes gegen die Priester, verkündete, dass es bald weder Papst noch Kaiser geben solle. Abgaben, Frondienste und Zinsen sollten abgeschafft werden. Wald, Wasser und Weide frei sein. Es werde dazu kommen, „dass die Fürsten und Herrn noch umb einen Taglone mussen arbeiten“. Hans Böheim stellte in dem ersten überlieferten Aufstandsprogramm Forderungen auf, die 50 Jahre später im Bauernkrieg wiederzufinden sind.

Predigt des Pfeifers

Predigt des Pfeifers

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Der Bundschuh – eine mächtige Bauernverschwörung

Im Jahre 1493 entstand die erste Verschwörung unter dem Zeichen des Bundschuhs.

Bauern mit Bundschuhfahne

Bauern mit Bundschuhfahne

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Der Bundschuh war die Fußbekleidung des armen Mannes, ein grober Schuh aus Rindsleder, dessen Schaft bis an die Wade reichte. Er wurde mit langen Riemen kreuzweise gebunden. Jacob Hanser gründete die Bundschuhbewegung im Elsaß. Die Mitglieder des Geheimbundes wollten die Wucherer vertreiben, die Gerichte abschaffen, die Klöster beseitigen und die verschiedenen Steuern, Zölle und Abgaben einschränken. Die Mitglieder des Bundschuhs kamen nachts zusammen und berieten über ein gemeinsames Vorgehen gegen die Herren. Sie wollten Schlettstadt erobern und dann von hier aus die Bevölkerung zu den Waffen rufen. Das Geheimnis wurde verraten. Die Feudalherren ließen die Verschwörer verhaften. Der Bundschuh wurde unterdrückt.

Eine neue Bundschuhbewegung wurde 1502 unter Joß Fritz organisiert. Er war ein junger leibeigener Bauer aus Untergrombach bei Bruchsal. Hier in Süddeutschland hatten die Feudalherren die Abgaben erhöht. Die Bauern durften Wald und Weide nicht mehr uneingeschränkt nutzen. Eine langanhaltende Teuerung zog Hungersnot und Seuchen nach sich.

So scharten sich die Bauern und zahlreiche Landsknechte um Joß Fritz. Auf seiner Blau-weißen Fahne stand die Losung „Nichts denn die Gerechtigkeit Gottes“. Er gab der gesamten Bewegung ein revolutionäres Programm, das auf die Beseitigung der bestehenden Gesellschaftsordnung gerichtet war.

Aufstandsgebiete

Aufstandsgebiete

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Der Bundschuh wollte zu Ostern 1502 losschlagen. Es war beabsichtigt Schloss Obergrombach und die Stadt Bruchsal zu erobern und von dort aus einen großen Aufstand zu beginnen. Doch ein Landsknecht hatte den Plan in der Beichte dem Priester mitgeteilt, der ihn einem Feudalherrn verriet(Der Priester hat das Beichtgeheimnis nicht eingehalten. Eigentlich eine große Sünde. In diesem Fall interessierte das niemanden, denn es ging ja um den Erhalt der Macht der Feudalherren.). Die Feudalherren ließen 100 Mann verhaften, zehn davon wurden hingerichtet. Doch Joß Fritz entkam.

1513 stand Joß Fritz an der Spitze eines neuen Bundschuhs in Lehen bei Freiburg im Breisgau. Sein Kampf richtete sich jetzt nicht nur gegen die Pfaffen, sondern auch gegen den Adel. Außerdem war er zur Erkenntnis gelangt, dass sich die Bauern mit den Handwerkern und dem armen Volk der Städte verbinden müssen. Diese Verschwörung und auch die 1517 am Oberrhein vorbereitete wurden vor dem geplanten Aufstand entdeckt. Zur gleichen Zeit begannen Unruhen unter der städtischen Bevölkerung, z.B. in Würzburg. Es erhob sich 1514 die württembergische Bevölkerung im Aufstand des „Armen Konrad“. Doch dieser Aufstand wurde von den Feudalherren niedergeschlagen.

Ende des 15., Anfang des 16. Jahrhunderts waren breite Schichten des deutschen Volkes in Bewegung geraten. Die Entwicklung drängte auf eine grundlegende Umwälzung der Verhältnisse in Stadt und Land, auf eine Revolution hin. Die Volksmassen wollten nicht mehr in Not und Elend leben. Damit begann eine neue Phase von Klassenkämpfen in Deutschland.

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Vorabend Revolution

Buchtitel Geschichte DDR 6. Klasse

Der Frühkapitalismus in Deutschland: Die Behinderung des Frühkapitalismus durch feudale Einrichtungen

Der Beginn des Frühkapitalismus um 1500 bedeutete eine Weiterentwicklung der Gesellschaft. Aber die Zünfte in den Städten, die feudale Abhängigkeit der Bauern und die Zersplitterung Deutschlands hemmten den Fortschritt.

Die Zünfte der Handwerker

Die Handwerker mussten sich an die Vorschriften der Zunft halten. Solange sie an die Zunftordnung gebunden waren, konnten sie nicht frei wirtschaften. Die Produktion der Waren war begrenzt. Sie konnten nicht Unternehmer werden, aber auch nicht Lohnarbeiter, weil sie in Notfällen von der Zunft unterstützt wurden. Verlag und Manufaktur zeigten den Weg, wie die Produktion gesteigert werden konnte. Die Zünfte mussten überwunden werden. Im 16. Jahrhundert begann dieser Prozess. Viele Zunftmitglieder gerieten in die Abhängigkeit des Handels- und Wucherkapitals.

 

Die feudale Abhängigkeit der Bauern

Ähnlich, wie die Zünfte in der Stadt, behinderte die feudale Abhängigkeit der Bauern die Entwicklung auf dem Lande. Der Feudalbauer durfte das Land nicht ohne Erlaubnis des Feudalherren verlassen. Er konnte also nicht Bergmann oder Tuchweber werden. Er konnte nicht aus dem Dorf wegziehen, um ein neues Leben zu beginnen. So wurden zum Beispiel in der Mark Brandenburg 1518 die Bauern gesetzlich verpflichtet, einen Ersatzmann zu stellen, wenn sie das Dorf verlassen wollten. Der Adel erhielt das Recht, entlaufene Bauern zurückzufordern. Ähnlich war es in Preußen. Schließlich durften sogar die Söhne oder Töchter der Bauern keine andere Arbeit aufnehmen, wenn es der Feudalherr nicht erlaubte. Die Manufakturen aber benötigten immer mehr Arbeiter. Daher musste die Leibeigenschaft beseitigt werden.

Dürer Drei Bauern im Gespräch

Bauern im Gespräch

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Die feudale Zersplitterung Deutschlands schwächte das Reich immer mehr. Dies behinderte den Handel und die Wirtschaft. Die Fürsten und anderen Feudalherren, weltliche, wie geistliche, waren nach wie vor am Ausbau der Macht in ihren Gebieten interessiert. Dazu benutzten sie ihre Feudalrechte.

Der größte Teil des Grund und Bodens gehörte ihnen. Aus dem Bergbau musste ihnen bis zu 25 Prozent des Gewinns abgegeben werden. Nur die Feudalherren durften Münzen prägen lassen. Die Besitzer der Silbergruben mussten ihnen Silber zum festgelegten Preis verkaufen. Außerdem borgten sich die Feudalherren von den reichen Bürgern Geld und zahlten es nur langsam zurück. Durch ihre Kriege und Prunksucht verschleuderten sie Geld in Massen, das in der Wirtschaft nutzbringender angelegt worden wäre. Das Streben der Feudalherren, ihre Partikulargewalt mit allen Mitteln weiter auszubauen und die staatliche Zersplitterung Deutschlands aufrecht zu erhalten, behinderte die Entwicklung des Kapitalismus.

 

Die Papstkirche als Hauptfeind

Die stärkste Stütze des Feudalismus und der größte Feudalherr war die römische Papstkirche, die katholische Kirche. Ihre Bischöfe und Äbte beuteten die Bauern stark aus. Besonders drückend war der Kirchenzehnt. Gegen sie traten nahezu alle Klassen und Schichten auf. Die Macht der Kirche, die alle feudalen Einrichtungen zu erhalten suchte, behinderte daher den weiteren Fortschritt besonders.

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, bearbeitet von Petra Reichel

Behinderung des Frühkapitalismus

Buchtitel Geschichte DDR 6. Klasse

 

Die Fugger

Die Fugger sind ein schwäbisches Kaufmannsgeschlecht, das seit der Einwanderung Hans Fuggers aus Graben im Jahr 1367 in der Freien Reichsstadt Augsburg ansässig war. Die Fugger waren die ersten Kapitalisten. Genauso, wie heute Kapitalisten und deren Beauftragte die Politik beeinflussen, taten dies die Fugger damals.

Eine Linie, die Fugger „von der Lilie“, war in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts außerordentlich mächtig. Der Name Fugger wurde europaweit zu einem Synonym für Reichtum. Mit der Bezeichnung „die Fugger“ sind heute meistens die Fugger von der Lilie gemeint.

Hans Fugger († 1408/09) war Mitglied der Weberzunft und handelte vermutlich schon Ende des 14. Jahrhunderts als „Weber-Verleger“ mit Baumwolle aus Italien. Er war der Vater von Andreas Fugger (1394/95–1457/58), dem Stammvater der Fugger vom Reh, sowie von Jakob Fugger d. Ä. (nach 1398–1469), dem Stammvater der Fugger von der Lilie.

Stammbaum Fugger

Stammbaum der Fugger

Bild entnommen von Wikipedia

 

Fugger von der Lilie

Das Unternehmen der Fugger von der Lilie erlangte unter Jakob Fugger „dem Reichen“ und seinem Neffen Anton Fugger Weltgeltung. Die Mitglieder der Familie stiegen ab 1511 in den Adel auf. Ab der Mitte des 16. Jahrhunderts nahmen sie hohe kirchliche und weltliche Ämter ein.

Wappen der Linie Fugger von der Lilie im Ehrenbuch der Fugger, 1545

Wappen der Fugger von der Lilie im Ehrenbuch der Fugger, 1545

Bildquelle: Von Atelier / Werkstatt von Jörg Breu der Jüngere – http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0004/bsb00042105/images/, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

 

Jakob Fugger

 

 

Jakob Fugger

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

 

 

Mehrere Fugger machten sich als Kunstförderer und Stifter einen Namen. Die bekanntesten Stiftungen sind die Fuggerkapelle in der Augsburger Kirche St. Anna und die Fuggerei, heute die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt.

Zweige sind bis heute auf dem Fuggerschloss Babenhausen, auf Schloss Kirchheim und Schloss Oberkirchberg ansässig.

 

Fugger vom Reh

Das Unternehmen der Fugger „vom Reh“ betrieb bereits um die Mitte des 15. Jahrhunderts Handel zwischen den deutschen Hansestädten, Antwerpen und London, Mailand und Venedig, Leipzig und Frankfurt a. d. Oder. Im Jahr 1462 bekamen Lukas Fugger und seine Brüder ihr Wappen mit dem Wappenbild eines springenden Rehs verliehen.

Wappen der Linie Fugger vom Reh im Ehrenbuch der Fugger, 1545

Wappen der Fugger vom Reh im Ehrenbuch der Fugger, 1545

Bildquelle: Von Atelier / Werkstatt von Jörg Breu der Jüngere – http://daten.digitale-sammlungen.de/~db/0004/bsb00042105/images/, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Für die Zahlungsunfähigkeit der Firma der Fugger „vom Reh“ sorgte letztlich eine einzige Fehlentscheidung: ein ungenügend abgesicherter Kredit an Erzherzog Maximilian I. Für seine Schulden ließ der Habsburger die Stadt Löwen bürgen, bei der die Forderungen der Fugger „vom Reh“ dann jedoch nicht einzutreiben waren. In den letzten Jahren des 15. Jahrhunderts gerieten die Fugger „vom Reh“ deshalb in Zahlungsschwierigkeiten, ihre Firma ging bankrott.

Die Nachfahren erlangten keine überörtliche Bedeutung mehr, erlangten aber in zwei Linien den sogenannten rittermäßigen Adelsstand. Es gibt bis heute Namensträger „Fugger von dem Rech.

 

entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

Der Frühkapitalismus in Deutschland: Neue Formen in Handel und Gewerbe

Um ein Berg- oder Hüttenwerk mit Hunderten von Bergleuten und mit technischen Anlagen oder eine große Buchdruckerei zu betreiben, brauchten die Besitzer sehr viel Geld.

Das Wesen des Verlags

In Augsburg lebte die Familie Fugger. Früher waren sie nur Weber. Nun wurden sie zugleich Kaufleute: Sie kauften Wolle und Flachs, ließen sie von Webern verarbeiten und verkauften die hergestellten Tuche. Das nannte man „verlegen“. Die Fugger wurden Verleger. Diese Form der Produktion hieß Verlag. Die neue Produktionsform brachte den Fuggern großen Gewinn, die sie bezahlten den Webern nur das Notwendigste. Die Weber verloren ihre Unabhängigkeit.

Jakob Fugger

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Solche Verleger gab es zum Beispiel auch in Görlitz und in Zwickau. Die reiche Verlegerfamilie in Zwickau hieß Römer; sie waren die „Fugger in Sachsen“(Römerhaus in Zwickau). Überall in Europa zeigte sich eine ähnliche Entwicklung.

Schaubild Abhängigkeit Verlag

Schaubild: Abhängigkeit vom Verlag

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Die Fugger sowie andere Verleger wollten aber noch mehr. Sie organisierten die Produktion der Weber neu: Nicht mehr einzelne Weber wurden von ihnen verlegt, sondern Großwerkstätten(Meistereien) eingerichtet, in denen die Weber zusammenarbeiteten. Das hatte einen großen Vorteil: die Weber spezialisierten sich. Jeder führte einzelne Handgriffe aus: Die einen webten nur bestimmte Tucharten, die anderen sortierten oder reinigten die Rohstoffe oder machten die Ware versandfertig. Das Ergebnis: Die Fugger wurden noch reicher, die Weber waren aber Lohnarbeiter geworden und besaßen keine eigene Werkstatt mehr.

Diese mit dem Verlag verbundene Produktionsform waren die Anfänge der Manufaktur. Eine ähnliche Entwicklung gab es auch im Metallgewerbe und im Buchdruck.

 

Handels- und Wucherkapital

 

Geld wird zu Kapital, so sagte Karl Marx, wenn aus ihm immer mehr Geld wird: durch Ausbeutung von Menschen.

Bei den Fuggern und anderen Besitzern von großen Verlagen und Manufakturen bildeten sich große Kapitalien heraus. Dieses Geld, das sie durch Handel und Gewerbe zusammenrafften, aus ihren Handwerkern und Lohnarbeitern und beim Kauf und Verkauf herausholten, heißt Handels- und Wucherkapital. Rücksichtslos ließen sie andere Menschen für sich arbeiten. So begannen sich allmählich erste Anzeichen der neuen Klasse der Kapitalisten herauszubilden.

Die Fugger legten ihr Geld in Silber-, Kupfer- und Bleibergwerken in Tirol und Kärnten, in der Slowakei und in Spanien an. Ihre Handelsverbindungen gingen in nahezu alle europäischen Länder. Aus dem Fernhandel zogen sie besonders hohen Gewinn. Auf jeder Messe waren sie vertreten. Dies brachte ihnen wiederrum viel Geld. Überall – sogar an den Höfen der Fürsten und Kaiser- hatten sie ihre Vertrauten. Sie waren die reichsten Leute, die es damals gab und besaßen auch Schlösser und Dörfer. Seit 1496 borgte sich Kaiser Maximilian I. mehrfach bei den Fuggern Geld. Dafür erhielten die Fugger das Recht, Bergwerke zu nutzen. 1519 finanzierten die Fugger mit Millionensummen die Wahl Karls V. zum Kaiser. Sie waren „Herrscher ohne Krone“.

Die Fugger bezahlten einige Jahre später die Söldnerheere der Fürsten zur Vernichtung der Bauern. (siehe Bauernkriege)

Über Jahrhunderte bereicherten sie sich weiter, finanzierten Kriege und halfen stets den volksfeindlichen Herrschern. Sie wurden selbst Grafen und Fürsten.

Heute ist es immer noch so, dass die Kapitalisten Einfluss auf die Politik nehmen.

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, bearbeitet von Petra Reichel

Buchtitel Geschichte DDR 6. Klasse   Neue Formen Handel und Gewerbe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Frühkapitalismus in Deutschland: Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland um 1500

Bis 1550 durchlebte Deutschland eine Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs und Blüte. Erfindungen hatten die Produktionstechnik verbessert.

Neuerungen im Erzbergbau und im Hüttenwesen(Metallgewinnung)

Von besonderer Bedeutung waren die Erfindungen im Bergbau sowie im Metall- und Hüttengewerbe. Bergwerke gab es schon im Alten Griechenland. Jedoch lernten die Menschen jetzt die Wasserkraft besser auszunutzen: Wasserräder trieben Seilwinden, um die Schächte zu entwässern und zu entlüften.

Wasserradmühle Eine Bergwerks

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Hochöfen wurden angelegt, in denen durch höhere Temperaturen schwer verschmerzbare Erze verhüttet werden konnten.

Erzgewinnung 1.Hälfte 16. Jahrhundert

Bilderklärung Bergwerk 16. Jahrhundert

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Die Produktion von Waren aus Metall stieg.

Geräte Bergbau 16. Jahrhundert

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Das hatte auch Folgen für die Militärtechnik: Geschützrohre aus besserem Metall und eiserne Kanonenkugeln(neben solchen aus Stein) erhöhten die Treffsicherheit der Kanonen und ihre Durchschlagskraft. Auch die Handfeuerwaffen wurden verbessert. Die Ritter trugen Rüstungen. Sie wurden „Harnische“ genannt. Ein Harnisch wog über 25 Kilogramm, bestand aus über 100 Metallplatten und über 400 Nieten. Er konnte in Teile zerlegt werden(Helm, Krage, Brust, Rücken, Armbeuge, Handschuhe, Beinzange). Diese wurden durch Lederriemen aneinander befestigt. Unter dem Harnisch trugen die Ritter Lederkleidung. Die Harnische wurden von Handwerkern hergestellt, den Plattnern. Diese erhitzten die Eisen- und Stahlplatten im Holzkohlenfeuer und trieben sie mit kleinen Hämmern in die verlangte Form. Die Harnischpolierer brachten die Rüstungen auf Hochglanz.

Die Wasserkraft zeigte sich als wichtigste Energiequelle. Wasserräder betrieben jetzt Mühlen aller Art: Hammer- und Pulvermühlen, Drahtzieh- und Metallschleifmühlen. Tuch- und Getreidemühlen. Riemenantriebe und Schwungräder vervollkommneten die Kraftübertragung. Die Arbeitsproduktivität stieg.

Feudalherren und reiche Städtebürger ließen Erzlagerstätten suchen. Neue Schächte wurden erschlossen. Insbesondere im Erzgebirge förderte man immer mehr Silbererz. Deutschland war damals das reichste Silberland Europas. Dieser Silberreichtum

  • brachte den Fürsten und Bergwerksbesitzern gewaltige Gewinne,
  • förderte die Herstellung von Silbergeld(Edelmetall),
  • beschleunigte die Warenwirtschaft im ganzen Land.

 


 

 

Die Erfindung des Buchdrucks

 

Es war um 1440…Im Mittelalter hatten Mönche in den Klöster(und vor ihnen die römischen Sklaven für ihre Herren)mühevoll Bücher abgeschrieben. Bis ins 15. Jahrhundert verfuhr man so.                                                                                                          Da erfand Johann Gutenberg(um 1397 bis 1468) das Gießen von beweglichen Lettern, die man immer wieder verwenden und zu beliebigen Wörtern zusammenstellen konnte.

Johann Gutenberg

Johann Gutenberg

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Welche Folgen hatte Gutenbergs Erfindung in den nächsten Jahrzehnten? Es konnten mehr Bücher angefertigt werden. Wissen verbreitete sich schneller. Außer Geistlichen und Gelehrten konnten bald auch Kaufleute, Handwerksmeister und Studenten Bildung aus Büchern erwerben. Schriftsteller teilten sich anderen Menschen mit. Der Buchdruck ermöglichte auch, revolutionäre Auffassungen durch gedruckte Flugschriften zu verbreiten.

Buchdruckerei Anfang 16. Jahrhundert

Buchdruckerei Anfang des 16. Jahrhunderts

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Seite Der Gutenbergbibel

Seite der Gutenbergbibel

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, bearbeitet von Petra Reichel

Buchtitel Geschichte DDR 6. Klasse

 

 

 

Wirtschaftlicher Aufschwung Deutschland um 1500