Der Antikominternpakt

Gastbeitrag von Gerd Pehl

Der Antikominternpakt (AKP) ist in dem Beitrag zu wenig in seiner Bedeutung dargestellt. Seine briete und tiefe Bedeutung ergibt sich bereits aus dem Begriff: Antikominternpakt. Ihn nun nur als Angriffspunkt gegen die UdSSR zu reduzieren, gehört zur Geschichtsklitterung. Um die Bedeutung des AKP von 1936 zu begreifen, ist es notwendig, die historischen Entstehungsbedingungen gedanklich zu erfassen.

Um den Begriff zu verstehen, muss verstanden werden, dass es sich um einen Vertrag (Pakt) handelt, der sich gegen (Anti) die Kommunistische Internationale (Komintern oder KI)handelt – also Antikominternpakt.

Was war die Kommunistische Internationale? Die Komintern war eine im März 1919 von W. I. Lenin, dem Führer der Kommunistischen Partei der RSFSR (KPR (B)) ins Leben gerufene Konferenz in Moskau, an der 50 Delegierte der kommunistischen und linkssozialistischen Parteien und Organisationen aus fasst 30 Ländern Europas, Asiens und Afrikas teilnahmen und sich als Kommunistische Internationale bezeichneten. Mit ihrem Erstarken wurde sie für den internationalen Imperialismus und besonders für den aufkommenden Faschismus in Europa zum international erklärten Feind. Auf dem VII. Kongress der KI, August 1935, an dem 513 Delegierte aus 65 Kommunistischen Parteien und einer Reihe der KI angeschlossener internationaler Organisationen teilnahmen referierte unter anderem der bulgarische Kommunist Georgi Dimitroff über die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der KI im Kampf um die Einheit der Arbeiterklasse gegen den Faschismus, indem er den Faschismus als offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals brandmarkte.

Diese breite internationale Entwicklung der KI war nun besonders für die Ziele des Hitlerfaschismus zur Gefahr geworden, die mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft werden musste. So kam es dann im November 1936 zu dem AKP zwischen Hitlerdeutschland und Japan, auch Japan war im Exekutivkomitee der KI (EKKI) durch Shoichi Ichikawa vertreten.

Der AKP bestand aus drei Teilen, einem Zusatzprotokoll und einem Geheimen Zusatzprotokoll. Der AKP verpflichtete die vertragschließenden Seiten, sich gegenseitig über die Tätigkeit der KI zu unterrichten, über notwendige Abwehrmaßnahmen zu beraten und in enger Zusammenarbeit durchzuführen sowie dass beide Vertragsparteien dritte Staaten gemeinsam einladen, Abwehrmaßnahmen im Geiste des AKP zu ergreifen oder an diesem Abkommen teilzunehmen. 

Das Zusatzprotokoll verpflichtete zum Nachrichtenaustausch über die Tätigkeit der KI und strenge Maßnahmen gegen diejenigen zu ergreifen, die sich im In- oder Ausland direkt oder indirekt im Dienst der KI betätigen. Damit hatten Hitlerdeutschland und Japan sich Vorwände zu Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten geschaffen. 

Das Geheime Zusatzprotokoll enthielt die Verpflichtung, dass im Falle eines Krieges des einen Staates gegen die UdSSR der andere Staat keine Maßnahmen trifft, die die Lage der UdSSR entlasten könnten. Die Gültigkeit des Vertrags war für fünf Jahre vereinbart, in der keine politischen Verträge abgeschlossen werden, die nicht mit dem AKP übereinstimmen.

1937 trat Italien, 1939 traten Ungarn und der japanische Marionettenstaat Mandschukuo und Franco-Spanien dem AKP bei. 1941 wurde der AKP um weitere fünf Jahre verlängert und es schlossen sich die faschistischen Regierungen Bulgariens, Finnlands, Rumäniens, der von Hitlerdeutschland besetzten Länder Dänemark, Slowakei und Kroatien sowie die chinesischen Nanking-Regierung an. Die herrschenden Kreise Großbritanniens, Frankreichs und der USA begünstigten durch ihre Befriedigungs-Politik und die Ermunterung der Aggressoren zum Krieg gegen die UdSSR in bedeutendem Maße die Bildung und Festigung dieses Blocks, obwohl er darauf abzielte unter den Vorwand des Kampfes gegen die KI nicht nur eine intensive Kriegsvorbereitung gegen die UdSSR, sondern auch gegen Großbritannien, Frankreich, die USA und andere Staaten durchzuführen. 

In den Jahren 1939/40 wurde der AKP zu einem offenen Militärbündnis zwischen Deutschland, Italien und Japan verwandelt. Der Sieg der Antihitlerkoalition, in der die UdSSR die entscheidende Rolle spielte, führte zur Liquidierung des Blocks der faschistischen Aggression.

 

 

Die außenpolitischen Schritte der Faschisten zur Vorbereitung des Krieges

Die faschistische Aufrüstung stärkte die Positionen des faschistischen deutschen Imperialismus und Militarismus. Deshalb unternahm die Hitlerregierung gleichlaufend wichtige außenpolitische Schritte, um ihre Positionen auszubauen und die Kräfte des internationalen Faschismus zusammenzuschließen

Die drohende Gefahr eines imperialistischen Weltkrieges wurde durch den Krieg, den der italienische Faschismus 1935/36 gegen das Kaiserreich Äthiopien führte, schlaglichtartig deutlich. Die Hitlerfaschisten nahmen gegenüber diesem Aggressionskrieg eine wohlwollende Haltung ein und unterstützten den italienischen Faschismus durch Lieferungen von Kriegsmaterial.

Italienische Truppen in Äthiopien Kopie

Faschistische italienische Truppen bringen schwere Artillerie in Stellung, um das Feuer auf eine äthiopische Stadt zu eröffnen

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Am 07. März 1936 ließ die Hitlerregierung Teile der faschistischen Wehrmacht in jene Gebiete des Rheinlandes einrücken, die entsprechend dem Versailler Vertrag militärisch nicht befestigt oder besetzt werden durften. Dieser Schritt diente der Verbesserung der strategischen Ausgangspositionen für einen Krieg gegen Frankreich. Der Bau des Westwalls entlang der Grenze nach Frankreich begann.

Besetzung Rheinland Kopie

Besetzung der entmilitarisierten Gebiete des Rheinlandes: Faschistische Militärflugzeuge überfliegen den Rhein

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die imperialistischen Westmächte England und Frankreich nahmen auch diese Provokation hin. Sie verurteilten in Worten den faschistischen Einmarsch. Da sie jedoch keinerlei praktische Schritte unternahmen, um das faschistische Deutschland zu zügeln, förderten sie damit die Verderbnis bringende Politik der Hitlerregierung.

Ein nächster Schritt bei der Entwicklung einer aggressiven Mächtegruppierung war die Bildung der Achse Berlin-Rom durch den Abschluss eines Vertrages zwischen den faschistischen Staaten Deutschland und Italien am 25. Oktober 1936. Darin erkannte Hitlerdeutschland die Annexion Äthiopiens durch Italien an. Zugleich verständigte man sich über die Verteilung der Einflusssphären auf dem Balkan.

Nachdem sich mit dem militär-faschistischen Putsch im Februar 1936 auch in Japan die äußerste Reaktion in der Regierung durchgesetzt hatte, wurde am 25. November 1936 zwischen Deutschland und Japan der sogenannte Antikominternpakt abgeschlossen. Diesem Pakt trat am 06. November 1937 auch Italien bei. Das war eine offene Kampfansage dieses Kriegsblocks gegen die Sowjetunion, die internationale Arbeiterbewegung und alle demokratischen Kräfte. Zugleich aber wurde durch die starke Betonung des Kampfes gegen den Kommunismus der Versuch unternommen, sich der gesamten imperialistischen Reaktion als Speerspitze gegen die Sowjetunion anzubieten.

Unterzeichnung des Antikomminternpaktes Kopie

Unterzeichnung des Antikominternpaktes durch die Beauftragten Japans und Hitlerdeutschlands am 25. November 1936 in Berlin

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Damit wollten sich die Staaten der Antikominternpaktes die Unterstützung der Imperialisten in aller Welt sichern und gleichzeitig sollten die Westmächte getäuscht werden, um sie von den Kriegsvorbereitungen der Faschisten gegen Frankreich und Großbritannien abzulenken.

Siehe auch den Gastbeitrag von Gerd Pehl:  „Der Antikominternpakt“

 

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Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

 

Die Außenpolitischen Schritte zur Kriegsvorbereitung des Faschismus

 

 

 

 

 

 

Die militärischen und wirtschaftlichen Kriegsvorbereitungen des faschistischen deutschen Imperialismus

Auch in den Jahren 1936 bis 1939 wurde die Innen- und Außenpolitik des faschistischen Regimes durch ein Ziel bestimmt, durch die Vorbereitung eines Raubkrieges. Entsprechend dieser verbrecherischen Politik wurde die Armee im beschleunigten Tempo ausgebaut. Voraussetzung für den raschen Aufbau der faschistischen Wehrmacht war die schnelle Entwicklung der Rüstungsindustrie, die Milliarden Mark erforderlich machte. Diese einseitige Ausrichtung der Wirtschaft auf Rüstung stellte hohe Anforderungen an die deutschen Rohstoff- und Devisenvorräte. Dadurch eintretende ökonomische Schwierigkeiten des Hitlerregimes sollten nach dem Willen der Nazi-Führer durch den lautstark verkündeten „Vierjahresplan“ unter der Losung „Kanonen statt Butter“ überwunden werden.

Rüstungsindustrie bei Nazis Kopie

Die Kriegsausrüstung des deutschen Faschismus läuft Ende der 1930er Jahre auf Hochtouren. Die Abbildung zeigt die Geschützproduktion in einem Werk der Rheinmetall-Borsig AG in Düsseldorf

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Mit dem Aufbau eines riesigen Verwaltungsapparates in Gestalt der Vierjahresplanbehörden schufen sich die aggressiven Monopole ein neues Instrument zur Verwirklichung ihrer unmenschlichen Pläne zur Unterdrückung des eigenen Volkes und fremder Völker.

Geheime Denkschrift Hitlers KopieQuellenangabe Geheime Denkschrift Kopie

Quellenangabe Geheime Denkschrift 2 Kopie

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

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Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Die militärischen und wirtschaftlichen Kriegsvorbereitungen

 

 

Die drohende Gefahr eines zweiten Weltkrieges

In der zweiten Hälfte des Jahres 1937 wurde die kapitalistische Welt erneut von einer Wirtschaftskrise erfasst. Allein das faschistische Deutschland, Italien und Japan vermochten dieser Krise durch ihre gewaltige Rüstung zunächst zu entgehen. Die Wirtschaftskrise verschärfte erneut die imperialistischen Widersprüche; der Kampf um den Weltmarkt, um Rohstoffquellen und Einflusssphären spitzte sich zu

Unter diesen Bedingungen verstärkten sie reaktionärsten Kräfte des deutschen Monopolkapitals die Kriegsvorbereitung. Dabei richtete sich die gesamte militär-strategische Planung des Hitlerregimes auf die Entfesselung eines Blitzkrieges. Die Blitzkriegskonzeption war, ähnlich wie im ersten Weltkrieg, der Versuch des deutschen Militarismus, die für einen längeren Krieg ungenügenden materiellen und personellen Reserven auszugleichen.

Aus Erklärung Hitlers über erste Ziele faschistischer AggressionAus Erklärung Hitlers über Ziele faschistischer Aggression 2Quellenangabe Aus Erklärung Hitlers Ziele faschistischer Aggression

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

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Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Die drohende Gefahr eines zweiten Weltkrieges

 

 

Befreiung der KZs Auschwitz und Dachau

Was war die DDR ?

Zeitzeugen erinnern sich

Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

Don Greenbaum gehörte zu jenen Soldaten, die das KZ Dachau befreiten. Iwan Stepanowitsch Martynuschkin gehörte damals zu den sowjetischen Soldaten die das KZ Auschwitz befreiten

Die Berichte der Zeitzeugen befinden sich im SPIEGEL-Artikel (DER SPIEGEL Nr. 5/15.01.2020) Siehe angehängte PDF-Datei.

Der Zeitzeuge der der US-Armee:

GI Greenbaum

Bildquelle: Foto Sara Lewokowicz/DER SPIEGEL
Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

ehemaliger US-Soldat Greenbaum Zeitzeuge Don Greenbaum heute

Bildquelle: Foto Sara Lewokowicz/DER SPIEGE
Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

Der Zeitzeuge der Sowjetarmee:

Offizier Martynuschkin

Bildquelle: Foto Sara Lewokowicz/DER SPIEGEL
Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

Ehemaliger Sowjetkämpfer Martynuschkin Zeitzeuge Stepanowitsch Martynuschkin heute

Bildquelle: Foto Sara Lewokowicz/DER SPIEGEL
Entnommen aus DER SPIEGEL Nr. 5/25.01.2020

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Der VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale

Der VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale tagte vom 25. Juli bis zum 20. August 1935 im Säulensaal des Moskauer Gewerkschaftshauses. Zu dieser Zeit waren 76 Parteien der Kommunistischen Internationale (siehe Gründung Kommunistische Internationale) angeschlossen.

Haus der Gewerkschaften in Moskau

Haus der Gewerkschaften in Moskau

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

50 dieser Parteien mussten zur Zeit des Kongresses ihren Kampf illegal führen. Das bewies deutlich die schweren Kampfbedingungen für die internationale Arbeiterbewegung. Auf dem Kongress berieten 371 Delegierte mit beschließender und 139 Delegierte mit beratender Stimme als Vertreter von 65 Parteien mit etwa 4 Millionen Mitgliedern die neuen Aufgaben der internationalen kommunistischen Bewegung im weltumspannenden Kampf um Frieden, Demokratie und Sozialismus, gegen Faschismus und Krieg.

 

Das neue Kräfteverhältnis im Kampf zwischen Sozialismus und Imperialismus

Bei der Erarbeitung der neuen Aufgaben der kommunistischen Parteien ging der Weltkongress von einer gründlichen Analyse des Kräfteverhältnisses der Klassen aus, das sich bis 1935 herausgebildet hatte.

Die wichtigste Veränderung in der Welt bestand in der Durchsetzung der sozialistischen Produktionsverhältnisse in der UdSSR. Mit dem Kampf um die Erfüllung des zweiten Fünfjahrplans (1933 bis 1937), dem Abschluss der Kollektivierung der Landwirtschaft und den damit verbundenen wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen und politischen Umgestaltungen entwickelten die sowjetischen Werktätigen(arbeitenden Menschen/Erwerbstätige) stabile Grundlagen ihrer neuen sozialistischen Gesellschaft

Die Sowjetunion verwandelte sich in eine sozialistische Großmacht. Der seinerzeitige Sieg der sozialistischen Produktionsverhältnisse in der UdSSR bedeutete darüber hinaus eine gewaltige Stärkung der internationalen Autorität der UdSSR sowie der Kräfte des Friedens, der Demokratie und des Sozialismus in der Welt. Mit diesem seinerzeitigen Sieg war in der Praxis die Leninsche Lehre von der Möglichkeit des Sieges des Sozialismus in einem Lande bestätigt worden. Jedes Land, das in der Folgezeit nach der Eroberung der Macht durch dieArbeiterklasse und ihre Verbündeten den Sozialismus errichten wollte, konnte und musste sich auf die historischen Erfahrungen des sozialistischen Aufbaus in der Sowjetunion stützen. Heute müssen wir feststellen, dass es ebenso nötig ist aus den Erfahrungen des Zusammenbruchs des Sozialismus in Europa 1989/90 zu lernen.

Eine weitere Veränderung des internationalen Kräfteverhältnisses ergab sich aus dem Aufschwung des antifaschistischen Massenkampfes in einer Reihe kapitalistischer Länder Europas. In Frankreich unternahmen, ermuntert durch den Machtantritt der Faschisten in Deutschland, am 06. Februar 1934 französische Faschisten einen Putsch mit dem Ziel, die faschistische Diktatur im Interesse französischer Industrie- und Bankmonopolisten zu errichten. In gewaltigen Aktionen unter Führung der kommunistischen Partei Frankreichs und des Unabhängigen Allgemeinen Gewerkschaftsbundes wurden die Faschisten zurückgeschlagen.

In Österreich nahm im Februar 1934 ein Teil der Arbeiterklasse den bewaffneten Kampf gegen bewaffnete Banden der sogenannten Heimwehr und Nazipartei auf, um die Demokratie zu verteidigen.

Aber hier, wie auch in Spanien im Oktober 1934, endeten die Kämpfe mit einer Niederlage der Arbeiter. In der Folgezeit wuchs jedoch in Spanien die Einheitsfront und der Einfluss der Arbeiterorganisationen an. So kam es 1936 zur Bildung der Volksfrontregierung.

Siehe: Die Zuspitzung der Klassenkämpfe in den imperialistischen Ländern

Schließlich nahm auch der antiimperialistische Befreiungskampf in den unterdrückten Ländern Afrikas, Asiens und Lateinamerikas einen bedeutenden Aufschwung. Ausdruck dessen war vor allem der machtvolle Volkskampf in China gegen die japanischen Aggressoren, die 1931 das Land überfallen hatten und im Sommer 1934 zu einer neuen Offensive gegen die Nordprovinzen Chinas antraten. Dieser Volkskampf führte zur Bildung bedeutender sogenannter befreiter Territorien, in denen die Macht in die Hände des Volkes übergegangen war.

Diesen Fortschritten der Kräfte der Demokratie und des Sozialismus suchte die internationale imperialistische Reaktion Einhalt zu gebieten. Der Ausbreitung der sozialistischen und antiimperialistischen beziehungsweise antikolonialen Bewegung stellte der Weltimperialismus den Abbau der bürgerlichen Demokratie und den Übergang zur offenen faschistischen Diktatur entgegen. Diese Politik führte in Deutschland zur Hitlerherrschaft. Diese reaktionären Bestrebungen richteten sich in erster Linie gegen die UdSSR. Sie bedrohte aber auch die Arbeiter und die demokratischen Bewegungen aller Länder. Riesengroß wuchs die Gefahr eines Krieges.

 

Die Beratungsergebnisse des VII. Weltkongresses und ihre Bedeutun

Grundlage der vom VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale erarbeiten neuen Strategie und Taktik war die gründliche Analyse des internationalen Kräfteverhältnisses und dabei insbesondere des Klassencharakters des Faschismus.

Daraus wurde der Schluss abgeleitet, dass der Sieg des Faschismus nicht unvermeidlich ist, sondern verhindert werden kann. Aus dem Nachweis, dass der Faschismus der Hauptfeind war, leitete Georgi Dimitroff in seinem Referat die Aufgabe ab, die Bedingungen für den Zusammenschluss aller antifaschistischen Kräfte, für die Herstellung der Einheitsfront der Arbeiterklasse und der antifaschistischen Volksfront zu schaffen.

Georgi Dimitroff

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Georgi Dimitroff über Einheits- und VolksfrontGeorgi Dimitroff über Einheits- und Volksfront 2Quellenangabe Dimitroff über Einheits- und Volksfront

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Das Referat von Palmiro Togliatti legte Zeugnis davon ab, welche grundlegende Bedeutung die Kommunistische Internationale dem Kampf gegen die wachsende Kriegsgefahr beimaß. Hierin wurde der Kampf für den Frieden und damit zugleich die Verteidigung der UdSSR als der Hauptstütze aller Friedenskräfte zur zentralen Aufgabe der kommunistischen Parteien erklärt.

 

Palmiro Togliatti

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Palmiro Togliatti über die KriegsgefahrQuellenangabe Palmiro Togliatti über die Kriegsgefahr

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Der VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale wurde durch den Inhalt und die Wirksamkeit seiner Beschlüsse zur bedeutendsten Beratung der kommunistischen Weltorganisation seit dem Tode Lenins.

 

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entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

VII. Weltkongress der Kommunistischen Internationale

 

Ergänzung

1943 wurde die Kommunistische Internationale aufgelöst. Leider hat sich das Geschichtsbuch der DDR nicht damit beschäftigt und es muss auf Wikipedia zurückgegriffen werden.

Im Herbst 1941 war die Moskauer Zentrale der Kommunistischen Internationale als Reaktion auf den deutschen Vormarsch in die weiter östlich gelegene Stadt Ufa in Baschkirien evakuiert worden. Am 15. Mai 1943 fasste das Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale den Beschluss über die Auflösung der Komintern zum 10. Juni.  Nach dem Eingang zustimmender Reaktionen von 31 angeschlossenen KP stellten die Komintern-Organe ihre Tätigkeit ein.

Stalin erklärte in einem Interview mit der Agentur Reuters am 28. Mai 1943, dass mit der Auflösung vor aller Welt zwei Momente unterstrichen werden sollten: dass Moskau sich nicht „in das Leben anderer Staaten“ einmische und dass die kommunistischen Parteien „im Interesse ihres eigenen Volkes“ und nicht „auf Befehl von außen“ handelten.

Allgemein gilt die Auflösung der Komintern als ein Zugeständnis Stalins an die westlichen Alliierten, die USA und Großbritannien.

Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

Der 20. Juli 1944 – Widerstand oder Putschversuch?

Gastbeitrag von Gerd Pehl

 

Viel wurde über diesen Tag an Filmmaterial geschaffen und noch mehr geschrieben. Nun könnte man meinen, dass alles gesagt ist – das er Geschichte ist. Aus der Geschichte sollten die richtigen Lehren für die Gegenwart und Zukunft gezogen werden. Deshalb ist es wichtig, geschichtliche Ereignisse zu verstehen und richtig einzuordnen. Um das Ereignis vom 20. Juli 1944 richtig zu verstehen und einzuordnen, ist es notwendig, die neben der politische auch die militärische Situation des Deutsche Reichs 1944 zu kennen.

Der Zweite Weltkrieg begann mit dem Blitzkrieg gegen Polen 1939 und setzte sich fort mit den Blitzkriegen gegen Dänemark und Norwegen (April–Juni 1940) sowie gegen die Niederlande, Belgien und Frankreich (Mai–Juni 1940), die ebenfalls für die Wehrmacht erfolgreich verliefen. Diese Erfolge stärkten den Glauben der Generäle, Offiziere und Soldaten von einer Unverletzlichkeit der deutschen Armee. Großbritannien hatte Frankreich bei seiner Verteidigung unterstützt und zog sich kurz vor der Kapitulation Frankreichs zurück. Damit hatten Hitler und Goering, Chef der Luftwaffe, ein schmerzliches Problem. Großbritannien war nicht zu schlagen und wollte nicht kapitulieren.
Die Wehrmacht setzte die Erfolge im Balkankrieg gegen Jugoslawien und Griechenland (April 1941) und im Kampf um Insel Kreta (Mai 1941) fort. Die Verluste an Menschen und Material besonders im Krieg gegen Kreta waren hoch, was aber die Kampfmoral der Offiziere und Soldaten nicht schwächte, weil sie die Siege in nur wenigen Tagen errungen hatten.
Am 22. Juni 1941 fiel die Wehrmacht in die Sowjetunion ein. Hitlers Strategie war erneut ein Blitzkrieg. Dazu setzte er drei Heeresgruppen ein – Heeresgruppe Nord: über die Baltischen Staaten nach Leningrad (heute St. Petersburg), Heeresgruppe Mitte: über Belarus nach Moskau, Heeresgruppe Süd: über Ukraine zur Krim. Hinzu kamen Verbände aus dem besetzten Norwegen, die in Richtung Murmansk zu dem dortigen Hafen und der Eisenbahnverbindung vordringen sollten. Soldaten aus den verbündeten Staaten Rumänien, Italien, Slowakei und Ungarn sowie Finnland traten hinzu.

Schon im März 1941 hatte Hitler vor höheren Offizieren verkündet, dass der bevorstehende Krieg ein rassenideologischer Vernichtungskrieg und ohne Rücksicht auf kriegsvölkerrechtliche Normen zu führen sei. Damit war für die Schutzstaffel (SS) und den Sicherheitsdienst (SD) der Weg zur Ermordung der jüdischen Bevölkerung sowie der Funktionäre der KPdSU und des Komsomol bereitet worden.
Die erste schmerzvolle und vernichtende Niederlage erlitt die deutsche Armee im Winter 1941 vor Moskau, indem die Rote Armee sie zum Rückzug zwang. Damit war der Blitzkriegsstrategie Hitlers ein Ende gesetzt. Im Sommer 1942 entbrannte die Schlacht um Stalingrad und Januar 1943 kapitulierte die 6. Armee der Wehrmacht, was zur Absetzung der Generäle der drei Heeresgruppen führte. Im Sommer 1943 machte die Roten Armee in der Schlacht um Kursk große Geländegewinne. Hinzu kam, dass die Alliierten (USA, UK, Kannada) am 10. Juli 1943 auf Sizilien landeten, was Hitler zur Stärkung der Westfront veranlasste. Dennoch versuchte die Wehrmacht zumindest die eroberten sowjetischen Gebiete in der Ukraine, Belarus und das Leningrader Gebiet zu halten. Am 27. Januar 1944 hatte die Rote Armee Leningrad nach 900-tägiger Belagerung befreit. Am 6. Juni 1944 eröffneten die Alliierten ihren Einsatz an der Westflanke der Wehrmacht. Im Juni 1944 zerschlug die Rote Armee die Heeresgruppe Mitte. Der Vormarsch der Roten Armee war nicht mehr aufzuhalten. Aber Hitler wollte den Krieg nicht als verloren akzeptieren.

Diese Ereignisse des 2. Weltkriegs waren für einige Angehörigen alter preußischer Adels-, Offiziers- und Beamtenfamilien ausschlaggebend, sich zu Widerstandsgruppen zu vereinigen. Ihr Ziel war der Sturz Hitlers. Sie konnten die massenhafte Ermordung der Juden und Kommunisten hinter der Frontlinie in der Sowjetunion und anderen Ländern durch die SS, dem SD und der Waffen-SS nicht mittragen, obwohl sie 1933 die Errichtung des Nationalsozialismus begrüßt hatten und als Hitler 1941 zu den dreckigsten Mitteln einer Kriegsführung griff, die den Namen nicht mehr verdiente, begehrten sie auch nicht auf. Die Tradition des Gehorsams versagte ihnen folgerichtig zu handeln. Aber sie konnten sich nicht zu einer gemeinsamen Bewegung zusammenschließen. Sie waren sich zwar einig, dass Hitler als Führer des Deutschen Reichs weg muss. Jedoch gab es keine gemeinsame Auffassung wie die Beseitigung erfolgen soll. Einige lehnten die Ermordung Hitlers ab. Andere lehnte eine Zusammenarbeit mit den im Untergrund agierenden Kommunisten und Sozialdemokraten ab.
Auch gab es keine einheitliche Vorstellung, welche Staatsform nach der Beseitigung Hitlers der deutsche Staat haben soll. Einige wollten die Monarchie errichten, hatten Kontakte zum Kaiserenkel Luis Ferdinand Prinz von Preußen aufgenommen. Stärker war die Vorstellung von einer konservativ-rechtsstaatlichen Republik, dominiert von Eliten des Großkapitals, der Großgrundbesitzer, des Militärs und der Beamtenschaft. Genau sie hatten wesentlich zur Errichtung der Nazidiktatur beigetragen. Einige wie Leber, Leuschner und Maaß waren bereit zur bedingungslosen Kapitulation, andere aber wie Oberst Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Hassel, Goerdeler und der im Sommer 1944 zur Opposition zugestoßene Generalfeldmarschall Erwin Rommel wollten einen Waffenstillstand mit den Westalliierten und die Weiterführung des Krieges im Osten.

Claus Schenk Graf von Stauffenberg, geboren am 15. November 1907, stammt aus einer süddeutschen katholischen Adelsfamilie. Sein Vater war Oberhofmarschall von Wilhelm II., König von Württemberg. Mütterlicherseits hat er Blut preußischer Vorfahren. Der preußische Heeresreformer Graf von Gneisenau war sein Urgroßvater.
Nach erfolgreichem Abitur trat von Stauffenberg im März 1926 dem Bayrischen Reiterregiment bei, wurde nach einem Jahr zur Infanterieschule kommandiert, die er August 1929 mit der Beförderung zum Fähnrich erfolgreich absolviert hatte. Am 01. Januar 1930 wurde er bei der Offiziersprüfung als Jahrgangsbester zum Leutnant (mit Ehrensäbel) befördert. Gegen Ende der Weimarer Republik stand von Stauffenberg Kreisen Konservative Revolution nahe, die zum aufkommenden Nationalsozialismus einige Berührungspunkte hatte wie Führertum, Rassengedanke, Volksgemeinschaft, neue deutschbestimmende Rechtsordnung und den Grundsatz ,Gemeinnutz geht vor Eigennutz‘. Bei der Reichstagswahl April 1932 sprach er sich gegen Hindenburg für Hitler aus und begrüßte am 30. Januar 1933 die Ernennung Hitlers zum Reichskanzler. Von Stauffenberg war an der Ausbildung der SA beteiligt, organisierte die Übergabe der Waffendepots an die Reichswehr und wurde am 1. Mai 1933 zum Oberleutnant befördert. 1934 wurde er als Beratender-Offizier zur Kavallerie-Schule Hannover versetzt, wo er sich durch seine Studien über moderne Waffen und Fallschirmjäger auszeichnete. Am 1. Oktober 1936 wurde er zur Generalstabsausbildung an der Kriegsakademie Berlin kommandiert, am 1. Januar 1937 zum Rittmeister befördert und nahm im Juli 1938 als Zweiter Generalstabsoffizier (Ib) an der Besetzung des Sudetenlandes teil.

1939 wurde von Stauffenberg im Polenfeldzug eingesetzt. Von dort schrieb er an seine Frau:
„Die Bevölkerung ist ein unglaublicher Pöbel, sehr viele Juden und sehr viel Mischvolk. Ein Volk, welches sich nur unter der Knute wohlfühlt. Die Tausenden von Gefangenen werden unserer Landwirtschaft recht gut tun. In Deutschland sind sie sicher gut zu gebrauchen, arbeitsam, willig und genügsam.“

Peter Graf Yorck von Wartenburg und Ulrich Wilhelm Graf Schwerin von Schwanenfeld baten von Stauffenberg, sich zum Adjutanten Walter von Brauchitschs, der Oberbefehlshaber des Heeres war, ernennen zu lassen, um an einem Umsturzversuch teilnehmen zu können. Von Stauffenberg lehnte ab. Im Januar 1940 wurde er zum Hauptmann i. G. (im Generalstab) ernannt, nahm als Generalstabsoffizier der 6. Panzerdivision an den Feldzug gegen Frankreich teil und wurde am 31. Mai 1940 mit dem Eisernen Kreuz 1. Klasse – also für hervorragende militärische Verdienste – ausgezeichnet. Im April 1941 wurde er zum Major (i. G.) befördert und in das Oberkommando des Heeres versetzt wurde. Von Stauffenberg hatte die im Dezember 1941 in Hitlers Hände übernommene Vereinheitlichung der Befehlsgewalt des Oberbefehlshabers des Heeres und des Obersten Befehlshabers der Wehrmacht gutgeheißen.
Nun gehörte von Stauffenberg als Gruppenleiter der Gruppe II der Organisationsabteilung im Oberkommando des Heeres (OKH) zu den maßgebenden Offizieren, die bewusst auf einen Wandel der Politik in den besetzten Gebieten hinarbeiteten und wandte sich besonders in dem Zusammenhang mit der Kampfführung der im Kaukasus vordringenden Heeresgruppe A (Hitler hatte die Heeresgruppe Süd im Juli 1942 in Heeresgruppe A – Richtung Kaukasus – und in Heeresgruppe B – Richtung Stalingrad – geteilt) den Fragen der Freiwilligen in den sogenannten Ostlegionen zu, dabei ging es um die Gewinnung von entlassenen Kriegsgefangenen und Überläufern für den Kampf auf deutscher Seite. Hierzu gab seine Abteilung die Richtlinien für die Behandlung turkmenischer und kaukasischer Soldaten – der slawischen Untermenschen – heraus und steuerte im August 1942 die Organisation wie auch den Einsatz der Ostlegionen.
Von Stauffenberg war zwischenzeitlich im Generalstab des Heeres, wurde am 1. Januar 1943 zum Oberstleutnant i. G. befördert und im März 1943 als Ia (Erster Generalstabsoffizier der Führungsgruppe) zur 10. Panzer-Division, die von Frankreich nach Tunis verlegt wurde, um den Rückzug von Generalfeldmarschall Erwin Rommels Armee gegen die in Nordafrika gelandeten Alliierten zu decken. Bei einem Tieffliegerangriff der Engländer am 7. April 1943 wurde er schwer verletzt. Es musste sein linkes Auge, die zerschossene rechte Hand sowie Ring- und Kleinfinger der linken Hand amputiert. Für seine Verwundung wurde ihm das Goldene Verwundetenabzeichen verliehen. Am 8. Mai wurde er mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet.
Im Herbst 1943 – nach seiner Genesung – ließ er sich nach Berlin versetzen, suchte bewusst Kontakt zu den Hitlergegnern wie dem Leiter des Allgemeinen Heeresamtes General der Infanterie Friedrich Olbricht und der Generalmajor Henning von Tresckow. Er war zu der Auffassung gelangt, dass nur die Wehrmacht als einzige von der Gestapo (Geheimen Staatspolizei) und dem SD kaum infiltrierte Organisation über die nötigen Machtmittel zum Umsturz verfügte. Mitte Juni 1944 wurde er Chef des Stabes bei Generaloberst Friedrich Fromm und wurde am 1. Juli 1944 zum Oberst i. G. befördert.

Spätestens Anfang 1944 war deutlich geworden, dass eine militärische Niederlage und damit der Zusammenbruch des Deutschen Reichs unabänderlich sind. Trotzdem gab das deutsche Militär nicht auf, sondern kämpfte verbittert weiter. Von Stauffenberg und von Treskow fühlten sich dennoch verpflichtet, die Vorbereitungen zur Beseitigung Hitlers voranzutreiben.

Von Stauffenberg arbeitete gemeinsam mit General Friedrich Olbricht, Oberst Albrecht Ritter Merz von Quirnheim und Henning von Tresckow den Operationsplan Walküre aus, der offiziell die Niederwerfung möglicher innerer Unruhen vorsah. Von Stauffenberg und Tresckow fügten dem Plan einige weitere Befehle hinzu und machten aus Walküre einen Operationsplan für den Staatsstreich. Er sah vor, die Ermordung Hitlers zunächst einer Gruppe „frontfremder Parteifunktionäre“ anzulasten, um damit einen Grund für die Verhaftung der Führungsspitzen der NSDAP (Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei), der SS, des SD und der Gestapo zu haben. Die Befehlshaber der Wehrkreiskommandos im gesamten Reich sollten sofort nach der Auslösung von Walküre entsprechende Befehle erhalten. Das Militär sollte die ausführende Gewalt übernehmen.

Von Stauffenberg wurde zum Stabschef des Allgemeinen Heeresamtes im Berliner Bendlerblock ernannt und hatte damit Zugang zu den Lagebesprechungen im Führerhauptquartier. Er unterstand General Friedrich Olbricht, baute mit dessen Förderung ein militärisch-oppositionelles Netz auf, koordinierte die Attentatspläne mit Carl Friedrich Goerdeler und Generaloberst Ludwig Beck, hielt Verbindung zum zivilen Widerstand um Julius Leber, Wilhelm Leuschner sowie zu den Mitgliedern des Kreisauer Kreises, zu dem auch sein Cousin Peter Graf Yorck von Wartenburg gehörte.

Am 1. Juli 1944 wurde von Stauffenberg Chef des Stabes beim Befehlshaber des Ersatzheeres (BdE) des Generalobersts Fromm. Damit saß er nun gemeinsam mit Olbricht und Mertz von Quirnheim in der Schaltzentrale für die geplante Operation Walküre. Am 7. Juli 1944 entschloss sich auf Anregung Stauffenbergs der Mitverschwörer Generalmajor Hellmuth Stieff, im Schloss Kleßheim bei Salzburg anlässlich einer Vorführung neuer Uniformen Hitler umzubringen. Stieff versagten jedoch die Nerven und konnte das Attentat nicht auszuführen. Daraufhin entschloss sich von Stauffenberg zum dritten Mal, die Ermordung Hitler auszuführen. Zuvor hatte er zwei Versuche abgebrochen, weil Himmler und/oder Goering nicht anwesend waren.
Am 18. Juli wurde von Stauffenberg für den 20. Juli ins Führerhauptquartier bestellt, um dort über geplante Neuaufstellungen von Truppen zu berichten. Er flog am 20. Juli um 7:00 Uhr mit seinem Adjutanten, Oberleutnant Werner von Haeften, vom Flugplatz Rangsdorf bei Berlin zur Wolfsschanze bei Rastenburg in Ostpreußen. Generalmajor Stieff hatte für das Attentat auf Hitler zwei Sprengstoffpäckchen mit je 975 Gramm und entsprechende Zündmittel beschafft. Von Stauffenberg konnte für die Explosion aus Zeitgründe nur eine vorbereiten. Die vorbereitete Charge legte er in seine Aktentasche, stellte diese im Besprechungsraum unter dem Kartentisch neben einem massiven Tischblock. Unter dem Vorwand telefonieren zu müssen, verließ er die Besprechung. Die zweite Charge, die die Sprengwirkung zweifellos erhöht hätte, verblieb bei Haeften und wurde während der Rückfahrt zum Flughafen Rastenburg aus dem offenen Wagen geworfen, die von der Kriminalpolizei später gefunden wurde. Da es in der Holzbaracke ziemlich warm war, waren die Fenster geöffnet. Die offenen Fenster und der massive Tischblock reduzierten die Wirkung der Sprengladung. Die Sprengladung detonierte um 12:42 Uhr in der mit 24 Personen gefüllten Holzbaracke. Hitler und weitere 19 Anwesende überlebten die Detonation.

Von Stauffenberg und Haeften flogen in dem Glauben, Hitler sei tot, nach Berlin zurück. Wenige Minuten nach der Explosion gelangte die Nachricht, dass Hitler überlebt hatte, nach Berlin. Der Mitverschwörer Oberst Hahn informierte in einem Telefonat aus der Wolfsschanze General Thiele im Bendlerblock, dass Hitler das Attentat überlebte. Thiele benachrichtigte die Generäle Olbricht und Hoepner von dem Telefonat, die daraufhin entschieden, Walküre noch nicht auszulösen. Von Stauffenberg landete um 15:45 Uhr in Berlin, beteuerte in einem Telefonat mit Olbricht wahrheitswidrig, dass er mit eigenen Augen gesehen habe, dass Hitler tot sei, und begab sich zu Olbricht in den Bendlerblock. Erst gegen 16:30 Uhr – fast vier Stunden nach dem Attentat – wurde Walküre ausgelöst.

Schwere Mängel zeigten sich in Vorbereitung und Durchführung des Umsturzversuchs. Das Senden der Fernschreiben zu den Wehrkreisen zog sich über Stunden hin, kreuzten sich ab etwa 16 Uhr mit Fernschreiben aus der Wolfsschanze, dass Befehle aus dem Bendlerblock ungültig seien. Die meisten Offiziere außerhalb des Bendlerblocks verhielten sich wegen dieser widersprüchlichen Lage abwartend und beachteten die Fernschreiben mit den Walküre-Befehlen weitgehend nicht. Zwar hielten sich Georg und Philipp Freiherr von Boeselager bereit, mit ihren Regimentern auf das „führerlose“ Berlin zu marschieren, die ungewisse Lage hielt sie davon ab, es zu tun. Von Stauffenberg, Olbricht, Mertz von Quirnheim und Haeften ließen Generaloberst Fromm verhaften, der sie bis dahin gedeckt hatte, weil er angesichts der unsicheren Nachrichtenlage von einer Beteiligung am Umsturzversuch nichts mehr wissen wollte. Der Einmarsch der Truppen in Berlin unterblieb, und am späten Abend meldete sich Hitler selbst in einer Rundfunkansprache zu Wort.

Gegen 22:30 Uhr verhaftete eine Gruppe regimetreuer Offiziere, unter ihnen Otto Ernst Reimer, von Stauffenberg und die Mitverschwörer. Generaloberst Fromm gab unter Berufung auf ein Standgericht, das angeblich stattgefunden habe, noch am Abend des 20. Juli den Befehl, Claus Schenk Graf von Stauffenberg gemeinsam mit Werner von Haeften, Albrecht Ritter Mertz von Quirnheim und Friedrich Olbricht zu erschießen; die Erschießungen können kurz vor oder kurz nach Mitternacht erfolgt sein. Die Exekution fand im Hof des statt. Von Stauffenbergs letzte Worte sollen der Ausruf „Es lebe das heilige Deutschland!“ gewesen sein. Am folgenden Tag wurden die Leichen der Erschossenen mit ihren Uniformen und Ehrenzeichen auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof Berlin bestattet. Himmler ließ sie ausgraben und ordnete ihre Verbrennung an. Ihre Asche wurde über die Rieselfelder von Berlin verstreut.

Das Scheitern des Unternehmens löste eine gewaltige Terrorwelle aus. Im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Attentatsversuch fielen dieser etwa 180 Menschen zum Opfer: 110 Hitlergegner wurden hingerichtet, 15 in den Selbstmord getrieben, andere ohne Gerichtsurteil ermordet. Zu den Opfern gehört auch der Vorsitzende der KPD Ernst Thälmann, der auf direkter Weisung Hitlers nach 11-jähriger Einzelhaft am 18. August 1944 im KZ Buchenwald erschossen wurde.
Jährlich wird in der Bundesrepublik an den 20. Juli 1944 mit Gedenkveranstaltungen erinnert. Dennoch gibt es nach 74 Jahren innerhalb der Bevölkerung keine einheitliche Sichtweise zu diesem Ereignis. Dass ist auch nicht mit der Benennung von Schulen, Kasernen, Straßennamen, Gedenktafeln usw., die auf Stauffenberg verweisen, zu erreichen. Dass dieses Ereignis eine beachtenswerte Tat von Claus Schenk Graf von Stauffenberg war, für die er ganz bewusst sein Leben einsetzte, ist unbestritten. Die Historiker waren sich schnell einig, dass dieses Ereignis ein Ausdruck des Widerstands gegen das Hitler-Regime war. Historiker der DDR begannen Anfang der 1980er Jahre davon auszugehen, dass dieses Ereignis als Widerstand gegen Hitler betrachtet werden könne. Die breite Bevölkerung der DDR hat diese Sichtweise nicht in sich verinnerlicht. Es ist den Historikern der BRD und auch der DDR bisher nicht gelungen nachzuweisen, wann Generäle, Offiziere, Großgrundbesitzer, Persönlichkeiten des Bürgertums des Hitler-Regimes wirklichen Widerstand gegen Hitler-Regime leisteten. Es fanden sich gleichgesinnte Militärs und Bürgerleute in Gruppen zusammen und sprachen über eine Änderungen der Politik und des Krieges, aber sie haben keinen Widerstand geleistet. Sie riefen nicht zu Aktionen auf, um den verbrecherischen Krieg zu beenden. Es gab keinen General oder Offizier, der Soldaten aufforderte, das Gewehr oder Geschütz umzudrehen, weil nicht vor ihm, sondern hinter ihm der Feind steht. Auch von Stauffenberg hatte nur das Ziel vor Augen, Hitler zu töten. Das faschistische Regime wollte auch er nicht beseitigen, das ist dem unter seiner Federführung ausgearbeiteten Walküre-Programm deutlich zu entnehmen. Nicht ein Wort enthält das Programm, dass zumindest Himmlers nachstehende Führungskräfte in der SS und die Führungskräfte der Gestapo zu beseitigen sind, die Wehrmacht aus den eroberten Ländern abgezogen werden, sondern dass daran weiter festgehalten wird und wie. Es ist diesem Programm nicht zu entnehmen, wie mit den politischen Gefangenen in den Konzentrationslagern und in den Gefängnissen und Zuchthäusern verfahren wird. Der SD ist zu beseitigen und die Waffen-SS ist dem Heer zu unterstellen, so steht es in dem Walküre-Programm. In den Zusammenhang sei an den Brief, den von Stauffenberg 1939 an seine Frau aus dem besetzten Polen schrieb erinnert. Dieser Feldpostbrief verdeutlicht sein nationalsozialistisches und antisemitisches Denken, das er auch bei dem Tötungsversuch von Hitler behielt. Das verdeutlicht auch die Tatsache, dass von Stauffenberg die zweite Charge nicht in seine Aktentasche legte. Wenn sie auch nicht zur Explosion vorbereitet war, so wäre sie durch die Explosion der vorbereiteten Charge ebenfalls zur Explosion gebracht worden, was die Wirkung wesentlich erhöht hätte. Genau das wollte er nicht. Er bedauerte zuvor in einem Gespräch, dass diese Aktion unschuldige Generäle trifft. Mit seiner militärischen Ausbildung und seinen militärischen Kämpfen, für die er das Eiserne Kreuz 1.Klasse und das Deutsche Kreuz in Gold – die Höchste Auszeichnung im faschistischen Reich – verliehen bekam, ist Ausdruck dafür, dass er nicht wollte, dass die faschistischen Generalstabsleute ums Leben kommen. Wer glaubt, dass, wäre das Attentat gegen Hitler erfolgreich gewesen, der faschistische Staat beseitigt worden wäre, irrt sich gewaltig. Deshalb wurde die Überschrift mit dem Fragezeichen versehen, weil jeder selbst entscheiden muss, ob er das Attentat vom 20. Juli 1944 als Widerstand oder als Versuch eines Putsches bewertet.

 

Nachtrag von Gerd Pehl

Auch Historiker gehen davon aus, dass von Stauffenberg es wusste und somit bewusst seinem Adjutanten Oberleutnant von Haeften die zweite Charge übergab, statt sie in die Aktentasche zu legen, die sie dann auf dem Weg zum Flughafen Rastenburg aus dem Auto warfen. Er wollte eben Hitlers Chefplaner, 1. Generalstabsoffizier Adolf Heusinger, andere gute Generalstäbler nicht töten. So wurde Heusinger bei Konrad Adenauer wieder Chefplaner der Bundeswehr und von April 1961 bis einschließlich März 1964 Vorsitzender des „Ständigen Militärausschusses der NATO“. Für mich ist von Stauffenberg  kein Widerstandkämpfer.