Der heimtückische Überfall auf die Sowjetunion

Der 22. Juni 1941

Im Morgengrauen des 22. Juni 1941 fielen 190 Divisionen Hitlerdeutschlands und seiner Verbündeten mit 3700 Panzern, 4900 Flugzeugen sowie 50 000 Geschützen ohne Kriegserklärung in die Sowjetunion ein. Mit dieser neuen Aggression wollte der deutsche Imperialismus einen entscheidenden Schritt auf dem Wege zu seinem Ziel, der Weltherrschaft, vorankommen. Dabei ging es ihm nicht nur um die Eroberung und Ausplünderung der weiten und reichen Gebiete der UdSSR, sondern vor allem auch um die Zerschlagung der sozialistischen Gesellschaftsordnung. (Ist erst 1989 gelungen.)

aus Ansprache Hitlers März 1941Quellenangabe aus Ansprache Hitlers März 1941

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Mit dem Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion im Jahre 1941 begann der Große Vaterländische Krieg der Sowjetunion

Die faschistische Armee konnte mit dem vertragsbrüchigen, heimtückischen Überfall die UdSSR überraschen und, ehe diese ihre Kräfte mobilisiert hatte, weit vordringen.

Überfall auf die Sowjetunion

Faschistische Truppen überfallen am 22. Juni 1941 die Sowjetunion

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die Bürger der UdSSR leisteten in diesen ersten Monaten des Krieges Gewaltiges. Sie schlossen sich eng um die Führung der KPDSU, die sowjetische Regierung und das staatliche Verteidigungskomitee, das der Generalsekretär der KPDSU, J.W. Stalin, leitete, zusammen.

An der Front vollbrachten sowjetische Soldaten große Heldentaten. Vier Wochen lang kämpften in der Festung Brest die Verteidiger. Die Piloten Butelin und Iwanow rammten unter Opferung ihres Lebens am ersten Kriegstage faschistische Flugzeuge, um sie zu vernichten.


 

Viele Soldaten, Frauen und Männer der besetzten Gebiete schlossen sich in Partisanenverbänden zum Kampf im Rücken der deutschen Front zusammen.

Sonja

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

50 000 Kommunisten folgten sofort freiwillig dem Aufruf der Partei und meldeten sich zur Sowjetarmee. Überall standen sie in der ersten Reihe

Große Leistungen vollbrachten auch die sowjetischen Menschen im Hinterland. Auf Beschluss des Staatlichen Verteidigungskomitees der UdSSR wurden bedeutende Industriewerke aus den bedrohten Gebieten nach dem Osten des Landes geschafft.

verlagertes Werk

Die Arbeit in einem verlagerten Werk beginnt bereits, bevor die Werkhallen stehen

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die Verteidigungsmaßnahmen, die die KPdSU und die sowjetische Regierung einleiteten, sowie der heldenhafte, zähe Kampf Hunderttausender sowjetischer Soldaten machten schon in den ersten Kriegswochen deutlich, dass dieses Mal die Blitzkriegsstrategie ohne Erfolg blieb.

Die sowjetischen Truppen leisteten einen so hartnäckigen Widerstand, dass der deutsche Zeitplan ins Wanken kam. Die faschistischen Generale hatten die Kriegsdauer gegen die UdSSR auf höchstens fünf Monate geschätzt, mussten jedoch bald ihren Fehler einsehen.

Scheitern Barbarossa-Plan

Das Scheitern des faschistischen Barbarossa-Plans

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

aus Kriegstagebuch Generalstabschef HalderQuellenangabe Kriegstagebuch Generalstabschef Halder

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Als die Sowjetarmee am 5./6. Dezember 1941 vor Moskau zum Gegenangriff antrat und die deutschen Armeen bis 250 Kilometer zurückweichen und dabei 1300 Panzer und 18 000 Kraftfahrzeuge zurücklassen mussten sowie 120 000 Mann ihrer besten Truppen verloren, da war klar, dass dieser Blitzkrieg gescheitert war. Der Umschwung im Verlauf des II. Weltkrieges begann sich abzuzeichnen. Die Schlacht vor Moskau machte die Legende von der „Unbesiegbarkeit“ der faschistischen Wehrmacht zunichte.

Den sowjetischen Menschen und allen freiheitliebenden Patrioten in den besetzten Ländern gab der erste große Sieg über die Faschisten neue Kraft für ihren gerechten Kampf.

 

Ausplünderung, Terror, Mord – Methoden des Faschismu

Nach dem heimtückischen Überfall auf die UdSSR errichteten die Faschisten in den eroberten Gebieten ein grausames Terrorregime, das die Bestialitäten der Faschisten in Westeuropa in vielem noch übertraf. Alle Mitglieder der Kommunistischen Partei, die Politischen Kommissare der Sowjetarmee, Mitarbeiter des sowjetischen Staatsapparates, alle Widerstandskämpfer und Partisanen waren mit dem Tode bedroht.

Richtlinien für Behandlung politischer KommissareQuellenangabe Richtlinien Behandlung politischer Kommissare

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Zehntausende sowjetische Kommunisten und Patrioten wurden von den Faschisten ermordet. Hundertausende wurden gewaltsam zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschickt. Die verbliebene Bevölkerung in den besetzten Gebieten musste unter unmenschlichen Bedingungen, bei Hunger und in ständiger Angst für Hitlerdeutschland arbeiten.

aus Protokoll Besprechung Ernährungsministerium November 1941Quellenangabe Besprechung Ernährungsministerium 1941

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Absichten SS-Führer HimmlerAbsichten SS-Führer Himmler 2Quellenangabe Absichten SS-Führer Himmler

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Aus den besetzten Gebieten der Sowjetunion raubten die Faschisten gewaltige Mengen an Nahrungsmitteln, Rohstoffen und Industriegütern und richteten gewaltige Zerstörungen an.

 

aus Bericht Untersuchungen Untaten faschistischer OkkupantenQuellenangabe aus Bericht Untersuchungen Untaten faschistischer Okkupanten

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für di 9. Klasse, Stand 1982

 

Der Große Vaterländische Krieg der Völker der Sowjetunion gegen den starken faschistischen Aggressor stellte die sozialistische Gesellschaftsordnung auf eine harte Probe. Dabei zeigte sich, dass das sowjetische Volk, die volkseigenen Betriebe, die Kollektivwirtschaften und die Sowjetarmee damals dieser Prüfung standhielten

Die bürgerlichen Staaten, darunter das ökonomisch und militärisch mächtige Frankreich, waren schnell unter den Schlägen der faschistischen Wehrmacht zerbrochen. Währenddessen erlitten die Aggressoren durch die Kraft der Völker der Sowjetunion, geführt von der Kommunistischen Partei, die ersten Niederlagen. Die sowjetischen Menschen kämpften selbst unter großen Opfern mit dem eisernen Willen, ihre Heimat zu verteidigen und die Faschisten aus dem Vaterland zu vertreiben. Moskau und Leningrad (heute: St. Petersburg) fielen nicht in die Hände der Faschisten. Die Sowjetunion kapitulierte nicht vor dem Aggressor.

Ein besonders schweres Los hatten die Kommunisten, Antifaschisten und aus rassischen Gründen Verfolgten, vor allem Juden, die von den Faschisten in den Konzentrationslagern gefangengehalten wurden.

Lagertor Auschwitz Birkenau

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Hundertausende sowjetischer Bürger kamen zu den Häftlingen aus allen Ländern Europas, aber auch Deutschland, hinzu. Über acht Millionen Menschen der verschiedenen Nationen und Klassen, in erster Linie Arbeiter, Kommunisten, Sowjetbürger, progressive Angehörige der Intelligenz und Juden, wurden in den Konzentrationslagern grausam ermordet.

aus Briefwechsel IG Farben und KZ Auschwitz

Aus dem Briefwechsel zwischen der IG Farben und dem Konzentrationslager Auschwitz

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

KZs in Europa während des II. Weltkrieges

Die faschistischen Konzentrationslager in Europa während des II. Weltkrieges

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Der Kampf der deutschen Antifaschisten zur Unterstützung des gerechten Krieges der UdSSR und der anderen Völker gegen den Faschismus

Der Überfall auf die UdSSR war ein verhängnisvoller Schlag gegen die Lebensinteressen des deutschen Volkes. Er richtete sich gegen den Staat, der den historischen Fortschritt verkörperte, in dem die Werktätigen (Erwerbstätige, arbeitende Menschen) die Macht ausübten und der konsequent dafür eintrat, die Menschheit von der Gefahr imperialistischer Kriege zu befreien.

Deshalb bemühten sich das Zentralkomitee der KPD und alle Antifaschisten, dem deutschen Volk durch Flugblätter, Radiosendungen und mündliche Propaganda klarzumachen, dass der Sieg der Sowjetunion über Hitlerdeutschland auch die Befreiung des deutschen Volkes vom Faschismus bedeuten würde. Für dieses Ziel kämpfen, war die größte patriotische Aufgabe jedes guten Deutschen.

aus Aufruf der KPD vom 24. Juni 1941Quellenangabe aus Aufruf der KPD vom 24. Juni 1941

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die Verteidigung der Sowjetunion und die Befreiung des deutschen Volkes vom Faschismus war auch das Ziel der seit Jahren wirkenden weitverzweigten antifaschistischen Widerstandorganisation, die von Arvid Harnack und Harro Schulze-Boysen geleitet wurde.

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Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Zur Einbeziehung möglichst vieler Hitlergegner in diesem Kampf nahmen Mitglieder dieser Widerstandsorganisation zu Angehörigen der verschiedensten Bevölkerungsschichten sowie Kriegsgefangenen und ausländischen Zwangsarbeitern Beziehungen auf. Sie verwirklichten praktisch die Volksfrontpolitik der KPD. Als der Leitung dieser Organisation über geheime Verbindung die Vorbereitungen zum Überfall der Faschisten auf die Sowjetunion bekannt wurden, gab sie dem sowjetischen Nachrichtendienst davon Kenntnis. Damit erfüllten diese mutigen Kämpfer die hohen internationalistischen Verpflichtungen eines jeden klassenbewussten Arbeiters, Kommunisten und deutschen Patrioten.

Aktiv traten deutsche Antifaschisten auch gegen die antisowjetische Propaganda der Faschisten auf. Als in Berlin die Ausstellung „Das Sowjetparadies“ stattfand, in der in übelster Weise die politischen und sozialen Verhältnisse in der UdSSR verleumdet wurden, verteilte die Widerstandsorganisation um Schulze-Boysen und Harnack Zettel mit der Aufschrift „Ständige Ausstellung des Naziparadieses – Krieg, Hunger, Lüge, Gestapo – Wie lange noch?“ Die Hetzausstellung selbst wurde am 13. Mai 1942 von Mitgliedern der Widerstandsgruppe um den Jungkommunisten Herbert Baum unter Lebensgefahr angezündet und niedergebrannt

Im Spätsommer 1942 wurden etwa 200 Mitglieder der antifaschistischen WiderstandsorganisationSchulze-Boysen/Harnack verhaftet, darunter Harro Schulze-Boysen und dessen Frau Libertas, Arvid und Mildred Harnack, Hans und Hilde Coppi sowie Wilhelm Guddorf.

Abschiedsbrief von Hilde Coppi

Fotokopie des Abschiedsbriefes von Hilde Coppi vor ihrer Hinrichtung durch die Faschisten

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Aufrecht gingen die meisten von ihnen dem Tod unter dem faschistischen Henkerbeil entgegen. „Ich bereue nichts. Ich sterbe als ein überzeugter Kommunist“, waren die letzten Worte Arvid Harnacks.

Der Kampf der deutschen Antifaschisten und Kriegsgegner wurde in den Monaten und Jahren nach dem Überfall auf die Sowjetunion immer stärker ein Bestandteil des gerechten Befreiungskrieges der Völker gegen denFaschismus.

 

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Der heimtückische Überfall auf die Sowjetunion

 

 

Hinweis:

Siehe auch: Antifaschistische Widerstandsgruppe „Rote Kapelle“

 

 

Der Widerstandskampf gegen die faschistische Barbarei nach Kriegsbeginn

Der Widerstandskampf der deutschen Antifaschisten und Hitlergegner

Die Erfolge der faschistischen Wehrmacht in Europa erschwerten zunächst den Kampf aller deutschen Antifaschisten. Viele Menschen glaubten angesichts dieser Siege den Parolen der Faschisten. Neue Verhaftungen trafen die illegalen Organisationen der antifaschistischen Kriegsgegner hart. Die Einberufungen zur Wehrmacht und die stärkere Abriegelung der Grenzen behinderten ihre Tätigkeit. Nur durch Funkverkehr und die illegale Einreise von Beauftragten und Kurieren des Zentralkomitees der KPD, die unter äußerster Lebensgefahr erfolgte, konnte die Verbindung zur Parteiführung aufrechterhalten werden.

Als einzige deutsche Partei sagte die KPD dem deutschen Volk die Wahrheit. Sie erklärte ihm, dass der Krieg im Interesse der deutschen Monopolherren geführt wurde und zu einer unvermeidlichen Niederlage führen musste.

aus Resolution der Berner KonferenzQuellenangabe Berner Konferenz

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Gestützt auf das Wirken der Kommunistischen Internationale und der anderen kommunistischen Parteien schuf die KPD illegale Parteiorganisationen auf Bezirksebene. Sie wirkten in Berlin, im Rhein-Ruhrgebiet, in Sachsen, Süddeutschland u.a. Gebieten als Kern antifaschistischer Widerstandsorganisationen. Beauftragte des Zentralkomitees leiteten diese an und übermittelten die Beschlüsse der Parteiführung. Am 09. September 1939 gab eine Widerstandsorganisation in Berlin-Neukölln, in der der Jungkommunist Heinz Kapelle führend tätig war, das Flugblatt „Ich rufe die Jugend der Welt“ heraus, das von ihren Mitgliedern an vielen Stellen Berlins verteilt wurde.

 

aus Flugblatt -Jugend der Welt-aus Flugblatt -Jugend der Welt- 2Quellenangabe -Jugend der Welt-

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Heinz Kapelle

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die Führung der KPD und die illegalen Parteiorganisationen in Deutschland bemühten sich nach Kriegsausbruch verstärkt, den antifaschistischen Kampf gemeinsam mit den Sozialdemokraten zu führen. Viele illegal kämpfende Sozialdemokraten in Deutschland halfen, gemeinsam mit ihren kommunistischen Klassenbrüdern, Antifaschisten und Juden vor der Verhaftung zu retten, Flugblätter herzustellen, die Rüstungsproduktion zu sabotieren, die Nachrichten ausländischer Sender abzuhören und ausländische Zwangsarbeiter zu unterstützen. Dem gegenüber lehnten die Führer der Sozialdemokratie in der Emigration alle Angebote der KPD zum gemeinsamen Kampf ab. Sie glaubten nicht an die Kampfbereitschaft der Arbeiterklasse und gaben dem Widerstand keine Erfolgsaussichten. Sie verbündeten sich vielmehr mit großbürgerlichen Kräften und hofften darauf, dass dies zusammen mit der Generalität Hitler stürzen würden

Die Kommunisten betonten demgegenüber immer wieder, dass vor allem die deutschen Werktätigen (Erwerbstätige/arbeitende Menschen) für die Beendigung des Krieges kämpfen müssten.

aus Artikel -Unser Volk will Frieden-

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

KZ Mauthausen

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die von der illegalen kommunistischen Parteiorganisation in Berlin-Adlershof vervielfältigt herausgegebene „Berliner Volkszeitung“ wies Wege, wie der tägliche Kampf gegen den Krieg zu führen sei.

Mutigen Kommunisten gelang es auch, ab Oktober 1940 in Berlin illegal die Zeitung „Rote Fahne“, das Zentralorgan der KPD, herauszugeben. In Berlin wurden, gestützt auf die illegale Leitung der KPD, Mitte 1940 von Rudolf Hallmeyer, Alfred Grünberg, Kurt Steffelbauer und anderen Beauftragten des Zentralkomitees Voraussetzungen dafür geschaffen, eine operative Leitung der KPD und des antifaschistischen Kampfes in Deutschland zu bilden.

Den mutigen Kampf gegen den Faschismus mussten Hunderttausende deutscher Antifaschisten mit der Haft im KZ oder dem Leben bezahlen. Grausame Behandlung und Mord waren darauf gerichtet, den Widerstandswillen dieser tapferen deutschen Männer und Frauen zu brechen.

Bericht Leichenträger KZ Buchenwald
Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Der antifaschistische Kampf der unterworfenen Völker Europas 1939 bis 1941

Die faschistische „Neuordnung“ Europas, die Ausplünderung der besetzten Länder und der Terror gegen die Antifaschisten und Hitlergegner führten zu einer Verstärkung des Widerstandskampfes der Völker in allen überfallenen Ländern.

In den besetzten tschechischen Gebieten kam es im Herbst 1939 zu Massendemonstrationen. Die faschistischen Behörden schlossen daraufhin alle Hochschulen und nahmen über 8000 Verhaftungen vor.

In Polen entstanden die ersten Partisaneneinheiten. Illegal wurde auch der von den deutschen Faschisten in diesem Land verbotene Universitäts- und Schulunterricht wieder aufgenommen

Zu großen Streiks gegen die Verhaftungen von Antifaschisten und Juden sowie gegen den Terror und die Unterdrückung kam es in Belgien, den Niederlanden, in Norwegen und Frankreich. In den Niederlanden beteiligten sich im Februar 1941 über 300 000 Menschen an einem Generalstreik. Besonders stark war die französische Widerstandsbewegung, die Résistance, in der 1940/41 schon etwa 250 000 Menschen kämpften. Drei Wochen streikten im April und Mai 1941 in Frankreich 100 000 Bergarbeiter. Mehrere hundert Motorräder der Firma Renault, die für die Naziwehrmacht bestimmt waren, mussten verschrottet werden, weil die Arbeiter sie unbrauchbar gemacht hatten. Die Kommunistische Partei in Frankreich war ebenso wie die kommunistischen Parteien in anderen Ländern die führende Kraft im Kampf gegen die faschistischen Besatzer und Helfer.

französische Partisanen

Von französischen Partisanen zum Entgleisen gebrachter Zug

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die mutigen Aktionen stählten den Widerstandswillen der unterjochten Völker.

 

Der Charakter des Krieges von 1939 bis 1941

DerII. Weltkrieg war als Folge des Kampfes zwischen zwei imperialistischen Blöcken – Hitlerdeutschland, Italien und Japan einerseits sowie Großbritannien, Frankreich und die USA andererseits – um die Herrschaft in Europa und der Welt als imperialistischer Krieg entstanden. Beide Staatenblöcke verfolgten imperialistische Ziele.

Gemeinsam war ihnen jedoch der Hass gegen den ersten sozialistischen Staat, die Sowjetunion. Deshalb kam es im ersten Kriegsjahr zu einigen Versuchen, den Frieden zwischen den imperialistischen Mächten wiederherzustellen. Die Absicht war dabei, gemeinsam gegen die UdSSR vorzugehen. Die Westmächte hatten darüberhinaus den Hintergedanken, dass sich Deutschland und die Sowjetunion gegenseitig vernichten würden.

Die beiden imperialistischen Blöcke vermochten sich aber nicht zu einigen, da die Eroberungsgelüste des deutschenMonopolkapitals und der Militaristen besonders auf den Willen der britischen und amerikanischen Imperialisten stießen, ihre Machtstellung zu verteidigen.

Im Unterschied zu den imperialistischen Westmächten verfolgte der deutsche Faschismus besonders extreme, auf die Vernichtung ganzer Nationen gerichtete Kriegsziele. Vom ersten bis zum letzten Kriegstag führte der deutsche Imperialismus und Militarismus einen ungerechten Eroberungskrieg.

In heroischen Abwehrkämpfen wehrten sich die überfallenen Völker Europas gegen die faschistischen Eindringlinge. Gegen einen übermächtigen und überraschend angreifenden Feind verteidigte sich wochenlang das polnische Volk. Diesen gerechten Kampf um die nationale Unabhängigkeit und die Existenz musste die Bevölkerung Polens vom ersten Kriegstage an gegen die deutschen Faschisten führen

Bald aber waren auch andere Völker Europas gezwungen, diesen schweren und opferreichen Abwehrkampf gegen den deutschen Imperialismus und Militarismus zu bestehen. Dieser ständig wachsende Kampf der Volksmassen in den angegriffenen und unterdrückten Ländern für die nationale Unabhängigkeit und den Sieg über den Faschismus verstärkte den Prozess der Umwandlung des Charakters des Krieges zum antifaschistischen Befreiungskrieg.

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Widerstand gegen Faschismus nach Kriegsbeginn

 

 

Die Entfesselung des II. Weltkrieges

Die faschistische Provokation von Gleiwitz

Als Anlass für den Beginn des Krieges diente eine von den Faschisten organisierte Provokation. Hitler hatte bereits am 22. August 1939 erklärt:Ich werde propagandistischen Anlass zur Auslösung des Krieges geben, gleichgültig ob glaubhaft. Der Sieger wird später nicht danach gefragt, ob er die Wahrheit gesagt hat oder nicht.“ 1 Dementsprechend wurde folgende Lüge in die Welt gesetzt:

Zitatquelle:

Zitat im Text

 

Meldung faschistische Zeitung

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

In Wirklichkeit hatte es sich so verhalten:

Meldung faschistische ZeitungQuellenangabe Meldung faschistische ZeitungZitatquellen Wahrheit Beginn II. Weltkrieg

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Der Kriegsverlauf bis zum Sommer 1941

In den Morgenstunden des 1. September 1939 fiel die faschistische Wehrmacht ohne Kriegserklärung mit rund 1,5 Millionen Mann, mit 3000 Panzern und 1500 Flugzeugen von Norden, Westen und Südwesten in Polen ein. Die polnische Armee kämpfte sehr tapfer, jedoch war die kräftemäßig unterlegen. Sie konnte nur 600 Panzer und 350 Flugzeuge aufbieten, die zumeist veraltet waren. Infolge des schnellen faschistischen Angriffs gelang es auch nicht, die gesamte polnische Armee zu mobilisieren.

Angriff auf polnische Westernplatte

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die Regierungen Frankreichs und Großbritanniens, die am 3. September Hitlerdeutschland den Krieg erklärten, hatten ihrem polnischen Bundesgenossen vor dem Kriege versprochen, einen Entlastungsangriff gegen die deutsche Westgrenze zu führen. Im September 1939 unternahmen sie jedoch nur völlig unbedeutende Vorstöße. Sie ließen, obwohl sie über ausreichende Kräfte verfügten, ihren polnischen Bundesgenossen im Stich und blieben militärisch untätig.

Aussage Jodl 1Aussage Jodl 2Quellenangabe Aussage Jodl

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse Stand 1982

 

Polen erlitt bis Ende September 1939 eine Niederlage. Das geschah, weil das faschistische Deutschland überlegen war, die Westmächte keine militärische Hilfe leisteten und die herrschenden Kreise Polens eine antisowjetische Politik betrieben hatten, die ein Bündnis mit der UdSSR vereitelte, das eine Chance zur Rettung Polens gewesen wäre. Das Land wurde besetzt und von faschistischen Besatzungsbehörden regiert. Die Westgebiete der Ukraine und Belorusslands, die polnische Interventen 1920 der Sowjetunion geraubt hatten, kehrten in den sowjetischen Staatsverband zurück.

 

Ukrainische Volksversammlung 1939

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die Imperialisten Großbritanniens und Frankreichs erwarteten, dass Hitlerdeutschland nach dem Sieg über Polen sofort den Krieg gegen die Sowjetunion fortsetzen würde. Das entsprach ihren eigenen antikommunistischen Zielen, denen auch herrschende Kreise der USA zustimmten. Deshalb schürten sie im Winter 1939/40 einen militärischen Konflikt zwischen Finnland und der Sowjetunion, den sie in einen Krieg aller imperialistischen Mächte gegen die UdSSR umzuwandeln gedachten. Sie hofften, Deutschland und die Sowjetunion würden sich dabei gegenseitig so schwächen, dass sie selbst die eigentlichen Sieger des Krieges wären.

Der deutsche Imperialismus fühlte sich nach der Eroberung Polens jedoch nicht stark genug, um sofort das größte Ziel des Krieges, den Überfall auf die Sowjetunion anzusteuern. Erst wollte er die Hilfsquellen ganz Europas beherrschen und sich den Rücken frei machen. Wir können Russland nur entgegentreten, wenn wir im Westen frei sind“ 6, erklärte Hitler am 23. November 1939.

Zitatquelle:

Zitat nach Nürnberger Prozess

 

 

Die faschistische Führung plante deshalb durch eine Aggression gegen Dänemark, Norwegen, Frankreich, Belgien, die Niederlande und Luxemburg die Herrschaft in Westeuropa zu erobern, die Länder ökonomisch auszubeuten und in den Dienst ihrer weiteren Eroberungspläne zu stellen. Zugleich schmiedeten die deutschen Imperialisten weitgreifenden Pläne zur „Neuordnung“ Europas, zur Besetzung Englands und vor allem zum Überfall auf die UdSSR. Noch weitergehende Pläne sahen Eroberungen in Afrika, im Nahen Osten und in Indien sowie den Krieg gegen die USA vor. An der Ausarbeitung der Pläne zur „Neuordnung“ Europas waren die großen Monopole, wie die IG Farben und der Flick-Konzern, hervorragend beteiligt. Sie sahen ihr Ziel darin, die absolute Vorherrschaft des deutschenMonopolkapitals in der europäischen sowie in der Weltwirtschaft zu sichern.

 

Bomben auf Flüchtlingskolonnen

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Kriegsverlauf April 1940 bis Juni 1941 1Kriegsverlauf von April 1940 bis Juni 1941 2

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Verlauf des II. Weltkrieges bis Frühjahr 1941

Überblick über den Verlauf des II. Weltkrieges in Europa bis zum Frühjahr 1941

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Luftangriff auf Coventry

Die englische Stadt Coventry am Morgen nach dem deutschen Luftangriff vom 14. November 1940. Damit beginnen die deutschen Imperialisten die völkerrechtswidrigen Terrorangriffe gegen die britische Zivilbevölkerung.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

Unterdrückung und Ausplünderung der überfallenen Völke

Die Faschisten unterdrückten die überfallenen Völker und plünderten sie systematisch aus. Millionen Menschen erfuhren damit, was die deutschen Imperialisten unter der „Neuordnung“ Europas verstanden. Die rücksichtslose Ausraubung der besetzten Länder, die Verschickung Hunderttausender Zwangsarbeiter nach Hitlerdeutschland und ein grausamer Terror gegen Antifaschisten, Patrioten und Juden waren die Hauptmethoden der faschistischen Besatzungspolitik.

 

Abtransport Franzosen zur Zwangsarbeit in Hitlerdeutschland

Abtransport französischer Zivilisten zur Zwangsarbeit nach Deutschland im Jahre 1940

Vertreibung jüdischer Bürger Polens

Jüdische Bürger Polens werden von Haus und Hof vertrieben und in Vernichtungslager verschleppt

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die Faschisten zerschlugen den polnischen Staat. Teile des Landes wurden Hitlerdeutschland angeschlossen und die übrigen Gebiete zu einem Generalgouvernement erklärt. Die polnische Landwirtschaft und Industrie musste für den Krieg der Faschisten arbeiten. Die Universitäten und Hochschulen des Landes wurden geschlossen. Kein Pole sollte mehr Zugang zur Bildung haben.

 

Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene in Hitlerdeutschland

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Himmler erklärte beispielsweise, in einer „vierklassigen Volksschule“ sollte den Polen nur folgendes beigebracht werden: „Einfaches Rechnen bis höchstens 500, Schreiben des Namens, eine Lehre, dass es ein göttliches Gebot ist, dem Deutschen gehorsam zu sein, und ehrlich, fleißig und brav zu sein.“ 8

Zitatquelle:

Zitat im Text 3

 

Aus den besetzten Ländern Nord- und Westeuropas wurden große Mengen Rohstoffe, Kriegsmaterial und Nahrungsmittel nach Deutschland geschafft

Allein im April 1940 bis März 1941 musste Dänemark 83 668 Tonnen Butter, 159 686 Tonnen Schweinefleisch, 97 384 Tonnen Rindfleisch, 73 000 Tonnen Heringe usw. nach Deutschland liefern. Aus Frankreich wurden in einem Jahr 750 000 Tonnen Weizen und 6,5 Millionen Hektoliter Milch, Butter und Käse zwangsweise herausgeholt. In Frankreich, Belgien, Holland und Norwegen wurden 800 000 Tonnen dringend benötigen Flugbenzins erobert. Die deutschen Monopole eigneten sich Fabriken in den besetzten Ländern an. Die IG Farben erhielt zum Beispiel 51 Prozent der Aktien der französischen Chemieindustrie. Flick bekam Erzbergwerke und Kohlegruben.

In Nord- und Westeuropa versuchten die deutschen Faschisten Teile der einheimischen Bourgeoisie zur Zusammenarbeit mit ihnen zu bewegen. Das gelang auch teilweise. Der Name des Norwegers Quisling wurde sogar zum Begriff für solchen nationalen Verrat. Dies auch als Kollaboration bezeichnete Zusammengehen mit Hitlerdeutschland verhinderte oder verminderte die wirtschaftliche Ausplünderung durch die deutschen Konzerne und die Unterdrückung der Völker dieser Länder keineswegs. Im Gegenteil: Es war Verrat an den nationalen Interessen der unterdrückten Völker.

 

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Die Entfesselung des II. Weltkrieges

 

 

 

Der Weg des deutschen Imperialismus in den II. Weltkrieg

Der deutsche Imperialismus und Militarismus wollte seine Vorherrschaft in Europa und in der Welt errichten.  Deshalb hatte er sich nicht mit den Ergebnissen des I. Weltkrieges abgefunden und forderte eine Revision der Grenzen

Im Kampf gegen die UdSSR beabsichtigte er, sowohl sein vorrangiges Klassenziel, den ersten sozialistischen Staat der Welt zu vernichten, als auch seine Eroberungspläne durchzusetzen. Bekanntlich ist der sozialistische Staat UdSSR 1989/90 vernichtet worden.

Seine Hauptziele gegenüber den imperialistischen Konkurrenten waren: der gewaltsame Raub großer Gebiete Polens und Südosteuropas, die Verdrängung Großbritanniens, Frankreichs und der USA aus der führenden Position im Welthandel, die „Rückgabe“ der ehemaligen Kolonien sowie die absolute Herrschaft über Europa und schließlich über die Welt.

Im Krieg sahen die deutschen Imperialisten das erfolgversprechendste Mittel, diese Ziele zu verwirklichen. Zu ihrer Durchsetzung hatten sie die faschistische Diktatur errichtet, die alle Machtmittel des Staates in den Dienst der Kriegsvorbereitung stellte. Monopol– und Bankherren, Generalität, Staatsbeamte, faschistische Schriftsteller, Lehrer und Propagandisten hatten zwei Jahrzehnte lang alles unternommen, um das deutsche Volk für diesen Krieg vorzubereiten.

Stationen zum II. Weltkrieg 1Stationen zum II. Weltkrieg 2Stationen zum II. Weltkrieg 3

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Entscheidende Mittel zur Vorbereitung des Krieges waren die Zerschlagung der legalen Parteien und Organisationen der Arbeiterklasse und die Einkerkerung Zehntausender Kommunisten, Sozialdemokraten und Demokraten in Konzentrationslagern und Gefängnissen. Damit sollte der Widerstand des Volkes gegen den Krieg gebrochen und die Arbeiterklasse ihrer Führung beraubt werden. Es gelang den Faschisten, große Teile des deutschen Volkes irrezuführen und ihnen vorzugaukeln, sie kämpften für Deutschland. In Wirklichkeit missbrauchten sie den Fleiß der Arbeiter, Bauern und Handwerker, die Leistungen der Intelligenz und die Tapferkeit vieler Soldaten und Offiziere zum Nutzen der deutschen Monopolherren und zum Schaden des Volkes. Millionen Opfer an Menschenleben, unermessliche Verluste an Hab und Gut sowie kulturellen Werten waren die Folgen für das deutsche Volk.

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Der Weg des deutschen Imperialismus in den II. Weltkrieg

 

Das internationale Kräfteverhältnis am Vorabend des zweiten Weltkrieges

Schritt für Schritt hatten die Regierungen Deutschlands, Italiens und Japans ihre Aggressionen vorbereitet. Sowohl in Europa als auch im Fernen Osten waren Kriegsherde entstanden. Deutlich zeichneten sich Ende der dreißiger Jahre zwei imperialistische Mächtegruppierungen ab, deren Widersprüche sich ständig verschärften. So standen dem aggressiven Block mit Deutschland, Italien und Japan die anderen imperialistischen Großmächte England, Frankreich und die USA gegenüber

In den faschistischen Staaten war in den zurückliegenden Jahren das gesamte Leben militarisiert worden. Alle Seiten des gesellschaftlichen Lebens, die Politik, die Wirtschaft, Ideologie, Kunst und Kultur waren völlig auf den Krieg ausgerichtet. Am Vorabend des Krieges verfügte der faschistische Block über eine entwickelte Kriegswirtschaft und starke Streitkräfte. Das Ziel der Regierungen dieses aggressiven Blocks bestand in der Entfesselung von Eroberungskriegen, um andere Völker zu unterjochen und schließlich die Weltherrschaft zu erobern. Damit richtete sich diese Zielsetzung in erster Linie gegen die sozialistische Sowjetunion.

Karikatur -Achse der Imperialisten-

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die herrschenden imperialistischen Kreise Englands, Frankreichs und der USA waren bestrebt, ihre Herrschaft im Inland zu festigen und ihre außenpolitischen Positionen und Einflusssphären zu sichern und auszudehnen. Das brachte sie einerseits in Widerspruch zu den faschistischen Staaten, andererseits waren sie jedoch daran interessiert, den faschistischen Staaten keine Hindernisse in den Weg zu legen. Die imperialistischen Westmächte hofften, dass sich der künftige Krieg gegen die Sowjetunion richten würde. Sie förderten deshalb die faschistischen Aggressionsbestrebungen in vielfältiger Weise und hintertrieben ein System der kollektiven Sicherheit. Die englischen, französischen und amerikanischen Werktätigen(Erwerbstätigen/arbeitende Menschen)zeigten im wachsenden Maße größeren Weitblick als ihre Regierungen und wandten sich gegen diese Politik.

USA-Botschafter über internationale Situation Dezember 1938Quellenangabe USA-Botschafter über internationale Situation Dezember 1938

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Allein die UdSSR führte einen entschiedenen Kampf für den Frieden und die kollektive Sicherheit. Die Kommunistische Partei der Sowjetunion und die Regierung der UdSSR taten alles, was in ihren Kräften stand, um einen Krieg zu verhüten und den Aggressor zu zügeln. Um die Sowjetunion und ihr Programm des für Frieden, Sicherheit, Demokratie und sozialen Fortschritt scharten sich die fortgeschrittensten, friedliebenden Kräfte der ganzen Welt. An ihrer Spitze standen die kommunistischen Parteien, die größte Anstrengungen unternahmen, um die Arbeiterklasse und alle anderen werktätigen und demokratischen Kräfte zum Kampf um die Erhaltung des Friedens zusammenzuschließen.

 

Geschichtsbuch DDR 9. Klasse Kopie

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Vorabend des II. Weltkrieges

 

 

Der Antikominternpakt

Gastbeitrag von Gerd Pehl

Der Antikominternpakt (AKP) ist in dem Beitrag zu wenig in seiner Bedeutung dargestellt. Seine briete und tiefe Bedeutung ergibt sich bereits aus dem Begriff: Antikominternpakt. Ihn nun nur als Angriffspunkt gegen die UdSSR zu reduzieren, gehört zur Geschichtsklitterung. Um die Bedeutung des AKP von 1936 zu begreifen, ist es notwendig, die historischen Entstehungsbedingungen gedanklich zu erfassen.

Um den Begriff zu verstehen, muss verstanden werden, dass es sich um einen Vertrag (Pakt) handelt, der sich gegen (Anti) die Kommunistische Internationale (Komintern oder KI)handelt – also Antikominternpakt.

Was war die Kommunistische Internationale? Die Komintern war eine im März 1919 von W. I. Lenin, dem Führer der Kommunistischen Partei der RSFSR (KPR (B)) ins Leben gerufene Konferenz in Moskau, an der 50 Delegierte der kommunistischen und linkssozialistischen Parteien und Organisationen aus fasst 30 Ländern Europas, Asiens und Afrikas teilnahmen und sich als Kommunistische Internationale bezeichneten. Mit ihrem Erstarken wurde sie für den internationalen Imperialismus und besonders für den aufkommenden Faschismus in Europa zum international erklärten Feind. Auf dem VII. Kongress der KI, August 1935, an dem 513 Delegierte aus 65 Kommunistischen Parteien und einer Reihe der KI angeschlossener internationaler Organisationen teilnahmen referierte unter anderem der bulgarische Kommunist Georgi Dimitroff über die Offensive des Faschismus und die Aufgaben der KI im Kampf um die Einheit der Arbeiterklasse gegen den Faschismus, indem er den Faschismus als offene terroristische Diktatur der reaktionärsten, am meisten chauvinistischen, am meisten imperialistischen Elemente des Finanzkapitals brandmarkte.

Diese breite internationale Entwicklung der KI war nun besonders für die Ziele des Hitlerfaschismus zur Gefahr geworden, die mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpft werden musste. So kam es dann im November 1936 zu dem AKP zwischen Hitlerdeutschland und Japan, auch Japan war im Exekutivkomitee der KI (EKKI) durch Shoichi Ichikawa vertreten.

Der AKP bestand aus drei Teilen, einem Zusatzprotokoll und einem Geheimen Zusatzprotokoll. Der AKP verpflichtete die vertragschließenden Seiten, sich gegenseitig über die Tätigkeit der KI zu unterrichten, über notwendige Abwehrmaßnahmen zu beraten und in enger Zusammenarbeit durchzuführen sowie dass beide Vertragsparteien dritte Staaten gemeinsam einladen, Abwehrmaßnahmen im Geiste des AKP zu ergreifen oder an diesem Abkommen teilzunehmen. 

Das Zusatzprotokoll verpflichtete zum Nachrichtenaustausch über die Tätigkeit der KI und strenge Maßnahmen gegen diejenigen zu ergreifen, die sich im In- oder Ausland direkt oder indirekt im Dienst der KI betätigen. Damit hatten Hitlerdeutschland und Japan sich Vorwände zu Einmischung in innere Angelegenheiten anderer Staaten geschaffen. 

Das Geheime Zusatzprotokoll enthielt die Verpflichtung, dass im Falle eines Krieges des einen Staates gegen die UdSSR der andere Staat keine Maßnahmen trifft, die die Lage der UdSSR entlasten könnten. Die Gültigkeit des Vertrags war für fünf Jahre vereinbart, in der keine politischen Verträge abgeschlossen werden, die nicht mit dem AKP übereinstimmen.

1937 trat Italien, 1939 traten Ungarn und der japanische Marionettenstaat Mandschukuo und Franco-Spanien dem AKP bei. 1941 wurde der AKP um weitere fünf Jahre verlängert und es schlossen sich die faschistischen Regierungen Bulgariens, Finnlands, Rumäniens, der von Hitlerdeutschland besetzten Länder Dänemark, Slowakei und Kroatien sowie die chinesischen Nanking-Regierung an. Die herrschenden Kreise Großbritanniens, Frankreichs und der USA begünstigten durch ihre Befriedigungs-Politik und die Ermunterung der Aggressoren zum Krieg gegen die UdSSR in bedeutendem Maße die Bildung und Festigung dieses Blocks, obwohl er darauf abzielte unter den Vorwand des Kampfes gegen die KI nicht nur eine intensive Kriegsvorbereitung gegen die UdSSR, sondern auch gegen Großbritannien, Frankreich, die USA und andere Staaten durchzuführen. 

In den Jahren 1939/40 wurde der AKP zu einem offenen Militärbündnis zwischen Deutschland, Italien und Japan verwandelt. Der Sieg der Antihitlerkoalition, in der die UdSSR die entscheidende Rolle spielte, führte zur Liquidierung des Blocks der faschistischen Aggression.

 

 

Die außenpolitischen Schritte der Faschisten zur Vorbereitung des Krieges

Die faschistische Aufrüstung stärkte die Positionen des faschistischen deutschen Imperialismus und Militarismus. Deshalb unternahm die Hitlerregierung gleichlaufend wichtige außenpolitische Schritte, um ihre Positionen auszubauen und die Kräfte des internationalen Faschismus zusammenzuschließen

Die drohende Gefahr eines imperialistischen Weltkrieges wurde durch den Krieg, den der italienische Faschismus 1935/36 gegen das Kaiserreich Äthiopien führte, schlaglichtartig deutlich. Die Hitlerfaschisten nahmen gegenüber diesem Aggressionskrieg eine wohlwollende Haltung ein und unterstützten den italienischen Faschismus durch Lieferungen von Kriegsmaterial.

Italienische Truppen in Äthiopien Kopie

Faschistische italienische Truppen bringen schwere Artillerie in Stellung, um das Feuer auf eine äthiopische Stadt zu eröffnen

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Am 07. März 1936 ließ die Hitlerregierung Teile der faschistischen Wehrmacht in jene Gebiete des Rheinlandes einrücken, die entsprechend dem Versailler Vertrag militärisch nicht befestigt oder besetzt werden durften. Dieser Schritt diente der Verbesserung der strategischen Ausgangspositionen für einen Krieg gegen Frankreich. Der Bau des Westwalls entlang der Grenze nach Frankreich begann.

Besetzung Rheinland Kopie

Besetzung der entmilitarisierten Gebiete des Rheinlandes: Faschistische Militärflugzeuge überfliegen den Rhein

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die imperialistischen Westmächte England und Frankreich nahmen auch diese Provokation hin. Sie verurteilten in Worten den faschistischen Einmarsch. Da sie jedoch keinerlei praktische Schritte unternahmen, um das faschistische Deutschland zu zügeln, förderten sie damit die Verderbnis bringende Politik der Hitlerregierung.

Ein nächster Schritt bei der Entwicklung einer aggressiven Mächtegruppierung war die Bildung der Achse Berlin-Rom durch den Abschluss eines Vertrages zwischen den faschistischen Staaten Deutschland und Italien am 25. Oktober 1936. Darin erkannte Hitlerdeutschland die Annexion Äthiopiens durch Italien an. Zugleich verständigte man sich über die Verteilung der Einflusssphären auf dem Balkan.

Nachdem sich mit dem militär-faschistischen Putsch im Februar 1936 auch in Japan die äußerste Reaktion in der Regierung durchgesetzt hatte, wurde am 25. November 1936 zwischen Deutschland und Japan der sogenannte Antikominternpakt abgeschlossen. Diesem Pakt trat am 06. November 1937 auch Italien bei. Das war eine offene Kampfansage dieses Kriegsblocks gegen die Sowjetunion, die internationale Arbeiterbewegung und alle demokratischen Kräfte. Zugleich aber wurde durch die starke Betonung des Kampfes gegen den Kommunismus der Versuch unternommen, sich der gesamten imperialistischen Reaktion als Speerspitze gegen die Sowjetunion anzubieten.

Unterzeichnung des Antikomminternpaktes Kopie

Unterzeichnung des Antikominternpaktes durch die Beauftragten Japans und Hitlerdeutschlands am 25. November 1936 in Berlin

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Damit wollten sich die Staaten der Antikominternpaktes die Unterstützung der Imperialisten in aller Welt sichern und gleichzeitig sollten die Westmächte getäuscht werden, um sie von den Kriegsvorbereitungen der Faschisten gegen Frankreich und Großbritannien abzulenken.

Siehe auch den Gastbeitrag von Gerd Pehl:  „Der Antikominternpakt“

 

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Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

 

Die Außenpolitischen Schritte zur Kriegsvorbereitung des Faschismus