Kliment Jefremowitsch Woroschilow

Kliment Jefremowitsch Woroschilow , geboren am 23. Januar (4. Februar 1881) in Werchneje im Ujesd Bachmut, Gouvernement Jekaterinoslaw (heute Ukraine); verstorben am 2. Dezember 1969 in Moskau) war von 1925 bis 1940 Verteidigungsminister (Volkskommissar) der Sowjetunion. Als Nachfolger Nikolai Schwerniks war der 1935 zum Marschall der Sowjetunion ernannte Woroschilow von 1953 bis 1960 Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjets und damit Staatsoberhaupt des Landes.

Klim_voroshilov

Kliment Woroschilow als Marschall der Sowjetunion, 1937

Bildquelle: Von Unbekannt – Почтовая карточка 1937 года. Автор фото неизвестен., Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 


 

Nach kurzer Schulbildung arbeitete Woroschilow in unterschiedlichen Handwerksberufen; seit 1899 engagierte er sich in der Arbeiterbewegung und trat 1913 in die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands (РСДРП) ein. Bis zur Oktoberrevolution organisierte er Streiks und illegale Aktivitäten im Donezbecken, Baku und Sankt Petersburg, wobei er mehrfach inhaftiert und verbannt wurde. Nach der Februarrevolution 1917 wurde er in den Petrograder Arbeiter- und Soldatenrat gewählt; während des folgenden Kampfes gegen Konterrevolution und Intervention beteiligte er sich an der Bildung der Roten Armee und spielte eine wichtige Rolle beim Kampf um Zarizyn (ab 1925: Stalingrad, seit 1961: Wolgograd), wobei er eng mit Stalin zusammenarbeitete.

1917 gründete er die Zeitung Donezki Proletari.

Von 1926 bis 1957 war er Vollmitglied im Politbüro der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) und damit im Zentrum der politischen Macht.

In den 1920er und 1930er Jahren setzte sich Woroschilows militärischer Aufstieg auf verschiedenen Positionen der Roten Armee fort. Am 7. November 1925 wurde er Volkskommissar (Minister) für Armee und Marine (im Juni 1934 umbenannt in Volkskommissar für Verteidigung) sowie Vorsitzender des Revolutionären Kriegsrates. Am 20. November 1935 erfolgte die Ernennung zum Marschall der Sowjetunion.

Nach den katastrophalen Verlusten der Roten Armee im sowjetischen Winterkrieg gegen Finnland wurde Woroschilow am 8. Mai 1940 im Amt des Volkskommissars für Verteidigung durch Marschall Timoschenko ersetzt. Er blieb bis 1953 einer der stellvertretenden Vorsitzenden des Rates der Volkskommissare (ab 1946: Ministerrat der UdSSR). Zu Beginn des Großen Vaterländischen Krieges(zweiter Weltkrieg) im Juni 1941 war er verantwortlich für den nordwestlichen Teil der Landesverteidigung. Es gelang ihm als Befehlshaber der Leningrader Front nicht, die am 8. September 1941 beginnende Leningrader Blockade durch Truppen der Wehrmacht zu verhindern. Woroschilow behielt das Vertrauen Stalins und hatte von 1945 bis 1947 den Vorsitz der sowjetischen Kontrollkommission in Ungarn inne.                                                                                            Nach Stalins Tod im März 1953 war Woroschilow bis 1960 Vorsitzender des Obersten Sowjets und damit Staatsoberhaupt der UdSSR. 1956 erhielt er – zu Ehren seines 75. Geburtstages – erstmals die Auszeichnung Held der Sowjetunion“. Zusammen mit Malenkow und Chruschtschow war er in die Aktivitäten gegen Geheimdienstchef Lawrenti Beria involviert, die mit dessen Todesurteil und Hinrichtung im Dezember 1953 endeten. An Chruschtschows Initiative zur Verdammung Stalin beteiligte er sich zunächst nicht. Malenkows gescheiterten Versuch, Chruschtschow 1957 als Ersten Sekretär der KPdSU abzusetzen, unterstützte er zunächst, um aber letztlich wieder auf Chruschtschows Seite zu wechseln.

1960 trat Woroschilow in den Ruhestand und wurde auf seinem Posten als Vorsitzender des Präsidium des Obersten Sowjets von Leonid Breschnew abgelöst. Als „lebende Legende der sowjetischen Geschichte“ wurde er jedoch von 1966 bis 1969 erneut ins Zentralkomitee berufen. Zum 50. Jubiläum der Roten Armee im Jahr 1968 wurde er zum zweiten Mal als Held der Sowjetunion ausgezeichnet.

In seinem 89. Lebensjahr starb Woroschilow in Moskau und wurde an der Kremlmauer am Roten Platz beigesetzt, wo man ein Denkmal für ihn auf seinem Grab aufstellte. Ebenso erinnert eine Tafel an seinem ehemaligen Wohnhaus in der Granowski-Straße (улица Грановского), seit 1992 Romanow pereulok (Романов переулок), an ihn. In der Türkei, deren Unabhängigkeitskrieg durch sowjetische Militärhilfe unterstützt wurde, ist Woroschilow in der Personengruppe des Denkmals der Republik am Istanbuler Taksim-Platz abgebildet.

Woroschilow in Türkei

Woroschilow mit dem türkischen Staatsgründer Mustafa Kemal Atatürk bei den Feierlichkeiten zum zehnten Jahrestag der türkischen Republik (Oktober 1933)

Bildquelle: Von Original photographer unknown. – Ministry of Education web site, [1] (Images Atatürk) collection of the Republic of Turkey ., Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Namensgebungen und Schilderstürmerei 

Mit dem KW-1, KW-2 und KW-85 war eine Serie sowjetischer schwerer Panzer, die im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden, nach Woroschilow benannt. Drei Städte trugen seinen Namen: Woroschilowgrad in der Ukraine (von 1935 bis 1958 und von 1970 bis 1990, heute wieder Luhansk), Woroschilowsk in der RSFSR (von 1935 bis 1943, heute wieder Stawropol) und Woroschilow im russischen Fernen Osten (von 1935 bis 1960, heute Ussurijsk), sowie einige Dörfer und Kolchosen. Nach Woroschilow wurde auch eine Auszeichnung benannt, die in der Roten Armee zwischen 1932 und 1939 den besten Schützen verliehen wurde (Ворошиловский стрелок = Woroschilow-Schütze). Die Militärakademie des Generalstabes der UdSSR trug ebenfalls seinen Namen.

In der DDR trugen das Ferienlager „Klim Woroschilow“ bei Templin und bis 1989/90 die „Kliment-Jefremowitsch-Woroschilow-Oberschule“ in der Leipziger Scharnhorststraße seinen Namen. Anlässlich seines Besuches wurde Woroschilow 1933 zum Ehrenbürger der türkischen Stadt Izmir ernannt; dort trug bis 1951 auch ein Boulevard seinen Namen (heute „Plevne Bulvarı“).

 

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Semjon Michailowitsch Budjonny

Semjon Michailowitsch Budjonny, geboren am 13. April(25. April) 1883 in Kosjurin bei Woronesch, verstorben am 26. Oktober 1973 in Moskau, war ein Marschall der Sowjetunion, Hauptinspekteur der Roten Armee und dreifacher Held der Sowjetunion(1958, 1963, 1968).

Marschall Budjonny

Marschall Budjonny

Bildquelle: Von Unbekannt – [1], Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Budjonny war der Sohn armer Bauern und trat 1903 der zaristischen Armee bei. Von 1904 bis 1905 nahm er am Krieg gegen Japan teil. Im Ersten Weltkrieg war er Wachtmeister in einem Regiment der zaristischen Dragoner, dekoriert mit dem höchsten Russischen Orden des heiligen Georg.

Im Kampf Sowjetrusslands gegen Konterrevolution und Intervention von 1918 bis 1921 führte Budjonny größere Kavallerieverbände. So kämpfte er an der Spitze der 1. Roten Reiterarmee bei der 10. Armee gegen Anton Iwanowitsch Denikin, General der weißgardistischen Truppen, und vertrieb 1920 die Kosaken aus Jekaterinodar.

Auch am Polnisch-Sowjetischen Krieg von 1920 war er als Befehlshaber einer Armee beteiligt. In dieser Zeit begründete sich seine alle Krisen überdauernde Freundschaft mit Josef Stalin. Stalin mochte Budjonnys einfache Lebensweise, sein virtuoses Spiel auf der Harmonika und seine Rolle als „Stimmungskanone“ bei Feiern im engsten Kreis.

Budjonny erwarb sich große Verdienste um die russische Pferdezucht, als er 1921 entgegen einem Erlass von Lenin, der jeden privaten Besitz an Pferden verboten und alle Staatsgestüte aufgelöst hatte, den Befahl zur Neugründung von Staatsgestüten gab. Einige Rassen, wie der Orlow-Rostoptschin und der Streletzker waren zu diesem Zeitpunkt bereits ausgestorben. Bei allen war viel Qualität verlorengegangen. Als Anführer der Don-Kosaken geht insbesondere der Erhalt des Don-Pferdes, aber auch der Karadiner, Ukrainer und Tersker auf seinen energischen Einsatz im Sinne einer qualitativ hochwertigen Pferdezucht zurück. Als „Pferdeversteher“ galt Budjonny als Autorität. Darüber hinaus veranlasste er den Aufbau der Zucht einer neuen Rasse nach seinen Vorstellungen, die seinen Namen – Budjonny – erhielt.

Von 1924 bis 1937 war Budjonny Inspekteur der Kavallerietruppen. Am 20. November 1935 wurde er zum Marschall ernannt. Im Jahre 1938 wurde er Mitglied des Zentralkomitees der KPdSU.

Er war einer der Militärrichter im Moskauer Prozess von 1937 gegen Marschall Michail Tuchatschewski.

Im zweiten Weltkrieg übte Budjonny anfänglich hohe Funktionen in der Roten Armee aus. Er war 1941 Oberbefehlshaber der „Strategischen Südwestrichtung“, welcher die Südwestfront und die Südfront in der Ukraine unterstanden. Während der Schlacht um Kiew im August/September 1941 forderte er von Stalin und dessen Oberkommando die Erlaubnis zur Räumung des weit nach Westen vorspringenden Frontbogens am Dnepr, da sonst eine Katastrophe in Form einer Einkesselung seiner Truppen für unvermeidlich hielt. Bereits in den Tagen zuvor hatte er die Führung des Oberkommandos kritisiert. Am 12. September 1941 wurde er daher von seinem Kommando entbunden und von Marschall S.K. Timoschenko ersetzt. Tatsächlich wurde die Südwestfront nur drei Tage später eingekesselt und zum größten Teil aufgerieben. Stalin ließ Budjonny aus dem Kessel ausfliegen. Budjonny erhielt umgehend den vakanten Posten des Oberbefehlshabers der Reservefront vor Moskaus. Während der ebenfalls verlustreichen Kämpfe während der Doppelschlacht bei Wjasma un Brjansk wurde diese Front am 10. Oktober 1941 wieder aufgelöst. In der Schlacht um Moskau befehligte er Ende 1941 eine Armee südlich von Moskau um Malojaroslawenz.

Bis Mitte 1942 war er Oberbefehlshaber der Nordkaukasusfront. Die deutsche Wehrmacht konnte erfolgreich seine Armeeverbände zurückdrängen. Erneut wurde Budjonny von seinem letzten, erfolglosen Frontkommando abgelöst.

Trotz seiner Niederlagen blieb Stalin ihm gewogen. Seit Januar 1943 war er Inspekteur der Kavallerie der Roten Armee und wurde als der Begründer vielfältig geehrt.

1946 wurde er in den Obersten Sowjet gewählt.


 

Budjonny war drei Mal verheiratet: Seine erste Frau Nadescha soll Anfang der 1930er Jahre Selbstmord begangen haben. Seine zweite Frau Olga war Sopranistin. Gegen sie ermittelte um 1937 der damalige Geheimdienst GPU wegen privater Affären. Dass es da nicht nur um Privates ging, liegt auf der Hand. Budjonny trennte sich deshalb von ihr. Seine dritte Frau hieß Maria. Seine Tochter Nina verwaltete seine Memoiren und viele unveröffentlichte Notizen.


 

Briefmarke SU 1974

Briefmarke SU 1974

Bildquelle: Von USSR Post – Scanned 600 dpi by User Matsievsky from personal collection, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

Karl Maron

Karl Maron, geboren am 27. April in Charlottenburg, gestorben am 02. Februar 1975 in Berlin, war ein deutscher Politiker der KPD und nach dem Zusammenschluss von SPD und KPD der SED.

Er war von 1955 bis 1963 Minister des Inneren der DDR, zuletzt im Range eines Generalobersten der Deutschen Volkspolizei.

Karl Maron

Karl Maron(1957)

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-52112-0001 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 


Karl Maron absolvierte nach dem Besuch der Volksschule von 1917 bis 1921 eine Ausbildung zum Maschinenschlosser und arbeitete bis 1929 in seinem erlernten Beruf. Seit 1919 war er als Ringer in der Arbeitersportbewegung aktiv. 1926 trat er der KPD bei. Von 1927 bis 1928 war er Mitglied der KP-Leitung der Siemens-Werke Berlin, seit 1931 Mitglied der Reichsleitung der Kampfgemeinschaft für Rote Sporteinheit und seit 1932 Vorsitzender des Arbeitersportvereins „Fichte“.

Nach illegaler Arbeit emigrierte er 1934 nach Kopenhagen, wo er als Redakteur des Pressedienstes der Roten Sport-Internationale (RSI) tätig war. Seit 1935 war er Vertreter der RSI beim Exekutivkomitee der Kommunistischen Internationale (EKKI) in Moskau und nach Auflösung der RSI 1937 Mitarbeiter der Presse- und Informationsabteilung des EKKI. Von 1943 bis 1945 war er Redakteur der Zeitung „Freies Deutschland“ des NKFD und dabei verantwortlich für die Kriegsberichterstattung.

Im Jahr 1945 kehrte er mit der Gruppe Ulbricht nach Deutschland zurück. Bis 1946 war er Erster Stellvertretender Oberbürgermeister von Berlin, danach bis 1949 SED-Stadtverordneter und ab 1948 Stadtrat für Wirtschaft. 1948 nahm Maron an den Verhandlungen über eine gemeinsame Verfassung von Berlin teil. Von 1949 bis 1950 war er stellvertretender Chefredakteur der Tageszeitung „Neues Deutschland“. 1950 wurde er im Range eines Generalinspekteurs als Nachfolger des verstorbenen Kurt Fischer Chef der Deutschen Volkspolizei und stellvertretender Innenminister. Von 1955 bis zu seinem Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen 1963 war er als Nachfolger von Willi Stoph Minister des Innern und gleichzeitig Chef der Deutschen Volkspolizei, zuletzt seit 1962 im Range eines Generalobersten.

Maron war seit 1954 Mitglied des Zentralkomitees der SED und von 1958 bis 1967 Abgeordneter der Volkskammer. 1961 war er Mitglied des Stabes des Nationalen Verteidigungsrats bis zur Errichtung des Antifaschistischen Schutzwalls.

Ab 1964 war er Leiter des Institutes für Meinungsforschung beim ZK der SED.

Karl Maron erhielt 1963 den Karl-Marx-Orden, 1965 den Ehrentitel Held der Arbeit, 1968 die Ehrenspange zum Vaterländischen Verdienstorden in Gold und 1973 den Scharnhorst-Orden.

Die heutige Poelchaustraße in Marzahn hieß von 1978 bis 1992 Karl-Maron-Straße.

Sondermarke DDR

Sondermarke der DDR

Bildquelle: Von Hochgeladen von –Nightflyer (talk) 18:43, 21 November 2009 (UTC), Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

Die Deutsche Post der DDR gab ihm zu Ehren 1983 eine Sonderbriefmarke heraus.

Karl Maron war seit 1955 mit Hella (1915–2010), geborene Iglarz, verheiratet und damit Stiefvater der Schriftstellerin Monika Maron.

Grabstätte Karl Maron

Grabstätte von Karl Maron

Bildquelle: Von Z thomas – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Seine Urne ist in der Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde in Berlin-Lichtenberg beigesetzt worden.

 

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

 

 

Unsere neue Polizei muss aus dem Volke kommen und mit dem Volke verbunden bleiben

Artikel von Erich Mielke in „Neuer Weg“, Nr. 4, S. 15/16, Juni 1946

 

Entnommen aus dem Sammelband: Erich Mielke, „Sozialismus und Frieden-Sinn unseres Kampfes“, bearbeitet und als Power Point-Vortrag zusammengestellt von Petra Reichel 

 

Buchtitel Erich Mielke - Sozialismus Sinn und Kampf Kopie

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Folie01Folie02Folie03Folie04Folie05Folie06Folie07Folie08Folie09Folie10Folie11Folie12Folie13Folie14Folie15Folie16Folie17Folie18Folie19Folie20Folie21

Bildnachweise sind im Anschluss leserlich aufgeführt worden.

Diesen Power-Point-Vortrag kann man sich auch als PDF-Datei runterladen.

Erich Mielke Artikel zu Polizei 1946.pptx

 

Bildnachweise:

Um zu den Bildquellen zu gelangen, bitte auf die Bilder klicken.

Erich Mielke (1976) Kopie

Erich Mielke(1976)

Bildquelle: „Bundesarchiv Bild 183-R0522-177, Erich Mielke“ von Bundesarchiv, Bild 183-R0522-177 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons –

 

 

 

freundlicher Polizist

 

 

Bildquelle: www.ClipProjekt.info

 

 

 

Polizeischule

 

Bildquelle: BZ

 

Logo Volkspolizei

 

Logo Deutsche Volkspolizei von 1961 bis 1990

Bildquelle: Wikipedia: Deutsche Volkspolizei

 

 

auf Streife
im Auftrag des MIK NRW, Foto:
Jochen Tack

 

Bildquelle: „Wir sagen danke.“

 

Blaulicht

 

Bildquelle: Fotosearch

 

 

 

 

Polizei für das Volk

 

 

Bildquelle: LDP(Österreich)

 

 

 

Schweinchen Polizist

 

Bildquelle: www.vice.om

 

 

inkompetente Polizei

 

Bildquelle: WordPress-Blog: „Zwei Außerirdische –Eine Mission!“

 

Gauner-Polizei

 

Bildquelle: Der Cartoon.de

 

 

Schule

 

 

Bildquelle: Fritz-Ullmann-Grundschule

 

 

Polizei-Plakat

 

Bildquelle: „Abendzeitung“

 

polizist stoppt raser

 

Bildquelle: Deutsche Anwaltsauskunft

 

 

 

 

 

 

Die schwierige Anfangszeit der DDR (Erinnerungen eines Saalfelder Arbeiters)

Ein interessanter Beitrag aus einem anderen Blog.

Sascha's Welt

maxhutteDie Anfangsjahre nach der Zerschlagung des Hitlerfaschismus 1945 im besiegten Deutschland waren für die Bevölkerung besonders schwer. Die aktiven Nazis waren geflüchtet oder untergetaucht. Die Menschen waren ratlos und verzweifelt. Die Industrie war fast vollständig zerstört, es herrschte Hunger und Wohnungsnot. Hinzu kam, daß Kriegsheimkehrer und Umsiedler aus dem Osten ihre Angehörigen oder einfach nur eine vorübergehende Bleibe suchten. 6 Millionen Deutsche hatten im Krieg ihr Leben verloren, davon waren weit über 4 Millionen gefallen, 410.000 wurden Opfer des Luftkriegs, etwa 200.000 fielen dem faschistischen Terror zum Opfer. In den Zuchthäusern und Konzentrationslagern, in den Gaskammern und den Vernichtungslagern waren durch die Nazis etwa 11 Millionen Menschen verschiedener Nationalitäten ermordet worden. [1] Nach all diesem Gtrauen mußte nun ein neuer Anfang gefunden werden. Der Saalfelder Arbeiter Robert Stephan beschreibt die Lage in seinem Heimatkreis

Ursprünglichen Post anzeigen 1.127 weitere Wörter

Gründung der BRD

Am 1. Juli 1948 erhielten die Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder die Londoner Empfehlungen als bindende Direktive der drei Militärgouverneure überreicht. Sie befahl den Zusammentritt einer verfassungsgebenden Versammlung – eines Parlamentarischen Rates– ohne Wahlen. Des Weiteren enthielt sie die Weisung, dass die Verfassung des westdeutschen Staates nur im Rahmen eines Besatzungsstatuts der imperialistischen Mächte Gültigkeit erlangen wird. Eine Vorbehaltsklausel sollte den westlichen Besatzungsmächten das Recht sichern, jederzeit eine Militärdiktatur zu errichten.

Unter Vorsitz Adenauers

(Konrad Adenauer gilt als Gegner teilweise sogar als Verfolgter des Faschismus. Doch sieht man genauer hin, ist es damit nicht weit her. Seine gesamte Karriere, so auch während der Zeit des Faschismus bestand daraus sich stets herauszuwinden und anzupassen. In einem Brief vom 29. Juli 1939 an Dora Pferdmenges, die Ehefrau seines Freundes, des Bankiers Robert Pferdmenges, schreibt er: „Dem Zentrum…“ -Vorgängerpartei der CDU, Petra Reichel„… weine ich keine Träne nach; es hat versagt, in den ver­gangenen Jahren nicht rechtzeitig sich mit neuem Geiste erfüllt. M.E. ist unsere einzige Rettung ein Monarch, ein Hohenzoller[,] oder meinetwegen auch Hitler, erst Reichspräsident auf Lebenszeit, dann kommt die folgende Stufe. Dadurch würde die Bewegung in ein ruhigeres Fahrwasser kommen.“ Ein weiteres Zitat aus dem Brief an Dora Pferdmenges: „Darf ich noch einmal politisieren? Jede Revolution zerstört, sie muss zer­stören. Es fragt sich nur, was und wieviel. Wenn sie soviel und so schnell und so gründlich zerstört, dass der Neuaufbau unmöglich oder fast unmöglich wird, wenn der revolutionäre Zustand nicht rechtzeitig in die Periode der neuen Ruhe und des neuen Aufbaus übergeht, dann kommt die Katastrophe. Also warten wir jetzt ab, aber es wird Zeit, dass die Zeit der Beruhigung und des Aufbaus einsetzt.“      Als es absehbar war, dass der II. Weltkrieg verloren und es mit dem Faschismus zu Ende ging, wandte sich Adenauer den Männern des 20. Juli zu und wurde in diesem Zusammenhang verhaftet. Mehr zu Konrad Adenauer auf Wikipedia )

…konstituierte sich am 1. September 1948 in Frankfurt am Main der Parlamentarische Rat. In aller Eile arbeitete er nach den Weisungen der westlichen Militärgouverneure für die Westzonen eine Separatverfassung aus, die den Namen „Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland“(BRD) erhielt. Dieses Grundgesetz, das ohne Mitwirkung des deutschen Volkes zustande gekommen war, verabschiedete der Parlamentarische Rat am 08. Mai 1949. Die KPD sprach sich gegen das Grundgesetz aus, „weil es die Spaltung Deutschland bedeutet“. Am 23. Mai 1949 setzten die Militärgouverneure der drei Westmächte das Grundgesetz in Kraft. Sie dokumentierten damit, dass der westdeutsche Separatstaat ohne Befragung des Volkes, im Komplott von ausländischen und westdeutschen Monopolkapitalisten entstanden war.

In der gleichen Zeit, als der Parlamentarische Rat seine Arbeit aufnahm, vollendete die deutsche Reaktion mit Unterstützung der imperialistischen Besatzungsmächte auch die Spaltung Berlins. Am 6. September 1948 zog die Mehrheit der bürgerlichen und sozialdemokratischen Stadtverordneten aus dem Stadthaus aus und tagte in Westberlin als Rumpfparlament. Die fortschrittlichen Berliner Stadt- und Bezirksabgeordneten und Tausende Werktätige(arbeitende Menschen/Erwerbstätige) aus allen Teilen der Stadt beantworteten die Spaltung mit der Wahl eines demokratischen Magistrats. Zum Oberbürgermeister wurde Friedrich Ebert gewählt. Damit bekundeten sie ihre Entschlossenheit, auch in der Hauptstadt den antifaschistisch-demokratischen Weg fortzusetzen. Am 2. Dezember 1948 wurde der demokratische Magistrat vom sowjetischen Militärkommandanten als rechtmäßiges Stadtverwaltungsorgan anerkannt.

.Am 14. August 1949 fanden Bundestagswahlen statt. Zuvor ist das Grundgesetz in Kraft getreten. Stärkste Fraktion im Bundestag wurde die CDU/CSU. Diese Tatsache erleichterte es den imperialistischen Kräften, ihr Werk zu Ende zu führen.                                                       Die Gründung der BRD bedeutete, dass die staatliche Spaltung Deutschlands vollzogen war. Die BRD entstand unter Bruch des Potsdamer Abkommens und war das Ergebnis des volksfeindlichen Vorgehens der imperialistischen Westmächte, insbesondere der USA, und des deutschen Monopolkapitals. Die innen- und außenpolitischen Ziele der BRD widerspiegelten die Klasseninteressen des Monopolkapitals. Der Antikommunismus wurde Staatsdoktrin.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse. Bearbeitet von Petra Reichel

Einschub über Konrad Adenauer siehe Wikipedia und Link zum Brief an Dora Pferdmenges

Geschichtsbuch DDR 10

Die Währungsreform in den Westzonen

Am 20. Juni 1948 führten die Westmächte in ihren Besatzungszonen eine Währungsreform durch.

wahrungsreform-1948

Währungsreform in den Westzonen 1948

 

Die DM-Banknoten wurden ab September 1947 von „American Bank Note Company“ in New York City und vom „Bureau of Engraving and Printing“ in Washington, D.C. gedruckt. Der geheim gehaltene Geldtransport namens „Operation Bird Dog“ fand von Februar bis April 1948 statt. Er umfasste etwa 5,7 Milliarden DM (500 Tonnen in 23.000 Holzkisten). Das Geld wurde per Schiff nach Bremerhaven zur Columbuskaje und dann mit acht Sonderzügen nach Frankfurt und in 800 Lastwagenfuhren zum ehemaligen Reichsbankgebäude in der Frankfurter Taunusanlage befördert. Von dort aus wurde die Feinverteilung vorgenommen, d. h. der Weitertransport zu den Lebensmittelkartenausgabestellen in der Tri-Zone.

Die separate Währung wurde kurz darauf auch in den Westsektoren Berlins eingeführt. Die Währungsreform war als Maßnahme zur Ausraubung der sowjetischen Besatzungszone vorgesehen.

Mit der separaten Währungsreform wurde die wirtschaftliche Spaltung Deutschlands vollzogen.

Wikipedia sagt zwar bürgerlich verklausuliert, aber ehrlich, dass mit der Währungsreform die Grundlage für die kapitalistische Wirtschaftsordnung in der BRD und Westberlin gelegt wurde.

Die Reform zielte darauf ab, kurzfristig den Geldüberhang zu beseitigen und langfristig die Grundlage für eine funktionsfähige Marktwirtschaft aufzubauen. Dazu gehörte die Einstellung der übermäßigen Geldschöpfung, Verstärken der Geldfunktionen, Aufhebung von Güterrationierung, Lohn- und Preisstopps sowie die Einführung fester Wechselkurse (Bretton-Woods-System). Das Bankwesen sollte gestärkt werden durch eine unabhängige Zentralbank als wirkungsvollem geldpolitischen Instrumentarium und durch ein funktionierendes Geschäftsbankensystem.“

 Wikipedia

In der alten BRD und heute wohl in ganz Deutschland und auch in anderen Ländern wurde, bzw. wird was Anderes im Geschichtsunterricht gelehrt. Bei der Währungsreform ist von den 40 DM Kopfgeld und der Gleichheit Aller die Rede. siehe auch Wikipedia Aber dass die Großbourgeoisie z.B. andere Werte hatte, die sie nicht verloren hatte, verloren die „kleinen“ Leute ihr Erspartes. Es wird immer vom plötzlichen Wirtschaftswunder nach der Notlage der Nachkriegszeit und den plötzlich gut gefüllten Geschäften erzählt, aber es wird ausgelassen, dass die „kleinen“ Leute sich die schönen nun in Fülle erhältlichen Dinge nicht leisten konnten.

Die Währungsreform schuf auch die finanzpolitischen Voraussetzungen für die Einbeziehung Westdeutschlands in den Marshallplan.

Währungsreform, Umtauschstelle

eine Umtauschstelle in Hamburg am 20. Juni 1948

Bildquelle:
Von Bundesarchiv, Bild 147-0739 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de,  Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse und Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Geschichtsbuch DDR 10

verhinderung-demokratischer-entwicklung-in-den-westzonen-und-spaltung-deutschlands

Westalliierte verhindern Aufbau einer antifaschistisch-demokratischen Ordnung

Der Kampf um die Entmachtung des Monopolkapitals, um eine Bestrafung der Kriegsverbrecher und aktiven Faschisten und um eine demokratische Bodenreform entfaltete sich auch in den westlichen Besatzungszonen.

Kommunisten, Sozialdemokraten, Gewerkschafter und demokratisch gesinnte Kräfte setzten sich für die historisch notwendige antifaschistisch-demokratische Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse in den Westzonen ein. Ihr Kampf fand jedoch unter schwierigeren Bedingungen als in der sowjetischen Besatzungszone statt. Die imperialistischen Besatzungsmächte unterstützten zu diesem Zeitpunkt immer offener die Wiederherstellung der Macht der deutschen Monopolbourgeoisie. Das Potsdamer Abkommen wurde gar nicht oder nur zum Schein in den Westzonen verwirklicht. Konzernvertreter und frühere Beamte beherrschten den Verwaltungsapparat. Von der Spaltung der Arbeiterklasse begünstigt, gingen aus den Wahlen im Frühjahr 1947 in den meisten Ländern der Westzonen die CDU, bzw. die CSU als stärkste Parteien hervor. Sie traten für eine Restauration(Wiederherstellung) der Monopolherrschaft ein.

Am Ende des Jahres 1946 erlebte der antifaschistisch-demokratische Kampf in den Westzonen einen neuen Aufschwung. So fand am 1. Dezember 1946 in Hessen ein Volksentscheid statt, bei dem über eine neue Verfassung abgestimmt wurde. Der Verfassungsentwurf enthielt solche Bestimmungen wie über eine Bodenreform und das Mitbestimmungsrecht der Arbeiter. 76,7 Prozent der Wähler sprachen sich für die Verfassung aus. Der Artikel 41 sah die Überführung von Schlüsselindustrien in Gemeineigentum vor. 71,9 Prozent der Wähler erklärten ihr Einverständnis mit diesem Artikel, über den gesondert abgestimmt wurde. Trotz eindeutigen Volksentscheids gelang es der imperialistischen Reaktion, seine Verwirklichung zu verhindern. Den Wünschen der Konzern- und Bankherren Rechnung tragend, veröffentlichte die amerikanische Militärregierung verschiedene Erklärungen, die den Artikel 41 außer Kraft setzten. Dies kam praktisch einem Verbot seiner Durchführung gleich. Ähnlich ging die britische Militärregierung vor. Durch ihren Einspruch verhinderte sie die Verwirklichung des Gesetzes zur Vergesellschaftung der Grundstoffindustrie und des Verkehrswesens in Schleswig-Holstein. Später verbot sie die Durchführung eines Gesetzes zur Enteignung des Kohlebergbaus in Nordrhein-Westfalen. So versagten sie der Bevölkerung der Westzonen das Recht, im Sinne des Potsdamer Abkommens über ihre gesellschaftliche Ordnung selbst zu bestimmen. Die Aktivierung der Werktätigen(arbeitenden Menschen/Erwerbstätige) in den Westzonen gefährdete die Absichten der ausländischen Konzerne und der deutschen Monopolbourgeoisie die Macht des Imperialismus zu restaurieren(wiederherzustellen). Während diese Kräfte einerseits mit Unterstützung der imperialistischen Westmächte und mit Hilfe rechter SPD-Führer die Aktionseinheit der Arbeiter verhinderten, nahmen sie andererseits Kurs auf die politische und wirtschaftliche Spaltung Deutschlands. Die deutschen Monopolkapitalisten hofften wenigstens in den drei Westzonen ihre Macht wiedererrichten zu können. Gestützt auf ihre Bindungen an das imperialistische System, wollten sie diesen Teil Deutschlands später zum Ausgangspunkt neuer Aggressionen machen, um die Ergebnisse des zweiten Weltkrieges zu revidieren. Schon am 05. Oktober 1945 hatte, Konrad Adenauer, der spätere Bundeskanzler der BRD, seinen Wunsch erklärt, sofort „aus den drei westlichen Zonen einen Bundesstaat zu bilden“. Hier trafen sich die Interessen der imperialistischen Besatzungsmächte und des deutschen Monopolkapitals.

Der erste Schritt zu Spaltung Deutschlands war der Zusammenschluss der amerikanischen und britischen Besatzungszone zur BI-Zone am 1. Januar 1947. Der Ende Mai 1947 von den USA und Großbritannien berufene Bi-Zonen-Wirtschaftsrat setzte sich aus Vertretern großer Konzerne und Banken zusammen und stellte eine Vorstufe der späteren westdeutschen Separatregierung dar.

aufzahlung-spaltung-deutschlands

Rechte SPD- und Gewerkschaftsführer in den Westzonen gingen mit antimonopolistischen Forderungen und anderen radikalen Losungen zum Schein auf den Wunsch der Werktätigen(arbeitende Menschen/Erwerbstätige)nach demokratischen Veränderungen ein. Gleichzeitig lehnten die Gewerkschaftsführer Streiks und Demonstrationen mit der Begründung ab, diese würden die not nur noch vergrößern. Sie bekämpften die Kommunisten und alle Bemühungen, die Einheit der Arbeiterklasse auch in den Westzonen herzustellen. Es wurde immer deutlicher, dass ihre Politik die Machtgrundlagen des Imperialismus retten sollte.

1947 erreichte der Kampf des deutschen Volkes um die Herstellung eines einheitlichen, demokratischen deutschen Staates gegen die imperialistische Spaltungspolitik einen Höhepunkt. Angesichts der gemeinsamen Taktik der Westmächte und führender bürgerlicher Politiker in den Westzonen, die Bevölkerung von dem ihr im Potsdamer Abkommen zugesicherten Selbstbestimmungsrecht auszuschließen und vor vollendete Tatsachen zu stellen, forderte die SED das deutsche Volk zur Selbsthilfe auf. Am 16 November 1947 beschloss der Parteivorstand der SED einen „Aufruf zu einem deutschen Volkskongress für Einheit und gerechten Frieden“.  Der Appell fand in allen Besatzungszonen ein großes Echo. Der 1. Deutsche Volkskongress trat am 6. Und 7. Dezember 1947 in Berlin zusammen. An ihm nahmen 2215 Delegierte teil, unter ihnen mehr als 650 Delegierte aus den Westzonen. IN seiner politischen und sozialen Zusammensetzung verkörperte der Kongress die erste gesamtdeutsche überparteiliche Vertretung des deutschen Volkes.

Am 17. Und 18. März 1948 trat der 2. Deutsche Volkskongress in Berlin zusammen. Er wählte den Deutschen Volksrat, der zwischen den Kongressen als beratendes und beschließendes Organ fungieren sollte. Vorsitzende seines Präsidiums waren Wilhelm Pieck(SED), Otto Nuschke(CDU) und Wilhelm Külz(LDPD).

14776000 Bürger, darunter 1,5 Millionen aus den Westzonen, nahmen an einem Volksbegehren für einen Volksentscheid über die Einheit Deutschlands teil. Die Volkskongressbewegung entwickelte sich rasch zu einer antifaschistisch-demokratischen Massenbewegung unter Führung der Arbeiterklasse, die ihre entscheidende Grundlage in der antifaschistisch-demokratischen Ordnung in der sowjetischen Besatzungszone hatte. Sie wurde in den westlichen Besatzungszonen auf Betreiben rechter SPD-Führer behindert und verboten. Trotz dieser Willensbekundungen zur Schaffung eines einheitlichen demokratischen deutschen Staates setzten die reaktionären Kräfte ihre Politik fort, die Westzonen in das imperialistische Paktsystem einzugliedern und sie als Bollwerk des Kalten Krieges auszubauen.

Vom 23. Februar bis 2. Juni 1948 tagte – mit Unterbrechung – in London eine Konferenz imperialistischer Mächte. Dort wurde die Bildung eines westdeutschen Staates und seine Zugehörigkeit zum imperialistischen Bündnissystem beschlossen. Dieser Beschluss stellte den bis dahin schwersten Bruch des Potsdamer Abkommens dar und war ein entscheidender Schritt zur Spaltung Deutschlands. Reaktionäre bürgerliche und sozialdemokratische Politiker begannen im Einverständnis mit den Westmächten, die Bildung eines Separatstaates unmittelbar vorzubereiten. Als die Sowjetunion im Alliierten Kontrollrat von den Vertretern der Westmächte Auskunft über die Londoner Beratungen forderte, lehnte diese jede Information ab und brachten damit die Tätigkeit des Alliierten Kontrollrates zum Erliegen.

Mit dem Anschluss des französischen Besatzungsgebietes an die Bi-Zone im Sommer 1948 entstand – auf dem Wege zum Separatstaat – die Tri-Zone.

 

 

Der Weg zur Spaltung Deutschlands

Am 20. Juni 1948 führten die Westmächte in ihren Besatzungszonen eine Währungsreform durch. Die separate Währung wurde kurz darauf auch in den Westsektoren Berlins eingeführt. Die Währungsreform war als Maßnahme zur Ausraubung der sowjetischen Besatzungszone vorgesehen. Mit ihrer Hilfe konnte sich ferner die Großbourgeoisie in den Westzonen bereichern, während viele Kleinsparer ihr Erspartes verloren. Mit der separaten Währungsreform wurde die wirtschaftliche Spaltung Deutschlands vollzogen.

In der alten BRD und heute wohl in ganz Deutschland und auch in anderen Ländern wurde, bzw. wird was Anderes im Geschichtsunterricht gelehrt. Bei der Währungsreform ist von den 40 DM Kopfgeld und der Gleichheit Aller die Rede. Aber dass die Großbourgeoisie z.B. andere Werte hatte, die sie nicht verloren hatte, verloren die „kleinen“ Leute ihr Erspartes. Es wird immer vom plötzlichen Wirtschaftswunder und den plötzlich gut gefüllten Geschäften erzählt, aber es wird ausgelassen, dass die „kleinen“ Leute sich die schönen nun in Fülle erhältlichen Dinge nicht leisten konnten.

Die Währungsreform schuf auch die finanzpolitischen Voraussetzungen für die Einbeziehung Westdeutschlands in den Marshallplan.

Am 1. Juli 1948 erhielten die Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder die Londoner Empfehlungen als bindende Direktive der drei Militärgouverneure überreicht. Sie befahl den Zusammentritt einer verfassungsgebenden Versammlung – eines Parlamentarischen Rates– ohne Wahlen. Des Weiteren enthielt sie die Weisung, dass die Verfassung des westdeutschen Staates nur im Rahmen eines Besatzungsstatuts der imperialistischen Mächte Gültigkeit erlangen wird. Eine Vorbehaltsklausel sollte den westlichen Besatzungsmächten das Recht sichern, jederzeit eine Militärdiktatur zu errichten.          Unter Vorsitz Adenauers konstituierte sich am 1. September 1948 in Frankfurt am Main der Parlamentarische Rat. In aller Eile arbeitete er nach den Weisungen der westlichen Militärgouverneure für die Westzonen eine Separatverfassung aus, die den Namen „Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland“(BRD) erhielt. Dieses Grundgesetz, das ohne Mitwirkung des deutschen Volkes zustande gekommen war, verabschiedete der Parlamentarische Rat am 08. Mai 1949. Die KPD sprach sich gegen das Grundgesetz aus, „weil es die Spaltung Deutschland bedeutet“. Am 23. Mai 1949 setzten die Militärgouverneure der drei Westmächte das Grundgesetz in Kraft. Sie dokumentierten damit, dass der westdeutsche Separatstaat ohne Befragung des Volkes, im Komplott von ausländischen und westdeutschen Monopolkapitalisten entstanden war.

In der gleichen Zeit, als der Parlamentarische Rat seine Arbeit aufnahm, vollendete die deutsche Reaktion mit Unterstützung der imperialistischen Besatzungsmächte auch die Spaltung Berlins. Am 6. September 1948 zog die Mehrheit der bürgerlichen und sozialdemokratischen Stadtverordneten aus dem Stadthaus aus und tagte in Westberlin als Rumpfparlament.

Die fortschrittlichen Berliner Stadt- und Bezirksabgeordneten und Tausende Werktätige(arbeitende Menschen/Erwerbstätige) aus allen Teilen der Stadt beantworteten die Spaltung mit der Wahl eines demokratischen Magistrats. Zum Oberbürgermeister wurde Friedrich Ebert gewählt. Damit bekundeten sie ihre Entschlossenheit, auch in der Hauptstadt den antifaschistisch-demokratischen Weg fortzusetzen. Am 2. Dezember 1948 wurde der demokratische Magistrat vom sowjetischen Militärkommandanten als rechtmäßiges Stadtverwaltungsorgan anerkannt.

begrusung-demokratischer-magistrat-berlin-1948

500 000 Berliner begrüßen den demokratischen Magistrat von Groß-Berlin am 30. November 1948 Unter den Linden

Nach Inkrafttreten des Grundgesetzes fanden in den westlichen Besatzungszonen am 14. August 1949 Wahlen zum Bundestag statt. Stärkste Fraktion im Bundestag wurde die CDU/CSU. Diese Tatsache erleichterte es den imperialistischen Kräften, ihr Werk zu Ende zu führen. Die Gründung der BRD bedeutete, dass die staatliche Spaltung Deutschlands vollzogen war. Die BRD entstand unter Bruch des Potsdamer Abkommens und war das Ergebnis des volksfeindlichen Vorgehens der imperialistischen Westmächte, insbesondere der USA, und des deutschen Monopolkapitals. Die innen- und außenpolitischen Ziele der BRD widerspiegelten die Klasseninteressen des Monopolkapitals. Sie wurden vom Hass gegen die Sowjetunion, den Sozialismus und alle demokratischen Bewegungen geprägt.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse, bearbeitet von Petra Reichel

 

Auszug aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 10. Klasse

verhinderung-demokratischer-entwicklung-in-den-westzonen-und-spaltung-deutschlands

Geschichtsbuch DDR 10

Erich Honecker

Erich Honecker wurde am 25. August 1912 in Neunkirchen(heutiges Bundesland Saarland) geboren und ist am 29. Mai 1994 in Santiago de Chile gestorben.

Erich Honecker

Erich Honecker (1976)

 

Bildquelle:
Von Bundesarchiv, Bild 183-R1220-401 / Unbekannt / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Sein Vater Wilhelm Honecker (1881-1969) war Bergarbeiter und heiratete 1905 Caroline Catharina Weidenhof(1883-1963). Zusammen hatten sie sechs Kinder. Von Neunkirchen(Saar) zog die Familie nach Wiebelskirchen(heute Stadtteil von Neunkirchen).

Elternhaus Erich Honeckers

Erich Honeckers Elternhaus(Neunkirchen, Kuchenbergstraße)

Bildquelle:
Von EPei aus der deutschsprachigen Wikipedia, CC BY-SA 3.0, Bild ist entsprechend verlinkt

Nach seinem zehnten Geburtstag, im Sommer 1922, wurde Erich Honecker Mitglied der Kommunistischen Kindergruppe in Wiebelskirchen, mit 14 trat er dem Kommunistischen Jugendverband Deutschland(KJVD) bei, mit 17 auch der KPD. Im KJVD wurde er 1928 zum Ortsgruppenleiter gewählt.

Da Erich Honecker nach seiner Schulzeit nicht gleich eine Lehrstelle fand, arbeitete er zunächst zwei Jahre bei einem Bauern in Pommern. 1928 kehrte er nach Wiebelskirchen zurück und begann bei seinem Onkel eine Lehre als Dachdecker. Vom KJVD wurde er zum Studium an die Internationale Lenin-Schule der Kommunistischen Jugendinternationale nach Moskau delegiert. Dieser Schulbesuch fand in den Jahren1930/1931 statt.

1930 trat Erich Honecker der KPD bei. Sein politischer Ziehvater war Otto Niebergall, der später für die KPD im Bundestag saß.

Nach Rückkehr von der Internationalen Lenin-Schule in Moskau, wurde Erich Honecker Bezirksleiter des KJVD Saargebiet.

Ab 1933 war die Arbeit der KPD nur noch im Untergrund möglich. Das Saargebiet gehörte nicht zum Deutschen Reich. Nachdem Erich Honecker kurz in Deutschland inhaftiert war, kehrte er 1934 ins Saargebiet zurück. Dort arbeitete er in der Initiative gegen die Wiederangliederung des Saargebietes an das Deutsche Reich. In dieser Zeit arbeitete Honecker mit Herbert Werner zusammen, welcher später zur SPD wechselte. Bei der Saarabstimmung am 13. Januar 1935 stimmten jedoch 90,73 Prozent der Wählerinnen und Wähler für die Angliederung des Saargebietes an das Deutsche Reich. (Nazi-Kampagne „Heim ins Reich“) Erich Honecker floh, wie viele Andere auch, zunächst nach Frankreich.

Am 28. August 1935 reiste Honecker illegal nach Berlin und war wieder im Widerstand tätig. Im Dezember 1935 wurde er von der Gestapo(Nazi-Geheimdienst) verhaftet und zunächst bis 1937 in Berlin in Untersuchungshaft genommen. Im Juni 1937 wurde Honecker zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt. Er saß im Zuchthaus Brandenburg-Görden ein.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde Erich Honecker von Hans Mahle in die Gruppe Ulbricht aufgenommen. Hans Mahle war Gründungsmitglied des NKFD und nach 1945 für den Aufbau der DDR Rundfunks verantwortlich.

1946 war Erich Honecker Mitbegründer der Freien Deutschen Jugend(FDJ) und wurde ihr Vorsitzender.

Seit dem Vereinigungsparteitag von KPD und SPD im April 1946 war
war Honecker Mitglied der SED.

Als FDJ-Vorsitzender organisierte er die drei Deutschlandtreffen der Jugend in Berlin ab 1950 und wurde einen Monat nach dem erstenDeutschlandtreffen der Jugend als Kandidat ins Politbüro des ZK(Zentralkomitee) der SED aufgenommen.

Zittau, Jugend-Dreiländertreffen, Erich Honecker

Honecker 1950 auf dem Dreiländertreffen der Jugend in Zittau

 

Bildquelle:
Von Bundesarchiv, Bild 183-08583-0017 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

In den innerparteilichen Auseinandersetzungen um die Ereignisse des 17. Juni 1953 stand Erich Honecker auf der Seite von Walter Ulbricht.

Am 27. Mai 1955 gab er denFDJ-Vorsitz ab. Von 1955 bis 1957 hielt er sich zu Schulungszwecken in Moskau auf und erlebte den XX. Parteitag der KPdSU(Kommunistische Partei der Sowjetunion) mit der sogenannten Geheimrede Chruschtschows, wo sich von Stalin distanziert wurde. Das war der Beginn des inneren Aufweichens des Sozialismus.

Nach seiner Rückkehr wurde Honecker 1958 vollwertiges Mitglied des Politbüros, wo er die Verantwortung für Militär- und Sicherheitsfragen übernahm.

Als Sicherheitssekretär des ZK der SED war Honecker August 1961 der maßgebliche Organisator für die Errichtung des Antifaschistischen Schutzwalls.

Auf Betreiben der sowjetischen Führung musste Walter Ulbricht zurücktreten. Erich Honecker wurde am 03. Mai 1971 sein Nachfolger als Erster Sekretär(ab 1976 Generalsekretär) des Zentralkomitees der SED. 1971 wurde Honecker auch Ulbrichts Nachfolger im Amt des Vorsitzenden des Nationalen Verteidigungsrats. Am 29. Oktober 1976 wählte die Volkskammer
Erich Honecker zum Vorsitzenden des Staatsrates. Willi Stoph, der seit 1973 dieses Amt inne gehabt hatte, wurde erneut, wie vor 1973, Vorsitzender des Ministerrates.

30 Jahre MfS, Erich Honecker, Erich Mielke

Erich Honecker beglückwünscht Erich Mielke zum 30. Jahrestag der Bildung des Ministeriums für Staatssicherheit

Bildquelle:
Von Bundesarchiv, Bild Y 10-0097-91 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Während der Amtszeit von Erich Honecker erlangte die DDR weltweit Anerkennung und wurde Mitglied der UNO. Es war aber auch die Zeit der sozialdemokratischen „Entspannungspolitik“. Diese war die indirekte Strategie, um den Sozialismus von innen aufzuweichen und der erste Schritt zum Untergang der DDR.

Honeckers engster Mitarbeiter war Joachim Hermann. Dieser war für die Medienarbeit der Partei zuständig. Die Medienarbeit war fehlerhaft und ungeschickt und kam bei der Bevölkerung nicht an. Es wurde nur Positives berichtet und das auch noch im langweiligen Stil. So wandte sich die Bevölkerung den West-Medien zu und glaubte alles, ohne zu hinterfragen, was dort verbreitet wurde.

Honecker mit Breschnew

Erich Honecker(links) mit Leonid Breschnew

Bildquelle:
Von http://www.archive.org – [1], Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Berlin, 70. Geburtstag Erich Honecker

Bischof Werner Krusche gratuliert Honecker zum 70. Geburtstag (1982)

Bildquelle:
Von Bundesarchiv, Bild 183-1982-0825-113 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

1981 empfing Erich Honecker den Bundeskanzler der BRD, Helmut Schmidt im Jagdschloss Hubertusstock am Werbellinsee.

Am 07. Oktober 1987 besuchte Erich Honecker die BRD und wurde von Bundeskanzler Helmut Kohl empfangen. Dieser Besuch war bereits 1983 geplant, kam aber erst 1987 zustande.

Wiebelskirchen, Besuch Erich Honecker

DDR-Staatsratsvorsitzender Honecker 1987 beim Besuch seines Geburtsorts im Saarland (rechts neben ihm Oberbürgermeister Peter Neuber)

 

Bildquelle:
Von Bundesarchiv, Bild 183-1987-0910-052 / Oberst, Klaus / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

1988 war Erich Honecker unter Anderem auf Staatsbesuch in Paris. Geplant war auch ein offizieller Besuch in den USA. Dieses Ziel wurde nicht mehr erreicht.

Auf dem Gipfeltreffen des Warschauer Vertrages am 7. und 08. Juli 1989 in Bukarest, im Rahmen des „Politisch-Beratenden Ausschusses“ der RGW(Wirtschaftsgemeinschaft der damaligen sozialistischen Staaten)-Staaten des Warschauer Vertrages, gab die Sowjetunion offiziell die Breschnew-Doktrin auf. Stattdessen verkündete sie die „Freiheit der Wahl“:Die Beziehungen untereinander sollten künftig, wie es im Bukarester Abschlussdokument heißt, „auf der Grundlage der Gleichheit, Unabhängigkeit und des Rechtes eines jeden Einzelnen, selbstständig seine eigene politische Linie, Strategie und Taktik ohne Einmischung von außen auszuarbeiten“ entwickelt werden. Die sowjetische Bestandsgarantie für die Mitgliedsstaaten war damit in Frage gestellt.

Honecker musste seine Teilnahme an dem Treffen abbrechen. Am Abend des 07. Juli 1989 wurde er mit schweren Gallenkoliken ins rumänische Regierungskrankenhaus eingeliefert und dann nach Berlin ausgeflogen.

Auf Grund seiner Krankheit war Erich Honecker bis September 1989 nicht im Amt. Lediglich im August 1989 nahm er einige Termine wahr. Die Geschäfte führte das Politbüro. Informationen gelangten nur über Günter Mittag und Joachim Hermann zu Honecker.

In den Städten der DDR wuchsen die konterrevolutionären Demonstrationen. Viele Bürgerinnen und Bürger der DDR kehrten ihrem Staat den Rücken und verließen die DDR illegal über andere (noch) sozialistische Länder. So wurden auch Reisen in diese Länder eingeschränkt. Diese Maßnahmen heizten allerdings die konterrevolutionäre Stimmung an.

Die Beziehung zwischen Honecker und Gorbatschow war gespannt. Honecker hatte Gorbatschow durchschaut und erkannt, dass Gorbatschows Politik von Glasnost und Perestroika in den Untergang führen musste. So wurden in der DDR keine Publikationen mehr zu Glasnost und Perestroika veröffentlicht, bzw. nicht mehr in den Handel gebracht.

Als am 06. und 07. Oktober (07. Oktober=Gründungstag der DDR) die Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR stattfanden, riefen Einige dem anwesenden Michail Gorbatschow „Gorbi, Gorbi hilf uns“ zu. Heute sieht man auf Bildern und in Filmen, dass Gorbatschow bei den Feierlichkeiten zum 40. Jahrestag der DDR, die man im Nachgang als Abschiedsfeierlichkeiten sehen kann, desinteressiert war.

Von Juli bis 1. Oktober 1989 nahm Honecker aus Krankheitsgründen nicht mehr an den Politbürositzungen teil. Die nächste fand am 17. Oktober statt. Auf der hatte Willi Stoph die Abberufung Erich Honeckers beantragt, die mehrheitlich von den Sitzungsteilnehmern bestätigt wurde. Honecker selbst war von dieser Entscheidung überrascht. So, wie es sich darstellt, war es ein Komplott seiner jahrelangen Gefolgsleute. Da die Konterrevolution in der DDR weiterhin marschierte, erklärte er schon am 18. Oktober auf dem 9. Plenum des ZK der SED seinen Rücktritt als Generalsekretär, als Vorsitzender des Staatsrates der DDR und als Vorsitzender des Nationalen Verteidigungsrates. Als seinen Nachfolger schlug er Egon Krenz vor.

Nach der konterrevolutionären Großdemonstration am 04. November 1989 und dem Fall des Antifaschistischen Schutzwalls am 09. November 1989 begann die Treibjagd auf Erich Honecker.

Nach dem 10. Plenum am 8. November leitete der Genosse Hans Jürgen Joseph, Staatsanwalt bei der Generalstaatsanwaltschaft der Noch-DDR ein Ermittlungsverfahren gegen Erich Honecker wegen Amtsmissbrauch und Korruption ein. Aber es ging weiter. Am 23. November 1989 strengte die Zentrale Parteikontrollkommission der SED ein Parteiverfahren gegen ihn an. Auf dem letzten Plenum des ZK der SED am 3. Dezember 1989 wurde er aus der SED, die er seit 1971 geleitet hatte, hinausgeworfen.

Kurios. Nun ermittelte ein SED-Genosse gegen den schwer erkrankten, quasi am Boden liegenden, vom Tode gezeichneten Genossen wegen Hochverrats, was heißen soll, Honecker habe sich des schweren Staatsverbrechens schuldig gemacht. Anfang Januar 1990 ereilte das Ehepaar Honecker die schockierende Nachricht, Erich habe Nierenkrebs. Der sofort herbei gerufene Urologe der Charité Prof. Dr. Peter Althaus nahm ihn nach guter DDR-Sitte in seine Obhut und begleitete ihn in die Charité, wo er am 10. Januar den bösartigen Tumor aus der rechten Niere entfernte. Die rechte Niere, so erklärte mir Prof. Althaus, musste aus medizinischer Indikation belassen werden.

Am 28. Januar 1990 erschienen an Honeckers Krankenbett zwei DDR-Staatsanwälte, die Herren Kessler und Gaunitz, und erklärten ihn im Krankenzimmer für vorläufig festgenommen, obwohl Prof. Althaus den frisch operierten Patienten für haftunfähig erklärt hatte. Doch keinen der beiden Herren interessierte dieser Tatbestand. Schon am folgenden Tag wurde der von Krankheit und Operation schwer gezeichnete Erich Honecker mit Polizeigefolge und großem Medienrummel ins Gefängnis Berlin-Rummelsburg verfrachtet. Dort traf er auf den stellvertretenden Generalstaatsanwalt Prof. Dr. Lothar Reuter, einen Genossen und kommunistischen Strafrechtsexperten. Der Vorwurf Reuters lautete auf Hochverrat. Dagegen verwahrte sich Honecker energisch und verlangte seine Freilassung und nach seinen Anwälten. Zum zweiten Mal in seinem Leben war er politischer Häftling. Hierzu schrieb der SPIEGEL am 1.2.1990: „Hier soll einer fertig gemacht werden.“ Nach einem Tag Gefängnis in Rummelsburg musste Honecker Ende Januar wegen Haftunfähigkeit entlassen werden. Damit stellte sich die frage: Wohin? Die neu zusammengewürfelte Partei SED/PDS hatte nichts unternommen, dem Ehepaar Honecker ein halbwegs würdiges Obdach zu gewähren. Man hatte es sogar bewusst unterlassen. Das Ehepaar Honecker wurde praktisch obdachlos.

Ausgerechnet ein Christ, der Pfarrer Uwe Holmer aus Lobetal bei Berlin, gewährte ihnen eine Bleibe gemäß Matthäusevangelium 11;28 „Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid. Ich will euch erquicken.“ Schande für diese Partei, der sie jahrzehntelang angehört hatten. Am 24. März 1990 sollte das Kirchenasyl beim Pfarrerehepaar in Lobetal beendet sein und die Honeckers sollten im benachbarten Heim in Lindow eine Bleibe erhalten.

Nachdem die Medien sehr gezielt über diesen Wohnungswechsel berichtet hatten, fand sich schon bei der Abfahrt ein aufgeputschter Haufen von Menschen zusammen, die voller Hass mit Fäusten und Knüppeln auf das Dach der Limousine einschlugen, sogar drohten, das Heim in Lindow zu stürmen. Daraufhin kehrte das Ehepaar in Todesangst zum Pfarrer Holmer nach Lobetal zurück. Honecker, der viele Jahre lang von internationalen Persönlichkeiten, darunter Papst Johannes Paul II, Indira Gandhi, Francois Mitterand, Fidel Castro, Helmut Schmidt, Helmut Kohl, empfangen worden war, wurde Anstand und Menschenwürde verwehrt.

Das Ende der DDR und die Annexion der DDR durch die BRD am 03. Oktober 1990 erlebte das Ehepaar Honecker im sowjetischen Militärhospital.
Bei erneuten Untersuchungen auf Haftfähigkeit stellten dort die Ärzte bei Honecker die Verdachtsdiagnose eines bösartigen Lebertumors. Am 02. Oktober 1990, am Vorabend der Annexion der DDR durch die BRD, wurden die Ermittlungsakten im Fall Erich Honecker von der Generalstaatsanwaltschaft der DDR an die BRD übergeben. Am 30. November 1990 erließ das Amtsgericht Tiergarten einen weiteren Haftbefehl gegen Honecker wegen des Verdachts, dass er den „Schießbefehl“(den es gar nicht gab) an der innerdeutschen Grenze 1961 verfügt und 1974 bekräftigt habe. Der Haftbefehl war aber nicht vollstreckbar, da Honecker sich in Beelitz unter dem Schutz sowjetischer Stellen befand. Am 13. März 1991 wurde das Ehepaar mit einem sowjetischen Militärflugzeug von Beelitz nach Moskau ausgeflogen.

Da in der Sowjetunion die Konterrevolution ebenfalls marschierte und die Sowjetunion sich in der Auflösung befand, wurde Erich Honecker nach Deutschland ausgeflogen, verhaftet und in die Justizvollzugsanstalt Moabit verbracht. Margot Honecker konnte direkt nach Chile reisen, wo sie zunächst bei ihrer Tochter Sonja unterkam.

Nun saß Erich Honecker wieder im Gefängnis. Kohl, der Honecker einstmals als Staatsgast empfangen hatte, war immer noch Bundeskanzler.

Honeckers Anwälte beantragten wegen seines schlechten Gesundheitszustandes die Einstellung des Verfahrens. Nachdem das Landgericht und das Kammergericht die Anträge abgewiesen haben, ist eine Verfassungsbeschwerde beim Verfassungsgerichtshof am 12. Januar 1993 erfolgreich. Der wirft dem Kammergericht und dem Landgericht vor, das Grundrecht Honeckers auf Achtung seiner Menschenwürde verletzt zu haben. Honecker kommt frei und fliegt am 13. Januar 1993 zu seiner Familie nach Chile.

Am Morgen des 29. Mai 1994 starb er dort. Er wurde nicht, wie er es sich gewünscht hatte, in Saarbrücken neben seiner Mutter oder auf dem Friedhof der Sozialisten in Berlin-Friedrichsfelde bestattet. Seine sterblichen Überreste ruhen in fremder Erde. „Vaterlandsloser Geselle“, wie schon zu Kaisers Zeiten Kommunisten geheißen wurden.

 

Zahlen und Fakten aus Wikipedia und DDR-Kabinett Bochum Blogspot

zusammengestellt und bearbeitet von Petra Reichel

Deutscher Volkskongress

Der Deutsche Volkskongress war ein auf Initiative der SED und unter Teilnahme der Parteien und Organisationen des Antifaschistisch-demokratischen Blocks, anlässlich der Londoner Außenministerkonferenz im November/Dezember 1947, aus Delegierten aus ganz Deutschland, erstmals am 6. Dezember 1947 zusammen getretenes Gremium. Seine wichtigste Forderung war die nach einer zentralen deutschen Regierung. Die SED ging damals von einer Vereinigung Deutschlands auf antifaschistisch-demokratischer Grundlage aus. Das wird heute als „gesamtdeutscher Anspruch der SED“ interpretiert.

Sonderbriefmarke zur Tagung des 3. Volkskongresses (Sowjetische Besatzungszone 1949)

Sonderbriefmarke zur Tagung des 3. Volkskongresses(Sowjetische Besatzungszone 1949)

Bildquelle:Von scanned by NobbiP – scanned by NobbiP, Gemeinfrei, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Ihm vorausgegangen waren Differenzen zwischen den Westmächten und der Sowjetunion auf der Londoner Außenministerkonferenz vom 25. November bis 15. Dezember 1947, die schließlich am 15. Dezember 1947 abgebrochen wurde.

Berlin, Volkskongress in der Staatsoper

Volkskongreß in der Staatsoper UBz: die Delegierten aus allen Zonen. Aufn.: Heinscher-Illus 8.12.47 1017-47

Die Teilnehmer auf den Zuschauerplätzen im Admiralspalast in Berlin, 08. Dezember 1947

Bildquelle:
Von Bundesarchiv, Bild 183-S77672 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Zusammenarbeit der vier Siegermächte bald durch den Ost-West-Gegensatz überlagert, der in den Kalten Krieg mündete.

Die Vier-Mächte-Verwaltung über ganz Deutschland endete spätestens mit der letzten Tagung des Kontrollrates am 20. März 1948.

Die Volkskongressbewegung wurde auf Initiative der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED) am 26. November 1947 gegründet.

Aus der Bewegung gingen die Deutschen Volkskongresse hervor, deren erster am 6./7. Dezember 1947 aus 2000 Delegierten aller Besatzungszonen zusammengesetzt war. Nach Widerständen gegen diese SED-Initiative von Seiten der CDU und der Absetzung ihrer Vorsitzenden Jakob Kaiser(danach wirkte er in Westberlin) und Ernst Lemmer(danach wirkte er in Westberlin) durch die SMAD(Sowjetische Militäradministration in Deutschland) verboten die westlichen Besatzungsmächte die Mobilisierung für die Volkskongresse in der Trizone( westliche Besatzungszonen, Gebiet der späteren BRD).

Berlin, III. Deutscher Volkskongreß, Rede Kastners

Illus/Heilig Die Tagung des III. Deutschen Volkskongresses. Am 29. und 30. Mai 1949 tagte in der Deutschen Staatsoper in Berlin der III. Deutsche Volkskongress. Der Hauptpunkt der Tagesordnung lautete „Deutschland und die Pariser Konferenz“, über den Otto Nuschke (CDU), Prof. Dr. Hermann Kastner (LDP) und Vincenz Müller (NPD) referierten. Anschließend an die Aussprache über diesen Punkt der Tagesordnung wählte der III. Deutsche Volkskongreß die deutsche Delegation zur Pariser Konferenz der Aussenminister. Vor der Neuwahl des Deutschen Volksrates bestätigte der Kongreß den Volksratsbeschluß vom 19. März 1949 über die Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik. UBz: Prof. Kastner bei seinen Ausführungen. Aufn.: Illus/Heilig 3342-49 29.5.49

Hermann Kastner beim III. Deutschen Volkskongress im Admiralspalast in Berlin (1949)

Bildquelle:
Von Bundesarchiv, Bild 183-S85476 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Der FDGB hatte von Beginn an für die Konstituierung und die Inhalte der Volkskongressbewegung mobilisiert.

Erster deutscher Volkskongress:

Themen waren die Ablehnung der geplanten Errichtung eines westdeutschen Teilstaates und die Kritik an der amerikanisch-britischen Besatzungspolitik. Man diskutierte über die Vorbereitung eines Friedensvertrags sowie eine gesamtdeutsche Regierung „aus Vertretern aller demokratischen Parteien“. Dabei lehnte sich der Kongress sehr an die sowjetische Deutschlandpolitik an und unterstützte diese. Dies ist der Grund dafür, dass diese Bewegung von der sowjetischen Militäradministration gebilligt und von der SED unterstützt wurde.
Der Kongress bestimmte eine 17-köpfige Delegation, die auf der Londoner Außenministerkonferenz (November–Dezember 1947) die Positionen des Kongresses vertreten sollte. Die Außenminister sahen jedoch keine Legitimation dieser Delegation und empfingen sie nicht.

Zweiter Deutscher Volkskongress:

Der Zweite Deutsche Volkskongress tagte am 17./18. März 1948. Der Termin wurde mit dem 18. März auf den 100. Jahrestag der Revolution 1848/1849 gelegt. An dem Volkskongress nahmen 1898 Delegierte teil, darunter 512 aus den Westzonen. Es wurde die Ablehnung des Marshallplans, die Anerkennung der Oder-Neiße-Linie(polnische Westgrenze nach dem Zweiten Weltkrieg) und ein Volksbegehren zur deutschen Einheit beschlossen, das vom 23. Mai bis 13. Juni 1948 stattfand. Er gab das Presseorgan „Deutschlands Stimme“ heraus.
Weiterhin wurde der Erste Deutsche Volksrat gewählt, der 400 Mitglieder umfasste, von denen 100 aus Westdeutschland kamen. Es wurde ein Verfassungsausschuss gebildet, der unter der Leitung Otto Grotewohls stand und einen Entwurf einer Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik ausarbeiten sollte.

Dritter Deutscher Volkskongress:

Der Dritte Deutsche Volkskongress wurde von der Bevölkerung der Sowjetischen Besatzungszone am 15. und 16. Mai 1949 durch eine Abstimmung bestätigt. Die Frage der Abstimmung lautete:

„Ich bin für die Einheit Deutschlands und einen gerechten Friedensvertrag. Ich stimme darum für die nachstehende Kandidatenliste zum Dritten Deutschen Volkskongreß.“

Diese Abstimmung wird heute als Scheinwahl interpretiert. Der Vorwurf der Wahlfälschung steht im Raum. Bei heutigen Volksabstimmungen sind die Fragen viel unverständlicher formuliert. Der Vorwurf der Scheinwahl zielt ja auf die DDR als Ganzes, von Anfang bis Ende und weniger, ob die Leute die Frage verstanden hatten.

Am 29. zum 30. Mai 1949 tagte der III. Deutsche Volkskongress in Berlin. 1400 Delegierte kamen aus der Sowjetischen Besatzungszone, 610 aus den Westzonen (Trizone), die sich am 23. Mai als Bundesrepublik Deutschland(BRD) konstituiert hatte.

Der Entwurf einer Verfassung, den der Verfassungsausschuss des Volksrats ausgearbeitet hatte, wurde am 30. Mai bei einer Gegenstimme angenommen, sowie der Zweite Deutsche Volksrat gewählt. Der Volksrat konstituierte sich unter dem Eindruck der Gründung der Bundesrepublik Deutschland(BRD) (23. Mai 1949) als Provisorische Volkskammer taggleich mit der am 7. Oktober 1949 neu gegründeten DDR.

entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

Folie09

Volkskongressbewegung