Die Heilige Allianz

Die Furcht vor einem revolutionären Aufbruch der Völker ließ die reaktionären Machthaber nicht mehr los. Jedes Mittel war ihnen recht, wenn es nur das „Gespenst“ der Revolution bannte.

Allen voran ging der russische Zar Alexander I. 1815 schloss er mit dem österreichischen Kaiser und dem preußischen König in Paris die „Heilige Allianz“. Diesem Bündnis traten fast alle europäischen Herrscher bei. Angeblich sollte es der Religion, dem Frieden und der Gerechtigkeit dienen. In Wirklichkeit richtete es sich gegen die Völker. Die alten feudalen Zustände sollten wiederhergestellt werden.

4 T

Zar Alexander I. (Gemälde von George Dawe, 1826)

Bildquelle: Von Белый Городъ, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=18205148

 

 

Fortschrittliche Regungen wollte man schon im Keime ersticken. Der russische Zar maßte sich dabei die Rolle eines europäischen Gendarmen an. Er und der österreichische Staatskanzler Metternich wurden zu Hauptvertretern dieser volksfeindlichen Politik.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

geschichte-07-ddr-seite-1

 

 

 

 

 

Die heilige Allianz wurde am 26. September 1815 geschlossen. Sie war zwar nicht Bestandteil des Wiener Kongresses, steht aber inhaltlich zu diesem. Zur Heiligen Allianz gehörten zunächst Preußen, Österreich und Russland. Dieses Manifest der drei Monarchen rief zur christlichen Brüderlichkeit auf und stand damit im direkten Gegensatz zur revolutionären Brüderlichkeit der Völker. Metternich, der diesem Bund äußerst skeptisch gegenüberstand, hat dabei aus dem ursprünglichen Entwurf, der von einem Bündnis der „Völker und Heere“ sprach, in seiner endgültigen Fassung ein „Bündnis der Herrscher“ gemacht, die über den „Völkern und Heeren“ stünden. Ziel der Vereinbarung war einerseits die Aufrechterhaltung der Balance zwischen den Fürsten und andererseits etwa bei revolutionären Bewegungen die Intervention bei den Völkern. Der Heiligen Allianz traten außer Großbritannien (dort verweigerte das Parlament einen Beitritt) und dem durch den Kongress wiederhergestellten Kirchenstaat unter Papst Pius VII., der das überkonfessionelle Konzept ablehnte, fast alle europäischen Staaten bei.

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

Siehe auch „Geschichte in Übersichten“, DDR 1982     Buchtitel Geschichte in Übersichten Kopie 2

 

 

 

 

 

Heilige Allianz

 

PDF-Datei:

Heilige Allianz

 

 

 

 

 

Advertisements

Bundestag(Deutscher Bund)

Der sogenannte Bundestag (offiziell Bundesversammlung) war ein in Frankfurt am Main tagender, ständiger Gesandtenkongress der Mitgliedsstaatendes Deutschen Bundes und dessen einziges Organ. Seine Beschlüsse waren Bundesrecht. Er wurde durch die auf dem Wiener Kongress 1815 verabschiedete Bundesakte ins Leben gerufen und war (mit einer zweijährigen Unterbrechung infolge der Märzrevolution von 1848) bis zum Jahr 1866, als der Bund aufgelöst wurde, tätig.

Den Vorsitz der Versammlung, das Bundespräsidium, hatte der Vertreter Österreichs als Präsidialgesandter inne. Mit diesem Amt war jedoch keine Exekutivgewalt, sondern lediglich die Geschäftsführung des Bundestages verbunden. Dieser trat entweder im Plenum oder im Engeren Rat zusammen, die sich nach Kompetenzen, Stimmverteilung und Abstimmungmodalitäten voneinander unterschieden. Nur das Plenum konnte bei Einstimmigkeit eine Änderung der Bundesgrundgesetze beschließen.

Sitzungssaal des Engeren Rates

Sitzungssaal des Engeren Rates

Bildquelle: Von Unbekannt – Unbekannt, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=34982001

 

Nachdem Preußen im Verlauf des Deutschen Krieges die Freie Stadt Frankfurt besetzt hatte, wich der Bundestag nach Augsburg aus. Dort fand am 24. August 1866 seine letzte Sitzung statt. Die Freie Stadt Frankfurt war von 1815 bis 1866 einer von vier Stadtstaaten im Deutschen Bund.

Deutscher Krieg:

Preußisch-Österreichischen Krieg 1866 Kopie

PDF-Datei:

Preußisch-Österreichischer Krieg 1866 Kopie

Buchtitel Geschichte in Übersichten Kopie 2

 

Entnommen aus „Geschichte in Übersichten“, DDR 1982

 

 

 

Im Jahr 1815 wurde der Deutsche Bund gegründet. Der Bund verfügte nur über wenige Kompetenzen und die Stimmverteilung im Bundestag bevorteilte die kleinen Staaten. Der Bundestag war ein ständiger Gesandtenkongress aller Mitgliedsstaaten. Sie behielten zwar ihre Souveränität, mussten sich jedoch Bundesbeschlüssen unterwerfen.

Der Name des Organs lautete gemäß Bundesakte zwar Bundesversammlung, doch bürgerte sich die Bezeichnung Bundestag ein. Vorbild dafür war der Reichstag des Alten Reiches. Zum Sitz des Bundestages wurde das Palais Thurn und Taxis in der Freien StadtFrankfurt am Main bestimmt. Dort in der Eschenheimer Gasse tagte er erstmals ab dem 5. November 1816 einmal wöchentlich.

Weitere Einzelheiten Das Palais Thurn und Taxis in Frankfurt, Sitz des Bundestages

Das Palais Thurn und Taxis in Frankfurt, Sitz des Bundestages

Bildquelle: Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=704645

 

744px-Verfassungsdiagramm_Deutscher_Bund_1815

 

Bildquelle: Von Ziko van Dijk – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=46905426

 

Die Bundesgrundgesetze sahen nur den Bundestag als Bundesorgan vor, der exekutive und legislative Funktionen in sich vereinte.

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Ausführliches zum Thema siehe Wikipedia

 

 

Die Gründung des Deutschen Bundes

Aufopferungsvoll hatten die Deutschen Bürger und Bauern gegen Napoleon gekämpft. Sehnsüchtig erwarteten sie den Tag, der ihrem Lande die Freiheit und Einheit bringen sollte. Aber die wurden arg enttäuscht. Ihre nationalen Wünsche und Forderungen wurden auf dem Wiener Kongress nicht berücksichtigt.

Die deutschen Fürsten taten alles, um ihre kleinstaatliche Herrschaft aufrechtzuerhalten und die nationale Bewegung einzudämmen. Auch die ausländischen Mächte interessierte die deutsche Einheit nicht. Sie fürchteten, dass ein starkes Deutschland ihren politischen und wirtschaftlichen Einfluss schwächen könnte.

An Stelle eines einheitlichen deutschen Staates wurde im Juni 1815 in Wien der Deutsche Bund gegründet. Ihm gehörten das Kaiserreich Österreich, die Königreiche Preußen, Bayern, Sachsen, Hannover und Württemberg sowie weitere 31 Kleinstaaten und die vier „Freien Städte“ Bremen, Frankfurt/Main, Hamburg und Lübeck an.

Ein Bundestag, der in Frankfurt am Main tagte, stand an der Spitze dieses Fürstenbundes. Der Vorsitz wurde Österreich übertragen.

Weitere Einzelheiten Das Palais Thurn und Taxis in Frankfurt, Sitz des Bundestages

Das Palais Thurn und Taxis in Frankfurt, Sitz des Bundestages

Bildquelle: Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=704645

 

 

In der Bundesakte garantierten sich die Fürsten die „Unabhängigkeit und Unverletzbarkeit“ ihrer Staaten. Sie vereinbarten weder einheitliche Maße und Münzen noch eine gemeinsame Post. Auch ein Bundesgericht und ein Bundesheer blieben aus. Über das deutsche Volk wurde in der Bundesakte kein Wort verloren. Nur ganz allgemein stellte man fest, dass sich alle Bundesstaaten Verfassungen geben sollten. Aber nur wenige Fürsten lösten später dieses Versprechen ein.

Deutscher Bund

Deutscher Bund

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Unter den Mitgliedern des Bundes ragten Österreich und Preußen hervor. Sie stritten um die Vormachtstellung in Deutschland.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982 geschichte-07-ddr-seite-1

 

 

 

 

Original-Text:

Gründung des Deutschen Bundes

 

Siehe auch „Geschichte in Übersichten“, DDR 1982 Buchtitel Geschichte in Übersichten Kopie 2

 

 

 

 

 

Deutscher Bund Gesichte in Übersichten

siehe PDF-Datei:

Deutscher Bund

Deutsche Bundesakte

Die Deutsche Bundesakte war ein völkerrechtlicher Vertrag und das erste Bundes-„Verfassungsgesetz“über die Gründung des Deutschen Bundes. Sie wurde am 8. Juni 1815 während des Wiener Kongresses verabschiedet und schließlich am 10. Juni 1815 von den Bevollmächtigten von 39 Staaten unterzeichnet.

Erste Seite der Bundesakte

Erste Seite der Bundesakte

Bildquelle: Von Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=907368

 

In den Artikeln 53 bis 63 war sie ein offizieller Bestandteil der Wiener Kongress-Akte. Erst mit der Auflösung des Deutschen Bundes 1866 ist die Deutsche Bundesakte außer Kraft getreten. Als Folge der Märzrevolution wurde am 18. Mai 1848 in der Frankfurter Paulskirche die Nationalversammlung eröffnet, das erste gesamtdeutsche Parlament. Die Abgeordneten sollten mit der Ausarbeitung einer Reichsverfassung die Grundlage für ein einiges, freiheitliches Deutschland schaffen. Mit dem Reichsgesetz über die Einführung einer provisorischen Zentralgewalt für Deutschland vom 28. Juni richtete die Nationalversammlung eine provisorische Regierung ein, die Provisorische Zentralgewalt. Der Bundestag beeilte sich mit Beschluss vom 12. Juli, seine Befugnisse der Zentralgewalt zu übertragen und seine Tätigkeit einzustellen. Die Bundesakte trat hiermit faktisch außer Kraft, wurde jedoch nach der Niederschlagung der Revolution von 1848 und nach einer heftigen preußisch-österreichischen Auseinandersetzung (Herbstkrise 1850) wieder wirksam.

Der Deutsche Bund endete mit dem Deutschen Krieg von 1866.

Preußisch-Österreichischen Krieg 1866

entnommen aus „Geschichte in Übersichten“, DDR 1982  Buchtitel Geschichte in Übersichten Kopie 2

Preußisch-Österreichischer Krieg 1866

 

 

Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

Ausführliches zum Thema siehe Wikipedia

 

 

 

 

 

 

Der Wiener Kongress

Karikatur Wiener Kongress

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Die Volksmassen hatten für die Beseitigung der französischen Fremdherrschaft hohe Blutopfer gebracht. Hoffnungsvoll schauten die nun nach Österreich, wo auf dem Wiener Kongress 1814 bis 1815 über die Neuordnung Europas beraten und entschieden werden sollte. Fürsten und Staatsmänner aus vielen Ländern waren anwesend. Unter ihnen befanden sich der russische Zar, der Kaiser von Österreich und der König von Preußen. Auch der Freiherr vom Stein und andere deutsche Patrioten weilten in der Donaustadt. Aber das entscheidende Wort blieb ihnen versagt. Es wurde von den Fürsten gesprochen, die ihre egoistischen Ziele verfolgten. Sie dachten jetzt nicht daran, den Völkern mehr Freiheit zu geben und somit die Versprechungen einzulösen, die sie gemacht hatten. Im Gegenteil, die alten Verhältnisse sollten wiederhergestellt und gefestigt werden. So gestalteten sich die Verhandlungen zu einem üblen Länderschacher, begleitet von Bällen und anderen Vergnügungen.

Unter diesem Eindruck bemerkte Blücher: „Der Kongress gleicht einem Jahrmarkt in einer kleinen Stadt, wo jeder sein Vieh hintreibt, es zu verkaufen und zu vertauschen.“

geschichte-07-ddr-seite-1

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Original-Text:

Der Wiener Kongress

 

Wiener Kongress Geschichte in Übersichten DDR

entnommen aus „Geschichte in Übersichten“ , DDR 1982

 

PDF-Datei aus „Geschichte in Übersichten“

Wiener Kongress 1814-15

Wiener Kongress 1814-15 Karikatur

 

 

entnommen aus „Geschichte in Übersichten“, DDR 1982

 

Buchtitel Geschichte in Übersichten Kopie 2

 

entnommen aus „Geschichte in Übersichten“, DDR 1982

 

 

 

Ergänzung, entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

Teilnehmer Wiener Kongress

Teilnehmer des Wiener Kongresses

Delegierte des Wiener Kongresses in einem zeitgenössischen Kupferstich von Jean Godefroy nach dem Gemälde von Jean-Baptiste Isabey 1 Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington2 Joaquim Lobo da Silveira3 António de Saldanha da Gama4 Carl Axel Löwenhielm5 Paul-François de Noailles6 Klemens Wenzel Lothar von Metternich7 Frédéric-Séraphin de La Tour du Pin Gouvernet8 Karl Robert von Nesselrode9 Pedro de Sousa Holstein10 Robert Stewart, 2. Marquess of Londonderry11 Emmerich Joseph von Dalberg12 Johann von Wessenberg13 Andrei Kirillowitsch Rasumowski14 Charles Vane, 3. Marquess of Londonderry15 Pedro Gómez Labrador16 Richard Trench, 2nd Earl of Clancarty17 Nikolaus von Wacken, 18 Friedrich von Gentz19 Wilhelm von Humboldt20 William Cathcart, 1. Earl Cathcart21 Karl August von Hardenberg22 Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord23 Gustav Ernst von Stackelberg

Bildquelle: Bitte auf´s Bild klicken

 

Die deutschen Fragen wurden angesichts ihrer Komplexität und ihres Umfangs getrennt von den übrigen europäischen Angelegenheiten beraten.

Nach dem Sturz Napoleons im Frühjahr 1814 beendete der Erste Pariser Frieden den Krieg zwischen den Mächten der Sechsten Koalition und der französischen Regierung der restaurierten Bourbonenmonarchie unter Ludwig XVIII. Nach Artikel 32 dieses Friedensvertrages sollte in Wien ein Kongress zusammentreten, um eine dauerhafte europäische Nachkriegsordnung zu beschließen. Dazu waren alle am Krieg beteiligten Staaten eingeladen.

Die siegreichen Könige und ihre führenden Minister trafen sich zunächst in London. Im Herbst 1814 begann in Wien der Kongress, zu dem sich Delegationen fast aller Staaten und Mächte Europas einfanden. Von September 1814 bis Juni 1815 wurde Wien und vor allem der Tagungsort, das Außenministerium (später auch die Staatskanzlei) im Palais am Ballhausplatz, der Amtssitz von Metternich, zum politischen Zentrum des Kontinents. Gastgeber war Kaiser Franz I. von Österreich.

„Palais am Ballhausplatz“, Tagungsgebäude des Wiener Kongresses (heute Bundeskanzleramt)

„Palais am Ballhausplatz“, Tagungsgebäude des Wiener Kongresses (heute Bundeskanzleramt)

Bildquelle: Von Die Autorenschaft wurde nicht in einer maschinell lesbaren Form angegeben. Es wird Extrawurst als Autor angenommen (basierend auf den Rechteinhaber-Angaben). – Die Autorenschaft wurde nicht in einer maschinell lesbaren Form angegeben. Es wird angenommen, dass es sich um ein eigenes Werk handelt (basierend auf den Rechteinhaber-Angaben)., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=540534

 

 

Fürst von Metternich

Fürst von Metternich (Porträt von Thomas Lawrence)

 

Bildquelle: Von Kunsthistorisches Museum, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6756329

 

 

Der Wiener Kongress erarbeitete, dies war eine verhandlungstechnische Neuheit, seine Ergebnisse in Kommissionen. Es gab unter anderem einen Ausschuss für die Deutschen, einen für die europäischen Angelegenheiten, einen für Gebietsfragen, einen für die Flussschifffahrt und einen für den Sklavenhandel. Zu einer formellen Vollversammlung kam es nie. Die Kongressakte trägt nur die Unterschriften der acht Hauptmächte Österreich, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Portugal, Preußen, Russland und Schweden (in dieser auf Französisch alphabetischen Reihenfolge). Die Deutsche Bundesakte,deren Allgemeine Bestimmungen (Artikel 1 bis 11) in die Kongressakte aufgenommen sind, wurde separat von den Bevollmächtigten der deutschen Staaten unterzeichnet.

Der wichtigste Gegenspieler Metternichs war Zar Alexander I. Daneben spielten auch der britische Gesandte Castlereagh und der Vertreter des besiegten Frankreich, Talleyrand, der sowohl unter dem alten wie dem neuen französischen Regime erheblichen Einfluss hatte, die wichtigsten Rollen. Auch wenn Preußen durch Karl August von Hardenberg und Wilhelm von Humboldt prominent vertreten war, spielte die Delegation dieses Landes keine besonders starke Rolle. Ein Grund dafür war, dass deren Linie durch das persönliche Eingreifen von König Friedrich Wilhelm III. beeinträchtigt wurde.

Richtet man den Blick vom Ballsaal weg auf die eigentlichen Verhandlungen, bleibt vom äußeren Bild der Harmonie nicht mehr viel übrig. Tatsächlich verschärften sich die Interessengegensätze im Verlauf des Kongresses noch deutlich.

Der Kongress arbeitete nach fünf übergeordneten Prinzipien, die allerdings teilweise die nachträgliche Konstruktion der Historiker sind. Der Begriff der Legitimität bezeichnet in diesem Zusammenhang die Liquidierung des napoleonischen Staatensystems und die Wiedereinsetzung der alten Dynastien (Bourbonen, Welfen usw.). Wenn ausgerechnet Talleyrand das Legitimitätsprinzip betonte, ging es ihm vor allem um die Anerkennung Frankreichs als gleichberechtigter Macht und damit die Überwindung des Status als Kriegsverlierer.

Hauptziele Wiener Kongress

Bildquelle: Bitte auf´s Bild klicken.

 

Ergebnisse des Wiener Kongresses (Schema)

 

Bildquelle: Bitte auf´s Bild klicken.

 

Europa nach dem Wiener Kongress 1815

Europa nach dem Wiener Kongress 1815

 

Bildquelle: Bitte auf´s Bild klicken.

 

 

Also die alten Verhältnisse wurden wiederhergestellt.

Die weiteren Details über die Neuordnung Europas  kann man im Wikipedia-Artikel nachlesen. Das Geschichtsbuch der DDR hat es richtig beschrieben. Es war ein Länderschacher.

Schlussakte Wiener Kongress

Schlussakte Wiener Kongress – Originaldokument im österreichischen Staatsarchiv

Bildquelle: Von Thomas Ledl – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35907449

 

 

Der Beginn des Befreiungskrieges 1813

„Das Volk steht auf, der Sturm bricht los!“

Durch den Sieg des russischen Volkes über Napoleon erhielt der Widerstand unter den deutschen Bauern und Bürgern einen gewaltigen Auftrieb. Mutig und entschlossen begannen die Patrioten zu handeln, ohne die Entscheidung des preußischen Königs abzuwarten, der  noch immer zögerte.

Sie wussten, dass es eine gerechte Sache war, für die sie eintraten. Ob alt oder jung – keiner wollte zurückstehen, wenn es um die Befreiung des Vaterlandes ging. Waffen wurden geschmiedet oder aus den Verstecken hervorgeholt.  Den noch unentschlossenen rief der Dichter Theodor Körner in einem seiner aufrüttelnden Gedichte zu:Das Volk steht auf, der Sturm bricht los! Wer legt noch die Hände feig in den Schoß?“

Handwerker, Bauern, Bergleute, Studenten – Männer aus verschiedenen Klassen – meldeten sich in Scharen zum freiwilligen Waffendienst. Besonders berühmt wurde das durch Freiwillige aus verschiedenen Gebieten gebildete Freikorps Lützow, dem Friedrich Ludwig Jahn,Theodor Körner und andere hervorragende Patrioten angehörten. Von seinen rühmlichen Taten kündet Körners Lied „Lützows wilde Jagd“.

 

Ausschnitt Geschichtsbuch der DDR Theodor Körner Kopie

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Aber auch Frauen wollten nicht tatenlos zusehen. Einige zogen sich Männerkleidung an und reihten sich in die Freiwilligenabteilungen ein. Zu ihnen gehörte die achtzehnjährige Eleonore Prochaska, die sich als August Renz ausgab und mit den Lützowern kämpfte. Sie gab das Leben für die Befreiung ihres Vaterlandes.

Auszug der Jenenser Studenten 1813

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Eleonore Proschaska Kopie

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Brief Eleonores an ihren Bruder Kopie

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

An vielen Orten wurden Sammelstellen eingerichtet, die Spenden für die Ausrüstung der Soldaten entgegennahmen. Unzählige Bauern und Bürger opferten ihr Geld, nicht wenige ihre ganzen Habseligkeiten. „Gold gab ich für Eisen“, lautete ihre Losung.

Opferbereitschaft Des deutschen Volkes

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Arthur Kampf, Volksopfer

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Aufruf von Ernst Moritz Arndt:

Aufruf Von Ernst Moritz Arndt

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

 

Der Frühjahrsfeldzug 1813

Als die russischen Truppen bei der Verfolgung Napoleons deutschen Boden betraten, feierte das Volk sie stürmisch als Befreier. „Die Kosaken kommen!“ – für die Franzosen ein Schreckensruf, für die deutschen Bauern und Bürger dagegen ein Grund, zuversichtlich zu sein.

An verschiedenen Orten kämpfte man gemeinsam gegen den französischen Feind. Am 20. Februar 1813 drangen Kosaken bis nach Berlin vor.

Aus Furcht vor dem sich bewaffneten Volk waren der preußische König und viele Adlige noch immer wankelmütig. Am 28. Februar 1813 fiel dann eine bedeutsame Entscheidung: Preußen und Russland schlossen in Kalisch ein Bündnis. Sie verpflichteten sich, gemeinsam die französische Fremdherrschaft zu beseitigen. Es folgte am 16. März 1813 die preußische Kriegserklärung an Frankreich.

Einzug russischer Kosaken in Berlin

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Kriegsverlauf 1813:14

Kriegsverlauf 1813/14

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Bericht aus Berlin über Aktionen der Bevölkerung

Bericht aus Berlin

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

In der Zwischenzeit gelang es Napoleon nur unter Schwierigkeiten, eine neue Armee von 500 000 Mann aufzustellen. Die Rheinbundfürsten waren wiederum bereit, ihn mit Soldaten zu unterstützen. Bei den Aushebungen brachen aber in verschiedenen Gebieten Unruhen aus. Napoleon merkte sehr bald, Dass die preußischen Soldaten nicht mehr die von 1806/07 waren. Die kämpften tapfer und waren bereit, das geknechtete Land zu befreien, in dem sie glücklicher leben wollten, als bisher. Auch zahlreiche Offiziere waren patriotisch gesinnt und entschlossen alles zu wagen.

Volkstümlich wie kein anderer wurde Gerhard Leberecht von Blücher(1742-1819).

Seine Soldaten nannten ihn bald „Marschall Vorwärts“, da er den Feind angriff, wo er nur konnte.

In den Maitagen kam es bei Großgörschen, nördlich von Leipzig, und bei Bautzen zu zwei blutigen Schlachten. Napoleon konnte die verbündeten russisch-preußischen Truppen besiegen. Aber seine Armee hatte starke Verluste erlitten. Beide Seiten vereinbarten Anfang Juni einen Waffenstillstand. Sie wollten in dieser Zeit ihre militärischen Kräfte verstärken und weitere Verbündete gewinnen.

 

geschichte-07-ddr-seite-1

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

Bearbeitet von Petra Reichel

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

Beginn des Befreiungskrieges 1813

 

 

 

 

 

 

Lützowsches Freikorps

Infanterieuniformen des Lützowschen Freikorps (Farbtafel von Richard Knötel)

Infanterieuniformen des Lützowschen Freikorps (Farbtafel von Richard Knötel)

 

Bildquelle: Von Richard Knötel (12 January 1857 – 26 April 1914), Uniformenkunde. Lose Blätter zur Geschichte der Entwicklung der militärischen Tracht (Berlin, 1890), vol. 2, plate 8, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6327268

 

 

Das Lützowsche Freikorps war ein Freiwilligenverband der preußischen Armee in den Befreiungskriegen. Es wurde von Major Ludwig Adolf Wilhelm von Lützow 1813 errichtet und 1814 als Infanterie-Regiment Nr. 25 bzw. Ulanen-Regiment Nr. 6 in die preußischen Linientruppen übernommen. Obwohl das Freikorps im Krieg gegen Napoleon eher glücklos war, entwickelte es aufgrund seiner Zusammensetzung aus Freiwilligen fast aller deutscher Staaten eine hohe Symbolkraft für die Bestrebungen zur Errichtung eines deutschen Nationalstaates. Von seinen Uniformfarben (schwarzes Tuch, rote Paspeln, goldene Knöpfe) leiten sich die deutschen Nationalfarben Schwarz-Rot-Gold her.

Das Freikorps rekrutierte sich ausschließlich aus Freiwilligen. In seinen Reihen dienten neben Preußen auch Bürger anderer deutscher Staaten, die dem Rheinbund angehörten oder wie das Herzogtum Oldenburg und die Provinz Westfalen von Frankreich annektiert waren. Als Selbstversorger und -ausstatter erhielten die Soldaten keinen Sold und rüsteten sich selbst aus. Insgesamt dominierten unter den Freiwilligen die Handwerker, lediglich bei den Jägern gab es einen überdurchschnittlichen Studentenanteil. Das Freikorps verdankte seine Popularität nicht zuletzt seinen prominenten Mitgliedern, wie dem 1813 gefallenen Dichter Theodor Körner, der dem Freikorps das bekannte Lied „Lützows wilde Jagd“ widmete. Carl Maria von Weber vertonte es ebenso wie Körners kurz vor seinem Tod verfasstes „Schwertlied“. Weitere berühmte Mitglieder waren der Turner Friedrich Friesen, „Turnvater“ Friedrich Ludwig Jahn, Joseph von Eichendorff, ein bedeutender Dichter der deutschen Romantik, sowie der spätere Begründer der Kindergärten Friedrich Fröbel. Mit Eleonore Prochaska, alias Jäger „August Renz“, und Anna Lühring hatten sich auch zwei namentlich bekannte Frauen, als Männer verkleidet, an dem Kampf des Freikorps beteiligt.

Eleonore Proschaska Kopie

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Brief Eleonores an ihren Bruder Kopie

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Das Freikorps hatte zeitweise eine Stärke von über 3500 Mann, die sich 1814 wie folgt zusammensetzte:

  • Die Infanterie (insgesamt rund 2900 Mann) gliederte sich in drei Bataillone zu je vier Musketierkompanien und einem Jägerdetachment. Beim 2. Bataillon gab es statt der 3. Musketierkompanie eine starke Tiroler Schützenkompanie.
  • Die Kavallerie (insgesamt rund 600 Mann) gliederte sich in fünf Eskadronen, die mehrheitlich als Ulanen ausgestattet waren, während die 4. und 5. Eskadron Husaren waren. Die 2. Eskadron war anfänglich als Jäger zu Pferde organisiert.
  • Die Artillerie (insgesamt rund 120 Mann) bestand aus je einer schwachen Batterie zu Fuß und zu Pferde.

Die Uniformen waren grundsätzlich schwarz, weil Schwarz der einzige Farbton war, der sich durch Einfärbung der in den Armeedepots und auf dem Markt vorhandene unterschiedlichen Tuchvorräte herstellen ließ. Dazu kamen Rot als Abzeichenfarbe der Vorstöße und goldfarbene Messingknöpfe. Musketiere, Artillerie und Ulanen trugen Litewkas, Husaren Dolman und Mente, eine mit Pelz verzierte Jacke, während die Schützen eine am österreichischen Vorbild orientierte hechtgraue Uniform mit hellgrünen Abzeichen trugen. Allgemein wurden Tschakos getragen, nur die Schützen hatten österreichische Jägerhüte. Die Lanzenfähnchen der Ulanen waren Schwarz-Rot.

Uniform ausgestellt in der Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte in Rastatt.

Uniform ausgestellt in der Erinnerungsstätte für die Freiheitsbewegungen in der deutschen Geschichte in Rastatt.

Bildquelle: Von Ziko van Dijk – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=36810479

 

Freiwillige aus fast allen deutschen Gebieten trafen zusammen und warben aus ihrer Heimat weitere Freiwillige für diesen oder einen anderen Verband. Die schwarze Farbe der Uniform, damals durchaus ungewöhnlich, zusammen mit ihren riskanten und auch verlustreichen Unternehmungen und den berühmten Mitgliedern, führten rasch zur Entstehung eines Mythos, der weitere Kräfte in Form von Spenden und Unterstützung aus der Zivilbevölkerung mobilisierte. Nach dem Sieg über das Frankreich Napoleons wurde das Freikorps Lützow zu einer Ikone und zur tatsächlichen Keimzelle der wachsenden Nationalbewegung, die nach der Unabhängigkeit auch die Vereinigung der Deutschen anstrebte.

Lützower Kavallerie im Gefecht (Im Vordergrund zwei Husaren, dahinter Jäger zu Pferde)

Lützower Kavallerie im Gefecht (Im Vordergrund zwei Husaren, dahinter Jäger zu Pferde)

Bildquelle: Von Stadtmuseum Güstrow, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10350961

 

 

Die Uniformfarben des Freikorps wurden legendär. Nach dem Krieg trugen manche seiner Mitglieder diese Uniform weiter, als sie ihr Studium an der Universität Jena fortsetzten. Sie gründeten 1815 in dieser Uniform auch die neuartige, weil gesamtdeutsch ausgerichtete Urburschenschaft. So wurden die Farben Schwarz-Rot und dann Schwarz-Rot-Gold ab 1815 die Farben der Burschenschaftsbewegung und verbreiteten sich von Universität zu Universität als Zeichen des Einheits- und Freiheitswunsches. Veteranen des Freikorps nahmen daher 1817 auch am Wartburgfest teil.

 

entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel