IMS(IM zur politisch-operativen Durchdringung und Sicherung des Verantwortungsbereiches)

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Symbolbild IMS

 

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Das waren Inoffizielle Mitarbeiter, die entsprechende Beiträge zur allseitigen Gewährleistung der inneren Sicherheit im Verantwortungsbereich leisteten. Sie wirkten in hohem Maße vorbeugend und schadensabwendend und halfen mit, neue Sicherheitsanfordernisse zu erkennen und durchzusetzen. Ihre Tätigkeit trug zur realen Einschätzung der sicherheitspolitischen Lage im jeweiligen Verantwortungsbereich und zur Durchsetzung daraus abgeleiteter Maßnahmen bei. Entsprechend der Ziel- und Aufgabenstellung des MfS, möglichst vorbeugend zu wirken, bildeten die IMS den weitaus größten Teil der IM.

Die IMS erfüllten Sicherheitsaufgaben im Staatsapparat und der Volkswirtschaft, insbesondere in Kombinaten und Schwerpunktbetrieben. In der DDR war Wirtschaftsspionage und Betriebsspionage mit der Spionage gegen den Staat gelichgesetzt. So hatte auch innerhalb der Wirtschaft der Geheimdienst der DDR, das MfS, die Aufgabe sich um den Schutz der Wirtschaft und Betreibe zu kümmern. Heute im Kapitalismus ist das anders.

Außerdem wirkten die IMS im militärischen Bereich, in Forschung und Entwicklung, auf speziellem Gebiet des Geheimnisschutzes und auch in gesellschaftlichen Organisationen.

Die IMS hatten insbesondere durch Feststellung und Aufklärung von wesentlichen Verletzungen der Gesetzlichkeit, der Vorschriften auf dem Gebiet der Sicherheit und Ordnung und durch Erkennen und Beseitigen begünstigender Bedingungen präventive Aufgaben zu realisieren.

 

Buchtitel %22Die Sicherheit%22entnommen aus dem Buch „Die Sicherheit“, bearbeitet von Petra Reichel

Aufgabenbezogene Suche, Auswahl und Gewinnung vom IM(Werbung von IM)

Es wird immer so getan, als wären die IM des MfS was Besonderes gewesen, die DDR ihre Bürgerinnen und Bürger zu Spitzeldiensten angehalten hätte usw.. Jeder Geheimdienst dieser Welt sucht sich seine nebenamtlichen, inoffiziellen Mitarbeiter oder wie immer diese Leute genannt werden. In der DDR waren es die Inoffiziellen Mitarbeiter, kurz IM. Die nachfolgende Beschreibung der Gewinnung von IM ist kein Alleinstellungsmerkmal des MfS der untergangen DDR, sondern ist weltweit und auch heute noch ähnlich.

Trotzdem machte es das MfS…

Nicht so!

Das macht der Verfassungsschutz der BRD so.

 

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Bildquelle:
„Express“- Köln vom 08.12.2014

 

Sondern so.

 

 

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In den operativen Diensteinheiten der Abwehr erfolgten im Rahmen der Arbeitsplanung Vorgaben, wo zur Sicherung von Schwerpunktbereichen, bzw. zur Bearbeitung von Schwerpunkten IM zu suchen und zu gewinnen waren. Die Suche, Auswahl, Gewinnung und Werbung von IM war stets aufgabenbezogen durchzuführen. Es waren vor allem Personen zu werben, die ausgehend von vorgegebenen Qualitätskriterien- objektiv und subjektiv- in der Lage waren, vorgesehene Aufgaben zu erfüllen. Das widerspiegelte sich auch in den Zahlen über Neuwerbungen von IM. Diesem Ziel diente auch die Arbeit mit „IM-Vorläufen“. Damit sollten längerfristig notwendige Grundlagen und Erkenntnisse über eventuell für eine IM-Tätigkeit geeignete Personen erarbeitet werden.

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Symbolbild IM-Vorlauf

 

Bildquelle:
Clipart Kid

 

 

Zu den möglichen Kandidaten wurde ein IM-Vorlauf angelegt. Es wurde geprüft, ob die Person über die erforderlichen Voraussetzungen verfügt, das MfS bei der Lösung konkret bestimmter Aufgaben zu unterstützen. Das setzte klare Vorstellungen über die IM-Kandidaten zu stellenden Anforderungen voraus. Die Bewertung bezog sich auch auf die unbedingte Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und andere charakterlich-moralische Eigenschaften. Die verantwortungsbewusste Klärung dieser Fragen und eine gewissenhafte Kontrolle durch den jeweiligen Vorgesetzten sollten dazu beitragen, subjektiv gefärbte Einflüsse und Einschätzungen möglichst auszuschließen. Großer Wert wurde auch darauf gelegt, mit der ausgewählten Person in persönlichen Kontakt zu kommen, sogenannte Kontaktgespräche zu führen, ohne bereits das damit verfolgte Ziel zu offenbaren. Dabei wurde zu klären versucht, welche Kenntnisse, Erfahrungen und Wirkungsmöglichkeiten der Kandidat-bezogen auf das vorgesehene Aufgabengebiet- besitzt, welche Voraussetzungen bestehen, die notwendigen Motive für eine konspirative Zusammenarbeit zu erschließen, inwieweit eine Bereitschaft erkennbar ist, über Personen und Sachzusammenhänge aufgeschlossen und ehrlich Auskunft zu geben. Es ging darum bereits vorliegende Erkenntnisse über den Kandidaten zu überprüfen und das Bild des Kandidaten zu vervollständigen. Trotz Legendierung der Gespräche kam es vor, dass IM-Kandidaten die damit verbundenen Absichten erkannten und sofort Zustimmung oder Ablehnung signalisierten.

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Bildquelle:
Netzpolitik.org

 

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Ergab die Bearbeitung des IM-Vorlaufs, dass die vorgesehene Person nicht als IM geeignet war und auch die Bereitschaft und andere Voraussetzungen für eine Werbung nicht gegeben waren, wurde er Vorlauf eingestellt und zur Ablage gebracht. Das Vorhandensein, die Registrierung und Archivierung von IM-Vorläufen besagt keinesfalls, dass es auch tatsächlich zur Werbung und konspirativen Zusammenarbeit mit dieser Person gekommen ist.

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Symbolbild Archivierung von IM-Vorläufen

Im Ergebnis der systematischen Bearbeitung eines IM-Vorlaufs war, wenn die Voraussetzungen vorlagen, ein Vorschlag zur Werbung zu erarbeiten. In diesem Vorschlag wurde die Notwendigkeit und die vorgesehene Einsatzrichtung begründet und eine Einschätzung der Zuverlässigkeit des IM-Kandidaten vorgenommen. Der Vorschlag war vom jeweiligen Leiter der Arbeitsgruppe oder des Referats gewissenhaft zu prüfen.

Bildquelle:
Made for minds. (Deutsche Welle)

Vorschläge zur Werbung von IM bedurften-je nach der für den Kandidaten vorgesehenen Einsatzrichtung- der Bestätigung. Die Werbung hauptamtlicher IM und von IMB musste bestätigt werden und zwar durch die Leiter der Hauptabteilungen/selbstständigen Abteilungen bzw. der Leiter der Bezirksverwaltungen oder deren Stellvertreter. Die Werbung von IM anderer Kategorien durch die Leiter der Abteilungen in den Hauptabteilungen/selbständigen Abteilungen und Bezirksverwaltungen bzw. die Leiter der Kreis- und Objektdienststellen. Vorschläge zur Werbung von Personen die nicht Bürger der DDR waren, bedurften in jedem Fall der Bestätigung durch den Leiter der Hauptabteilung/selbstständigen Abteilung, bzw. durch den Leiter der Bezirksverwaltung oder deren Stellvertreter.

Im Ergebnis der systematischen Bearbeitung eines IM-Vorlaufs war, wenn die Voraussetzungen vorlagen, ein Vorschlag zur Werbung zu erarbeiten. In diesem Vorschlag wurde die Notwendigkeit und die vorgesehene Einsatzrichtung begründet und eine Einschätzung der Zuverlässigkeit des IM-Kandidaten vorgenommen. Der Vorschlag war vom jeweiligen Leiter der Arbeitsgruppe oder des Referats gewissenhaft zu prüfen. Vorschläge zur Werbung von IM bedurften-je nach der für den Kandidaten vorgesehenen Einsatzrichtung- der Bestätigung. Die Werbung hauptamtlicher IM und von IMB musste bestätigt werden und zwar durch die Leiter der Hauptabteilungen/selbstständigen Abteilungen bzw. der Leiter der Bezirksverwaltungen oder deren Stellvertreter. Die Werbung von IM anderer Kategorien durch die Leiter der Abteilungen in den Hauptabteilungen/selbständigen Abteilungen und Bezirksverwaltungen bzw. die Leiter der Kreis- und Objektdienststellen. Vorschläge zur Werbung von Personen die nicht Bürger der DDR waren, bedurften in jedem Fall der Bestätigung durch den Leiter der Hauptabteilung/selbstständigen Abteilung, bzw. durch den Leiter der Bezirksverwaltung oder deren Stellvertreter.

Es ist Unsinn zu behaupten, die Auswahl des IM-Kandidaten habe allein im Ermessen des einzelnen Führungsoffiziers gelegen und trage damit das Merkmal subjektiver Willkür. Zweifellos trugen die mit der Werbung beauftragten Offiziere des MfS eine große Verantwortung. Sie hatten für konkrete Aufgaben geeignete IM-Kandidaten zu suchen, aufzuklären und zu überprüfen. Nach sorgfältiger Prüfung der Ergebnisse der Aufklärung und Zustimmung durch den Dienstvorgesetzten hatten dann-in der Regel bei Teilnahme des zuständigen Leiters-die eigentliche Werbung vorzunehmen. Einen IM-Kandidaten tatsächlich für eine Zusammenarbeit mit dem MfS zu gewinnen, war also alles andere, als eine subjektive Ermessensentscheidung.

In Einzelfällen erfolgten Werbungen auch auf der Grundlage kompromittierender Materialien. Das Anliegen bestand nicht zuletzt darin, bei dem betreffenden Kandidaten Bestrebungen zur Wiedergutmachung bzw. zu Zusammenarbeit auf Rückversicherungsbasis auszulösen bzw. zu fördern. Grundlage dieser Werbungart war, dass einerseits Verletzungen gesellschaftlicher Normen durch den jeweiligen IM-Kandidaten vorlagen und andererseits jedoch bei ihm Einsichten und Bestrebungen bestanden bzw. ausgelöst werden konnten, um negative Folgen dieser Normverletzungen von sich abzuwenden bzw. bereits eingetretene Schäden durch eigenes Verhalten wiedergutzumachen oder zu ersetzen. Das Ziel dieser Werbungsart bestand also darin, durch die Verwendung kompromittierender Materialien bei den betreffenden Kandidaten vor allem Wiedergutmachungsbestrebungen auszulösen. An Werbungsvorhaben auf dieser Grundlage wurden besondere Anforderungen gestellt. Dieses Verfahren gehörte zu den Ausnahmen bei der Werbung von IM. Die Auslösung solcher Rückversicherungs- und Wiedergutmachungsbestrebungen-soweit Rechtsverletzungen zu Grunde lagen-erfolgte nicht im rechtsfreien Raum, sondern entsprechend den im Strafgesetzbuch, in der Strafprozessordnung und in anderen Rechtsvorschriften der DDR geregelten Möglichkeiten und Voraussetzungen des Absehens von strafrechtlichen Maßnahmen und Ableistung der Wiedergutmachung. Da sieht man, dass das in der DDR nicht so einfach war mit dem „Deal“.

Die erfolgreiche Werbung eines IM wurde im allgemeinen in würdiger Form durch die Verpflichtung abgeschlossen, mit der der IM-Kandidat die persönliche Entscheidung traf, konspirativ mit dem MfS zusammenzuarbeiten. Bestandteil der Verpflichtung waren die Belehrung über die Geheimhaltung und – zur persönlichen Sicherheit der IM- die Festlegung eines Pseudonyms, also eines Decknamens, sowie der Verbindungsarten und –methoden. Die Art und Weise der Verpflichtung erfolgte in Abhängigkeit vom Werbungsverlauf und der Persönlichkeit des Kandidaten. Sie erfolgte in aller Regel in schriftlicher-in Ausnahmefällen auch in mündlicher Form.

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Symbolbild MfS-Mitarbeiter

Bildquelle:
„Frankfurter Allgemeine“ vom 27.01.2017

 

 

 

§Die Richtlinie 1/79 konkretisierte gegenüber vorangegangenen Richtlinien die Festlegungen zur zeitweiligen Unterbrechung bzw. Beendigung der Zusammenarbeit mit dem IM.

Unterbrechung bedeutete zeitweiliges Ruhen der Zusammenarbeit. Dafür konnte es verschiedene Gründe geben, etwa der Gefährdung der Konspiration oder aus persönlichen und beruflichen Gründen kein aktiver Einsatz mehr möglich war. Dazu wurden mit dem IM die notwendigen Vereinbarungen über sein Verhalten und über eine eventuelle Wiederaufnahme der Zusammenarbeit getroffen.

Eine Beendigung der Zusammenarbeit erfolgte bei erschöpften Einsatzmöglichkeiten bzw. bei Perspektivlosigkeit oder langandauernder Erkrankung, bei Invalidität, Heirat oder Versorgung von Kindern oder aus anderen Gründen, die keinen erfolgreichen Einsatz mehr zuließen. Eine Beendigung erfolgte auch bei verfestigter Ablehnung der weiteren Zusammenarbeit durch den IM oder wenn nachweislich solche Gründe vorlagen wie Unehrlichkeit, Dekonspiration oder gar Entlarvung des IM als Doppelagent oder Provokateur.

Die Zusammenarbeit endete auch dann, wenn ein IM in eine Partei- oder Staatsfunktion gewählt oder berufen wurde. Dem MfS war es strikt untersagt „die SED und ihren Apparat“ zu bearbeiten bzw. dort inoffiziell tätig zu werden.

Nach Beendigung der Zusammenarbeit erfolgte unverzüglich die Archivierung der IM-Vorgänge in der Abt. XII. Der Abt. XII im MfS oblag die Aufgabe, Vorgänge und Akten zu Personen und Objekten sowie weiteres operatives Schriftgut zu registrieren und zu archivieren sowie die dazu erforderliche Auskunftserteilung zu gewährleisten.

 

Buchtitel %22Die Sicherheit%22

 

Entnommen aus „Die Sicherheit“, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Die Nachwuchsgewinnung

Oftmals wird behauptet, dass das MfS Jugendliche als IM angeworben hatte. Die BStU und einige Medien behaupten, dass das MfS sogar 12jährige als IM angeworben hätte. Stimmt das?

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Nachwuchswerbung des BND, zu näheren Infos Bild oder Link zur Bildquelle klicken

Bildquelle:
„Augsburger Allgemeine“ vom 31.01.2010

 

Das MfS hatte niemals Kinder als IM angeworben.

Die Nachwuchsgewinnung des MfS war nicht anders, wie zu allen Zeiten bei allen Geheimdiensten dieser Welt. Das ist heute auch nicht anders. Da die Geheimdienststrukturen des Geheimdienstes der DDR, des MfS nun offen liegen, kann man als Bespiel erklären, wie es dort gemacht wurde.

Jugendliche waren nach DDR-Recht Personen zwischen dem 14. Und 18. Lebensjahr.

Mit 18 waren die Bürgerinnen und Bürger der DDR volljährig. Junge Menschen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren wurden als Jungerwachsene bezeichnet. Inoffizielle Mitarbeiter der Altersgruppe zwischen 18 und 25 Jahren galten als jugendliche IM.

In der offiziellen Zusammenarbeit des MfS mit den für Erziehung und Bildung der heranwachsenden Generation Verantwortlichen in Staat und Gesellschaft sowie in der konspirativ abgedeckten Zusammenarbeit mit einzelnen Jugendlichen lagen die Schwerpunkte eindeutig in der vorbeugenden Arbeit, in der Verhinderung des Abgleitens von Jugendlichen in die Kriminalität bis hin zur Verhinderung ihres Missbrauchs für staatsfeindliche und andere antisozialistische Ziele.

Unter Beachtung der demografischen Entwicklung erfolgte unter Verantwortung der NVA eine Aufschlüsselung der Anzahl für den militärischen Berufsnachwuchs zur Verfügung stehenden Jugendlichen auf die einzelnen Organe(Institutionen). Bezogen auf das MfS waren das jährlich ca. 10 000, vorwiegend Soldaten und Unteroffiziere auf Zeit für das Wachregiment und die Wach- und Sicherungseinheiten der BV und anderer Diensteinheiten. Das MfS hat auf dieser Grundlage mit diesen Jugendlichen – immer in Verbindung mit dem Elternhaus- erste Gespräche geführt, um sie motivieren, ihre schulischen Leistungen zu halten oder zu verbessern und erste Vorstellungen zu einer möglichen Arbeit im MfS bei ihnen zu wecken und zu vermitteln- ohne jedoch mit ihnen inoffiziell zusammenzuarbeiten. Lag eine erste Bereitschaftserklärung zur späteren Aufnahme einer hauptamtlichen Tätigkeit im MfS vor, wurden diese Jugendlichen bis zum in der DDR obligatorischen Abschluss der 10. Klasse betreut und ihnen anschließend ein Beruf nach ihren Vorstellungen und Voraussetzungen vermittelt(dazu bestanden Verträge des MfS mit Betrieben, Einrichtungen und Institutionen zur Ausbildung von Jugendlichen) Andere wurden bis zum Abschluss der Hochschulreife(Abitur)betreut und danach entweder zum Studium an Hoch- und Fachschulen der DDR vermittelt oder gleich als hauptamtliche Mitarbeiter im MfS eingestellt und als Offiziersschüler an die Juristische Hochschule Potsdam delegiert.

Dieser vom MfS ausersehene Nachwuchs hatte vermutlich Eltern und Geschwister, die staatsnah und in entsprechenden beruflichen Positionen waren. Das ist aber kein Alleinstellungsmerkmal für die DDR, bzw. das MfS. Überall auf der Welt wird das ähnlich gehandhabt und es gibt überall die Geheimdienst-, bzw. Beamtenfamilien

Wer während der Konterrevolution zum Nachwuchs des MfS gehörte ist heute Verlierer der Geschichte. Am Beispiel von Andrej Holm sehen wir, dass die nicht begonnene Karriere beim MfS ihm zum Verhängnis geworden ist.

 

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Nachwuchs des heutigen russischen Geheimdienstes, Feier in der Kritik, nähere Infos bitte Bild oder Link zur Bildquelle klicken

Bildquelle:
Tagesschau.de

 

Buchtitel %22Die Sicherheit%22

 

Entnommen aus dem Buch „Die Sicherheit“, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

IMB „Peter Lux“

Zum Dokument vom  27.01.1987:

 

Dieses Dokument ist der Abschlussbericht betreffs eines IM.

Dieser IM wurde als IMS geworben und in die Kategorie IMB umregistriert.

Hier geht es um Wirtschaftsspionage. (siehe Wikipedia zur Wirtschaftsspionage heute)

 

 

Zu den Bildquellen: Bitte Links klicken                
Symbolbild IMB                                                                                Symbolbild IMS

 

„Peter Lux“ konnte zunächst aus Kostengründen seine Dienstreisen nur ins sozialistische Ausland unternehmen. Erst später waren Reisen ins kapitalistische Ausland möglich.

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Bei den Dienstreisen in kapitalistische Ausland ist es „Peter Lux“ gelungen entsprechende Kontakte zu knüpfen und in diesem Zusammenhang erlangte Informationen, die sehr wertvoll waren, in die DDR bringen.

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Bildquelle:  Clipart.me, Bild ist entsprechend verlinkt

 

Ausführliches, siehe Dokument:

 

 

Dokument ausgewertet von Petra Reichel

 

 

Die medizinische Betreuung von Beschuldigten in den Untersuchungshaftanstalten(UHA) des MfS

In jeder Untersuchungshaftanstalt des MfS gab es medizinische Einrichtungen. Bei der Aufnahme in die UHA erfolgte grundsätzlich eine ärztliche Untersuchung. Bei gewöhnlichen Kriminellen war das genauso, wenn sie ins Gefängnis kamen. Das konnte man in einer Folge der Serie „Polizeiruf 110“ sehen. Für jeden Häftling wurde eine Gesundheitsakte angelegt.

Die ständige medizinische Betreuung war in allen Untersuchungshaftanstalten des MfS gewährleistet. Falls erforderlich, konnten Fachärzte aus dem staatlichen Gesundheitswesen herangezogen werden. Die Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln entsprach den sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen der DDR. Die Verabreichung der verordneten Medikamente oder Behandlungen erfolgte entsprechend den getroffenen Festlegungen durch das medizinische Personal.

Für den gesamten Untersuchungshaftvolllzug des MfS wurden seit 1960 in mehreren Etappen medizinische Einrichtungen und ein zentrales Haftkrankenhaus im Objekt Berlin-Hohenschönhausen aufgebaut. Das haftkrankenhaus war für alle Beschuldigten im Verantwortungsbereich des MfS einschließlich der Bezirksverwaltungen, für die stationäre medizinische Versorgung zuständig.

Die Ersteinrichtung erfolgte 1960-1962. Von 1971-1974 wurde es für 2,2 Millionen Mark erweitert. Es war modern eingerichtet und hatte verschiedene Fachabteilungen mit entsprechenden Fachärzten, Schwestern, Pflegern und medizinisch-technischen Assistentinnen.

1989 waren im Haftkrankenhaus Hohenschönhausen 62 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tätig. Wenn die medizinischen Möglichkeiten des Haftkrankenhauses Hohenschönhausen nicht ausreichten, erfolgte die unverzügliche Verlegung in eine Einrichtung des staatlichen Gesundheitswesens.

1990 wurde das Haftkrankenhaus Hohenschönhausen demontiert und die Einrichtung veräußert. Es wird so getan, als hätte es diese moderne medizinische Einrichtung nie gegeben.

Bezüglich der Situation kranker Häftlinge in Untersuchungshaftanstalten des MfS, insbesondere der Untersuchungshaftanstalt Hohenschönhausen, werden nun Horrorgeschichten erzählt.

Hier geht es zu einem Horrorbericht von „Spiegel-online“.

 

Weitere Infos auf  www.mfs-insider.de              Insider Logo

 

Dokumente:

medizinische Betreuung von Beschuldigten

Haftkrankenhaus Hohenschönhausen

%22Strahlungsgeräte%22 und Tod von Jürgen Fuchs

 

 

08. Februar – Ehrentag des MfS

 

Logo des MfS

 

Viel ist von der „Stasi“ die Rede. „Stasi“ ist aber ein Hetzbegriff, auch wenn dieser Begriff damals in der Alltagssprache der DDR-Bevölkerung gang und gäbe war. Die richtige Bezeichnung ist MfS(Ministerium für Staatssicherheit).

 

Viele Schauermärchen sind über das MfS im Umlauf. Wie war es wirklich?

Die Ausgabe DIE TROMMLER vom Februar 2016 beschäftigt sich mit dem MfS.

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Ausführliche Infos über das MfS, Vorstellung von Büchern zum Thema, Bücher und Auszüge aus Büchern zum Runterladen gibt es bei www.mfs-insider.de.

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DIE TROMMLER-ARCHIV bietet diese Texte und andere Dokumente zum Runterladen an.

 

 

Bildergalerie: Die Minister für Staatssicherheit der DDR

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Die Minister für Staatssicherheit/Wolfgang Schwanitz

Wolfgang Schwanitz, geboren am 26. Juni in Berlin war von 1986 bis 1989 stellvertretender Minister für Staatssicherheit der DDR und von 1989 bis 1990 Leiter des Amtes für Nationale Sicherheit der DDR.

Als Sohn eines Bankangestellten geboren, besuchte er die Oberschule und verließ sie wegen des Kriegsendes ohne Abschluss. Seine Kindheit hatte er zum größten Teil im Heim verbracht, weil sein Vater früh gestorben war. Anschließend absolvierte er von 1949 bis 1951 eine Lehre zum Großhandelskaufmann. Von Anfang an, seit Gründung der DDR, war Schwanitz Mitglied der FDJ und des FDGB. Seit 1950 war er auch Mitglied der DSF und seit 1953 Mitglied der SED und engagierte sich im „Zirkel Stalinbiographie“. 1951 wurde er Angehöriger des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), war ab 1954 unter anderem Kreisdienststellenleiter von Berlin-Pankow und Berlin-Weißensee. 1956 wurde er stellvertretender Leiter, 1958 Leiter der Abteilung II (Spionageabwehr) der Verwaltung Groß-Berlin. Er absolvierte von 1960 bis 1966 ein Fernstudium an der Humboldt-Universität zu Berlin mit der Fachrichtung Rechtswissenschaften (Abschluss als Diplomjurist), promovierte 1973 zum Dr. jur. an der Juristischen Hochschule des MfS in Potsdam (Thema: „Bekämpfung feindlicher Erscheinungen unter Jugendlichen“).

Wolfgang Schwanitz

Wolfgang Schwanitz (1989)

Bildquelle:
„Bundesarchiv Bild 183-1989-1119-324, Wolfgang Schwanitz“ von Bundesarchiv, Bild 183-1989-1119-324 / Schöps, Elke / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons -Bild ist entsprechend verlinkt

 

 

 

 

Im Februar 1974 wurde er als Nachfolger von Generalmajor Erich Wichert zum Leiter der Bezirksverwaltung Berlin des MfS berufen. Diese Funktion hielt er bis 1986 inne. Im Jahre 1984 wurde er zum Generalleutnant des MfS befördert und 1986 ins Ministerium versetzt. Dort war er bis November 1989 als Stellvertreter des Ministers tätig, verantwortlich für operative Sicherstellung und Technik. In dieser Funktion bekämpfte er Konterrevolutionäre wie Bärbel Bohley, Vera Lengsfeld und Rainer Eppelmann.

In der Modrow-Regierung wurde er am 18. November 1989 als Leiter des Amtes für Nationale Sicherheit berufen, der Nachfolgeorganisation des MfS Er war zugleich Mitglied des Ministerrates der DDR. Ende November erklärte er in einer geheimen Besprechung, dass es Aufgabe des MfS sei, „die Regierung und Parteiführung wirksam dabei zu unterstützen, die gefährlichen Entwicklungen in unserer Gesellschaft zunächst zu stoppen…“. Er befahl deshalb, die die Konterrevolutionäre mit IM zu unterwandern. Am 14. Dezember 1989 wurde er beurlaubt und am 11. Januar 1990 durch die Volkskammer als Mitglied des Ministerrates abberufen und entlassen.

Von 1971 bis 1974 war Schwanitz Kandidat, von 1974 bis 1986 Mitglied der SED-Bezirksleitung Berlin, sowie seit 1986 bis zum Außerordentlichen Parteitag 1989 Kandidat des ZK der SED. 1963 erhielt Schwanitz den Vaterländischen Verdienstorden in Bronze.

Heute ist Wolfgang Schwanitz in der „Gesellschaft zu Rechtlichen und
Humanitären Unterstützung“(GRH) aktiv

GRH-Logo JEPG

Logo der GRH

 

 

 

und ist Autor der „Edition Ost“. Schwanitz ist einer der Herausgeber des Buches „Die Sicherheit, Zur Abwehrarbeit des MfS“.

Buchtitel %22Die Sicherheit%22

Buch „Die Sicherheit“

verfügbar im Internet, siehe  www.mfs-insider.de

 

 

 

 

Zahlen und Fakten Wikipedia überarbeitet von Petra Reichel

Die Minister für Staatssicherheit/Erich Mielke

Erich Fritz Emil Mielke, geboren am 28. Dezember 1907 in Berlin, gestorben am 21. Mai 2000 in Berlin, war dem nach dem Rücktritt Ernst Wollwebers ab 1957 Minister für Staatssicherheit der DDR.

Erich Mielke wuchs in Berlin-Wedding als Sohn eines Stellmachers in einem proletarischen Umfeld auf. Die sechsköpfige Familie – Mielke hatte drei Geschwister – bewohnte eine 30-Quadratmeter-Wohnung. Seine Eltern zählten 1918 zu den Gründungsmitgliedern der Kommunistischen Partei Deutschlands (KPD) Infolge einer Begabtenauswahl erhielt Mielke 1923 einen Freiplatz am Köllnischen Gymnasium. Er verließ die Schule wegen Schwierigkeiten beim Erlernen der klassischen Sprachen bereits nach einem Jahr und absolvierte anschließend bis 1927 eine Lehre als Speditionskaufmann. Nach dem Abschluss seiner Ausbildung arbeitete Mielke zuletzt bei einer Firma des Siemens-Konzerns, die ihn im Januar 1931 wegen eines Arbeitskampfs entließ.

Erich Mielke (1976)

Erich Mielke (1976)

Bildquelle:„Bundesarchiv Bild 183-R0522-177, Erich Mielke“ von Bundesarchiv, Bild 183-R0522-177 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons -Bild ist entsprechend verlinkt

Schon 1921 war Mielke dem KJVD beigetreten. Eigenen Angaben zufolge wurde er 1925 Mitglied der KPD. Auch der Roten Hilfe und dem Roten Frontkämpferbund (RFB) gehörte Mielke an. Im RFB hatte er die Funktion eines „Schriftführers und Kulturobmanns“ inne. Wegen der Teilnahme an einer verbotenen KPD-Demonstration in Leipzig verbüßte Mielke 1930 eine mehrtägige Ordnungsstrafe im Polizeigefängnis am Alexanderplatz. Arbeitslos geworden, beschäftigte ihn 1931 die kommunistische „Rote Fahne“. Ebenfalls gehörte Mielke dem 1931 gegründeten Parteiselbstschutz, einer paramilitärisch organisierten und bewaffneten Gruppe der Partei, an. In dieser Eigenschaft erschossen er und das Selbstschutzmitglied Erich Ziemer am 9. August 1931 auf dem Bülowplatz in Berlin die Polizeioffiziere Paul Anlauf und Franz Lenck auf offener Straße. Die KPD schaffte die beiden daraufhin einige Tage später in die Sowjetunion. Mielke behauptete später, die NS-Justiz hätte ihn 1934 „in Abwesenheit verurteilt zum Tode (Bülowplatz)“. Tatsächlich war das Verfahren gegen ihn durch Beschluss vom 23. April 1934 gemäß § 205 StPO noch vor der Eröffnung des Hauptverfahrens eingestellt worden, da man seiner nicht habhaft werden konnte.

In Moskau erhielt er von 1932 bis 1936 eine politische und militärische Ausbildung an der Lenin-Schule und kämpfte von 1936 bis 1939 unter dem Decknamen „Fritz Leissner“ im Spanischen Bürgerkrieg(national-revolutionärer Krieg) bei den Internationalen Brigaden. Zuletzt im Range eines Hauptmanns, versah Mielke nach eigenen Angaben vor allem Stabsdienst in den Führungen der XI. und XIV. Brigade sowie Aufgaben als „Kaderoffizier“ (Politoffizier) in der 27. Division.

In der Endphase des Spanischen Bürgerkrieges(national-revolutionärer Krieg) begab sich Mielke im Februar 1939 über die Pyrenäen nach Frankreich, wo er zusammen mit anderen Interbrigadisten zunächst interniert wurde, dann aber nach Kontaktaufnahme mit der KPD-Leitung im Mai 1939 auftragsgemäß nach Belgien ging. Entgegen einer später von ihm verbreiteten Legende hielt sich Mielke unter seinem Klarnamen in Belgien auf und wurde nicht aus Deutschland ausgebürgert. Die Staatsanwaltschaft Berlin verzichtete auf ein Auslieferungsersuchen für Mielke. Sie sah die Polizistenmorde als ein „politisches Verbrechen“ an, wofür der Auslieferungsvertrag mit Belgien keine Auslieferung erlaubte.

Unter dem Decknamen „Gaston“ war Mielke bis in die Monate nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges Mitherausgeber der für Deutschland bestimmten und bis Februar 1940 illegal von der KPD im Grenzgebiet zu Belgien verbreiteten „Neuen Rheinischen Zeitung“. Die deutsche Invasion veranlasste die Regierung Belgiens im Mai 1940 zum Abtransport aller deutschen Staatsangehörigen in französische Internierungslager.
Mielke kam Ende Mai 1940 in das Lager Cyprien, aus dem er im August 1940 nach Toulouse flüchtete. Vermutlich hatte Mielke im September 1940 Unterschlupf in einem französischen Arbeitskommando für Ausländer gefunden. Im Sommer 1941 nahm Mielke eine weitere Identität als „Richard Hebel“ an und erbat bei dem KPD-Funktionär Willi Kreikemeyer in Marseille Hilfe bei der Ausreise nach Mexiko und materielle Unterstützung, die er erhielt. Nachdem deutsche Truppen infolge der Landung der Amerikaner in Nordafrika im November 1942 Südfrankreich besetzt hatten, löste sich die Marseiller Emigrantenszene auf. Verbürgt sind jedoch spätere Kontakte der KPD-Gruppe in Toulouse, wo Mielke sich Leisner nannte, zur Parteiführung in Moskau. Im März 1943 telegrafierte von dort der KPD-Vorsitzende Wilhelm Pieck, der das Pseudonym entschlüsselt hatte: „Sicherung Leisner wegen Bülowplatzsache“. Im Januar 1944 wurde Mielkes Arbeitskommando, innerhalb dessen eine deutsche kommunistische Zelle existierte, in die deutsche Organisation Todt integriert, in der er bis zum Kriegsende verblieb. Genauere Angaben fehlen. Mielke schlug sich nun individuell in Richtung seiner Heimatstadt Berlin durch, wo er am 14. Juni 1945 erschien und sich bei der KPD meldete.

Karriere in der SBZ und DDR

Mielke wurde sofort Leiter der Polizeiinspektion Berlin-Lichtenberg im sowjetischen Sektor. Außerdem wurde ihm im Zentralkomitee der KPD die Funktion des Abteilungsleiters für Polizei und Justiz übertragen. Vom Juli 1946 an war er Vizepräsident der Deutschen Verwaltung des Innern (DVdI), die mit Gründung der DDR in Ministerium für Inneres umbenannt wurde, und innerhalb derer er ab Mai 1949 die Hauptverwaltung zum Schutze der Volkswirtschaft aufbaute.

Bei der Gründung des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) im Februar 1950 wurde Wilhelm Zaisser als Leiter eingesetzt und Erich Mielke, neben Joseph Gutsche und anderen, einer seiner Stellvertreter im Range eines Staatssekretärs. Im gleichen Jahr wurde er auch Mitglied des Zentralkomitees der SED.

Nach den Ereignissen des 17. Juni 1953 wurde Zaisser abgesetzt, Ernst Wollweber übernahm die Leitung des MfS. 1957 entließ Walter Ulbricht Wollweber auf dessen Wunsch, und Mielke wurde zum Leiter des MfS ernannt. Diese Position bekleidete er bis zum 7. November 1989. Zur Zeit von Mielkes Amtsantritt hatte die Behörde rund 14.000 hauptamtliche Mitarbeiter, 1989 schätzungsweise 91.000. Nach den Ereignissen am 17. Juni 1953 wurde das Ministerium für Staatssicherheit zum Staatssekretariat für Staatssicherheit zurückgestuft. Am 24. November 1954 bekam es seinen Ministeriumsrang zurück und bekam die Hauptverwaltung Aufklärung als Auslandsnachrichtendienst zugeordnet.

Von 1958 bis 1989 war Mielke Abgeordneter der Volkskammer.

Erich Mielke in seinem Wahlkreis 36

ADN-ZB/Lehmann 28.5.81 Bez. Halle: In seinem Wahlkreis 36 führte der Spitzenkandidat der Volkskammer Erich Mielke (2.v.l.), Mitglied des Politbüros des ZK der SED und Minister für Staatssicherheit, einen Gedankenaustausch mit Genossenschaftsbauern der ZGE Milchproduktion Nessa, Kreis Höhenmölsen. Hier im Gespräch mit Mitgliedern der Jugendschicht Melkkarusell.

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„Bundesarchiv Bild 183-Z0528-028, Erich Mielke in seinem Wahlkreis 36“ von Bundesarchiv, Bild 183-Z0528-028 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons -Bild ist entsprechend verlinkt

 

Ab 1971 wurde Mielke Kandidat und ab 1976 Vollmitglied des Politbüros des Zentralkomitees der SED. Von 1960 bis 1989 war er Mitglied des Nationalen Verteidigungsrates der DDR (NVR), ab 1980 Armeegeneral.

30 Jahre MfS, Erich Honecker, Erich Mielke

Erich Honecker beglückwünscht Erich Mielke zum 30. Jahrestag der Bildung des Ministeriums für Staatssicherheit

Bildquelle:
„Bundesarchiv Bild Y 10-0097-91, 30 Jahre MfS, Erich Honecker, Erich Mielke“ von Bundesarchiv, Bild Y 10-0097-91 / CC-BY-SA 3.0. Lizenziert unter CC BY-SA 3.0 de über Wikimedia Commons – Bild ist entsprechend verlinkt

 

Nach dem Ende der DDR:

Rücktritt, Verurteilung und Tod

Am 7. November 1989 trat Mielke zusammen mit der gesamten Regierung Stoph zurück, am folgenden Tag zusammen mit dem gesamten Politbüro des ZK der SED. Am 17. November wurde sein Abgeordnetenmandat aufgehoben. Am 3. Dezember 1989 wurde Mielke aus der SED ausgeschlossen, am 7. Dezember 1989 kam er unter dem Vorwurf der „Schädigung der Volkswirtschaft“ und des „Hochverrats durch verfassungsfeindliche Aktionen“ in Untersuchungshaft. Er wurde am 2. Februar 1990 ins Haftkrankenhaus der Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen verbracht, aus dem er am 8. März 1990 aus gesundheitlichen Gründen entlassen wurde. Im Juli desselben Jahres kam er erneut in Untersuchungshaft, nachdem das Krankenhaus der Volkspolizei die Haftfähigkeit bestätigte, unter anderem wegen „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ und „Rechtsbeugung“. Zunächst kam er in ein Westberliner Krankenhaus, dann in die Haftanstalten Rummelsburg in Berlin/(noch)DDR und anschließend nach Plötzensee. Am 4. Oktober 1990 wurde Mielke auf Antrag seines Anwaltes wegen schlechter Haftbedingungen in die JVA Moabit verlegt, wo er für längere Zeit verblieb. Inzwischen konzentrierten sich die Ermittlungen auf Mielkes Beteiligung an dem Mordanschlag auf dem Bülowplatz im Jahr 1931.

Das 1934 eingeleitete Verfahren gegen Mielke wegen des Doppelmords ist seinerzeit vom Landgericht Berlin eingestellt worden, weil Mielke flüchtig war. In einem groß angelegten Prozess sind nach Wiederaufnahme der Ermittlungen im Juni 1934 unter anderem Max Matern wegen seiner Beteiligung am Doppelmord zum Tode verurteilt und hingerichtet und der ebenfalls angeklagte Mittäter und spätere Generalmajor des MfS Erich Wichert zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden.[11] Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs hatte die Staatsanwaltschaft der Viersektorenstadt Berlin erneut Haftbefehl gegen Mielke erlassen, doch beschlagnahmte die sowjetische Besatzungsmacht die Verfahrensakten. Nach der Annexion der DDR eröffnete das Landgericht Berlin im November 1991 das Hauptverfahren gegen Mielke wegen der „Bülowplatzsache“. Mielke wurde des Mordes angeklagt. Die vom Februar 1992 bis zum 26. Oktober 1993 geführte Verhandlung endete mit seiner Verurteilung wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Ende 1995 wurde Mielke, nachdem er insgesamt mehr als zwei Drittel der sechs Jahre verbüßt hatte, im Alter von 88 Jahren auf Bewährung entlassen.

Mielke starb am 21. Mai 2000 in einem Altenpflegeheim in Berlin-Neu-Hohenschönhausen. Nach seiner Einäscherung im Krematorium Meißen fand er am 6. Juni auf eigenen Wunsch seine letzte Ruhestätte in einem namenlosen Urnengrab auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde.

Privatleben

Mielke heiratete 1948 Gertrud Müller (* 1909), hatte eine Adoptivtochter (* 1946) und einen Sohn (* 1948).
Von 1953 bis 1989 war er erster Vorsitzender der Sportvereinigung Dynamo. Von 1957 bis 1989 war er Mitglied des Vorstandes des Deutschen Turn- und Sportbundes (DTSB) der DDR und Mitglied des Staatlichen Komitees für Körperkultur und Sport der DDR.

 

Zahlen und Fakten Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel