Luthers unheiliger Geist

Hier ein Beitrag von „Sascha“ zu Martin Luther

Sascha's Welt

LutherEin Säulenheiliger der protestantischen Kirche, er war alles andere als ein Vorbild. Martin Luther (1483-1546) gilt als Begründer der deutschen Reformation. Mit seinen 95 Thesen, die dieser 1517 angeblich an die Stadtkirche zu Wittenberg genagelt haben soll, protestierte er gegen den kirchlichen Ablaßhandel und löste damit eine breite Volksbewegung aus, welche die frühbürgerliche Revolution einleitete. Luthers Thesen wurden bald überall in Deutschland bekannt. Später jedoch, im Bauernkrieg, verurteilte er das revolutionäre Vorgehen der Aufständischen aufs Schärfste. Seine 1522 erschienene „Treue Vermahnung zu allen Christen, sich zu hüten vor Aufruhr und Empörung“ hat ihre demagogische Wirkung sogar bis heute nicht verfehlt. 

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Der Frühkapitalismus in Deutschland: Der Vorabend der Revolution

Ende des 15. Und zu Beginn des 16. Jahrhunderts vollzogen sich Veränderungen, welche die Macht der Kirche und der Feudalherren erschütterten.

Die Ursachen dafür sind im schweren Leben der Bauern im Spätmittelalter(15. Jahrhundert) und in der Lage der Bevölkerung in den Städten zu finden

 

Das Entstehen einer revolutionären Bewegung

Die Handwerker und Kaufleute kämpften um Mitbestimmung in der Stadt, unterstützt durch die Stadtarmut. Die Lohnarbeiter in den Bergwerken streikten, um höhere Löhne zu erhalten. Am Anfang der revolutionären Bewegung stand die Bauernerhebung von 1476. Wie es nach mittelalterlichem Brauch üblich war, wurde auch 1476 am Sonntag nach dem 24. März auf Volksfesten der Winter ausgetrieben. An diesem Sonntag predigte der Hirte und Musikant Hans Böheim neben der Kirche von Niklashausen. Prediger wir Hans Böheim, auch Pfeiferhänslein genannt, traten vor dem Volk auf. Da war nicht ungewöhnlich. Doch neu waren die Ideen, die Hans Böheim verbreitete: Er predigte vom Horn Gottes gegen die Priester, verkündete, dass es bald weder Papst noch Kaiser geben solle. Abgaben, Frondienste und Zinsen sollten abgeschafft werden. Wald, Wasser und Weide frei sein. Es werde dazu kommen, „dass die Fürsten und Herrn noch umb einen Taglone mussen arbeiten“. Hans Böheim stellte in dem ersten überlieferten Aufstandsprogramm Forderungen auf, die 50 Jahre später im Bauernkrieg wiederzufinden sind.

Predigt des Pfeifers

Predigt des Pfeifers

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Der Bundschuh – eine mächtige Bauernverschwörung

Im Jahre 1493 entstand die erste Verschwörung unter dem Zeichen des Bundschuhs.

Bauern mit Bundschuhfahne

Bauern mit Bundschuhfahne

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Der Bundschuh war die Fußbekleidung des armen Mannes, ein grober Schuh aus Rindsleder, dessen Schaft bis an die Wade reichte. Er wurde mit langen Riemen kreuzweise gebunden. Jacob Hanser gründete die Bundschuhbewegung im Elsaß. Die Mitglieder des Geheimbundes wollten die Wucherer vertreiben, die Gerichte abschaffen, die Klöster beseitigen und die verschiedenen Steuern, Zölle und Abgaben einschränken. Die Mitglieder des Bundschuhs kamen nachts zusammen und berieten über ein gemeinsames Vorgehen gegen die Herren. Sie wollten Schlettstadt erobern und dann von hier aus die Bevölkerung zu den Waffen rufen. Das Geheimnis wurde verraten. Die Feudalherren ließen die Verschwörer verhaften. Der Bundschuh wurde unterdrückt.

Eine neue Bundschuhbewegung wurde 1502 unter Joß Fritz organisiert. Er war ein junger leibeigener Bauer aus Untergrombach bei Bruchsal. Hier in Süddeutschland hatten die Feudalherren die Abgaben erhöht. Die Bauern durften Wald und Weide nicht mehr uneingeschränkt nutzen. Eine langanhaltende Teuerung zog Hungersnot und Seuchen nach sich.

So scharten sich die Bauern und zahlreiche Landsknechte um Joß Fritz. Auf seiner Blau-weißen Fahne stand die Losung „Nichts denn die Gerechtigkeit Gottes“. Er gab der gesamten Bewegung ein revolutionäres Programm, das auf die Beseitigung der bestehenden Gesellschaftsordnung gerichtet war.

Aufstandsgebiete

Aufstandsgebiete

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Der Bundschuh wollte zu Ostern 1502 losschlagen. Es war beabsichtigt Schloss Obergrombach und die Stadt Bruchsal zu erobern und von dort aus einen großen Aufstand zu beginnen. Doch ein Landsknecht hatte den Plan in der Beichte dem Priester mitgeteilt, der ihn einem Feudalherrn verriet(Der Priester hat das Beichtgeheimnis nicht eingehalten. Eigentlich eine große Sünde. In diesem Fall interessierte das niemanden, denn es ging ja um den Erhalt der Macht der Feudalherren.). Die Feudalherren ließen 100 Mann verhaften, zehn davon wurden hingerichtet. Doch Joß Fritz entkam.

1513 stand Joß Fritz an der Spitze eines neuen Bundschuhs in Lehen bei Freiburg im Breisgau. Sein Kampf richtete sich jetzt nicht nur gegen die Pfaffen, sondern auch gegen den Adel. Außerdem war er zur Erkenntnis gelangt, dass sich die Bauern mit den Handwerkern und dem armen Volk der Städte verbinden müssen. Diese Verschwörung und auch die 1517 am Oberrhein vorbereitete wurden vor dem geplanten Aufstand entdeckt. Zur gleichen Zeit begannen Unruhen unter der städtischen Bevölkerung, z.B. in Würzburg. Es erhob sich 1514 die württembergische Bevölkerung im Aufstand des „Armen Konrad“. Doch dieser Aufstand wurde von den Feudalherren niedergeschlagen.

Ende des 15., Anfang des 16. Jahrhunderts waren breite Schichten des deutschen Volkes in Bewegung geraten. Die Entwicklung drängte auf eine grundlegende Umwälzung der Verhältnisse in Stadt und Land, auf eine Revolution hin. Die Volksmassen wollten nicht mehr in Not und Elend leben. Damit begann eine neue Phase von Klassenkämpfen in Deutschland.

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Vorabend Revolution

Buchtitel Geschichte DDR 6. Klasse

Der Frühkapitalismus in Deutschland: Die Behinderung des Frühkapitalismus durch feudale Einrichtungen

Der Beginn des Frühkapitalismus um 1500 bedeutete eine Weiterentwicklung der Gesellschaft. Aber die Zünfte in den Städten, die feudale Abhängigkeit der Bauern und die Zersplitterung Deutschlands hemmten den Fortschritt.

Die Zünfte der Handwerker

Die Handwerker mussten sich an die Vorschriften der Zunft halten. Solange sie an die Zunftordnung gebunden waren, konnten sie nicht frei wirtschaften. Die Produktion der Waren war begrenzt. Sie konnten nicht Unternehmer werden, aber auch nicht Lohnarbeiter, weil sie in Notfällen von der Zunft unterstützt wurden. Verlag und Manufaktur zeigten den Weg, wie die Produktion gesteigert werden konnte. Die Zünfte mussten überwunden werden. Im 16. Jahrhundert begann dieser Prozess. Viele Zunftmitglieder gerieten in die Abhängigkeit des Handels- und Wucherkapitals.

 

Die feudale Abhängigkeit der Bauern

Ähnlich, wie die Zünfte in der Stadt, behinderte die feudale Abhängigkeit der Bauern die Entwicklung auf dem Lande. Der Feudalbauer durfte das Land nicht ohne Erlaubnis des Feudalherren verlassen. Er konnte also nicht Bergmann oder Tuchweber werden. Er konnte nicht aus dem Dorf wegziehen, um ein neues Leben zu beginnen. So wurden zum Beispiel in der Mark Brandenburg 1518 die Bauern gesetzlich verpflichtet, einen Ersatzmann zu stellen, wenn sie das Dorf verlassen wollten. Der Adel erhielt das Recht, entlaufene Bauern zurückzufordern. Ähnlich war es in Preußen. Schließlich durften sogar die Söhne oder Töchter der Bauern keine andere Arbeit aufnehmen, wenn es der Feudalherr nicht erlaubte. Die Manufakturen aber benötigten immer mehr Arbeiter. Daher musste die Leibeigenschaft beseitigt werden.

Dürer Drei Bauern im Gespräch

Bauern im Gespräch

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Die feudale Zersplitterung Deutschlands schwächte das Reich immer mehr. Dies behinderte den Handel und die Wirtschaft. Die Fürsten und anderen Feudalherren, weltliche, wie geistliche, waren nach wie vor am Ausbau der Macht in ihren Gebieten interessiert. Dazu benutzten sie ihre Feudalrechte.

Der größte Teil des Grund und Bodens gehörte ihnen. Aus dem Bergbau musste ihnen bis zu 25 Prozent des Gewinns abgegeben werden. Nur die Feudalherren durften Münzen prägen lassen. Die Besitzer der Silbergruben mussten ihnen Silber zum festgelegten Preis verkaufen. Außerdem borgten sich die Feudalherren von den reichen Bürgern Geld und zahlten es nur langsam zurück. Durch ihre Kriege und Prunksucht verschleuderten sie Geld in Massen, das in der Wirtschaft nutzbringender angelegt worden wäre. Das Streben der Feudalherren, ihre Partikulargewalt mit allen Mitteln weiter auszubauen und die staatliche Zersplitterung Deutschlands aufrecht zu erhalten, behinderte die Entwicklung des Kapitalismus.

 

Die Papstkirche als Hauptfeind

Die stärkste Stütze des Feudalismus und der größte Feudalherr war die römische Papstkirche, die katholische Kirche. Ihre Bischöfe und Äbte beuteten die Bauern stark aus. Besonders drückend war der Kirchenzehnt. Gegen sie traten nahezu alle Klassen und Schichten auf. Die Macht der Kirche, die alle feudalen Einrichtungen zu erhalten suchte, behinderte daher den weiteren Fortschritt besonders.

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, bearbeitet von Petra Reichel

Behinderung des Frühkapitalismus

Buchtitel Geschichte DDR 6. Klasse

 

Der Frühkapitalismus in Deutschland: Neue Formen in Handel und Gewerbe

Um ein Berg- oder Hüttenwerk mit Hunderten von Bergleuten und mit technischen Anlagen oder eine große Buchdruckerei zu betreiben, brauchten die Besitzer sehr viel Geld.

Das Wesen des Verlags

In Augsburg lebte die Familie Fugger. Früher waren sie nur Weber. Nun wurden sie zugleich Kaufleute: Sie kauften Wolle und Flachs, ließen sie von Webern verarbeiten und verkauften die hergestellten Tuche. Das nannte man „verlegen“. Die Fugger wurden Verleger. Diese Form der Produktion hieß Verlag. Die neue Produktionsform brachte den Fuggern großen Gewinn, die sie bezahlten den Webern nur das Notwendigste. Die Weber verloren ihre Unabhängigkeit.

Jakob Fugger

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Solche Verleger gab es zum Beispiel auch in Görlitz und in Zwickau. Die reiche Verlegerfamilie in Zwickau hieß Römer; sie waren die „Fugger in Sachsen“(Römerhaus in Zwickau). Überall in Europa zeigte sich eine ähnliche Entwicklung.

Schaubild Abhängigkeit Verlag

Schaubild: Abhängigkeit vom Verlag

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Die Fugger sowie andere Verleger wollten aber noch mehr. Sie organisierten die Produktion der Weber neu: Nicht mehr einzelne Weber wurden von ihnen verlegt, sondern Großwerkstätten(Meistereien) eingerichtet, in denen die Weber zusammenarbeiteten. Das hatte einen großen Vorteil: die Weber spezialisierten sich. Jeder führte einzelne Handgriffe aus: Die einen webten nur bestimmte Tucharten, die anderen sortierten oder reinigten die Rohstoffe oder machten die Ware versandfertig. Das Ergebnis: Die Fugger wurden noch reicher, die Weber waren aber Lohnarbeiter geworden und besaßen keine eigene Werkstatt mehr.

Diese mit dem Verlag verbundene Produktionsform waren die Anfänge der Manufaktur. Eine ähnliche Entwicklung gab es auch im Metallgewerbe und im Buchdruck.

 

Handels- und Wucherkapital

 

Geld wird zu Kapital, so sagte Karl Marx, wenn aus ihm immer mehr Geld wird: durch Ausbeutung von Menschen.

Bei den Fuggern und anderen Besitzern von großen Verlagen und Manufakturen bildeten sich große Kapitalien heraus. Dieses Geld, das sie durch Handel und Gewerbe zusammenrafften, aus ihren Handwerkern und Lohnarbeitern und beim Kauf und Verkauf herausholten, heißt Handels- und Wucherkapital. Rücksichtslos ließen sie andere Menschen für sich arbeiten. So begannen sich allmählich erste Anzeichen der neuen Klasse der Kapitalisten herauszubilden.

Die Fugger legten ihr Geld in Silber-, Kupfer- und Bleibergwerken in Tirol und Kärnten, in der Slowakei und in Spanien an. Ihre Handelsverbindungen gingen in nahezu alle europäischen Länder. Aus dem Fernhandel zogen sie besonders hohen Gewinn. Auf jeder Messe waren sie vertreten. Dies brachte ihnen wiederrum viel Geld. Überall – sogar an den Höfen der Fürsten und Kaiser- hatten sie ihre Vertrauten. Sie waren die reichsten Leute, die es damals gab und besaßen auch Schlösser und Dörfer. Seit 1496 borgte sich Kaiser Maximilian I. mehrfach bei den Fuggern Geld. Dafür erhielten die Fugger das Recht, Bergwerke zu nutzen. 1519 finanzierten die Fugger mit Millionensummen die Wahl Karls V. zum Kaiser. Sie waren „Herrscher ohne Krone“.

Die Fugger bezahlten einige Jahre später die Söldnerheere der Fürsten zur Vernichtung der Bauern. (siehe Bauernkriege)

Über Jahrhunderte bereicherten sie sich weiter, finanzierten Kriege und halfen stets den volksfeindlichen Herrschern. Sie wurden selbst Grafen und Fürsten.

Heute ist es immer noch so, dass die Kapitalisten Einfluss auf die Politik nehmen.

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, bearbeitet von Petra Reichel

Buchtitel Geschichte DDR 6. Klasse   Neue Formen Handel und Gewerbe

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Der Frühkapitalismus in Deutschland: Der wirtschaftliche Aufschwung in Deutschland um 1500

Bis 1550 durchlebte Deutschland eine Zeit des wirtschaftlichen Aufschwungs und Blüte. Erfindungen hatten die Produktionstechnik verbessert.

Neuerungen im Erzbergbau und im Hüttenwesen(Metallgewinnung)

Von besonderer Bedeutung waren die Erfindungen im Bergbau sowie im Metall- und Hüttengewerbe. Bergwerke gab es schon im Alten Griechenland. Jedoch lernten die Menschen jetzt die Wasserkraft besser auszunutzen: Wasserräder trieben Seilwinden, um die Schächte zu entwässern und zu entlüften.

Wasserradmühle Eine Bergwerks

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Hochöfen wurden angelegt, in denen durch höhere Temperaturen schwer verschmerzbare Erze verhüttet werden konnten.

Erzgewinnung 1.Hälfte 16. Jahrhundert

Bilderklärung Bergwerk 16. Jahrhundert

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Die Produktion von Waren aus Metall stieg.

Geräte Bergbau 16. Jahrhundert

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Das hatte auch Folgen für die Militärtechnik: Geschützrohre aus besserem Metall und eiserne Kanonenkugeln(neben solchen aus Stein) erhöhten die Treffsicherheit der Kanonen und ihre Durchschlagskraft. Auch die Handfeuerwaffen wurden verbessert. Die Ritter trugen Rüstungen. Sie wurden „Harnische“ genannt. Ein Harnisch wog über 25 Kilogramm, bestand aus über 100 Metallplatten und über 400 Nieten. Er konnte in Teile zerlegt werden(Helm, Krage, Brust, Rücken, Armbeuge, Handschuhe, Beinzange). Diese wurden durch Lederriemen aneinander befestigt. Unter dem Harnisch trugen die Ritter Lederkleidung. Die Harnische wurden von Handwerkern hergestellt, den Plattnern. Diese erhitzten die Eisen- und Stahlplatten im Holzkohlenfeuer und trieben sie mit kleinen Hämmern in die verlangte Form. Die Harnischpolierer brachten die Rüstungen auf Hochglanz.

Die Wasserkraft zeigte sich als wichtigste Energiequelle. Wasserräder betrieben jetzt Mühlen aller Art: Hammer- und Pulvermühlen, Drahtzieh- und Metallschleifmühlen. Tuch- und Getreidemühlen. Riemenantriebe und Schwungräder vervollkommneten die Kraftübertragung. Die Arbeitsproduktivität stieg.

Feudalherren und reiche Städtebürger ließen Erzlagerstätten suchen. Neue Schächte wurden erschlossen. Insbesondere im Erzgebirge förderte man immer mehr Silbererz. Deutschland war damals das reichste Silberland Europas. Dieser Silberreichtum

  • brachte den Fürsten und Bergwerksbesitzern gewaltige Gewinne,
  • förderte die Herstellung von Silbergeld(Edelmetall),
  • beschleunigte die Warenwirtschaft im ganzen Land.

 


 

 

Die Erfindung des Buchdrucks

 

Es war um 1440…Im Mittelalter hatten Mönche in den Klöster(und vor ihnen die römischen Sklaven für ihre Herren)mühevoll Bücher abgeschrieben. Bis ins 15. Jahrhundert verfuhr man so.                                                                                                          Da erfand Johann Gutenberg(um 1397 bis 1468) das Gießen von beweglichen Lettern, die man immer wieder verwenden und zu beliebigen Wörtern zusammenstellen konnte.

Johann Gutenberg

Johann Gutenberg

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Welche Folgen hatte Gutenbergs Erfindung in den nächsten Jahrzehnten? Es konnten mehr Bücher angefertigt werden. Wissen verbreitete sich schneller. Außer Geistlichen und Gelehrten konnten bald auch Kaufleute, Handwerksmeister und Studenten Bildung aus Büchern erwerben. Schriftsteller teilten sich anderen Menschen mit. Der Buchdruck ermöglichte auch, revolutionäre Auffassungen durch gedruckte Flugschriften zu verbreiten.

Buchdruckerei Anfang 16. Jahrhundert

Buchdruckerei Anfang des 16. Jahrhunderts

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Seite Der Gutenbergbibel

Seite der Gutenbergbibel

Bild entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, bearbeitet von Petra Reichel

Buchtitel Geschichte DDR 6. Klasse

 

 

 

Wirtschaftlicher Aufschwung Deutschland um 1500

 

Die Täuferbewegung

Es gab Gläubige, die erkannten, dass die Kirche ein Werkzeug der Obrigkeit zur Unterdrückung des Volkes war. Deshalb wollten sie nicht mehr Mitglied dieser alten Kirche bleiben, sondern eine neue Glaubensgemeinschaft gründen. Wer in sie eintrat, musste sich als Erwachsener taufen lassen. Die neue Glaubensgemeinschaft lehnte die Säuglingstaufe ab. Nur der Erwachsene könne entscheiden, ob er getauft werden will. Deshalb wurden sie Täufer genannt. Die Feudalherren hassten und verfolgten sie. Der Reichstag zu Speyer verhängte 1529 die Todesstrafe gegen alle Täufer. Trotz aller Verfolgungen breitete sich die Täuferbewegung aus.

Wiedertäufermünze aus Münster, 1534

Wiedertäufermünze aus Münster aus dem Jahr 1534

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982

 

Im Februar 1534 organisierten die Täufer einen Aufstand in Münster in Westfalen. Sie eroberten die Macht und trieben die Adligen und Reichen aus der Stadt. Sie schafften das Geld ab. Gold, Silber, Edelsteine, überflüssiges Hausgerät und Kleider wurden eingesammelt und von der Gemeinde verwaltet. Die Häuser durften nicht verschlossen werden. Die Täufer schafften das Privateigentum ab und führten das Gemeineigentum ein. Alle Güter, die sich in der Stadt befanden, wurden gemeinsam benutzt. Jeder war zur Arbeit und zum Waffendienst verpflichtet. Jeder sollte das, was er brauchte, erhalten.

Sechszehn Monate lang hielten die Täufer der Belagerung durch Landsknechte des Bischofs von Münster stand. Zweimal schlugen sie die Angriffe der Belagerer blutig ab. Schließlich waren sie vom Hunger so entkräftet, dass sie kaum eine Waffe tragen konnten. Da wurde die Stadt im Sommer 1535 durch Verrat eingenommen. Die waffenfähigen Täufer fielen zumeist im Kampf. So endete die letzte große Erhebung des Volkes in der frühbürgerlichen Revolution.

 

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Passage zum Thema aus dem Geschichtsbuch: Bitte Link klicken

Wiedertäufer

Buchtitel Geschichte DDR 6. Klasse

Die Fürstenreformation

Luther hatte sich an die Feudalherren mit dem Aufruf gewendet, die Reformation durchzuführen. Doch auf diesen Aufruf hatte zunächst das Volk reagiert und war aufgestanden. Martin Luther wollte jedoch keinen Aufruhr. Die Reformation sollte sich möglichst geordnet vollziehen. Als 1525 die Bauern ihre „Zwölf Artikel“ formulierten, hatten sie gehofft, Luther würde für sie eintreten. Doch er stellte sich gegen die Bauern.

Luther zu Bauern

 

Von nun an gingen Martin Luther und die Reformation immer enger mit den Fürsten zusammen, die Reformation wurde zur Fürstenreformation.

Nach der Niederschlagung der Bauern säuberten die Fürsten die Schulen und Kirchen von Anhängern Thomas Müntzers. Sie ließen alle Lehrer und Pfarrer überprüfen, ob sie nicht etwa gemeinsame Sache mit den Bauern und Plebejern gemacht hätten. So bekamen die Fürsten die von der Reformation umgestaltete Kirche immer fester in die Hand und konnten sie bald als Werkzeug ihrer Herrschaft gebrauchen. Die Aneignung von Kirchenbesitz, insbesondere durch die Fürsten, nahm oft riesige Ausmaße an.

1529 verlangte der Reichstag in Speyer, dass das Wormser Edikt durchgeführt werden müsse. Dagegen protestierten aber die lutherischen Fürsten und Städte, die die Reformation bereits eingeführt hatten. Seit dieser Zeit wurden Anhänger der Reformation „Protestanten“ genannt.

1555 einigte man sich auf dem Reichstag in Augsburg, dass Katholiken und Protestanten gelichberechtigt sein sollten. Dieser „Augsburger Religionsfrieden“ bestimmte, dass ein jeder Fürst seinen Glauben wählen könne, die Untertanen aber den Glauben des Landesfürsten annehmen müssten. Es galt das Prinzip: „Wessen das Gebiet, dessen die Religion“. Die Fürsten hatten nicht nur die Bauern besiegt, sondern ihren Sieg ausgenutzt, um ihre Vormachtstellung auszubauen.

Die Fürsten waren die Sieger der Reformation. Nachdem die Volksreformation gescheitert war, unterstützte Martin Luther die Fürstenreformation. Protestanten und Katholiken standen sich von da an gleichstark gegenüber. Im „Augsburger Religionsfrieden“ von 1555 wurde beschlossen, dass jeder Landesfürst den für ihn vorteilhaftesten Glauben annahmen konnte. Die Untertanen waren zum gleichen Glauben gezwungen.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 6. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Buchtitel Geschichte DDR 6. Klasse