Trotzki verrät die junge Sowjetmacht

Ein Beitrag vom befreundeten Blog „Sascha´s Welt“.

Sascha's Welt

Trotzki reist Eine Delegation unter Leitung von Trotzki reist nach Brest-Litowsk

Wir schreiben das Jahr 1918. Gerade hatte die Oktoberrevolution gesiegt, und die junge Sowjetmacht mußte sich schützen, so gut es ging. Die Feindseligkeit der Alliierten hatte sie in eine isolierte Stellung gedrängt. Ihre schwachen Kräfte reichten nicht aus, um der gewaltigen deutschen Heeresmacht ohne Verbündete entgegenzutreten. Und die unmittelbarste Bedrohung ging von Deutschland aus. Um Rußland zu retten und Zeit für die dringendste Aufbauarbeit zu gewinnen, schlug Lenin ein sofortiges Friedensangebot vor. Auf Lenins Wunsch hin reiste sofort eine sowjetische Friedensdelegation nach Brest-Litowsk, dem Hauptquartier der deutschen Ostarmee, um die Friedensbedingungen der Deutschen kennenzulernen und Friedensverhandlungen einzuleiten. Diese Delegation wurde von Leo Trotzki geleitet…

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Anmerkungen, Ergänzung und Hinweise von Gerd Pehl zum Text „Sieg der Oktoberrevolution – Die ersten Maßnahmen zur sozialistischen Umgestaltung.“

Da DIE TROMMLER bereits fertiggestellt war bevor Gerd Pehl seine Hinweise und Anmerkungen eingebracht hat und ich nicht ganz konform mit ihm gehe und mir das Geschichtsbuch der DDR als Vorlage diente, habe ich seinen Text hier wiedergegeben.

Petra Reichel

Geschichte DDR 9. Klasse

 

Vorlage: Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 

 

 

 

 


 

Anmerkungen, Ergänzung und Hinweise von Gerd Pehl zum Text „Sieg der Oktoberrevolution – Die ersten Maßnahmen zur sozialistischen Umgestaltung.“

Meine Hinweise zum Artikel “ Sieg der Oktoberrevolution – Die ersten Maßnahmen zur sozialistischen Umgestaltung“:  
Zum 1. Satz: Ich empfehle, den historischen Namen zu verwenden: Große Sozialistische Oktoberrevolution (GSO). Verlasst die Denkrichtung bürgerlicher Ideologen. 
Die Partei der russischen Arbeiterklasse hieß SDAPR (B) = Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands (Bolschewiki). Die SDAPR wurde im März 1898 gegründet. Sie vereinte verschiedene politische Strömungen. Lenin kämpfte für die konsequente Umsetzung der marxistischen Lehre in der Partei und in der Bevölkerung, was dazu führte, dass sich eine Minderheit, die für die bürgerlichen Ideen kämpfte und eine Mehrheit, die für die marxistische Lehre kämpfte, herausgebildet hatte. Die Angehörigen der Minderheit waren die Menschewiki und die, der Mehrheit waren die Bolschewiki. Sie waren beide Mitglieder der SDAPR. Die Trennung wurde besonders deutlich nach der russischen Revolution von 1905 – bekannt mit dem Wort: Blutsonntag. Deshalb ist die Bezeichnung „bolschewistische Partei“ eine Verzerrung der SDAPR (B) von bürgerlichen Ideologen.  
Zum 2. Satz: Ich empfehle, die Worte: “ohne Vorbild und Beispiel“ zu löschen. 
Begründung: Vorbild und Beispiel für die GSO war die Pariser Kommune von März bis Mitte Mai 1871. Sie war eine proletarische Revolution, welche im deutsch-französischen Krieg 1871/72 vollbracht wurde. Bekanntlich hat sich die französische Regierung an den deutschen Bundeskanzler Otto von Bismark gewandt mit der Bitte um Unterstützung zur Zerschlagung der Pariser Kommune, dem Ersuchen entsprach Bismark, indem er die französischen Kriegsgefangen an Frankreich auslieferte zur Zerschlagung der Pariser Kommune.  
Zum 3. Absatz, 1. Satz: Das Wort “werktätige“ vor dem Wort “Bauern“ empfehle ich zu streichen. Die “werktätigen Bauern“ wären nur die Bauern in den Sowchosen (staatliche Güter) arbeiteten. Aber auch die Bauern in den Kolchosen (Vereinigung der Bauern mit ihrem Boden und lebenden sowie landwirtschaftlichen Inventar) lernten ebenso “Schritt für Schritt“.  
Zum 2. Satz: “Lenin und der bolschewistischen Partei“ sollte geändert werden in “SADPR (B) unter Führung Lenins“. Es war nicht Lenin, der die Arbeiterklasse führte, sondern die Avantgarde (Vorhut) der Arbeiterklasse führte die SDAPR (B) und diese Vorhut führte Lenin. 
Zum 4. Absatz, 1. Satz: Die Worte “nach dem Sieg“ sind zu streichen, weil die Zerschlagung des Staates die Aufgabe der Revolution ist. Sie kann nicht siegen ohne den Staat zerschlagen zu haben. Ferner sind die Worte “und Engels“ zu streichen, weil Marx in seiner Schrift “Klassenkämpfe in Frankreich“, was die Analyse der Pariser Kommune ist, erneut darauf hinwies, dass der Staat zerschlagen werden muss, um den Sieg der Revolution zu erringen. Das erste Mal schrieb er es 1852 in der Schrift “Der 18. Brumaire des Luis Bonaparte“. Das Wort “Staatsapparat“ ist zu ersetzen durch das Wort “Staat“. Der Staat ist mehr als nur die Regierung; zu ihm gehören auch die Armee, die Polizei, das Parlament, die Beamten und Angestellten, Staatsanwaltschaft und Gerichte. In den folgenden Sätzen dieses Absatzes sind die Worte “Staatsapparat“ und “Staatsmaschine“ zu ersetzen durch das Wort “Staat“. In dem letzter Satz nach dem Doppelpunk ist das Wort “bei“ zu streichen und zu ersetzen durch das Wort “für“ und dann durchgängig der Akkusativ zu verwenden. Der letzte Halbsatz “beim Aufbau der neuen, sozialistischen Gesellschaftsordnung“ ist zu ändern in “den Aufbau der sozialistischen Gesellschaftsordnung“, weil es keine alte sozialistische Gesellschaftsordnung in Russland gab.  
Zum 5. Absatz, letzter Satz: Der Teil des Satzes “deren Beamte in der Mehrzahl Sabotage betrieben“ ist ersatzlos zu streichen, weil es dafür keine Beweise für die Erklärung gibt. 
Zum letzten Absatz, letzter Satz: Ich empfehle, das Wort “erste“ vor “Verfassung“ zu streichen. Es gibt nur eine Verfassung der Russischen Sozialistischen Föderativen Sowjetrepublik (RSFSR). Die Verfassungen von 1923, 1936 und 1977 sind die Verfassungen der UdSSR.  

Ich bin bereit, Fragen zu beantworten und/oder Diskussionen zu dem Artikel zu führen.

Die historische Bedeutung der Oktoberrevolution

100 Jahre Oktoberrevolution

 

Bildquelle: Mein Bezirk.at

 

 

Im Bündnis mit der werktätigen Bauernschaft hatte die Arbeiterklasse unter Führung Lenins und der bolschewistischen Partei die Herrschaft der Bourgeoisie und der Gutsbesitzer in Russland gestürzt. Die Arbeiterklasse übernahm die politische macht und errichtete die Diktatur des Proletariats. Vom ersten Tage an begann die Sowjetmacht mit der Umgestaltung der sozial-ökonomischen Verhältnisse. Mit der Übergabe des Bodens und der industriellen Produktionsmittel in die Hände des Volkes wurde nach ihrer Politischen Entmachtung auch die ökonomische Macht der Gutsbesitzer und der Bourgeoisie gebrochen. Die wirtschaftlichen Kommandostellen übernahm der sozialistische Staat.

Die Sowjetmacht schuf das sozialistische Eigentum an den entscheidenden Produktionsmitteln und befreite die Arbeiterklasse vom kapitalistischer Ausbeutung. Sie begann, die Grundlagen der sozialistischen Gesellschaftsordnung zu errichten. Damit unterschied sie sich grundlegend von allen bisherigen Revolutionen der Menschheitsgeschichte.

Die sozialistische Oktoberrevolution hatte nicht nur das alte Russland entschieden verändert. Unter ihrem Einfluss veränderte sich das internationale Kräfteverhältnis grundlegend zugunsten des Friedens, der Demokratie und des Sozialismus. Mit dem Ausbruch Russlands aus dem bis dahin weltbeherrschenden System des Imperialismus und der Errichtung des ersten sozialistischen Staates standen sich zwei einander entgegengesetzte gesellschaftliche Systeme- das imperialistische und das sozialistische- gegenüber.

Innerhalb des imperialistischen Systems kam es unter den Auswirkungen der Oktoberrevolution zu gewaltigen revolutionären Erhebungen, die in einer Reihe kapitalistischer Hauptländer die Herrschaft der imperialistischen Bourgeoisie erschütterten.

Eine mächtige Welle antiimperialistischer nationaler Befreiungskämpfe erfasste das Hinterland des Imperialismus, die kolonialen und abhängigen Länder, und leitete die Krise des imperialistischen Kolonialsystems ein. Die junge Sowjetmacht wurde Zentrum für den Befreiungskampf der Arbeiterklasse und der Volksmassen aller Länder gegen Imperialismus, Kolonialismus und Krieg. Nach dem weltweiten Sieg des Kapitalismus ist die Welt instabiler geworden. Gesellschaftlicher Rückschritt, Krisen und Krieg bestimmen nun das Weltgeschehen.

Seit der Sozialistischen Oktoberrevolution veränderten sich die internationalen Bedingungen. Es bildete sich die allgemeine Krise des Kapitalismus, die mit dem Ersten Weltkrieg begonnen hatte, voll heraus. Sie erwuchs aus der Zuspitzung aller Widersprüche des Kapitalismus in seinem imperialistischen Stadium und ergriff sämtliche Seiten des kapitalistischen Gesellschaftssystems: die Wirtschaft und Politik, die Ideologie und Kultur. Die allgemeine Krise des Kapitalismus ist gekennzeichnet durch seine ständig fortschreitende Zersetzung und seine innere Schwächung. Seinerzeit gab es die Einschätzung, dass mit der Sozialistischen Oktoberrevolution die Epoche des Niedergangs und des Verfalls des Kapitalismus bis zu seinem völligen Untergang begann. Das war ein entscheidender Irrtum. Der Kapitalismus hat sich als stärker erwiesen, wie gedacht. Wie Phönix aus der Asche ist der Kapitalismus gestärkt aus der Konterrevolution in den einstigen sozialistischen Ländern in Europa und weltweit heraufgestiegen.

Geschichte DDR 9. Klasse

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet und aktualisiert von Petra Reichel

 

 

Originaltext:

 

Historische Bedeutung Oktoberrevolution

 

Zum 100. Jahrestag der Oktoberrevolution

Gastbeitrag von Gerd Pehl

100 Jahre Oktoberrevolution

 

Bildquelle: Mein Bezirk.at

 

 

 

 

 

Mir gefällt, dass schon jetzt an die Große Sozialistische Oktoberrevolution, die vor 100 Jahren, am 25. Oktober (7.November)1917, in Russland stattfand, erinnert wird. Sie war wie in dem Beitrag dargelegt ein bedeutender Schlag gegen den Imperialismus weltweit und für die kriegsführenden Staaten Europas ein ganz besonderer Schlag. Das Proletariat und die Garnison Petrograds hatten erfolgreich den alten Staatsapparat von Grund aus unblutig zerschlagen. Das war der Auftrag, den die Arbeiterklasse mit ihren Verbündeten zu erfüllen hatte wie Karl Marx in seinem Werk “Der achtzehnte Brumaire des Luis Bonaparte“ 1852 schrieb, um die proletarische Revolution zu einem dauerhaften Sieg zu führen. Auf die Bedeutung der Zerschlagung des alten Staatsapparats wies Karl Marx 1871 erneut in seiner Schrift “Klassenkämpfe in Frankreich“, der Analyse der Pariser Kommune, hin.

Einige Hinweise sind m. E. zu dem Betrag hinsichtlich des besseren Verständnisses zu machen notwendig.
Die Arbeiterklasse hat verbunden mit der armen Bauernschaft unter Führung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (Bolschewiki) [SDAPR (B)] mit W.I. Lenin an ihrer Spitze die Herrschaft der Bourgeoisie und Großgrundbesitzer gestürzt.
Das Erste, was der Zweite Gesamtrussische Kongress der Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten der Welt verkündete, war am 26. Oktober (8. November) 1917 das Dekret (Beschluss) über den Frieden. Zum Zeitpunkt der Revolution war der Erste Weltkrieg noch im vollen Gange. Auch die russische Armee verteidigte sich gegen die Angreifer wie Deutschland und Österreich-Ungarn. Das russische Volk sehnte sich nach Frieden, denn das vierte Kriegsjahr war bereits angebrochen, auch die junge Sowjetmacht brauchte den Frieden für den Aufbau ihres Landes, für die Festigung und Stärkung der revolutionären Errungenschaften. Deshalb schlug die provisorische Arbeiter- und Bauernregierung Russlands den Regierungen und den Völkern der kriegsführenden Länder den Abschluss eines sofortigen Waffenstillstands für mindestens 3 Monate vor, um in dieser Zeit die Friedensverhandlungen abschließen zu können.
Um die vollständige ökonomische Macht im Land zu sichern, erließ der Zweite Gesamtrussische Kongress der Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten am 26. Oktober (8. November) 1917 das Dekret über den Grund und Boden. Dieses Dekret umfasste nicht nur die unentgeltliche Enteignung der Gutsbesitzer am Grund und Boden, sondern auch die Güter der Grundbesitzer sowie alle Apanage- (meist finanzielle Zuwendungen zur Erhaltung des standesgemäßen Lebens der Fürsten aber auch dafür abgegebene Ländereien), Kloster- und Kirchenländereien mit dem gesamten lebenden und totem Inventar sowie die Wirtschaftsgebäude nebst Zubehör.

Beide Dekrete fasste der Zweite Gesamtrussische Kongress der Sowjets der Arbeiter- und Soldatendeputierten folglich ein Tag nach dem Sturz der Kerenski-Regierung. Dieser Kongress beschloss ebenfalls, bis zur Einberufung der Konstituieren Versammlung eine provisorische Arbeiter- und Bauernregierung zu bilden, die den Namen Rat der Volkskommissare trägt, welche ebenfalls am 26. Oktober (8.November) 1917 gebildet wurde. Die Regierungsgewalt übte das Kollegium der Vorsitzenden der Kommissariate aus. Die Kontrolle über die Tätigkeit der Volkskommissare sowie das Recht sie abzusetzen, wurde dem Gesamtrussischen Kongress der Sowjets der Arbeiter-, Bauern- und Soldatendeputierten und seinem Zentralexekutivkomitee zugestanden. Somit waren die Grundlagen für den neuen Sowjetstaat geschaffen.
Keineswegs war mit der Schaffung der Grundlagen für die junge Sowjetmacht der revolutionäre Kampf beendet. Es gab politische Strömungen in Russland, die zu konterrevolutionäre Aktionen die Bevölkerung zu mobilisieren versuchten. Auch andere politischen Parteien versuchten die Macht der SDAPR (B) zu brechen. Die junge Sowjetmacht wurde nicht nur innerhalb Russland angefeindet, sondern auch vom Ausland waren Kräfte versucht, sie zu stürzen. Alle Versuche sind fehlgeschlagen. Die Sowjetmacht konnte mehr als 70 Jahre erfolgreich jedwede Anfeindung abwehren und half anderen Völkern sich von der imperialistischen Macht und sich und von der kolonialistischen Macht imperialistischer Staaten zu befreien. Deshalb ist die Große Sozialistische Oktoberrevolution für uns im 21. Jahrhundert noch immer von wesentlicher Bedeutung.

 

 

Die historischen Beschlüsse des II. Gesamtrussichen Sowjetkongresses

Noch während der Kämpfe in Petrograd trat am Abend des 25. Oktober (07.November)1917 der II. Gesamtrussische Sowjetkongress im Smolny zusammen.

Passierscheinüberprüfung Eingang Smolny

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Der Kongress fasste weitere Beschlüsse von geschichtlicher Tragweite, mit denen die Grundforderungen der Arbeiter und Bauern erfüllt wurden.

Auf der zweiten Sitzung des Kongresses, am 26. Oktober(08. November)1917, sprach Lenin über die Frage des Friedens und verlas das Dekret über den Frieden.

Dekret über den Frieden

Dekret über den Frieden, entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Darin verurteilte die Sowjetregierung die Fortsetzung des Krieges als das größte Verbrechen an der Menschheit und schlug allen kriegführenden Völkern und Regierungen sofortige Friedensverhandlungen vor. Zugleich rief sie die klassenbewussten Arbeiter, insbesondere Englands, Frankreichs und Deutschlands auf, im eigenen Lande zu mitzuhelfen, die Menschheit von Krieg und Ausbeutung zu befreien.

Zum ersten Mal in der Geschichte war ein Staat entstanden, der den Frieden zur Grundlage seiner Außenpolitik machte. Der Friedenskampf der Völker hatte von nun an in dem ersten Arbeiter-und-Bauern-Staat der Welt eine feste Stütze gefunden.

Das zweite Gesetz, das der Sowjetkongress beschloss, war das Dekret über den Grund und Boden. Es verfügte die entschädigungslose Enteignung des gesamten Gutsbesitzerlandes, das den armen und werktätigen Bauern zur kostenlosen Nutzung überlassen wurde. Insgesamt erhielten die Bauern unentgeltlich mehr als 150 Millionen Hektar Land. Außerdem wurden die Bauern von allen Schulden sowie von den 700 Millionen Goldrubeln jährlicher Pachtzahlung an Gutsbesitzer und Bourgeoise befreit. Dadurch wurden in Russland endgültig die Überreste des Feudalismus beseitigt. Die konsequente Durchführung des Dekrets festigte das Bündnis der Arbeiter und der werktätigen Bauern und schuf damit eine wichtige Voraussetzung für eine wichtige sozialistische Umgestaltung des Landes.

Zum Abschluss nahm der II. Sowjetkongress den Beschluss über die Bildung der Arbeiter- und Bauernregierung, des Rates der Volkskommissare an. Zum Vorsitzenden wurde Wladimir Iljitsch Lenin berufen. Der Rat der Volkskommissare war dem Sowjetkongress verantwortlich und rechenschaftspflichtig. Weiter wählte der Kongress das Gesamtrussiche Zentralexekutivkomitee der Sowjets, das zwischen den Sowjetkongressen das höchste Machtorgan war. An seine Spitze trat Anfang November der bewährte Kampfgefährte Lenins, J.M. Swerdlow.

Erinnerung Smolny 1

Erinnerung Smolny 2

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Mit dem Ruf „Es lebe der Sozialismus!“ und dem Gesang der Internationale beschlossen die Delegierten in den frühen Morgenstunden des 27. Oktober (09.November) 1917 den II. Sowjetkongress. Sie hatten eine Arbeit vollbracht, die in die Geschichte der Menschheit einging.

 

Geschichte DDR 9. Klasse

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

 

Hier findet man den Originaltext:

Sieg Oktoberrevolution

 

 

Die ersten Maßnahmen zur sozialistischen Umgestaltung

Nach dem Sieg der sozialistischen Oktoberrevolution standen die Arbeiterklasse Russlands und ihre bolschewistische Partei vor der welthistorischen Aufgabe, als erste in der Geschichte der Menschheit den Weg zum Sozialismus zu bahnen. Sie mussten die Aufgabe ohne Vorbild und Beispiel unter überaus schweren und komplizierten Bedingungen lösen, in einem ökonomisch rückständigen, durch den Krieg wirtschaftlich völlig zerrütteten Lande, inmitten kapitalistischer Umkreisung und im ständigen Kampf gegen innere Konterrevolution und imperialistische Intervention.

Die ganze Welt blickte auf die junge Sowjetmacht. Die Arbeiter und andere fortschrittliche Kräfte in allen Ländern begrüßten begeistert den Sieg der Arbeiter und Bauern Russlands und unterstützten in brüderlicher Solidarität ihren schweren Kampf. Die Imperialisten und die rechten Führer der sozialdemokratischen Parteien standen dem Sowjetland von Anfang an in Feindschaft und Furcht gegenüber. Sie behaupteten, dass die Arbeiterklasse Russlands unfähig wäre, die ungeheuren politischen und ökonomischen Schwierigkeiten zu meistern und eine neue bessere Ordnung aufzubauen. Sie prophezeiten den baldigen Zusammenbruch der Sowjetmacht und taten alles, um ihn herbeizuführen. Doch damals hatten sie noch keinen Erfolg.

Die von den Fesseln der kapitalistischen Gesellschaft befreiten Arbeiter und werktätigen Bauern lernten Schritt für Schritt, Staat und Wirtschaft zu lenken und zu leiten. Geführt von Lenin und der bolschewistischen Partei überwanden sie alle Schwierigkeiten und beschritten entschlossen und konsequent den schweren, opferreichen Weg der sozialistischen Umgestaltung des Landes.

Die erste und wichtigste Aufgabe nach dem Sieg der Revolution war, wie bereits Marx und Engels nach den Erfahrungen der Pariser Kommune gelernt hatten, den alten gutsbesitzerlich-bürgerlichen Staatsapparat zu zerschlagen. Dieser Apparat war das Hauptinstrument der bisher herrschenden Klassen. Er war so eingerichtet, dass er der Erhaltung der Macht einer kleinen Minderheit und der Ausbeutung und Unterdrückung der werktätigen Volksmassen diente. Daher konnte die Sowjetmacht den bestehenden Staatsapparat nicht übernehmen und ihren und ihren grundlegend anderen Zielen dienstbar machen. Sie musste die Staatsmaschine zerbrechen und einen neuen proletarischen Staatsapparat errichten, der als Hauptinstrument der Herrschaft der Arbeiter und Bauern dienen konnte: bei der Beseitigung der Ausbeutung und Unterdrückung der Volksmassen, der Niederhaltung der gestürzten Ausbeuterklassen, der Verteidigung des Landes gegen feindliche imperialistische Mächte und beim Aufbau der neuen, sozialistischen Gesellschaftsordnung.

Erste Schritte Sowjetregierung

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Die Sowjetregierung begann bereits in den ersten Tagen ihres Bestehens den alten Regierungs-, Militär-, Polizei-, und Justizapparat zu zerstören. Die Sowjets der Arbeiter-, Soldaten- und Bauerndeputierten wurden überall zu den einzigen bevollmächtigten Organen der neuen proletarischen Staatsmacht. Die Regierung schuf anstelle der bisherigen Ministerien, deren Beamte in der Mehrzahl Sabotage betrieben, Volkskommissariate, die sie die besten Arbeiter, Matrosen und Soldaten berief und damit die wichtigsten Staatsfunktionen in zuverlässige Hände legte.

Verkündung Sowjetmacht in Dorf

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 

In den Gebieten und Gemeinden wurden ebenfalls neue Machtorgane geschaffen.

An die Stelle von Polizei und der alten Gerichte traten Arbeitermilizen, Arbeiter- und Bauerntribunale und örtliche Volksgerichte. Zur Bekämpfung der Feinde der Sowjetmacht wurde im Dezember 1917 ein besonderes Organ der Staatssicherheit gebildet: Die Gesamtrussische Außerordentliche Kommission zur Bekämpfung der Konterrevolution und Sabotage (Tscheka). Ihr Leiter war Feliks Dzierzynski.

Die Sowjetmacht brauchte zur Verteidigung des sozialistischen Vaterlandes gegen die imperialistischen Feinde eine starke und schlagkräftige Armee. Daher erließ der Rat der Volkskommissare im Januar 1918 das Dekret über die Schaffung der Roten Arbeiter- und Bauern-Armee.

Der Sieg der Revolution setzte auch der Unterdrückung der nichtrussichen Völker ein Ende. Schon am 02.(15.) November 1917 verkündete die Sowjetregierung in der Deklaration der Rechte der Völker Russlands die Grundprinzipien der Nationalitätenpolitik des sozialistischen Staates.

Rechte der Völker Russlands

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 

Bereits in den ersten Tagen begann die Sowjetmacht auch mit der Schaffung der ökonomischen Grundlagen der neuen Gesellschaft.

Die Einführung der Arbeiterkontrolle, die Bildung des obersten Volkswirtschaftsrates und die Nationalisierung der Banken waren wichtige Voraussetzungen zur Nationalisierung der Großindustrie, die Ende November 1917 begann.

Nach sorgfältiger Vorbereitung, vor allem der Schulung der ersten Arbeiterkader für die Leitung der Produktion, wurde dem Dekret vom 28. Juni 1918 die Nationalisierung der gesamten Großindustrie angeordnet. Damit hatte der Sowjetstaat die Kommandohöhen in der Volkswirtschaft übernommen und die ökonomische Macht der Bourgeoisie gebrochen. Eine der wichtigsten Aufgaben sah die Sowjetregierung darin, die soziale Lage der Volksmassen zu verbessern.

Hunderttausende Arbeiterfamilien zogen aus Kellerwohnungen und Baracken in Häuser, die früher der Bourgeoisie und den Gutsbesitzern gehört hatten. Später, nach dem II. Weltkrieg, hat sich die Wohnungssituation dramatisch verschlechtert. Siehe Beitrag aus „Sascha´s Welt“.

Die Arbeiter, Bauern und ihre Kinder erhielten Zugang zu allen Bildungsmöglichkeiten. Schulbildung und ärztliche Hilfe waren ab sofort kostenfrei. In den Betrieben wurde der Achtstundentag eingeführt sowie die Arbeitsbedingungen und der Arbeitsschutz verbessert. Die Regierung richtete eine Sozialversicherung für die Arbeiter ein und legte die Gleichberechtigung der Frau gesetzlich fest.

Die Maßnahmen der Sowjetmacht auf politischem, wirtschaftlichem und sozialem Gebiet wurden vom III. Sowjetkongress der Arbeiter-,Soldaten- und Bauerndeputierten im Januar 1918 bestätigt. Sie wurden in der ersten Verfassung des Sowjetstaates verankert, die der V. Sowjetkongress am 10. Juli 1918 beschloss.

Geschichte DDR 9. Klasse

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Originaltext ist in diesem abschnitt zu finden:

Sieg Oktoberrevolution

 

siehe Anmerkungen, Ergänzung und Hinweise von Gerd Pehl zum Text

Der Sowjetstaat – eine Form der Diktatur des Proletariats

In der Sozialistischen Oktoberrevolution wurde die politische Herrschaft der Ausbeuterklassen, die Diktatur der Bourgeoisie und Großgrundbesitzer, gestürzt und die Macht der Arbeiterklasse, die Diktatur des Proletariats, in der Form des Sowjetstaates errichtet.

Die Arbeiterklasse Russlands war zur herrschenden Klasse geworden und übte die Staatsmacht unter Führung der Bolschewistischen Partei im Bunde mit der werktätigen Bauernschaft aus. Die Diktatur des Proletariats ist die Macht der von der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei geführten Werktätigen, die die kapitalistische Gesellschaftsordnung beseitigt und den Sozialismus aufbaut.

Die Diktatur des Proletariats war, ist und bleibt die Voraussetzung und das Hauptinstrument für die Arbeiterklasse zur Errichtung der sozialistischen Gesellschaft. Aus dieser Funktion ergeben sich die grundlegendsten Aufgaben der Diktatur des Proletariats: den unvermeidlichen, konterrevolutionären Widerstand der gestürzten Ausbeuterklassen zu brechen, das sozialistische Land gegen die feindlichen imperialistischen Mächte zu verteidigen und den Aufbau des Sozialismus zu organisieren. Allerdings ist dies nicht auf lange Zeit gelungen, so dass die Konterrevolution 1989/90 Erfolg hatte.

Die Diktatur des Proletariats ist für die ganze Periode des Übergangs vom Kapitalismus zum Kommunismus notwendig. Die gilt für alle Länder. Doch die politischen und staatlichen Formen dieser Macht werden und müssen entsprechend den Bedingungen und Erfordernissen des Klassenkampfes in jedem Lande, unterschiedlich und vielgestaltig sein.

Diese waren – unabhängig von ihren konkreten Formen- stets nur Machtorgan einer kleinen ökonomisch starken Minderheit zur Ausbeutung und Unterdrückung der großen Mehrheit des Volkes. Der Sowjetstaat dagegen war erstmalig das Machtorgan der Arbeiterklasse und der mit ihr verbundenen breitesten Massen der Werkstätigen zur Errichtung der neuen sozialistischen Gesellschaf, in der Ausbeutung, Willkür und Unterdrückung jeder Art endgültig beseitigt sind. Der Sowjetstaat war der erste wahrhaft demokratische Staat in der Geschichte, denn es herrschte die Arbeiterklasse, gestützt auf die große Mehrheit der Werkstätigen, über die gestürzte Minderheit. Die Sowjets, die die Macht in ihren Händen konzentrierten, verkörperten die Interessen der überwältigenden Mehrheit des werktätigen Volkes und förderten die Entfaltung aller seiner schöpferischen Kräfte.

Mit der Sowjetmacht entstand die sozialistische Demokratie, die schon auf der ersten Stufe ihrer Entwicklung nach den Worten Lenins millionenfach demokratischer war als jede bürgerliche Demokratie. In ihr sind Rechte und Freiheiten des Volkes nicht wir in der bürgerlichen Demokratie nur leere Versprechungen, sondern werden von den Werktätigen, die in vielfältigen Formen an der Lenkung und Leitung ihres sozialistischen Staates teilnehmen, tagtäglich im Leben verwirklicht.

Geschichte DDR 9. Klasse

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Originaltext ist in diesem Abschnitt zu finden:

Sieg Oktoberrevolution

 

Der Raubfrieden von Brest-Litowsk

Rote Armee auf Marsch nach Narwa

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Mit dem Dekret über den Frieden hatte die Sowjetregierung ihre Friedensbereitschaft kundgetan. Sie war entschlossen das Dekret in die Tat umzusetzen und dem Krieg ein Ende zu bereiten. Der Aufbau der neuen, sozialistischen Gesellschaftsordnung konnte nur im Frieden vollzogen werden.

Am 15.(28.) November 1917 wandte sich die Sowjetregierung an die Regierungen kriegführenden Länder und schlug ihnen die Beendigung des Krieges und den Abschluss eines Friedensvertrages vor. Doch die Sowjetmacht hatte es mit den Regierungen räuberischer imperialistischer Staaten zu tun. Die Mächte der Entente lehnten das Angebot eines allgemeinen Friedens ohne Annexionen und Kontributionen ab. Sie forderten von Sowjetrussland, den vom Zarismus begonnenen Krieg fortzusetzen und die Front im Osten, die erhebliche deutsche Truppen band, aufrechtzuerhalten. Deutschland und Österreich-Ungarn dagegen erklärten sich zu separaten Friedensverhandlungen mit Sowjetrussland bereit. Sie dachten jedoch nicht an einen gerechten und demokratischen Frieden, sondern waren entschlossen, die augenblickliche militärische Schwäche Sowjetrusslands zu räuberischen Annexionen auszunutzen. In den Friedensverhandlungen, die am 09. (22.) Dezember 1917 in Brest-Litowsk begannen, forderten sie die Abtrennung der baltischen Gebiete, großer Teile Russisch-Polens und der Ukraine.

Lenin erkannte richtig, dass die Sowjetregierung die harten Friedensbedingungen annehmen musste, wenn sie die Existenz der Sowjetmacht nicht gefährden wollte. Sie brauchte dringend eine Atempause, um ihre Positionen zu festigen und eine neue kampfkräftige Armee aufzubauen. Doch als die sowjetische Delegation den räuberischen Vertrag nicht sofort bedingungslos unterzeichnete und die Verhandlungen zunächst abbrach, ging die deutsche Armee am 18. Februar 1918 zum Angriff auf Sowjetrussland über. Obwohl sich die Sowjetregierung nach am selben Tag zur Unterzeichnung des Friedensvertrages bereit erklärte, setzten die deutschen Militaristen den Vormarsch fort. Dem Sowjetland drohte tödliche Gefahr. Am 21. Februar erließ der Rat der Volkskommissare den Aufruf „Das sozialistische Vaterland ist in Gefahr!“. Zehntausende Arbeiter und demobilisierte Soldaten traten als Freiwillige in die Armee ein, um ihr Land gegen die deutschen Eindringlinge zu verteidigen. In heldenhaftem Kampf stellten sich die Einheiten der Roten Armee den deutschen Truppen entgegen. Am 23. Februar 1918 kam es bei Pskow, Reval (heute Tallinn) und Narwa zu schweren Kämpfen, in denen deutsche angriffe zurückgeschlagen wurden. Zur Erinnerung an die Gründung der Roten Arbeiter- und Bauern-Armee und ihre ersten erfolgreichen Kämpfe wird der 23. Februar jährlich als Tag der Sowjetarmee begangen.

Am Morgen des 23. Februar erklärte sich die deutsche Regierung zu einem Waffenstillstand bereit. Sie stellte nun jedoch bedeutend härtere Bedingungen und forderte den Abschluss des Vertrages in kürzester Frist. Am 03. März 1918 unterzeichnete die sowjetische Delegation den Friedensvertrag von Brest-Litowsk. Damit verlor Sowjetrussland weite Teile des Landes mit mehr als 60 Millionen Menschen, darunter die reichste Kornkammer, die Ukraine, fast alle Ölquellen und etwa 80 Prozent der Eisen- und Kohleproduktion. Der Vertrag von Brest-Litowsk war ein der Sowjetrepublik aufgezwungener Raubfrieden. Der deutsche Imperialismus, der selbst schon vor dem Zusammenbruch stand, zeigte noch einmal seine ganze Eroberungsgier und Brutalität. (Erst der Sturz der Monarchie in Deutschland im November 1918 ermöglichte es der Sowjetregierung, den Raubvertrag zu annullieren.)

Sowjetrussland war aus dem imperialistischen Weltkrieg ausgeschieden. Es hatte zwar schwere Bedingungen auf sich nehmen müssen, aber die Sowjetmacht war erhalten geblieben. Sie bekam zunächst eine Atempause, konnte dringend notwendige politische, wirtschaftliche und militärische Maßnahmen durchführen, ihre Kräfte stärken und sich auf die Abwehr neuer imperialistischer Überfälle vorbereiten.

Karte Raubfrieden Von Brest-Litowsk

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 

Originaltext:

Raubfrieden von Brest-Litowsk

 

Geschichte DDR 9. Klasse

 

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel