„Unabhängige Friedensbewegung“ in der DDR?

Oft ist von einer „unabhängigen“ Friedensbewegung in der DDR die Rede. Von Repression seitens des Staates ist die Rede. Doch was hat es damit auf sich?

Die sozialistischen Länder, so auch die DDR, waren nicht an einem Krieg interessiert. Hochrüstung ging immer von NATO-Seite aus. Für die sozialistischen Länder war es eine hohe Belastung Abwehrmaßnahmen zu treffen. So fehlte das entsprechende Potenzial z.B. in der Wirtschaft. Das wiederum führte zur Unzufriedenheit in der Bevölkerung. So hatte auf lange Zeit die NATO Erfolg, indem sie die sozialistischen Länder totgerüstet hat.

Die „unabhängige Friedensbewegung“ in der DDR war nichts anderes, als eine konterrevolutionäre Bewegung. 1989 hatte sie ja schließlich Erfolg.

In der DDR kursierten seit Mitte der 1960er Jahre Diskussionspapiere zur Kriegsdienstverweigerung und über Methoden der gewaltfreien Verteidigung, die schließlich Anfang der 1980er Jahre eine sich Friedensbewegung nennende („Schwerter zu Pflugscharen“) konterrevolutionäre Bewegung schufen.

So sehr es wünschenswert ist ohne Gewalt auszukommen, musste die DDR, wie die anderen Warschauer Vertragsstaaten, verteidigungsbereit sein. Pazifismus konnte sie sich in der damaligen Situation nicht leisten. Da wäre es schon viel früher zu Ende gewesen. In den Beiträgen über die NVA ist ja ausgeführt worden, dass Kriegsvermeidung ihr Ziel war. Es war aber möglich aus Gewissensgründen den Dienst an der Waffe zu verweigern und Bausoldat zu werden.

Die Konterrevolutionäre wollten die Beseitigung der NVA. Das ist ja dann 1989/90 gelungen. Junge Leute wurden mit schönen Sprüchen über Frieden und Gewaltlosigkeit geködert. Die Mehrheit der Jugendlichen in der DDR war nicht politisch engagiert und ließ sich durch Westmedien beeinflussen. Ohne nachzudenken lehnten sich viele junge Leute gegen Staat und Gesellschaft der DDR auf, weil damals diese Art des Aufbegehrens Mode war. Ein „gefundenen Fressen“ für die Konterrevolutionäre, die die irregeleiteten Jugendlichen für ihre Zwecke benutzten.

Die Niederschlagung der versuchten Konterrevolution in der CSSR 1968 gab der konterevolutionären Bewegung, die unter dem Deckmantel „Frieden“ agierte, Auftrieb.

Rebellierende Jugendliche trugen den Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“. Dieser war in der DDR verboten. Der Staat reagierte mit Repression, anstatt die Jugendlichen über die Ziele der Konterrevolutionäre aufzuklären. Schulverweise und berufliche Nachteile waren ebenso ein großer Fehler. So trieb man die Jugendlichen erst recht in die Arme der Konterrevolutionäre.

Die sich Friedensbewegung nennenden Konterrevolutionäre schreiben sich auf ihre Fahnen, dass die Konterrevolution unblutig verlief. Mag die Kirche ihren Anteil gehabt haben, so waren es doch die damals politisch Verantwortlichen, die besonnen gehandelt haben.

Weit her war es während und nach der Konterrevolution nicht mehr mit dem Frieden. Der Pfarrer Rainer Eppelmann, während der Konterrevolution Verteidigungsminister, war dafür verantwortlich, dass die Rüstungsgüter der DDR in Kriegs- und Krisengebiete verkauft wurden. Von der „unabhängigen Friedensbewegung“ der DDR gab´s keine Spur mehr. Sie hat ihre Aufgabe erfüllt.

siehe DIE TROMMLER- ARCHIV

entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

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Rainer Eppelmann

Rainer Eppelmann wurde am 12. Februar 1943 in Berlin geboren. Er besuchte ein Gymnasium in Westberlin und musste wegen der Grenzschließung mit der 11. Klasse den Schulbesuch abbrechen. Angeblich war es ihm in der DDR nicht möglich Abitur zu machen, weil er nicht Mitglied der FDJ war. Es ist eine der vielen Behauptungen, dass aus angeblich politischen Gründen das Abitur oder Studium in der DDR nicht möglich gewesen wäre. Das stimmt aber nicht. Das beweist die heutige Bundeskanzlerin der BRD, Angela Merkel, die in der DDR Physikerin war.

Rainer Eppelmann arbeitete zunächst als Dachdeckergehilfe. 1962-1965 absolvierte er eine Facharbeiterausbildung als Maurer.

Eppelmann verweigerte 1966 den Dienst an der Waffe in der NVA, sowie die Ablegung des Fahneneides. Daraufhin wurde er wegen Befehlsverweigerung zu acht Monaten Gefängnis verurteilt.

Nun konnte Rainer Eppelmann doch in der DDR studieren. Er studierte Theologie am Berliner Theologischen Seminar Paulinum und beendete 1974 das Studium. Die Ordination folgte 1975. Von 1974-1989 war er Hilfsprediger, dann Pfarrer in der Berliner Samariterkirchengemeinde im Berliner(Hauptstadt der DDR) Bezirk Friedrichshain und gleichzeitig Kreis-Jugendpfarrer in Friedrichshain.

Rainer Eppelmann engagierte sich in der sogenannten DDR-Opposition. Das waren Staatsgegner der DDR, die den Sozialismus ablehnen. Aus dieser „Opposition“ sind die konterrevolutionären Gruppierungen hervorgegangen. Die Gegnerschaft der DDR konnte meist unter dem Dach der Kirche agieren. Kirche und Staat waren in der DDR getrennt. Kirchliche Räume galten als Privaträume. So war es der DDR-Gegnerschaft möglich Zeitschriften und Texte herauszugeben, die für den innerkirchlichen Bereich genehmigt waren. Aber auch ohne diesen Umweg wurde solches Lesematerial direkt im Geheimen verbreitet.

Rainer Eppelmann war Gründungsmitglied des „Demokratischen Aufbruch“. Das war eine konterrevolutionäre Gruppierung, die aber bedeutungslos blieb, weil herausgekommen ist, dass deren Vorsitzender Wolfgang Schnur für das MfS arbeitete.

1990 war Rainer Eppelmann auch Mitglied des zentralen „Runden Tisches“. Der „Runde Tisch“ war eine konterrevolutionäre Institution, die immer mehr Macht gewann.

Vom 18.März 1990 bis zum 02.Oktober 1990 war er Mitglied der Volkskammer der DDR, also bis zu deren Auflösung, als die DDR von der BRD annektiert worden ist.

Außerdem war Rainer Eppelmann Minister ohne Geschäftsbereich im Kabinett von Hans Modrow und dann Minister für Abrüstung und Verteidigung, wie dieses Ministerium nun hieß, im Kabinett von Lothar de Maiziére.

Nach Annexion der DDR war er in der BRD als Politiker tätig.

Seit ihrer Gründung im Jahre 1998 ist Rainer Eppelmann ehrenamtlicher Vorsitzender des Vorstandes der „Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur“. Das ist eine antikommunistische Institution, welche die Geschichte der DDR verfälscht.

Von Mai 2003-Oktober 2013 war er Mitglied des Beirates der BStU(das ist die amtliche Bezeichnung für die „Stasiunterlagenbehörde“, die nicht nur auf Antrag Aktenkopien für Betroffene herausgibt. Das Hauptbestätigungsfeld der BStU ist ebenfalls als antikommunistische Institution zu agieren.)

Es wird behauptet, dass das MfS in den 1980er Jahren plante Rainer Eppelmann zu ermorden. Das ist Humbug. Kein MfS-Angehöriger hatte die Lizenz zum Töten. Diese „Idee“ ist der Phantasie eines einzelnen MfS-Angehörigen entsprungen. (Der hat wohl zu viele „James Bond“-Filme gesehen.) Dieser absurde Einfall wurde vom zuständigen Stellvertreter des Leiters der BV(Bezirksverwaltung) Berlin entschieden zurückgewiesen. Im Ergebnis eines unmittelbar danach durchgeführten Kontrolleinsatzes wurde dieser Mitarbeiter aus dem MfS entlassen. Andere wurden wegen Vernachlässigung ihrer Kontroll- und Aufsichtspflichten von Funktionen abgelöst und versetzt. (siehe „Die Sicherheit“ Band 1 Seite 660-661, auch online abrufbar auf der Website www.mfs-insider.de)

Auf DDR-Luftwaffe-Blogspot.de

www.ddr-luftwaffe.blogspot.de

gibt es eine interessante Notiz zu Rainer Eppelmann. Sie wird hier im Folgenden zitiert.

Notiz: Umfeld Eppelmann

Herr Eppelmann gibt „… 1993 in seiner naiven Biographie »Fremd im eigenen Haus. Mein Leben im anderen Deutschland« ehrlicherweise preis: Sein Handwerkervater war SS-Unterscharführer und Wächter in den Konzentrationslagern Buchenwald und Sachsenhausen. Die Handwerkerfamilienmama wiederum »war zuerst im Bund Deutscher Mädel (BDM) und trat dann als Postbeamtin in die NSDAP ein«. Es klingt fast wie von Martin Walser. Doch in der DDR schadete ihnen das nicht, denn »ein alter Kommunist« schützte die Mutter, und der Vater hatte sich seine »SS-Blutgruppentätowierung« längst wegoperieren lassen. Freilich blieb der Papa »ein entschiedener Antikommunist«. Wen wundert das. Obwohl es ja auch bekehrte Ex-SSler gegeben hat ….

Als Minister für Abrüstung und Verteidigung in der Regierung unter Ministerpräsident de Maiziére ordnete er stolz die Umbenennung von Volksarmee-Kasernen an, die bis dahin Namen ermordeter Antifaschisten trugen. Das war nun wiederum echte Familientradition: Der antikommunistische SS-Vater hatte die Antifaschisten tapfer im KZ bewacht, der Sohn verfügte die Löschung ihrer Namen.“

Zitate aus: Ossietzky 11/2003, „Frieden schaffen mit/ohne Waffen“ von Gerhard Zwerenz.

Zu Eppelmanns Kontakten mit der CIA:

„Die wohl engsten Kontaktpartner in Ostberlin waren Pfarrer Rainer Eppelmann und sein Adlatus Ralf Hirsch. Die Verbindung wurde über Jahre von Mitarbeitern der CIA Residentur und amerikanischen Dilpomaten und Gesprächsaufklärern nahtlos aufrechterhalten … Eppelmann wurde in der letzten Zeit fast ausschließlich durch Imre Elmarowitsch Lipping betreut, der in enger Abstimmung mit dem SIS – Mitarbeiter an der britischen Botschaft in der DDR, Ralph Morton, und der Vertreterin des französischen Geheimdienstes DGSE an der Botschaft der Republik Frankreich, Frau Rousseau, agierte. Zur Intensivierung der Kontakte bekam Eppelmann Einladungen zu Veranstaltungen in verschiedenen westlichen Botschaften …. Da Lipping vor seinem Einsatz in der DDR beim militärischen Nachrichtendienst DIA gearbeitet hatte, wurde er durch die Spionageabwehr des MfS der CIA Residentur zugeschlagen, obwohl kein Hinweis auf eine Versetzung in die CIA vorlag … Mit Pfarrer Eppelmann wurden nach Erkenntnissen der Spionageabwehr des MfS ausführliche Gespräche geführt, die vorwiegend die oppositionelle Bürgerbewegung und die innere Lage der evangelischen Kirche betrafen ….“

Zitate aus: „Headquarters Germany“. Die US-Geheimdienste in Deutschland (Edition Ost) von Eichner / Dobbert.

EINGESTELLT VON PETER VEITH

Text entnommen aus:

http://ddr-luftwaffe.blogspot.de/2009/08/notiz-umfeld-eppelmann.html

www.ddr-luftwaffe.blogspot.de