Karl Liebknecht

entnommen aus „Geschichte in Übersichten“, DDR 1982

Geschichte in Übersichten
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15.Januar 2017 Liebknecht-Luxemburg-Demo

Kalenderblatt:

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15.Januar 2017:

Liebknecht-Luxemburg-Demo

 

Siehe auch andere Beiträge zum Thema in DIE TROMMLER-ARCHIV.

 

 

 

 

 

Beginn des I. Weltkrieges

Durch die ungleichmäßige Entwicklung der kapitalistischen Staaten hatten sich die Gegensätze verschärft. Die imperialistischen Großmächte drängten auf die Neuaufteilung der Welt.

Am 28. Juni 1914 verübten serbische Nationalisten in Sarajevo ein Attentat auf den österreichischen Thronfolger. Das war der Vorwand für die deutschen Kriegstreiber, dieses Ereignis als Anlass für den 1. Weltkrieg zu benutzen.

Am 28. Juli 1914 erklärte Österreich-Ungarn an Serbien den Krieg. Jetzt wurden die Kriegsbündnisse wirksam. Am 1. August erklärte die deutsche Regierung Russland und am 3. August Frankreich den Krieg. In den nächsten Jahren wurden viele andere Völker in den Krieg getrieben.

Schließlich befanden sich 38 Staaten im Kriegszustand. Der erste Weltkrieg dauerte von 1914 bis 1918.

Die Imperialisten aller Länder heuchelten vor ihren Völker, sie müssten das eigene Land vor den Angreifern verteidigen. In Wirklichkeit ging es um die Interessen der herrschenden Klassen ihre imperialistischen Ziele mit Hilfe dieses Krieges zu verwirklichen.

In der alten BRD lernte man in Geschichte, dass Deutschland bei der Aufteilung der Kolonien zu spät gekommen wäre. Vermutlich wird so ein Unsinn auch heute, nun in ganz Deutschland, im Fach Geschichte gelehrt. DIE TROMMLER orientiert sich nun an einem alten Geschichtsbuch aus der DDR, um eine andere Sichtweise zu vermitteln.

Kriegsziele erster Weltkrieg

Kriegsziele einiger imperialistischer Staaten

(weitere Ausführungen siehe Auszug aus dem Geschichtsbuch der DDR(PDF-Dokument im Anschluss diesen Beitrages)

Kriegsziele 1. Weltkrieg Deutschland Teil 1

Kriegsziele 1. Weltkrieg Deutschland Teil 2

Diese Kriegsziele, an deren Grundsätzen die deutsche Regierung während des Krieges festhielt, wurden lange vor dem Volk geheim gehalten.

Annexionsziele in Europa 1. Weltkrieg Deutschland

Annexionsziele Deutschlands im I. Weltkrieg in Europa

 

Kriegsziel I. Weltkrieg seitens Deutschlands:

Kriegsziel 1. Weltkrieg Gründung mitteleuropäischer Wirtschaftsverband

Kriegsziel erster Weltkrieg seitens Deutschland: Die Gründung eines mitteleuropäischen Wirtschaftsverbandes unter deutscher Führung.

Nun ja, heute haben wir die EU, die diese Funktion erfüllt. Hat sich im Nachgang doch das damalige deutsche Kriegsziel verwirklicht.

 

Die Volksmassen wollten keinen Krieg. Am 26. Juli 1914 leiteten in Deutschland die klassenbewussten Arbeiter Leipzigs mit einer großen Antikriegskundgebung eine Kette von Protestveranstaltungen ein. (weitere Ausführungen siehe Auszug aus dem Geschichtsbuch der DDR(PDF-Datei).

Entgegen dem Friedenswillen großer Teile des deutschen Volkes versuchte die opportunistische Führung der Sozialdemokratie und der Gewerkschaften die Volksmassen irre zu führen. Um das Vertrauen der Mitglieder nicht zu verlieren, ging der sozialdemokratische Parteivorstand dem Schein nach auf die Antikriegsstimmung ein. Er empfahl den Arbeitern am 25. Juli, ihren Friedenswillen in Massenversammlungen zu bekunden.

Gleichzeitig verhandelten die sozialdemokratischen Führer heimlich mit der Reichsregierung. Sie versicherten den Herrschenden, dass die sozialdemokratische Partei und die Gewerkschaften nichts gegen den Krieg unternehmen würden.

Als die deutsche Regierung an Russland und Frankreich den Krieg erklärte, gingen die rechten Parteiführer offen in das Lager des Imperialismus über. Da Deutschland sich jetzt verteidigen müsse, so erklärten sie, sei der Klassenkampf abzubrechen. Auch die Arbeiter müssten jetzt ihr „Vaterland“ verteidigen.

So schloss die rechte sozialdemokratische Parteiführung Burgfrieden mit dem Todfeind der Arbeiterklasse, dem deutschen Imperialismus.

Am 04. August wurde der Reichstag einberufen. Die Abgeordneten sollten der Regierung die Kriegskredite bewilligen. Vor der Sitzung des Reichstages berieten die Mitglieder des Reichstages in den Fraktionen über den Antrag der Regierung. Die meisten der 110 sozialdemokratischen Abgeordneten waren Opportunisten. Nur 14 von ihnen – darunter Karl Liebknecht- forderten in der Fraktionssitzung die Ablehnung der Kriegskredite. Dem Willen der Mehrheit der sozialdemokratischen Abgeordneten entsprechend(Fraktionszwang, dass kennen wir ja heute noch), stimmte die Fraktion in der Reichstagssitzung geschlossen für die Kriegskredite.

In der Mehrheit aller Parteien der II. Internationale (Zusammenschluss sozialdemokratischer Parteien), besaßen die Opportunisten die Oberhand. In England und Österreich-Ungarn fassten sie ähnliche Beschlüsse, wie in Deutschland. In Russland reifen die Menschewiki(russische Sozialdemokraten) die Arbeiter auf, die Kriegspolitik des Zarismus zu unterstützen. In Deutschland, Frankreich und Belgien traten einige opportunistische Arbeiterführer während des Krieges sogar als Minister oder hohe Beamte in die imperialistischen Regierungen und Verwaltungen ein. So unterstützten sie die Kriegspolitik der herrschenden Klassen ihrer Länder und zerschnitten das brüderliche Band zwischen den Parteien der II. Internationale und sprengten die Einheit der internationalen Arbeiterklasse.

Am 2. Dezember sollte der Reichstag weitere Kriegskredite bewilligen. In der sozialdemokratischen Fraktion hielten zwar einige Abgeordnete Liebknechts Forderung, die Gelder zu verweigern, für richtig. Aber sie beugten sich wieder dem Fraktionszwang. Karl Liebknecht jedoch stimmte gegen die neuen Kriegskredite.

Karl Liebknecht

Die Kunde von seiner mutigen Tat drang bis in die Schützengräben. Sein „Nein“ rüttelte die Welt auf. Um Karl Liebknecht mundtot zu machen, wurde er als Soldat eingezogen und nur zu den Reichstagssitzungen beurlaubt.

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Geschichtsbuch DDR 8

 

Link zum Quelltext, bzw. zu den näheren Erläuterungen:

Beginn 1.Weltkrieg

 

Liebknecht-Luxemburg-Demo 2016

 

liebknecht-luxemburg-demonstration

 

 

Links:

Aufruf:

http://www.ll-demo.de/2016/aufruf/text.htm

 

Hinweis aus „Friedrichshain-Kreuzberg-Portal“

http://www.xhain.info/termine/liebknecht-luxemburg-demo.htm

logo-xhain-Logo

Hinweis/Termine/Info „X-hain“

 

Wer war Rosa Luxemburg, Karl Liebknecht und Wilhelm Liebknecht

Rosa Luxemburg

Rosa Luxemburg wurde am 05.03.1871 geboren und am 15.01.1919 ermordet. Sie war mit Karl Liebknecht die bedeutendste Vertreterin der deutschen Linken. Rosa Luxemburg war eine bedeutende Theoretikerin und Mitbegründerin der KPD.

Sie wurde mehrfach verfolgt, verhaftet und von konterrevolutionären Offizieren ermordet.

Karl Liebknecht

Karl Liebknecht wurde am 18.08.1871 geboren und am 15.01.1919 ermordet. Er war der Sohn von Wilhelm Liebknecht.

Karl Liebknecht war Rechtsanwalt und erfolgreicher politischer Strafverteidiger. Mit Rosa Luxemburg war er bedeutendster Führer der deutschen Linken. ER engagierte sich gegen Krieg und die Burgfriedenspolitik der SPD. In der Novemberrevolution 1918 in Deutschland verkündete er die „freie sozialistische Republik“.

Als Mitbegründer der KPD übernahm er, gemeinsam mit Rosa Luxemburg, deren Vorsitz. Karl Liebknecht wurde mehrfach verfolgt, verhaftet und am 15.01.1919 von konterrevolutionären Offizieren ermordet.

Wilhelm Liebknecht

Wilhelm Liebknecht war der Vater von Karl Liebknecht. Wilhelm Liebknecht wurde am 29.03.1826 geboren und ist am 07.08. 1900 gestorben. Er war Mitbegründer und Führer der deutschen Sozialdemokratie und war Teilnehmer an der Revolution von 1848/49. Wilhelm Liebknecht war Kampfgefährte von Karl Marx und Friedrich Engels und gründete mit August Bebel 1869 die Sozialdemokratische Arbeiterpartei und wirkte als Internationalist für die Durchsetzung des Marxismus in der Arbeiterbewegung.

Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg auf BriefmarkeWilhelm Liebknecht

Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg                        Wilhelm Liebknecht

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Nachtrag: Liebknecht-Luxemburg-Demo

Die Liebknecht-Luxemburg-Demo ist eine jährliche politische Großdemonstration, die am zweiten Januarwochenende, zum Gedenken an die am 15. Januar 1919 ermordeten revolutionären Sozialisten Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg, stattfindet.

 

Dieses jährliche Gedenken wurde in der Weimarer Republik von 1919 bis 1933 durchgeführt. Nach dem Verbot und der Zerstörung der Gedenkstätte durch die Faschisten, wurde es ab 1946 in der Sowjetischen Besatzungszone, ab 1949 in der DDR als zentrale staatliche Veranstaltung fortgesetzt. Seit der Annextion der DDR 1990 demonstrieren verschiedene Gruppen der politischen Linken an jenem traditionellen Gedenktag.

Seit dem Tod von Lenin (21. Januar 1924) bezog die KPD auch Lenin in das Gedenken ein. Darum wird seit 1990 teilweise auch die Bezeichnung LLL-Demonstration (Liebknecht, Luxemburg, Lenin) verwendet.

1988 missbrauchten Konterrevolutionäre, die sich „Bürgerrechtler“ nannten, die Liebknecht-Luxemburg-Demo für ihre Zwecke. Sie hatten diese Idee schon September 1987. Das MfS(Ministerium für Staatssicherheit) wusste seit November 1987 davon. Gegenmaßnahmen des MfS führten letztendlich nicht zum Erfolg. Im westlichen Ausland wurde das als Eingriff in die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit gesehen und entsprechend propagiert. Diese Aktion gilt auch als Auftakt zur Konterrevolution in der DDR, bzw. Beseitigung 1989/90.

Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg auf Briefmarke

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