Der Wiener Kongress

Karikatur Wiener Kongress

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Die Volksmassen hatten für die Beseitigung der französischen Fremdherrschaft hohe Blutopfer gebracht. Hoffnungsvoll schauten die nun nach Österreich, wo auf dem Wiener Kongress 1814 bis 1815 über die Neuordnung Europas beraten und entschieden werden sollte. Fürsten und Staatsmänner aus vielen Ländern waren anwesend. Unter ihnen befanden sich der russische Zar, der Kaiser von Österreich und der König von Preußen. Auch der Freiherr vom Stein und andere deutsche Patrioten weilten in der Donaustadt. Aber das entscheidende Wort blieb ihnen versagt. Es wurde von den Fürsten gesprochen, die ihre egoistischen Ziele verfolgten. Sie dachten jetzt nicht daran, den Völkern mehr Freiheit zu geben und somit die Versprechungen einzulösen, die sie gemacht hatten. Im Gegenteil, die alten Verhältnisse sollten wiederhergestellt und gefestigt werden. So gestalteten sich die Verhandlungen zu einem üblen Länderschacher, begleitet von Bällen und anderen Vergnügungen.

Unter diesem Eindruck bemerkte Blücher: „Der Kongress gleicht einem Jahrmarkt in einer kleinen Stadt, wo jeder sein Vieh hintreibt, es zu verkaufen und zu vertauschen.“

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Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Original-Text:

Der Wiener Kongress

 

Wiener Kongress Geschichte in Übersichten DDR

entnommen aus „Geschichte in Übersichten“ , DDR 1982

 

PDF-Datei aus „Geschichte in Übersichten“

Wiener Kongress 1814-15

Wiener Kongress 1814-15 Karikatur

 

 

entnommen aus „Geschichte in Übersichten“, DDR 1982

 

Buchtitel Geschichte in Übersichten Kopie 2

 

entnommen aus „Geschichte in Übersichten“, DDR 1982

 

 

 

Ergänzung, entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

Teilnehmer Wiener Kongress

Teilnehmer des Wiener Kongresses

Delegierte des Wiener Kongresses in einem zeitgenössischen Kupferstich von Jean Godefroy nach dem Gemälde von Jean-Baptiste Isabey 1 Arthur Wellesley, 1. Duke of Wellington2 Joaquim Lobo da Silveira3 António de Saldanha da Gama4 Carl Axel Löwenhielm5 Paul-François de Noailles6 Klemens Wenzel Lothar von Metternich7 Frédéric-Séraphin de La Tour du Pin Gouvernet8 Karl Robert von Nesselrode9 Pedro de Sousa Holstein10 Robert Stewart, 2. Marquess of Londonderry11 Emmerich Joseph von Dalberg12 Johann von Wessenberg13 Andrei Kirillowitsch Rasumowski14 Charles Vane, 3. Marquess of Londonderry15 Pedro Gómez Labrador16 Richard Trench, 2nd Earl of Clancarty17 Nikolaus von Wacken, 18 Friedrich von Gentz19 Wilhelm von Humboldt20 William Cathcart, 1. Earl Cathcart21 Karl August von Hardenberg22 Charles-Maurice de Talleyrand-Périgord23 Gustav Ernst von Stackelberg

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Die deutschen Fragen wurden angesichts ihrer Komplexität und ihres Umfangs getrennt von den übrigen europäischen Angelegenheiten beraten.

Nach dem Sturz Napoleons im Frühjahr 1814 beendete der Erste Pariser Frieden den Krieg zwischen den Mächten der Sechsten Koalition und der französischen Regierung der restaurierten Bourbonenmonarchie unter Ludwig XVIII. Nach Artikel 32 dieses Friedensvertrages sollte in Wien ein Kongress zusammentreten, um eine dauerhafte europäische Nachkriegsordnung zu beschließen. Dazu waren alle am Krieg beteiligten Staaten eingeladen.

Die siegreichen Könige und ihre führenden Minister trafen sich zunächst in London. Im Herbst 1814 begann in Wien der Kongress, zu dem sich Delegationen fast aller Staaten und Mächte Europas einfanden. Von September 1814 bis Juni 1815 wurde Wien und vor allem der Tagungsort, das Außenministerium (später auch die Staatskanzlei) im Palais am Ballhausplatz, der Amtssitz von Metternich, zum politischen Zentrum des Kontinents. Gastgeber war Kaiser Franz I. von Österreich.

„Palais am Ballhausplatz“, Tagungsgebäude des Wiener Kongresses (heute Bundeskanzleramt)

„Palais am Ballhausplatz“, Tagungsgebäude des Wiener Kongresses (heute Bundeskanzleramt)

Bildquelle: Von Die Autorenschaft wurde nicht in einer maschinell lesbaren Form angegeben. Es wird Extrawurst als Autor angenommen (basierend auf den Rechteinhaber-Angaben). – Die Autorenschaft wurde nicht in einer maschinell lesbaren Form angegeben. Es wird angenommen, dass es sich um ein eigenes Werk handelt (basierend auf den Rechteinhaber-Angaben)., CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=540534

 

 

Fürst von Metternich

Fürst von Metternich (Porträt von Thomas Lawrence)

 

Bildquelle: Von Kunsthistorisches Museum, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=6756329

 

 

Der Wiener Kongress erarbeitete, dies war eine verhandlungstechnische Neuheit, seine Ergebnisse in Kommissionen. Es gab unter anderem einen Ausschuss für die Deutschen, einen für die europäischen Angelegenheiten, einen für Gebietsfragen, einen für die Flussschifffahrt und einen für den Sklavenhandel. Zu einer formellen Vollversammlung kam es nie. Die Kongressakte trägt nur die Unterschriften der acht Hauptmächte Österreich, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Portugal, Preußen, Russland und Schweden (in dieser auf Französisch alphabetischen Reihenfolge). Die Deutsche Bundesakte,deren Allgemeine Bestimmungen (Artikel 1 bis 11) in die Kongressakte aufgenommen sind, wurde separat von den Bevollmächtigten der deutschen Staaten unterzeichnet.

Der wichtigste Gegenspieler Metternichs war Zar Alexander I. Daneben spielten auch der britische Gesandte Castlereagh und der Vertreter des besiegten Frankreich, Talleyrand, der sowohl unter dem alten wie dem neuen französischen Regime erheblichen Einfluss hatte, die wichtigsten Rollen. Auch wenn Preußen durch Karl August von Hardenberg und Wilhelm von Humboldt prominent vertreten war, spielte die Delegation dieses Landes keine besonders starke Rolle. Ein Grund dafür war, dass deren Linie durch das persönliche Eingreifen von König Friedrich Wilhelm III. beeinträchtigt wurde.

Richtet man den Blick vom Ballsaal weg auf die eigentlichen Verhandlungen, bleibt vom äußeren Bild der Harmonie nicht mehr viel übrig. Tatsächlich verschärften sich die Interessengegensätze im Verlauf des Kongresses noch deutlich.

Der Kongress arbeitete nach fünf übergeordneten Prinzipien, die allerdings teilweise die nachträgliche Konstruktion der Historiker sind. Der Begriff der Legitimität bezeichnet in diesem Zusammenhang die Liquidierung des napoleonischen Staatensystems und die Wiedereinsetzung der alten Dynastien (Bourbonen, Welfen usw.). Wenn ausgerechnet Talleyrand das Legitimitätsprinzip betonte, ging es ihm vor allem um die Anerkennung Frankreichs als gleichberechtigter Macht und damit die Überwindung des Status als Kriegsverlierer.

Hauptziele Wiener Kongress

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Ergebnisse des Wiener Kongresses (Schema)

 

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Europa nach dem Wiener Kongress 1815

Europa nach dem Wiener Kongress 1815

 

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Also die alten Verhältnisse wurden wiederhergestellt.

Die weiteren Details über die Neuordnung Europas  kann man im Wikipedia-Artikel nachlesen. Das Geschichtsbuch der DDR hat es richtig beschrieben. Es war ein Länderschacher.

Schlussakte Wiener Kongress

Schlussakte Wiener Kongress – Originaldokument im österreichischen Staatsarchiv

Bildquelle: Von Thomas Ledl – Eigenes Werk, CC BY-SA 4.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=35907449

 

 

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Die Anfänge des nationalen Befreiungskampfes

Obwohl Napoleon auf dem Höhepunkt seiner Macht stand, wurden die deutschen Patrioten deshalb nicht mutlos. Insgeheim bereiteten sie den Befreiungskampf gegen die Napoleonische Fremdherrschaft vor, während die deutschen Fürsten nationalen Verrat übten.

Unter den Patrioten befanden sich hervorragende Offiziere, Wissenschaftler und Schriftsteller. Ihre Zahl wuchs ständig an. Diese unerschrockenen Männer(Frauen konnten damals nicht in diese Positionen kommen) wussten sehr genau, dass sie nur dann stark waren, wenn das Volk hinter ihnen stand. Deshalb taten sie alles, um die Bauern und Bürger wachzurütteln und zum Kampf anzuspornen.

In vielen Flugblättern und Schriften wurden Napoleon  und seine deutschen Helfer angeprangert. Es bildeten sich verschiedene Geheimorganisationen. An manchen Orten legte man geheime Waffenlager an. Auch die zahlreichen französischen Spione, die sich in Deutschland befanden, konnten diese Vorbereitungen zum Kampf nicht verhindern.

In diese Zeit wurde Friedrich Ludwig  Jahn als „Turnvater“ bekannt. Durch das Turnen wollte er den Körper stählen und vor allem die Jugend zum Kampf gegen Napoleon erziehen. In Berlin hielt Johann Gottlieb Fichte furchtlos sein „Reden an die deutsche Nation“. Er entfachte damit nationale Begeisterung.

Aufruf Fichtes

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Nicht weniger vorbildlich wirkte der Dichter Ernst Moritz Arndt. Er war der Sohn eines ehemaligen Leibeigenen und verstand daher die Sorgen und Nöte der Bauern besonders gut. Wegen seiner patriotischen Schriften wurde er von den Franzosen verfolgt. 1812 ging er nach Russland, wo sich auch der Freiherr vom Stein aufhielt. Gemeinsamt setzten sie ihre nationalen Bestrebungen fort.

Ernst Moritz. Arndt

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Das Jahr 1809 brachte für Napoleon eine schwierige Situation. In Spanien fügte das heldenhaft kämpfende Volk den französischen Truppen schwere Verluste zu. Mit Österreich brach ein neuer Krieg aus. In verschiedenen europäischen Gebieten bekamen die Franzosen den gewachsenen Widerstandswillen der unterdrückten Völker zu spüren. Der preußische König verhielt sich jedoch untätig und abwartend. Einige deutsche Patrioten aber sahen eine günstige Gelegenheit zu Losschlagen. So dachte auch der Major Ferdinand von Schill, der sich zu einer kühnen Tat entschloss. Mit seinem Reiterregiment verließ er Ende April 1809 Berlin, um damit das Zeichen für eine allgemeine Erhebung gegen Napoleon zu geben. Allerorts wurde er mit seinen Getreuen von der Bevölkerung begeistert empfangen.

Aufruf Schills

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Ferdinand von Schill

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Noch war das Volk nicht entschlossen genug, diesen Aufruf in die Tat umzusetzen. Wohl meldeten sich zahlreiche Freiwillige, aber zu einer allgemeinen Erhebung kam es nicht. Schill führte schließlich seine Schar nach der Festung Stralsund. Die dortige französische Besatzung konnte überwältigt werden, doch der Gegner führte neue Truppen heran. In einer blutigen Schlacht unterlag die tapfere Schar Schills einer vielfachen Übermacht. Mehr als 800 Tote wurden beklagt, darunter auch der im Straßenkampf gefallenen Ferdinand von Schill. An den 600 Gefangen übten die Sieger grausame Rache: Die Mehrzahl von ihnen wurde als Galeerensträflinge nach Frankreich verschleppt. Ein Sturm der Empörung ging durch ganz Deutschland, als das Schicksal der 11 in Gefangenschaft geratenen Offiziere bekannt wurde. Napoleon ließ sie in Wesen erschießen.

 

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entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

Bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Anfänge des Nationalen Befreiungskampfes

Der vaterländische Krieg des russischen Volkes

Der Einfall der „Großen Armee“

Russland gehörte zu jenen Ländern, die von der Kontinentalsperre besonders hart betroffen wurden. Seit Jahrhunderten blühte der englisch-russische Handel. Holz, Getreide, Pelze, Flachs und andere Waren wurden nach England ausgeführt. Dafür kamen viele gewerbliche Produkte ins Land. Die russischen Gutsbesitzer und Kaufleute wollten auf dieses einträgliche Geschäft nicht verzichten. Als Napoleon Nachricht erhielt, dass neutrale Schiffe laufend englische Waren nach Russland brachten, wollte er nicht länger warten, um auch dem russischen Volk seinen Willen aufzuzwingen. Aus Soldaten Frankreichs und der von ihm abhängigen Länder stellte er eine gewaltige Armee auf. Man nannte sie die „Große Armee“, weil sie hinsichtlich ihrer Stärke beispiellos war. Ohne Kriegserklärung überschritt sie am 24. Juni 1812 den Grenzfluss Neman. Es begann der Vaterländische Krieg des russischen Volkes.

Truppekontingente „Große Armee“

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

 

Der Sieg des russischen Volkes über Napoleon

Vor der Übermacht der Napoleonischen Truppen musste sich die russische Armee kämpfend zurückziehen. Sie war etwa 180 000 Man stark. Aber bald regte sich der Widerstand des russischen Volkes. Vor allem waren es die russischen Bauern, die den Eindringlingen mutig entgegentraten. Im Rücken des Feindes bildeten sich kleine bewaffnete Abteilungen. Sie überfielen Transporte für Munition und Verpflegung. Auch Meldereiter wurden von ihnen abgefangen. Diese tapferen Kämpfer bezeichnete man als Partisanen.

Manchmal nur mit Sensen, Heugabeln und Spießen ausgerüstet, schwächsten sie die Napoleonische Armee bedeutend. Bei Borodino kam es schließlich zu einer blutigen Schlacht, die unentschieden ausging. Das war für die sieggewohnten Franzosen eine Überraschung.

In weiteren Kämpfen nahm Napoleon wohl Moskau ein, aber seine Hoffnungen erfüllten sich nicht. Ein großer Teil der Stadt ging in Flammen auf, so dass die „Große Armee“ in ihr nicht überwintern konnte. Sie musste den Rückzug antreten.

Unter dem Befehl des Feldherren Kutusow ging nun die russische Armee zum Gegenangriff über. Gemeinsam mit den Partisanen trieb sie die einstmals stolze Armee aus dem Lande heraus. Frühzeitig brach ein strenger Winter herein. Viele Soldaten erfroren oder verhungerten. Jetzt rächte sich, dass die Napoleonischen Soldaten auf ihrem Vormarsch Hab und Gut der russischen Menschen vernichtet hatten.

Als Gefangene mussten sie durch das von ihnen verwüstete Gebiet zurückziehen. Selten fanden sie ein schützendes Dach oder ein stück Brot. Ständig wurden sie von Kosaken umschwärmt und angegriffen. Als die Truppen den Fluss Beresina überschreiten wollten, ertranken viele in den eisigen Fluten.

Bericht über Rückzug Napoleons

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

So endete Napoleons Zug nach Russland mit einer Katastrophe. Die „Große Armee“ gab es nicht mehr. Nur etwa 30 000 Mann erreichten die russische Westgrenze. Napoleon eilte nach Paris, um eine neue Armee aufzustellen. Das russische Volk hatte ihm den Ruf eines Unbesiegbaren genommen. Die unterdrückten Völker Europas schöpften neue Hoffnungen und rüsteten sich zu Entscheidungskampf gegen die fremden Eroberer.

Vertreibung Napoleons aus Russland 1812

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Karikatur Niederlage Napoleons

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

Die deutsch-russische Waffenbrüderschaft

Tausende deutscher Männer waren gezwungen worden, als Angehörige der „Großen Armee“ in Russland einzufallen. Es gab aber viele deutsche Patrioten, die auf der Seite des russischen Volkes standen. Ihre Absicht war es, die Kräfte der beiden Völker zu vereinen und die Napoleonische Fremdherrschaft zu beseitigen.

Im Juni 1812 bildete sich auf russischem Boden ein „Komitee für deutsche  Angelegenheiten“, in dem der Freiherr vom Stein und andere Patrioten mitarbeiteten. Sie wollten nicht tatenlos zusehen, wie deutsche Soldaten für die französischen Interessen geopfert wurden. Der 30. Dezember 1812 brachte ihnen einen großen Erfolg. An diesem Tage schloss General York, der die in die „Große Armee“ eingegliederten preußischen Truppen befehligte, mit dem russischen General Diebitsch bei Tauroggen ein Abkommen. Darin wurde vereinbart, dass sich York mit seinen Soldaten künftig neutral verhalten sollte. Die war ein kühner Entschluss, denn York handelte ohne Zustimmung des preußischen Königs, der zunächst die Meldung veröffentlichte, er habe York dafür abgesetzt. Er schreckte aber davor zurück. Schon während der Verhandlungen konnte beobachtet werden, wie sich russische und preußische Soldaten verbrüderten.

Zusammenkunft York mit Dibitsch

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

 

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entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 7. Klasse, Stand 1982

bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

Der Vaterländische Krieg des russischen Volkes

 

Freiherr vom Stein: Berufungen und Ehrungen

Aus den unterschiedlichsten politischen Richtungen beruft man sich auf Freiherrn vom Stein.

Ernst Moritz Arndt begründete 1858 eine Tradition der kritiklosen Stein-Verehrung. Eine erste sechsbändige Stein-Biographie verfasste Georg Heinrich Pertz nach 1849. Hinter einer quellengesättigten Darstellung verbarg sich dabei der Versuch, das Bild eines sowohl antirevolutionären wie antirestaurativen national gesinnten Liberalen zu zeichnen.

In den 1870er Jahren versuchten sowohl Liberale wie auch Konservative, sich auf Stein zu berufen. Aber auch der Staat und die Monarchie begannen, Stein für sich zu reklamieren.

Neben Liberalen berufen sich auch Sozialdemokraten auf Stein. Der Marxist Franz Mehring lobte Steins Patriotismus und seine Durchsetzungsfähigkeit gegenüber einem zaudernden König. Vor diesem Hintergrund wurde der hundertste Todestag Steins als Vorläufer der Republik gefeiert. Zahlreiche Schulen wurden zu dieser Zeit nach Stein benannt.

Daneben erschien mit Gerhard Ritters Stein-Biographie eine bedeutende neue Interpretation. Dieser betonte die altständischen Wurzeln Steins in der Tradition des Heiligen Römischen Reiches. Er stilisierte ihn zwar zu einem Nationalhelden, sah aber innenpolitisch Bismarck als wichtigere Person an.

Auch für die Faschisten war Stein ein Vorbild. Die Gemeindeordnung in der Zeit des Faschismus berief sich ausdrücklich auf Stein. Erich Botzenhart, Herausgeber der ersten Gesamtausgabe der Schriften Steins, sah in ihm gar einen Vorläufer des  Faschismus.

Nach dem zweiten Weltkrieg ist Stein in beiden deutschen Staaten als Vorbild gesehen worden.

Gedenkmünze der DDR zum 150. Todestag 1981

Gedenkmünze der DDR zum 150. Todestag 1981

Bildquelle: Von Jobel – Eigenes Werk, CC0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=41347535

 

Weitere Einzelheiten Sonderbriefmarke der Deutschen Bundespost 1957 zum 200. Geburtstag Freiherr vom und zum Stein

Sonderbriefmarke der Deutschen Bundespost 1957 zum 200. Geburtstag Freiherr vom und zum Stein

Bildquelle: Von scanned by NobbiP – scanned by NobbiP, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4303497

 

Im Alt-Bundesland Rheinland-Pfalz wird alle drei Jahre die Freiherr-vom-Stein-Plakette für langjährige kommunalpolitische Tätigkeit verliehen.

Im Jahr 1952 wurde in der BRD die Freiherr-vom-Stein-Gesellschaft gegründet mit dem Ziel, Ideen und Gedanken Steins wissenschaftlich zu betrachten und der Öffentlichkeit zugänglich zu erhalten. Die Gesellschaft gab verschiedene Schriften zu Einzelaspekten aus dem Leben und dem Wirken Steins heraus. Wissenschaftlich bedeutsam war die Neuausgabe der Schriften Steins durch Walther Hubatsch. Dieser war 1957 an der Ausrichtung des zweihundertsten Geburtstages Steins führend beteiligt.

In der DDR sah man Steins Wirken als fortschrittlich an. Dies geschah in Bezug auf die Preußischen Reformen, die in der DDR als Fortschritt gesehen wurden. Dass Freiherr vom Stein letztendlich gar nicht so fortschrittlich gesonnen war, blendete die Geschichtsschreibung der DDR aus.

Der US-amerikanische Historiker und Schriftsteller schottischer Herkunft Gordon A. Graig wies auf die Tatsache hin, dass Freiherr vom Stein längere Zeit in der historischen Forschung sowohl in der BRD und der DDR ähnlich positiv beurteilt wurde.

Eine frühere Ausgabe des Handbuchs der deutschen Geschichte bezeichnete ihn als den „besten Staatsmann, über den Deutschland damals verfügte“. Das Pendant aus der DDR, die Deutsche Geschichte in drei Bänden, bezeichnete ihn als den „bedeutendsten deutschen Staatsmann der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts“.

Später, insbesondere in den späten 1960er Jahren, wurde das Wirken Steins in Teilen der historischen Forschung der BRD kritisch gesehen.

 

Liste der Ehrungen und Denkmäler siehe Wikipedia

 

Freiherr vom Stein Denkmäler

Freiherr vom Stein - Ehrungen

 

entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

 

Heinrich Friedrich Karl vom und zum Stein

(Gemälde von Johann Christoph Rincklake), 1804

Freiherr vom Stein (Gemälde von Johann Christoph Rincklake), 1804

Bildquelle: Von Johann Christoph Rincklake – Eigener Scan, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=3528899

 

 

Heinrich Friedrich Karl Reichsfreiherr vom und zum Stein, geboren am 25. Oktober 1757 in Nassau,; gestorben am 29. Juni 1831 in Cappenberg bei Lünen/Westfalen, war ein preußischer Beamter, Staatsmann und Reformer.

Im Alter von 16 Jahren nahm Stein 1773 ein Studium der Jura, Geschichte und Kameralwissenschaften (Vorläufer der Wirtschaftswissenschaft) an der Universität Göttingen auf. Erheblichen geistigen Einfluss auf ihn übte August Ludwig Schlözer aus, der versuchte, zwischen modernem Verfassungsdenken und konservativen Vorstellungen von altdeutscher Libertät zu vermitteln. Daneben studierte Stein auch bei Johann Stephan Pütter, einem der besten Kenner der Verfassung und Struktur des Heiligen Römischen Reiches. Wie damals für Studenten adeligen Standes üblich, verließ er die Universität 1777 ohne Abschluss.

Da sein Studium vor allem auf den Reichsdienst ausgerichtet war, absolvierte Stein anschließend für einige Monate ein Praktikum beim Reichskammergericht in Wetzlar. Dort trat er auch der Freimaurerloge Joseph zum Reichsadler bei. Auf verschiedenen Kavaliersreisen 1778/80 lernte er Regensburg als Sitz des Reichstages, die Höfe und Regierungen verschiedener Territorien des Reiches wie Mainz, Mannheim, Darmstadt, München sowie in Wien die Residenz des Kaisers kennen. Außerdem reiste Stein in die Steiermark und nach Ungarn. Dabei interessierte er sich auch für das Bergwerkswesen.

Auf Bemühen seiner Mutter trat Stein 1780 in den preußischen Staatsdienst ein. Er selbst begründete diesen Schritt mit seiner Bewunderung für Friedrich II. und der Liberalität des preußischen Staates, der keine Vorbehalte gegen Außenseiter kannte und ihnen gute Aufstiegsmöglichkeiten bot.

Als Referendar wurde er in Berlin beim Bergwerks- und Hüttendepartment des Generaldirektoriums angestellt, wo ihn Minister Friedrich Anton von Heynitz förderte. Stein absolvierte eine entsprechende Fachausbildung, teilweise an der sächsischen Bergakademie in Freiberg. Ausgedehnte Dienstreisen mit dem Minister vervollständigten seine Kenntnisse.

Eine eigenverantwortliche Stellung nahm er 1784 im Bereich des Bergbaus des westfälischen Teils der preußischen Staaten ein.

Verschiedene Male wurden ihm diplomatische Posten angeboten, die er bis auf eine Gesandtschaftsreise 1785 nach Mainz, mit dem Ziel, den Kurfürsten zum Anschluss an den Fürstenbund zu bewegen, ausschlug.

Im Jahr 1786 reiste er nach England, um den dortigen Bergbau, Kanalbau und insgesamt die Anfänge der industriellen Revolution zu studieren. Die so gewonnenen Erkenntnisse konnte er nach seiner Rückkehr teilweise im Ruhrbergbau umsetzen. Auch gelang es ihm, einen Liefervertrag für eine Dampfmaschine von Boulton & Watt abzuschließen.

Im Jahr 1787 wurde Stein Leiter der märkischen Kriegs- und Domänenkammern in Hamm. In dieser Funktion war er für die Schiffbarmachung der Ruhr verantwortlich, ließ als einer der ersten in Deutschland einige Meilen befestigter Chausseen(veralteter Ausdruck für Landstraße) anlegen und verzichtete dabei auf die sonst übliche Fronarbeit. Außerdem sorgte er für eine Beschränkung der Steuern und eine Liberalisierung der Verkehrs- und Gewerbebestimmungen. Im Jahr 1792 erhielt Stein als Landtagskommissar die Staatsaufsicht für die Landstände der Grafschaft Mark.

Seit 1793 war er zusätzlich Präsident der Kammer des Herzogtums Kleve mit Sitz in Kleve. Seinen Wohnsitz nahm er im Klever Herzogsschloss.

Im selben Jahr heiratete er die vierzehn Jahre jüngere Gräfin Wilhelmine von Wallmoden.   Mit ihr hatte Stein drei Töchter, von denen Henriette (* 1796) und Therese (* 1803) das Kindesalter überlebten.

Als leitender Beamter war Stein in der Grafschaft Mark für eine umfassende Steuerreform zuständig, die für die Einwohner eine Verringerung der Abgaben bedeutete. Den durch die kriegsbedingte Teuerung hervorgerufenen Unruhen begegnete Stein, indem er gegen den Widerstand des Militärs Getreide aus den Speichern der Armee zu günstigen Preisen an die Bevölkerung abgeben ließ. Gegen die Versuche der preußischen Zentralverwaltung schützte Stein die Reste der Ständeverfassung und der kommunalen Selbstverwaltung.

Stein war Zeuge der Belagerung und des Falls von Mainz, der Hauptstadt der Mainzer Republik. Er war auch an der Festnahme und der körperlichen Misshandlung des Revolutionärs  Friedrich Georg Pape beteiligt.

Im Jahr 1796 wurde Stein zum Oberkammerpräsidenten aller westlichen preußischen Territorien mit Amtssitz in Minden ernannt. Im Auftrag Berlins sorgte er für eine Förderung der Wirtschaft durch Abbau von Vorschriften, Zöllen und ähnlichen ökonomischen Hemmnissen. Zwischen Bielefeld und Osnabrück ließ er eine befestigte Straße erbauen und sorgte für die Verbesserung des Schiffsverkehrs auf der Weser. Außerdem leitete er für die vereinigten Territorien Minden-Ravensberg Agrarreformen ein. Dazu gehörte die Verringerung der Hand- und Spanndienste. Hinzu kamen Reformen der Verwaltung in seinem Amtsbereich.

Politisch war Stein in dieser Zeit ein Anhänger des englischen Verfassungssystems. Allerdings stand er anfangs auch der französischen Revolution nicht ohne Sympathie gegenüber. Beide Einflüsse führten dazu, dass er dem preußischen, auf die Bürokratie gestützten Absolutismus zunehmend kritisch gegenüberstand. Allerdings wandelte sich Steins Bild von der französischen Revolution rasch. Dazu trug nicht zuletzt der Kontakt zu hochrangigen französischen Emigranten bei, die in Hamm Zuflucht gefunden hatten.

Obwohl Stein Reichspatriot und nicht nur preußischer Beamter war, billigte er die von Napoleon diktierten territorialen Veränderungen im Westen des Reiches und insbesondere die Säkularisation(Kirchenbesitz in Staatsbesitz überführen)der geistlichen Territorien.

In seiner westfälischen Zeit präsentierte sich Stein als überdurchschnittlich tüchtiger Verwaltungsbeamter insbesondere in Wirtschaftsfragen. Dadurch empfahl er sich für Aufgaben in der Berliner Zentrale.

1804 wurde Stein als königlicher Finanz- und Wirtschaftsminister ins Generaldirektorium nach Berlin berufen, wo er für das Akzise(Verbrauchsteuer/Binnenzoll)-, Zoll-, Fabrik- und Kommerzialwesen zuständig war. Hinter der Ernennung steckte vor allem der Kabinettsrat Carl Friedrich von Beyme, der in dem neuen Minister einen Anhänger einer umfassenden Reformpolitik sah. Bereits bei der Übernahme dieser Aufgabe machte Freiherr vom und zum Stein deutlich, dass er über Preußen hinaus das gesamte Deutschland im Blick hatte.

Stein versuchte als Verantwortlicher für den Staatshaushalt angesichts des drohenden Krieges die Staatseinnahmen zu erhöhen, bemühte sich aber auch um die Angleichung der regional sehr unterschiedlichen Steuern und Abgaben. So wurden im Bereich des staatlichen Salzmonopols einheitliche Preise eingeführt, diese aber insgesamt erhöht, so dass sich daraus erhebliche Mehreinnahmen ergaben. In begrenztem Umfang wurden Binnenzölle zwischen einigen Teilgebieten der Monarchie abgeschafft. Außerdem gründete er das Preußische Statistische Bureau. Später gehörten zudem die Königliche Hauptbank sowie die Seehandlung zu seinem Zuständigkeitsbereich.

Stein gehörte 1805 zur Kriegspartei um Königin Luise, die gemeinsam mit Louis Ferdinand Prinz von Preußen und General Ernst von Rüchel versuchte, König Friedrich Wilhelm III. davon zu überzeugen, Napoleon entgegenzutreten. Am 10. Mai 1805 übergab Stein eine entsprechende Denkschrift, die in ihrer extrem schroffen Art – den Außenminister Christian Graf von Haugwitz (1752–1832) nannte er beispielsweise einen „Mann ohne Wahrhaftigkeit, einen abgestumpften Wollüstling, schwelgend in Genüssen aller Art“ – dazu beitrug, die Ablehnung gegen seine Vorstellungen noch zu verstärken. Der König lehnte vorerst ab und sah in der Gruppe um Louis Ferdinand und Stein nicht zu Unrecht eine gegen seine Politik gerichtete Fronde. Schließlich gab er jedoch nach und befahl die Mobilmachung. Dies führte zum Krieg von 1806.

Nach dem für Preußen katastrophal verlaufenden Feldzug flohen der Hof und maßgebliche Politiker nach Königsberg. Stein sorgte für die Rettung der Staatskassen und empfahl in Königsberg, den Krieg gegen Napoleon mit allen Kräften fortzusetzen.

Charles Meynier- Einzug Napoleons am 27. Oktober 1806 in Berlin

Charles Meynier: Einzug Napoleons am 27. Oktober 1806 in Berlin

Bildquelle: Von Charles Meynier – adhoc-immo.de, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=251627

 

Infolge der verlorenen Schlacht bei Jena und Auerstedt und der durch sie offenkundig gewordenen Verkrustungen in Verwaltung und Militär war der preußische Staat zu Veränderungen gezwungen. Stein kritisierte scharf die während des Krieges deutlich gewordenen Schwächen der zivilen und militärischen Führung und machte auch vor dem monarchischen Regierungsstil nicht halt. Stattdessen forderte er grundlegende Reformen in der Struktur des Staates, um einen stabilen Unterbau für die Kriegsanstrengungen zu gewinnen. Dazu zählte insbesondere seine bereits vor Kriegsausbruch einsetzende Kritik am bisherigen absolutistischen Kabinettsystem; stattdessen plädierte er für ein Staatsministerium aus verantwortlichen Ministern, die mit dem Monarchen zusammenarbeiten.

Die Aufforderung, das Außenministerium anzunehmen, um den Frieden zu erreichen, lehnte Stein schroff ab. Dies und seine scharfe Kritik an der bisherigen Politik führten zu seiner Entlassung am 3. Januar 1807 durch Friedrich Wilhelm III.

Die Niederlage von 1806 stürzte den preußischen Staat in eine der schwersten Krisen seiner Geschichte. Im Frieden von Tilsit vom 7. Juli 1807 verlor Preußen alle Territorien westlich der Elbe sowie einen Großteil der in den polnischen Teilungen gewonnenen Gebiete. Damit büßte der Staat etwa die Hälfte seiner Einwohner ein. Dem Königreich wurden hohe Kontributionen auferlegt. Außerdem durfte Preußen nur noch eine Armee von 40.000 Mann unterhalten und musste die französische Besatzung in wichtigen Festungen dulden. Insgesamt 150.000 fremde Soldaten standen im Land und mussten von Preußen unterhalten werden.

Stein zog sich nach der Entlassung auf seine Besitzungen in Nassau zurück. Noch im Jahr 1807 verfasste er die Nassauer Denkschrift als Reformprogramm für den preußischen Staat, wobei dessen Verwaltung im Zentrum stand. Dazu gehörte die Forderung nach Selbstverwaltung für Provinzen, Kreise und Gemeinden. Dabei griff Stein weniger auf die damals moderne Staats- und Verfassungstheorie, sondern auf das Vorbild der älteren ständischen Verfassung zurück, wie er sie in Westfalen kennengelernt hatte. Für Stein spielten in dieser Frage nicht nur funktionelle Erwägungen, sondern in erster Linie politisch-pädagogische Ziele eine Rolle. In der Denkschrift formulierte er als Reformziel: „Belebung des Gemeingeistes und des Bürgersinns, die Benutzung der schlafenden und falsch geleiteten Kräfte und zerstreut liegenden Kenntnisse, der Einklang zwischen dem Geist der Nation, ihren Ansichten und Bedürfnissen und denen der Staatsbehörden, die Wiederbelebung der Gefühle für Vaterland, Selbständigkeit und Nationalehre.“ Diese Schrift war, ebenso wie die von einem Kreis um Karl August von Hardenberg erarbeitete Rigaer Denkschrift aus demselben Jahr, eine Basis für die preußischen Reformen.

In Steins Denkschrift und der von ihm vertretenen Politik spielten immer der Rückbezug auf die altständischen Zustände und ganz allgemein auf die Einrichtungen des alten Reiches eine Rolle. Stein stand den zentralen Behörden und der Bürokratie insgesamt skeptisch gegenüber. Stattdessen setzte er auf Dezentralisation und kollegiale Führung.

Nicht zuletzt auf Drängen Napoleons, der in Stein fälschlich einen Unterstützer Frankreichs sah, und der Reformpartei um Hardenberg wurde Stein am 10. Juli 1807 zum Staatsminister berufen. Die Annahme machte Stein von einigen Vorbedingungen abhängig. Dazu gehörte das Ende des Kabinettssystems. Stattdessen sollten die Minister unmittelbares Vortragsrecht beim König erhalten. Nachdem die Erfüllung dieser zentralen Forderung zugesagt worden war, trat Stein das Amt an. Direkt zuständig war er für die Zivilverwaltung, über die anderen Ressorts übte er Kontrollfunktionen aus. In den nächsten vierzehn Monaten wurden die wichtigsten Reformgesetze erlassen oder vorbereitet. Steins persönlicher Anteil an den einzelnen Reformen war dabei unterschiedlich. Mit Detailfragen beschäftigte er sich kaum, viele Gesetze wurden im Kern von Mitarbeitern wie Theodor von Schön oder Ludwig von Vincke entworfen. Aber Stein war verantwortlich für ihre Durchsetzung gegenüber dem König und verschiedenen widerstrebenden gesellschaftlichen Kräften.

Einige der Reformideen kamen von Mitarbeitern, so das Oktoberedikt zur Bauernbefreiung, das eines der zentralen Reformgesetze war; es wurde nur fünf Tage nach der Ernennung Steins unterzeichnet und beruhte auf einem Entwurf Theodor von Schöns. Mit ihm wurden die Leibeigenschaft und Erbuntertänigkeit aufgehoben sowie die Freiheit der Berufswahl eingeführt. Besonders deutlich war Steins Handschrift hingegen in der neuen Städteordnung vom 19. November 1808. Deren Grundkonzeption stammte von seinem Mitarbeiter Johann Gottfried Frey. Die dort stark ausgeprägte Selbstverwaltungsidee nach dem Subsidiaritätsprinzip spiegelte Steins aus altständischen Wurzeln stammende Ablehnung des zentralisierten und bürokratischen Staates wider. Gescheitert war er mit dem Versuch, die Selbstverwaltung auch auf das platte Land auszudehnen.

Im Bereich der staatlichen Verwaltung ließ Stein das bisherige Generaldirektorium auflösen. Am 24. November 1808 trat an dessen Stelle ein Staatsministerium mit fünf Fachministern für Inneres, Finanzen, Auswärtiges, Krieg und Justiz. Außerdem wurden zahlreiche, oft auch gegeneinander arbeitende Sonder- und Nebenbehörden aufgelöst. Im Bereich der Zentralverwaltung orientierte sich Stein an der französischen Verfassung von 1791. Als beratendes Gremium war zusätzlich ein Staatsrat vorgesehen. Für die Ebene unterhalb der Berliner Zentrale konzipierte Stein die Oberpräsidenten und die Regierungspräsidien, welche die Kriegs- und Domänenkammern ersetzten.

Diese Politik wurde vollzogen vor dem Hintergrund einer schwerwiegenden Finanzkrise, hervorgerufen von den Forderungen Napoleons. Dies zwang Stein zu einer radikalen Sparpolitik. Außerdem wurde staatlicher Besitz verpfändet, hinzu kamen Bürgschaften.

Nach dem erzwungenen Ausscheiden Steins konnte Hardenberg, nach einer kurzen Zwischenphase unter Karl vom Stein zum Altenstein, einen laufenden Reformprozess übernehmen. Hardenberg orientierte sich, im Gegensatz zum ständisch denkenden Stein, an modernen Vorbildern. Allerdings gelang es ihm wegen der wachsenden restaurativen Tendenzen nicht mehr, eine Nationalrepräsentation umzusetzen.

Anfangs setzte Stein auf eine Erfüllungs- und Koexistenzpolitik gegenüber Napoleon. Insbesondere die Verhandlungen über die Höhe der Kriegskontributionen und die immer wieder von französischer Seite vorgebrachten neuen Forderungen ließen bei ihm im Laufe seiner Amtszeit den Gedanken an Widerstand wachsen. Dazu trug auch der beginnende Aufstand gegen Napoleon in Spanien bei. Stein setzte auf einen allgemeinen Volksaufstand im nördlichen Deutschland und ein Bündnis mit Österreich. Wie für August Neidhardt von Gneisenau und Gerhard von Scharnhorst war auch für ihn das Hauptziel der Politik Preußens, sich auf einen künftigen Krieg vorzubereiten. Die oppositionelle Haltung Steins gegenüber den Besatzern kam in einem abgefangenen Brief zum Ausdruck, der in der französischen Regierungszeitung „Le Moniteur“ abgedruckt wurde. Napoleon nutzte den Brief dazu, Preußen unter Druck zu setzen und zur Annahme der Kriegskontributionen zu zwingen.  Von Spanien aus gab Napoleon selbst einen Heeresbefehl, in dem er Stein zu einem Feind Frankreichs erklärte. Napoleon befahl, die Besitzungen Steins zu beschlagnahmen und Stein erschießen zu lassen. Friedrich Wilhelm III., der keinen Bruch mit Frankreich riskieren wollte, entließ Stein am 24. November 1808 mit Dank für die geleisteten Dienste und der Fortzahlung seines Ministergehalts für ein Jahr. Im Geschichtsbuch der DDR wird die Rolle der Junker im Zusammenhang mit Steins Entlassung als Minister benannt. Auf Wikipedia wird das ausgeblendet.

Noch am Tag der offiziellen Entlassung übersandte Stein den Mitgliedern des Königshauses sowie des Staatsrates eine im Wesentlichen durch von Schön verfasste Schrift, die später unter dem Namen „politisches Testament“ bekannt wurde. Sie zog einerseits ein Resümee der bisherigen Reformpolitik und sprach andererseits die nach Steins Meinung nötigen weiteren Veränderungen an. Zu letzteren gehörte etwa die Gemeinheitsteilung und die Aufhebung der Fronarbeit, die Einführung einer Staatsrepräsentation, aber auch die Erziehung der Jugend zu Religion und Vaterlandsliebe sowie eine Stärkung des Adels.

Die Entlassung markierte trotz der Reformen aber auch das politische Scheitern Steins als leitender Minister. Dabei war die Zerstörung seiner Machtbasis vielfach auf ihn selbst zurückzuführen: So hatte er sich in vielen Bereichen gleichzeitig Gegner gemacht, deren Stärke er unterschätzte. Dazu gehörte insbesondere die Widerstandsfähigkeit von Adel und Krone. Beim König spielte auch der Unwillen über die Selbstherrlichkeit Steins eine Rolle. Nicht zuletzt die Schroffheit seines Wesens und die Eruptivität(feinerer Ausdruck für Wutausbrüche) seines Temperaments verringerten zunehmend seinen Einfluss. Dies waren auch zentrale Gründe, weshalb er später keine wirkliche Führungsrolle mehr einnehmen konnte.

Nachdem Stein vom Befehl Napoleons erfahren hatte, flüchtete er nach Böhmen und hielt sich in Brünn, Troppau und Prag auf. In der habsburgischen Monarchie lebte Stein mehr als drei Jahre. In dieser Zeit hoffte er vergeblich auf einen Aufstand vor allem in den napoleonischen Staaten Königreich Westphalen und Großherzogtum Berg. Mit großer Sympathie beobachtete er den Aufstand der Tiroler um Andreas Hofer.

Tiroler_Landsturm_1809

Tiroler Landsturm 1809

Bildquelle: Von Joseph Anton Koch – http://www.zeno.org/Kunstwerke/B/Koch,+Joseph+Anton%3A+Der+Tiroler+Landsturm+im+Jahre+1809, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2992592

 

Im Exil entwarf er verschiedene Verfassungskonzepte für eine deutsche Verfassung; dabei spielte auch die Wiederherstellung des alten Reiches eine Rolle. Scharfe Kritik übte er an der Willfährigkeit der Rheinbundfürsten gegenüber den Franzosen. Mehrfach versuchte Stein eine Begnadigung oder Milderung von Napoleon zu erreichen. Noch im Jahr 1811 sah dieser in Stein, teilweise zu Recht, den Kopf eines möglichen Widerstands in den deutschen Staaten, verzichtete aber darauf, Österreich auf eine Auslieferung zu drängen. Die Ächtung Steins entgegen allen zwischenstaatlichen Gepflogenheiten hatte ihr Ziel letztlich nicht erreicht, da dieser zu einem Symbol und einer führenden Persönlichkeit des antinapoleonischen Widerstandes geworden war.

In Erwartung des drohenden Kriegs mit Frankreich begann Zar Alexander I., Gegner Napoleons an seinen Hof zu ziehen. Zu diesen gehörte auch Stein, der zu einem Berater des Zaren wurde, ohne jedoch in ein offizielles Dienstverhältnis zu treten. Er begann nunmehr offensiv für den antinapoleonischen Widerstand zu werben. So schlug er zur Koordination und Vorbereitung eines Volksaufstandes ein „Deutsches Komitee“ vor.

Nach dem Rückzug der Großen Armee zog Stein mit dem Hauptquartier des Zaren in Richtung der preußischen Grenze. Auf ostpreußischem Gebiet ließ Stein im Auftrag des Zaren sofort Landwehreinheiten bilden, obwohl Preußen noch immer mit Frankreich verbündet war. Auch die Landstände ließ er einberufen. Nachdem der preußische General Ludwig Yorck von Wartenburg in der Konvention von Tauroggen zu den alliierten Gegnern Napoleons übergewechselt war, drängte Stein den noch immer zaudernden Friedrich Wilhelm III. zum Seitenwechsel. Im März 1813 schloss dieser dann, vermittelt durch Stein, im Vertrag von Kalisch ein Bündnis mit Russland und der Befreiungskrieg wurde proklamiert. In dieser Zeit präzisierte Stein seine Verfassungsvorstellungen vom vorangegangenen Jahr. Danach sollten nicht nur der Rheinbund zerschlagen, sondern auch die Souveränitätsrechte der übrigen Staaten, wie die Entscheidung über Krieg und Frieden, zu Gunsten eines deutschen Kaisers und eines Reichstages begrenzt werden. Eine starke zentrale Exekutivgewalt sollte hinzu treten. Um das Übergewicht Österreichs nicht zu groß werden zu lassen, forderte Stein auch eine Stärkung Preußens.

Stein hatte die Einrichtung einer alliierten Zentralverwaltungsbehörde als Besatzungsbehörde und als Beschaffungsstelle für Geld, Waffen und Soldaten vorgeschlagen. Dahinter steckte vor allem die Absicht, eine Basis für die Wiederherstellung eines deutschen Reiches zu errichten. Diesem Konzept folgten die Regierungen Preußens und Russlands nicht. Die Aufgaben blieben rein administrativer Natur. Stein wurde Chef dieser Behörde. Dies brachte ihm den spöttischen Beinamen „Kaiser von Deutschland“ ein. Zu den zu verwaltenden Gebieten gehörten neben Teilen der ehemaligen napoleonischen Modellstaaten wie Westphalen, Berg und Frankfurt auch das Königreich Sachsen, dessen König Friedrich August I. wegen seiner Treue zu Napoleon verhaftet worden war. Vergeblich plädierte Stein dafür, die süddeutschen Rheinbundstaaten zu besetzen. Der Verwaltungsrat wurde am 21. Oktober 1813 faktisch aufgelöst. An seine Stelle trat das Departement Central d’Administration, das auch für die linksrheinischen Gebiete und die von den Koalitionstruppen besetzten französischen Gebiete zuständig wurde. Stein hatte auch darin die Leitung inne. Er erhielt seine Weisungen von einem Diplomatenrat der Alliierten.

Während des Krieges und nach dem Sieg der Alliierten legte Stein zahlreiche Vorstellungen zur Neuordnung Deutschlands und Europas vor. Sowohl seine Kritik am russischen Plan, in Polen einen abhängigen Staat (Kongresspolen) zu errichten, wie seine Forderung nach einer Verschiebung der französischen Grenze nach Westen wurden abgelehnt. Steins Entwürfe für die Gestaltung Deutschlands waren von idealisierten Vorstellungen vom deutschen Kaisertum im Mittelalter bestimmt. Er plädierte für die Erneuerung des Kaisertums. Freilich wollte er kein Zurück zum Zustand des Reiches im 18. Jahrhundert, sondern schlug einen preußisch-österreichisch dominierten Föderationsstaat vor. Insgesamt fanden Steins Vorstellungen bei den maßgeblichen Fürsten und Politikern keinen Rückhalt. Zwar war er russischer Gesandter auf dem Wiener Kongress, doch blieb sein Einfluss gering. Zudem waren seine Positionen widersprüchlich. Als ehemaliger Reichsunmittelbarer unterstützte er die Forderung der mediatisierten Reichsstände nach Restauration ihrer Stellungen, andererseits sprach er sich für eine starke Kompetenz des Deutschen Bundes und die Einschränkung der Souveränität der Einzelstaaten aus. Ohne Erfolg reiste Stein noch vor Verabschiedung der Bundesakte ab.

Stein beteiligte sich an der Ausarbeitung einer Verfassung für Nassau.  Dadurch war das Land 1814 Vorreiter im deutschen Bund.

Die Position eines Bundestagsgesandten, die ihm sowohl von Österreich wie auch von Preußen angetragen wurde, lehnte Stein ab. Er war aber durch eine umfangreiche Korrespondenz, die Besuche zahlreicher Gäste auf Cappenberg und seine Lektüre über das Zeitgeschehen gut informiert.

Stein unterstützte als reichsritterlicher Reichspatriot die nationale Bewegung. In einem Brief an Ernst von Münster schrieb er „Es tut mir leid, daß Euer Exzellenz in mir den Preußen vermuten … Ich habe nur ein Vaterland, das heißt Deutschland, und da ich nach alter Verfassung nur ihm und keinem besonderen Teil desselben angehörte, so bin ich auch nur ihm und nicht einem Teil desselben von ganzer Seele ergeben.“ Darüber hinaus kritisierte er die Karlsbader Beschlüsse und die Demagogenverfolgung und begrüßte den Übergang der süddeutschen Staaten zum Konstitutionalismus. Die Zentraluntersuchungsbehörde verdächtigte ihn daher, die oppositionelle Bewegung im Deutschen Bund zu schützen und zu fördern. Er unterstützte teilweise mit erheblichen Geldbeträgen die Freiheitsbewegung in Griechenland und stand vergleichbaren nationalen Bewegungen, etwa in Polen oder in Süd- und Mittelamerika, positiv gegenüber. Allerdings lehnte Stein die frühliberale Bewegung und die Bildung von politischen Parteien ab, da sie nicht seinen altständischen Grundsätzen entsprachen. Scharf kritisierte er die belgische Revolution, da er in dem neuen Staat eine „Pöbelherrschaft“ befürchtete.

Wie sehr Steins politische ständische Ziele von denen der Liberalen entfernt waren, zeigte sich im Vorfeld der Einrichtung der Provinziallandtage. Er beteiligte sich an Diskussionen und Forderungen des westfälischen Adels. An einer Petition im Jahr 1818 war er maßgeblich beteiligt. Zwar sollten die Bauern nicht von den Gremien ausgeschlossen werden, aber Stein verlangte, dass ihre Deputierten aus der Bauernschaft selbst und nicht aus den ländlichen Unterschichten oder aus der Schicht der Intellektuellen kommen sollten. Darüber hinaus kämpfte er für besondere Adelsrechte, wie eine erbliche Mitgliedschaft in den Landtagen, einen Vorzug bei der öffentlichen Stellenbesetzung, einen privilegierten Gerichtsstand und Ähnliches. Diese Vorstellungen gingen zumindest teilweise in die Organisation der Provinzialstände ein. Für die Provinz Westfalen wurde die Provinzialordnung per Gesetz am 27. März 1824 erlassen. Der Provinziallandtag war in vier Stände eingeteilt. Stein gehörte als Standesherr automatisch zur Mitgliedschaft und bildete zusammen mit zehn weiteren Personen den ersten Stand. Hinzu kamen die Stände der Besitzer landtagsfähiger Rittergüter, der Städte und der Landgemeinden.

Der erste westfälische Provinziallandtag trat am 29. Oktober 1826 in Münster zusammen und tagte etwa zwei Monate. Stein wurde zum Landtagsmarschall und damit zum Vorsitzenden ernannt. In seiner Eröffnungsrede begrüßte er die Wiedereinführung der ständischen Verfassung und grenzte diese von der „alles umformenden Verfassung“ zur Zeit der französischen Vorherrschaft ab. Auch die folgenden Tagungen der Versammlung standen unter seinem Vorsitz.

Auf dem ersten Provinziallandtag kam es zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen den Adelsvertretern mit Stein an der Spitze auf der einen Seite und den Abgeordneten der Städte und Landgemeinden auf der anderen Seite.

Auch in zahlreichen anderen Punkten, etwa der Erfassung der adeligen Besitzer durch staatliche Kataster als Basis einer Grundsteuer, oder in der Frage, ob Landbesitz frei verkäuflich sein sollte, zeigte er sich als Gegner wirtschaftsliberaler Reformen und Verteidiger adelig-ständischer Vorherrschaft.

Zur Judenemanzipation wiederum, die er im Zuge der Städteordnung von 1808 auf den Weg gebracht hatte, verhielt er sich ablehnend und dachte 1816 an eine Ausweisung der Juden an „die Nordküste Afrikas“. Er beschwor antijüdische Klischees in Form angeblicher, von Juden ausgehender Gefahren, warnte davor, dass die aus der Leibeigenschaft befreiten Bauern in die Hörigkeit an die Juden und an die Wucherer“ geraten würden, sprach von der Verderblichkeit der jüdischen Horde“ und unterstellte jüdischen Bankiers 1823 einen „Mangel an Ehrgefühl“ und „Befriedigung der Habsucht“.

Wie weit er sich von seinen Positionen der Reformzeit entfernt hatte, wurde nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Revision der Städteordnung von 1808 deutlich. Während er den Entwurf einer solchen Ordnung 1831 positiv bewertete, lehnten ihn die Vertreter der Städte wegen der vorgesehenen stärkeren staatlichen Kontrolle und Einschränkung der Selbstverwaltung ab. Allerdings hielt Stein an seinen Vorstellungen eines gesamtstaatlichen Konstitutionalismus fest, wie sich während des Provinziallandtages von 1830/31 zeigte. Dabei gingen die Vorstellungen insbesondere des Bürgertums inzwischen deutlich weiter als die Steins. Während das Bürgertum unter Eindruck der revolutionären Ereignisse von 1830 einen direkten Antrag auf die Einberufung eines gesamtstaatlichen Parlaments forderte, hielt Stein diese offene Kampfansage für ungebührlich. Ihm gelang es nur mit Mühe, einen Kompromiss durchzusetzen und die Forderungen an den Prinzen Wilhelm zu richten.

In seinen letzten Lebensjahren litt Stein unter einem Lungenleiden und Herzkrankheiten.

Begraben liegt Stein in der Familiengruft in Frücht bei Bad Ems, die er von dem Kölner Bildhauer Peter Joseph Imhoff bauen ließ. Seine älteste Tochter, Gräfin Giech, veranlasste nach künstlerischer Beratung durch Sulpiz Boisserée 1836–1843 den Bau einer neugotischen Kapelle darüber, die der Münchner Architekt Joseph Daniel Ohlmüller entwarf. Das Marmorrelief auf Steins Grabdenkmal schuf 1837–1840 Ludwig Schwanthaler.

 

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet und gekürzt von Petra Reichel

 

Ehrungen und Denkmäler

Liste der Ehrungen und Denkmäler, siehe Wikipedia

Freiherr vom Stein Denkmäler

 

Siehe auch

Berufungen und Ehrungen