Die Revolution von 1848

Übersicht

 

 

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Die historische Hauptaufgabe der Revolution von 1848/49

 

 

Die Entwicklung der Arbeiterbewegung während der Revolution von 1848

Die Ergebnisse und Lehren der Revolution von 1848/49 in Deutschland

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Ergebnisse und Lehren der Revolution von 1848/49 in Deutschland

Die Ergebnisse der Revolution

 

Im Unterschied zur siegreichen bürgerlichen Revolution in Frankreich am Ende des 18. Jahrhunderts löste die Revolution von 1848/49 in Deutschland keine ihrer historischen Aufgaben. Die Hauptaufgabe der Revolution, durch die völlige politische und ökonomische Entmachtung des Feudaladels einen einheitlichen Nationalstaat zu schaffen, wurde nicht erfüllt. Die französische bürgerliche Revolution von 1789 bis 1795 hatte die Monarchie gestürzt, die Republik geschaffen und den Feudalismus restlos besiegt. In Deutschland endete die Revolution damit, dass Fürsten und Adel ihre politische Macht wiederherstellen konnten. Damit blieb die nationale Zersplitterung als Hemmnis der kapitalistischen Entwicklung bestehen. Die Reaktion beseitigte nach ihrem Sieg die Rechte und Freiheiten, die sich die Volksmassen im März 1848 erobert hatten. Der Weg für eine ungehinderte Fortentwicklung der bürgerlichen deutschen Nation konnte nicht geebnet werden.

Obwohl die Revolution ihre Hauptaufgabe nicht gelöst hatte, war sie nicht ergebnislos. Aus Furcht vor neuen revolutionären Erhebungen mussten die feudalen Kräfte einige Zugeständnisse machen.

Mit einem Gesetz beseitigte die preußische Regierung 1850 noch bestehende feudale Fesseln der Landbevölkerung. Für die Abschaffung der Dienste und Abgaben mussten die Bauern jedoch hohe Geldsummen an die Junker zahlen.

Ein weiteres Zugeständnis war auch die Beibehaltung der 1848 eingeführten Verfassung in Preußen. Sie konnte zwar zu keinem wirksamen Mittel der Bourgeoisie werden, die junkerliche Regierungspolitik zu beeinflussen. Aber eine Rückkehr zum offenen Feudalabsolutismus, wie er vor der Revolution bestanden hatte, war nicht mehr möglich.

Die feudale Reaktion bereitete der vollen Durchsetzung der kapitalistischen Produktionsweise noch große Schwierigkeiten. Aber den Sieg des Kapitalismus und der bürgerlichen Gesellschaftsordnung konnte sie nicht verhindern.

 

Die wesentlichen Ursachen für die Niederlage der Revolution

 

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Es war für die bürgerlich-demokratische Revolution in Deutschland schwieriger als für die französische bürgerliche Revolution von 1789 bis 1795, den Sieg über Fürsten und Adel zu erringen. Frankreich bildete damals bereits einen einheitlichen Staat. In Deutschland dagegen fand die Revolution unter den Bedingungen der Kleinstaaterei statt. Die revolutionären Volksmassen brachten sich in Frankreich nur mit einem König und einer Regierung auseinanderzusetzen. Die deutsche Revolution hatte es mit den Regierungen von 38 Staaten zu tun.

Schuld an der Niederlage der Revolution trug die Bourgeoisie. Statt in ihrer eigenen Revolution die Massen zu führen, wie es ihre Aufgabe war, verriet sie den revolutionären Kampf. Die Angst vor der Arbeiterklasse und den demokratischen Kräften trieb sie zum Bündnis mit den Junkern und Fürsten gegen das Volk. Diese verräterische Politik kostete sie die Errungenschaften, die ihr die Volksmassen am Beginn der Revolution erkämpft hatten. Als die Bourgeoisie im Kampf gegen die Weiterführung der Revolution ihre Schuldigkeit getan hatte, gab ihr die feudale Reaktion den verdienten Fußtritt. So verlor die Bourgeoisie ihre politischen Rechte.

Aus dem demokratischen Kleinbürgertum waren viele verdiente Revolutionäre gekommen. Aber als politisch wenig einheitliche und ökonomisch schwache Klasse war das deutsche Kleinbürgertum nicht in der Lage, selbstständig die Revolution zu Ende zu führen. In entscheidenden Augenblicken schwankten die kleinbürgerlichen Führer und zögerten, zusammen mit den Arbeitern die Feinde der Revolution gemeinsam zu bekämpfen.

Die junge deutsche Arbeiterklasse war 1848 noch zu gering an Zahl und zu wenig organisiert. Deshalb konnte sich noch nicht die Führung in der Revolution übernehmen. Aber die Arbeiterklasse brachte in allen Kämpfen die meisten Opfer. Von allen Klassen hatte sich das Proletariat am mutigsten und revolutionärsten gezeigt. Es war am konsequentesten für die Weiterführung der Revolution eingetreten. Das entschiedenste Programm der Revolution wurde von der Vorhut der deutschen Arbeiterklasse, vom Bund der Kommunisten, unter Leitung von Karl Marx und Friedrich Engels, ausgearbeitet. Die Masse der Arbeiterorganisationen stand jedoch noch unter kleinbürgerlichem Einfluss und beschränkte sich auf ökonomische Ziele.

 

 

Die historische Bedeutung der Revolution und ihre Lehren

 

Im 19. Jahrhundert war die Revolution von 1848/49 das größte politische Ereignis in der deutschen Geschichte. Die Volksmassen ganz Deutschlands erhoben sich, um eine bessere Zukunft zu erkämpfen. Sie wollten durch ihre Kraft einen einheitlichen demokratischen Staat schaffen, der ihre Interessen erfüllt.

In der Revolution erwies sich die Unfähigkeit der Bourgeoisie, die Belange der deutschen Nation zu vertreten. Kurzsichtig verfocht sie nur ihre egoistischen Klassenziele. Das veranlasste sie zum Zusammengehen mit den feudalreaktionären Kräften. Die Bourgeoisie zog keine Lehren aus dem Verlauf der Revolution. Es war fernerhin ihre Politik, eher das Bündnis mit den herrschenden feudalen Kräften als mit dem Volk anzustreben.

Karl Marx und Friedrich Engels zogen aus den vielfältigen Erfahrungen der europäischen Revolution von 1848/49 wichtige Lehren für die Weiterentwicklung des wissenschaftlichen Kommunismus. In verschiedenen Werken stellten sie besonders die neuen Erkenntnisse über den bürgerlichen Staat und seine Rolle als Instrument der herrschenden Klasse in der kapitalistischen Gesellschaftsordnung dar. Mit der Feststellung, das die politische Machtergreifung des Proletariats die Zerstörung des alten Staatsapparates der Ausbeuterklassen erfordert, entwickelte Karl Marx die Ideen des Kommunistischen Manifests weiter. Marx und Engels formulierten in ihren Werken auch bereits Grundgedanken über das notwendige Bündnis der Arbeiterklasse mit der Bauernschaft. Sie legten dar, dass die Bauern nur in der Arbeiterklasse ihren natürlichen Verbündeten und Führer finden.

Während der Revolution sammelten die Arbeiter wertvolle Kampferfahrungen.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

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Die Entwicklung der Arbeiterbewegung während der Revolution von 1848

In den bisherigen Kämpfen hatte sich erwiesen, dass die Bourgeoisie die Revolution ständig verriet und kleinbürgerliche Kräfte nicht den Mut und die Fähigkeit besaßen, die revolutionären Kräfte erfolgreich zu führen.

Das Proletariat(Arbeiter), das in allen Massenkämpfen in vorderster Reihe stand, begann sich im Verlaufe der Revolution seiner Rolle bewusst zu werden. Die Arbeiter gingen dazu über, sich selbstständige Organisationen zu schaffen, wie eine Vielzahl von örtlichen Arbeitervereinen. Diese Bewegung führte schon zu einem Zusammenschluss verschiedener Arbeiterorganisationen. 1848/49 entstanden erstmals nationale gewerkschaftliche Organisationen. Bei der Gründung und Entwicklung einer Reihe von lokalen Arbeiterorganisationen spielten die Mitglieder des Bundes der Kommunisten eine hervorragende Rolle.

Karl Marx und Friedrich Engels versuchten, Anfang 1849 der Arbeiterklasse eine Gesamtnationale Führung in Form einer revolutionären Massenpartei zu schaffen. Auf Kongressen verschiedener Landesteile- Süddeutschland, Norddeutschland, Thüringen, Württemberg, Bayern – traten die Arbeiter für die Gründung eines allgemeinen deutschen Arbeiterbundes ein, wie es in einer Resolution hieß. Die Kommunisten, vor allem Marx und Engels mit der „Neuen Rheinischen Zeitung“ unterstützen die Bestrebungen.

Die Siege der Konterrevolution erschwerten jedoch diese Bemühungen und machten sie schließlich zunichte. Der für Juni 1849 geplante Kongress aller Arbeiterorganisationen konnte nicht mehr stattfinden.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

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Die Revolution von 1848, Teil 5

Die Reichsverfassungskämpfe 1849

 

Die Ursachen für die Reichsverfassungskämpfe

 

Die von den Abgeordneten der Paulskirche ausgearbeitete Reichsverfassung war die erste bürgerliche Verfassung Deutschlands. Ihre Verwirklichung wäre ein bedeutender Fortschritt gegenüber den Zuständen vor der Revolution gewesen. Die Bourgeoisie hoffte, dass der preußische König die Verfassung annehmen und helfen werde, sie in ganz Deutschland einzuführen. Die Abgeordneten des Frankfurter Parlaments hatten deshalb den preußischen König zum deutschen Kaiser gewählt. Aber er wies die Krone zurück. Gleichzeitig lehnte er die Reichsverfassung ab und versprach allen Fürsten, die sie gleichfalls ablehnten, militärische Hilfe gegen das Volk. Die Haltung des preußischen Königs machte die Bourgeoise ratlos.

Anfang Mai 1849 erhoben sich in Dresden, im Rheinland, in Baden und in der Pfalz Arbeiter, Handwerksgesellen, Studenten und fortschrittliche Kleinbürger. Es ging ihnen nicht nur um die Einführung der Reichsverfassung. Sie wollten im revolutionären Kampf die Fürsten endgültig besiegen.

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Die Kämpfe in Baden und in der Pfalz

 

Besondere Bedeutung erhielten die Kämpfe in Baden und in der Pfalz. Fast die gesamte badische Armee lief zu den Revolutionären über. Der Großherzog von Baden, seine Minister und reaktionären Offiziere flüchteten aus dem Land. Eine demokratische Regierung übernahm die Verwaltung. Die Volksbewaffnung wurde eingeführt, die Offiziere wurden von den Soldaten gewählt. Aus den Volkswehren, aus den Freiwilligen und aus den zum Volk übergelaufenen badischen und pfälzischen Soldaten entstand eine Revolutionsarmee. Aus ganz Deutschland, Polen, Ungarn, Frankreich und der Schweiz eilten Revolutionäre herbei, um den badischen Aufständischen zu helfen.

Die Lage der Aufständischen war jedoch von Anfang an nicht sehr günstig. Die kleinbürgerlichen Führer der Erhebung unterließen vieles, was zum endgültigen Sieg des Aufstandes notwendig gewesen wäre. So versäumten sie, die revolutionäre Bewegung über Baden und die Pfalz hinaus in die benachbarten deutschen Länder zu tragen.

Es folgte die Auseinandersetzung mit den konterrevolutionären Truppen aus Preußen, die mit Übermacht in die Pfalz und nach Baden einfielen. Den preußischen Konterrevolutionären war es gelungen die revolutionäre Bewegung im Rheinland rasch niederzuschlagen. Die „Neue Rheinische Zeitung“ musste ihr Erscheinen einstellen. Friedrich Engels hatte sich unverzüglich ins süddeutsche Aufstandsgebiet begeben, während Karl Marx nach Paris eilte, um Hilfe zu organisieren.

Vor den Mauern der Festung Raststatt kam es zum letzten großen Kampf. Die Schlacht dauerte zwei Tage. Da umgingen preußische Truppen die Stellungen der Revolutionäre und fielen ihnen in den Rücken. Den Teil der Revolutionsarmee, in dem auch Engels kämpfte, konnte sich in die Schweiz zurückziehen. Der Rest wurde in der Festung Rastatt eingeschlossen. Als nach drei Wochen Munition und Lebensmittel aufgebraucht waren, musste sich die Festung am 23. Juli 1849 ergeben.

Die preußische Reaktion übte an den Wehrlosen grausame Rache. 28. Revolutionäre wurden zum Tode verurteilt. Viele andere wurden in den Festungskellern eingekerkert. Hunger und Krankheit wüteten unter den Gefangenen.

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Gefangene Revolutionäre in den Kasematten von Rastatt.(Zeitgenössische Darstellung)

 

Als die preußische Armee in Südwestdeutschland einfiel, hatten sich die Abgeordneten der deutschen Nationalversammlung von Frankfurt am Main nach Stuttgart zurückgezogen. Dort wurden sie vom Militär auseinandergetrieben.

In zahlreichen Kämpfen hatten die Volksmassen versucht, die Konterrevolution zurückzuschlagen. Zahlenmäßig schwächer sowie ungenügend organisiert und geführt, mussten Aufständischen der Übermacht des preußischen Militärs unterliegen. Mit dem Fall der Festung Rastatt fand die bürgerlich-demokratische Revolution 1848/49 ihr Ende.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel.

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Die Revolution von 1848, Teil 4

Der Vormarsch der Konterrevolution

 

Die Niederschlagung des Pariser Juniaufstandes

 

Der Verlauf der Revolution in ganz Europa wurde von den Vorgängen in Frankreich entscheidend bestimmt. Hier trieb die Bourgeoise mit den Arbeitern ein hinterlistiges Spiel. Dabei ist die Bourgeoise durch den Kampf der Arbeiter an die Macht gekommen. Sie ging zunächst zum Schein auf die Forderungen der Arbeiter nach gesicherten Arbeitsplätzen ein. In Paris wurden die über 100 000 Arbeitslosen vorwiegend mit Erdarbeiten beschäftigt. Dann schuf sich die Regierung eine aus Strolchen zusammengesetzte Polizeitruppe, welche ihren Interessen diente. Nun fühlte sich die Bourgeoise stark genug, um die Ausgaben für die Arbeiter loszuwerden. Die Erdarbeiten wurden beendet und die Arbeiter ohne jede Unterstützung auf die Straße gesetzt.

Auf diese Herausforderung antworteten 40 000 Pariser Arbeiter am 23. Juni 1848 mit dem bewaffneten Aufstand. Drei Tage lang tobte in den Arbeitervierteln der französischen Hauptstadt eine erbitterte Schlacht. Ohne Führung und ungenügend bewaffnet unterlagen sie der 150 000 Mann starken bewaffneten Macht der Bourgeoisie. Die Konterrevolution richtete unter den Aufständischen ein furchtbares Blutbad an. Nur 500 Arbeiter waren im Kampf gefallen. 10 000 wurden nach dem Sieg der Bourgeoisie ermordet und 3 500 verbannt.

Der Pariser Juniaufstand war die erste große bewaffnete Klassenschlacht zwischen Arbeitern und der Bourgeoisie. Die Niederlage der Arbeiter gab in ganz Europa den Feinden der Revolution Auftrieb. Adel und Fürsten schöpften wieder Hoffnung und trafen Vorbereitungen, um ihre Macht zurückzugewinnen.

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Die Niederschlagung der nationalen Befreiungskämpfe der Polen, Tschechen, Italiener und Ungarn

 

Schon vor der Pariser Junischlacht, im April und Mai 1848, war der Aufstand in Polen blutig niedergeschlagen worden. Dies war das Werk der bürgerlichen Regierung Camphausen/Hansemann in Preußen. Diese hatte die königlich-preußischen Truppen rücksichtslos gegen die Befreiungskämpfer eingesetzt.

Mitte Juni 1848 warfen die Soldaten des österreichischen Kaisers eine Erhebung der tschechischen Arbeiter und Studenten in Prag nieder, indem sie die Stadt mit Artillerie beschossen.

Auch in Italien ging zur gleichen Zeit die österreichische Armee zum Kampf gegen die Befreiungsarmee über. Nach mehreren Schlachten und Gefechten gelang es ihr, Norditalien wieder für die Habsburger Monarchie zurückzuerobern.

Einen anderen Verlauf nahm die österreichische Offensive gegen die revolutionäre Bewegung der Ungarn. Als die österreichische Armee im September 1848 in Ungarn einfiel, holte sie sich blutige Köpfe und musste nach schweren Niederlagen fast das gesamte Land wieder räumen. Ungarn erklärte sich im April 1849 zur Republik. An der Spitze der revolutionären Regierung stand Lajos Kossuth. Der österreichische Kaiser ersuchte den russischen Zaren um Hilfe und erbat Unterstützung gegen die Revolution in Ungarn. Im Mai 1849 rückte daraufhin eine zaristische Armee von 80 000 Man in Ungarn ein. Zusammen mit den österreichischen Truppen warfen sie die revolutionäre Erhebung nieder. Kossuth musste fliehen. Die Sieger brannten ungarische Dörfer nieder, folterten die Freiheitskämpfer und ermordeten viele von ihnen.

 

Die Niederschlagung des Oktoberaufstandes in Wien

 

Ermutigt durch die Niederschlagung des Pariser Juniaufstandes begann die adlige Konterrevolution ihren Angriff in Wien.

Hier war es am 06. Oktober 1848 zu einem Aufstand der Arbeiter und Studenten gekommen. Sie verhinderten damit, dass weitere österreichische Truppen zum Kampf gegen das revolutionäre Ungarn ziehen konnten. Überall in der Stadt wurden Barrikaden errichtet. Am 23. Oktober war die Stadt von kaiserlichen Truppen eingeschlossen. Da die in Wien verbliebene Bourgeoise und die Kleinbürger feige oder unentschlossen waren, mussten die Arbeiter und Studenten den Kampf gegen die 100 000 Mann starke konterrevolutionäre Armee alleine führen. Nach einer erbitterten Schlacht, die acht Tage dauerte, erlagen die Arbeiter und Studenten der Übermacht.

 

Der Sieg der Konterrevolution in Preußen im November 1848

 

Die Nachricht vom Fall Wiens ermunterte auch den preußischen König und die Junker, entscheidende Schritte zur Rückgewinnung ihrer politischen Alleinherrschaft zu unternehmen.

Die bürgerliche Regierung war schon früher vom König entlassen worden. Anfang November 1848 berief der König ein Ministerium, das nur aus reaktionären Adligen zusammengesetzt war. Die Konterrevolution ging gleichzeitig gegen die preußische Abgeordnetenversammlung vor, die bisher noch die Rechte des Volkes zu wahren versucht hatte. Der König befahl den Abgeordneten, Berlin zu verlassen. Als ein Teil von ihnen sich weigerte, ließ der König 20 000 Soldaten unter General Wrangel in Berlin einmarschieren und verhängte über die Stadt den Belagerungszustand.

Demokratische Zeitungen und Vereine wurden verboten.

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Die Bourgeoise leistete keinen Widerstand. Sie ließ ihre von der Konterrevolution verfolgten Abgeordneten im Stich. Die Bürgerwehr lieferte ihre Waffen ab und ließ sich auflösen. Allein die Arbeiter wollten kämpfen. Ihr Angebot wurde jedoch von meist kleinbürgerlichen Abgeordneten, die den Mut verloren hatten, nicht angenommen.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

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Die Revolution von 1848, Teil 3

Das revolutionäre Wirken von Marx und Engels

 

Mit dem Ausbruch der deutschen Revolution eilten Marx und Engels aus Paris nach Deutschland zurück, ausgerüstet mit ihrem Programm für den revolutionären Kampf, den 17 „Forderungen der kommunistischen Partei in Deutschland“ Sie nahmen ihren Wohnsitz in Köln.

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Nun verwirklichten Marx und Engels ihren Plan, eine große Zeitung herauszugeben. Das war für sie das wirksamste Mittel, um die Feinde der Revolution, die Fürsten, den Adel und auch schon Teile der Bourgeoisie, zu entlarven und den Arbeitern zu helfen, ihre eigenen Interessen wahrzunehmen. Ab 1. Juni 1848 erschien unter der Chefredaktion von Karl Marx die „Neue Rheinische Zeitung“. Zur Finanzierung der Zeitung opferte Marx sein väterliches Erbteil.

Zu den Redakteuren der „Neuen Rheinischen Zeitung“ zählten neben Wilhelm Wolff auch die deutschen Dichter Georg Weerth und Ferdinand Freiligrath. Beide waren Mitglieder des Bundes der Kommunisten und enge Freunde von Marx und Engels. Weerth, der erste Dichter des Proletariats, verspottete die Feinde der Arbeiter und Demokraten in bissigen Erzählungen. Freiligraths revolutionäre Gedichte rüttelten die Massen auf.

Vom Standpunkt der Arbeiterklasse aus griff die „Neue Rheinische Zeitung“ tatkräftig in die Ereignisse ein. Ihre Hauptangriffe führte sie gegen die noch nicht vernichtete Macht der Fürsten und des Adels. Leidenschaftlich verurteilte sie alle Schritte der Bourgeoise, die sich gegen das Volk richteten. Aber auch die Bundesgenossen der Arbeiter, die demokratischen Kleinbürger, beobachtete die Zeitung und kritisierte deren Mängel und Schwächen. In ihrer Zeitung entwickelten Marx und Engels die Grundsätze einer demokratischen Außenpolitik. Sie gingen davon aus, dass eine Nation nur frei sein kann, wenn sie für die Freiheit der Nachbarvölker eintritt. Deshalb unterstützten sie energisch den Kampf der Polen, Ungarn und Italiener um ihre nationale Unabhängigkeit

Die „Neue Rheinische Zeitung“ trug entscheidend dazu bei, dass sich das junge Proletariat seiner Kraft bewusst wurde und selbständige Arbeiterorganisationen zu bilden begann. Viele Mitglieder des Bundes der Kommunisten waren hervorragend an der Gründung lokaler Arbeiterorganisationen beteiligt. Anfang September 1848 wurde auf Initiative des Schriftsetzers Stephan Born ein Arbeiterkongress in Berlin abgehalten, an dem Delegierte aus Berlin, Hamburg, Leipzig und anderen Städten teilnahmen. Der Kongress beschloss die Bildung einer Arbeiterverbrüderung, welche die schon bestehenden Arbeitervereine zusammenfassen sollte. Allerdings hatte Born nur wirtschaftliche Kampfziele. Die Bestrebungen von Marx und Engels gingen jedoch dahin, eine gesamtnationale, revolutionäre Massenpartei der Arbeiterklasse zu schaffen, die stark und konsequent genug war, um gemeinsam mit den Volksmassen die Ziele der Revolution durchzusetzen.

Die „Neue Rheinische Zeitung“ war die mutigste und berühmteste Zeitung der deutschen Revolution. Ihre Artikel wurden von vielen anderen demokratischen blättern nachgedruckt. Sie half den Arbeitern und Demokraten, Freund und Feind zu unterscheiden und die Aufgaben der Revolution zu erkennen.

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

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Die Revolution von 1848, Teil 2

Der Kampf um die Weiterführung der Revolution

 

Unter den Werktätigen(arbeitenden Menschen) in ganz Deutschland herrschte großer Jubel über den Sieg in den Märzkämpfen. Nach wenigen Wochen erkannten Viele, dass die ersten Erfolge nur der Beginn der Revolution sein konnten.

 

  • Allgemeines und direktes Wahlrecht
  • Volksbewaffnung
  • Restlose Beseitigung des Feudalismus
  • Verbesserung der Lebenslage
  • Demokratisches Parlament
  • Demokratische Verfassung
  • Nationale Einheit

 

All das musste noch von den Volksmassen durch die Fortführung des revolutionären Kampfes errungen werden.

Um ihre ureigenen Interessen durchzusetzen, organisierten sich die Arbeiter, Studenten, Händler, Handwerker, Rechtsanwälte und Journalisten überall in zahlreichen Vereinen, Komitees und Klubs. Die Führung dieser demokratischen Bewegung hatte das Kleinbürgertum inne. Daneben kämpften die Arbeiter und Handwerksgesellen in Streiks für höhere Löhne und Herabsetzung der Arbeitszeit. In vielen Städten entstanden örtliche Gewerkvereine und politische Arbeiterorganisationen. In Schlesien und Sachsen zwangen Bauern und Tagelöhner erst jetzt ihre Gutsbesitzer zum Verzicht auf einige Feudalrechte.

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Von besonderer Bedeutung für die Weiterführung der Revolution waren die Vorgänge in Berlin. Hier unternahmen der König und die bürgerliche Regierung alle Anstrengungen, um den Massen weitere Rechte vorzuenthalten. Vor allem um die Volksbewaffnung entbrannte der Kampf.

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Voller Erbitterung über die revolutionsfeindliche Haltung der Bourgeoisie stürmten Berliner Arbeiter am 14. Juni 1848 das Zeughaus. Sie wollten sich Waffen verschaffen, um die bisher erworbenen Freiheiten zu verteidigen und neue zu gewinnen. Da ihr Angriff nicht organisiert und ohne Führung war, scheitere er. Polizei und Bürgerwehr überwältigten die Arbeiter. Ihr energisches Auftreten hatte jedoch gezeigt, dass sie bereit waren die Revolution notfalls mit Gewalt fortzuführen.

 

Die Haltung der Bourgeoisie zur Weiterführung der Revolution

 

Nachdem die Bourgeoisie im März 1848 einen Anteil an der politischen Macht erhalten hatte, gab sie sich mit dem Erreichten zufrieden. Sie war nicht bereit, an der Spitze der demokratischen Kräfte des Volkes konsequent gegen das reaktionäre Herrschaftssystem der Fürsten zu kämpfen und die Revolution zu Ende zu führen. Die Bourgeoisie begann, nicht mehr im Adel, sondern in den vorwärtsdrängenden Arbeitern ihren Feind zu sehen. Die Angst vor dem Proletariat bestimmte nun ihre Politik. Die Bourgeoisie verband sich mit Fürsten und Junkern gegen das Volk und verriet damit die Revolution.

Besonders deutlich kam die verräterische Politik der Bourgeoisie in der Frankfurter Nationalversammlung zum Ausdruck.

 

 

Die Frankfurter Nationalversammlung

 

Im Mai 1848 hatten in allen deutschen Staaten Wahlen zu einer deutschen Nationalversammlung stattgefunden. Das deutsche Volk setzte große Erwartungen in dieses Parlament. Am 18. Mai 1848 zogen die Abgeordneten unter Jubel, Glockenläuten und Fahnenschwenken in die Paulskirche in Frankfurt am Main ein.

Dieses erste vom deutschen Volk gewählte Parlament hätte die Aufgabe gehabt, die Feinde der Revolution zu entmachten und die demokratische Einigung Deutschlands herzustellen. Stattdessen übertrug es die oberste Gewalt in Deutschland einem Fürsten, der dem Parlament nicht verantwortlich war.

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Die Nationalversammlung erarbeitete in vielen Monaten den Entwurf einer Reichsverfassung. Sie wurde am 28. März 1849 von den Abgeordneten angenommen.

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Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 8. Klasse, Stand 1982

Bearbeitet von Petra Reichel

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