Bestandsaufnahme Grenzöffnung am 09.11.1989

Aus und Vorbei.

Es blieb nur noch die Bestandsaufnahme.

Die DDR hörte auf als Arbeiter und Bauernstaat zu existieren. Der Rest war Übergang und Übergabe.

Dokument der Bestandsaufnahme, entnommen aus der MfS-Mediathek. Da gibt es nichts zu bearbeiten, obige Schlussfolgerung von Petra Reichel

 

Dokument:

Bestandsaufnahme Grenzöffnung

 

 

Abschied von Erich Mielke

Der Vermerk über das Entlassungsgespräch mit Erich Mielke ist auf den 24. November 1989 datiert. Da war aus dem MfS bereits das Amt für Nationale Sicherheit geworden

Erich Mielke war am 18. November 1989 entlassen worden. Die genauen Formalien seiner Entlassung im Zusammenhang mit der Bildung des Amtes für Nationale Sicherheit, kann man dem Dokument entnehmen.

Erich Mielke wurde am 24.11. 1989 mitgeteilt:

  • Ab 18.11.1989 wird die Zahlung der Dienstbezüge als Minister eingestellt. Da durch die Abteilung Finanzen die Zahlung des Monatsgehalts für November bis 30.11.1989 angewiesen war, wird die Differenz durch die Abteilung Finanzen im Zusammenhang mit der Zahlung und Übergangsgebührnissen und Treuegeld für das vollendete 44. Dienstjahr verrechnet.
  • Mit dem beabsichtigten Umzug nach Hohenschönhausen wird die WTSch-Verbindung(Sondertelefonanschluss für hohe Politiker in der den sozialistischen Ländern)abgebaut. In seiner neuen Wohnung behält Erich Mielke einen MfS-Apparat und einen Amtsapparat. (Diese Sondertelefonacnschlüsse hatte man ihm gelassen.)
  • Der Dienstausweis und persönliche Berechtigungsdokumente wie „Freie Fahrt“ und andere werden über Generalmajor Carlson eingezogen und abgegeben.
  • Erich Mielke bleibt persönlicher Waffenträger und behält seine Dienstpistole „Sauer und Sohn“, Nr. 14382, Kal. 635 mit sieben Schuss.(Ist mit einem Fragezeichen versehen. Vielleicht können Waffenexperten da was zu sagen.) Alle anderen Dienstwaffen sowie Jagdwaffen, die Eigentum des MfS sind((Da wird noch vom MfS geschrieben.), sind einzuziehen. Über den Verbleib weiterer Waffen erfolgt eine nochmalige Abstimmung von Erich Mielke mit dem Stellvertreter des Leiters der Abteilung BCD, Oberst Dreßler.
  • Erich Mielke beabsichtigt, sich im neuen Wohngebiet in der SED-WPO(Wohngebietsorganisation)anzumelden.
  • Im Interesse der persönlichen Sicherheit von Erich Mielke werden bis zum Umzug eingesetzt: 2 persönliche Begleiter, 2 Kraftfahrer und 2 PKW Lada. Im neuen Wohngebiet erfolgt die Sicherung mit vollzogenem Umzug mit einem Begleitet und einem Kraftfahrer. Außerdem wird ihm von diesem Zeitpunkt an ein PKW Lada zur Verfügung gestellt. (Diese Sicherheitsvorkehrungen wurden mit Egon Krenz abgestimmt.)

 

  • Erich Mielke wurde freigestellt, eine oder zwei Haushälterinnen zu beschäftigen, die ab Januar 1990 zu bezahlen sind. Die Bezahlung erfolgt an die Abteilung Finanzen/MfS(soll sicher heißen über die Abteilung Finanzen/MfS). (Bis dahin war ja alles obsolet.)

 

 

  • Die Betreuung von Erich Mielke ist durch Generalmajor Carlson vorzunehmen.

 

Erich Mielke teilte Wolfgang Schwanitz mit

  • Dass er bis zum 30.11.1989 vom Zentralen Medizinischen Dienst krankgeschrieben wurde.

 

  • Dass  er in seinen Diensträumen befindliches Schriftmaterial an die zuständigen Diensteinheiten übergeben hat, so dass an Wolfgang Schwanitz keine Unterlagen übergeben wurden.

 

Wolfgang Schwanitz war der Nachfolger von Erich Mielke.


 

Nach der Annexion der DDR eröffnete das Landgericht Berlin im November 1991 das Hauptverfahren gegen Mielke wegen der „Bülowplatzsache“. Mielke wurde des Mordes angeklagt. Die vom Februar 1992 bis zum 26. Oktober 1993 geführte Verhandlung endete mit seiner Verurteilung wegen Mordes zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren. Ende 1995 wurde Mielke, nachdem er insgesamt mehr als zwei Drittel der sechs Jahre verbüßt hatte, im Alter von 88 Jahren auf Bewährung entlassen.

Mielke starb am 21. Mai 2000 in einem Altenpflegeheim in Berlin-Neu-Hohenschönhausen. Nach seiner Einäscherung im Krematorium Meißen fand er am 6. Juni auf eigenen Wunsch seine letzte Ruhestätte in einem namenlosen Urnengrab auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde.


 

entnommen aus der MfS Mediathek, bearbeitet von Petra Reichel

 

Dokument

Abschied von Erich Mielke

 

Zuständige SED-Kreisleitung zur Bankrottrede von Erich Mielke

Die zuständige SED-Kreisleitung hat in einem vom 14. November 1989 datierten Schreiben zum peinlichen Auftritt von Erich Mielke vor der Volkskammer Stellung genommen.

 

 

Es fehlt die Analyse, wie es zu diesem peinlichen Auftritt mit der Bankrottrede kommen konnte. Das Sekretariat der zuständigen SED-Kreisleitung und das Kollegium des MfS(Ahh man stand schon nicht mehr hinter dem Chef) hatte sich von dieser Rede vor der Volkskammer distanziert und hatte angekündigt, den Präsidenten der Volkskammer, Günther Maleuda, zu informieren.

Es wurde gebeten, alle Genossinnen und Genossen in Kenntnis zu setzen und die Position des Sekretariats und den gemeinsamen Brief den Parteikollektiven zu verlesen, der zu zugesandt werden sollte.

Ein Armutszeugnis, wie die Partei mit einem alten Kämpfer umgegangen ist. Ob sich da bereits der Richtungswechsel zur linkssozialdemokratischen SED-PDS – PDS- DIE LINKE bemerkbar gemacht hatte?

Dokument entnommen aus der MfS Mediathek, bearbeitet von Petra Reichel

 

Dokument

SED zu Bankrottrede von Erich Mielke

Umwandlung des MfS in Amt für Nationale Sicherheit

Erklärung des Kollegiums des Ministeriums für Staatssicherheit vom 15. November 1989

 

Am 17.11.1989 wollte der Vorsitzende des Ministerrates(während der Konterrevolution)der DDR,Hans Modrow, in seiner Regierungserklärung vor der Volkskammer einen Vorschlag zur grundsätzlichen Neubestimmung der Aufgaben und zur Reorganisation des Ministerrates, der einzelnen Ministerien und weiterer staatlicher Organe(Behörden/Institutionen)und Einrichtungen unterbreiten

Bezogen auf das Ministerium für Staatssicherheit wurde vorgeschlagen, dafür ein 

 

Amt für Nationale Sicherheit

 

beim Vorsitzenden des Ministerrates der DDR zu schaffen.(Sehr gut bei der BRD abgeguckt. Für den BND ist das Bundeskanzleramt zuständig.)

Folglich existierte das Ministerium für Staatssicherheit nicht mehr.

Es wurde mit „notwendigen grundlegenden Veränderungen der Aufgabenstellung..“ argumentiert. Diese werden im Dokument aufgeführt.

Erstens: Auweia, große Worte. Die 10. Tagung des ZK der SED unterbreitete ein Aktionsprogramm der „revolutionären Erneuerung des Sozialismus in der DDR“. Wenn das ernst gemeint gewesen wäre, dann hätte man früher damit beginnen müssen. Dann folgt ähnliches „BlaBla“, das zu diesem Zeitpunkt nur noch als sozialdemokratisches Gewäsch gesehen werden kann. Als es darauf ankam hatte die Politik, bzw. die SED nicht reagiert und alles ausgesessen bis es zu spät war

Es folgt ein Rückblick, dass das MfS in den zurückliegenden 40 Jahren stets auf die Durchsetzung der Politik der Partei der Arbeiterklasse und des Arbeiter- und Bauernstaates ausgerichtet war.  Die damalige Konterrevolution wurde nicht als solche erkannt oder man wollte sie nicht erkennen. Es ist von einem gesellschaftlichen Aufbruch die Rede und der grundlegenden Veränderung des Kräfteverhältnisses in der DDR. Nun folgen Worthülsen der bürgerlichen Demokratie, wie „parlamentarische Demokratie“ verbunden mit „Kontrolle“. In der DDR gab es doch Parlamente, wie die Volkskammer, die Bezirkstage und örtliche Volksvertretungen. Von bürgerlicher Sicht aus, werden die Volksvertretungen in einem sozialistischen Staat negiert und nur der bürgerliche Parlamentarismus als der einzig Wahre angesehen. Es wird somit zugegeben, dass die Existenz der DDR als Arbeiter- und Bauernstaat beendet war.

Die neuen Reisemöglichkeiten und das veränderte Grenzregime wurden erwähnt.

Dann wurde von einer „Politik der Erneuerung“ schwadroniert und dass man die Aufgaben des Amtes für Nationale Sicherheit da entsprechend einordnen müsste.

Es war davon die Rede diesen Prozess schrittweise zu vollziehen und dabei alles Angriffe des Gegners und innerer Feinde, vor allem gegen das MfS(ach man redete wieder vom MfS)und seiner Mitarbeiter zu vereiteln. Na das war ja gründlich misslungen. Ebenso die Umwandlung in einen Geheimdienst eines bürgerlichen Staates. Die Konterrevolutionäre waren aufgeputscht und es ist ihnen letztendlich gelungen jeglichen Geheimdienst in der (Noch-)DDR zu beseitigen.

Noch war von der Achtung und Wertschätzung der Schutz- und Sicherheitsorgane(-behörden) seitens von SED und Regierung der DDR die Rede, ja ihre Tätigkeit wurde sogar als Grundbedingung für die weitere Existenz und Entwicklung der DDR gesehen. Nun ja, die DDR existierte nicht mehr lange.

Dann folgt noch eine formale Danksagung.

 

Zweitens:

Es ist wieder von grundlegenden Veränderungen die Rede. Es werden zwar noch sozialistische Formulierungen verwendet, doch der Weg in den Kapitalismus zeichnete sich bereits zu diesem Zeitpunkt ab.

Erst mal wird von einem Aktionsprogramm der SED geredet und der Gewissheit der in der Regierungserklärung geforderten Lösung der außerordentlich komplizierten Probleme in der Volkswirtschaft und anderen gesellschaftlichen Bereichen. Ahh, als die DDR noch der Arbeiter- und Bauernstaat war, war dies nicht möglich. Jetzt auf einmal geht es? Aber wie? Ahh, durch radikale Kürzungen der materiellen und finanziellen Fonds sowie durch die Freisetzung bzw. Umgruppierung von Kadern(in diesem Zusammenhang ist die sozialistische Bezeichnung für Personal nur noch ein Hohn)zu entsprechen. Ahh, ab diesem Zeitpunkt „Tschüss sichere Arbeitsplätze, hallo Entlassungen und Arbeitslosigkeit“. 

 

Drittens:

Es wird detailliert auf die Umstellung und die neuen Aufgaben des neu zu schaffenden Amtes für Nationale Sicherheit eingegangen. Nun schwadroniert man wieder vom dem mit der Verfassung der DDR übertragenen Auftrag den Sozialismus zuverlässig zu schützen. Die Verfassung der DDR war zu diesem Zeitpunkt bereits ein wertloses Stück Papier. Es ist ja bereits festgestellt worden, dass zu diesem Zeitpunkt die DDR nicht mehr als Arbeiter- und Bauernstaat existierte. Möglicherweise ist das sozialdemokratisches Geschwafel oder nur eine Formalie, da formal die Verfassung der DDR noch bestand.

Dann werden geheimdienstliche Aufgaben aufgezählt, wie sie jeder Geheimdienst der Welt zu erledigen hat.

Ach nee, nun ist von der „Freisetzung“, d.h. Entlassung von Mitarbeitern des MfS die Rede. Man wollte diese sozial abfedern. Vermutlich orientierte man sich an in der BRD üblichen Sozialplänen bei Entlassungen. Der „Sozialplan“ wird im Dokument ausführlich erläutert.  Vermutlich mussten die Aufrechten gehen.

Die Anpasser wursteln sich bis zum heutigen Tage durch. Sie haben sich womöglich bereichert und sich „umgedreht“. Aber das interessiert heute nur wenig, während man die Aufrechten weiterhin im Blickfeld hat, z.B. durch heutige Geheimdienste und Medien.

Der damalige „Sozialplan“ist bekanntlich gründlich misslungen, d.h. er ist nie umgesetzt worden. Seit dem Ende der DDR sind die ehemaligen MfS-Angehörigen Anfeindungen ausgesetzt und stehen sozial am unteren Ende. Sie sind vom „Rentenstrafrecht“ betroffen. Dies betrifft insbesondere die Aufrechten.

 

entnommen aus der MfS-Mediathek, bearbeitet wiedergegeben von Petra Reichel

Dokument:

Umwandlung MfS in Amt für Nationale Sicherheit

Joachim Herrmann

Joachim  Herrmann, geboren am 29. Oktober 1928 in Berlin, verstorben am 30. Juli 1992 ebenfalls in Berlin, war Chefredakteur des „Neuen Deutschlands“ und Mitglied des Politbüros des ZK der SED. 

Joachim Herrmann

Joachim Herrmann(1988)

Bildquelle:  Von Bundesarchiv, Bild 183-1988-0704-416 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5424360

 

Joachim Herrmann besuchte von 1939 bis 1945 die Oberrealschule Langhans in Berlin. Er war 1938 bis 1945 Mitglied im Deutschen Jungvolk und wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges als Luftwaffenhelfer eingezogen.

Bis 1949 arbeitete er bei der „Berliner Zeitung“ und dem „Start“. 1948 trat er der SED bei. Von 1949 bis 1952 war er stellvertretender Chefredakteur und von 1954 bis 1960 Chefredakteur des FDJ-Zentralorgans „Junge Welt“. Von 1952 bis 1961 war er Mitglied des Zentralrates der FDJ.

1960 bis 1962 war er als stellvertretender Abteilungsleiter im ZK der SED, von 1962 bis 1965 als Chefredakteur der „Berliner Zeitung“, bis 1971 als Staatssekretär für Westdeutsche Fragen und bis 1978 als Chefredakteur des SED-Zentralorgans „Neues Deutschland“, tätig.

Berlin-Friedrichsfelde, Gedenkstätte

70. Jahrestag der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg

v. l. n. r. Willi Stoph, Joachim Herrmann (Redner), Erich Honecker, Erich Mielke am 15. Januar 1989 bei der Gedenkfeier zum 70. Jahrestag der Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg in Berlin-Friedrichsfelde

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1989-0115-011 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5346994

 

 

Er wurde 1967 Kandidat und 1971 Mitglied des ZK der SED, 1973 Kandidat und 1978 Mitglied des Politbüros des ZK der SED, dort seit 1979 für Medien, befreundete und Blockparteien und die Nationale Front zuständig. 1978 bis 1989 war Herrmann Sekretär des ZK der SED. Die Medien in der DDR standen unter seiner Kontrolle.

Es es gab nur „Hofberichterstattung“, d.h. ausschließlich Erfolgsmeldungen und Positives, auch wenn die Wahrheit anders aussah. Die Zeitungen und Nachrichtensendungen der DDR wirkten langweilig, auch für interessierten Besuch aus der BRD, Westberlin u.a. westlichen Ländern. Da braucht man sich nicht zu wundern, dass die Bevölkerung der DDR sich überwiegend über das Westfernsehen informierte und manipulieren ließ.

Am 10. November 1989(nach der Grenzöffnung und dem Ende der DDR als Arbeiter- und Bauernstaat) wurde er aus dem Zentralkomitee der SED ausgeschlossen. Da war es bereits zu spät. Die verfehlte Medienpolitik der DDR unter seiner Verantwortung war ein entscheidendes Manko in der DDR, was auch den Sieg der Konterrevolution begünstigte.

Am 20. Januar 1990 wurde er aus der Partei(inzwischen SED-PDS)ausgeschlossen.

 

entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

Markus Meckel

Markus Meckel, geboren am 18. August 1952 in Müncheberg, Brandenburg ist auch ein Konterrevolutionär der DDR.  Er war  Mitgründer der Sozialdemokratischen Partei der DDR(SDP)

1969 musste Markus Meckel, angeblich aus politischen Gründen, die 2. Erweiterte Oberschule(EOS)in Berlin-Mitte, das ehemalige Graue Kloster, verlassen. Er wechselte an das Kirchliche Oberseminar Potsdam-Hermannswerder, wo er 1971 das Abitur ablegte.

1970 verweigerte er den Wehrdienst in der NVA total.

Bis 1978 studierte er Theologie an vom Staat unabhängigen kirchlichen Hochschulen.

Von 1980 bis 1982 war er Vikar und von 1982 bis 1988 Pastor in Vipperow/Müritz.

Von 1988 bis 1990 leitete er die Ökumenische Begegnungs- und Bildungsstätte in Niederndodeleben bei Magdeburg.

1988/89 war Markus Meckel  Delegierter der Ökumenischen Versammlung in der DDR und der Europäischen Ökumenischen Versammlung in Basel

Schon seit den 1970er Jahren engagierte sich Markus Meckel in der sogenannten DDR-Opposition. Wir wissen, dass es sich hierbei nicht um eine echte Opposition handelte, sondern um die sich formierende konterrevolutionäre Bewegung.

Im Oktober 1989 initiierte er gemeinsam mit Martin Gutzeit  die Gründung der Sozialdemokratischen Partei der DDR(SDP), zu deren zweiten Sprecher er an ihrem Gründungstag, dem 07. Oktober 1989 gewählt wurde. Das war der 40. und letzte Jahrestag der DDR.

Vom 23. Februar 1990 bis zum Vereinigungsparteitag mit der SPD der BRD am 27. September 1990, also bevor der DDR offiziell das Lebenslicht ausgeblasen wurde, war er stellvertretender Parteivorsitzender der SPD der noch (Noch-)DDR. Daneben führte er nach dem Rücktritt von Ibrahim Böhme vom 26. März bis 10. Juni 1990 die Geschäfte des Vorsitzenden der SPD in der (Noch-)DDR

Vom 18. März bis zum 2. Oktober 1990 gehörte Markus Meckel der letzten Volkskammer der (Noch-)DDR an, die aus einer bürgerlichen Wahl hervorging.

Nach der ersten bürgerlichen Wahl in der DDR führte er mit Richard Schröder die Koalitionsverhandlungen der SPD mit der CDU. Am 12. April 1990 wurde er Außenminister in der Großen Koalition. In seiner Amtszeit war er als Außenminister gemeinsam mit Hans-Dietrich Genscher einer der Vertreter der beiden deutschen Staaten bei den Zwei-plus-Vier-Gesprächen mit den Siegermächten des Zweiten Weltkriegs. Diese Gespräche ebneten den Weg zur Annexion der DDR durch die BRD. Als die Große Koalition in der DDR zerbrach, trat Meckel am 20. August 1990 gemeinsam mit den anderen sozialdemokratischen Ministern zurück.

Von 1990 bis 2009 war Markus Meckel Mitglied des Deutschen Bundestages als direkt gewählter Abgeordneter für seinen Wahlkreis Uckermark-Barnim im Norden Brandenburgs.

Von 1992 bis 1994 war er Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion in der von ihm initiierten  Enquête-Kommission „Aufarbeitung von Geschichte und Folgen der SED-Diktatur in Deutschland“[5] und von 1994 bis 1998 Sprecher der SPD-Fraktion in der Enquete-Kommission „Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozess der deutschen Einheit“. Schwulstige Titel für wieder zwei hinzugekommene antikommunistische Propaganda-Institutionen. Vermutlich wird noch in 100 Jahren auf die DDR eingedroschen. DIE TROMMLER versucht mit seinen bescheidenen Mitteln etwas entgegenzusetzen.

Im Bundestag lagen die politischen Schwerpunkte Meckels in der Außen- und Sicherheitspolitik, Europapolitik, auf den Beziehungen zu den östlichen Nachbarstaaten der EU sowie auf der Interpretation von Geschichte. Meckel war ordentliches Mitglied des Auswärtigen Ausschusses und von 2001 bis 2009 stellvertretender außenpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion; stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Kultur und Medien sowie stellvertretendes Mitglied des EU-Ausschusses. Er war von 1994 bis 2009 Vorsitzender der Deutsch-Polnischen Parlamentariergruppe. Seit 1991 gehörte er daneben der Parlamentarischen Versammlung der NATO an. Ach nee, war er nicht einstmals Pazifist und totaler Wehrdienstverweigerer? Von 1998 bis 2006 war er Leiter der Deutschen Delegation. Von November 2000 bis November 2002 war er Vizepräsident der Parlamentarischen Versammlung der NATO und von 2004 bis 2008 Vorsitzender des Politischen Ausschusses. In den letzten Jahren im Bundestag gehörte er auch dem „Parlamentarischen Ring“ des Volksbundes(Kriegsgräberfürsorge)an.

Opferverbandstreffen der LStU in Görlitz 2007

Markus Meckel (2007)

Bildquelle: Von Frank Ebert – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=22220108

 

Markus Meckel hatte in verschiedenen Institutionen Posten, meist handelt es sich um antikommunistische Institutionen. Bis 2013 war er auch Mitglied des Beirats der BStU(Verwaltung der MfS-Akten und antikommunistische staatliche Institution)

Am 12. Oktober 2013 wurde er zum Präsidenten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. gewählt.  Er hatte eigene Vorstellungen vom Leitbild dieser Institution. Das führte zu viel Streit. Am 22. September 2016 ist er von diesem Amt zurückgetreten.

 

Entnommen aus Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel

 

Bärbel Bohley

Bärbel Bohley, geborene Brosius, wurde am 24. Mai 1945 in Berlin geboren und ist am 11. September 2010 in Strasburg, Landkreis Uecker-Randow, gestorben. Sie war Malerin und eine bekannte Konterrevolutionärin der DDR. Sie war Mitbegründerin des „Neuen Forums“.

Nach dem Abitur 1963 absolvierte sie eine Ausbildung als Industriekauffrau und arbeitete anschließend als Lehrausbilderin. Ab 1969 studierte sie an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee, wo sie 1974 einen Diplomabschluss als Malerin erhielt. 1970 heiratete sie den Maler Dietrich Bohley und gebar im selben Jahr einen Sohn. Ab 1974 betätigte sich Bärbel Bohley als freischaffende Künstlerin; ihre Vorbilder waren nach eigenen Angaben Francisco de Goya und Käthe Kollwitz.

1979 wurde Bärbel Bohley in die Sektionsleitung Malerei und den Bezirksvorstand des Verbandes Bildender Künstler der DDR(VBK)gewählt.

1982 gründete sie die Gruppierung „Frauen für den Frieden“.

Daraufhin wurde sie ein Jahr später aus dem Bezirksvorstand des WBK ausgeschlossen und kam wegen landesverräterischer Nachrichtenübermittlung  gemeinsam mit Ulrike Poppe, die auch eine wichtige Figur der Konterrevolution in der DDR war, in Berlin-Hohenschönhausen in Untersuchungshaft.  Das MfS hatte  unter anderem Kontakt zu den GRÜNEN in der BRD festgestellt. Die Konsequenz war, dass sie keine staatlichen Aufträge mehr erhielt und ihre Werke nicht mehr öffentlich ausstellen durfte. Da stellt sich die Frage, von was Bärbel Bohley dann ihren Lebensunterhalt finanzierte.

Mitte der 1980er Jahre gründete sie die „Initiative Frieden und Menschenrechte“ mit.

Berlin, Demonstration, Bärbel Bohley, Christa Wolf

Bärbel Bohley (1989)

Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-1989-1104-045 / Link, Hubert / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5424795

 

Petra Kelly, eine Politikerin der GRÜNEN der BRD war mit Bärbel Bohley befreundet. Gemeinsam legten sie Erich Honecker herein. Frau Lengsfeld ist mal ausnahmsweise ehrlich und erzählt, wie es gemacht wurde.

1988 missbrauchte Bärbel Bohley, ihr Lebensgeführte Werner Fischer u.a. ihrer Kumpane  die Demonstration zu Ehren von  Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, damals der 69. Jahrestag ihrer Ermordung, um für ihre konterrevolutionären Ziele zu werben und die Demo umzuwidmen. Heute sieht man keinen der damaligen Konterrevolutionäre bei der Liebknecht-Luxemburg-Demo.

Der Staatsmacht der DDR fiel nichts Besseres ein, als diese Leute zu einem sogenannten Bildungsaufenthalt ins Vereinigte Königreich(Großbritannien)zu schicken. Das  Ganze war ein Witz. Die drückten sich dort an der Uni rum, zeigten sich in den Westmedien, aber haben niemals erfahren, wie es z.B. Angehörigen der Arbeiterklasse, armen Menschen u.a. Benachteiligten im Vereinigten Königreich geht. Möglicherweise hätte sie das zur Besinnung gebracht. Aber dem war ja nicht so.  Wikipedia schreibt von einem aufgezwungen Exil. Davon kann keine Rede sein, da dieser Auslandsaufenthalt von vornherein nur vorübergehend sein sollte. Bärbel Bohley und ihr Lebensgefährte Werner Fischer konnten durchsetzen, einen DDR-Pass zu erhalten. Nach einem sechsmonatigen Aufenthalt im Vereinigten Königreich kehrten sie wieder in die DDR zurück und richteten weiterhin Schaden an, der im Untergang der DDR mündete

Am 09. September 1989 war Bohley Mitinitiatorin der konterrevolutionären Organisation „Neues Forum“.

Bärbel Bohley übernahm den Kontakt zu Journalisten aus der BRD und meldete gemeinsam mit der Zahnärztin Jutta Seidel die Tätigkeit des „Neuen Forums“ beim Innenministerium der DDR an. Die Staatsmacht reagierte zunächst mit Ablehnung, knickte aber ein, nachdem mehrere konterrevolutionäre Demonstrationen stattgefunden hatten.  Am 08.09.1989 wurde die Anmeldung bestätigt.

Während der Konterrevolution war die Wohnung von Bärbel Bohley die Bürozentrale der konterrevolutionären Sammlungsbewegung, die schnell 250 000 Unterstützer fand.

Von Mai bis Dezember 1990 vertrat sie das „Neue Forum“ in der Stadtverordnetenversammlung von Berlin/DDR. Im September 1990 besetzte sie zusammen mit anderen Konterrevolutionären unter dem Motto „Meine Stasi-Akte gehört mir!“ das Gebäude des ehemaligen MfS in der Berliner Normannenstraße. Mit einem Hungerstreik und einer Mahnwache erstritt sie gemeinsam mit anderen Konterrevolutionären die Öffnung der MfS-Akten für die persönliche und wissenschaftliche Nachforschung. Das ist was Besonderes in der Geschichte, da Geheimdienst-Akten erst nach vielen Jahren, meist sogar erst nach mehr als hundert Jahren nach den jeweiligen historischen Ereignissen, geöffnet werden.

Nachdem Bärbel Bohley Einsicht in ihre MfS-Akte genommen hatte, beschuldigte sie 1993 den PDS-Fraktionsvorsitzenden im Bundestag, Gregor Gysi, der inoffiziellen Mitarbeit im MfS. Gysi war während ihrer Haft in der DDR ihr Rechtsanwalt. Gegen diese Behauptung wehrte sich Gysi in mehreren Prozessen erfolgreich.

Bärbel Bohley 1990

Bärbel Bohley (1990)

 

Bildquelle: Von Bundesarchiv_Bild_183-1990-0905-019,_Berlin,_Besetzung_Stasizentrale,_Bärbel_Bohley.jpg: Uhlemann, Thomasderivative work: Stepro (talk) – Bundesarchiv_Bild_183-1990-0905-019,_Berlin,_Besetzung_Stasizentrale,_Bärbel_Bohley.jpg, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11458670

 

Während der Räumung besetzter Häuser in der Mainzer Straße am 14. November 1990(siehe Wikipedia)war sie maßgeblich an den Verhandlungen zwischen den Besetzern und dem Innenstadtrat und der Polizei beteiligt.

1994 trat sie als Spitzenkandidatin für das „Neue Forum“ zur Europawahl an. Im Jahre 2002 unterstützte sie die FDP im Wahlkampf zur Bundestagswahl.

Für ihre Verdienste um die Konterrevolution in der DDR und der darauffolgenden Annexion der DDR durch die BRD wurde sie 1994 mit dem Bundesverdienstkreuz und im Jahre 2000 mit dem Nationalpreis ausgezeichnet.  Der Deutsche Nationalpreis würdigt Personen der Zeitgeschichte, die für die Beseitigung der DDR und des Sozialismus in Europa eingetreten sind. Dies wird als Einigung Deutschlands und Europas verkauft.  Der Name Nationalpreis ist irreführend. Es handelt sich hierbei nicht um eine staatliche Auszeichnung, sondern von einer privaten Stiftung vergebenen Preis. Die einzig offizielle Verdienstauszeichnung der BRD ist das Bundesverdienstkreuz. (siehe Wikipedia)

Seit 1996 machte sie einen kleinen Teil von ihrem angerichteten Schaden gut, indem sie sich u.a. im Kriegsgebiet des ehemaligen Jugoslawien engagierte. Von 1996 bis 1999 leitete sie dort für die nach dem Dayton-Friedensabkommen von 1995 eingesetzte Internationale Friedensbehörde für Bosnien und Herzegowina OHR (Office of The High Representative) in Sarajevo ein Wiederaufbauprogramm für im Bosnienkrieg zerstörte Häuser und organisierte die Rückkehr von Kriegsflüchtlingen in ihre Heimat. Der Jugoslawienkrieg war nach Beseitigung der DDR möglich geworden.

Ehrenamtlich gründete Bärbel Bohley unter anderem die Hilfsorganisation Seestern e. V., die Kinder aus bosnischen Flüchtlingsfamilien aller örtlichen Ethnien kostenlose gemeinsame Sommerferien ermöglicht. Seit Sommer 2006 hilft die Organisation auch Kriegsflüchtlingen vor Ort, sie baute in der Region Domanovići nahe Mostar unter finanzieller Unterstützung des deutschen Auswärtigen Amts für 28 Flüchtlingsfamilien Zisternen zur Wasserversorgung. Bis März 2007 entstanden, finanziert vom deutschen Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, weitere 71 Zisternen, mit denen die Ansiedlung von im Krieg Vertriebenen in der Region gefördert werden soll.[22][23]

Im Jahre 2001 kehrte sie vorübergehend aus Kroatien zurück und war gemeinsam mit u. a. dem Konterrevolutionär Wolfgang Templin und dem früheren SED-Politbüro-Mitglied und Verräter Günter Schabowski Mitglied im „Gesprächskreis Innere Einheit“ des damaligen CDU-Kandidaten für das Amt des Berliner Regierenden Bürgermeisters, Frank Steffel.[24]

Im März 1996 verklagte Bohley das Satiremagazin „Eulenspiegel“, das eine „miese Porno-Montage mit Kanzler Kohl“ auf seinem Titelblatt abgedruckt hatte, auf 100.000 DM Schadensersatz. Die satirische Darstellung spielte auf das Treffen ehemaliger Konterrevolutionäre der DDR mit dem damaligen Bundeskanzler in Berlin an. Auf Grund eines Vergleiches vor dem Landgericht Hamburg zahlte „Eulenspiegel“ schließlich 20.000 DM an Bohley.[20]

Bohley war Gründungsmitglied des im Juni 1996 gegründeten „Bürgerbüros e. V. – Verein zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur“.

Bis zum heutigen Tage und darüberhinaus wird nicht mit Steuergeldern gespart, um Hetze gegen die DDR zu betreiben. Egal, wie lange der Untergang der DDR zurückliegt. Die folgenden Generationen sollen nicht erfahren, dass, trotz aller Mankos, die DDR  für die Menschen viel Gutes getan hatte, was diese aber nicht zu schätzen wussten. Niemals soll der Gedanke aufkommen, dass der Sozialismus das bessere Gesellschaftssystem ist. Dagegen versucht DIE TROMMLER mit bescheidenen Mitteln anzugehen.

 

Bärbel Bohley, die seit ihrer Studienzeit starke Kettenraucherin war, erlag einem Bronchialkarzinom.

Ihr Grab befindet sich auf dem Dorotheenstädtischen Friedhof in Berlin-Mitte. Ihr Grab ist 2016 als Ehrengrab der Stadt Berlin gewidmet. Ihr politischer Nachlass wird im Archiv der Robert-Havemann-Gesellschaft aufbewahrt.

Grabstätte Bärbel Bohley

Grabstätte von Bärbel Bohley

Bildquelle: Von Z thomas – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=52554218

 

Nach der Schilderstürmerei in den heutigen Neu-Bundesländern, wobei die Namen von Kommunistinnen und Kommunisten sowie sonstiger fortschrittlicher Menschen  getilgt worden sind, bekommen nun Konterrevolutionäre ihre Straßen. So findet man an der Grenze der Berliner Ortsteile Gesundbrunnen und Prenzlauer Berg den Bärbel-Bohley-Ring.

Entnommen Wikipedia, bearbeitet von Petra Reichel