Ohne Kenntnis der SED-Führung

Das sogenannte Dialogpapier zwischen SPD(BRD) und SED(DDR)

Zwischen 1984 und 1989 standen SPD und SED in einem Intensiven Dialog. Heute wissen wir, dass die Übereinkunft zum „Dialogpapier“ geradezu die Krönung der einst von Egon Bahr in die Wege geleiten Politik „Wandel durch Annäherung“ ist.

Dieses Papier ist nicht von der SED-Führung initiiert und ausgearbeitet worden. Es wurde auch nicht von ihr kontrolliert. Es ist in einem ganz kleinen Kreis erarbeitet worden, ohne Kenntnis der SED-Führung. Es wurde auf eine günstige Gelegenheit geartet, um dies in einem Überraschungsmoment bestätigen zu lassen. Das ist gelungen.

In der SED-Basis hat dieses Papier, wie eine Lawine gewirkt. Es war im Grunde genommen ein Aufruf in den Einstieg in den DDR-spezifische Politik von Perestroika und Glasnost. Wir wissen heute, welch eine Katastrophe die Politik Gorbatschows war.

Als das Papier ausgearbeitet wurde war es zunächst zur Entwicklung des Außen- und Innendialogs zwischen der staatstragenden Partei SED und der SPD gedacht. Gleichzeitig war in diesem Papier der Gedanke, dass die Opposition in den Dialog einbezogen werden soll.(dort formuliert als Individuen, Bürger, Gruppen aller Art..)

Was heißt Opposition einbeziehen? Das heißt nichts anderes, als die Mobilisierung der Konterrevolution aus der SED heraus! Vor diesem Hintergrund begreift man die Ereignisse des November 1989 und warum die SED kampflos vor Bärbel Bohley, Pfarrer Eppelmann und anderen mit Kerzen in der Hand und der Forderung nach „Freiheit für Andersdenkende“ und anderen unverbindlichen Sprüchen auf den Lippen kapitulierte

2 Kommentare zu “Ohne Kenntnis der SED-Führung

  1. Hatten Egon Krenz, Günter Schabowsky, Hans Modrow, Gerhard Schürer und Kreise des MfS davon vorab gewußt? Warum wurde das Fake Dokument in großer Auflage in der Zeitung Neues Deutschland abgedruckt? Bemerkenswert dazu waren auch spätere Äusserungen von Egon Bahr (SPD) zu diesen Coup.

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  2. Ja, das ist richtig so dargestellt. Leider gab es auch beim MfS Mitarbeiter die diese Politik zwar kritisch betrachtet haben, aber es wurde nichts unternommen um die Unterwanderung der SED zu verhindern und die Einheit und Geschlossenheit der Kommunisten direkt demontiert haben.

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