Die Novemberrevolution in Deutschland

Übersicht

 

karl liebknecht ruft 9.11.1918 sozialistische republik aus

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Ursachen und Aufgaben der Novemberrevolution

 

Das Heranreifen der Revolution in Deutschland Ende 1917/1918

Die historischen Aufgaben der Revolution in Deutschland. Die Reichskonferenz der Spartakusgruppe

Die Haltung der opportunistischen Führung in der Sozialdemokratie im Oktober 1918

Der Höhepunkt der revolutionären Situation

 

Der Sieg über die Monarchie

 

Der Ausbruch der Revolution

Die revolutionären Kämpfe in Berlin

 

Rätemacht oder Nationalversammlung

 

Der Kampf des Spartakusbundes um die Rätemacht

Die Politik des Rates der Volksbeauftragten

Der Reichsrätekongress

 

Die Gründung der Kommunistischen Partei Deutschlands

 

Die Ergebnisse der Novemberrevolution

 

Die Angriffe der Konterrevolution im Dezember 1918 und Januar 1919. Die Ermordung Karl Liebknechts und Rosa Luxemburgs

Die Wahlen zur Nationalversammlung

 

Charakter, Lehren und Bedeutung der Novemberrevolution

 

Die Münchner Räterepublik oder Bayrische Räterepublik

 

Die Kampfziele der Novemberrevolution waren in der DDR Wirklichkeit geworden

 

Zum 100. Jahrestag der Novemberrevolution in Deutschland:

Rede von Frank-Walter Steinmeier

entnommen von Tagesschau.de

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Der Kampf des Spartakusbundes um die Rätemacht

Am 09. November 1918 bestand die große Chance, in Deutschland eine Veränderung zu einer friedlichen, demokratischen und schließlich sozialistischen Entwicklung zu vollziehen. Dazu war es notwendig, den alten Staatsapparat zu zerschlagen, die Rätemacht zu errichten und die ökonomischen Grundlagen der imperialistischen Macht, Großbetriebe, Banken und Großgrundbesitz, zu vergesellschaften.

Die Mehrheit der Arbeiterklasse und der Räte, die ein sozialistisches Deutschland wollte, hatte jedoch infolge des langjährigen opportunistischen Einflusses nur unklare Vorstellungen vom Sozialismus. Sie glaubte, desorientier durch die antibolschewistische Hetze der rechten sozialdemokratischen Führer, mit dem Sturz der Monarchie, der Errichtung der Republik und des allgemeinen Wahlrechts bereits politische Macht erobert und die Voraussetzungen für den Sozialismus geschaffen zu haben.

Die einzige Kraft, die den Weg zum Sieg der Revolution wies, waren Spartakus und die anderen Linken. Sie wandten sich entschieden gegen die von den rechten Führern verbreiteten Illusionen und versuchten, vor allem Klarheit in der Grundfrage der Revolution, der Frage der Macht, zu schaffen.

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entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Um ihre revolutionären Auffassungen besser in die Massentragen zu können, schuf die Spartakusgruppe am 09. November eine eigene Zeitung, „Die Rote Fahne“.

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entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

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entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Lenin und die Bolschewiki sahen in der Novemberrevolution das wichtigste Kettenglied der internationalen revolutionären Bewegung. Sie rieten den deutschen Arbeitern und Soldaten, die Waffen nicht aus der Hand zu geben und eine Arbeiter-, Soldaten- und Matrosenregierung mit Liebknecht an der Spitze zu bilden. Trotz der schweren Lage Sowjetrusslands waren sie zu jeder Unterstützung bereit und boten als erste Hilfe 50 Waggons Getreide an.

Die Erfahrungen der ersten Tage der Revolution zeigten, dass ein wirksamer revolutionärer Kampf auch bestimmte organisatorische Voraussetzungen erforderte. Deshalb gründeten führende Spartakusvertreter am 11. November 1918 den Spartakusbund.

Es wurde eine Zentrale geschaffen, an deren Spitze Karl Liebknecht, Rosa Luxemburg, Franz Mehring, Leo Jogiches und Wilhelm Pieck standen.

Der Spartakusbund blieb zwar noch in der USPD, doch er begann mit der organisatorischen Zusammenfassung der Spartakusanhänger im ganzen Land. Das waren erste Schritte zur Bildung einer revolutionären marxistischen Partei. Der Spartakusbund war bestrebt, das Klassenbewusstsein der Massen zu heben und sie unter der Losung „Alle Macht den Arbeiter- und Soldatenräten“ für die Weiterführung der Revolution zu gewinnen.

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entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

In zahlreichen Städten und Orten folgten die Räte der revolutionären Linie des Spartakusbundes. Die Polizei Bremens wurde von reaktionären Elementen gesäubert und es entstand eine proletarische „Rote Garde“. Alle militärisch gesinnten Lehrer wurden aus dem Schuldienst entlassen.  In Braunschweig entfernten die Räte die reaktionären Beamten aus den Gerichten. Die herzöglichen Güter wurden zum Eigentum des Volkes erklärt. Die Leitungen(Management)der Leunawerke und Spandauer Staatswerkstätten wurden völlig von den Arbeiterräten übernommen. In Perleberg beschlagnahmte der Arbeiter- und Soldatenrat die Priegnitzer Eisenbahngesellschaft und setzte den Direktor, sowie andere leitende Angestellte ab. Der Landarbeiterrat von Trebbin rief die Gutsbesitzer der Umgebung zu sich und teilte ihnen mit, dass ihre Güter ab sofort enteignet seien.

 

 

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Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR der 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR:

der kampf des spartakusbundes um die rätemacht

 

 

 

Der 09. November, ein geschichtsträchtiges Datum in Deutschland

Am 09. November denken wir zuerst an den 09. November 1989. Das Ereignis an diesem Tage bezeichnen die „Mainstream“-Medien und die offiziellen Geschichtsbücher als „Mauerfall“. Das Umreißen und die Öffnung der Staatsgrenze der DDR in Berlin war faktisch das Ende der DDR.   Da dieses Ereignis jedes Jahr von den derzeit Herrschenden propagandistisch ausgeschlachtet wird, geraten andere wichtige Ereignisse der Geschichte in Vergessenheit, welche an einem 09. November stattfanden. DIE TROMMLER erinnert an diese Ereignisse.

09.November 1848:

Standrechtliche Hinrichtung von Robert Blum(Revolutionär der Revolution von 1848):

Mit der Erschießung des republikanischen Parlamentsabgeordneten der Frankfurter Nationalversammlung nach dem Oktoberaufstand in Wien wurde zugleich auch die parlamentarische Immunität Blums durch die Militärführung im Dienst des österreichischen Kaiserhofs gebrochen. Die Niederschlagung des Wiener Oktoberaufstands und die Hinrichtung Blums gilt als offene Kampfansage der herrschenden Vertreter einer reaktionär-restaurativen politischen Ordnung gegen das aus der bürgerlichen Märzrevolution in den Staaten des Deutschen Bundes hervorgegangene erste demokratisch gewählte gesamtdeutsche Parlament. Die Hinrichtung Blums markiert einen entscheidenden Wendepunkt in der Entwicklung der Deutschen Revolution von 1848/49 als Anfang vom Ende dieser Revolution.

09. November 1918:

Novemberrevolution in Deutschland

In Deutschland reifte im Herbst 1918 eine Revolution heran, die mit einer antiimperialistischen, Demokratischen Zielsetzung beginnen musste.

Erste Aufgaben der Novemberrevolution:

  • Beseitigung der Monarchie
  • Beendigung des Krieges
  • Zerschlagung des Militarismus
  • Zerstörung des reaktionären Staatsapparates
  • Entmachtung des Monopolkapitals und des Junkertums, der für den Krieg verantwortlichen Kräfte

Verlauf der Revolution bis Ende 1918:

Aufstand der Flotte:

In der kaiserlichen Kriegsflotte, die vor Wilhelmshafen lag, bereitete sich Ende Oktober 1918 eine Bewegung gegen die Weiterführung des Krieges aus. Dieser Aufstand wurde niedergeschlagen. Auf die Nachricht von den Wilhelmshavener Ereignissen erhoben sich jedoch am 03. November 1918 die Matrosen und Arbeiter in Kiel. Dieser Aufstand führte am 04.11.1918 zum Sieg der revolutionären Kräfte, die in Kiel einen Arbeiter- und Soldatenrat bildeten. Damit begann die deutsche Novemberrevolution 1918/19.

Ausbreitung der Revolution:

Von Kiel breitete sich die Revolution in wenigen Tagen über ganz Deutschland aus. In vielen Orten übernahmen Arbeiter- und Soldatenräte anfangs die öffentliche Gewalt und verwirklichten soziale und demokratische Maßnahmen im Interesse der Arbeiter und anderen Werktätigen( z. B. Absetzungen der reaktionären beamten, Entwaffnung konterrevolutionärer Truppen und Polizei, Kontrolle in der Produktion)

Sieg der Revolution in Berlin:

Im Zentrum des Kaiserreiches, in Berlin, folgten am 09.November 1918 Hunderttausende Arbeiter und Soldaten dem Aufruf der Spartakusgruppe, sowie anderer revolutionär gesinnter Gruppen und gingen zum Generalstreik und zum bewaffneten Aufstand über. Auf dem Schloss der Hohenzollern wurde die rote Fahne gehisst und von einem Balkon des Schlosses rief Karl Liebknecht „die freie sozialistische Republik Deutschland“ aus.

Nachdem die rechten Führer der SPD alles getan haben, um die Revolution zu verhindern, suchten sie sich nun an die Sitze der Massenbewegung zu stellen, um die Revolution in bürgerlich-parlamentarische Bahnen zu lenken und ihre Weiterführung zur sozialistischen Revolution aufzuhalten. Der Vorstand der SPD ließ durch Philipp Scheidemann eine „freie deutsche Republik“ proklamieren. Es wurde eine Regierung aus Vertretern der SPD und USPD gebildet. In der Nacht zum 10.11.1918 floh Kaiser Wilhelm II. nach Holland. Am 11.11.1918 wurde zwischen Deutschland und dern Entente Waffenstillstand geschlossen.

Rat der Volksbeauftragten:

Unter Vorsitz von Friedrich Ebert bildete sich am 09.11.1918 aus je drei Vertretern der SPD und der USPD eine neue Regierung. Die Versprechungen der Regierung klangen revolutionär. Aber sie verfolgte einen bürgerlichen, konterrevolutionären Kurs. Sie bekämpfte die Arbeiter- und Soldatenräte und sorgte dafür, dass der alte Staatsapparat weitgehend erhalten blieb. Bereits am 10.11.1918 vereinbarte Ebert in Geheimverhandlungen mit der obersten Heeresleitung Maßnahmen, um die Revolution mit Waffengewalt niederzuschlagen.

Stärkung der Konterrevolution:

Der Rat der Volksbeauftragten bekämpfte mit allen Mitteln die Bewegung der Arbeiter- und Soldatenräte und sorgte dafür, dass der alte Staatsapparat weitgehend erhalten blieb. Rechte Gewerkschaftsführer trafen Vereinbarungen mit führenden Vertretern des Finanzkapitals.

Die Politik der rechten sozialdemokratischen Führer und der sie unterstützenden zentristischen Führer der USPD verwirrte und spaltete die Massenbewegung, so dass die imperialistischen Kräfte sich behaupten konnten Die Konterrevolution vermochte ihre Kräfte zu sammeln und wenig später offen mit militärischer Gewalt aufzutreten.

30.12.1918 bis 01.01.1919 Gründungsparteitag der KPD

Januarkämpfe 1919:

Anfang Januar 1919 provozierten die konterrevolutionären Kräfte die revolutionären Berliner Arbeiter zu bewaffneten Kämpfen, in deren Verlauf der rechte Sozialdemokrat Noske konterrevolutionäre Freikorpsverbände einsetzte. Die Reaktion entfesselte eine hemmungslose antikommunistische Hetze und den blutigen Terror gegen die Arbeiterklasse und ihre revolutionäre Partei. Am 15. Januar 1919 fielen Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg in die Hände der konterrevolutionären Söldner. Beide wurden heimtückisch und grausam ermordet. Ihr Tod war ein großer Verlust für die deutsche und internationale Arbeiterbewegung. Die deutsche Arbeiterklasse und die junge KPD verloren ihre hervorragendsten und erfahrensten Führer.

Wahlen zur Nationalversammlung 19.01.1919:

In der Atmosphäre des konterrevolutionären Terrors fanden am 19.01.1919 die Wahlen zur Nationalversammlung statt, bei denen die reaktionären bürgerlichen Parteien insgesamt die Mehrheit errangen. Sie traten als „demokratische“ Parteien sowie als „Volksparteien“ auf(das hat sich bis heute nicht geändert), um die Massen über ihren Klassencharakter zu täuschen. Die KPD beteiligte sich nicht an den Wahlen.

Gründung der Weimarer Republik 1919:

Am 06.02. trat in Weimar die Nationalversammlung zusammen. Danach wurde die nun geschaffene bürgerlich-parlamentarische Republik Weimarer Republik genannt. Wie schon im Kaiserreich, so lag auch in dieser Republik die reale Macht in den Händen der Imperialisten.

09.November 1923:

Hitler-Ludendorff-Putsch in München:

Erstmals wahrgenommenes Auftreten des Faschismus. Der bis dahin in der Öffentlichkeit unbekannte Adolf Hitler scheitert mit seinem Putschversuch vor der Münchner Feldherrenhalle, wo es zu 16 Todesopfern kommt. Er wurde zu fünf Jahren Festungshaft verurteilt, aber bereits nach neun Monaten „wegen guter Führung“ vorzeitig unter Auflagen aus der Haft entlassen. In der Zeit des Faschismus war der 09. November Gedenk- und Feiertag. Bis 1945 wurde in jährlich stattfindenden Trauerfeiern der sogenannten „Blutzeugen der Bewegung“ gedacht.

09. November 1925:

Hitler ordnet die Gründung der SS(Schutzstaffeln) an.

09. November 1936:

Die Faschisten entfernen das Denkmal des Komponisten Felix Mendelssohn Bartholdy vor dem Leipziger Gewandhaus.

09. November 1938:

Scheitelpunkt der Novemberpogrome(07.-13. November). Diese Ereignisse sind auch unter dem beschönigenden Namen „Reichskristallnacht“ bekannt. Es wurden Synagogen in Brand gesteckt, jüdische Geschäfte und Einrichtungen demoliert. Hunderte von Juden wurden innerhalb weniger Tage ermordet. Diese Ereignisse markieren den Übergang von der sozialen Ausgrenzung und Diskriminierung zur offenen Verfolgung der Juden in der Zeit des Faschismus. Während des zweiten Weltkrieges mündet der Antisemitismus in Deutschland in den heute als Holocaust bezeichneten industriellen Völkermord an etwa 6 Millionen europäischen Juden und weiteren aus rassistischen Motiven ausgegrenzten Bevölkerungsgruppen in den Vernichtungslagern der Faschisten.

09. November 1939:

Kurz nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs werden zwei Offiziere des britischen Secret Intelligence Service, Richard Henry Stevens und Sigismund Payne Best, im niederländischen Venlo von einem SS-Sonderkommando unter Alfred Naujocks entführt, nachdem sich deutsche Geheimagenten unter Walter Schellenberg für Widerstandskämpfer ausgegeben haben. Der Venlo-Zwischenfall macht große Teile des britischen Spionagenetzes in Europa praktisch wertlos und liefert Hitler im Mai 1940 eine Rechtfertigung für den Einmarsch in den Niederlanden.

09. November 1989:

Konterrevolutionäres Ereignis in der DDR:

Der Umriss der Grenzanlagen in Berlin, von den „Mainstream“-Medien und der offiziellen Geschichtsschreibung als „Mauerfall“ bezeichnet. Faktisch das Ende der DDR. Die restliche Zeit der DDR bis zum 03.Oktober 1990 war eine Art Kündigungsfrist. In dieser Zeit ging es zunächst „drunter und drüber“. Dann hat die Konterrevolution gesiegt und die Ereignisse mündeten dann in die Angleichung an die BRD, bis dann die Annexion formal vollzogen worden ist.

Zahlen und Fakten

Wikipedia

und

Geschichte in Übersichten

Seite 318 – 327

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09.11.1989: Der Weg für prekäre Arbeitsverhältnisse wird frei

Bei diesem Video ist Minute 0,43 bis 0,58 interessant. Es geht um den damaligen Protest der Beschäftigten im Einzelhandel in Westberlin. Die Demonstration wurde von der Gewerkschaft HBV organisiert. Es ging um die geplante Verlängerung der Ladenöffnungszeiten und um die 35-Stunden-Woche.

Der Fernsehsprecher sagt, dass die Demonstranten sich abends nochmal treffen wollten, es aber wegen der Grenzöffnung nicht mehr dazu kam. Was der Fernsehsprecher verschweigt: Die Beschäftigten des Einzelhandels in Westberlin mussten kurzfristig abends arbeiten. Denn im Taumel des konterrevolutionären Ereignisses waren für die heranströmenden DDR-Bürger/innen die Geschäfte geöffnet worden. Wie die Bezahlung der kurzfristig aus dem Feierabend geholten Beschäftigten des Einzelhandels aussah, hört man nichts, wenn Jahr für Jahr die Ereignisse des 09.11.1989 propagandistisch ausgeschlachtet werden. Im Taumel der Ereignisse hatten die Beschäftigten nicht die Idee dagegen zu protestieren, dass man sie plötzlich aus dem Feierabend holte. Nun ja, der Anfang war gemacht für flexible Arbeitsverhältnisse. In der Folgezeit des 09.11.1989 war das Interesse an gewerkschaftlichen Protesten in der BRD und Westberlin geschwunden. Der 09.11.1989 war auch der Beginn die Rechte der Arbeiterklasse zunächst in der BRD und Westberlin, später in der vergrößerten BRD abzubauen. Anfang der 1990er Jahre wurden die Ladenöffnungszeiten ausgeweitet.

Mit dem Untergang der DDR ist der Weg für prekäre Arbeitsverhältnisse und Niedriglohnjobs in allen Branchen frei geworden. Die Gewerkschaften sind immer schwächer geworden.

Es gibt nun keine sozialistische Alternative mehr und man muss als BRD und Westberlin nicht mehr was Besseres bieten (wollen). In Gewerkschaftskreisen hieß es früher, dass die DDR der unsichtbare Verhandlungspartner bei Tarifverhandlungen wäre.

historische Pressekonfrenz 09.11.1989

Historische Pressekonferenz: Faktisches Ende der DDR. Der Weg für prekäre Arbeitsverhältnisse ist frei geworden.