Das Heranreifen der Revolution in Deutschland 1917/1918

Die Revolution in Deutschland erwuchs aus den ökonomischen, sozialen und politischen Widersprüchen des deutschen Imperialismus der Jahrhundertwende vom 19. Ins 20. Jahrhundert. Diese Widersprüche haben sich während des I. Weltkrieges außerordentlich verschärft. Ende 1917 befand sich das imperialistische Deutschland in einer tiefen Krise.

Die militärische Lage Deutschlands und seiner Verbündeten wurde immer aussichtsloser. Die ökonomische und militärische Überlegenheit der Entente trat, vor allem seit dem Kriegseintritt der USA im April 1917, immer deutlicher hervor.

Die deutsche Wirtschaft war zerrüttet. Die Industrieproduktion lag 1918 um 43 Prozent unter der von 1913. Obgleich die Industrie fast nur für die Kriegsführung arbeitete und die besetzten Gebiete rücksichtslos ausgeplündert wurden, konnte nicht so viel hergestellt werden, wie der Krieg verschlang. Die landwirtschaftliche Erzeugung ging um etwa 40 bis 60 Prozent zurück.

Die Versorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln, Bekleidung und Schuhwerk wurde immer katastrophaler. Während sich Monopolherren und Großgrundbesitzer maßlos bereicherten, lebten die Werktätigen(arbeitenden Menschen) in den Städten und Industriegebieten im bittersten Elend.

Der Krieg brachte den werktätigen(arbeitenden)Volksmassen aber nicht nur Hunger und Not. Allein im März bis zum November 1918 waren 1,5 Millionen deutsche Soldaten gefallen oder verwundet worden. Von der Zivilbevölkerung starben in den Kriegsjahren durchschnittlich 21 Prozent mehr Menschen als in den Vorkriegsjahren. Die Sterblichkeit der Frauen nahm sogar um 34 Prozent zu. Im Jahre 1918 starben in der Heimat allein an Grippe, Tuberkulose und Lungenentzündung fast eine halbe Million Menschen; das waren etwa dreimal mehr als 1914.

friedhof gefallener deutscher soldaten in frankreich

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Deutschland war Ende des Jahres 1917 nach dem zaristischen Russland das Land mit den tiefsten Widersprüchen und Klassengegensätzen. Im Kampf gegen den Krieg und das kaiserliche Regime hatte sich eine revolutionäre Massenbewegung entwickelt, deren entschiedenste Kraft die deutschen Linken waren. Von allen imperialistischen Ländern war Deutschland daher auch der Staat, auf den sich die Oktoberrevolution am stärksten auswirkte.

bericht berliner arbeitersquelle bericht berliner arbeiter

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die Spartakusgruppe erkannte von Anfang an die welthistorische Bedeutung der Großen sozialistischen Oktoberrevolution und begann ihre Lehren auf den Klassenkampf in Deutschland anzuwenden.

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entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Die deutschen Imperialisten und Militaristen standen der jungen Sowjetmacht von Anfang an mit Hass und Feindschaft gegenüber. Sie nahmen jedoch das sowjetische Friedensangebot an, in der Hoffnung, durch die Beendigung des Zweifrontenkrieges aus ihrer verzweifelten militärischen Lage herauszukommen. In völliger Verkennung des wirklichen Kräfteverhältnisses glaubten sie, durch das Ausscheiden Russlands aus dem Krieg sowohl ihre räuberischen Eroberungspläne im Osten verwirklichen als auch im Westen siegen zu können.

Die deutsche Arbeiterklasse beantwortete die aggressive und volksfeindliche Politik der herrschenden Klasse mit dem größten politischen Massenstreik während des Krieges. Dem Aufruf der Spartakusgruppe und der revolutionären Betriebsvertrauensleute folgten mehr als eineinhalb Millionen Arbeiter und Arbeiterinnen der Rüstungsindustrie. Sie kämpften vom 28. Januar bis zum 4. Februar 1918 für die schnelle Herbeiführung des Friedens entsprechend den Vorschlägen Sowjetrusslands und für demokratische Rechte und Freiheiten.

An der Spitze dieses großen Munitionsarbeiterstreiks, der in Berlin zeitweilig  bürgerkriegsähnlichen Charakter annahm, standen nach russischem Vorbild gewählte Räte. Nur mit Hilfe rechter sozialdemokratischer Führer konnte die Regierung die Massenbewegung noch einmal niederwerfen, die zeitweilig mit Gewalt und Terror unterdrücken und den verbrecherischen Krieg um weitere neun Monate verlängern.

Nach der Niederschlagung des Januarstreiks eröffneten die deutschen Imperialisten und Militaristen am 18 Februar 1918 erneut den Krieg im Osten und zwangen die Sowjetregierung, das räuberische Friedensdiktat zu unterzeichnen.

Am 21. März 1918 begannen die Armeen der Westfront, die durch etwa 40 Divisionen aus dem Osten verstärkt worden waren, die große Offensive, die den Sieg über die Entente bringen sollte. Doch viele der Soldaten, die von der Ostfront kamen, waren schon von den Ideen der russischen Revolution beeinflusst. Nach einigen Anfangserfolgen kam der deutsche Angriff zu Stehen. Das militärische Kräfteverhältnis hatte sich durch den zunehmenden Einsatz amerikanischer Truppen endgültig zugunsten der Westmächte verändert. Nach weiteren vier mörderischen Schlachten, in denen die deutschen Truppen gewaltige Verluste an Menschen und Material erlitten, musste die Oberste Heeresleitung im Juli 1918 ihre Angriffe einstellen. Die Gegenoffensive der Entente begann am 18. Juli 1918. Am 08. August wurde die deutsche Front von englischen und französischen Truppen mit Unterstützung von 450 Tanks und starken Fliegerkräften durchbrochen. Die deutschen Armeen erlitten eine schwere Niederlage, konnten den weiteren Angriffen kaum noch standhalten und waren unter verlustreichem Kämpfen zu ständigen Rückzügen gezwungen. Das deutsche Heer war erschöpft, kriegsmüde und begann zu zerfallen. Unter den Truppen, vor allem im Osten, kam es zu Befehlsverweigerungen, Meutereien und Aufständen.

Seit dem Sommer 1918 war die revolutionäre Massenbewegung unter den Auswirklungen der militärischen Rückschläge und des Hungers in der Heimat erneut stark angewachsen. Unter dem Einfluss der Spartakusgruppeund der linken Kräfte der USPD begann eine Welle von Massenaktionen, Streiks und Hungerunruhen in den Städten und Industriegebieten. Auch unter den werktätigen(arbeitenden/ Kleinbauern)Bauern und den städtischen Mittelschichten wuchs die Erbitterung gegen den Krieg und die Regierung.

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entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

Im September 1918 brachen die Verbündeten Deutschlands, Bulgarien und Österreich-Ungarn, zusammen. Unter diesen Umständen mussten Hindenburg und Ludendorff am 29. September im Großen Hauptquartier erklären, dass der Krieg verloren sei und die verzweifelte Lage des Heeres einen sofortigen Waffenstillstand erfordere.

Damit war nach mehr als vierjährigem blutigen Völkermorden der erste Versuch des deutschen Imperialismus, die Weltherrschaft zu erobern, schmählich gescheitert.

Ende September/Anfang Oktober war in Deutschland eine unmittelbar revolutionäre Situation entstanden.  Die deutschen Imperialisten und Militaristen, die das deutsche Volk in eine nationale Katastrophe gestürzt hatten, waren im Herbst 1918 entscheidend geschwächt und weitgehend isoliert. Die Arbeiterklasse und die andere arbeitende Menschen waren nicht mehr bereit, sich mit dem Krieg und dem monarchistisch-imperialistischen Herrschaftssystem abzufinden.

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entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982

 

 

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Entnommen aus dem Gesichtsbuch der DDR für die 9. Klasse, Stand 1982, bearbeitet von Petra Reichel

 

Original-Text aus dem Geschichtsbuch der DDR

heranreifen der novemberrevolution in deutschland

 

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Die weltgeschichtliche Bedeutung der Oktoberrevolution

Ein Beitrag aus einem befreundeten Blog zur Oktoberrevolution.

Sascha's Welt

OktoberrevolutionDie Oktoberrevolution siegte zu einer Zeit, als Rußland der völlige Verlust der staatlichen Selbständigkeit drohte. Wenn das Volk Rußlands nicht unter Leitung der bolschewistischen Partei zur sozialistischen Revolution geschritten wäre, dann hätte sich Rußland in eine Kolonie der imperialistischen Staaten verwandelt. Die Oktoberrevolution rettete das Land vor der Versklavung durch ausländische Mächte, sie sicherte ihm die Freiheit und Unabhängigkeit.

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Der Kampf Sowjetrusslands gegen Intervention und Konterrevolution

Grausamkeiten der Konterrevolutionäre

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 

Ziele und Aktionen der Konterrevolution

Die gestürzten russischen Kapitalisten und Großgrundbesitzer, denen es nicht gelungen war, mit eigenen Kräften den Siegeszug der Sowjetmacht aufzuhalten, verbanden sich mit den ausländischen Imperialisten. Diese entsandten Truppen gegen das Sowjetland und unterstützten die weißgardistischen russischen Generäle und ihre Armeen mit Geld und Waffen.

Die Hauptziele, welche die imperialistischen Großmächte, vor allem Deutschland, die USA, England, Frankreich und Japan, mit der militärischen Intervention(Intervention = Gewaltsame Einmischung in die Angelegenheiten eines anderen Staates) verfolgten, waren folgende:

  1. Vernichtung des sozialistischen Staates, Wiederherstellung der alleinigen allumfassenden Herrschaft des imperialistischen Weltsystems und Verhinderung der Ausbreitung der Revolution auf andere Länder.
  2. Wiedererrichtung der Herrschaft der Bourgeoisie in Russland, Aufteilung des Landes in imperialistische Interessensphären und Wiedererlangung der von der Sowjetregierung enteigneten ausländischen Kapitalanlagen: der Anleihen in Höhe von 16 Millionen Goldrubel, der Gruben, Fabriken und Werke.

Als erste imperialistische Macht eröffnete das kaiserliche Deutschland im Februar 1918 die militärische Intervention gegen Sowjetrussland. Deutsche Truppen besetzten später unter Bruch des Brester Friedensvertrages weitere Gebiete der Ukraine und die Krim und drangen bis an den Don und nach Kaukasien vor. Seit dem März 1918 entsandten Frankreich, Großbritannien, Japan und die USA ihre Truppen in den Fernen Osten, in die Gebiete von Archangelsk und Murmansk, nach Transkaukasien und nach Turkestan und später auch an die Schwarzmeerküste. Insgesamt beteiligten sich 14 imperialistische Mächte an der Intervention gegen Sowjetrussland.

Für das Sowjetland entstand eine schwierige Lage. Die ausländischen Interventionstruppen verbanden sich mit den zaristischen Generalen und ihren weißgardistischen Truppen zu einer gemeinsamen Front. Im Sommer 1918 befanden sich drei Viertel des Landes in den Händen des Feindes, darunter wichtige Zentren der Industrie und der Landwirtschaft. Doch schon im Herbst 1918 konnte die junge Rote Armee erste Erfolge in den Kämpfen an der Ost- und Südfront erreichen.

Durch den militärischen Zusammenbruch und die Revolution in Deutschland konnte Sowjetrussland die von den deutschen Truppen besetzten Gebiete befreien. Andererseits ermöglichte die Beendigung des Krieges der Entente, ihre Intervention in Sowjetrussland zu verstärken und große Truppenverbände einzusetzen. Es begann der offene militärische Kampf der Ententemächte, der konterrevolutionäre Krieg gegen die Sowjetmacht.

Werbeplakat für US-Interventen

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Ausländische Imperialisten

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 

Kampf und Sieg der Sowjetmacht über Interventen und Weißgardisten

Die kommunistische Partei und die Sowjetregierung mobilisierten alle Kräfte und Mittel zur Abwehr des Feindes. Das gesamte Leben wurde auf die Bedürfnisse der Verteidigung des sozialistischen Vaterlandes umgestellt.

Am 30. November 1918 wurde der Rat der Arbeiter- und Bauern-Verteidigung gebildet, dessen Leitung in den Händen Lenins lag. Der Rat hatte die Aufgabe, die Industrie, den Transport und alle Reserven des Landes für den Kampf gegen die Interventen und Weißgardisten planmäßig und organisiert einzusetzen. Dazu war für die Dauer des Krieges auch eine Veränderung der ökonomischen Politik des Sowjetstaates erforderlich, die als „Kriegskommunismus“ bezeichnet wurde. Sie half, wesentliche Voraussetzungen für den endgültigen Sieg über die Konterrevolution und Intervention zu schaffen.

Der Sowjetstaat konzentrierte alle industriellen Produktionsmittel in seinen Händen und nationalisierte nun auch die Mittel- und Kleinbetriebe. Die Leitung der Industrie und des Verkehrswesens wurde streng zentralisiert.                                                                              Um die Ernährung zu sichern, wurden die Bauern verpflichtet, die gesamten Ernteüberschüsse ausnahmslos an den Staat abzuliefern. Es wurden strenge Maßnahmen zur Verteilung der Lebensmittel getroffen. Um Schiebertum und Wucher vorzubeugen, verbot die Sowjetregierung den privaten Handel.                                               Die allgemeine Arbeitspflicht wurde eingeführt, und die Angehörigen der Bourgeoisie wurden zu körperlicher Arbeit eingesetzt.

Das von Lenin geleitete Zentralkomitee der Kommunistischen Partei entschied alle wichtigen Fragen der Kriegsführung. Es arbeitete die strategischen Pläne aus und traf alle Maßnahmen, um die militärischen Operationen zu sichern. Viele erfahrene Parteifunktionäre und führende Mitglieder des Zentralkomitees waren als Kriegskommissare und in den Revolutionären Kriegsräten der Frontarmeen tätig. Aus den Reihen der Kommunistischen Partei gingen hervorragende Kommandeure und Heerführer hervor, wie Frunse, Woroschilow, Budjonny und andere.

Kommunisten kämpften auch in Partisanenverbänden, die im Hinterland der Interventen operierten und insbesondere den militärischen Nachschub des Feindes desorganisierten.

An der Seite der Werktätigen(arbeitende Menschen) der Sowjetrepubliken kämpften auch viele auslänische Arbeiter und ehemalige Kriegsgefangene, die sich zur Sache des Proletariats bekannten. Aus diesen Internationalisten, wie sie sich nannten, zu denen auch viele deutsche Arbeiter gehörten, wurden internationale Regimenter und Brigaden gebildet.

Internationale Unterstützung Sowjetrusslands

Internationale Unterstützung des Sowjetlandes

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 


Während die Rote Armee an der Front die ersten Siege errang, leisteten die Werktätigen des Hinterlandes eine verantwortungsbewusste und aufopferungsvolle Arbeit. In dieser Zeit wurden erstmalig kommunistische Subbottniks durchgeführt. So wurden die freiwilligen Aufbauschichten genannt, welche die Arbeiter nach der Arbeitszeit unentgeltlich leisteten.

Subbotnik 1

Subbotnik 2

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 

Subbotnik in Moskau

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Der erste Massen-Subbotnik wurde am Sonnabend(Samstag), dem 10. Mai 1919, auf der Moskau-Kasaner Eisenbahn von 205 Arbeitern durchgeführt, die in 1014 freiwilligen und unbezahlten Überstunden 4 Lokomotiven und 16 Waggons reparierten. Außerdem wurden 9300 Pud verschiedene Materialien ein- oder ausgeladen. Diesem Beispiel folgten die Werktätigen(arbeitende Menschen) des ganzen Landes.


Dem gemeinsamen Kampf der Arbeiter und Bauern an der Front und im Hinterland gelang es, den Feind zu zerschlagen. Ende 1920 fanden die imperialistische Intervention und der Bürgerkrieg im wesentlichen ihr Ende. Das Volk hatte die Sowjetmacht und die Unabhängigkeit seines Landes siegreich behauptet.

Der Sieg des Sowjetvolkes wurde durch die mächtige Bewegung des internationalen Proletariats gegen die imperialistische Intervention und für die Unterstützung der heldenhaft kämpfenden Arbeiter und Bauern Russlands erleichtert. Unter der Leitung der Kommunistischen Internationale und der kommunistischen Parteien der einzelnen Länder wuchs die Welle der Solidarität mit dem ersten Arbeiter- und Bauern-Staat. Unter der Losung „Hände weg von Sowjetrussland!“ protestierten die Werktätigen(arbeitende Menschen) Englands, der USA, Frankreichs, Deutschlands und anderer Staaten gegen die Interventionspolitik der Imperialisten und verhinderten viele Kriegstransporte für die Interventen und die weißgardistischen Truppen.

In Deutschland bildete sich unter Führung der Kommunistischen Partei eine breite Solidaritätsbewegung, in der sich Mitglieder aller Arbeiterparteien und –organistationen zu, gemeinsamen Handeln zusammenfanden. In vielen Städten, wie in Erfurt, Karlsruhe, Stettin, Stuttgart, unterbanden die Arbeiter französische Waffentransporte für die polnischen Interventen.

Abwehr Feinde Süden 1

Abwehr Feinde Süden 2

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 

Abwehr Feinde Westen

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR 9. Klasse, Stand 1982

 

Abwehr Feinde Osten

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Ursachen für den Sieg der Sowjetmacht über die Interventen und Weißgardisten

Zum ersten Male in der bisherigen Geschichte hatten die Arbeiter und Bauern in einem Land, das wirtschaftliche äußerst rückständig und durch jahrelangen Krieg zerrüttet war, in heldenhaftem Kampf die eigenen Ausbeuter besiegt und einen zahlenmäßig stärkeren, technisch besser ausgerüsteten Feind, die Interventionstruppen der imperialistischen Großmächte, zurückgeschlagen.

Die wichtigsten Ursachen dafür waren:

  1. Die Führung durch die Kommunistische Partei, die dank ihrer konsequenten marxistisch-leninistischen Bündnispolitik die große Masse der Werktätigen(arbeitende Menschen) um die Arbeiterklasse vereinte und sie zum Kampf gegen die Feinde mobilisierte. Sie arbeitete die Strategie und Taktik des politischen und militärischen Kampfes aus, schuf die mächtige Rote Armee und organisierte die Arbeit im Hinterland sowie den Kampf an den Fronten.

 

  1. Die sowjetische Gesellschafts- und Staatsordnung, welche die grundlegenden Interessen aller werktätigen Klassen und Schichten verwirklichte. Sowohl die Arbeiterklasse und die werktätige Bauernschaft als auch die Werktätigen der ehemals vom Zarismus unterdrückten Völker erkannten, dass nur die Sowjetmacht sie vor der Rückkehr der Bourgeoisie und der Gutsbesitzer schützen beziehungsweise ihnen Freiheit und nationale Unabhängigkeit sichern konnte. Die Arbeiter und Bauern, die sich von der Herrschaft der Ausbeuterklassen befreit hatten, waren bereit, ihre Errungenschaften bis zum äußersten zu verteidigen.

 

  1. Die weltweite Solidarität des internationalen Proletariats, die den Imperialisten weitgehend die Hände band. Die revolutionären Ideen griffen auch auf die Truppen der Ententemächte über. Sie führten unter den Matrosen und Soldaten der imperialistischen Armeen in Sowjetrussland als auch in den Heimatländern zu Meutereien und Aufständen. Alle diese Aktionen unterstützten aktiv den schweren, aber schließlich siegreichen Kampf der Sowjetmacht.

 

 

  1. Der Angriff der imperialistischen Mächte und der weißgardistischen Konterrevolutionäre bestätigte erneut, das keine gestürzte Ausbeuterklasse abtritt, ohne mit allen Mitteln versucht zu haben, ihre Herrschaft zurückzugewinnen. Das ist ja schließlich nach langer Zeit 1989/90 gelungen.

 

  1. Die Arbeiterklasse muss daher stets bereit und gerüstet sein, ihre Staatsmacht auch mit militärischen Mitteln entschlossen zu verteidigen. Davon konnte 1989/90 keine Rede mehr sein. Das hat viele Ursachen u.a. die psychologische Kriegsführung, auf die in diesem Beitrag nicht weiter eingegangen werden kann.

 

 

  1. Doch damals war der Versuch des Weltimperialismus, den Sowjetstaat zu vernichten gescheitert.

 

Der Interventions- und Bürgerkrieg von 1918 bis 1922 war beendet. Sowjetrussland hatte im Befreiungskampf gegen die Interventen und Weißgardisten seine Stärke und Lebensfähigkeit bewiesen und die Grundlagen seiner Staatsmacht gefestigt. Der Sieg und die Stärkung der Sowjetmacht waren zugleich ein Sieg und eine Stärkung der Positionen der antiimperialistischen Weltbewegung.

Sieg Sowjetmacht Interventionskriege

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 

Entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

Bearbeitet von Petra Reichel  Geschichte DDR 9. Klasse

 

 

 

 

 

 

 

Original-Beitrag aus dem Geschichtsbuch:

Intervention und Konterrevolution

Franz Mehring zur Oktoberrevolution

Franz Mehring zu Revolution

entnommen aus dem Geschichtsbuch der DDR, 9. Klasse, Stand 1982

 

Dazu kann man sagen:

Für die Sozialistische Revolution hat die Zeit eben nicht gereicht.

 

Warum heißt es „Große Sozialistische Oktoberrevolution?

Gastbeitrag von Gerd Pehl

Das Attribut und der Titel „Große“ bei der Sozialistischen Oktoberrevolution habe ich absichtlich weggelassen. Damals glaubte man, die Oktoberrevolution sei für ewig. Dem ist nicht so. Sie war nicht groß genug. 

Gerd Pehl erklärt, warum es doch die „Große Sozialistische Oktoberrevolution“ ist.

Petra Reichel


 

Die Große Sozialistische Oktoberrevolution Великая Социалистическая Революциа – in lateinische Buchstaben: Welikaja Sozialistitscheskaja Revoljuzia. Das Problem der Übersetzung ist das Wort Welikaja. Eng übersetzt heißt es:: bedeuten. Dieses inhaltliche empfinden des Wortes kannst du nur mit dem deutschen Wort groß übersetzen. Der Deutsche benutzt das Wort groß auch für gewaltig z. B. Wenn dir jemand einen goldenen Ring mit einem Diamant schenkt, dann ist das ein kleines Geschenk. Aber du würdest sofort sagen, ich bekam ein großes Geschenk – obwohl er im Durchmesser nur 2 cm und in der Höhe nur ein paar mm ist. Hier steht das Wort groß für bedeutend, kostbar, besonders schön usw. Genau dafür steht das Wort welikajja. Hier ist es die bedeutende Revolution, oder der bedeutende Lenin – wie bekannt war Lenin ein klein. Es geht auch hier nicht um die Körpergröße, sondern um herausragende Persönlichkeit. Vielleicht verstehst du jetzt besser, warum der Name Große Sozialistische Oktoberrevolution ein Eigenname ist Wenn der Name so gelehrt wurde wie du sagst, das Wort Große auf zeitliche Dauer betrachtet, dann ist das von dem Lehrer falsch dargestellt. Zum Ersten hätte er erklären müssen, dass es sich hier um einen Eigennamen handelt und zum Zweiten was unter dem Wort Groß oder Welikaja im Deutschen zu verstehen ist. Folglich kommt es nicht darauf an, ob sie ewig ist, sondern darauf, dass sie zu dem Zeitpunkt eine gewaltige – eben eine große – Veränderung in der herrschenden Gesellschaftsordnung war.

Der Raubfrieden von Brest-Litowsk

Ein Beitrag vom befreundeten Blog „Sascha´s Welt“ zum Thema Raubfrieden von Brest-Litowsk.

Sascha's Welt

vorwarts-dezember-1917Gegen den Willen Lenins lehnte Trotzki es am 10. Februar 1918 ab, einen Friedensvertrag mit den deutschen Imperialisten zu unterschreiben. Die Folge davon waren noch schärfere Forderungen der Deutschen und der Einmarsch der Reichswehr in Kiew… Warum graben wir hier diese alte Geschichte wieder aus? Erstens, um sichtbar zu machen, wie der deutsche Imperialismus schon 1918 danach strebte, das Sowjetland in eine deutsche Kolonie zu verwandeln und die Sowjetvölker zu versklaven. Zweitens, um zu zeigen, wie die opportunistische Rolle Trotzkis die junge Sowjetmacht an den Rand des Abgrunds führte. Und drittens, um zu verdeutlichen, daß es ein verhängnisvoller Fehler ist, den auch die Führer der deutschen Linken immer wieder begingen – sie unterließen es, den völligen Bruch mit den Opportunisten herbeizuführen, diese aus der Partei zu vertreiben und eine vom Opportunismus freie revolutionäre Kampfpartei, eine Partei neuen Typus, zu schaffen. Nur so kann es gelingen, den Kapitalismus zu überwinden und…

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Trotzki verrät die junge Sowjetmacht

Ein Beitrag vom befreundeten Blog „Sascha´s Welt“.

Sascha's Welt

Trotzki reist Eine Delegation unter Leitung von Trotzki reist nach Brest-Litowsk

Wir schreiben das Jahr 1918. Gerade hatte die Oktoberrevolution gesiegt, und die junge Sowjetmacht mußte sich schützen, so gut es ging. Die Feindseligkeit der Alliierten hatte sie in eine isolierte Stellung gedrängt. Ihre schwachen Kräfte reichten nicht aus, um der gewaltigen deutschen Heeresmacht ohne Verbündete entgegenzutreten. Und die unmittelbarste Bedrohung ging von Deutschland aus. Um Rußland zu retten und Zeit für die dringendste Aufbauarbeit zu gewinnen, schlug Lenin ein sofortiges Friedensangebot vor. Auf Lenins Wunsch hin reiste sofort eine sowjetische Friedensdelegation nach Brest-Litowsk, dem Hauptquartier der deutschen Ostarmee, um die Friedensbedingungen der Deutschen kennenzulernen und Friedensverhandlungen einzuleiten. Diese Delegation wurde von Leo Trotzki geleitet…

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